Aloe-vera-Creme im Test besser als Kortison

Aloe-vera-Creme

Eine Creme mit Aloe vera ist in einem Versuch an der Khon-Kaen-Universität in Thailand gegen eine Kortison-Creme angetreten. Beide wurden bei Menschen mit Schuppenflechte angewendet. Siehe da: Die Aloe-vera-Creme schnitt besser ab. Aber: Die Ergebnisse dieses Tests gibt’s bisher in keiner Fachzeitschrift, und so richtig lang war der Versuch auch nicht.

Die Studie aus Thailand

Für den Versuch wurden 80 Patienten in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine erhielt acht Wochen lang eine 70-prozentige Aloe-vera-Creme, die andere genau so lange eine Kortisoncreme mit dem Wirkstoff Triamcinolonacetonid. Dieser Wirkstoff ist in gleicher Konzentration zum Beispiel in den hierzulande bekannten Salben und Cremes Linolacort, Delphicort oder Volon A enthalten.

Der durchschnittliche PASI lag zu Beginn des Tests bei 11. Er verbesserte sich mit der Aloe-vera-Creme um 7,7 Punkte. Die Kortisoncreme schaffte es „nur“ auf eine Verbesserung um 6,6 Punkte.

Für Charoen Choonhakam, den Leiter der Testreihe, kann Aloe-vera-Creme damit eine sichere Alternative für leichte mit mittelschwere chronische Plaque-Psoriasis sein.

Bei keinem Patienten gingen die Schuppenflechte-Stellen komplett weg.

Bei 16,2 Prozent der Patienten, die eine Aloe-vera-Creme bekamen, besserte sich die Schuppenflechte um 75 Prozent oder mehr. Das war bei der Gruppe mit der Kortisoncreme bei 10,5 Prozent der Patienten so.

Eine Gruppe mit einer Placebo-Salbe gab es nicht.

Das Ergebnis dieses Versuchs wurde Ende Mai 2009 beim Internationalen Kongress für Dermatologie in Prag vorgestellt.

Bisherige (ernsthafte) Studien mit der Anwendung von Aloe-vera-Cremes bei Psoriasis waren höchst unterschiedlich ausgefallen: Einmal „gewann“ die pflanzliche Creme, einmal die Placebo-Variante.

Erfahrungen von Berliner Experten

Im Gesundheitsmagazin „Quivive“ des Berliner Senders rbb am 04.02.04 hatten zwei Experten auch über die Wirksamkeit von Aloe vera bei Krankheiten im Allgemeinen und Hautkrankheiten im Besonderen berichtet.

Dr. med. Anne Härtel vom Vivantes Klinikum Berlin-Spandau meint: „Man kann Aloe Vera Gel gut als Hausmittel zum Beispiel gegen juckende Insektenstiche oder kleinere Wunden anwenden. Die Hoffnung aber, dass Aloe-Vera-haltiges Gel eine dauerhafte Heilung bei Neurodermitis oder Schuppenflechte bringt, darf man nicht haben.“ Bei schweren Erkrankungen würden weder Aloe-Vera-Kapseln noch deren Saft helfen. Als Medikament seien sie wirkungslos. Man sollte sich auch nicht von zahlreichen Gesundheitsbüchern einreden lassen, dass die Aloe die Schulmedizin ersetzen könne. Als gesunde Ergänzung zur Ernährung sei nichts dagegen einzuwenden – außer manchmal der überhöhte Preis der Produkte.

Dr. Bernd Eberwein vom Bundesverband der Arzneimittelhersteller warnt alle Gutgläubigen: „Aloe-Präparate werden häufig auch gegen schwere Erkrankungen angeboten. Ihre heilende Wirkung ist aber wissenschaftlich-medizinisch nicht erwiesen. Patienten sollten sich auf Aloe allein zur Heilung ihrer Krankheit nicht verlassen, sondern unbedingt bei der ärztlich verordneten Therapie bleiben. Aloe als Medikament ist nur zugelassen als (starkes) Abführmittel.“ Deshalb sollte man den Aloe-Saft nur kurze Zeit zu sich nehmen.

Unser Tipp

Unser Tipp, wenn du jetzt ein Aloe-vera-Creme ausprobieren möchtest:

  • Achte unbedingt auf einen sehr hohen Anteil des Pflanzenextraktes im Produkt. Zur Erinnerung: Im hier beschriebenen Test war es eine 70-prozentige Aloe-vera-Creme. Einen extrem hohen Anteil hat beispielsweise das Dr. Storz Aloe Vera 97.5 % Gel aus der Apotheke. Vom gleichen Hersteller gibt es eine Tagescreme. Zu nennen ist auch noch ein „aloe vera gel pur ohne Duft“ von Santa Verde.
  • Experimentiere nicht zu lange, wenn deine Schuppenflechte stark entzündet ist. Dann muss eher doch eine stärker wirksame Creme ‚ran.

Wer es einmal mit einer selbst gezüchteten Aloe-vera-Pflanze versuchen will, findet im Psoriasis-Netz sowohl eine Anleitung für den „Anbau“ als auch eine Anleitung für die Nutzung.

Tipps zum Weiterlesen

Quellen für diesen Artikel
  • Choonhakarn C, et al „A prospective randomized clinical trial comparing topical aloe vera with 0,1% triamcinolone acetonide in chronic plaque psoriasis“, ICD 2009, Abstract P347
  • medpage today, 26.5.09  
  • Everyday Health, 26.05.09

Bildquellen

  • Aloe-vera-Creme: Tatjana Grinberg
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Über Claudia Liebram 273 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

3 Kommentare

  1. Aloe-vera-Creme im Test besser als Kortison
    Dass hier die Aloe Vera auch mal zu ihrem Recht kommt, finde ich hervorragend. Der Beitrag hier bei Psoriasis-Netz „Aloe Vera Creme im Test besser als Kortison“ basiert ja sogar auf einer wissenschaftlichen Untersuchung zur Behandlung von Schuppenflechte an der Khon-Kaen-Universität in Thailand. Dort wird auch auf die Bedeutung des Aloe Vera Anteils hingewiesen.

    Leider wird auch dort über das Wichtigste nicht gesprochen – den Acemannan- oder auch Aloverose-Gehalt des verarbeiteten Safts. Dieser wird viel zu selten ausgewiesen, obwohl inzwischen bekannt ist, dass er der Nährstoffindikator der Aloe Vera schlechthin ist, und das gilt nicht nur für das Getränk zur Einnahme, sondern für alle Aloe Vera-Produkte.
    Dr. Delbé empfiehlt bei Schuppenflechte in seinem Buch „Gesund werden, Gesund bleiben. Aloe Vera Leitfaden“ von einem Aloe Vera Getränk mit einem Acemannan-Gehalt von 400 mg/l und 90 % Aloe Vera Anteil eine Trinkmenge von 3 x 50 bis 3 x 70 ml pro Tag.
    In dem GU-Ratgeber der Münchener Heilpraktikerin Eva Helle „Aloe Vera Das Multitalent für Gesundheit und Schönheit“ liegt die empfohlene tägliche Einnahmemenge des Aloe Vera Safts (100 % Direktsaft) bei einem Acemannan-Gehalt von 1200 mg/l bei 3 x 15 bis 3 x 20 ml pro Tag. Das heißt für Delbé 54 mg – 74 mg Acemannan pro Tag, bei Eva Helle 54 mg – 72 mg pro Tag, ohne dass sich die beiden abgesprochen hätten, davon gehe ich aus.
    60 ml * 1,2 = 72 mg Acemannan pro Tag
    90 * 0,8 = 72
    Von einem Getränk kann man etwas mehr nehmen, bei einem Hautgel oder einer Creme zieht nur eine gewisse Menge in die Haut ein, daher ist der Nährstoff- und damit der Acemann-Gehalt um so wichtiger.

    Herzliche Grüße

    Rose Rückert

  2. Neurodermitis am Fuss
    Hallo zusammen es gibt „Krankheiten“ die es nicht gibt.
    Ich habe Neurodermitis am rechten Fuss und alle meine Artze die mich untersucht haben sind zu diesem Schluss gekommen. Allerdings gibt es diese Krankheit am Fuss nicht .. Ist doch komisch.. Nun gut jahrelang habe ich vom Arzt Kortisonsalbe und später auch Spritzen bekommen. Die Ergebnisse waren immer die selben .. Erst schlimmer dann besser und das ganze wieder von vorne. Vor ca. 4 Jahren habe ich von meiner Frau eine „Aloe Vera “ Hand und Fuss Creme aus Fuerteventura geschenkt bekommen und ausprobiert. Das mag jetzt nach Zauberei klingen aber nach nur 5-6 Tagen habe ich eine deutliche Verbesserung festgestellt. Ich habe heute 4 Jahre spater immernoch Neurodermitis am Fuss .. Allerdings nehme ich seither kein Kortision mehr und mein Fuss ist in einem (für meine Verhältnisse ) sehr gutem Zustand. Ich bestelle diese Aloe Vera Hand und Fusscreme immer frisch bei einem Internetshop aus Fuerteventura. Das ist meine Erfahrung mit Aloe Vera.

  3. Dies hier mal aus der Versenkung hole!
    Zu Schuppenflechte und Neurodermitis kann ich dies nur Bestätigen.
    Mein Sohn hat auch mit Neurodermitis zu tun…Dank Aloe Vera haben wir dies echt gut in den Griff bekommen.
    Zur Schuppenflechte möchte ich nur sagen das es eine echt krasse Lebensqualität einbuße ist…Ich habe es damals selber in der Familie gesehen und miterlebt….
    Auch hier haben wir dies mit Aloe Vera so gut wie weg bekommen!!!
    LG

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