Sparkasse erzwingt Tomesa-Schließung

Übereinstimmend melden die Deutsche Presse Agentur und die Fuldaer Zeitung, dass die ehemalige Tomesa-Klinik in Bad Salzschlirf Ende September schließen wird.

Tomesa-KlinikÜbereinstimmend meldeten die Deutsche Presse Agentur und die Fuldaer Zeitung am 26. Juni 2013, dass die ehemalige TOMESA-Klinik in Bad Salzschlirf Ende September schließen wird. Patienten werden noch bis Ende August in der Fachklinik weiter behandelt und untergebracht werden können.

Als wesentlichen Grund nannte die Insolvenzverwalterin, Rechtsanwältin Julia Kappel-Gnirs das Verhalten der örtlichen Kreissparkasse. Die habe vom einzigen möglichen Investor einen zu hohen Kaufpreis für die Immobilie verlangt. Dabei hätte man nicht berücksichtigt, dass ein neuer Betreiber zusätzlich noch sehr viel Geld in Modernisierungsmaßnahmen und den Brandschutz stecken müsste.

Unsere Meinung

Noch drei Tage vor dem Beschluss gab es in Bad Salzschlirf eine Demonstration gegen die sich andeutende Schließung. In einem TV-Beitrag im regionalen Osthessen-TV dazu war gut zu sehen, dass der Bürgermeister von Bad Salzschlirf, Matthias Kübel (CDU), die 600 Unterschriften lediglich kommentarlos entgegennahm. Wir wissen nicht, ob der Bürgermeister oder seine Partei irgendeinen Einfluss auf die Sparkasse Fulda, der Eigentümerin der Immobilie, haben. Aber die Sparkasse ist ein öffentlich-rechtliches Kreditinstitut. Im Gegensatz zu einer Bank ist sie nach dem Sparkassen-Gesetz „dem Gemeinnutz verpflichtet“. „Öffentlich-rechtlich“ heißt, dass in den Aufsichtsgremien auch Politiker sitzen. Da hätte man schon gerne gewusst, weshalb man den Kaufpreis der Klinik-Immobilie nicht senken konnte, um 62 Arbeitsplätze zu erhalten. Da haben schon ganz andere Immobilien zu lediglich symbolischen Preisen den Eigentümer gewechselt, um Arbeitsplätze und Investitionen zu sichern.

Das hätte wirklich dem Gemeinnutz gedient: Steuereinnahmen und kleinere Zuliefer-Betriebe wären gesichert, Bad Salzschlirf hätte seinen Ruf als „Kurort“ verteidigt, Patienten würden weiterhin ihr Geld in der Gemeinde ausgeben und es müsste kein Arbeitslosengeld bezahlt werden. Vor allem hätte man vermieden, dass Mitarbeiter mit Angst in die Zukunft schauen, weil sie befürchten, in den kommenden Jahren ohne Job zu bleiben. Das Vertrauen in die Politik wäre angestiegen, anstatt das Misstrauen gegenüber Geldinstituten zu fördern.

Viele Patienten gehen ganz bewusst in kleine Kliniken, weil sie sich dort nicht so anonym behandelt fühlen. Jeder kennt schnell jeden und das tut nicht nur der Seele gut, sondern fördert vor allem den Therapieerfolg.

Rolf Blaga

1 Kommentar

Sehr geehrter Herr Blaga,

Herzlichen Dank für ihr Engagement und das von anderen Gästen
der Tomesa Fachklinik in Bad Salzschlirf.
Ihr Einsatz hat sicher dazu beigetragen, dass eine Verständigung
über den Kaufpreis gelungen ist.
Hierdurch wurde es möglich, dass die F&M GmbH die Fachklinik
am 15.7.2013 übernommen hat.
Als neuer Geschäftsführer würde ich Sie und alle Freunde und
der Klinik in Bad Salzschlirf begrüßen.
Dank Ihrer Hilfe geht es weiter.

Mit freundlichem Gruss
Armin Faber

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