Arzttermine rechtzeitig absagen

Wenn Arzttermine für zeitaufwendige Behandlungen vereinbart waren, der Arzt eine Bestellpraxis hat und zu diesem Zeitpunkt keine anderen Patienten behandeln konnte, kann er eine Entschädigung geltend machen, wenn der Patient zum vereinbarten Zeitpunkt nicht erscheint oder den Termin zu kurzfristig absagt.

Gerichte bewerten die Frage des Ausfallshonorars unterschiedlich: So begründete ein Amtsgericht sein abschlägiges Urteil damit, dass Termine nicht rechtsverbindlich seien und ein Honorar deshalb weder vom Arzt noch von Patienten, die häufig stundenlang im Wartezimmer verbringen müssen, gefordert werden könne. Ein Zahnarzt, der dreieinhalb Stunden vergebens auf eine Patientin wartete, bekam jedoch von einem anderen Gericht 700 Mark Ausfallhonorar zugesprochen.

Entscheidend ist allerdings auch, warum der Patient den Termin nicht wahrnimmt. Hat er den Termin vergessen oder erscheint er mit mehr als einer halben Stunde Verspätung beim Arzt, könnte ihn ein Verschulden treffen. Sagt der Patient einen Termin aber rechtzeitig – also mindestens 24 Stunden vorher – ab, hat der Arzt keinen Vergütungsanspruch. Dasselbe gilt auch, wenn der Patient einen Termin ohne eigenes Verschulden nicht wahrnehmen kann, weil er beispielsweise einen Unfall hatte. Um finanzielle und menschliche Unannehmlichkeiten und möglicherweise gerichtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, Arzttermine, die man nicht einhalten kann, rechtzeitig abzusagen.

Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, 15.07.2001

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2 Kommentare

  1. Arztbewertungsportale
    Auf dieser Webseite habe ich erfahren, dass es jetzt neue Arztbewertungsportale gibt. Einerseits finde ich es schön, dass man sich im Internet Arztbewertungen anschauen kann. Doch auf der anderen Seite weiß ich nicht genau, ob man solchen Portalen glauben kann. Ich denke schon, dass die Betreiber solcher Internetseiten wollen, dass auf ihren Portalen keiner seine eigene Arztpraxis durch manipulierte Einträge bzw. Bewertungen verbessert. Aber kann man wirklich solche Internetportale für Arztbewertungen auf falsche Bewertungen kontrollieren?

  2. Unfassbar…! Nicht warten und Orgaanistion – schön und gut. Aber diese ekelhafte Mentalität des „Funktionierenmüssens“ jetzt auch schon beim Arzt ist mehr als unangenehm! Macht einen extrem unflexiblen Eindruck. Jetzt muss man sich hier schon wie vor Gericht rechtfertigen, seine Unschuld darlegen… wird am Besten noch bestraft.

    Das Schlimmste daran ist die steigenden Härte und Unerbittlichkeit als auch die Unverzeihlichkeit der menschlichen Ungenauigkeit bzw. eine typische Verleugnung, dass der Mensch eben kein Uhrwerk ist.

    Vielleicht sollte man altbewährt (soll heißen: schon lange bekannt) lieber pünktliche und zuverlässige Patienten BELOHNEN, statt zu bestrafen. Das ist sicher sinnvoller und entspricht psychischen Voraussetzungen, wodurch dann ein positiveres Ergebnis zu erwarten sein dürfte.

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