„Emma schneit“: Ein Buch zwischen Fantasy und Schuppenflechte

Mädchen im Winter

Über das Buch

„Emma schneit“ ist ein Buch über das Aufwachsen mit Schuppenflechte. Über das Erwachsenwerden. Über die Psoriasis an sich. Über Behandlungsmethoden. Über verzweifelte Versuche vor allem der Eltern. Über die erste Liebe… Und doch ist es auch Fantasy.

Denn: Emma hat einen Drachen an einer Seite, von dem sie sehr lange nichts ahnt, der aber immer da ist. Er ist es, der ihr die Schuppenflechte sozusagen aufs Auge drückt – und den sie irgendwie in die Schranken weisen muss. (Zur Erinnerung: Es ist Fantasy, es muss nicht biologisch korrekt sein.) Ihre Mutter sucht jeden erdenklichen Weg inklusive zermürbender Diät und dubiosem Heilpraktiker; ihr Vater ist der nüchterne Ingenieur, der so schnell von keiner Wundertherapie zu überzeugen ist.

Buchcover "Emma schneit"Als Emma älter wird, steht die erste Liebe ins Haus, und spätestens da ist Emma dann auch selbst verzweifelt. Ihre Schuppenflechte blüht wie schon so oft, und wie soll sie sich da anderen zeigen? Sie würde so gern zum Tennis gehen – aber danach duschen? Nein, das geht für sie nicht. Sie wäre gern mit Bernd zusammen, weist ihn aber immer wieder zurück, weil sie seine Reaktion fürchtet.

All zu viel wollen wir über das Buch gar nicht verraten, damit es lesenswert bleibt. Nur so viel: Emma läuft los und krempelt am Ende buchstäblich die Ärmel hoch.

Menschen mit Schuppenflechte finden in „Emma schneit“ so einige Sätze oder Gedanken, in denen sie sich bestimmt wiedererkennen, die es sich zu durchdenken lohnt. So fragt sich Emma

Habe ich Angst davor, dass ich so wie ich bin, nicht akzeptiert oder geliebt werde? Haben mit das meine Eltern und Freunde signalisiert? Glaube ich so etwas wirklich?

Ihr Drache sagt:

Du hast Dir dein Leben selbst eingeschränkt! Du siehst die Schönheit nicht und lässt dich blenden von ein paar Unwissenden, die dumme Kommentare abgeben. Dir wurde etwas geschenkt, das einzigartig ist. Du weißt es nur noch nicht zu schätzen.

Eine Anmerkung

Im Buch sagt eine Ärztin zu Emma und ihrer Mama: „Sie hat Psoriasis vulgaris. Das ist eine Schuppenflechte und vulgaris bedeutet, dass es sich tröpfchenförmig ausbreitet.“ „Vulgaris“ aber bedeutet „gewöhnlich“, nicht „tröpfchenförmig“. Es gibt eine Form der Schuppenflechte, die Psoriasis guttata heißt – und das heißt, dass sie sich tröpfchenförmig ausbreitet.

Ein Fazit

Man merkt dem Buch an, dass die Autorin die gängigen Therapien zur Behandlung der Schuppenflechte kennt – auch die aus der Esoterik-, Heilpraktiker- und Wunderheiler-Szene. Ihre realistische Einschätzung teilen wir durchaus 😉  Es tut dem Buch jedenfalls gut, dass es nicht vehement für eine bestimmte Behandlungsmöglichkeit plädiert, sondern die, die Emma hilft, nur eine von vielen ist.

Wer Schuppenflechte hat und von seiner Lieblingslektüre mal einen Ausflug ins Naherholungsgebiet zwischen Fantasy und Sachbuch machen möchte, liegt mit „Emma schneit“ bestimmt nicht falsch. Alle, die mit der Hautkrankheit aufgewachsen sind, werden sich wiedererkennen. Alle, die ein Kind mit Schuppenflechte haben oder kennen, haben nun einen Geschenktipp mehr. Und alle, die anderen auf diesem Weg sagen wollen, wie sie sich mit ihrer Schuppenflechte fühlen, sollten das Buch nach dem Lesen weitergeben.

Bonus-Material in unserer Community

Die Autorin des Buches nennt sich Ursula Herren. Das ist ein Pseudonym. Laut Verlag ist sie Ende 40 und Unternehmensberaterin. Unter dem Nicknamen „Emmas Drache“ veröffentlichte sie in unserer Community sozusagen drei Bonus-Tracks – drei Gedichte: „Leb dein Leben„, „Stärker als du“ und „So besonders„.

Meinungen und Fragen zum Buch erreichen die Autorin auch unter ihrer Ankündigung der Veröffentlichung in unserer Community.

Tipps zum Weiterlesen

  • Eine Leseprobe lässt den Leser in die ersten 18 Seiten des Buches einsteigen.
  • Das Buch ist als Kindle-Ausgabe, als Taschenbuch und als gebundene Ausgabe* erhältlich. (Transparenz-Erklärung: Wenn Sie über einen dieser Links das Buch bestellen, bekommen wir eine Provision.)

Bildquellen

  • Buchcover „Emma schneit“: Verlag
  • Mädchen im Winter: Smailhodzic / Fotolia.de
Über Claudia Liebram 284 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

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