Bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis aufpassen auf Herz und Hirn

Domino
Wie beim Domino folgen auf Schuppenflechte und Psoriasis arthritis manchmal andere gesundheitliche Probleme

Viele Menschen mit Schuppenflechte tragen ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall in sich. Die miese Botschaft sollten vor allem die ernst nehmen, die zusätzlich zur Hautkrankheit auch eine Psoriasis arthritis haben. Betroffene sollten regelmäßig von einem Arzt ihren Blutdruck und die Blutfette kontrollieren lassen. Das raten die Experten der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Sie raten außerdem, auf eine gesunde Lebensführung zu achten. Für ihre Tipps führen sie eine neue internationale Studie ins Feld.

„Psoriasis und die Psoriasis arthritis belasten wie alle anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen den gesamten Körper“, erläutert der Präsident der DGRh, Professor Hanns-Martin Lorenz. Patienten sollten deshalb ihre Medikamente zuverlässig anwenden. Und: Mit einer gesunden Lebensführung ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Der Grund: Die Betroffenen entwickeln auch besonders häufig Krankheiten, die zum metabolischen Syndrom zählen. Das sind Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Diabetes mellitus. „Die Patienten haben mit der Entzündung und weiteren Risiken ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall“, erklärt er.

Blutdruck und Blutfette oft erhöht

Mit diesen Risiken bei Psoriasis nämlich beschäftigte sich eine Untersuchung des International Psoriasis and Arthritis Research Teams (IPART). Lihi Leder von der Universität Toronto und seine Kollegen haben in Nordamerika und Israel insgesamt 2254 Patienten mit Schuppenflechte untersucht, die meisten davon mit Gelenkbefall. Die Patienten litten im Durchschnittsalter von 52 Jahren seit mehr als 20 Jahren unter einer Psoriasis, davon 14 Jahre mit Gelenkbeschwerden.

Die meisten Betroffenen hatten weitere gesundheitliche Probleme:

  • 75 Prozent waren übergewichtig oder fettleibig, davon 54 Prozent mit einer ungünstigen Zunahme des Bauchumfangs.
  • 45 Prozent der Patienten hatten einen Bluthochdruck.
  • 49 Prozent hatten zu hohe Blutfette.
  • 17 Prozent waren aktuelle Raucher
  • 13,3 Prozent hatten einen Typ 2-Diabetes
  • Bei 6,5 Prozent waren die Herzkranzgefäße verengt.

Ähnliches Risiko für Patienten in Deutschland

„Fast die Hälfte der Patienten hatte im Alter von Anfang 60 ein Risiko von mehr als zehn Prozent, innerhalb der nächsten zehn Jahre einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden“, berichtet der Experte. Nun unterscheiden sich Gesundheit und Verhalten in Nordamerika und Israel von Deutschland dann doch immer noch. Aber:  „Diese Risikokonstellation für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall beobachten wir auch bei unseren Patienten in Deutschland“, sagt Professor Lorenz.

In der IPART-Studie wusste jeder dritte der Patienten mit Schuppenflechte nicht, dass seine Blutfette zu hoch sind. Bei jedem fünften war der Bluthochdruck nicht bekannt. Und: Von den Patienten mit Bluthochdruck nahmen die meisten ihre Medikamente nicht oder nicht regelmäßig ein.

„Behandelnde Ärzte müssen die möglichen Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder eine Fettstoffwechselstörung regelmäßig diagnostisch abklären und gegebenenfalls behandeln“, ist das Fazit von Professor Lorenz. Zudem sei es wichtig, die Entzündungen optimal zu behandeln. Betroffene müssten über die Erkrankungen des metabolischen Syndroms aufgeklärt und in der Prävention unterstützt werden.

idw/cl

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