Balneophototherapie – das sind die wichtigsten Fakten

Bestrahlungsgerät zur Balneophototherapie

Die Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) kann mit der Balneophototherapie behandelt werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GB-A) hat festgelegt, dass die Therapie für Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris eine Kassenleistung ist. Mittelschwer beginnt für den G-BA, wenn der PASI-Score höher als 10 ist. Ausgenommen sind Betroffene mit einer Psoriasis vulgaris, die vor allem an Händen und Füßen „sitzt“. Dann gilt der Grenzwert nicht und der Patient kann eine Bade-PUVA-Behandlung bekommen.

Synchron oder asynchron?

Die Balneophototherapie kann synchron und asynchron angewandt werden.

  • Synchron heißt, dass der Patient in einer 10-prozentigen Lösung mit Salz vom Toten Meer badet und gleichzeitig mit UV-B-Licht (311 Nanometer) bestrahlt wird.
  • Asynchron heißt, dass der Patient erst für 20 Minuten in ein „Folien-Vollbad“ steigt und danach mit UV-B-Licht (Breitband oder 311 Nanometer) bestrahlt wird. Beim Folien-Vollbad liegt er in einer Badewanne, die mit warmem Leitungswasser gefüllt ist. Der Patient wird in eine Folie gehüllt, in die vier bis zehn Liter von einer 25-prozentigen Kochsalz-Lösung gegossen wurden.
  • Bade-PUVA heißt, dass der Patient (oder dessen Hände und Füße) 20 Minuten lang in einer lichtsensibilisierenden Lösung badet und danach mit UV-A-Licht bestrahlt wird.

Wer darf die Balneophototherapie anbieten?

Die Balneo-Phototherapie darf nur in einer „ärztlich geleiteten Betriebsstätte“ geschehen.

Wie oft darf die Therapie angewendet werden?

Ideal sind drei bis fünf Behandlungen pro Woche. Eine Behandlungsserie darf 35 Behandlungen haben. Nach sechs Monaten kann eine neue Therapie-Runde begonnen werden – auch, wenn während der Behandlungsserie die Form der Balneophototherapie gewechselt wird.

Was muss der Arzt dem Patienten sagen und sicherstellen?

Der Arzt muss den Patienten aufklären – auch über mögliche Nebenwirkungen wie die Entwicklung eines Malignoms oder Wechselwirkungen mit Medikamenten.

Der Arzt muss während der Behandlung immer erreichbar sein. Außerdem muss er die Geräte warten. Zudem müssen die Räume geeignet sein – wobei der G-BA hier keine näheren Angaben macht, was er darunter versteht.

Der Arzt muss dokumentieren

  • wie die Psoriasis zu Beginn der Behandlung aussieht
  • wie die Behandlung verläuft und „anschlägt“
  • wie oft pro Woche und insgesamt bestrahlt wurde.

Diese Dokumentation ist wichtig, weil sie unter Umständen der Kassenärztlichen Vereinigung vorgelegt werden muss.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Bei der Bade-PUVA traten in Studien vor allem Juckreiz und Rötungen (Erytheme) als Nebenwirkungen auf. Wenn mit UV-B bestrahlt wird, werden häufig Rötungen bemerkt.

Wo kann ich die Balneophototherapie machen?

Seit längerer Zeit können Ärzte die Balneophototherapie wieder anbieten. Aber welche tun das auch? Um das herauszubekommen, gibt es zwei Wege:

Kann ich die Therapie auch zuhause machen?

Empfehlen würden wir es nicht. Aber es gibt Berichte von Leuten, die das zuhause gemacht haben.

Wer übernimmt die Kosten?

Die Balneophototherapie wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Balneophototherapie in Videos erklärt

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Die Vorgeschichte

Im Frühjahr 2000 hatte der für die Zulassung medizinischer Leistungen zuständige „Gemeinsame Bundesauschuss“ nach rund zehnjähriger Erprobung die beantragte Einführung der Balneo-Phototherapie als Kassenleistung zunächst aus formalen Gründen abgelehnt. Die heftig umstrittene Entscheidung beschäftigte damals sogar den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages. Erst eine vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen finanzierte und bereits 2004 abgeschlossene Studie machte den Weg frei für die zum 1. Juli 2008 erfolgte Zulassung der asynchronen Balneophototherapie und der Creme-Puva-Behandlung, parallel reichte die Tomesa-Fachklinik eine Studie zur synchronen Balneophototherapie ein, die gleichfalls als zulässig anerkannt wurde.

Bildquellen

  • Balneophototherapie: Evgeniy Kalinovskiy / Fotolia
Über Claudia Liebram 283 Artikel

Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

4 Kommentare

  1. bleibt die Frage bis zu welchem PAS Index (Bewertung des Hautbildes)die Wirksamkeit greift?
    Hier gibt es wenig möglichkeiten einen derat schweren Hautbefund (PAS Index 27) mit der Arzt-Praxitherapie abzuheilen.

  2. Ich bin glücklich das ich einen Hautarzt gefunden habe der die Bade-Puva Therapie anbietet und ich bin sehr zufrieden damit. Seit 2 Monaten bin ich in Behandlung und seitdem ist fast alles abgeheilt.
    Man sollte nie aufgeben.

  3. Hallo, Sophie.

    Kannst du mir sagen, wie oft du in den letzten zwei Monaten die Bade-PUVA wahrgenommen hast und ob der Arzt gesagt hat, wie lange die symptomfreie Zeit voraussichtllich anhalten soll?
    Ist deine Schuppenflechte leicht, mittel oder schwer? Und wie lange hast du sie schon? Welche Therapien hast du vorher ausprobiert?

    Ich habe meine Psoriasis seit acht Jahren, sie ist mittelschwer. Bislang habe ich eine Salbe verschrieben bekommen und eine UV-Therapie ohne Solebäder. Die hat leider keinen großen Erfolg gebracht.

    Weißt du denn, welche Auslöser deiner Psoriasis sind? Bei mir vermute ich emotionalen Stress.

    Lieben Gruß
    Kastja

  4. Ich hatte 35 Sitzungen Balneo im letzten Jahr (bis Nov.) und alles ist deutlich besser geworden. Leider sind die 6 Monate dazwischen echt ne Qual, weil die Pso wieder zusehend schlimmer wird. Da sollte es eine andere Regelung geben!

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