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<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Dimethylfumarat &#x2013; der Wirkstoff und seine Anwendung bei Psoriasis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/page/2/?d=33</link><description>Artikel: Dimethylfumarat &#x2013; der Wirkstoff und seine Anwendung bei Psoriasis</description><language>de</language><item><title>Fumaderm &#x2013; was ist das und wie wird es angewendet?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/fumaderm/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2010_10/fumaderm-antwort.jpg.3c1b826a7525f5b088ecdcd300565b9a.jpg" /></p>
<p>
	Der Wirkstoff in Fumaderm ist ein Fumarsäureester.
</p>

<p>
	Diese Medikament ist rezeptpflichtig.
</p>

<h2>
	Allgemeine Informationen
</h2>

<p>
	Fumarsäure ist eine natürliche Substanz und gehört zu dem Fruchtsäuren. Man findet sie z.B. in der Heilpflanze Gemeiner Erdrauch (Fumaria officinalis), die schon im Mittelalter bei trockener und schuppender Haut angewandt wurde. Fumaderm enthält nicht die Fumarsäure selbst, sondern zwei chemische Abkömmlinge (Ester) der Fumarsäure (Dimethylfumarat und Ethylhydrogenfumarat). Anders als die Fumarsäure können diese Fumarsäureester problemlos aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden und sind daher für eine innerliche Therapie in Tablettenform geeignet. Die Tabletten sind magensaftresistent, d.h. sie lösen sich erst im Dünndarm auf und können dann über die Darmschleimhaut aufgenommen werden.
</p>

<h2>
	Bei welcher Erkrankung wird Fumaderm angewandt?
</h2>

<p>
	Fumarsäureester können bei mittelschweren bis schweren Formen der <span ipsnoautolink="true">Psoriasis vulgaris</span> eingesetzt werden, wenn die alleinige äußerliche Therapie mit Cremes, Salben, Bädern und Licht nicht ausreicht. Als schwer wird eine Psoriasis eingestuft, wenn mehr als 25 Prozent der Körperoberfläche betroffen sind, die gängigen äußerlichen Therapien nicht ausreichend wirken oder häufig Rückfälle auftreten.
</p>

<h2>
	Wirkung von Fumaderm
</h2>

<p>
	Die gesunde Haut erneuert sich ständig, indem Hornschicht-bildende Zellen (Keratinozyten) durch die Hautschichten an die Oberfläche gelangen  und in rund 28 Tagen zu Hornzellen werden. Diese abgestorbenen Hornzellen fallen dann durch Waschen oder Reiben an der Kleidung ab. Bei Psoriasis teilen sich die Keratozyten vermehrt und die Zeit bis zur Umwandlung in eine (unvollständige) Hornzelle ist auf 3-5 Tage verkürzt. Beide Mechanismen führen zu einer vermehrten Schuppenbildung. Zusätzlich wandern weiße Blutkörperchen (Leukozyten) in die Haut ein und bilden kleinen Eiterherde unter der Hornschicht.
</p>

<p>
	Fumarsäureester führen zum einen dazu, dass die krankhaft gesteigerte Teilung der Keratozyten ausgebremst wird. Zum anderen wirken sie auch ausgleichend auf das überaktive Immunsystem, was sich an einer Verminderung entzündlicher Botenstoffe (Zytokine) ablesen lässt. Auch auf die Einwanderung der Leukozyten ist ein hemmender Effekt gezeigt worden. Vollständig aufgeklärt ist der Wirkmechanismus aber bis heute noch nicht.
</p>

<h2>
	Anwendung von Fumaderm
</h2>

<p>
	Um den Körper langsam an den Wirkstoff zu gewöhnen und damit die Nebenwirkungen zu vermindern, steht für die ersten drei Wochen ein spezielles Präparat mit niedrigerer Dosierung (Fumaderm initial) zur Verfügung.
</p>

<p>
	Üblicherweise nimmt man davon in der 1. Woche eine Tablette (abends) in der 2. Woche zwei Tabletten (morgens und abends) und in der 3.Woche drei Tabletten (morgens, mittags, abends).
</p>

<p>
	Danach wird auf das höher dosierte Präparat (Fumaderm) umgestellt. Auch hier fängt man erste einmal mit einer Tablette am Abend an und steigert die Dosis dann langsam über sechs Wochen bis zu einer Maximaldosis von 3x2 Tabletten.
</p>

<p>
	Erste Behandlungseffekte sieht man erfahrungsgemäß nach vier bis sechs Wochen. Innerhalb von drei Monaten wird dann meist eine deutliche Verbesserung des Hautbildes erreicht. Sind die Hauterscheinungen abgeklungen, sollte versucht werden, die Dosis auf die individuell erforderliche Erhaltungsdosis zu reduzieren, die meist deutlich unterhalb der Maximaldosis liegt.
</p>

<p>
	Die Tabletten müssen unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit während oder unmittelbar nach den Mahlzeiten eingenommen werden. Generell ist darauf zu achten, dass während der Behandlung ausreichend getrunken wird (1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt).
</p>

<h2>
	Wann darf Fumaderm nicht eingenommen werden?
</h2>

<ul>
	<li>
		bei bekannter Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe
	</li>
	<li>
		bei schweren Allgemeinerkrankungen
	</li>
	<li>
		bei schweren Magen-Darmerkrankungen (z.B. Magen- oder Zwölffingerarmgeschwüre)
	</li>
	<li>
		bei schweren Leber- und Nierenerkrankungen
	</li>
	<li>
		bei chronischen Erkrankungen mit Beeinträchtigung der Leukozytenzahl und -funktion
	</li>
	<li>
		bei Krebserkrankungen
	</li>
	<li>
		bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren (in Ausnahmefällen möglich)
	</li>
</ul>

<h2>
	Worauf muss man besonders achten?
</h2>

<p>
	Vor Behandlungsbeginn muss der Arzt das Blutbild kontrollieren. Nur, wenn hier alles in Ordnung ist, darf mit der Therapie begonnen werden. Außerdem sollte vor der Behandlung sichergestellt werden, dass keine erhöhten Leber- und Nierenwerte vorliegen.
</p>

<p>
	Blutbild, Leber- und Nierenwerte müssen auch während der Behandlung regelmäßig kontrolliert werden. Bei auffälligen Veränderungen muss die Behandlung abgebrochen werden.
</p>

<p>
	Falls es wegen Nebenwirkungen notwendig erscheint, kann die Therapie ohne Probleme abrupt abgesetzt werden. Dies sollten Sie aber immer mit ihrem Arzt besprechen. Wird die Therapie nach einer Pause weiter fortgeführt, kann die Dosis rascher erhöht werden als bei der Erstbehandlung.
</p>

<h2>
	Schwangerschaft und Stillzeit
</h2>

<p>
	Weil nicht genügend Erfahrungen in Schwangerschaft und Stillzeit vorliegen, sollte das Präparat hier nicht eingesetzt werden. Bisher sind keine schädigenden Einflüsse auf das ungeborene Kind beobachtet worden. Trotzdem sollte das Präparat abgesetzt werden, wenn während der Behandlung eine Schwangerschaft eintritt.
</p>

<h2>
	Mögliche Nebenwirkungen von Fumaderm
</h2>

<p>
	<strong>Sehr häufig</strong> (bei einem von 10 Behandelten oder mehr)
</p>

<ul>
	<li>
		Gesichtsrötung und Hitzegefühl (Flush) vier bis sechs Stunden nach der Medikamenteneinnahme – meist nur zu Beginn der Therapie
	</li>
	<li>
		Durchfall (Diarrhö) – meist nur zu Beginn der Therapie
	</li>
	<li>
		leichte Formen der Lymphopenie (bei 50 Prozent der Behandelten)
	</li>
	<li>
		leichte Leukopenie (Verminderung der weißen Blutkörperchen)
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Häufig</strong> (bei mehr als einem von 100 Behandelten aber weniger als bei einem von 10)
</p>

<ul>
	<li>
		Völlegefühl, Oberbauchkrämpfe, Blähungen (geht im Laufe der Behandlung meist zurück)
	</li>
	<li>
		Schwere Formen von Lymphopenie (bei 3% der Behandelten)
	</li>
	<li>
		Vorübergehende Eosinophilie
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Gelegentlich</strong> (bei mehr als einem von 1000 Behandelten aber weniger als bei einem von 100)
</p>

<ul>
	<li>
		Übelkeit (geht im Laufe der Behandlung meist zurück)
	</li>
	<li>
		Müdigkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen (geht im Laufe der Behandlung meist zurück)
	</li>
	<li>
		Vermehrte Eiweißausscheidung über die Nieren (Proteinurie)
	</li>
	<li>
		Erhöhung der Serumkreatininkonzentration (Grund für einen sofortigen Therapieabbruch)
	</li>
	<li>
		Erhöhung der Leberwerte
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Selten</strong> (mehr als einer von 10.000 Behandelten aber weniger als einer von 1000)
</p>

<ul>
	<li>
		allergische Hautreaktionen
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Sehr selten</strong> (bei weniger als einem von 10.000 Behandelten)
</p>

<ul>
	<li>
		anhaltende Eosinophilie
	</li>
	<li>
		Akute lymphatische Leukämie (ALL)
	</li>
	<li>
		Irreversible Panzytopenie (Einzelfallbericht)
	</li>
	<li>
		Unspezifische Knochenschmerzen mit Erhöhung der alkalischen Phophatase und and Absinken des anorganischen Phosphats
	</li>
</ul>

<h2>
	Wechselwirkungen mit Medikamenten
</h2>

<p>
	Fumarsäureester dürfen nicht zusammen angewandt werden mit:
</p>

<ul>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Methotrexat</span>
	</li>
	<li>
		Retinoiden
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Ciclosporin</span>
	</li>
	<li>
		Immunsuppressiva
	</li>
	<li>
		Zytostatika
	</li>
	<li>
		Medikamenten mit bekanntem schädlichen Einfluss auf die Niere
	</li>
</ul>

<p>
	Eine gleichzeitige äußerliche Anwendung von Fumarsäureabkömmlingen z. B. in Form von Cremes oder Bädern sollte während der Behandlung vermieden werden, da der Wirkstoff zum Teil auch über die Haut aufgenommen wird und die maximale Dosis dann möglicherweise überschritten wird.
</p>

<p>
	Alle anderen äußerlichen Mittel wie <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dithranol/dithranol-information/?do=getNewComment" rel="">Dithranol</a>, Salizylsäure, Teerderivate, topisches Vitamin D3 und Analoga, topische Retinoide, topische Kortikosteroide und pflegende Externa können problemlos mit dem Medikament kombiniert werden.
</p>

<p>
	Kurzfristig (bis zu vier Wochen) kann Fumaderm auch mit einer <span ipsnoautolink="true">Lichttherapie</span> kombiniert werden. Von einer Langzeitkombination wird aber wegen mangelnder Erfahrung abgeraten.
</p>

<h2>
	Die Fun-Studie
</h2>

<p>
	In der FUN-Studie wurde ermittelt, wie das Medikament Fumaderm bei Patienten mit einer mittelschweren bis schweren Schuppenflechte auf die Nagelpsoriasis wirkt. Das Ganze geschah am Universitätsklinikum in Lübeck.
</p>

<p>
	Es waren zunächst 34 Patienten, die zwischen November 2011 und April 2013 ins Studienprogramm aufgenommen wurden. In die Auswertung für die Studie kamen am Ende noch 17 Patienten, die das Fumaderm mindestens sechs Monate lang genommen hatten. Die Nagelpsoriasis verbesserte sich in der Studie um 40 Prozent. Parallel dazu wurde die Schuppenflechte (also am ganzen Körper) deutlich besser: War vorher ein <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> durchschnittlich bei 9, war er nach besagten sechs Monaten bei 3. Die Lebensqualität stieg um 60 Prozent.
</p>

<p>
	Über die Studie berichtete das "Krankenpflege-Journal" am 23.97.2014 unter der Überschrift "Fumarsäureester – wirksame Psoriasistherapie mit günstigem Sicherheitsprofil" (<em>nicht mehr online</em>).
</p>

<h2>
	Weiteres Wissen
</h2>

<ul>
	<li>
		Bei Magenbeschwerden oder Durchfall haben sich die Einnahme gemeinsam mit Mahlzeiten, mit Milchprodukten und viel Flüssigkeit bewährt. Oft klingen die Beschwerden im Laufe der Behandlung von allein wieder ab, manchmal muss deshalb die Therapie jedoch abgebrochen werden.
	</li>
	<li>
		Wenn ein Flush auftritt, dann meist etwa vier bis fünf Stunden nach der Einnahme. Um den z.B. nicht auf der Arbeit oder bei wichtigen Terminen zu bekommen, kann man ihn verschlafen – also Fumaderm zur Nacht einnehmen.
	</li>
	<li>
		Nach klinischen Studien profitieren etwa 70 Prozent der Patienten mit schwerer und schwerster Psoriasis von der Therapie mit Fumarsäureestern. Manchmal kann es aber etwas länger dauern, bis der Therapieeffekt eintritt. Besonders viel Geduld muss man bei trockenhyperkeratotischen Formen der <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/psoriasis/formen-der-psoriasis-%E2%80%93-schuppenflechte-im-ueberblick-r1115/#toc2" rel="">Hand- und Fußpsoriasis</a> und bei <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/psoriasis-arthritis-grundlagen/psoriasis-arthritis-%E2%80%93-wenn-gelenke-wehtun-r1119/" rel="">Gelenkbeteiligung</a> haben.
	</li>
	<li>
		Meist wird solange behandelt, bis die Hauterscheinungen vollständig abgeklungen sind oder der Betroffene mit dem Hautbild zufrieden ist. Bei schweren Psoriasisformen mit häufigen Rückfällen ist aber auch einer Langzeittherapie über Jahre möglich. Hierbei versucht man eine möglichst geringe Dosis zu finden, die die Hauterscheinungen gerade noch in Schach hält (Erhaltungsdosis). Bleibt der Behandelt unter einer niedrigen Dosis lange Zeit erscheinungsfrei, kann eine Auslassversuch gemacht werden.
	</li>
</ul>

<p>
	Lagerung: nicht über 25°
</p>

<p>
	Verwendete Literatur:
</p>

<ul>
	<li>
		Leitlinie zur Therapie der Psoriasis mit Fumarsäureestern (Fumaderm) – ICD10: L40.0
	</li>
	<li>
		<abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker"><abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker">Fachinformation</abbr></abbr> Fumaderm initial/Fumaderm
	</li>
</ul>

<p>
	<i>Maria Weiß, Ärztin</i>
</p>

<h2>
	Kosten von Fumaderm
</h2>

<p>
	Der Preis für das Medikament beläuft sich auf
</p>

<ul>
	<li>
		123,44 Euro für 40 Tabletten Fumaderm initial
	</li>
	<li>
		241,69 Euro für 70 Tabletten Fumaderm
	</li>
	<li>
		336,02 Euro für 100 Tabletten Fumaderm
	</li>
	<li>
		656,76 Euro für 200 Tabletten Fumaderm
	</li>
</ul>

<p>
	(Stand Januar 2024)
</p>

<p>
	<strong>Aber</strong>: Das ist eine Art "Listenpreis". Er kann durch Ratbatt- und andere Verträge zum Beispiel mit Krankenkassen auch niedriger sein – die Angabe soll ein Richtwert sein, mehr nicht.
</p>

<h2>
	Wird Fumaderm weiterhin hergestellt?
</h2>

<p>
	Ganz klar: Ja – auch wenn es jetzt mit <span ipsnoautolink="true">Skilarence</span> jetzt ein Medikament gibt, dessen Wirkstoff der gleiche ist, der auch in Fumaderm der wichtigste ist.
</p>

<p>
	Der Hersteller von Fumaderm teilte uns mit:
</p>

<blockquote class="ipsQuote" data-gramm="false" data-ipsquote="">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents ipsClearfix" data-gramm="false">
		<p>
			Fumaderm ist weiterhin wie gewohnt verfügbar. Biogen hat nicht vor, das Produkt vom Markt zu nehmen bzw. die Produktion einzustellen. Es besteht daher keine Veranlassung, Patienten auf ein anderes Produkt umzustellen.
		</p>
	</div>
</blockquote>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<ul>
	<li>
		In unserem Forum tauschen Anwender ihre <strong><a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/32-fumaderm-und-skilarence/" rel="">Erfahrungen mit Fumaderm</a></strong> aus.
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">447</guid><pubDate>Tue, 19 Oct 2010 14:08:00 +0000</pubDate></item><item><title>Kaposi-Sarkom als schwere Nebenwirkung von Fumaderm</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/schwere-nebenwirkung-von-fumaderm-gemeldet/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2009_11/fumadermhaufen150.jpg.947bc8d741d43f506b5639b6987db376.jpg" /></p>

<p>
	Der <a href="http://www.akdae.de/20/20/Archiv/2009/20091120.html" rel="external">Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft</a> wurde eine zum Glück wenig verbreitete Nebenwirkung von Fumaderm gemeldet: Bei einem 62-jährigen Mann hatte sich während der Behandlung ein Kaposi-Sarkom entwickelt – eine Krebsart. Nach Absetzen von <span ipsnoautolink="true">Fumaderm</span> ging das Sarkom wieder völlig weg. Die Meldung ist vielmehr Anlass, jeden Fumaderm-Patienten an die regelmäßigen Laborkontrollen zu erinnern, denn bei dem Patienten waren die Lymphozyten-Werte weit unter den Normwert gesunken.  
</p>

<p>
	Der betroffenen Patient hatte seine <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> mit Fumaderm sehr gut im Griff. Er musste nur noch die Erhaltungsdosis von einer Tablette am Tag nehmen. Am Ohr und an anderen Stellen bemerkte er Knötchen am Ohrläppchen. Eine Untersuchung des Gewebes ergab: Der Mann hatte ein <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kaposi-Sarkom" rel="external">Kaposi-Sarkom</a> entwickelt - eine Krebsart, die sonst eher als "Begleiterkrankung" von Aids auftritt. Fumaderm wurde sofort abgesetzt - und das Kapsoi-Sarkom verschwand ohne eine weitere Therapie vollständig. Bei dem Patienten waren die Lymphozyten-Werte auf unter 500/µl gesunken. Bei diesem Wert sollte für gewöhnlich die Dosis reduziert werden. Bleibt die Lymphozyten-Zahl so niedrig, sollte die Behandlung mit Fumaderm abgebrochen werden.  
</p>

<p>
	Diese selten auftretende Nebenwirkung ist für die Arzneimittelkommission Anlass, Fumaderm-Patienten und ihre Ärzte an die regelmäßigen Kontrollen zu erinnern.
</p>

<p>
	Ein Blutbild sollte gemacht werden:
</p>

<ul>
	<li>
		vor der Therapie
	</li>
	<li>
		In den ersten drei Monaten der Therapie alle 14 Tage
	</li>
	<li>
		Danach: alle vier Wochen
	</li>
</ul>

<p style="text-align:right;">
	<em>cl </em>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">417</guid><pubDate>Sat, 21 Nov 2009 17:42:00 +0000</pubDate></item><item><title>"Ich habe seit 20 Jahren keine Hauterscheinungen mehr"</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/fumaderm-erfahrungen-20-jahre/</link><description><![CDATA[<p>
	<strong>Gertrud Schäfer hat schon sehr früh Fumarsäure gegen ihre Psoriasis genommen – als es das Medikament noch nicht als Fertigpräparat gab. Sie hat sich "durchgebissen" und freut sich über den Erfolg. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.</strong>
</p>

<p>
	Mein Name ist Gertrud Schäfer, ich werde in diesem Jahr 63 Jahre alt und bin seit 41 Jahren Psoriatikerin. Ich habe in den letzten Jahren immer wieder mal was über diese Krankheit gelesen, aber es hat mich eigentlich nicht mehr interessiert, da ich seit nun mehr über 20 Jahren ohne ein äußerliches Erscheinungsbild bin und ohne weitere innere Erkrankungen mit dieser Krankheit lebe.
</p>

<h2>
	Der Verlauf meiner Psoriasis-Erkrankung
</h2>

<p>
	Begonnen hat alles, als ich 22 Jahre alt war, kurz nach der Geburt meines ersten Kindes. Es kamen zunächst kleine runde trockene Hautstellen an den Oberarmen und am Hals. Eine fetthaltige Creme half da noch; es bemerkte auch niemand, dass es sich bereits um die Schuppenflechte handelte. Doch im Laufe eines Jahres ging es richtig los; mein ganzer Körper war mit roten, silbrig glänzenden, juckenden Flecken übersät. Da erfuhr ich von meiner Mutter, dass sie auch an den Ellenbogen so etwas habe. Sie erinnerte sich, dass auch ihre Mutter an den Ellenbogen solche Flecken hatte. Na ja, wäre es bei mir doch auch nur bei diesen 'Ellenbogen-Flecken' geblieben!. Aber nein, bei mir musste es 'überall' sein! Normale Kopfschuppen sind ein Klacks gegen das, was da bei mir so runter rieselte. Meine Arme sahen durch das Aufkratzen manchmal entsetzlich aus! An meinen Beinen brach am Schienbein die Haut auf und blutete. Meine Fingernägel spalteten sich längs durch Schuppen darunter und brachen auf bis zum Bluten. Meine Fußnägel brachen ebenfalls der Länge nach auf, da sich auch darunter Schuppen bildeten. Ein Termin beim Frauenarzt war entsetzlich peinlich, da die Schamlippen dick mit Schuppen bedeckt waren. Meine Po-Kurve platzte ständig auf.
</p>

<p>
	Ich bekam Arthrose, so dass meine Kniegelenke ständig anschwollen und x-mal punktiert werden mussten. Außerdem erkrankte ich an Morbus Bechterew, d.h. meine Wirbelsäule versteifte vom Halswirbel beginnend nach unten und vom Steiß beginnend nach oben.
</p>

<p>
	Aufenthalte in Reha-Kliniken, Orthopädischen Kliniken und Hautstationen in Krankenhäusern mit Lichttherapien folgten. An Medikamenten bekam ich alles, was auf dem Markt war. Mit Kortison-Salben, die zwar zunächst halfen, verdünnte meine Haut so sehr, dass sie noch mehr blutete. Über unseren Hausarzt und alten Apotheker wurde sogar aus Russland Steinöl beschafft, das angeblich helfen sollte. Von anderer Seite bekam ich echtes Gänseschmalz zum Einreiben und Schmieren. Mein Mann trug bzw. rieb alle diese jeweiligen Salben mit einer Zahnbürste auf meine Körperflächen ein. Ich badete in einer Sole Salz aus dem Toten Meer. Es gab also nichts, was ich nicht probierte. Sogar ein Aufenthalt am Toten Meer wurde ins Auge gefasst! Während der Sommermonate waren für mich langarmige Blusen und Hosen oder lange Röcke angesagt. Gott sei dank war damals die Mode so, dass man auch mit langen Röcken gehen konnte.
</p>

<p>
	Da bekam ich durch Zufall die Adresse von Dr. Schäfer in der Nähe von Basel, welcher selbst an Psoriasis erkrankt sein soll. Na wenn ein Arzt so was hat, hat er doch alle Chancen und Möglichkeiten, sich selbst zu helfen! Oder? Also auch anderen Kranken!? Wir machten einen Termin, auch wenn dies wieder nur ein Strohhalm sein sollte. Zunächst ein Einzelgespräch um den Grad meiner Erkrankung festzustellen. Dann am Nachmittag ein Gruppengespräch; für mich war das so gut, sah ich doch, dass ich nicht alleine mit dieser Krankheit war. Wir bekamen soviel Infos über die Krankheit, dass uns allen klar war, dass wir auf die Anweisungen von Dr. Schäfer handeln mussten, um Erfolge zu erzielen.
</p>

<p>
	Zunächst wurde die Ernährung umgestellt: d.h. ganz bestimmte Gewürze, z.B. gemahlene Gewürze, wie Pfeffer, Muskat, Paprika, Zimt, usw. wurden gestrichen. Paprika roh am Stück war ok. Zitrusfrüchte durfte ich nicht mehr selbst schälen, um nicht mit den Ölen der Schalen in Berührung kommen. Keine Getränke aus gepressten Trauben, wie z.B. Wein, Weinbrand, Sekt, oder auch Sherry, Orangenlikör, Aquavit, usw. Wurst vom heimischen Metzger war passé (wegen der Gewürze); neben der Praxis von Dr. Schäfer hat ein Metzger nach den Rezepturen von ihm frische Wurst und Dosenwurst hergestellt, die man bestellen konnte und die mir dann zugeschickt wurde.
</p>

<p>
	Als einziges Medikament bekam ich Dragees mit Fumarsäure, die ich über fünf Wochen lang gestaffelt gesteigert habe, dann wieder langsam abbaute und auf einer Erhaltensdosis hielt. Es handelt sich bei diesen Dragees um die körpereigene Substanz Fumarsäure. Außerdem bekam ich eine fumarsäurehaltige Salbe, die ich zusätzlich zur Unterstützung der Heilmaßnahme bei Bedarf anwenden konnte. Auch auf der Kopfhaut. Uns wurde empfohlen, dass man die Heilkraft der Sonne weiterhin nutzen und Ganzkörper - Sonnenbäder genießen sollte. Leider gab es diese Fumaderm - Dragees damals noch nicht in Deutschland, so dass unsere Apotheke vor Ort diese über die Schweiz bezog.
</p>

<p>
	Es lagen etliche Monate vor mir, voll Zweifel und Hoffnung! Zwischen Aufgabe und Verzweiflung; aber ich hatte meinen Mann an meiner Seite, der alles mit mir durchmachte und in allem unterstützte und auch mir manches verbot, wenn mein Wille alleine nicht mehr so stark war. Nach ca. 4 - 8 Wochen seit Beginn der Fumar-Therapie und unter strikter Einhaltung der Ernährungsumstellung konnte ich erste Erfolge auf meiner Haut sehen. Die silbrigen Schuppen bildeten sich zurück - es blieben nur noch rote Flecken auf der Haut. Aber auch diese gingen mit der Zeit so langsam zurück. Nach ca. 12 - 15 Monaten war meine Haut wie die eines ganz normalen Menschen. Wer mich heute sieht, glaubt nicht, dass ich Psoriatikerin bin.
</p>

<p>
	"Der Weg, so lange er auch sein sollte, war das Ziel". Zurzeit nehme ich jeden Morgen eine Dragee, um diesen Zustand zu halten. Zwischendurch wurde ich immer noch an den Knien punktiert, gegipst und operiert und so weiter, um meine Arthrose in den Griff zu bekommen. Auch hier half mir der Zufall weiter, in dem ich von der Weihrauch-Therapie hörte. Ich nehme jeden Tag zwei Weihrauch-Tabletten mit dem Namen „H 15 Gufic", aufgelöst in Mineralwasser mit einer Vitamin-Brause-Tablette. Seit dem wurde ich nicht mehr punktiert und habe keine dicken Gelenke mehr. Was davor kaputt war, ist leider nicht mehr zu flicken, aber es geht nicht weiter bergab mit meinen Knochen.
</p>

<p>
	Mittlerweile kann ich das Fertigpräparat Fumaderm hier in der Apotheke beziehen. Die einzige Nebenwirkung, die ich feststellte, war, dass ich ab und zu eine Hitzewallung bekomme, wie im Klimakterium, die aber durch Essen von Kohlehydrate (Brot, Gebäck usw.) schnellstens wieder verschwinden.
</p>

<p>
	Nachdem ich grade jetzt wieder einen Artikel in einer Zeitschrift über die Schuppenflechte las, wollte ich Ihnen mal meine Erfahrungen und Erfolge zukommen lassen. Vielleicht hilft es Ihnen, um anderen damit auch zu helfen. Wie gesagt, ich habe seit ca. 20 Jahren keine Hauterscheinungen mehr!
</p>

<p style="text-align:right;">
	<em>Gertrud Schäfer (63)</em>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">695</guid><pubDate>Thu, 16 Jul 2009 11:05:00 +0000</pubDate></item><item><title>Fumars&#xE4;ure hilft auch gegen Multiple Sklerose</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/fumarsaeure-ms/</link><description><![CDATA[
<p>
	Das Medikament <span ipsnoautolink="true">Fumaderm</span> wird gegen schwere Fälle von <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> eingesetzt. Mediziner haben ein weiteres Einsatzgebiet erforscht. Sie bestätigten erste Beobachtungen: Fumarsäure hilft auch gegen die Multiple Sklerose (<abbr title="Multiple Sklerose"><abbr title="Multiple Sklerose">MS</abbr></abbr>).
</p>

<p>
	257 <abbr title="Multiple Sklerose"><abbr title="Multiple Sklerose">MS</abbr></abbr>-Patienten hatten an einer Studie unter Leitung von Professor Ralf Gold (Ruhr-Uni Bochum, kurz: RUB) und seinem Basler Kollegen Professor Ludwig Kappos teilgenommen. Bei mehr als 70 Prozent der Betroffenen traten weniger neue Entzündungsherde im Gehirn und etwa ein Drittel weniger Schübe auf. Nun müssen die Studien weitergehen: Demnächst starten dazu zwei weltweite klinische Studien mit über 2.000 Patienten.
</p>

<p>
	Den entscheidenden Tipp zur "Nebenwirkung" gaben Hautärzte.
</p>

<p>
	Die Schuppenflechte ist wie die Multiple Sklerose eine Autoimmunkrankheit, bei der sich die Immunabwehr gegen körpereigene Zellen richtet. Bei <abbr title="Multiple Sklerose"><abbr title="Multiple Sklerose">MS</abbr></abbr> wird so die "Isolierschicht" der Nervenzellen zerstört. Die Fumarsäure beeinflusst das Immunsystem bei Schuppenflechte positiv - eine Tatsache, auf die der Direktor der Bochumer Universitätshautklinik, Professor Peter Altmeyer, schon vor einigen Jahren seinen Kollegen Professor Horst Przuntek von der der Neurologischen Klinik der RUB hinwies. In Bochum startete Dr. Sebastian Schimrigk danach eine erste kleine Studie mit zehn in der RUB-Klinik behandelten <abbr title="Multiple Sklerose"><abbr title="Multiple Sklerose">MS</abbr></abbr>-Patienten.
</p>

<p>
	Unabhängig davon begann zeitgleich Professor Dr. Ralf Gold, damals noch beschäftigt am <abbr title="Multiple Sklerose"><abbr title="Multiple Sklerose">MS</abbr></abbr>-Institut in Göttingen, mit Untersuchungen zur Fumarsäure-Wirkung am Tiermodell. Sowohl die kleine Anwendungsbeobachtung bei Patienten in Bochum als auch die tierexperimentellen Untersuchungen deuteten darauf hin, dass Fumarsäure eine hochaktive Substanz zur Behandlung der schubförmigen <abbr title="Multiple Sklerose"><abbr title="Multiple Sklerose">MS</abbr></abbr> sein könnte.
</p>

<p>
	Die Ergebnisse von Dr. Ralf Linker aus der RUB-Neurologie sprachen dafür, dass Fumarsäure über einen zellulären Transkriptionsfaktor Nrf2 Nervenzellen schützt – ein neuer Wirkmechanismus. "Damit wäre diese Substanz eine der ersten, die bei der Therapie der Multiplen Sklerose so genannte Neuroprotektion vermittelt", so Professor Gold. "Auch würde sie sich optimal für eine Kombinationsbehandlung zum Beispiel mit Interferonen eignen, weil sie die Wirkungen gegenseitig ergänzen."
</p>

<p>
	Die Bochumer Neurologen hoffen, dass die nun beginnenden Therapiestudien sowie die experimentellen Daten die Therapie der <abbr title="Multiple Sklerose"><abbr title="Multiple Sklerose">MS</abbr></abbr> weiter verbessern werden.
</p>

<p>
	<i><strong>Nachtrag</strong>: Das Medikament wurde unter dem "Kurznamen" BG-12 in Studien zur Zulassung zur Behandlung der Psoriasis als auch der Multiplen Sklerose erforscht. Der Zulassungsantrag für den Psoriasis-Part wurde von der Firma zurückgezogen. Dabei stand der Name des Medikamentes schon fest: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/panaclar" rel="">Panaclar</a> sollte es heißen. Es kam nie auf den Markt. Als <span ipsnoautolink="true">Tecfidera</span> wird es für die Behandlung der <abbr title="Multiple Sklerose"><abbr title="Multiple Sklerose">MS</abbr></abbr> verkauft.</i>
</p>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		"Efficacy and safety of oral fumarate in patients with relapsing-remitting multiple sclerosis: a multicentre, randomised, double-blind, placebo-controlled phase IIb study". In: Lancet 372/2008
	</li>
	<li>
		idw
	</li>
</ul>

]]></description><guid isPermaLink="false">342</guid><pubDate>Mon, 03 Nov 2008 02:25:00 +0000</pubDate></item><item><title>Fumaderm hilft auch &#xFC;ber lange Zeit</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/fumaderm-future/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2008_07/fumaderm450.jpg.aa34b066068ba0fee8e56452fb74ce08.jpg" /></p>

<p>
	<span ipsnoautolink="true">Fumaderm</span> ist ein Klassiker in der Therapie der <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span>. Es belegt den Spitzenplatz bei den innerlich angewendeten Medikamenten – also bei Tabletten, Spritzen und eben allem, was in den Körper geht und nicht "nur" draufgeschmiert wird. Zu 55 Prozent nämlich war es Fumaderm, das einem Psoriatiker als erstes innerlich angewendetes Medikament verschrieben wurde. <span ipsnoautolink="true"><abbr title="Methotrexat">MTX</abbr></span>, <span ipsnoautolink="true">Ciclosporin</span> oder <span ipsnoautolink="true">Biologics</span> rangierten lange Zeit dahinter.
</p>

<p>
	Eine Studie hat gezeigt, dass Fumaderm auch bei langfristiger Anwendung in Ordnung ist. Um das sagen zu können, wurde in die Akten und Daten von 984 Patienten geschaut, die Fumaderm teilweise seit mehr als zehn Jahren nehmen.
</p>

<p>
	Die Ergebnisse kurz gefasst:
</p>

<ul>
	<li>
		80 Prozent der Patienten hatten nach drei Monaten Fumaderm-Einnahme eine Verbesserung gespürt. Darunter fallen alle, die eine leichte, deutliche oder vollständige Besserung bemerkten.
	</li>
	<li>
		93 Prozent der Patienten hatten nach sechs Monaten eine derartige Besserung. Das heißt auch: Geduld kann sich auszahlen. Wer nach drei Monaten Fumaderm-Einnahme noch nicht zufrieden ist, kann - natürlich immer mit seinem Hautarzt zusammen - überlegen, ob er noch ein paar Wochen durchhält.
	</li>
	<li>
		67 Prozent der Fumaderm-Patienten hatten dann sogar eine deutliche Besserung oder eine Erscheinungsfreiheit zu vermelden.
	</li>
</ul>

<p>
	Auch bei einer <span ipsnoautolink="true">Nagelpsoriasis</span> und einer Schuppenflechte <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/schuppenflechte-kopf/kopfhaut" rel="">am Kopf</a> zeigt Fumaderm gute Werte: 62 Prozent der Nagel-"Kandidaten" und 82 Prozent der Menschen mit Kopf-Psoriasis konnten eine deutliche Besserung oder Erscheinungsfreiheit genießen.
</p>

<p>
	Langzeit-Fumaderm-Patienten nehmen durchschnittlich drei Tabletten pro Tag.
</p>

<p>
	Für den Patienten ist sicherlich am wichtigsten: Wie wirkt denn Fumaderm nun über lange Zeit? Verliert es an Wirksamkeit? Da zeigt die Studie: Auch nach drei Jahren Fumaderm-Einnahme ist die Schuppenflechte bei 82,1 Prozent der Patienten deutlich besser oder nicht mehr zu sehen.
</p>

<p>
	Neben Problemen im Gastrointestinaltrakt und dem Flush (Rötung und Hitze der Haut) sind Veränderungen der Laborwerte die meist gehörten Nebenwirkungen. Bei fast der Hälfte der Patienten änderte sich das Blutbild. Bei bis zu 28 Prozent der Patienten wurden veränderte Serumparameter gemessen. Aber: Fast alle konnten die Therapie dennoch fortsetzen – oft mit einer Anpassung der Dosis.
</p>

<h2>
	<strong>Einige Eckdaten zur Studie</strong>
</h2>

<p>
	Die Studie hat den Namen Future - abgeleitet aus <strong>Fu</strong>maderm <strong>T</strong>reatment <strong>U</strong>nder <strong>Re</strong>trospective Evaluation. Es handelt sich dabei um die größte Datenerhebung zu dem Medikament.
</p>

<p>
	In die Studie kamen Patienten, die Fumaderm mindestens zwei Jahre durchgängig oder drei Jahre lang mit Unterbrechungen eingenommen hatten und bei denen Fumaderm angeschlagen hatte. 163 Zentren - also Hautarztpraxen und Kliniken - beteiligten sich an der retrospektiven Studie. Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 50 Jahren. Die Beteiligten hatten ihre Schuppenflechte durchschnittlich seit 20 Jahren. Der Body Mass Index lag im Durchschnitt bei 25,1 - ab dem Wert 25 sprechen Mediziner von Übergewicht.
</p>

<p>
	Fünf Psoriasis-Formen waren zu sehen: Plaque-Psoriasis (87,3%), Psoriasis guttata (15,6%), Psoriasis capitis (38,3%), Psoriasis der Nägel (22,6%) und Psoriasis arthritis (8,3%). Das sind mehr als 100 Prozent - mit der Erklärung, dass so mancher Psoriatiker mehrere Formen auf einmal hat.
</p>

<h2>
	<strong>Tipps am Rande</strong>
</h2>

<ul>
	<li>
		Fumaderm kann auch <strong>sehr langsam "eingeschlichen"</strong> werden. Wer bei einer Steigerung der Dosis am Anfang zu viele Nebenwirkungen verspürt, kann auch mit der nächst niedrigeren Dosis länger beginnen. <sup>(3) und (4)</sup>
	</li>
	<li>
		Bei Psoriatikern mit einem <strong>Body Mass Index über 30</strong> könnte eine höhere Dosis ratsam sein. Das ist jedoch keineswegs erwiesen, sondern "nur" Beobachtung. <sup>(3)</sup>
	</li>
	<li>
		Ein erhöhtes <strong>Risiko für Infektionen oder Malignome</strong> wurde <strong>nicht</strong> beobachtet. <sup>(3)</sup>
	</li>
	<li>
		Während der Einnahme von <strong>Fumaderm initial</strong> kann eine <strong>Bestrahlung mit UVB-Licht</strong> für eine schnellere Besserung sorgen. Es wirkt, bevor das Medikament Fumaderm seine Wirkung überhaupt entfalten kann. <sup>(4)</sup>
	</li>
	<li>
		Unisono <strong>warnten</strong> alle anwesenden Mediziner vor Fumaderm-Kapseln, die von einigen Apothekern selbst "angerührt" werden. Ihr Grund für die Warnung: Die Apotheker könnten keine gleichbleibende Konsistenz der Kapseln gewährleisten. Wenn das Dimethylfumarat dann statt im Dünndarm schon im Magen freigesetzt würde, wirke es dort extrem reizend.
	</li>
</ul>

<p>
	Quelle: Mittagsseminare während der 21. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie, München, Juli 2008
</p>

<p>
	<em>Über diesen Artikel kannst du mit anderen Menschen </em><a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/7642-fumaderm-hilft-auch-%C3%BCber-lange-zeit/" rel="">in unserem Forum diskutieren</a><em>. Nur Mut!</em>
</p>

<p>
	Aussagen von
</p>

<p>
	(1) <a href="http://klinikum.uni-muenster.de/index.php?id=hautklinik" rel="external nofollow">Professor Thomas Luger</a> (Münster)
</p>

<p>
	(2) <a href="https://www.kristian-reich.com/" rel="external nofollow">Professor Kristian Reich</a> (Hamburg)
</p>

<p>
	(3) <a href="http://www.dermatologikum.de/aerzte/profil/?tx_elementsstaff_pi1%5Bperson%5D=70" rel="external nofollow">Dr. Peter Weisenseel</a> (München)
</p>

<p>
	(4) <a href="http://www.dermatology.uni-kiel.de/pages/mitarbeiter/u.-mrowietz.php" rel="external nofollow">Professor Ulrich Mrowietz</a> (Kiel)
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">341</guid><pubDate>Sun, 27 Jul 2008 05:43:00 +0000</pubDate></item><item><title>Panaclar &#x2013; das Medikament, das nie auf den Markt kam</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/panaclar/</link><description><![CDATA[
<p>
	<strong>Panaclar war ein Medikament – zumindest fast. Jahrelang wurde es in Studien erprobt, doch dann kam dem Hersteller etwas dazwischen. Dies ist die Geschichte dahinter.</strong>
</p>

<p>
	Im Mai 2005 stellte Professor Ulrich Mrowietz bei der Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in Dresden das Präparat Panaclar vor. Es sollte der Nachfolger des Medikamentes <span ipsnoautolink="true">Fumaderm</span> werden – und besser zu vertragen sein. Psoriatiker, die darauf gehofft hatten, wurden jedoch enttäuscht: Der Hersteller Biogen Idec brachte Panaclar nie auf den Markt.
</p>

<p>
	Zunächst wurde als Grund angegeben, dass man warten wolle, bis es europaweit verkauft werden kann. Diesem Plan nämlich hatte die deutsche Behörde – das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte – nämlich zuvor einen Strich durch die Rechnung gemacht: Sie signalisierte dem Hersteller, dass eine Ablehnung folgen könnte.
</p>

<p>
	Anja Kamps vom Hersteller Biogen Idec erklärte damals: "In einer gemeinsamen Entscheidung von Biogen Idec und Fumapharm wurde der Zulassungsantrag für die Indikation Psoriasis bei der deutschen Zulassungsbehörde zurückgezogen, um den klinischen Entwicklungsplan zu optimieren und Panaclar so allen Patienten in Europa zugänglich zu machen. Es werden daher weitere Studien benötigt, um den Anforderungen der europäischen Zulassungsbehörde EMEA zu genügen."
</p>

<p>
	Anja Kamps weiter: "Ja, wir waren sehr optimistisch hinsichtlich einer rein deutschen Zulassung. Aber das Zulassungsverfahren für Panaclar ist nicht vergleichbar mit dem damaligen Zulassungsverfahren für Fumaderm."
</p>

<p>
	Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hätte laut Kamps Kamps nach Abarbeitung der sogenannten Mängelliste die Zulassung wahrscheinlich erteilt, doch zugunsten einer europaweiten Zulassung hat man den Zulassungsantrag in Deutschland zurückgezogen.
</p>

<p>
	Das Zulassungsverfahren wurde noch durch die Firma Fumapharm initiiert. Nach deren Übernahme durch Biogen Idec wurde die zuvor eingegangene Entwicklungskooperation in voller Verantwortung von Biogen Idec weitergeführt.
</p>

<p>
	Ein Preis für das neue Medikament war noch nicht genannt worden.
</p>

<h2>
	<b>Was war Panaclar?</b>
</h2>

<p>
	In Panaclar war nur der Wirkstoff Dimethylfumarat enthalten. Der steckte in einer magensaftresistenten Mikrotablette. Die wiederum wurde in einer Gelatinekapsel "versteckt". So wurde der Wirkstoff erst nach und nach im Körper freigesetzt.
</p>

<p>
	Während Fumaderm ein Gemisch aus vier Fumarsäure-Esther-Substanzen ist, handelte es sich bei Panaclar nur um die Mono-Substanz (das erwähnte Dimethylfumarat). Weil es chemisch so simpel aufgebaut ist, wurde es auch einfach wieder ausgeschieden: 60 Prozent Kohlenmonoxyd (CO2) durch die Atemluft und 40 Prozent Wasser (H2O) durch den Urin. Im Körper blieb nichts zurück.
</p>

<p>
	Panaclar vertrug sich mit allen Medikamenten, die der Patient außerdem nehmen muss: „Für Patienten mit mehreren Krankheiten ist Panaclar ein sehr sicheres Medikament, weil es keine Arzneimittel-Wechselwirkungen gibt“, so Mrowietz auf der 34. Tagung der Deutschen Dermatologen in Dresden im Jahr 2005.
</p>

<p>
	Panaclar regulierte das Zuviel an Entzündungen herunter und brachte das Immunsystem in eine normale Balance. Deshalb bezeichnete Mrowietz das neue Medikament als „hochwirksamen Immunmodulator“.
</p>

<p>
	Von Panaclar sollte in der ersten Woche dreimal eine Kapsel, später dreimal zwei Kapseln eingenommen werden. Vom Ergebnis berichtete Dr. Sandra Philipp, damals an der Uni-Hautklinik der Charité in Berlin: "Bei einer Einnahme von sechs Kapseln sahen wir bei Patienten eine Verbesserung des <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> um mehr als 70 Prozent". Panaclar wirke schneller als Fumaderm, weil die Dosierung des Wirkstoffs gleich zu Anfang höher sei.
</p>

<p>
	Als Nebenwirkungen nannte Dr. Philipp die vom Fumaderm bekannten: Flush, Durchfall und Magenschmerzen. "Sie sind aber milder als beim Fumaderm", so die Ärztin.
</p>

<p>
	Mrowietz verglich Panaclar bei besagter Tagung außerdem mit den modernen Biologika: 40 Prozent der Psoriatiker erreichen nach 16 Wochen Therapie eine mindestens 75 -prozentige Verbesserung ihres Hautzustandes. Bessere Ergebnisse würden diese Hightech-Medikamente auch nicht erreichen. Während die Biologika im Immunsystem Vorgänge blockieren oder Botenstoffe abfangen, reguliert das Fumarat das Immunsystem lediglich herunter.
</p>

<h2>
	Wie Panaclar in Studien wirkte
</h2>

<h3>
	In Phase II
</h3>

<p>
	In einer Phase-II-Studie testeten 144 Patienten mit schwerer Schuppenflechte das Mittel, das damals noch den unspektakulären Namen BG-12 trug. Die Ergebnisse wurden auf dem Frühjahrssymposium der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie (EADV) im Jahr 2004 in Budapest (Ungarn) vorgestellt.
</p>

<p>
	Burt A. Adelman, im Vorstand von Biogen Idec für die Entwicklung zuständig, erklärte damals: "Es ist ermutigend, dass 42 Prozent der Patienten, die die höchste Dosis einnahmen, nach zwölf Wochen eine mindestens 75-prozentige Verbesserung ihres Psoriasis-Befalls (korrekt: ihres <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>) erhielten. Dagegen war das nur bei elf Prozent der Patienten mit einem Placebo so. Wir freuen uns auf die Ergebnisse der laufenden Phase III in Europa und auf die Verkaufskonzession für Biogen Idec."
</p>

<p>
	Die Studie, ausgeführt von Fumapharm, war eine sogenannte Doppelblind-Multicenter-Studie mit Placebo-Kontrolle und Dosis-Vergleich. Doppelblind heißt, dass weder Arzt noch Patient wissen, ob der Proband gerade ein Medikament mit Wirkstoff oder einen Placebo bekommt. So ist auch unbekannt, in welcher Dosierung das Mittel dem Patienten verabreicht wird. Eine Multicenter-Studie ist eine, die in mehreren Prüfzentren - meist also in mehreren Uni-Kliniken und anderen Studienzentren - durchgeführt wurde.
</p>

<p>
	BG-12 wurde zwölf Wochen lang in drei verschiedenen Stärken geschluckt - 120, 360 oder 720 Milligramm pro Tag.
</p>

<p>
	Einigen Patienten ging es bereits zwei Wochen nach Beginn der Einnahme besser.
</p>

<p>
	Nach zwölf Wochen war die <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>-Reduktion durchschnittlich
</p>

<ul>
	<li>
		71 Prozent bei den Patienten, die 720 Milligramm BG-12 bekamen
	</li>
	<li>
		52 Prozent bei den Patienten, die 360 Milligramm BG-12 bekamen
	</li>
	<li>
		31 Prozent bei den Patienten, die 120 Milligramm BG-12 bekamen
	</li>
	<li>
		sechs Prozent bei den Patienten, die das Placebo bekamen
	</li>
</ul>

<p>
	Nach 12 Wochen erreichten 42 Prozent der Patienten, die 720 Milligramm BG-12 bekamen, eine Besserung um mindestens (!) 75 Prozent.
</p>

<p>
	Die meist genannten Nebenwirkungen waren ein Flush, Beeinträchtigungen der Leberfunktionen und Erkältungen. Die Nebenwirkungen warem "im allgemeinen" vorübergehend und mild.
</p>

<h3>
	In Phase III
</h3>

<p>
	Im April 2005 wurden die ersten Ergebnisse aus Phase III der Studie vorgestellt.
</p>

<p>
	In Phase III der Studie für BG-12 ging es um Wirksamkeit und Sicherheit von BG-12. Verglichen wurden Patienten, die 16 Wochen lang BG-12 bekommen hatten, mit denen, die eine Kapsel mit einem Placebo erhielten.
</p>

<p>
	Für die Studie waren 175 Patienten mit leichter bis schwerer Schuppenflechte ausgewählt worden. Zufällig wurde bestimmt, wer ein Placebo oder wer eine Dosis von 720 Milligramm pro Tag einnehmen mußte.
</p>

<p>
	Nach 16 Wochen betrug der durchschnittliche Psoriasis-Schwere-Index <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 5,8 bei der BG-12-Gruppe und 14,2 bei der Placebogruppe. Die Schuppenflechte hatte sich bei den BG-12-Patienten durchschnittlich um 68 Prozent, bei denen anderen um 10 Prozent verbessert.
</p>

<p>
	Während der Studie waren die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen Rötungen und Durchfall. Außerdem wurde ein Patient wegen Lungenentzündung und ein Patient wegen Nierensteinen stätionär aufgenommen.
</p>

<h2>
	Die Vorgeschichte
</h2>

<p>
	Für den weiteren Fortgang der Geschichte hinter Panaclar wichtig zu wissen: Im September 2003 hatte Biogen Idec von der Fumapharm AG die Exklusivrechte für die Entwicklung und Vermarktung von BG-12 erworben. Biogens Entwicklungspläne für BG-12 umfassen eine breite Anwendungspalette von Autoimmun- und entzündlichen Krankheiten wie Psoriasis oder Multipler Sklerose. Fumapharm war davor vor allem für das Medikament Fumaderm bekannt.
</p>

<p>
	Aber: "Nur ein kleiner Teil von Forschung- und Entwicklungsprogrammen münden in eine Vermarktung eines Produkts", schrieb Biogen Idec damals in einer Pressemitteilung – als hätte die Firma den Fortgang der Ereignisse geahnt.
</p>

<p>
	Die Lizenz für das neue Fumarat war also nicht an den deutschen Hersteller von Fumaderm – die Firma Fumedica in Herne – gegangen. Mit Biogen Idec hätte erstmals ein international tätiger Konzern ein Fumarat für die Behandlung der Psoriasis angeboten. Bis dahin wurden nur Psoriatiker im deutschsprachigen Raum mit diesem Wirkstoff behandelt. Biogen Idec hätte es schaffen können, dass die Psoriasis in deutlich mehr Ländern auch mit einem Fumarat behandelt werden kann.
</p>

<p>
	Insider erinnern sich: Biogen hatte zuvor die Entwicklung und Zulassung seines Biologics Amevive schon sehr weit vorangetrieben, den Antrag für Europa jedoch zurückgezogen, nachdem von der europäischen Zulassungsbehörde Sicherheitsbedenken geäußert worden waren.. Während Amevive für die USA zugelassen ist, darf es in der EU nicht angeboten werden.
</p>

<p>
	Doch zurück zu Panaclar oder besser: Weiter zu seinem Ende. Nachdem Biogen Idec also den Antrag auf Zulassung zurückgezogen hatte, war es länger still darum, bis klar wurde: Die Firma strebte mit dem gleichen Wirkstoff in gleicher Zusammensetzung die Zulassung als Medikament zur Behandlung bei Multipler Sklerose an – zu einem vielfachen des Preises, der für die "Psoriasis-Version" jemals hätte verlangt werden können.
</p>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<p>
	In unserem Forum wurde über <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/1875-fumaderm-neu/" rel="">Erfahrungen mit BG-12 bzw. Panaclar</a> diskutiert.
</p>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		<em>Firmenangaben, AktienCheck.de; April 2004</em>
	</li>
	<li>
		<em>Angaben des Herstellers, Nachrichtenagentur Reuters, Aktien-Check</em>
	</li>
	<li>
		<i>Vortrag und Diskussion im Psoriasis Forum Berlin, Juni 2006</i>
	</li>
</ul>

]]></description><guid isPermaLink="false">340</guid><pubDate>Sun, 17 Sep 2006 02:14:00 +0000</pubDate></item><item><title>Erfahrungsbericht: Gudrun (32)</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/fumaderm-gudrun/</link><description><![CDATA[<p>
	Hallo,
</p>

<p>
	ich möchte von meinen Erfahrungen mit <span ipsnoautolink="true">Fumaderm</span> berichten.
</p>

<p>
	Vor etwa 8 Jahren brach die <span ipsnoautolink="true">Psoriasis</span> bei mir aus und war seitdem stets auf dem Vormarsch. Alle lokalen Therapien und auch die <span ipsnoautolink="true">Lichttherapie</span> blieben relativ wirkungslos.
</p>

<p>
	Vor etwa zwei Jahren machte mich meine Hautärztin auf Fumaderm aufmerksam. Nach einer schwierigen Einstiegsphase mit Flush, Bauchkrämpfen und Durchfall habe ich Fumaderm gut vertragen. Auch meine Laborwerte sind in Ordnung.
</p>

<p>
	Mittlerweile nehme ich jeden dritten Tag eine Tablette und halte damit meine Haut völlig erscheinungsfrei. Wenn ich bei der Einnahme zu schlampig werde und nur jeden vierten Tag eine Tablette nehme, kann sich schon einmal eine Stelle zeigen. In diesem Fall steigere ich kurzfristig auf eine Tablette pro Tag.
</p>

<p>
	Ich kann Fumaderm nur empfehlen und finde es skandalös, dass aus Kostengründen Patienten dieses Medikament vorenthalten wird. Seit Fumaderm habe ich wieder ein ganz anderes Lebensgefühl.
</p>

<p>
	Grüße
</p>

<p>
	Gudrun (32)
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">339</guid><pubDate>Sun, 24 Oct 2004 10:07:00 +0000</pubDate></item><item><title>"Wenn ich rot anlaufe, folgt nicht unbedingt ein Wutausbruch"</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/wenn-ich-rot-anlaufe-folgt-nicht-unbedingt-ein-wutausbruch/</link><description><![CDATA[<p>
	<strong>Lieselotte Weygand ist 45 Jahre alt und meint: "Ich kann nur jedem Psoriasiker raten, verzichte lieber auf Nikotin und Alkohol, um die Leber für eine Tablette Fumaderm zu schonen." Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.</strong>
</p>

<p>
	Ich bin 45 Jahre und leide (wobei das Wort LEIDEN, wörtlich zu nehmen ist) seit meinem 6 Lebensjahr an <span ipsnoautolink="true">Psoriasis</span>. 1992 hörte ich das erste Mal von <span ipsnoautolink="true">Fumaderm</span>, die Nachricht kam aus der Schweiz. Da ca. 80% meines Körpers befallen war, habe ich 1994 an einer Fumaderm-Studie teilgenommen. Die erste Generation der Fumaderm -Tabletten war noch einen Tick härter als heute. Ich hatte alle Nebenwirkungen, die sich im Beipackzettel wiederfinden.
</p>

<p>
	Seit acht Jahren nehmen ich täglich eine Fumaderm und habe bis auf ganz kleine Stellen hin und wieder keine sichtbaren Symptome. Leider gibt es in meiner Region immer noch Dermatologen, die dieses Medikament nicht rezeptieren, so dass meine Hausärztin sich bereit erklärte, trotzt des hohen Preises es mir zu verschreiben. Sie kontrolliert alle drei Monate meine Leberwerte, die sich immer im Normbereich befinden.
</p>

<p>
	"Dank" an Ulla Schmidt - nun bin ich auf der Suche nach einem Dermatologen, der mir Fumaderm weiter verschreibt, so dass ich weitgehend beschwerdefrei leben kann. Ich bin sogar bereit, es auf Privatrezept zu bekommen und selber die Kosten zu tragen.
</p>

<p>
	Ich bin sehr glücklich, dass mit Fumaderm mein Psoriasis so gut unter Kontrolle ist und ausser einem kleinen Flush ab und zu keine Nebenwirkungen mehr auftreten. In meinem Bekanntenkreis weiß mitlerweile jeder, dass, wenn ich rot anlaufe, nicht unbedingt ein Wutausbruch bevorsteht - nein, Liz bekommt mal wieder ihren Flush.
</p>

<p>
	Ich kann nur jedem Psoriasiker raten, verzichte lieber auf Nikotin und Alkohol, um die Leber für eine Tablette Fumaderm zu schonen. Ein Leben mit Psoriasis OHNE den blutigen, rissigen Ausschlag ist WUNDERBAR!!!!
</p>

<p>
	<em>Lieselotte Weygand</em>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">746</guid><pubDate>Tue, 22 Jun 2004 09:44:00 +0000</pubDate></item><item><title>Der Trick mit der Dosis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/der-trick-mit-der-dosis/</link><description><![CDATA[
<p>
	<strong>Eva hat einen Weg gefunden, wie sie das Medikament besser verträgt und sogar je nach Jahreszeit absetzt. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.</strong>
</p>

<p>
	Ich habe mich jahrelang mit schwerer <span ipsnoautolink="true">Psoriasis</span> rumgeplagt (60-70 Prozent am ganzen Körper, Nägel). War schon am <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/totesmeer/totesmeer-erholung" rel="">Toten Meer</a>, zig <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/behandlung/lichttherapie" rel="">Bade-/Lichtbehandlungen</a> und die ganze Palette von Salben, Bäder, Lotionen, etc. Auch sorgfältige Auswahl von Nahrungsmitteln und Getränken. Das hat alles so gut wie nichts genützt. Wenn ein Schub kam, dann kam er mit der vollen Bandbreite.
</p>

<p>
	Dann hörte ich viel (Positives und Negatives) über <span ipsnoautolink="true">Fumaderm</span>. Ich wollte es ausprobieren und bekam es verschrieben. Nach der Eingewöhnung mit F.-Initial bekam ich das "richtige" Fumaderm und spürte auch alsbald die Nebenwirkungen. Nicht gerade angenehm. Die maximale Dosis ist 3x2 also 6 Tabletten pro Tag, aber wegen der Nebenwirkungen habe ich die Dosis bewusst niedrig gehalten, d. h. 2x1 pro Tag.
</p>

<p>
	Es dauerte natürlich länger, bis sich das Hautbild verbesserte, aber die Nebenwirkungen sind minimal, das Blutbild hat sich nicht verändert und die Schuppenflechte ist soweit weg, dass ich wieder schwimmen und saunieren gehen kann (bis auf ein paar chronische Stellen, die aber nur leicht gerötet sind).
</p>

<p>
	Für mich ist das der Trick: niedrige Dosis! So kann ich das Fumaderm auch über einen längeren Zeitraum nehmen. Zusätzlich brauche keine anderen Salben, etc. Das heißt, ich nehme Fumaderm ein halbes Jahr, vorzugsweise von Herbst bis Frühjahr, über den Sommer setze ich es ab und mache Bäder bzw. Lichttherapie (die Krankenkasse hat mir ein Heimbestrahlungsgerät bewilligt, die Sommerzeit ist auch hilfreich).
</p>

<p>
	Gruß
</p>

<p>
	Evelyne
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">740</guid><pubDate>Mon, 15 Mar 2004 10:38:00 +0000</pubDate></item><item><title>Dosierung je nach Jahreszeit</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/dosierung-je-nach-jahreszeit/</link><description><![CDATA[<p>
	<strong>Matthias Müller empfiehlt Fumaderm trotz aller Nebenwirkungen. Ihm erscheint die Schmerzfreiheit wie ein Luxus. Der Erfahrungsbericht eines Betroffenen.</strong>
</p>

<p>
	Die <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> brach bei mir im Alter von 20 Jahren aus. Am Anfang begrenzt auf die Kopfhaut und nach ein paar Jahren begann sie sich auf den ganzen Körper zu verteilen. Nach ca. 8 Jahren bekam ich plötzlich Gelenkschmerzen, die ich, und auch mein Hausarzt, nicht einzuordnen wußten. Mit diesen immer häufiger und heftiger werdenden Schmerzen lebte ich weitere drei Jahre. Zuletzt waren in immer kürzeren Intervallen verschiedene Gelenke betroffen. Die Hauterscheinungen hatten mittlerweile ebenfalls erhebliche Ausmaße angenommen.
</p>

<p>
	In diesem Stadium wurde mir dann, auf mein Drängen hin, <span ipsnoautolink="true">Fumaderm</span> verschrieben. Nachdem ich meinen Hausarzt mit Literatur versorgt hatte war er bereit, diese Therapie bei mir einzusetzen. Der Erfolg stellte sich nach und nach mit erreichen der Dosis von insgesamt fünf Tabletten am Tag ein. Die Hauterscheinungen bildeten sich recht zügig zurück, und so ganz nebenbei wurden die Gelenkschmerzen immer weniger, bis sie schließlich ganz verschwunden waren. Damit war dann auch klar, was Ursache dieser Schmerzen war.
</p>

<p>
	Die hohe Dosis nahm ich, bis ich an der Haut fast erscheinungsfrei war. Leider begann mein Hausarzt wegen der enorm hohen Kosten zu jammern und die Dosis wurde meiner Meinung nach etwas zu früh reduziert.
</p>

<p>
	In dieser Zeit hatte ich nur noch wenige befallene Stellen am Arm und am Kopf. Heute nehme ich noch zwei Tabletten täglich, wobei dies, je nach Jahreszeit, nicht ganz ausreicht, um das Ergebnis zu halten. Entsprechend kann es sein, dass ich die Dosis erhöhen muss, um die Haut unter Kontrolle zu halten.
</p>

<p>
	Die Gelenkschmerzen sind aber absolut unter Kontrolle. Ich bin völlig schmerzfrei, was mir im Rückblick wie ein unglaublicher Luxus erscheint, denn die Schmerzen waren zuletzt fast unerträglich geworden.
</p>

<p>
	Fumaderm hat mir sehr geholfen. Von den vielgerühmten Nebenwirkungen habe ich nur den Flush verspürt, und dieses Problem löste sich nach kurzer Zeit von selbst. Außerdem habe ich manchmal, wenn Fumaderm zu wirken beginnt, einen trockenen Mund. Ohnenhin glaube ich, dass es günstig ist, wenn mann viel Flüssigkeit zu sich nimmt. Meine Blutwerte blieben praktisch unverändert. Das war schon alles.
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<p>
	Ich kann Fumaderm nur empfehlen.
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	<em>Matthias Müller, Weingarten</em>
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]]></description><guid isPermaLink="false">757</guid><pubDate>Mon, 15 Mar 2004 10:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>"So wie sie jetzt ist, kann ich sehr gut damit leben"</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/so-wie-sie-jetzt-ist-kann-ich-sehr-gut-damit-leben/</link><description><![CDATA[
<p>
	<strong>"Ein Arzt, der selbst die Psoriasis hat, hat mir deutlich gemacht, dass die Krankheit mit mir zu leben hätte und nicht umgekehrt." Der Erfahrungsbericht eines Betroffenen.</strong>
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	Die <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> muss jetzt seit 12 Jahren mit mir Leben. Zu Anfang war es anders. Da habe ich mir ihr gelebt und nicht enden wollende Arztbesuche unternommen.
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<p>
	Im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg hatte ich einen Arzt, der selbst die Psoriasis hat. und der hat mir dann deutlich gemacht, dass die Pso mit mir zu leben hätte und nicht umgekehrt - und irgendwie hatte er damit recht.
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<p>
	Ich war mehrmals zur Kur auf Sylt, geholfen hat es immer - aber nur für eine kurze Zeit. Dann folgten wieder Bestrahlungen, Salzwasserbäder und so weiter.
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<p>
	Im April dieses Jahres hat mein Hautarzt mir dann die <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/fumaderm" rel="">Fumarsäuretherapie</a> erklärt und ich habe es probiert. Die viel beschriebenen Nebenwirkungen wie Hitzewallungen und Durchfall sind auch eingetreten. Als ich die höchste Tagesdosis erreicht hatte, kamen auch noch Magenkrämpfe hinzu, aber gleichzeitig setzte auch die Wirkung ein. Das hat mich dann zum Durchhalten bewegt.
</p>

<p>
	Seit Juli kann ich sagen, dass es mir gut geht. Die Pso ist zwar nicht ganz verschwunden, aber so wie sie jetzt ist, kann ich sehr gut damit leben.
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	Das Schöne beim Fumaderm: die ewige Rennerei zum Arzt ist nicht mehr. Die anfänglichen Nebenwirkungen verschwinden mit der Zeit.
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	Es würde mich freuen wenn ich von anderen hören würde, die auch mit fumaderm Erfahrungen gemacht haben, und wie lange sie es schon nehmen.
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	<em>Matthias B. (34)</em>
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]]></description><guid isPermaLink="false">735</guid><pubDate>Mon, 15 Mar 2004 08:59:00 +0000</pubDate></item><item><title>"Ich habe nie eine negative Reaktion bekommen"</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/ich-habe-nie-eine-negative-reaktion-bekommen/</link><description><![CDATA[
<p>
	<strong>Simone hat ihre Psoriasis als eine gute Freundin akzeptiert. Fumaderm hat sie nicht vertragen, und dem Kortison traut sie nicht. Und: "Partnerschaftsmäßig haben sich keine Abgründe aufgetan." Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.</strong>
</p>

<p>
	Hallo, ich bin Simone, 29 Jahre alt und eine von euch.
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	Auch ich habe seit ungefähr 15 Jahren <span ipsnoautolink="true">Psoriasis</span>. Bei mir fing es mit 16 Jahren an. Erst an den Ellenbogen, wie bei vielen anderen auch. Ich schenkte dem gar keine Beachtung. Für mich waren das raue Stellen und gut wars.
</p>

<p>
	Den ersten richtigen Schub und den Beginn meiner Psori-Karriere hatte ich mit knapp 17 Jahren. Ich weiß nicht genau,ob der seelische Ursachen hatte, jedenfalls starb zu diesem Zeitpunkt mein Vater und es könnte durchaus ein Zusammenhang bestehen. Die Flächen an den Ellenbogen vergrößerten sich und ich suchte zum ersten mal einen Hautarzt auf. So machte ich das erste und letzte mal Bekanntschaft mit Kortison.
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<p>
	Mir war Kortison einfach zu krass und von verschiedenen Richtungen hörte ich, dass das derzeit das härteste war, was sich auf dem Markt befand.
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<p>
	Vielleicht wäre es günstig gewesen, erstmal "klein" anzufangen. Na wie auch immer,der der Kortison als Salbe benutzt hat, kennt die hellen Flecken auf der Haut, die aussehen wie Pigmentstörungen.
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<p>
	Ich habe dann die üblichen Salben ausprobiert (<span ipsnoautolink="true">Daivonex</span> usw.), und ein paar Jahre war die Angelegenheit auch für mich nicht so schlimm.
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<p>
	Als ich dann das erstemal schwanger war (mit 21 Jahren), war alles verschwunden. Bis zum Tag "X" – der Entbindung. Kaum war mein Sohn geboren fing meine Haut an zu blühen wie noch nie. Die Arme komplett und an den Beinen. Die Knie, die Füße ... die Beine hoch und runter – überrall größere Flächen. So, dacht ich, was ist denn das jetzt.
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<p>
	Meine Hautärztin schlug die Hände über den Kopf zusammen, als ich wenig später bei ihr einen Termin hatte. Wieder wurden mir etliche Salben verschrieben, die dann die sache ein wenig linderten.
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<p>
	Erst zu diesem Zeitpunkt fing ich an, mich intensiv um die Schuppenflechte zu kümmern. Ich hab mich erstmal belesen, woher sie kommt und was man dagegen tun kann, welche Alternativen es gibt usw. Mir wurde auch erst da bewusst, dass Pso nicht heilbar ist.
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<p>
	Ich muss dazu sagen, dass ich nicht soviel von den chemischen Keulen halte, weil das, was ich bekommen habe, nie richtig geholfen hat.
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<p>
	1996 hab ich eine <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c40-bestrahlung/balneophototherapie" rel="">Balneo-Phototherapie</a> gemacht. Drei Monate bin ich täglich in eine Hautklinik gefahren, zehn Minuten in Toten-Meer-Salz gebadet und danach für ne min. unters Licht. Nach dieser Zeit hatte ich nichts, aber auch gar nichts mehr.
</p>

<p>
	Alles war abgeheilt, braungebrannt war ich auch noch, toll, bis ich nach zwei Wochen ein eitrige Angina bekam und sich die Sache innerhalb eines Tages erledigt hatte. Ich konnte zukucken,wie meine Haut anfing zu blühen und sich wieder alles ausbreitete. Tja, Pech auf ganzer Linie.
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<p>
	Danach hab ich es eine Weile gelassen und hab mich nicht sonderlich um meine Pso gekümmert. Ich hab sie gepflegt, aber nicht mit medizinischen Salben versucht zu bekämpfen.
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<p>
	Dann die zweite Schwangerschaft und durch die Hormonumstellung - Haut wie die eines Babys, die Psoriasis verschwand innerhalb von ein paar Wochen. Allerdings machte ich mir keine Illusionen, denn ich wusste, was nach der Entbindung passiert. Und so war es dann auch. Die Flächen an den Rückseiten der Arme sind noch größer geworden, an den Beinen ebenso, lange hatte ich mit den Schuppen zu kämpfen.
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<p>
	Schmerzen hatte ich bislang noch nie beim Blühen oder so. Nur die Gelenke,die machen sich zeitweise doch ganz schön bemerkbar.
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<p>
	Anfang des Jahres machte ich Bekanntschaft mit <span ipsnoautolink="true">Fumaderm</span>. Ich war völlig euphorisch, endlich ein Chance, dass die Pso für immer verschwindet. Meine Hautärztin hat sich ziemlich gewunden, bevor sie mir die Tabletten verschrieb und mir 100 mal die Nebenwirkungen erklärt. Ich musste sogar dafür unterschreiben, dass ich in der Zeit, in der ich die Tabletten nehme, nicht schwanger werde. Na wie auch immer, nach drei Tagen - aus der Traum. Von Anfang an hatte ich dermaßen Magenprobleme, dass ich den Tag nur noch liegend verbrachte, Magenkrämpfe ohne Ende, und das "nur" bei einer Dosierung von 1 Tablette pro Tag. Aber ich wollte ja tapfer sein und hab es für einen Tag auf eine Dosis von 3 Tabletten gebracht.
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<p>
	Dann war Schluss, ich musste mich krankschreiben lassen, weil ich nicht mehr hoch kam, an Essen war nicht zu denken. Ich hab dann aufgeben und Furmaderm abgesetzt. Das war das einzig Richtige, wie das Ergebnis meines Bluttestes ergab. Meine Blutwerte waren im Keller, und ich brauchte auch ein paar Tage, bis ich wieder voll einsatzfähig war.
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<p>
	Vor kurzem hatte ich mal wieder eine Angina und darauf gleich zwei Rückschläge. Dieser habe ich es jetzt zu verdanken, dass die Pso sich jetzt über meinen Oberkörper hermacht.
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<p>
	Es ist natürlich kein toller Anblick, aber ich kann damit leben. Ich mach das was mir gefällt, ich trage was mir gefällt, ich gehe ins Schwimmbad, an den Strand, in die Sauna, und es ist mir egal, ob die Leute mich anschauen oder nicht. Alle meine Bekannten und Freunde können sehr gut damit umgehen, auch meine Kinder. Eigentlich habe ich nie eine negative Reaktion bekommen.
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<p>
	Auch partnerschaftsmäßig haben sich nie irgendwelche Abgründe aufgetan.
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<p>
	Vielleicht liegt es daran, dass ich die Psori seit langem als meine nicht gerade "Beste" aber als meine engste "Freundin" akzeptiert habe.Sie ist eben immer präsent, mal mehr, mal weniger - und ich werde es in nächster Zeit nicht ändern können. Also, was solls?
</p>

<p>
	Damit viele liebe Grüße an alle, die bis jetzt ihre Erfahrungen niedergeschrieben habe. Ich hab sie alle gelesen.
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	<em>Simone (29, Stralsund)</em>
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]]></description><guid isPermaLink="false">761</guid><pubDate>Mon, 15 Mar 2004 08:49:00 +0000</pubDate></item><item><title>Links zum Thema Dimethylfumarat und Fumaderm</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/fumarsaeureester-links/</link><description><![CDATA[
<p></p><p><strong>Fumarat-Therapie bei Psoriasis</strong></p><p>Die Experten vom Fachklinikum Borkum erklären den Wirkstoff und die Therapie [<a href="http://www.fachklinikum-borkum.de/fumarat_therapie.0.html" rel="external nofollow">lesen</a>]</p><p></p><p><strong>Forum: Erfahrungen mit Dimethylfumarat</strong></p><p>Von und für Patienten ausschließlich zum Thema Fumaderm und Skilarence [<a href="https://www.psoriasis-netz.de/forum/32-fumaderm/" rel="">lesen</a>]</p><p></p><p><strong>Psoriasis - auf einen Blick</strong></p><p>Kapitel zu Fumaderm im Buch "Psoriasis - auf einen Blick" (ab Seite 101 unten; Leseprobe bei GoogleBooks) [<a rel="external nofollow" href="http://books.google.de/books?id=xp9wTdu0Uu8C&amp;lpg=PA103&amp;hl=de&amp;pg=PA101#v=onepage&amp;q&amp;f=false">lesen</a>]</p><p></p><p><strong>Fumarsäureester (innerlich)</strong></p><p>Bewertung des Wirkstoffes im Psoriasis-Special von Stiftung Warentest (kostenpflichtg) [<a href="https://www.test.de/medikamente/vom_arzt/a_haut_haare/a_schuppenflechte/a_schuppenflechte/a_fumarsaeureester_innerlich/" rel="external">lesen</a>]</p><p></p><p><strong>Informationen über Gemeinen Erdrauch</strong></p><p>Fakten über die Pflanze, die dem Medikament zugrundeliegt [<a href="https://www.freiepresse.de/THEMEN/Erdrauch-artikel8059870.php" rel="external nofollow">lesen</a>]</p><p></p><p><strong>Dimethylfumarat</strong></p><p>Informationen über den Haupt-Wirkstoff Dimethylfumarat im PharmaWiki [<a href="https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Dimethylfumarat" rel="external nofollow">lesen</a>]</p><p></p><p><strong>"Meine Krankheit Psoriasis - Update"</strong><a rel="external nofollow" href="https://lili-lebt.blogspot.com/2016/10/meine-krankheit-psoriasis-update.html"></a></p><p>Auf "Lili lebt" schreibt die Autorin ab und an auch über ihre Erfahrungen mit der Schuppenflechte und hier eben über ihre Erfahrungen mit Fumaderm (initial). [<a href="https://lili-lebt.blogspot.com/2016/10/meine-krankheit-psoriasis-update.html" rel="external nofollow">lesen</a>]</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">337</guid><pubDate>Thu, 04 Dec 2003 10:44:21 +0000</pubDate></item><item><title>Meine Erfahrungen mit Fumaderm</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/fumar-stoll/</link><description><![CDATA[<p></p><p><strong>Christina Stoll (22), Saarland</strong></p><p></p><p>FUMADERM - vor drei Jahren habe ich zum ersten mal davon gehört und wollte es natürlich direkt testen. Nach langer Suche habe ich dann auch einen Arzt gefunden, in Worms, ca. 130 km ein Weg. Nach einem langen und ausführlichen Gespräch, was ja auch heute nicht mehr üblich ist, wollte er, dass ich zuerst noch andere Behandlungsmöglichkeiten teste. Er war davon überzeugt, dass schon nach drei Wochen eine Besserung da wäre. Ich habe ihm dann auch erzählt, dass ich schon so ziemlich alles ausprobiert habe und nichts so recht geholfen hat. Er wollte es trotzdem versuchen. Als ich nach drei Wochen wieder kam, hatte sich an meiner Haut nichts geändert und er gab nach.</p><p></p><p>Ich bekam die Tabletten. Das hieß alle drei Wochen nach Worms fahren und trotz Termin über zwei Stunden Wartezeit in Kauf nehmen, aber egal, ich würde alles tun, um endlich mal beschwerdenfrei zu sein und musste auch noch zusätzlich alle zwei Wochen zur Blutkontrolle. Auch den berühmten Hitzeflush nahm ich in Kauf, dass heißt, dass jeden morgen und manchmal auch abends meine Haut knallrot wurde, es war ein Kribbeln unter der Haut, dass mich auch ganz unruhig machte. Es fühlte sich so an, als ob die Haut aufreißt. Nach 10 bis 15 Minuten war¡s auch schon wieder weg. Es wurde auch mit der Zeit weniger. Aber es hatte sich auf jeden Fall gelohnt, nach ca. 7 Wochen sah man eine wesentliche Verbesserung, es wurde alles schon blasser.</p><p></p><p>Die Tabletten mussten laut einem Plan jede Woche um eine erhöht werden, bis zur höchsten Dosierung von 6 Stück am Tag. Als ich schon bei 5 am Tag angelangt war, hatte ich plötzlich das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben und nicht mehr schlucken zu können und konnte auch drei Tage nichts essen. Nach der Untersuchung sagte mein Hausarzt, es wäre ein Geschwür am Zwölffingerdarm und komme 100% von den Tabletten. Mein Hautarzt hat sofort Behandlungsabbruch gefordert, obwohl man das auch nicht machen sollte.</p><p></p><p>Ich war total niedergeschlagen. Endlich ein Mittel, das hilft, und dann so was. Ein Jahr später, nach unzähligen Versuchen endlich ein wirksames Mittel zu finden, habe ich mich dazu entschlossen, wieder mit der Therapie anzufangen. Nach langen Reden konnte ich meinen Hautarzt davon überzeugen, es noch einmal zu versuchen. Dieses Mal wollte ich nicht so schnell steigern und alles ganz langsam versuchen, auch wieder unter ständiger Kontrolle. Aber nach ein paar Wochen ging das Spiel wieder von vorne los, ich hatte starke Kopfschmerzen, Kreislaufstörungen und ähnliches. Mein Hautarzt war ja sowieso nicht begeistert von der erneuten Therapie und brach sofort wieder ab. Und wieder gerade als eine wesentliche Besserung eingetreten war. Aber ich ließ mich nicht unterkriegen und fing wieder von vorne an, mit allem, was sich bot.</p><p></p><p>Mitte des letzten Jahres bin ich dann zu dem Entschluß gekommen, dass die Nebenwirkungen die damals auftraten nicht von den Tabletten kamen, sondern von den privaten Problemen, die ich zu dieser Zeit hatte. Ich dachte wieder daran, mit den Tabletten anzufangen, und diesmal anders und nicht mit den ganzen Einschränkungen wie beim letzten mal. Da ich aber eine andere, laut einem neuen Hautarzt sehr vielversprechende Behandlung durchführte, wollte ich aber zuerst mal abwarten wie sich das ganze entwickelt. Nach fast vierzig Behandlungsterminen war immer noch keine Besserung in Sicht und ich hörte dann auch auf.</p><p></p><p>Ich weiß nicht ob die Misserfolge auch damit zusammen hängen, dass ich nie richtig an eine Behandlung glauben kann, denn im Grunde genommen weiß ich ja, dass ich nie wieder von der Schuppe "befreit" werde und das ganze nur lindern kann. Letztes Jahr kam ja dann ganz groß durch Presse und Fernsehen, dass es ein neues Wundermittel mit dem Wirkstoff Fumaderm gibt. Nach genauen Erkundigungen stellte sich dann heraus, dass es sich um die Fumaderm-Tabletten handelt, die schon seit fast zehn Jahren auf dem Markt waren und auch diese, die ich schon genommen hatte. Ich denke es sollte einfach nur Werbung sein. Aber trotzdem wollte ich es wieder versuchen. Ich war diesmal in der Uni-Klinik ganz in der Nähe.</p><p></p><p>Ich bin der Meinung, dass eine große Klinik besser ist als jeder Hautarzt. Es ist zwar alles größer und jedesmal ein anderer Arzt da, aber hier wird nicht auf den Preis geschaut, sondern es zählt nur die Wirkung der Medikamente. Ich habe auch dem Arzt gleich gesagt, dass ich nicht eher nach Hause gehe bevor ich das Rezept für die Tabletten in der Hand habe. Er wollte auch zuerst mit irgendwelchen Therapien anfangen, hat aber dann in meiner Krankenkarte gesehen, dass ich ja schon drei Monate, fast ohne Erfolg, stationär in Behandlung war und hat mir dann mein Rezept gegeben. Ohne irgendwelchen Maßregeln, was ich beachten muss und soll.</p><p></p><p>Als erstes muss man drei Wochen die Behandlung einleiten, das heißt, zuerst die leichten Tabletten (Fumaderm initial), in der ersten Woche eine abends, in der zweiten Woche eine morgens, eine abends und in der dritten Woche eine morgens, eine mittags und eine abends. Danach kommen die "richtigen" Fumaderm Tabletten. Normalerweise sollen diese Tabletten auch so gesteigert werden bis zur höchsten Dosierung (6 Stück am Tag). Der Arzt hat aber zu mir gesagt, ich kann so steigern wie ich will und mich wohl fühle. Es wird auch nicht so streng überwacht als beim letzten mal. Ich habe das Gefühl, dass ich dadurch auch lockerer bin. Nach den ersten drei Wochen wurde eine Blutuntersuchung durchgeführt. Da alles in Ordnung war, hieß es auch, dass ich nur noch kommen muss, wenn ich mich nicht wohl fühle oder mein Tablettenbestand zu Ende geht. Ich nehme jetzt nach 9 Wochen immer noch nur zwei am Tag und fühle mich sehr wohl dabei.</p><p></p><p>Das wichtigste ist, dass meine Haut sehr gut geworden ist. (Zur Pflege verwende ich nur Vaseline) An meinen Armen ist schon nichts mehr zu sehen. Was mich so stolz macht, dass ich im dicksten Winter im T-Shirt rumlaufe, damit jeder meine Freude mit mir teilen kann. Und tatsächlich ist auch jeder von meinen Bekannten und Freunden WIRKLICH erstaunt, dass nichts mehr zu sehen ist. Ich will jetzt bei dieser Dosis bleiben, auch wenn es dadurch etwas länger dauert, bis alles "weg" ist. Ich bin aber mittlerweile sehr zuversichtlich, dieses Jahr im Sommer zum ersten Mal seit acht Jahren ganz beschwerdenfrei zu sein und endlich war mal wieder den Sommer richtig genießen zu können. Ich kann nur jedem empfehlen, diese Behandlung durchzuführen, auch wenn ich so viele Rückschläge hatte. Ich werde auch so schnell nichts anderes mehr anwenden.</p><p></p><p>Ich hoffe ich konnte hiermit jedem helfen und auch etwas von meiner Freude zeigen. Ich könnte die ganze Welt umarmen!</p>]]></description><guid isPermaLink="false">338</guid><pubDate>Thu, 04 Dec 2003 08:33:29 +0000</pubDate></item></channel></rss>
