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<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Dithranol (Cignolin) &#x2013;&#xA0;Informationen &#xFC;ber das Medikament</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dithranol/?d=33</link><description>Artikel: Dithranol (Cignolin) &#x2013;&#xA0;Informationen &#xFC;ber das Medikament</description><language>de</language><item><title>Micanol wurde vom Markt genommen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dithranol/micanol-wird-vom-markt-genommen/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2017_02/micanol-vom-markt.jpg.675aba3d358a1c65381c382a500ce030.jpg" /></p>

<p>
	Das Medikament <strong>Micanol</strong> wird seit Anfang 2017 nicht mehr hergestellt. Anfangs waren noch Restbestände mit der 1-prozentigen Creme im Handel; dies scheint vorbei zu sein. Die Version mit 3 Prozent war sofort nicht mehr verfügbar.
</p>

<p>
	Der wichtigste Wirkstoff in Micanol war <span ipsnoautolink="true">Dithranol</span>, manchmal auch als <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dithranol/dithranol-information" rel="">Cignolin</a> oder seltener als Anthralin bezeichnet. Er wird vor allem noch in Kliniken angewendet. Sein größter Nachteil: Er verschmutzt alles – und wirklich alles –, mit dem er in Berührung kommt. Sein größter (und aus unserer Sicht überwiegender) Vorteil aber ist, dass er nebenwirkungsfrei helfen kann, wenn man ihn richtig anwendet.
</p>

<p>
	Unser Leser Gerhard S. hatte uns auf die Einstellung von Micanol aufmerksam gemacht und berichtet:
</p>

<blockquote>
	<p>
		Micanol ist für mich als Psoriatiker eigentlich unverzichtbar: Das darin enthaltene Dithranol ist hoch wirksam, hat keine Nebenwirkungen, die Anwendung von Micanol ist einfach.
	</p>
</blockquote>

<p>
	In unserer Community tauschen sich Betroffene über <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/23332-micanol-3-nicht-lieferbar-alternative/" rel="">Alternativen zu Micanol</a> aus.
</p>

<p>
	Vom Hersteller Riemser heißt es:
</p>

<blockquote>
	<p>
		Wir können Ihnen leider keine konkreten Alternativen nennen. Es existieren jedoch Rezepturvorschriften für die Herstellung einer 0,05- bis 2%-igen Dithranol-haltigen abwaschbaren Salbe. Diese sind im <a href="https://dacnrf.pharmazeutische-zeitung.de/index.php" rel="external nofollow">DAC/NRF</a> – einem Rezeptur-Nachschlagewerk – hinterlegt und können nach Verordnung des Arztes in einer Apotheke hergestellt werden.
	</p>
</blockquote>

<p>
	Eine Dithranol-Salbe kann von jedem Hautarzt per Rezept verschrieben werden. Sie wird dann in einer Apotheke angerührt. Wer auf Micanol schwört, kann und muss Arzt und Apotheker also auf das DAC/NRF verweisen.
</p>

<h2>
	Micanol – Medikament mit Vorzügen
</h2>

<p>
	Micanol war seit 1999 auf dem Markt. Hersteller war lange die Firma Bioglan in Gießen.
</p>

<p>
	Der Name des Medikaments Micanol setzte sich aus dem Begriff "microverkapseltes Dithranol" zusammen – was heißt, dass der Wirkstoff Dithranol in Fettkügelchen verpackt wird.
</p>

<p>
	"Die menschliche Haut hat an der Oberfläche eine Temperatur von etwa 29 °C", erklärt Karlheinz Nocker. "Kommt die Salbe darauf, beginnen die Fettschichten (der Salbe) zu schmelzen." Ergebnis: Das Dithranol kann in die Haut eindringen.
</p>

<p>
	Der größte Vorteil von Micanol aber sollte eine fehlende Eigenschaft sein: Wäsche und Badezimmer färbten sich nicht mehr braun – solange man die Salbe nach der Anwendung mit kalten bis höchsten "laukaltem" Wasser abwäscht.
</p>

<p>
	Weitere Vorzüge waren laut Karlheinz Nocker
</p>

<ul>
	<li>
		antibakterieller Langzeitschutz
	</li>
	<li>
		keine Anwendung von Emulgatoren (Haltbarmachern; Stabilisierung von Emulsionen)
	</li>
	<li>
		keine Anwendung von Konservierungsstoffen
	</li>
	<li>
		die Möglichkeiten zur großflächigen Anwendung
	</li>
</ul>

<p>
	Gegenüber herkömmlichem Dithranol gab es weitere Vorteile.
</p>

<table>
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				<strong>Micanol</strong>
			</td>
			<td>
				<strong>Dithranol</strong>, meist aus der Apotheke
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Geruch
			</td>
			<td>
				indifferent
			</td>
			<td>
				z.T. ranzig
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Galenik
			</td>
			<td>
				angenehm kühl
			</td>
			<td>
				fett klebrig
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Haltbarkeit
			</td>
			<td>
				2 Jahre bzw. 28 Tage nach Anbruch
			</td>
			<td>
				sechs Monate
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<h3>
	Anwendung von Micanol
</h3>

<p>
	Beim Hautarzt gab es für den Patienten, der Micanol ausprobieren wollte, ein "Einstellset". Darin war neben einer Musterpackung Micanol 1% ein Schwamm enthalten, mit dem die Salbe abgewaschen werden konnte. Wichtig war jedoch das Informationsheftchen. Darin stand, wie oft und wie lange Micanol aufzutragen ist. In einem Behandlungsplaner konnte jeder Behandlungstag abgehakt werden. Die Frage "Wie lange war die Salbe eigentlich gestern drauf?" gehörte also der Vergangenheit an.
</p>

<p>
	Micanol wurde einmal täglich dünn aufgetragen. Begonnen wurde mit der einprozentigen Salbe. Am ersten Tag blieb sie für fünf Minuten auf der Haut. Blieb die Haut friedlich, traten keine Reizungen auf, uerden jeden Tag fünf Minuten dazugegeben. Die Höchstgrenze lag laut Hersteller bei 30 Minuten.
</p>

<p>
	Wurden die erreicht und die Stellen schon etwas besser, konnte der Hautarzt Micanol 3% verordnen. Damit wurde wieder bei fünf Minuten begonnen. Die "Steigerungsrate" lag analog zu der 1%-igen Salbe bei fünf Minuten täglich und maximal 30 Minuten. Waren die erreicht, wurde so lange weiter gesalbt, bis die Stellen weg waren.
</p>

<p>
	Wichtig war das Abwaschen: Das Wasser durfte maximal 30 °C kalt sein. Man sollte aber der Sicherheit halber nur mit kaltem Wasser ans Werk gehen. Seife hatte beim Abwaschen der Salbe nichts zu suchen. Nur dann blieben die braunen Flecken in Wäsche und Bad aus.
</p>

<p>
	Karlheinz Nocker vom Hersteller Bioglan empfahl sogar: "Wäsche und Handtücher, mit denen der Patient zu tun hatte, sollten nicht mit Weichspüler behandelt werden." Und: Sie sollten möglichst kalt bis lauwarm ausgewaschen werden. Der Waschlappen sollte nicht achtlos in die normale Wäsche gegeben werden.
</p>

<h3>
	Einschränkungen und Empfehlungen
</h3>

<p>
	Eine akute pustulöse Psoriasis oder eine Schuppenflechte im Gesicht durfte nicht mit Micanol behandelt werden. Lippen, Mund, Genitalien, Hautfalten z.B. unter der Brust oder in den Achselhöhlen, Wunden und Geschwüre sollten auch besser nichts von Micanol mitbekommen.
</p>

<p>
	Die Wirkung von Micanol auf dem <strong>Kopf</strong> war nicht untersucht worden. Bioglan empfahl die Anwendung dort deshalb auch nicht. Gerhard Leibold schließt die Anwendung auf dem Kopf indes nicht aus: In seinem Buch "Schuppenflechte - Ursachen, Symptome, ganzheitliche Behandlung" warnte er zwar vor Überdosierung und daraus folgender Verfärbung der Haare. Aber: "Das vermeidet man, indem man vorsichtig die individuell richtige Konzentration ermittelt", schrieb er weiter.
</p>

<p>
	<strong>Kinder</strong> ab zwei Jahren durften Micanol durchaus anwenden.
</p>

<p>
	Bei einer <strong>Schwangerschaft</strong> musste der Hautarzt abwägen, ob ihm die Behandlung mit Dithranol möglich erschien. Während der Stillzeit stand Micanol allerdings auf dem Index, weil noch nicht geklärt war, ob Dithranol in die Muttermilch übergeht.
</p>

<p>
	Vorsichtig sollten Patienten sein, die neben der Psoriasis eine <strong>Niereninsuffizienz</strong> mit sich herumtragen.
</p>

<p>
	Micanol und Dithranol sollten nicht mit <strong>Schleimhäuten</strong> in Berührung kommen.
</p>

<p>
	Nach der Anwendung von Micanol und Dithranol sollten die <strong>Fingernägel</strong> gründlich gereinigt werden.
</p>

<p>
	Männliche Patienten berichteten davon, dass sie die Dithranol-Behandlung angenehmer fanden, wenn Haare z.B. auf der Brust zuvor abrasiert worden waren.
</p>

<p>
	Die Behandlung der schwierig in den Griff zu bekommenden Psoriasis an Händen und Füßen kann durchaus gelingen, wenn die Stellen vorher sehr gut entschuppt wurden.
</p>

<p>
	Micanol solltr in die Haut eingerieben und -massiert werden, damit genügend Wärme entsteht, die (siehe oben) den Wirkstoff erst richtig freisetzt. Eingerieben wurde solange, bis keine Reste der Creme mehr sichtbar waren. Um gesunde Haut zu schonen, war es ratsam, beim Auftragen einen Gummi- oder Folien-Handschuh zu tragen. Wem das so gar nicht behagt, der sollte die Hände nach dem Eincremen sofort mit kaltem Wasser waschen. Vor einigen Jahren gab es einen Dithranol-Stift in Apotheken, der das Auftragen sehr leicht machte. Er ist inzwischen leider nicht mehr zu haben.
</p>

<p>
	Für die abendliche Fettsalbe war eine Pflegecreme mit 12% Urea (Harnstoff) zu empfehlen.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">926</guid><pubDate>Wed, 01 Feb 2017 14:08:00 +0000</pubDate></item><item><title>Dithranol &#x2013; was ist das und wie wird es angewendet?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dithranol/dithranol-information/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2011_02/salbentoepfe.jpg.8b14329c0c8ad280c026b6aafc469959.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Dithranol</strong> ist der Name eines Wirkstoffs.
</p>

<p>
	Fertig-Medikamente mit Dithranol aus der Tube waren Psoradexan Creme (1% Dithranol), Psoradexan mite Creme (0,5% Dithranol) und <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dithranol/micanol-wird-vom-markt-genommen/" rel="">Micanol</a>. Außerdem gab es Psoralon (enthielt Salicylsäure). Alle sind nicht mehr im Handel. Heutzutage muss eine Creme mit Dithranol immer in der Apotheke angerührt werden.
</p>

<p>
	Dithranol-Salben gibt es <strong>nicht rezeptfrei</strong>. Sie sind <strong>verschreibungspflichtig</strong>.
</p>

<h2>
	Allgemeine Informationen
</h2>

<p>
	Dithranol wird synonym auch Cignolin oder Anthralin genannt. Es wird äußerlich schon seit 1916 zur Therapie der <span ipsnoautolink="true">Psoriasis</span> eingesetzt und war der erste Arzneistoff, der speziell für die Behandlung dieser Erkrankung entwickelt wurde.
</p>

<p>
	Einst wurde Dithranol aus dem Mark der Araroba- oder Goa-Bäume in Brasilien gewonnen. Inzwischen wird es synthetisch hergestellt.Eine der wichtigsten chemischen Eigenschaften von Dithranol ist, dass es in Verbindung mit Sauerstoff, also an der Luft, schnell zerfällt. Damit ist die rasche Braunfärbung zu erklären.
</p>

<p>
	Der hochwirksame Arzneistoff kann die Haut stark reizen. Er darf daher auch nur auf die Psoriasis-Herde, nicht aber auf die umgebende gesunde Haut aufgetragen werden.
</p>

<h2>
	Bei welcher Erkrankung wird Dithranol angewandt?
</h2>

<p>
	Dithranol kann als Kurzkontakttherapie zur Behandlung der subakuten und chronischen Psoriasis eingesetzt werden. Weitere Einsatzgebiete sind Warzen (Verrucae vulgaris) und Alopecia areata (kreisförmiger Haarausfall).
</p>

<h2>
	Wirkmechanismus
</h2>

<p>
	Der Wirkmechanismus von Dithranol in den Hautzellen ist bisher noch nicht endgültig geklärt. Der Wirkstoff scheint in vielfältiger Art und Weise den Zellstoffwechsel zu beeinflussen. Gezeigt wurde z.B. eine Veränderung des Stoffwechsels der ungesättigten Fettsäuren, eine Verminderung der Konzentration des bei Schuppenflechte erhöhten zelleigenen Botenstoffes cGMP (cyclisches Guanosinmonophosphat) und eine Beeinträchtigung der Energiegewinnung in den Mitochondrien („Kraftwerke“ der Zelle) der Zellen). Durch all diese Mechanismen wird die Zellteilung verzögert.
</p>

<p>
	Die gesunde Haut erneuert sich ständig, indem Hornschicht-bildende Zellen (Keratinozyten) durch die Hautschichten an die Oberfläche gelangen  und in rund 28 Tagen zu Hornzellen werden. Diese abgestorbenen Hornzellen fallen dann durch Waschen oder Reiben an der Kleidung ab. Bei Psoriasis teilen sich die Keratozyten vermehrt und die Zeit bis zur Umwandlung in eine (unvollständige) Hornzelle ist auf 3 bis 5 Tage verkürzt. Beide Mechanismen führen zu einer vermehrten Schuppenbildung.
</p>

<p>
	Durch Dithranol wird die krankhafte Zellvermehrung auf ein normales Maß zurückgebracht.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Anwendung von Dithranol
</h2>

<p>
	Dithranol-Salben sind nur für die äußerliche Anwendung bei Erwachsenen gedacht. Sie werden in der Regel einmal täglich sparsam auf die betroffene Hautregion aufgetragen und vorsichtig und gründlich eingerieben, bis sie vollständig von der Haut aufgenommen wurden. Der Kontakt mit der gesunden Haut muss dabei sorgfältig vermieden werden.
</p>

<p>
	Grundsätzlich wird die Creme nach einer gewissen Einwirkzeit wieder abgespült. Dazu sollte immer höchstens lauwarmes fließendes Wasser verwendet werden. Bei größeren behandelten Flächen geht das am besten unter der Dusche. Keinesfalls darf zu heißes Wasser (über 30°C) oder Seife verwenden werdet. Beides würde die Salbengrundlage zerstören und zu übermäßigen Verfärbungen der Haut oder auch der Badewanne/Duschwanne führen.
</p>

<p>
	<img alt="Schwamm zur Reinigung nach Dithranol" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileid="19951" data-ratio="120.67" style="width:150px;height:auto;float:left;" width="150" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_07/micanolschwamm.jpg.0ee5104cb5e2f9780d7870507c341db4.jpg" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png">Bei einer angerührten Dithranol-Creme aus der Apotheke wird ebenfalls mit der schwächsten Konzentration, nämlich 0,1%, begonnen. Sie wird zweimal am Tag dünn auf die Stellen aufgetragen und dann nicht abgewaschen. Mit einer höher konzentrierten Salbe wird weitergemacht, wenn die Haut nicht zu sehr gereizt reagiert. Für gewöhnlich passiert das alle drei Tage, bis am Ende eine Salbe mit bis zu drei Prozent im Einsatz ist. Wie bei der anderen Dithranol-Variante wird bei zu starker Hautreizung auf eine schwächere Dosis zurückgegangen werden.
</p>

<p>
	Kommt es zu Hautreizungen, geht man wieder auf die geringer dosierte Creme zurück. Bis zur Erscheinungsfreiheit können vier bis sechs Wochen vergehen.
</p>

<p>
	In der Regel wird die Therapie solange angewandt, bis die Haut frei von Psoriasis-Herden ist.
</p>

<p>
	Säuglinge und Kleinkinder dürfen nicht mit Dithranol behandelt werden.
</p>

<h2>
	Kombinationen mit Dithranol
</h2>

<p>
	Wer mit Dithranol behandelt wird, muss nicht allein darauf vertrauen. Im Gegenteil: Eine Kombination mit anderen Präparaten ist von Vorteil. So können Ölbäder ebenso hilfreich sein mit zusätzliche UV-Bestrahlung.
</p>

<p>
	An der Hautklinik der Ruhr-Universität in Bochum haben Ärzte und Wissenschaftler noch bessere Kombinationen getestet und für gut befunden. Die Abheilung der Psoriasis-Stellen ging deutlich schneller mit
</p>

<ul>
	<li>
		morgens: Calcipotriol-Salbe (z.B. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/vitamind3/calcipotriol-daivonex/" rel="">Daivonex</a>-Salbe)
	</li>
	<li>
		mittags: Dithranol
	</li>
	<li>
		abends: Tazaroten-Salbe (z.B. Zorac)
	</li>
</ul>

<p>
	Ebenfalls gut wirkte die Kombination
</p>

<ul>
	<li>
		morgens: Momethason-Salbe
	</li>
	<li>
		mittags: Dithranol-Salbe
	</li>
	<li>
		abends: Tazaroten-Salbe (z.B. Zorac)
	</li>
</ul>

<p>
	Die Verfasser der Studie verschweigen nicht, dass sie die schnellere Abheilung der Stellen auch im Hinblick auf die Kosten gut finden. Die Krankenschwestern werden stärker belastet, wenn in einer Klinik behandelt wird. Außerdem kostet die Anwendung von mehreren Präparaten auch mehr Geld. Aber – so die Wissenschaftler – die Zeit des Klinikaufenthalts wird kürzer, und diese Kosten sind entschieden höher. So wird letzten Endes doch wieder Geld gespart. Mit den Kombinationstherapien ist der Patient nach ihren Studien nach 19,5 Tagen "sauber". Dithranol allein angewandt benötigt 28,5 Tage für das gleiche Ergebnis.
</p>

<p>
	Andere Studien sprechen positiv von folgender Kombination im sogenannten Ingram-Schema:
</p>

<ul>
	<li>
		morgens: Teerbad
	</li>
	<li>
		danach: UVB-Bestrahlung
	</li>
	<li>
		danach: Dithranol
	</li>
</ul>

<h2>
	Wann und wo nicht?
</h2>

<p>
	Dithranol soll nicht zur Anwendung kommen
</p>

<ul>
	<li>
		bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Dithranol oder einen der Inhaltsstoffe
	</li>
	<li>
		bei akuter pustulöser Psoriasis
	</li>
	<li>
		bei Entzündungen der Haut einschließlich Follikulitis, Erythrodermie (großflächige entzündliche Hautrötung), vesikulöse Dermatitis, akute ekzematöse Dermatitis
	</li>
	<li>
		bei Niereninsuffizienz
	</li>
	<li>
		auf  Wunden, Geschwüren, nässenden Hautpartien
	</li>
	<li>
		im Bereich von Gesicht, Körperfalten (Achselhöhle, Brustfalte, Leiste) und Genitalen
	</li>
	<li>
		auf Schleimhäuten und im Bereich der Augen
	</li>
</ul>

<h2>
	Worauf achten?
</h2>

<p>
	Dithranol kann zu Verfärbungen von Kleidung und Bettwäsche führen. Der Kontakt mit Kleidung sollte daher vermieden werden und es wird empfohlen bei der Anwendung nur alte Waschlappen und Handtücher zu benutzen.
</p>

<p>
	Zum Entfernen von Flecken aus Textilgewebe sollte nur lauwarmes Wasser (&lt; 30° C) verwendet werden. Rückstände auf anderen Oberflächen sollten sofort mit einem geeigneten Reinigungsmittel entfernt werden.
</p>

<p>
	Da Dithranol auch blonde oder graue Haare verfärben kann, ist bei der Anwendung auf dem behaarten Kopf Vorsicht geboten.
</p>

<p>
	Kontakt mit den Augen ist unbedingt zu vermeiden, da es zu hochgradiger Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Hornhautentzündung (Keratitis) oder Hornhauttrübung kommen kann. Daher müssen auch die Hände nach jeder Anwendung gründlich gewaschen werden. Ist es versehentlich doch zum Kontakt der Creme mit dem Auge gekommen, sollte mit reichlich lauwarmen Wasser oder isotoner Kochsalzlösung gespült werden. Eventuell ist auch eine lokale Kortikosteroid-Behandlung erforderlich.
</p>

<p>
	Kommt es zu übermäßiger Rötung oder Brennen der Haut sollte die Anwendungshäufigkeit oder die Konzentration vermindert werden. Unter Umständen muss die Behandlung auch abgebrochen werden.
</p>

<h2>
	Schwangerschaft und Stillzeit
</h2>

<p>
	Da nicht genug Erfahrungen in Schwangerschaft vorliegen, sollte das Präparat hier nur eingesetzt werden, wenn es absolut notwendig erscheint. Ob der Wirkstoff in die Muttermilch gelangt ist nicht untersucht worden. Sicherheitshalber sollten stillende Frauen Dithranol nicht anwenden bzw. abstillen. An der Brust stillender Mütter darf die Creme auf keinen Fall angewandt werden.
</p>

<h2>
	Mögliche Nebenwirkungen
</h2>

<p>
	<strong>Sehr häufig</strong> (bei einem von 10 Behandelten oder mehr)
</p>

<ul>
	<li>
		Leichtes Brennen der behandelten Hautflächen und leichte Entzündung der umgebenden gesunden Haut. Dies zeigt gutes Ansprechen auf die Behandlung an und lässt mit zunehmender Behandlungsdauer meist nach.
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Häufig </strong>(bei mehr als einem von 100 Behandelten aber weniger als bei einem von 10)
</p>

<ul>
	<li>
		Verfärbung der behandelten Haut (vor allem bei höher dosierten Präparaten). Diese Verfärbung ist harmlos und bildet sich in der Regel circa 14 Tage nach Anwendung wieder zurück
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Sehr selten</strong> (bei weniger als einem von 10.000 Behandelten)
</p>

<ul>
	<li>
		Allergische Kontaktdermatitis (bei starken Hautreizungen Behandlung abbrechen)
	</li>
</ul>

<h2>
	Wechselwirkungen mit Medikamenten oder Wirkstoffen
</h2>

<ul>
	<li>
		Vorsicht ist bei photosensibilisierenden Medikamenten geboten, da deren Wirkung verstärkt werden kann.
	</li>
	<li>
		Die gleichzeitige äußerliche Anwendung von Präparaten mit Kohlenteer, Zinkoxid oder Stärke können die Wirksamkeit von Dithranol herabsetzen.
	</li>
	<li>
		Die gleichzeitige äußerliche Anwendung von Harnstoff oder Salicylsäure verstärkt die Wirkung von Dithranol, was bei entsprechenden Kombinationspräparaten auch genutzt wird. Auch Calcipotriol-haltige Cremes und eine UVB-Fototherapie kann die Wirkung verstärken.
	</li>
	<li>
		Präparate, die Propylenglycol enthalten, sollten vermieden werden. Dieser Stoff führt zur Oxidation von Dithranol und macht es dadurch unwirksam.
	</li>
</ul>

<h2>
	Was sollte man sonst noch wissen?
</h2>

<p>
	In kontrollierten klinischen Studien zeigten 30 bis 70 Prozent der Patienten einen mindestens 75%-igen Rückgang der Hauterscheinungen (Remission) nach fünf bis acht Wochen.
</p>

<p>
	In den Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft wird Dithranol als Monotherapie im ambulanten Bereich bei leichter bis mittelschwerer Psoriasis empfohlen. Die Anwendung sollte nur über vier bis acht Wochen erfolgen. Eine Langzeittherapie ist wenig praktikabel und bringt keinen Vorteil.
</p>

<p>
	In der Klinik können auch Kombinationstherapien (<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c40-bestrahlung" rel="">Lichttherapie</a> und andere äußerliche Therapien) bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vorgenommen werden.
</p>

<h2>
	<strong>Lagerung</strong>
</h2>

<ul>
	<li>
		bei 2° bis 8° C im Kühlschrank (Entnahme und Anwendung bei Raumtemperatur)
	</li>
</ul>

<p style="text-align:right;">
	<em>Maria Weiß, Ärztin / cl</em>
</p>

<p>
	<strong>Verwendete Literatur: </strong>
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-092" rel="external nofollow">Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris</a> (Appendix) – ICD10:L40.0
	</li>
	<li>
		<abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker"><abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker">Fachinformation</abbr></abbr> Micanol-Creme 1% (inzwischen außer Handel)
	</li>
	<li>
		<abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker"><abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker">Fachinformation</abbr></abbr> Psoradexan / Psoradexan mite/Psoradexan forte (inzwischen außer Handel)
	</li>
	<li>
		<abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker"><abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker">Fachinformation</abbr></abbr> Psoralon MT (inzwischen außer Handel)
	</li>
</ul>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<ul>
	<li>
		In unserem Forum haben Anwender ihre <strong><a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/33-dithranolcignolin/" rel="">Erfahrungen mit Dithranol</a></strong> aufgeschrieben.
	</li>
</ul>

<h2>
	Häufige Fragen zur Anwendung von Dithranol
</h2>

<h3>
	Was ist Dithranol?
</h3>

<p>
	Dithranol ist ein synthetisch hergestellter Abkömmling von Teer.
</p>

<h3>
	Wie wirkt Dithranol?
</h3>

<p>
	Dithranol unterdrückt die übertriebene Zellteilung, die bei Psoriasis das Problem ist. Außerdem behindert es Zellen, die falsch reagieren.
</p>

<h3>
	Wie bekomme ich Flecken aus der Kleidung?
</h3>

<p>
	Der Hersteller von Psoradexan hatte mal einen Handzettel herausgegeben. Dem entnahmen wir folgende Hinweise:
</p>

<blockquote>
	<p>
		Falls bei Anwendung von Psoradexan bräunliche Wäscheverfärbungen auftreten, so lassen sich diese im Allgemeinen durch Vorbehandlung mit "Sil Flecken<em>löser</em>" (Firma Henkel) beseitigen.
	</p>

	<p>
		Wichtiger Hinweis: "Sil Das Flecken<em>salz</em>" ist nicht geeignet!
	</p>

	<p>
		Eine weitere Möglichkeit für weiße oder farbechte (chlorechte) Textilien besteht in der Verwendung von Chlorbleibe mit hypochlorithaltigen Produkten (z.B. Kloris).
	</p>

	<p>
		Vorsicht! Wolle und Naturseide verfärben sich bei Chlorbleiche gelb und werden geschädigt. Bei anderen Textilien sollte auf das oftmals angebrachte Pflegesymbol (mit der Spitze nach oben gerichtetes Dreieck) geachtet werden.
	</p>
</blockquote>

<p>
	Es gibt vom Hersteller auch Hinweise zur Anwendung. Demnach sollen die Textilstücke über Nacht kalt eingeweicht werden, und zwar in kaltem Wasser, dem 10 Milliliter Fleckenlöser (siehe oben) pro Liter Wasser zugesetzt werden. Danach werden die Textilien normal gewaschen.
</p>

<p>
	Flecken im Bad gehen laut Dr. Reinhardt K. Achenbach beispielsweise mit Domestos, Chlorix oder Napisan 'raus - schreibt er in "Der Haut-Ratgeber: Alles über Haut, Haare, Nägel".
</p>

<h3>
	Wie viel Zeit soll ich Dithranol geben?
</h3>

<p>
	Wer nach einiger Zeit Anwendung nicht sicher ist, ob die Wirkung vielleicht bei ihm ausbleibt, sollte die Behandlung nicht zu zeitig abbrechen. Nach sechs Wochen jedoch sollten "normale" Psoriasis-Stellen abgeheilt sein.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">459</guid><pubDate>Mon, 21 Feb 2011 12:32:00 +0000</pubDate></item></channel></rss>
