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<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Expertenchats</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/s10-mitmachen/expertenchats-protokolle/?d=33</link><description>Artikel: Expertenchats</description><language>de</language><item><title>Expertenforum der anderen Art: Was wollt Ihr wissen?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/s10-mitmachen/expertenchats-protokolle/expertenforum-der-anderen-art-was-wollt-ihr-wissen-r1340/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2025_01/dermatologin-lupe.jpg.862632063de2a0221393665e4dd71fa1.jpg" /></p>
<p>
	In den vergangenen Jahren waren Expertenforen das, was der Name sagt: Foren. Die Internetwelt hat sich weitergedreht und vieles findet jetzt in sozialen Medien statt. Zum Beispiel bei Instagram. Einige Hautärzte informieren dort seriös über Hauterkrankungen, Hautprobleme und eben alles rund um die Haut.
</p>

<p>
	Darunter sind <a href="https://www.instagram.com/hautgeschichten_podcast/" rel="external nofollow">Dr. Ruo-Xi Yu und Dr. Johanna Meinhard</a> aus Berlin. Wir waren auf die beiden Ärztinnen auch über <a href="https://l.instagram.com/?u=https%3A%2F%2Fpodcasts.apple.com%2Fde%2Fpodcast%2Fhautgeschichten-der-podcast-f%2525C3%2525BCr-dermatologie%2Fid1723091930&amp;e=AT26xLGTelzMuNlbf0ZfiJwSL12IYAsXfE32FvLCF8Z0pPCdxNC5r5Z-L6NsikLW9k-NnRbNLEhK9PikyncNbLoQfq6iZ3HkJIJBO4QqHON62-iG" rel="external nofollow">ihren Podcast "Hautgeschichten"</a> aufmerksam geworden. Und so haben wir sie gefragt, ob wir nicht mal etwas gemeinsam machen wollen. Ihre Idee war dann das, was morgen passiert: Am 13. Januar 2025 wird es <a href="https://www.instagram.com/psoriasisnetz/" rel="external nofollow">in unserem Instagram-Kanal</a> die Möglichkeit geben, den beiden Hautärztinnen <strong>Fragen zum Thema Psoriasis</strong> zu stellen. Sie antworten dann ab 14. Januar in kurzen Videos wiederum bei Instagram.
</p>

<p>
	Aber weil Ihr nunmal hier seid, habt Ihr Vorsprung: Was wolltet Ihr schon immer mal von einer Hautärztin wissen? <strong>Schreibt es unten in die Kommentare</strong>, wir reichen Eure Fragen weiter.
</p>

<p>
	Wir werden die Fragen und Antworten später bei uns ins Forum reinstellen – schon, weil nicht jeder Instagram nutzt oder mag. Aber jetzt geht in Euch: Nutzt die Gelegenheit und fragt die beiden Hautärztinnen!
</p>

<div>
	<hr style="width:150px; margin:2em auto 1.9em; border:none; border-bottom:1px solid #000;">
</div>

<p>
	<em><strong>Update:</strong> Die Fragemöglichkeit hier ist beendet. Die Hautärztinnen feilen jetzt an den Antworten.</em>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1340</guid><pubDate>Sun, 12 Jan 2025 16:13:00 +0000</pubDate></item><item><title>Behandlung mit innerlichen Medikamenten</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/s10-mitmachen/expertenchats-protokolle/expertenchat-innerliche-medikamente-protokoll/</link><description><![CDATA[<p>
	Am 29. Oktober 2010 - dem Welt-Psoriasis-Tag - konnte jeder seine Fragen stellen, die er zu innerlichen Medikamenten schon immer mal loswerden wollte. <a href="https://www.centroderm.de/" rel="external nofollow">Professor Thomas Dirschka</a> saß am anderen Ende der Tastatur, um den Wissensdurst zu stillen.
</p>

<p>
	<strong>Mal eine ganz blöde Frage: Was sind diese Systemtherapien?</strong>
</p>

<p>
	Keine blöde Frage! Das sind Medikamente, die im Gegensatz zu Cremes und Salben eingenommen oder gespritzt werden.
</p>

<p>
	<strong>Seit 4 Wochen habe ich nun MTX genommen. Meine Leukozyten sind von 3,6 auf 2 runter. Ich finde das sehr besorniserregend. Wie kann ich die wieder hochfahren? MTX setze ich erst einmal ab.</strong>
</p>

<p>
	Sie sollten MTX absetzen. Eine Alternative wäre z.B. Fumarsäurederivate, wenn Sie keine Arthritis haben.
</p>

<p>
	<strong>In zwei Wochen geht es für mich in eine Reha. Nun habe ich aber von vielen Seiten gehört, dass eine Reha zwar kurzfristig die Pso in den Griff bekommt, dann aber schon nach kurzer Zeit soll es wieder los gehen. Meine Mutter war auch schon einige Male weg und hat gleiche Erfahrungen gemacht. Lohnt sich dann überhaupt eine Kur? Mein Arzt will mich unbedingt zu so einer Reha schicken, da der Körper zu extrem befallen ist. Ich habe nur Angst davor, dass ich nach der Reha auch Probleme im Gesicht bekomme, die ich jetzt noch nicht habe.</strong>
</p>

<p>
	Eine Reha bringt zunächst mal Entspannung und Ruhe - das ist bei Pso wichtig. Aber natürlich keine Langzeitkontrolle. Hier gibt es heute sehr wirksame Medikamente.
</p>

<p>
	<strong>Ich leide seit 40 Jahren an einer Psoriasis, die nicht sehr stark ausgeprägt ist. Wie bekomme ich die Stellen hinter dem Ohr und auf dem Kopf weg? Ich bin 63 Jahre, weiblich. Cremes sind unangenehm wegen langen Haaren. Gibt es auch eine andere Möglichkeit?</strong>
</p>

<p>
	Es gibt für die Kopfhaut sehr gute Schäume, die nicht fetten oder Spezialshampoos, die verschreibungspflichtig sind. Beide Anwendungen sind sehr wirksam und nicht fettig.
</p>

<p>
	<strong>Ich leide seit ca. 12 Jahren an Pso, erst an wenigen Stellen, jetzt habe ich es an den Ellbogen, am Po, Oberschenkeln, auf den Füßen, an den Fuß und Fingernägeln und in letzter Zeit sehr stark auf dem Kopf, aber jetzt mit Haarausfall. Da ich eine Frau bin, ist der Haarausfall und die Pso an den Nägeln für mich besonders schlimm, da ich im Dienstleistungsbereich arbeite und ich da wirklich drunter leide. Keines der Medikamente, die mir verschrieben wurden, hat mir wirklich geholfen, ich weiß jetzt nicht mehr weiter. Ich hätte ja gerne an Ihrer Studie mit der Grünlichttherapie teilgenommen, ist das noch möglich?</strong>
</p>

<p>
	Die Studie ist leider beendet. Es laufen aber aktuell neue Studien mit sehr wirksamen Medikamenten. Bei einer so schlimmen Schuppenflechte wirken leider äußere Therapien nicht so gut. Hier sollte man so genannte Systemtherapien einsetzen. Sie können sich gerne bei uns nach laufenden Studien erkundigen.
</p>

<div>
	<strong>Ich habe bereits 30 Infusionen Remicade im Uni-Spital erhalten (alle 8 Wochen). Bin seitdem vollkommen erscheinungsfrei. Meine Frage: Gibt es Erfahrungsberichte darüber, wie lange Infliximab gegeben werden darf und welche evtl. Nebenwirkungen sich aufgrund der langen Phase einstellen können. Bin 60 Jahre und leide seit 7 Jahren (also Spätzünder) an dieser Erkrankung.</strong>

	<p>
		Wenn Sie die Therapie gut vertragen, ist sie auch langzeitig unter ärztlicher Kontrolle sicher. Die dauernde Entzündung bei Schuppenflechte sollte kontrolliert werden (z.B. durch eine Systemtherapie), da sie andere Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt) begünstigt. Also: Bleiben Sie dabei, so lange es gut wirkt.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Bei mir ist eine Gebärmutterschleimhautverdickung aufgetreten und die Gynäkologin fragte mich nach Immunsuppresiva. Gibt es da einen Zusammenhang mit der Verabreichung von Remicade? Muss noch anmerken, dass ich jede Woche MTX 7,5 mg nehme.</strong>

	<p>
		Das Remicade wirkt auf einen bestimmten Bereich des Immunsystems dämpfend. In klinischen Studien ist aber kein Zusammenhang mit Gebärmutterveränderungen gesehen worden. Die Frage ist jedoch sehr speziell und erfordert mehr Informationen über die Art der Gebärmutterveränderung.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Danke für die schnelle Antwort. Mit Gelbkörperhormonen bin ich zur Zeit behandelt worden, danach evtl. eine Kürettage und man wird weitersehen. Einen Zusammenhang mit den Infusionen sehen Sie also nicht?</strong>

	<p>
		Nein. Es sollte aber hier noch einmal genau der feingewebliche Befund des Gewebes angesehen werden; ggf. spielen bestimmte Viren schon einmal eine Rolle; dann sollte man neu überlegen.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Welche Erfahrungen haben Sie mit der Langzeitsanwendung von Fumaderm? Stichworte: Wirkverlust, Blutwerte - Erfahrungen</strong>

	<p>
		Fumaderm ist ein sehr sicheres Medikament. Am Anfang der Therapie treten schon mal Nebenwirkungen am Magen / Darm auf. Auch können bei einzelnen Patienten weiße Blutkörperchen absinken (ist aber selten sehr ausgeprägt). Damit ist das für eine Langzeitkontrolle sehr gut geeignet. Ich selbst habe Patienten seit 15 Jahren unter Fumaderm.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Danke für Ihre Antwort auf die Fumaderm-Antwort. Stellten Sie eine abnehmende Wirkung von Fumaderm im Laufe der Jahre fest?</strong>

	<p>
		Nein, das ist ein besonderer Vorteil dieses Präparates. Die Frage ist aber wichtig, da solche Wirkverluste durchaus bei anderen Medikamenten vorkommen; z.B. Cyclosporin.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Wenn jemand auf Fumaderm anspricht, kann man davon ausgehen, dass nach einer Behandlungspause das Medikament wieder wirkt?</strong>

	<p>
		Ja! Aber wieso sollte eine Behandlungspause eingelegt werden? Ein Patient der unter Bluthochdruck leidet macht ja auch keine Behandlungspause mit seinen Bluthochdruckmedikamenten! Die Schuppenflechte sollte wirklich langzeitkontrolliert werden, da die Entzündung auch für andere Organe schlecht ist. Also… Keine Pause.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Die Pause war bezogen auf mögliche Verschlechterung der Blutwerte bei Fumaderm.</strong>

	<p>
		Die Blutwerte ändern sich nur sehr selten, auch in der Langzeittherapie ist das Präparat sicher. Es gibt keinen Grund, zu unterbrechen, es sei denn, bei Ihnen sind im konkreten Fall tatsächlich Blutveränderungen aufgetreten. Aus Vorsicht muss man jedoch nicht unterbrechen.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Mein Problem ist, dass ich jetzt endlich eine Lotion gefunden habe, die mir hilft, die aber nur einmalig von einem Allgemeinarzt verschrieben wurde. Der Hautarzt, bei dem ich war, wollte sie mir allerdings nicht verschreiben, sondern hat mir etwas anderes geben wollen, was mir aber gar nicht hilft. Wie kommt man denn an ein Medikament, von dem man schon weiß, dass es einem hilft, es aber nicht vom Arzt verschrieben wird?"</strong>

	<p>
		Welche Lotion ist das? Wenn sie gut wirkt und auch länger gegeben werden kann, sollte der Hautarzt das auch verschreiben. Sind es die Kosten oder hat der Arzt andere Gründe genannt, wieso er das nicht verschreibt?
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Es handelt sich bei der Lotion um Clobegalen. Der Allgemeinarzt wollte das aber nicht weiter verschreiben, sondern hat mich nur zum Facharzt, also Hautarzt, geschickt. Und nein, der hat nicht begründet, weswegen er mir das nicht verschreiben möchte. Mir bleibt jetzt nur noch, alle Hautärzte in der Stadt auszuprobieren und zu hoffen, dass ich einen finde, der mir das wieder verschreibt.</strong>

	<p>
		Clobegalen wirkt gut, es darf aber nicht dauerhaft eingesetzt werden; man braucht hier Behandlungspausen. Ansonsten ist das Präparat auch nicht so teuer, sodass Kostengründe hier nicht so wichtig sind. Vielleicht sprechen Sie noch einmal mit Ihrem Hautarzt.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Haben Sie eigentlich schon Erfahrung mit Biologics gemacht wie Humira oder Stelara?</strong>

	<p>
		Klar, das sind ja keine ganz neuen Präparate mehr; was möchten Sie denn darüber wissen?
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Ab wann empfehlen Sie die Gabe von MTX? Ich habe leichte Beschwerden mit den <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PSA</abbr></abbr> - vor allem in den Kniegelenken (meist beim Treppensteigen und längeren Laufen). Soll aber vorerst nur Ibuprofen nehmen.</strong>

	<p>
		Das hängt davon ab, wie Ibuprofen wirkt. Wenn es gut funktioniert, kann das ja zunächst weiterlaufen. MTX wirkt gut bei Schuppenflechtenarthritis; es wirkt aber nicht bei z.B. Gelenkverschleiß. Ist es denn klar, dass die Kniebeschwerden nur von der Psoriasis kommen. Wenn das so ist und Ibuprofen nicht ausreicht, könnte man MTX versuchen.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Biologics zielen auf verschiedene Zielstrukturen ab - Humira auf TNF alpha und Stelara auf die gemeinsamen Ketten von IL-12 und IL-23. Beide Produkte sind einfach zu handhaben, das weiß ich. Aber welches bietet besser Erfolgschancen?</strong>

	<p>
		Beide Produkte haben in klinischen Studien eine ähnliche Wirksamkeit gezeigt. Stelara wird nur alle 3 Monate gespritzt, was manche als Vorteil empfinden. IL 12/23 gehört auch die Entzündungswelt von TNF alpha, sodass auch der Wirkmodus nicht so unterschiedlich ist. Also: Beides ähnlich gut geeignet.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Ibuprofen wirkt soweit. Ich creme meine Knie auch noch mit Kytta-Salbe ein. Bilde mir ein, das hilft in Kombination. <span class="ipsEmoji">😉</span> Hab aber Angst, dass der Gelenkverschleiß nicht mehr zu reparieren ist.</strong>

	<p>
		Wenn es Verschleiß ist, wäre MTX nicht so gut. Manchmal helfen bei Gelenkverschleiß auch kleine Tricks, wie z.B. eine Schuhaußenranderhöhung; vielleicht sprechen Sie mal mit Ihrem Orthopäden darüber; dann können die Knie bei etwas anderer Belastung länger halten.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Ich habe auch noch ein blöde Frage <span class="ipsEmoji">🙂</span> Was genau ist die Biologika-Behandlung und wie sind die Erfolgschancen?</strong>

	<p>
		Wieder eine wichtige Frage... Biologics sind neue Medikamente, die ganz gezielt in Fehlsteuerungen des Immunsystems angreifen, und zwar dort, wo die Erkrankung entsteht. Die Erfahrungen mit diesen Medikamenten sind sehr gut; allerdings dürfen sie erst verordnet werden, wenn herkömmliche Schuppenflechtenmedikamente versagt haben, nicht vertragen werden oder kontraindiziert sind.
	</p>

	<p>
		Ich weiß, dass viele Patienten sehr unter Schuppenflechte leiden, aber nie mehr als Cremes und Salben bekommen haben. Das muss sich ändern, da es heute sehr gute Möglichkeiten gibt, diese schlimme Krankheit zurückzudrängen. Das ist für die Lebensqualität betroffener Patienten oft wie ein neues Leben.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Können Sie die neuen Möglichkeiten kurz erläutern?</strong>

	<p>
		Es gibt heute eine ganze Palette von Therapien gegen Schuppenflechte, die sehr individuell auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt werden können. Die Therapien sind sehr gut erforscht und haben auch für die Langzeitkontrolle gute Wirksamkeit und Verträglichkeit gezeigt. Leider werden diese neuen Therapie zu wenig eingesetzt, was oft mit den Kosten begründet wird.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Woran liegt das, dass man anfangs oft zu lange bei Salben bleibt? Bei mir war das auch so.</strong>

	<p>
		Ehrlich gesagt - ich verstehe das auch nicht. Cremes und Salben sind bei leichter und begrenzter Schuppenflechte berechtigt. Ansonsten gehört eine mittelschwere bis schwere Schuppenflechte anders behandelt. Vielleicht machen sich manche Ärzte nicht genügend Gedanken, was Schuppenflechte für die Betroffenen wirklich bedeutet und wie schön das Gefühl ist, die Krankheit mal los zu sein. Ich darf hier vielleicht ergänzen, dass meine Schwester auch unter Schuppenflechte litt und ich daher weiß, wie schwer das Leben mit dieser Krankheit gerade für junge Menschen sein kann und wie frustrierend das dauernde eincremen ist, v.a wenn es nicht wirkt.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Ist es eigentlich so, dass bei Einnahme aller Biologics eine Schwangerschaft vermieden werden sollte, oder gibt es Ausnahmen?</strong>

	<p>
		Zu Schwangerschaften unter der Therapie mit Biologics gibt es bislang zu wenig Informationen, sodass für die Zeit der Anwendung eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden sollte. Man weiß einfach zu wenig und geht auf Nummer sicher.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Können Sie einige Tipps geben, wo man sich gut zum Thema informieren kann?</strong>

	<p>
		Ja, gerne. Ein Weg sind sicherlich Selbsthilfeorganisationen; hier gibt es verschiedene, die man im Internet findet. Dabei geht es nicht nur um aktuelle Tipps, Vermittlung geeigneter Behandlungszentren und neuer Therapien sondern natürlich auch um das Gefühl, mit der Krankheit nicht allein zu sein. Das erscheint mir besonders wichtig.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Eine weitere Frage zu einem mir bekannten Fall: Warum werden in bekannt gut wirksamen Auswirkungen Biologics durch eine behandelnde Klinik eingestellt und mit einem anderen Biologic herumexperimetiert?</strong>

	<p>
		Ich kenne den konkreten Fall zwar nicht, habe hier aber eine klare Meinung: Wenn ein Patient gut auf eine Therapie anspricht, sollte er dabei bleiben und man sollte ihn nicht in klinischen Studien behandeln. Klinische Studien sind eher was für Patienten, die bisher unbehandelt sind oder bei denen die bisherige Therapie nicht wirkt.Studien sind wichtig. Medikamente werden aber heute nur zugelassen, wenn sie mindestens so wirksam sind wie bisher zugelassene Medikamente. Sie müssen also eine Verbesserung darstellen.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Ich finde, es ist sehr schwierig, einen Hautarzt zu finden, der indivuduell auf den Pso-Patienten eingeht. Mein Sohn und ich haben beide Pso und schon so manchen Arzt durch. Zur Zeit sind wir im Ärztehaus am Laurentiusplatz in Behandlung, aber das Einzige, was uns ständig verschrieben wird, ist Cortison. Ich habe oft das Gefühl, abgefertigt, aber nicht ernst genommen zu werden.</strong>

	<p>
		Ich glaube, das ist ein besonderes Problem unseres Gesundheitssystems. Diese Antwort hilft Ihnen konkret sicher nicht; aber das System ist einfach auf Masse und nicht auf Klasse angelegt. Gerade bei chronischen Hautkrankheiten ist die Betreuung und Fürsorge besonders wichtig - kostet aber Zeit, die im System nicht vorgesehen ist. Für Medikamente stehen zu wenig Mittel zur Verfügung, was ein weiteres Problem ist.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Ab welchen Punkt sollte mit der innerlichen Therapie begonnen werden?</strong>

	<p>
		Es gibt dazu eine einfache Regel: Wenn entweder 10% der Körperoberfläche betroffen sind oder ein Schweregrad-Index, den der Hautarzt misst (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>-Index) größer 10 ist oder die Lebensqualität des Patienten deutlich eingeschränkt ist (kann man auch mit Fragebogen messen). Auch eine sehr lokalisierte Psoriasis, z.B. im Anal- oder Genitalbereich kann Anlass geben, eine innerliche Therapie einzusetzen.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Ist meine Information richtig, dass über die Dauer der Erkrankung zunächst mit äußerlichen Medikamenten und Bestrahlungen behandelt wird, dann mit innerlichen Medikamenten (sofern Erfolgsaussicht besteht) und erst möglichst spät mit Biologika, um sich noch Chancen für die Zukunft der Behandlung offen zu lassen? Oder behandelt man als Arzt eher nach aktueller Erfordernis?</strong>

	<p>
		Nein, das ist anders. Wenn die Schuppenflechte mittelschwer oder schwer ist, fängt man gleich mit einer innerlichen Therapie an. Die Medikamente muss man nicht für später aufsparen. Biologics sind sinnvoll, dürfen aber erst eingesetzt werden, wenn herkömmliche Therapien nicht wirken, nicht vertragen werden oder kontraindiziert sind.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Ich verwende Enbrel schon ca. 5 Jahre, gibt es Erfahrungswerte wie lange Enbrel</strong>®<strong> angewendet werden kann? Mir kommt vor, dass die Wirkung nachlässt, gibt es hierzu auch schon Auswertungen?</strong>

	<p>
		Es gibt Auswertungen über diesen Zeitraum; dabei zeigte sich in klinischen Studien kein Wirkverlust. Im Einzelfall kann es jedoch immer mal zu Wirkverlusten kommen; ich würde aber dabei bleiben, solange die Psoriasis damit befriedigend kontrolliert wird.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Nach langjähriger Psoriasis hat sich bei mir vor einigen Jahren Psoriasis-Arthritis dazugesellt. Die Gelenkbeschwerden sind gerade im Winter bei Kälte manchmal ziemlich massiv. Zehen und Fingergelenke sowie Wirbelsäule sind fast permanent betroffen. Ich weiss, dass ich irgendwann Medikamente nehmen sollte um Gelenkveränderungen zu vermeiden. Nur wann ist der richtige Moment? Ich habe Angst vor Nebenwirkungen...</strong>

	<p>
		Bitte bedenken Sie, dass eine chronische Entzündung, wie bei Psoriasis mit Arthritis andere gesundheitliche Risiken durch die Entzündung kommen. Z.B. ist das Herzinfarktrisiko bei schwerer Psoriasis bis 4-fach erhöht; mit der Therapie sinkt auch dieses Risiko. Außerdem haben Sie in Ihrer Situation eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität. Es gibt gerade für Sie sehr gute Medikamente, die Ihre Situation deutlich bessern könnten. Eine Thearpieempfehlung kann ich leider nicht geben, da ich Ihren Fall nicht genau kenne; sprechen Sie doch mal mit Ihrem Hautarzt darüber.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Es werden meistens drei Standardmedikamente zur innerlichen Therapie verabreicht (Cyclosporin, MTX und PUVA) alle diese Medikamente sind mehr als überholt und die Nebenwirkungsliste ist endlos gibt es ausser den Biologics noch Alternativen?</strong>

	<p>
		Nicht alles Alte ist auch schlecht: Cyclosporin finde ich auch nicht so gut; macht Nebenwirkungen und wirkt mit der Zeit immer schlechter. MTX kann man auch länger geben und es funktioniert in mittlerer Dosierung oft ohne Probleme längere Zeit. PUVA darf wegen des Hautkrebsrisikos nicht unbegrenzt eingesetzt werden. Ein weiteres Medikament, das lange und oft sicher funktioniert sind Fumarsäureester; hierzu gibt es über 10 Jahre sehr ermutigende Langzeit-Erfahrungen.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Da frage ich mich jetzt, wenn eine Psoriasis im Anal- oder Genitalbereich vorhanden ist (bei mir ist die rechte Gesäßhälfte fast komplett befallen) bei mir immer noch nur mit Cortison behandelt wird? Herr Dr. Dirschka, ich glaube, ich sollte mal bei Ihnen vorbeikommen :-))) Mir wurde noch nie eine innerliche Therapie empfohlen.</strong>

	<p>
		Der Befall am Gesäß ist oft sehr belästigend. Es ist mittlerweile aber Teil nationaler und internationaler Psoriasisleitlinien, dass man innerlich in solchen Fällen therapieren sollte. Solche Therapien bekommen sie aber auch bei jedem guten Dermatologen in Deutschland / Schweiz / Österreich. Sprechen Sie doch mal offen mit Ihrem Arzt.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Gibt es spezielle Behandlungsmethoden bei Psoriasis im Genitalbereich? Sie tritt bei mir, wenn sie auftritt, in Form der Psoriasis Inversa auf und befällt um die 100 % des männlichen Genitals. Länger währendes Auftreten führt zu phimoseähnlicher Beeinträchtigung</strong>.

	<p>
		Es gibt keine spezielle Therapie. Wenn es sehr schlimm ist und Kortisone / Vitamin-D3-Präparate nicht wirken, sollte man eine innerliche Therapie erwägen. Auch wenn die Fläche des Befalls klein ist, ist der Leidensdruck bei dieser Lokalisation natürlich maximal. Sprechen Sie doch mal mit Ihrem Dermatologen über Möglichkeiten der innerlichen Therapie.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Meine Ärztin weiß das ja, ich habe ihr alle befallenen Stellen gezeigt, aber trotzdem gab es bisher nur Cortison. Ich empfinde das auch sehr belastend für mein Sexualleben, meinen Mann stört meine Pso zwar überhaupt nicht, aber ich schäme mich trotzdem und das schränkt mich ein.</strong>

	<p>
		Wenn Ihre Ärztin dafür kein Verständnis hat, ist sie für Sie die falsche Ärztin! Dann würde ich mal wechseln und offen die Probleme anprechen!
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Wie stellt man fest, ob die Wirbelsäule durch Pso in Mitleidenschaft gezogen wurde oder ob es nur normale Rückenschmerzen sind?</strong>

	<p>
		Durch eine Röntgenaufnahme, eine Skelettszintigraphie (die zeigt an, wo genau die Entzündung sitzt) und ggf. durch eine Blutuntersuchung des HLA B27, das oft bei Befall der Wirbelsäule positiv ist.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Betreffend Ihrem Hinweis zur chronischen Entzündung bei meiner Psroriasis-Arthritis: Ich frage mich schon lange, ob meine jahrelange dauernde Müdigkeit (um nicht zu sagen Erschöpfung) nicht auch einen Zusammenhang mit der chronischen Entzündung von Haut und Gelenken hat. Was meinen Sie dazu?</strong>

	<p>
		Genau das meine ich. Da ist ein dauerndes entzündliches Grundrauschen in Ihrem Körper. Und das kostet in jeder Beziehung Kraft.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Ist ein Rückfall mit Stelara möglich?</strong>

	<p>
		Was meinen Sie genau? Die Psoriasis kommt nach dem Absetzen wieder. Unter Therapie bleibt die Psoriasis sehr lange stabil (hier gibt es bereits Langzeitdaten). Oder meinen Sie einen so genannten Rebound, also dass die Psoriasis nach Absetzen schlimmer wiederkommt? Das kann, muss aber nicht sein.
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Vielen Dank für Ihre Antworten. Ich habe noch einige neue Dinge, trotz Vorkenntnisse, erfahren dürfen. Danke!</strong>

	<p>
		Gerne! Ich hoffe, ich habe etwas weitergeholfen!
	</p>
</div>

<div>
	<strong>Möchten Sie abschließend noch ein kleines Resumee geben?</strong>

	<p>
		Herzlichen Dank für den engagierten Chat; hat mir viel Spaß gemacht. Die Probleme sind immer die gleichen: Es gibt schon gute Therapien, aber wie gelange ich am besten zu diesen Therapien. Ich denke, die Gesundheitspolitiker müssen noch einmal nachdenken und sollten sich vielleicht mal in diese Chats einklinken, um das Ohr näher am Volk zu haben. Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende.
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">449</guid><pubDate>Wed, 03 Nov 2010 13:54:00 +0000</pubDate></item><item><title>Ern&#xE4;hrung und viele andere Themen beim Expertenchat</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/s10-mitmachen/expertenchats-protokolle/expertenchat-2009/</link><description><![CDATA[
<p></p><p>Der Welt-Psoriasis-Tag war Anlass für einen Expertenchat am 29. Oktober 2009. Dr. Urs Büttiker und Christine Wenger saßen auf der anderen Seite der Tastatur. Thema des Chats war "Was Sie schon immer über Schuppenflechte und über Ernährung im Zusammenhang mit Schuppenflechte wissen wollten."</p><p></p><p>Wir haben die Fragen und Antworten zur besseren Lesbarkeit etwas sortiert.</p><p></p><h3>Fragen zur Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis</h3><p></p><p><b>Ich bin an Psoriasis erkrankt. Seit etwa einem Jahr habe ich verstärkte Schübe am ganzen Körper. Zur Behandlung nehme ich Psorcutan Creme und Psorcutan Beta Salbe. Beides mit mäßigem Erfolg. Könnte die Verschlechterung an dem Blutdrucksenker Moxonidin liegen, die ich seit März 2009 verordnet bekommen habe? Der Beipackzettel spricht von gelegentlichen allergischen Hautreaktionen.</b></p><p></p><p>Durchaus können Medikamente wie Blutdrucksenker Psoriasis unterhalten und verstärken. Ich empfehle, dies mit Ihrem Hautarzt zu besprechen.</p><p></p><p><b>Ich habe seit meinem 13. Lebensjahr Schuppenflechte an den Ellbogen. Seit ein paar Wochen wuchert es so sehr, dass ich die Hände und meinen Oberkörper damit voll habe. Was kann ich machen?</b></p><p></p><p>Es gibt wirksame Therapieformen bei Psoriasis, dies sind zum Beispiel im ersten Schritt Salben, dann können weitere Maßnahmen wie Lichtherapie oder Medikamente helfen. Wenn Sie sogar bei der Arbeit Probleme damit bekommen, empfehle ich dringend eine Konsultation bei einem Dermatologen.</p><p></p><div><b>Das Medizinprodukt Regividerm ist zur Zeit in aller Munde. Wie stehen Sie zu diesem Produkt? Halten Sie es für wirksam?</b></div><p></p><p>Gemäß Professor Altmeyer, der eine Studie durchgeführt hat, kann tätsachlich Vitamin B 12 in dieser Salbe antientzündlich sein und bei der Psoriasis helfen. Es gibt aber bereits schon lange Salben z.B. mit Vitamin D, die bei der Psoriasis im Einsatz sind und auch helfen können.</p><p></p><p><b>Hat der Wirkstoff THC was damit zu tun, dass die Schübe immer schlimmer werden?</b></p><p></p><p>Der Wirkstoff unbedingt selber nicht, aber das Rauchen kann wie weitere Noxen, z.B. der Alkohol, die Psoriasis verschlimmern.</p><p></p><p><b>Sind Sehnenentzündungen (derzeit geschwollener Knöchel) typisch für eine Psoriasis arthritis?</b></p><p></p><p>Tatsächlich kann eine Psoriasis Sehnenentzündungen verursachen.</p><p></p><p><b>Gibt es einen empfohlenen Blutdrucksenker für Psoriasis-Erkrankte?</b></p><p></p><p>Grundsätzlich empfehlen wir Dermatologen Angiotensin-II-Antagonisten, welche am wenigsten psoriasiformes Potential haben.</p><p></p><p><b>Salben, Lichttherapien... - ich habe alles schon probiert, leider ohne Erfolg. Sogar meine Ernährung habe ich komplett umgestellt.</b></p><p></p><p>Grundsätzlich ist in diesem Fall nochmals ein gründliches Therapiekonzept mit Ihrem Hautarzt zu besprechen. Hierbei gibt es auch als weitere Schritte Medikamante als Tabletten, Spritzen, die bei einer hartnäckigen Psoriasis zum Einsatz kommen.</p><p></p><p><b>Können Sie mir eine Salbe angeben, welche so ziemlich viel Linderung oder besser Heilung bewirken könnte? Meine Psoriasis habe ich ausschließlich an Handflächen und Fußsohlen, seit fast vier Jahren.</b></p><p></p><p>Es gibt derzeit keine bekannte definitive Heilung bei Psoriasis. Aber es gibt Salben, die die Psoriasis unterdrücken können. z.B. im akuten Schub Diprosalic Salbe, im subakuten Schub <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/daivobet" rel="">Daivobet Salbe</a> und langfristig bei Rückgang z.B. Daivonex Creme.</p><p></p><p><b>Können häufige Mandelentzündungen im Kindesalter die Psoriasis ausgelöst haben? Nach der Entfernung der Mandeln wurde die Psoriasis weniger und die Gelenkprobleme gingen.</b></p><p></p><p>Infekte wie Mandelentzündungen können eine Psoriasis auslösen. </p><p></p><p><b>Gibt es eigentlich wirklich Fälle, in denen eine Psoriasis verschwindet, so wie sie gekommen ist, oder sind das nur Gerüchte?</b></p><p></p><p>Tatsächlich kann eine Psoriasis für eine gewisse Zeit wieder verschwinden, die Veranlagung bleibt aber bestehen.</p><p></p><p><b>Ist die Psoriasis in der Altenpflege ein Kündigungsgrund?</b></p><p></p><p>Nein, denn die Psoriasis ist nicht ansteckend.</p><p></p><p><b>Wie lange sollte man die verschiedenen Thearpien ausprobieren, bis man sagen kann, ob es wirkt oder nicht? Ich gehe im Moment dreimal pro Woche zur Bestrahlung (glaube UVB) merke aber noch keine Besserung.</b></p><p></p><p>UVB-Lichttherapien brauchen mindesten 20 Sitzungen, bis sich ihre Wirkung zeigt.</p><p></p><p><b>Wann kann ich sagen, dass bei mir die Bestrahlung nicht anschlägt und ich etwas anderes ausprobieren sollte?</b></p><p></p><p>Wenn nach 30 Lichtsitzungen mit einer optimalen ausgebauten lokalen Therapie keine Besserung eintritt, würde ich mit Ihnen das Therapiekonzept neu überdenken.</p><p></p><p><b>Ich wüsste gerne, ob es eine Wechselwirkung zwischen Psoriasis pustulosa und Blutverdünnern sowie Blutdrcksenkungsmitteln gibt. Meine Psoriasis ist nach Einnahme dieser Medikamente wieder aufgetreten.</b></p><p></p><p>Ja, ein Zusammenhang ist durchaus möglich.</p><p></p><p><b>Haben Sie von dem Pamphlet von Dr. Robert Connolly "Psoriasis kann geheilt werden" gelesen? Wenn ja, was denken Sie darüber?</b></p><p></p><p>Das kenne ich nicht, zum jetzigen Zeitpunkt ist aber leider noch keine Heilung bei Psoriasis möglich.</p><p></p><p><b>Bei mir wurde vor acht Wochen die Psoriasis arthritis diagnostiziert. Psoriasis habe ich schon seit früher Kindheit. Wie warscheinlich ist es, dass meine Mutter ebenfalls Psoriasis oder Psoriasis arthritis haben könnte? Sie muss wegen koronarer Herzerkrankung Betablocker nehmen und es bilden sich zusehens entzündete Hautstellen bei ihr. Zusätzlich hat man bei ihr eine Arthritis diagnostiziert. Ihr Hausarzt meint, es wäre unwarscheinlich, da ich wohl die erste in der Erbfolge bin.</b></p><p></p><p>Ich denke schon, dass Sie auch eine Psoriasis haben könnte.</p><p></p><p><b>Ist Bepanthen-Creme ein geeignetes Produkt zur Pflege psoriatischer Haut? Wenn nicht - was empfehlen Sie für eine Pflegecreme?</b></p><p></p><p>Bepanthen kann benutzt werden, aber es gibt eine Vielzahl von Externa für die Pflege. Keines kann unbedingt empfohlen werden. Wichtig ist, dass die Haut gepflegt wird.</p><p></p><p><b>Gibt es einen Zusammenhang zwischen Psoriasis, Übergewicht und Gelenkproblemen? Wir sind nicht gemeinsam aufgewachsen, und doch sind fast alle im engeren Familienumfeld betroffen.</b></p><p></p><p>Alle drei Krankheiten können unabhängig von einenander auftreten. </p><p></p><p><b>Warum fördert Übergewicht die Psoriasis?</b></p><p></p><p>Fett, besonders im Bauchraum, produziert entzündungsfördernde Stoffe. Da Psoriasis eine entzündliche Krankheit ist, können durch diese Stoffe Schübe verstärkt werden.</p><p></p><p><b>Können Psoriasis arthritis, Multiple Sklerose, offener Rücken und Lippen-Kiefer-Gaumenspalte in einer Familie gleiche Gendefektursachen haben?</b></p><p></p><p>Nein, das wäre mir nicht bekannt. </p><p></p><p><b>Können erhöhte ANA´s (1:320) schon allein von einer Psoriasis kommen, oder sollte weitergesucht werden?</b></p><p></p><p>Erhöhte ANA können durch Haut - Entzündungen zu erklären sein, dies muss aber im Kontext mit anderen Symptomen mit Ihrem Arzt besprochen werden.</p><p></p><p><b>Was halten Sie von der Excimer-Lasertherapie als spezielle Form der Lichttherapie?</b></p><p></p><p>Bei umschriebenen hartnäckigen Psoriasis-Herden ist dieser Therapieansatz möglich.</p><p></p><p><b>Bis vor einigen Jahren gab eine Salbe mit Namen Poloris Fettceme. Diese habe ich mit guten Ergebnissen angewendet. Leider wurde sie vom Markt genommen, weil sie Teer enthielt. Gibt es ein Vergleichsprodukt?</b></p><p></p><p>Psosiasis kann durch eine sehr gute fettende Hautpflege durchaus positiv beeinflusst werden. Zu Teersalben: ja es gibt Produkte, die in Magistralrezepturen vom Arzt verschrieben werden könen, das heißt, sie müssen vom Apothkeker hergestellt werden.</p><p></p><h3>Psyche und Psoriasis (arthritis)</h3><p></p><p><b>Wenn die Psoriasis nicht stärker wird - ist der seelische Stress; nicht groß genug? Mir werden somatische Störungen vorgeworfen, weil mein Mann ein Pflegefall ist.</b></p><p></p><p>Seelischer Stress kann eine Psoriasis stark verschlimmern. Umgekehrt kann das Bewusstsein, an einer Psoriasis zu leiden, auch seelische Störungen verursachen.<b></b></p><p></p><p></p><p><b>Ich bin Borderliner. wirkt sich das auf die Psoriasis aus, wenn ich schlechte Schübe habe?</b></p><p></p><p>Seelischer Stress oder psychsiche Störungen können einen Psoriasis-Schub auslösen.</p><p></p><p><b>Mein Bruder und mein Neffe haben Psoriasis arthritis. Bei mir sollen die gesamten Gelenkprobleme laut Rheumadoc somatisch sein, weil das Blut ok ist. Ich habe Schuppenflechte.</b></p><p></p><p>Weil Bruder oder Neffe Psoriasis haben, könnten Sie dies auch haben. Wenn der Rheumatologe keine Anhaltspunkte für eine Psoriasis arthritis hat, kann man davon ausgehen, dass Sie keine Psoriasis haben. Zum jetzigen Zeitpunkt müssen Sie wohl dem Rheumatologen, der bei Ihnen keinen Gelenksbefall feststellt, obwohl Sie unter Hautpsoriasis leiden, glauben. Der Rheumatologe kennt klinisch und radiologische Kriterien für einen Gelenksbefall, der bei Ihnen scheinbar nicht vorliegt. Dennoch ist im Verlauf wieder eine Beurteilung notwendig, vor allem wenn Sie mehr Gelenkschmerzen bekommen.</p><p></p><h3>Behandlung mit Kortison</h3><p></p><p><b>Auf Kortison-Präparaten steht oft, dass diese nicht für Anwendungen im Gesicht geeignet sind. Was empfehlen Sie gegen Psoriasis im Gesicht?</b></p><p></p><p>Es kann kurz ein Kortison im Gesicht angewendet werden, dann ein Konmbinationspräparat mit Vitamin D, das die Nebenwirkungen von Kortison mildert, und dann Vitamin D allein. Es gibt auch den Wirkstoff der Calcineurin-Inhibitoren, der beim atopischen Ekzem eingesetzt wird.</p><p></p><p><b>Zur kortisonhaltigen Salbe habe ich zwei Mediziner befragt, und natürlich zwei Meinungen gehört: 1) tägliche Anwendung ist möglich. 2) Anwendung maximal zweimal in der Woche. Was empfehlen Sie? Welche Nebenwirkungen sind möglich?</b></p><p></p><p>Tägliche Anwendung ist nur am Anfang möglich, dann nur noch zweimal pro Woche, dies aber auch nicht allzu lange. Lieber sollte bald auf ein Vitamin-D-haltiges Kombinationspräparat oder Vitamin D allein umgestellt werden.</p><p></p><p><b>Kann durch die Einnahme eines kortisonhaltigen Nasensprays über einen langen Zeitraum ein Psoriasisschub ausgelöst werden? Eine Kur mit Kortisontabletten (wegen Nasenpolypen) hat bei mir einen Psoriasisschub bewirkt.</b></p><p></p><p>Im Gegenteil Kortison bewirkt eine starke Linderung der Psoriasis, aber ich denke, bei Ihnen wurde der Schub ausgelöst, wo die Kortisontabletten reduziert wurden. Das Absetzen von Kortison kann einen starken Rebound bewirken.</p><p></p><p><b>Cardiospermum wurde mir als natürliches Kortison empfohlen. Ist die Wirkung vergleichbar? Ich nehme an, dass ein solches Produkt dann nicht von der Krankenkasse getragen würde?</b></p><p></p><p>Cardiospermum ist ein homöopathisches Präparat. Es ist nicht vergleichbar, weil es gar kein Kortison enthält. Meines Wissens übernimmt die Krankenkasse das Produkt nicht.  </p><p></p><h3>Behandlung mit Biologics</h3><p></p><p><b>Ich bekomme seit vier Wochen Humira. Leider hat sich bislang noch keine Verbesserung meines Hautbildes eingestellt. Kann ich mit einer positiven Wirkung des Medikamentes noch rechnen?</b></p><p></p><p><b>Ja, diese Biological wirkt nicht sehr schnell.</b></p><p></p><p><b>Sind Ihnen noch Spätfolgen bekannt zwecks Raptiva?</b></p><p></p><p>Raptiva hat Auswirkungen auf das Nervensystem , was zu einer Entmarkung führen kann.</p><p></p><p><b>Sie sagen: Raptiva kann zu einer Entmarkung führen. Wie kann man ein solche ausschließen? Ich habe Raptiva immerhin über ein Jahr genommen und hatte einen extrem starken Rebound.</b></p><p></p><p>Dies erfolgt z.B. über neurologische Untersuchungen bzw., wenn Sie sich gesund fühlen und keine neurologischen Probleme haben, ist bei Ihnen nicht von einer solchen Nebenwirkung auszugehen.<b></b></p><p></p><p></p><h3>Behandlung in der Schwangerschaft</h3><p></p><p><b>Ich bin schwanger. Welche Therapieformen sind während Schwangerschaft und Stillzeit möglich?</b></p><p></p><p>Äußerlich lediglich Kortison, aber nur in Rücksprache mit dem Facharzt.</p><p></p><p><b>Ist Daivonex / Daivobet ein Kortisonpräparat? Mein Arzt hat mir stark davon abgeraten es während der Schwangerschaft zu verwenden.</b></p><p></p><p>Beide enthalten Vitamin D. Daivobet enthält zusätzlich Kortison, aber das Vitamin D in beiden ist das Problem. Deshalb sollten beide während einer Schwangerschaft nicht anfgewendet werden.</p><p></p><p><b>Sollte man bei Anwendung von Clobegalen-Salbe/-Creme eine Schwangerschaft vermeiden bzw. muss man nach der Anwendung einen bestimmten Zeitraum einhalten bevor man schwanger wird?</b></p><p></p><p>Es ist ein Kortison-Präparat und kann in der Schwangerschaft angewendet werden, dies aber nur in Zusammenarbeit mit dem Dermatologen.</p><p></p><p><b>Ich habe während der ersten vier Schwangerschaftsmonate Daivobet und Daivonex zweimal täglich angewendet. Was kann das für Folgen haben?</b></p><p></p><p>Grundsätzlich gibt es keine Studien beim Menschen, in Tierstudien war es nicht teratogen, dennoch wird empfohlen es nur in äußersten Fällen anzuwenden. Daher empfehle ich Vitamin D in der Schwangerschaft nicht, Spätfolgen sind bei Ihnen aber nicht zu erwarten.</p><p></p><p><b>Was heißt "teratogen"? Was meinen Sie mit "Spätfolgen sind nicht zu erwarten?"</b></p><p></p><p>Antwort: Teratogen = Schädigend auf das Kind - wobei in Tierstudien kein solcher Effekt geshen wurde. Es hat keinen Einfluss auf Ihre Schwangerschaft und Ihr Kind, dass Sie vier Monate Daivobet oder Daivonex benutzt haben.</p><p></p><h3>Ernährung und Psoriasis (arthritis) </h3><p></p><p><b>Welche Nahrungsmittel haben auf die Psoriasis ein gute Wirkung und welche sollten vermieden werden?</b></p><p></p><p>Bei Psoriasis empfehlen wir eine gesunde Ernährung. Übergewicht sollte vermieden werden, besonders am Bauch. Außerdem können viel Gemüse, Salat und Vollkornprodukte helfen, die Entzündung zu reduzieren.</p><p></p><p><b>Ich habe mir kürzlich ein Buch gekauft - Diät bei Psoriasis. Dort werden Lebensmittel genannt, die für den Verlauf der Psoriasis eher schädlich sein sollen. U.a. wird dabei auch die Walnuss als schädlich eingestuft. Ich habe allerdings im Internet gelesen, dass die Walnuss wegen ihres hohen Omega-3-Anteils wiederum gut sein soll. Was stimmt nun?</b></p><p></p><p>Ich finde die Walnuss auch förderungswürdig, wegen des guten Fettsäuremusters. Natürlich kann durch eine zu großw Zufuhr auch Übergewicht entstehen und dadurch die Entzündung im Körper eher fördern. </p><p></p><p><b>Außer der Psoriasis und Psoriasis-Arthritis leide ich unter lästigen Verdauungsproblemen (am stärksten Blähungen). Gerade Gemüse verstärkt diese Probleme. Was empfehlen Sie mir?</b></p><p></p><p>Gemüse enthält viele Nahrungsfasern, die viele gute Wirkungen haben, aber auch Blähungen auslösen können. Besonders bekannt ist dies bei Zwiebeln, Knoblauch, Kohlgemüse, etc. Neben der Vermeidung dieser Gemüse kann auch das Kochen die Verdauung verbessern. Dazu sollte gut gekaut und langsam gegessen werden.</p><p></p><p><b>Kann eine biologische Ernährung die Psoriasis positiv beeinflussen?</b></p><p></p><p>Leider gibt es zu dieser Frage keine Untersuchungen. Da es aber auch weniger gesunde biologische Nahrungsmittel gibt, kommt es sicher auf die Auswahl an.</p><p></p><p><b>Es würde mich sehr interessieren, ob es einen Zusammenhang zwischen Psoriasis und Ernährung gibt und ob es stimmt, was mein Arzt sagt, dass man auf Schweinefleisch und Alkohol verzichten sollte.</b></p><p></p><p>Von Alkohol ist bewiesen, dass er die Psoriasis verschlechtert. Tierische Fette fördern ganz allgemein die Entzündugen im Körper und können dadurch auch die Psoriasis verschlechtern. Es wird deshalb empfohlen, grundsätzlich nicht mehr als 500 Gramm Fleisch inklusive einer Portion Fleisch- und Wurstware pro Woche zu sich zu nehmen. Von einer Verschlechterung der Psoriasis durch Milch habe ich noch nie gehört. Ich würde dies sehr genau abklären, denn in diesem Falle müsste Calcium auf einem anderen Weg zugeführt werden.</p><p></p><p><b>Wie wichtig ist Omega 3?</b></p><p></p><p>Omega 3 ist gut, da sie weniger Entzündungen auslösen als Omega 6. Wichtiger ist es aber, den Omega-6-Anteil in der Ernährung möglichst tief zu halten, z.B., indem die Empfehlungen für die Fleischzufuhr der gesunden Ernährung eingehalten werden</p><p></p><p><b>Welchen Einfluss hat Zucker auf Psoriasis? Ich meine, auf Zucker und Fettiges negativ zu reagieren.</b></p><p></p><p>Von Zucker ist keine direkte Reaktion auf die Psoriasis bekannt. Ein Übermaß an Zucker kann aber auch wieder zu Übergewicht und damit zu einer Förderung der Entzündung führen. Das gleiche gilt für Fett. Mir ist keine direkte Reaktion bekannt. Sicher verbessert aber eine fettreduzierte Kost langfristig die Psoriasis. </p><p></p><p><b>In welchen Lebensmitteln ist Omega 6 außer Fleisch noch enthalten? In Mais?</b></p><p></p><p>Omega 6 ist auch in Sonnenblumenkernen und damit im Sonnenblumenöl, in Distelöl, Maiskeimöl und dadurch in vielen Margarinen und Mayonnaisen enthalten. Meist ist der Fettantteil sehr klein, so dass dies keinen Einfluss auf die Entzündung im Körper hat.</p><p></p><p><i>Dr. Urs Büttiker ist praktizierender Dermatologe in Bern. </i></p><p></p><p><i>Christine Wenger arbeitet seit zehn Jahren am Inselspital, Universitätsspital Bern, als dipl. Ernährungsberaterin HF</i></p>
]]></description><guid isPermaLink="false">412</guid><pubDate>Sun, 08 Nov 2009 09:46:26 +0000</pubDate></item><item><title>Experten-Sprechstunde zum Thema Schuppenflechte</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/s10-mitmachen/expertenchats-protokolle/experten-sprechstunde-zum-thema-schuppenflechte/</link><description><![CDATA[<p>
	Am 21. September 2009 beantwortete Professor Rudolf Schopf von der Hautklinik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Fragen zum Thema Schuppenflechte. Er stand der "<a href="https://experten-sprechstunde.de/" rel="external nofollow">Experten-Sprechstunde</a>" zur Verfügung. Der Chat stand unter dem Motto "Schuppenflechte (Psoriasis) - das Leben wieder genießen".
</p>

<p>
	Das Protokoll ist <a href="https://www.experten-sprechstunde.de/schuppenflechte_psoriasis_das_leben_wieder_geniessen_biologics_biologika_novartis_spezialist_prof_dr_rudolf_schopf_experte" rel="external nofollow">an dieser Stelle</a> nachzulesen.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">398</guid><pubDate>Sun, 16 Aug 2009 12:02:00 +0000</pubDate></item><item><title>Was Sie schon immer &#xFC;ber Schuppenflechte wissen wollten (2004)</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/s10-mitmachen/expertenchats-protokolle/expertenchat-protokoll-wpd-2004/</link><description><![CDATA[<p>
	<i>Dieser Expertenchat fand am 29. Oktober 2004 anlässlich des Welt-Psoriasis-Tages statt.</i>
</p>

<p>
	<b>Guten Abend, Herr Prof. Dr. Sterry. Wir freuen uns, dass Sie uns heute abend als Experte zur Verfügung stehen. Mögen Sie sich zu Beginn kurz vorstellen?</b>
</p>

<p>
	Mein Name ist Wolfram Sterry. Ich bin Dermatologe, 55 Jahre, und leite die Hautklinik an der Berliner Charité Universitätsklinik. Einen schönen guten Abend.
</p>

<p>
	<b>Kann man mit einer Schuppenflechte "nur" an den Händen und Füßen an einer Studie teilnehmen?</b>
</p>

<p>
	Auch mit einer Schuppenflechte an Händen und Füßen kann man an einer Studie teilnehmen. Ich sehe hier kein Problem - haben Sie andere Erfahrungen?
</p>

<p>
	Ich werde mit meinem Kollegen Dr. Friedrich sprechen, was der Grund war. Bitte rufen Sie uns dann doch nächste Woche in der Charité an.
</p>

<p>
	<b>Hallo Herr Professor, bin wohl nach 25 jahren "austherapiert", alles gemacht, was halten Sie davon, wenn ich jetzt regelmässig Diflucorton-Salbe verdünnt nehme, 30% Salbe und 70 % Salben-Grundlage. Habe Pso-Plaque.</b>
</p>

<p>
	Eine Schuppenflechte ist nie austherapiert. Fast alle Medikamente lassen sich wieder und wieder einsetzen. Eine Dauertherapie mit Kortison, auch in verdünnter Form, ist nicht zu empfehlen...
</p>

<p>
	<b>"Haut: Spiegel der Seele": Bekannt ist, dass Zusammenhänge bestehen. Was kann man selbst zur Krankheitsbewältigung konkret tun, ohne gleich zum Psychotherapeuten gehen zumüssen? Die Hürde ist hoch! Was kann das wirklich bringen?</b>
</p>

<p>
	Es ist gut bekannt, daß seelische Belastungen (Stress, Kummer, etc.) die Schuppenflechte, aber auch andere Krankheiten verschlechtern können. Leider betrifft die Psoriasis aber auch Menschen ohne seelische Belastungen. In jedem Fall sollte man die Dinge, die sich ändern lassen, beeinflussen. Meiner Meinung nach läßt sich die Psoriasis heute so gut behandeln, daß die beste Seelentherapie die ist, die die Hautveränderungen beseitigt. Bitte fragen Sie mehr, falls nicht klar.
</p>

<p>
	<b>Ich habe immer wieder starke Gelenkschmerzen. Die Symtome sind so, wie sie zur Psoriasis Arthritis beschrieben werden. Aber niemand kann das diagnostizieren. Weder über Blutwerte noch über Röntgen. Was tun?</b>
</p>

<p>
	Die Psoriasis Arthritis muß, insbesondere am Anfang, nicht unbedingt mit Veränderungen im Röntgenbild einhergehen. Ausschlaggebend sind immer die Beschwerden des Patienten, nicht Röntgen oder Labor.
</p>

<p>
	<b>Bin im 9ten Monat schwanger und leider hat mir die Pso das sehr übel genommen, was kann ich im Moment nehmen?</b>
</p>

<p>
	Vorübergehend wäre hier eine äußerliche Kortisontherapie möglich, sie belastet das Kind nicht. Auch eine Lichttherapie wäre durchaus möglich!2
</p>

<p>
	Nachtrag: <b>Im Moment sieht leider alles nach Kaiserschnitt aus und der Bauch ist voller Pso-Flecken...</b>
</p>

<p>
	Dann sollte man wirklich mit einer Kortisonsalbe behandeln, um besonders das OP-Gebiet frei zu bekommen.
</p>

<p>
	Nachtrag: <b>Welches Corti-Medikament würden sie mir empfehlen?</b>
</p>

<p>
	Eigentlich soll ich ja nichts konkretes empfehlen, aber gut wäre z.B. Advantan Salbe (ist sehr gut, wird aber im Körper sehr schnell abgebaut).
</p>

<p>
	<b>ich leide an der Pso im Gesicht (bin 21 Jahre alter Student in HD), gibt es Experten für Pso im allgemeinen und was würden sie mir raten, wie ich gegen die Pso im Gesicht vorgehen kann?</b>
</p>

<p>
	Bei Psoriasis im Gesicht hilft zum einen sehr gut eine UV-Therapie, aber auch Vitamin D-Salben, und u.U. auch sogenannte Calcineurin-Hemmer, z.B. Protopic oder Elidel (sonst für Neurodermitis zugelassen)
</p>

<p>
	<b>Was halten sie von Amevive, habe den ersten Duchgang gemacht und fürchte, Placebos erhalten zu haben, ist ja eine Studie.</b>
</p>

<p>
	Amevive ist eines der neuen Biologics, es wirkt langsam, aber echt anhaltend. Ich drücke die Daumen, aber für den Placebo-Fall wird man Ihnen nach Studienschluss in jedem Fall helfen.
</p>

<p>
	<b>Ich habe seit einem Jahr Psoraisis Arthritis und nehme keine Medikamente mehr, da ich durch Sulfasalazin Depressionen bekommen habe. Meine Beschwerden sind schwach, so dass ich die Nebenwirkungen der Basismedikamente wesentlich schlimmer finde, als dass was ich habe.</b>
</p>

<p>
	Das ist eine gute Entscheidung. Bei etwas stärkeren Beschwerden könnten Sie dann einfache Entzündungshemmer nehmen, bei einem Schub gibt es ja nun auch sehr gut wirksame Biologics.
</p>

<p>
	<b>Ich habe Psoriasis pustulosa, mein Hausarzt sagt, da hilft nicht so sehr viel gegen?</b>
</p>

<p>
	Die Meinung des Hausarztes ist unzutreffend. Es gibt eine Reihe von Medikamenten, je nach dem Typ der <span ipsnoautolink="true">Psoriasis pustulosa</span>, z.B. Retinoide (Neotigason) oder Fumarsäure.
</p>

<p>
	<b>Was halten Sie bitte von den neuen Medikamenten auf dem Markt?</b>
</p>

<p>
	Diese sind eine enorme Bereicherung, denn trotz vieler Fortschritte in den letzten Jahren war ja noch ein großer Bedarf an Neuem. Diese Biolgics sind insofern bedeutend, als wir nun darauf abzielen, die Schuppenflechte dauerhaft zu kontrollieren.
</p>

<p>
	<b>Was halten Sie von den "Hammern" wie <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> bei Pso-Plaque?</b>
</p>

<p>
	Die Methotrexat-Therapie ist nicht unbedingt ein Hammer, wenn die Behandlung sorgfältig überwacht wird. Es gibt durchaus Patienten, die damit über Jahre gut eingestellt sind. Andere vertragen es gar nicht, hier muß man einfach den Versuch wagen. Die Wirkung ist sehr gut.
</p>

<p>
	<b>Durch welchen Mechanismus wirkt sich Sonne und Salzwaseer so positiv temporär auf die Pso aus?</b>
</p>

<p>
	Die Sonne ändert unser Immunsystem durchgreifend, nicht nur das der Haut. Viele Immunzellen verschwinden aus der Haut. Das Salzwasser weicht die Hornschicht auf, dadurch kommt das Licht besser ins kranke Gewebe.
</p>

<p>
	<b>Ich behandle meine Psoriasis mit einer eignene Salbe, Betamethason 0,3g ung. leniens ad 300g, was kann ich noch tun?</b>
</p>

<p>
	Das hängt von Art, Lokalisation und Ausdehnung der Psoriasis ab. Eine Langzeittherapie mit Kortison kann nur am behaarten Kopf sicher durchgeführt werden, an allen anderen Stellen wird die Haut dünn.
</p>

<p>
	<b>Welche Medikamente helfen bei Gelenksschmerzen ohne Nachweiss im Röntgen?</b>
</p>

<p>
	Die sogenannten nichtsteroidalen Antiphlogistica, z.B. Diclophenac, auch Methotrexat. Damit sollten Sie vermutlich schon zurechtkommen.
</p>

<p>
	<b>Können Sie denn auch Phytopharmaka empfehlen?</b>
</p>

<p>
	Phytopharmaka sind ja Extrakte aus Pflanzen. Zum Beispiel wurde Cignolin aus Bäumen, Ciclosporin aus Pilzen und Fumarsäure aus der Pflanze Erdrauch isoliert. Andere Extrakte sind meiner Kenntnis nach nicht wirklich wirksam.
</p>

<p>
	<b>Also ich habe die Erfahrungen gemacht, das Diclo die Schuppenflechte vermehrt auftreten läßt, ist das immer so?</b>
</p>

<p>
	Wenn das bei Ihnen der Fall ist, können Sie das Medikament nicht nehmen. Es gibt noch mehrere andere, deren Namen ich nicht im Kopf habe, die aber leicht gefunden werden können. Ich würde also erst einmal ein anderes Medikament aus der gleichen Klasse einsetzen.
</p>

<p>
	<b>Ich dachte, Amevive ist abgesetzt?</b>
</p>

<p>
	Amevive ist in den USA zugelassen, in Europa laufen neue Studien, und dann wird erneut die Zulassung bei der europäischen Zulassungsbehörde beantragt. Kann etwa noch ein Jahr dauern.
</p>

<p>
	<b>Gibt es Naturheilmittel gegen Pso Arthritis?</b>
</p>

<p>
	Aus der Naturheilmedizin sind mir keine wirksamen Verfahren gegen die Psoriasis Arthitis bekannt. Wirksam heißt, dass ein solches Verfahren durch entsprechende Studien abgesichert ist.
</p>

<p>
	<b>Zahlt die WGKK einen Aufenthalt in Jordanien (Totes Meer)?</b>
</p>

<p>
	Die Krankenkassen zahlen den Aufenthalt am Toten Meer, wenn der Hautarzt dies befürwortet, allerdings gibt es zwischen den Kassen offenbar Unterschiede.
</p>

<p>
	<b>Es wird Hilfe u.a. bei Psoriasis durch Nahrungsergänzungsmittel in Aussicht gestellt. Es werden beeindruckende Bilder "vorher / nachher" gezeigt. Was ist davon zu halten?</b>
</p>

<p>
	Nahrungsergänzungsmittel sind sehr nützlich - allerdings nur für den, der sie verkauft.
</p>

<p>
	<b>Ich habe vor einigen jahren Pravidel gegen die Psa bekommen. Leider wurde es nicht zugelassen, trotz sehr großer Erfolge bei der Psa, gibt es Hoffnungen?</b>
</p>

<p>
	Derzeit gibt es keine Bestrebungen, Pravidel für die Pso zuzulassen - aber sowohl Fumarsäure als auch die neuen Biologics sind hervorragend wirksam. Die Frage wird sein, wie die Kassen mit den enormen Kosten umgehen werden.
</p>

<p>
	<b>Meine Tochter (4 J.) gehört zu den selteneren Fällen einer Kinder-Psoriasis. Gibt es Adressen, die den Schwerpunkt Kinder-Psoriasis haben?</b>
</p>

<p>
	Meiner Meinung sind die Hautkliniken, besonders solche mit Kindersprechstunden, die besten Ansprechpartner.
</p>

<p>
	<b>Wie kann es sein, dass Ärzte heute noch Psoriatikern Beta-Blocker verschreiben? Das sind keine Einzelfälle! Mein Hausarzt hat mir stattdessen ein "altes" Medikament gegen Bluthochdruck verschrieben: Clonidin.</b>
</p>

<p>
	Sie haben recht - das sollte nicht passieren. Diese Nebenwirkung ist offenbar vielen nicht bekannt, wir sehen dies in der Klinik aber häufig.
</p>

<p>
	<b>Verschreibt der Hautarzt Fumarsäure? Oder wo bekomm ich das?</b>
</p>

<p>
	Der Hautarzt verschreibt Fumarsäure. Wegen des nicht unerheblichen Preises haben viele Hautärzte aber Probleme, weil sie das Medikamentenbudget überschreiten. Suchen Sie nach solchen, die auf Psoriasis spezialisiert sind.
</p>

<p>
	<b>Haben sie vielleicht auch einen Tipp für alternative Medikamente, die nicht nur Abzocke sind?</b>
</p>

<p>
	Alternative Medikamente sind solche, die nicht geprüft sind. Bei den vielen guten soliden Möglichkeiten sollte man nicht auf unsichere Behandlungen ausweichen.
</p>

<p>
	<b>Viele Medikamente sind erst ab 18 Jahren freigegeben. Wird es in nächster Zeit Mittel geben, die helfen, aber auch ungefährlich für Kinder bzw. Jugendliche sind? Ich habe von einem Medikament gehört, das man spritzt.</b>
</p>

<p>
	Bei einer schweren Schuppenflechte kann man auch die neuen Medikamente, z.B. zum Spritzen, auch unter 18 Jahren geben.
</p>

<p>
	<b>Ich war jetzt bestimmt bei mehr als 5 Hautärzten und bei keinem hatte ich wirklich Heilungserfolg wegen meiner Pso im Gesicht. Was raten sie mir, wie ich weiter vorgehen sollte?</b>
</p>

<p>
	Das ist eine schwere Frage. Vielleicht gehen Sie doch einmal zu einer Klinik in die Psoriasisspezialsprechstunde. Wenn Sie gut eingestellt sind, dann kann ja Ihr Dermatologe vor Ort wieder weiterbehandeln.
</p>

<p>
	<b>Mein Schwiegervater hat auch Schuppenflechte, er meinte ich, solle mir die Mandeln rausnehmen lassen.</b>
</p>

<p>
	Ihr Schwiegervater hat da vielleicht etwas verwechselt. Wenn nötig, dann sollte er sich die Mandeln rausnehmen lassen.
</p>

<p>
	<b>ich habe ein Frage zur PUVA-Behandlung. Ich habe in den Jahren 1991, 1992 und 1993 jeweils 5 Monate die Behandlung bekommen. Jetzt habe ich gelesen, dass es sehr häufig nach Jahren zu Hautkrebserkrankungen kommt. Haben Sie da Erfahrungen gemacht ... muss man sich da Sorgen machen?</b>
</p>

<p>
	Es gibt große Studien aus Skandinavien zum Risiko von PUVA. Diese haben klar gezeigt, dass es kein erhöhtes Hautkrebsrisiko durch PUVA gibt. Dennoch gilt: Nur so viel wie nötig.
</p>

<p>
	<b>Wie wirken sich die Wechseljahre auf die Intensität der Schuppenflechte aus? Ich habe große Probleme. Ist es sinnvoll, Hormone zu nehmen?</b>
</p>

<p>
	Die Wechseljahre haben keinen einheitlichen Effekt auf die Psoriasis. Wenn es zu einer Verschlecherung kommt, sind Hormone durchaus eine Möglichkeit, die man mit dem Gynäkologen besprechen sollte. Ich selbst hatte noch keine Patientin mit diesem Problem zu betreuen, es ist also eher selten.
</p>

<p>
	<b>Ich habe im TV einen Bericht gesehen über Infusionen, die man bei Schuppenflechte bekommt, wo gibt es so was?</b>
</p>

<p>
	Diese Bahndlung mit Infiliximab (Remicade) ist derzeit für die Psoriasis Arthiritis zugelassen. Die Hautkliniken und Spezialpraxen führen diese Therapie durch. Andere Therapien müssen aber zuvor als nicht wirksam befunden worden sein.
</p>

<p>
	<b>Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass auch die eigenen Kinder an Psoriasis Arthritis erkranken, wenn ein Elternteil betroffen ist.</b>
</p>

<p>
	Für die Psoriasis Arthritis gibt es keine Zahlen. Für die Schuppenflechte gilt, dass ein Risiko von 25% besteht , wenn ein Elternteil betroffen ist, 50%, wenn beide Eltern Psoriasis haben.
</p>

<p>
	<b>Vitamin D3-Präparate (Psorcutan) helfen ja schon recht gut. Ist in Zukunft noch mit Verbesserungen zu rechnen (stärkere Wirksamkeit)?</b>
</p>

<p>
	Zahlreiche Firmen haben eine intensive Forschung, sogar Tabletten auf Vitamin D3-Basis sollen entwickeln werden. Konkrete Entwicklungen, die kurz vor der Zulassung stehen, kenne ich aber nicht.
</p>

<p>
	<b>Was halten Sie von Gesprächstherapie bei Pso und gibt es spezielle Anlaufstellen in Österreich?</b>
</p>

<p>
	Die Gesprächstherapie bei Psoriasis kann helfen, mit der schweren Krankheit besser fertig zu werden. In Österreich haben Sie ausgezeichgnete Dermatologen, Sie sollten da nachfragen.
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	<b>Wie sieht es mit dem Krebsrisiko bei Steinkohlenteerpräparaten aus?</b>
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	Die Steinkohlenteerpräparate, die in der Medizin eingesetzt werden, sind hochgereinigt, und enthalten seit Jahrzehnten keine krebserzeugenden Inhaltsstoffe mehr.
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	<b>Ich hatte eine selbst gemachte Salbe und sie hat sehr gut geholfen. Nachdem alles so gut wie weg war, habe ich die Creme weggelassen und die Pso hat sich sehr stark zurückgemeldet. Woran kann das liegen?</b>
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	Vermutlich war Kortison drin!
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	<b>Ich habe seit einem Jahr ein Bestrahlungsstandgerät UV 311nm. Ich behandelte mich im letzten Winter 4,5 Monate mit Salzbädern und Bestrahlung mit gutem Erfolg. Damit habe ich dann zum Sommer hin aufgehört um meine Haut nicht zu stark zu belasten. Jetzt möchte ich wieder anfangen, da die Schuppenflechte wieder gekommen ist. Wie sind die Erfahrungen mit Dauerbehandlungen mit Bestrahlung? Ist das Hautkrebsrisiko sehr hoch? Kann man auch ganzjährig bestrahlen?</b>
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	Wegen der Hautbelastung (Krebsrisiko ist allerdings bei 311nm sehr gering, aber Hautalterung!) ist eine Dauertherapie nicht sinnvoll. Beginnen Sie erst wieder, wenn sich die Psoriasis zurückmeldet.
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	<b>Gibt es etwas Neues zur Behandlung der Kopf- und Nagelpsoriasis? Ich leide entsetzlich darunter.</b>
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	Die Kopfpsoriasis ist eigentlich gut mit Cortison zu behandeln. Salben, falls es ganz schlimm ist, sonst Tinkturen. Natürlich auch Vitamin D3. Zur Nagelpsoriasis kommt gleich mehr.
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	Die Nagelpsoriasis ist schwieriger zu behandeln. Injektionen von Kortison an die Nagelwurzel und das Nagelbett sind möglich, aber schmerzhaft. Fumarsäure wirkt gut gegen Nagelpsoriasis.
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	<b>In Detmold gibt es kaum noch Hautärzte, die UV-Therapie durchführen, was halten Sie von Heimtherapie und kann sie verschrieben werden?</b>
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	Die UV-Therapie bedarf eigentlich einer genauen Kenntnis über die Lichtbiologie der Haut, aus diesem Grund empfehlen wir sie nur in Ausnahmefälle (schwere Behinderung, Inselwohnort, etc.) Sie sollten die Hautärzte stützen, die noch bestrahlen.
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	<b>Gibt es Erfahrungen, ob die TCM und Akupunktur bei Pso bzw. Psa helfen?</b>
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	Die TCM ist bezüglich der Psoriasis für mich ein unbeschriebenes Blatt, sicher wäre es interessant, mehr zu erfahren. Akupunktur hilft definitiv nur den Akupunkteur.
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	<b>Extremer Schub der Pso bei Chemotherapie (Kortison) - was kann ich tun?</b>
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	Ganz schwierige Frage. Sie sollten unbedingt Rat bei einer Hautklinik suchen - die Antwort hängt von Art und Ausmaß der Krebserkrankung ab.
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	<b>Habe durch die Schuppenflechte weiße Hautstellen, was kann man dagegen tun?</b>
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	Die Vitiligo ist häufig mit der Psoriasis assoziiert. Die Therapie der weißen Flecken ist leider nicht befriedigend möglich, UV-Bestrahlung mit 311nm wäre eine Möglichkeit.
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	<b>Ich leide sehr an Juckreiz. Deshalb nehme ich ab und an Antihystaminika. Wie oft kann man die nehmen?</b>
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	Antihistaminika können ohne Problem über Jahre genommen werden. Eine verbesserte Therapie der Psoriasis wäre natürlich noch besser.
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	<b>Sie empfehlen Cortison für den Kopf. Aber ist es nicht so, dass nach vorübergehender Linderung anschließend alles viel schlimmer wird?</b>
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	Für die Kopfhaut trifft dies nicht zu. Man muß zwar unter Umständen ständig etwas machen, und den Erfolg aufrecht zu halten, aber einen sogenannten rebound gibt es am Kopf nicht.
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	<b>Wenn ich in ein Geschäft mit Textilien komme, fängt meine Pso an zu jucken. Auch wenn ich schwitze, bekomme ich starken Juckreiz. Woran liegt das?</b>
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	Der Juckreiz ist ein häufiges Symptom der Psoriasis. Das liegt an der Tatsache, daß die Entzündungs-Botenstoffe nicht nur für Rötung und Schmerzen, sondern auch für den Juckreiz verantwortlich sind.
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	<b>Ein Freund mit Psoriasis und bisher leichter Arthritis hat plötzlich starke Schmerzen im linken Unterschenkel. Das Bein ist viel dicker und entzündet. Kann das mit der Arthritis zusammenhängen? Organisch ist sonst alles o.k.</b>
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	Hoffentlich hat er nicht nicht eine Beinthrombose. Wie lange geht das schon?
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	<b>Seit ein paar Tagen. Thrombose ist es nicht, auch kein Venenverschluss.</b>
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	Dann kommt eventuell noch eine Wundrose in Frage. In jedem Fall noch mal den Arzt aufsuchen!
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	<b>Gibt es auch Patienten, bei denen die Lichtterapie einfach nichts bringt?</b>
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	Eher selten. Die meisten Patienten sprechen gut an. Bei sehr hellhäutigen Patienten geht die Therapie nicht so gut, und einige Patienten verschlechtern sich eindeutig unter einer UV-Therapie.
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	<b>Haben Sie schon etwas von der Knabberfischbehandlung in Österreich gehört? Und was halten Sie davon?</b>
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	Die Knabberfische fressen die Schuppen, aber nicht die Flechte!
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	<b>Was kann zur Pflege der Kopfhaut nach der Behandlung mit Cortison, Psorcutan, Shampoos u. ä. genommen werden? Sobald ich trockene Haare habe, juckt mein Kopf fürchterlich und ich weiß nicht, womit ich eincremen soll. Ich möchte ja einigermaßen aussehen, um arbeiten gehen zu können.</b>
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	Bei trockener Haut helfen eigentlich Teerschampoos ganz gut, außerdem die Haare nur ganz kurz und nicht mit zu heißem Wasser waschen. Es gibt auch spezielle Shampoos für trockene Kopfhaut.
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	Nachfrage zu Kortison: <b>Gilt das gleiche, das Sie gerade gesagt haben, auch für die Stirn (eher Haaransatz)</b>
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	Für die Stirn gilt das nicht, nur am behaarten Kopf. An der Stirn Vorsicht bei Kortison.
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	<b>Ich bin leidenschaftlicher Sportler, als meine Pso im Gesicht schlimmer wurde, hörte ich mit dem Sport ganz auf, weil ich mir einbildete, dass es schlecht für mich sei! Was kann man über Sport und Pso sagen?</b>
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	Sport und Psoriasis behindern nicht medizinisch nicht - natürlich wissen wir alle, wie schwierig u.U. das Ausüben von Sport mit einer Psoriasis sein kann.
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	Nachfrage zu Kortison:
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	<b>Ist die Daueranwendung auf dem Kopf (z.B. Lygal Kopftinkur) einmal am Tag problematisch?</b>
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	Aus meiner Sicht wirklich nicht, wenn es auf die behaarten Bereich beschränkt ist.
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	<b>Gibt es Erfahrungen mit Meditationsformen wie Yoga, stiller Meditation oder ähnlichem als Hilfsmittel, um der Psoriasis entgegen zu treten?</b>
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	Persönlich kann ich nichts an eigenen Erfahrungen berichten, aber diese Verfahren können ja ganz allgemein bei Problemen zu einer inneren Ruhe finden lassen, und das ist bestimmt auch bei Psoriasis gut.
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	<b>Wie ist es mit Sonnenallergie und Pso, was kann ich nehmen, um doch in die Sonne zu können?</b>
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	Es gibt von Beiersdorf ein Lichtschutzmittel: Eucerin lichtempfindliche Haut, Phase I und II. Wirkt ganz gut bei Sonnenallergie.
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	<b>Ich nehme jetzt schon seit etwa 10 Jahren (mit kurzen Unterbrechungen) die Salbe Psorcutan. Gibt es da schon Erfahrungen, ob die Dauerbenutzung Nebenwirkunken hat? Die Calciumwerte sind in Ordnung.</b>
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	Es sind mir keinerlei Nebenwirkungen bekannt, auch nicht bei Langzeitanwendung.
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	<b>Was halten sie von Fumaderm Tabletten?</b>
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	Fumaderm ist ein sehr wirksames Mittel gegen Schuppenflechte, und hat den Vorteil, daß es weiter genommen werden kann, wenn die Schuppenflechte zurückgegangen ist. Dadurch hat man langanhaltende Effekte. Die Nebenwirkungen sind meist gut kontrollierbar.
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	<b>Ich habe auch ganz große Probleme mit der Behandlung im Gesicht (ganze Stirn und Augenbereich). Das einzige, was wirklich, hilft ist Cortison. Gibt es eine Alternative?</b>
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	Anstelle von Kortison kann man eine Lichttherapie machen, oder, wie gesagt, sogenannte Calcineurin-Hemmer (Elidel, Protopic) und natürlich Vitamin D3.
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	<b>Noch mal zu dem Freund: Er ist ja seit ein paar Tagen im Krankenhaus. Aber organisch finden die nichts, daher die Frage, ob solche starken Symptome auch von der Arthritis kommen können.</b>
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	Die Psoriasis Arthritis ist eigentlich auf die Gelenke beschränkt, Weichteile (Sie sprachen vom Unterschenkel) sind nur extrem selten betroffen.
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	<b>Ist es wahr, dass eher Jungs betroffen sind?</b>
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	Das Geschlecherverhälntnis bei der Psoriasis ist ausgewogen 1:1.
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	<b>Wenn mein Vater es sehr stark hat, ich selbst nicht, ist die Wahrscheinlichkeit dann sehr groß, dass mein Sohn erkrankt wird/ist?</b>
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	Nicht viel höher als in der Allgemeinbevölkerung, etwa 10%.
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	<b>Welche ganz einfache nur Pflegecreme empfehlen Sie?</b>
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	Eigentlich alle, die Ihnen angenehm sind. Das ist aber von Patient zu Patient je nach Hauttyp sehr unterschiedlich.
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	<b>Welche Behandlung wird für ein 5-jähriges Kind mit tropfenförmiger Schuppenflechte und Kopfhautpsoriasis empfohlen?</b>
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	Lichttherapie für den Körper, Vitamin D3 (plus Kortison) für den Kopf. Unbedingt schauen, daß die Mandeln in Ordnung gebracht werden.
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	<b>Vielen Dank Herr Prof. Dr. Sterry, dass Sie sich die Zeit für den Thememchat genommen haben. Mögen Sie zum Abschluss ein kleines Resümee ziehen oder gibt es etwas, das Sie unseren Besuchern noch mit auf den Weg geben möchten?</b>
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	Mir hat die lebendige Diskussion Freude gemacht, ich hoffe, der eine oder andere Ratschlag war nützlich. Die neue Forschung über die Schuppenflechte hat die Behandlungsmöglichkeiten außerordentlich verbessert, informieren Sie sich weiter. Alles Gute!
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]]></description><guid isPermaLink="false">27</guid><pubDate>Sun, 01 Mar 2009 05:31:00 +0000</pubDate></item></channel></rss>
