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<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Pflanzliche Behandlung der Schuppenflechte und Psoriasis arthritis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/?d=33</link><description>Artikel: Pflanzliche Behandlung der Schuppenflechte und Psoriasis arthritis</description><language>de</language><item><title>Kurkuma: Am Ende z&#xE4;hlt nur, was im K&#xF6;rper ankommt</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/kurkuma-curcumin-schuppenflechte/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2019_03/kurkuma-curcumin.jpg.755d0bebaafa209c480a7c98c3c39f2f.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Wer nach pflanzlichen Alternativen sucht, wird irgendwann auf Kurkuma stoßen. Anbieter behaupten, es sei bei schwerwiegenden Hautkrankheiten wie <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> ein „potenzielles Heilmittel“. Schwierig wird es, wenn man unter den Angeboten auswählen soll: Jedes Präparat behauptet von sich, besser als Konkurrenzprodukte vom Körper aufgenommen zu werden. Was ist dran am „Curry-Gewürz“?</strong>
</p>

<h2>
	Was ist Kurkuma?
</h2>

<p>
	Kurkuma ist ein Ingwer-Gewächs, das ursprünglich aus Indien stammt. Es hat sich in den Tropen und Subtropen verbreitet. Kommerziell angebaut wird es in Südostasien. Auf Deutsch heißt es unter anderem Gelbwurzel, Gelber Ingwer oder Safranwurzel. Geschält werden die gelben Wurzeln als Gewürz und Aroma sowie als Lebensmittel-Farbstoff (E 100) verwendet. Sie geben dem Curry die typische gelbe Farbe. Biologisch aktiv sind die so genannten <em>Curcuminoide</em>. Im Pulver sind davon 75 Prozent Curcumin, 20 Prozent Demethoxy-Curcumin und 5 Prozent Bis-Demethoxy-Curcumin enthalten.
</p>

<h2>
	Wirkung nicht bewiesen
</h2>

<p>
	Kurkuma wird in der traditionellen Heilkunst der Inder und Chinesen innerlich wie äußerlich bei den unterschiedlichsten Krankheiten eingesetzt. Dass es hilft, ist überliefert. Trotzdem sind subjektive Erfahrungen kein objektiver Wirksamkeitsnachweis. Deshalb muss heutzutage auch für Stoffe der traditionelle (Volks-) Medizin seriös und wissenschaftlich belegt werden, ob und wie sie wirken.
</p>

<p>
	Professor Jan Frank von der Uni Hohenheim ist Ernährungsforscher und <em>der</em> ausgewiesene Curcumin-Experte. Er ist misstrauisch gegenüber den zahlreichen Erfolgsberichten von Kurkuma-Präparaten: "Es gibt viele Studien mit Curcumin an Tieren, aber nur eine kleine Zahl an Menschen – meist mit nur wenig Probanden", sagt er. "Effekte dürfen aber nur dann behauptet werden, wenn sie im Vergleich zu einer Kontrollgruppe beobachtet wurden. Leider trifft das aber auf viele Studien nicht zu.“ Auch reine Laboruntersuchungen (in-vitro) oder Erkenntnisse aus Tierversuchen seien nicht ohne weiteres auf Menschen übertragbar.
</p>

<p>
	Es gibt nur wenige Studien, in denen die Wirkung von Curcumin auf die Psoriasis untersucht wurde. Die bestätigen abheilende Effekte. Sie sind aber nach heutigen Maßstäben nicht aussagekräftig genug: Erforderlich wären größere Teilnehmerzahlen und eine zufällig zusammengestellte Placebo-Gruppe, ohne dass Arzt und Patient wissen, wer was bekommt.
</p>

<h2>
	Curcumin und Psoriasis
</h2>

<p>
	Zwei Studien versuchten, diese Anforderung teilweise zu erfüllen.
</p>

<h3>
	Studie im Iran
</h3>

<p>
	<a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4518115/" rel="external">Eine ist 2014 im Iran durchgeführt worden</a>: 34 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Psoriasis wurden neun Wochen lang mit einem äußerlichen Curcumin-Mikro-Emulgel behandelt. Im Rechts-/Links-Vergleich verbesserte das Emulgel die Psoriasis „moderat bis akzeptabel“. In einigen Fällen verschwanden die Psoriasis-Stellen völlig.
</p>

<h3>
	Studie in Italien
</h3>

<p>
	An einer <a href="https://www.hindawi.com/journals/bmri/2015/283634/" rel="external nofollow">italienischen Studie von 2015</a> nahmen 63 Probanden mit einer leichten oder mittelschweren Psoriasis teil. Sie wurden weiterhin äußerlich mit einem Kortisonpräparat behandelt. Zusätzlich bekamen alle ein innerliches Präparat: die eine Hälfte ein Curcumin, eingepackt in Soja-Lipid-Nanopartikel; die andere ein Placebo. Nach 12 Wochen waren noch 49 Probanden dabei. In der Gruppe, die zusätzlich Curcumin bekam, hatte sich der <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>-Wert deutlich höher verbessert als in der Placebo-Gruppe.
</p>

<p>
	Die Substanz wird von den Autoren als „ergänzende oder unterstützende Therapie“ empfohlen. Zu bedenken ist, dass die Teilnehmer-Zahl statistisch gesehen gering war. Außerdem wurde diese Studie von einem Anbieter pharmazeutischer Pflanzen-Extrakte in Auftrag gegeben. Kritiker bestreiten, dass Industrie gesponserte Studien objektive Ergebnisse liefern können.
</p>

<h2>
	Curcumin wirkt wie Kortison
</h2>

<p>
	Wissenschaftlich unangreifbar dagegen ist das <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/curcumin-kortison" rel="">Forschungsergebnis</a> von Prof. Alexandra K. Kiemer und Jessica Hoppstädter (Uni-Saarbrücken). Sie haben im Labor an Zellkulturen <a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/11/22/curcumin-besser-als-cortison" rel="external nofollow">herausgefunden</a>, wie genau Curcumin wirkt: Es regt das Protein GILZ dazu an, Entzündungsreaktionen zu unterbinden. Der vollständige Name dieses Eiweißes, <em>Glucocorticoid induzierter Leuzin-Zipper </em>weist auf seine Funktion hin: Genau wie Glucocortioide (Kortisone) wirkt GILZ entzündungshemmend. Das Protein hat aber nicht die Kortison-typischen Nebenwirkungen, d.h. es verändert nicht die Zellen. Die beiden Pharmazeutinnen erhoffen sich, dass ihr Forschungsergebnis dazu führt, entzündungshemmende Medikamente ohne Kortison zu entwickeln.
</p>

<h2>
	Lebensmittel und Gewürz
</h2>

<p>
	Speisen mit reichlich Curry zu essen nutzt leider nichts. Curry ist eine Gewürzmischung, in der nur ein wenig Kurkuma enthalten ist. Das reine Kurkuma enthält auch nur 2 bis 4 Prozent des tatsächlichen Wirkstoffs. Über Lebensmittel kann man also nur verschwindend geringe Mengen Curcumin aufnehmen. Obwohl manche Ernährungsberater anderes verkünden.
</p>

<h3>
	Fakt: Körper nimmt Curcumin schlecht auf
</h3>

<p>
	Selbst wenn man natürliches Curcumin-Pulver in größerer Menge schlucken würde, kommt davon nicht viel im Körper an. <a href="https://www.ernaehrungs-umschau.de/print-artikel/11-11-2015-basiswissen-curcumin/" rel="external nofollow">Denn es hat eine extrem niedrige Bioverfügbarkeit.</a> Das bedeutet, von der Substanz wird nur wenig im Körper aufgenommen. Es wird fast vollständig wieder abgebaut (verstoffwechselt) und schnell wieder ausgeschieden. Die Körperzellen können reines Curcumin schlecht aufnehmen. Es ist zwar fettlöslich, löst sich aber unter sauren oder neutralen Bedingungen praktisch nicht im Wasser auf. Prof. Frank weist darauf hin, dass Pflanzenstoffe wie Curcumin trotzdem sehr häufig Gesundheitswirkungen zeigen. „Man weiß nur nicht genau, ob das die Substanzen selber sind oder Stoffwechselprodukte davon“. 
</p>

<h3>
	Lösung: Wie Curcumin besser aufgenommen werden kann
</h3>

<p>
	<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26909743/" rel="external">Professor Frank hat mit seinem Team erforscht, wie man deutlich mehr Curcumin in die Zellen schaffen könnte, damit es pharmakologisch wirkt.</a> Als sehr erfolgreich hat sich die Idee gezeigt, das fettlösliche Curcumin in kleine, wasserlösliche Bläschen (Mizellen) zu verpacken. In dieser Form kann es als Flüssigkeit ungehindert den Magen-Darm-Trakt passieren, um dann in wässriger Umgebung, wie dem Zell-Inneren, aufgenommen zu werden. 
</p>

<p>
	Seit längerem sind weitere Verfahren auf dem Markt (siehe nächster Absatz). Alle behaupten, die aufgenommene Menge von Curcumin im Körper und ihre Verweildauer zu verbessern. Professor Frank verweist darauf, dass solche Angaben nicht nachprüfbar sind. Zum einen ist der behauptete „Bioverfügbarkeitsfaktor“ ("x-mal besser als reines Curcumin") abhängig von der eingenommenen Menge des Präparats. Je mehr man einnimmt, desto mehr bleibt im Körper. Zum anderen konnte die Wirkdauer bisher in keiner Studie wissenschaftlich stabil gemessen werden. Schließlich, so Frank, sei bisher nur im Tiermodell beobachtet worden, dass eine verbesserte Aufnahme von Curcumin auch zu einer gesteigerten biologischen Wirkung führt. Für Menschen lägen <a href="http://www.nutrition-research.de/bmbf-curcumin.html" rel="external nofollow">noch keine Ergebnisse</a> vor. Es sei aber bekannt, dass <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24402825/" rel="external">Frauen Curcumin besser aufnehmen würden als Männer.</a> Warum das so ist, sei noch nicht erforscht.
</p>

<p>
	Die Aufnahme von Curcumin soll gesteigert werden durch
</p>

<ul>
	<li>
		Ummantelung mit so genannten Mizellen – wasserlöslichen Bläschen (wie in Acurmin Plus, Nova Sol),
	</li>
	<li>
		Ummantelung mit Phospholipiden unterschiedlicher Pflanzen (wie in Meriva, Longvida),
	</li>
	<li>
		Kombination mit Gummi Ghatti und Zerkleinerung in Nanopartikel (wie in Theracurmin Super),
	</li>
	<li>
		Kombination mit Piperin, d.h. schwarzen Pfeffer (wie in Curcuma Piperin forte und viele andere),
	</li>
	<li>
		Kombination mit ätherischen Kurkuma-Ölen (wie in BCM-95),
	</li>
	<li>
		Kombination mit Pepsin (wie in Betaine HCl)
	</li>
</ul>

<h2>
	Was bei der Einnahme zu beachten ist
</h2>

<p>
	Bei Curcumin-Präparaten muss man einiges bedenken:
</p>

<ul>
	<li>
		Sie verursachen bei manchen Magen-Darm-Probleme (Übelkeit, Durchfall). Andere reagieren allergisch darauf.
	</li>
	<li>
		Sie dürfen sie nicht von Menschen eingenommen werden, die zu Gallensteinen neigen.
	</li>
	<li>
		Vorsicht ist geboten, wenn man Medikamente einnimmt, die natürlicherweise nicht-wasserlöslich sind. <a href="https://www.ernaehrungs-umschau.de/print-artikel/11-11-2015-interaktionen-von-curcuminoiden-mit-arzneistoffen/" rel="external nofollow">Curcumin könnte deren Effekte verändern oder Wechselwirkungen hervorrufen.</a>
	</li>
	<li>
		Ebenfalls aufpassen muss man, dass man nicht überdosiert: Die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat festgelegt, wie viel Curcumin man pro Tag maximal aufnehmen sollte: 3 mg pro kg Körpergewicht. Dieser Höchstwert kann mit einigen Präparaten schnell überschritten werden.
	</li>
</ul>

<p>
	Wer also regelmäßig Curcumin einnehmen will, sollte das vorher mit einem Arzt oder Apotheker genau absprechen. 
</p>

<h2>
	Zukunftsmusik
</h2>

<p>
	Professor Jan Frank ist optimistisch: „Curcumin könnte bei der Vorbeugung und Behandlung einer Vielzahl von degenerativen Erkrankungen, die in der späteren Lebensphase des Menschen auftreten, wirksam sein.“ Dazu zählt er Krebs und Alzheimer. Die Forschung stehe aber erst am Anfang.
</p>

<p>
	<em>Dieser Text erschien in geänderter Form erstmals in der Zeitschrift PSOaktuell 3/2017.</em>
</p>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<p>
	<strong>Kurkuma – Das kann das „goldene Gewürz“ wirklich</strong><br>
	(WELT, 1. Juni 2022)<br>
	Die WELT hat ein Gespräch mit Professor Jan Frank automatisch transkribiert ("mitgeschrieben"). Darin fasst er den aktuellen Stand der Forschung gut zusammen. [<a href="https://www.welt.de/wissenschaft/plus228581975/Kurkuma-Zauberwurzel-oder-Hype-Das-kann-das-goldene-Gewuerz-wirklich.html" rel="external nofollow">lesen</a>]
</p>

<p>
	<strong>Ein Hintergrundgespräch zum Einfluss von Piperin auf die Sicherheit von Curcumin</strong><br>
	(Deutsche Apotheken-Zeitung, Februar 2022)<br>
	Das Bundesinsitut für Risikobewertung veröffentlichte im Februar 2022 eine Warnung vor zu hoher Dosierung von Nahrungsergänzungsmitteln mit Curcumin. Diese Warnung ist in dem Artikel ebenso zu finden wie eine Stellungnahme von Professor Jan Frank. [<a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2022/daz-5-2022/curcumin-und-piperin-eine-gefaehrliche-kombi" rel="external nofollow">lesen</a>]
</p>

<p>
	<strong>Kurkuma bei Schuppenflechte – der aktuelle Stand</strong><br>
	(Hautnetz Leipzig, 29.11.2021)<br>
	Bei einem Vortrag kam aus dem Publikum die Frage, ob Kurkuma bei Schuppenflechte gut wirken könnte. Die Experten reichten die Antwort später nach. Sehr löblich! Das Fazit:
</p>

<blockquote class="ipsQuote" data-gramm="false" data-ipsquote="">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents ipsClearfix" data-gramm="false">
		<p>
			Professor Uwe Wollina, Direktor der Hautklinik am Städtischen Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt, sieht gute Chancen für Kurkuma, zukünftig sowohl innerlich verabreicht als auch äußerlich aufgetragen bei Psoriasis und anderen Erkrankungen zum Einsatz zu kommen.
		</p>
	</div>
</blockquote>

<p>
	[<a href="https://www.hautnetz-leipzig.de/wirkung-von-kurkuma-auf-die-psoriasis/" rel="external nofollow">lesen</a>]
</p>

<p>
	<strong>Curcumin-Kapseln dürfen nicht mehr als Entzündungshemmer beworben werden</strong> (<em>Psoriasis-Netz, Februar 2019</em>) [<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c37-nahrung/curcumin-kapseln-dr-loges-urteil" rel="">lesen</a>]
</p>

<p>
	<strong>Was Kurkuma wirklich kann</strong> (<em>DIE WELT, 11.07.2018</em>) [<a href="https://www.welt.de/gesundheit/plus179077696/Curcumin-Warum-Sie-sich-den-Kurkuma-Shot-sparen-koennen.html" rel="external nofollow">lesen</a>]
</p>

<p>
	<strong>Warum Curcumin bei Entzündungen wie Kortison wirkt</strong> (<em>Psoriasis-Netz, November 2016</em>) [<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/curcumin-kortison" rel="">lesen</a>]
</p>

<p>
	<strong>Kurkuma – mehr als ein Gewürz?</strong> (<em>Gute Pillen, schlechte Pillen 06/2017</em> [<a href="https://gutepillen-schlechtepillen.de/kurkuma-mehr-als-ein-gewuerz/?doing_wp_cron=1550769455.8213679790496826171875" rel="external nofollow">lesen</a>]
</p>

<p>
	"<strong>Heilmittel entdeckt: Curcumin</strong>" – <em>Diskussion in unserer Community mit sehr vielen Erfahrungsberichten, Fragen und Antworten</em> [<a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/20206-heilmittel-entdeckt-curcumin/" rel="">lesen</a>]
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1019</guid><pubDate>Fri, 08 Mar 2019 11:52:00 +0000</pubDate></item><item><title>Pflanzliche Wirkstoffe bei Schuppenflechte: Was laut Studien wirklich helfen kann</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/pflanzliche-wirkstoffe-schuppenflechte-phytotherapie/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2018_11/schuppenflechte-pflanzlich-behandeln.jpg.2a08fb0852a3a03da2ed80f2d63c7a49.jpg" /></p>
<p style="text-align: center;">
	Der Wunsch nach einer natürlichen Behandlung bei Schuppenflechte ist groß. Viele Betroffene suchen nach pflanzlichen Alternativen oder Ergänzungen zu Kortison, MTX oder Biologika. Die Phytotherapie – die Behandlung mit Pflanzen oder Extrakten daraus – bietet einige interessante Ansätze. Was davon ist ein gut gemeinter Ratschlag und was ist wissenschaftlich belegt?
</p>

<p style="text-align: center;">
	Wir schauen uns an, welche Pflanzen in Studien untersucht wurden, was sie wirklich können und wo du vorsichtig sein solltest.
</p>

<p style="text-align: center;">
	Eines vorweg: Pflanzliche Mittel können eine ärztliche Therapie in vielen Fällen sinnvoll ergänzen, aber in der Regel nicht ersetzen. Sprich daher jede Anwendung immer zuerst mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.
</p>

<h2>
	Das Wichtigste in Kürze
</h2>

<ul>
	<li>
		Pflanzliche Mittel können ärztliche Therapien sinnvoll <strong>ergänzen</strong>, aber nicht ersetzen.
	</li>
	<li>
		Für die äußerliche Anwendung sind vor allem Salben mit <strong>Mahonie </strong>und <strong>Indigo naturalis</strong> gut durch Studien belegt.
	</li>
	<li>
		Bei <strong>Psoriasis arthritis</strong> wird vor allem <strong>Weihrauch </strong>wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung auf Gelenke untersucht.
	</li>
	<li>
		<strong>Wichtig</strong>: Sprich jede Anwendung immer zuerst mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.
	</li>
</ul>

<div>
	<hr style="width:150px; margin:2em auto 1.9em; border:none; border-bottom:1px solid #000;">
</div>

<h2>
	Äußerliche Anwendung: Cremes, Salben und Gele für die Haut
</h2>

<p>
	Diese Pflanzenextrakte wurden in klinischen Studien untersucht und zeigten positive Effekte bei leichter bis mittelschwerer Psoriasis, meist in Form von Salben oder Cremes.
</p>

<h3>
	Gut untersucht und vielversprechend
</h3>

<h4>
	Mahonie (Mahonia aquifolium)
</h4>

<p>
	<strong>Was ist das?</strong> Die Mahonie ist ein immergrüner Strauch, dessen Rinde traditionell zur Behandlung von Hautkrankheiten eingesetzt wird.
</p>

<p>
	<strong>Was sagt die Forschung?</strong> Extrakte der Mahonienrinde (z.B. in der Salbe Rubisan) sind am besten untersucht. Mehrere Studien (<a href="https://journals.lww.com/americantherapeutics/abstract/2006/03000/treatment_of_mild_to_moderate_psoriasis_with.7.aspx" rel="external nofollow" target="_blank">zum Beispiel die hier</a>) zeigten, dass sie die Schuppenbildung und Rötung bei leichter bis mittelschwerer Psoriasis reduzieren können. Die Wirkung beruht vermutlich auf den enthaltenen Alkaloiden, die entzündungshemmend wirken und das übermäßige Zellwachstum der Haut bremsen.
</p>

<p>
	<strong>Fazit</strong>: Eine der vielversprechendsten pflanzlichen Optionen für die äußerliche Anwendung bei leichten Plaques.
</p>

<h4>
	Indigo naturalis (Qing Dai)
</h4>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19628" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2018_11/faerberwaid-isatis-tinctoria.jpg.d0407ec7aed11ef998fa2b2ac33facf2.jpg" rel="" style="float:left;"><img alt="Färberwaid (Isatis tinctoria)" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19628" data-ratio="56.00" style="height: auto; width: 250px;" width="250" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2018_11/faerberwaid-isatis-tinctoria.jpg.d0407ec7aed11ef998fa2b2ac33facf2.jpg" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png"></a><strong>Was ist das?</strong> Ein dunkelblaues Pflanzenpulver, das aus der Färberwaid-Pflanze gewonnen wird und in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) seit Jahrhunderten genutzt wird.
</p>

<p>
	<strong>Was sagt die Forschung?</strong> Insbesondere in Salbenform zeigt <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/indigo-naturalis" rel="">Indigo naturalis</a> in mehreren hochwertigen Studien eine bemerkenswerte Wirkung. Es kann Entzündungen hemmen und die typischen Hautveränderungen der Psoriasis deutlich verbessern. Ein wichtiger Wirkstoff darin ist das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Indirubin" rel="external" target="_blank">Indirubin</a>.
</p>

<p>
	In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo naturalis gegen Hautkrankheiten eingesetzt. Deshalb kommen fast alle der zahlreichen Studien aus der Republik China (Taiwan). <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/indigo-naturalis" rel="">Sie berichten von sehr guten Ergebnissen</a>. Der Wirkstoff wird als Salbe oder Creme aufgetragen.
</p>

<p>
	<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28815560/" rel="external" target="_blank">Eine Studie aus 2018 mit 98 Teilnehmern</a> hat gezeigt, dass Indirubin in allen Dosierungen mehr als eine 50-prozentige Verbesserung bringt. Die beste Wirkung zeigte es aber bei 200 Mikrogramm pro Gramm. Da hat sich die Schuppenflechte um fast 70 Prozent verbessert. Es ist belegt, dass der Wirkstoff die Zellteilung und die Ausreifung der Hautzellen mit Zellkernen normalisiert. Das Signal des Entzündungs-Botenstoffes <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5581407/" rel="external" target="_blank">Interleukin 17 wird durch Indirubin abgeschwächt</a>. 
</p>

<p>
	<strong>Fazit</strong>: Ein sehr potenter Wirkstoff für die äußerliche Therapie, dessen Wirksamkeit gut belegt ist. Achte auf standardisierte Präparate aus der Apotheke, um Verunreinigungen zu vermeiden. Es gibt nicht sehr viele.
</p>

<h4>
	Birkenrinde (Betula spp.)
</h4>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_right" data-fileext="jpg" data-fileid="19632" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2018_11/birke.jpg.43e9fcc49be07e759c0afd7795e0ff6b.jpg" rel="" style="float: right;"><img alt="Birken" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19632" data-ratio="56.80" style="height: 142px; width: 250px;" width="250" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2018_11/birke.jpg.43e9fcc49be07e759c0afd7795e0ff6b.jpg" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png"></a><strong>Was ist das?</strong> Aus der weißen Rinde von Birken wird ein Trockenextrakt mit dem Hauptwirkstoff <abbr title="ein Extrakt aus weißer Birkenrinde"><abbr title="ein Extrakt aus weißer Birkenrinde">Betulin</abbr></abbr> gewonnen.
</p>

<p>
	<strong>Was sagt die Forschung?</strong> Ein hochreiner Birkenrindenextrakt ist als verschreibungspflichtiges Gel zur Behandlung von Hautwunden zugelassen, da er die Wundheilung fördert und entzündungshemmend wirkt. Erste Studien und Fallberichte deuten auf eine positive Wirkung auch bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Psoriasis hin. Die Forschung hierzu steht aber noch am Anfang.
</p>

<p>
	<strong>Fazit</strong>: Ein moderner, gut erforschter pflanzlicher Wirkstoff, <a href="https://www.gd-online.de/german/veranstalt/abstracts2010_d/GD_FS3_Betulin_23.03.2010.pdf" rel="external nofollow" target="_blank">dessen Potenzial bei Psoriasis aktuell ausgelotet wird</a>. Ein spannender Kandidat für die Zukunft."
</p>

<h3>
	Unterstützend bei leichten Symptomen wie Juckreiz oder Trockenheit
</h3>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19630" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2018_11/aloe-vera-pflanze.jpg.f682f18108f681e275d4dd2aeb219059.jpg" rel="" style="float:left;"><img alt="Aloe vera" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19630" data-ratio="56.80" style="height: auto; width: 250px;" width="250" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2018_11/aloe-vera-pflanze.jpg.f682f18108f681e275d4dd2aeb219059.jpg" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png"></a>Diese Mittel sind populär, ihre spezifische Wirksamkeit bei Psoriasis ist wissenschaftlich aber nur schwach oder gar nicht belegt. Sie können aber bei Symptomen wie Trockenheit oder Juckreiz helfen.
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Aloe Vera</strong>: Das Gel aus der Aloe-Pflanze kühlt, spendet Feuchtigkeit und kann so Spannungsgefühle und Juckreiz lindern. Studien zeigten jedoch keine überlegene Wirkung gegenüber einem Placebo bezüglich der Psoriasis-Plaques selbst. <span id="cke_bm_631S" style="display: none;"> </span><span class="ipsEmoji">👉</span> <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/aloe-creme-mixen" rel="">Hier erfährst du, wie du selbst eine Aloe-vera-Creme mixen kannst.</a>
	</li>
	<li>
		<strong>Capsaicin</strong> (aus Chili): In Cremes kann der Scharfstoff aus Chilischoten Nervenfasern in der Haut desensibilisieren und so quälenden Juckreiz lindern. Er hat aber keinen Einfluss auf die Entzündung. Achtung: Kann anfangs stark brennen!
	</li>
	<li>
		<strong>Teebaumöl</strong>: Aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung beliebt, aber bei Psoriasis nicht zu empfehlen. Es kann die ohnehin schon gereizte Haut stark irritieren und schwere allergische Reaktionen auslösen.
	</li>
	<li>
		<strong>Hamamelis </strong>(Zauberstrauch): Destillate oder Extrakte aus Hamamelis können bei leichten Hautreizungen und Juckreiz beruhigend wirken. Eine spezifische Wirkung auf Psoriasis-Plaques ist nicht belegt.
	</li>
</ul>

<h2>
	Innerliche Anwendung: Kapseln und Extrakte
</h2>

<h3>
	Speziell bei Gelenkbeteiligung (Psoriasis arthritis)
</h3>

<h4>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_right" data-fileext="jpg" data-fileid="19634" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2018_11/weihrauch-boswellia.jpg.9795785e80e392cb7d3958b6eb27b949.jpg" rel="" style="float: right;"><img alt="Weihrauch (Boswellia)" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19634" data-ratio="56.80" style="height: 142px; width: 250px;" width="250" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2018_11/weihrauch-boswellia.jpg.9795785e80e392cb7d3958b6eb27b949.jpg" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png"></a>Weihrauch (Boswellia serrata)
</h4>

<p>
	<strong>Was ist das?</strong> Das Harz des Weihrauchbaumes enthält sogenannte Boswelliasäuren, die für ihre stark entzündungshemmende Wirkung bekannt sind.
</p>

<p>
	<strong>Was sagt die Forschung?</strong> Weihrauch wird vor allem bei entzündlichen Gelenkerkrankungen untersucht. Für Betroffene mit Psoriasis arthritis ist er daher besonders interessant. Studien deuten darauf hin, dass die Einnahme von Weihrauch-Extrakten Gelenkschmerzen und Schwellungen reduzieren kann. Die Wirkung auf die Haut ist weniger gut erforscht.
</p>

<p>
	<strong>Fazit</strong>: Wenn du zusätzlich zur Haut-Psoriasis auch Gelenkbeschwerden hast, könnte Weihrauch als Kapsel eine sinnvolle Ergänzung sein – nach ärztlicher Rücksprache.
</p>

<h3>
	In der Forschung, aber noch kein Standard
</h3>

<h4>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_right" data-fileext="jpg" data-fileid="19609" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2018_03/kurkuma-curcumin.jpg.e901b2f2c48a634952b55f8a745cf135.jpg" rel="" style="float: right;"><img alt="Kurkuma (Curcumin)" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19609" data-ratio="56.80" style="height: 142px; width: 250px;" width="250" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2018_03/kurkuma-curcumin.jpg.e901b2f2c48a634952b55f8a745cf135.jpg" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png"></a>Kurkuma (Curcuma longa)
</h4>

<p>
	<strong>Was ist das?</strong> Die Gelbwurzel enthält den Wirkstoff Curcumin, der für seine antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt ist.
</p>

<p>
	<strong>Was sagt die Forschung?</strong> Sowohl eingenommen als auch äußerlich aufgetragen wurde Curcumin bei Psoriasis untersucht. Die Ergebnisse sind vielversprechend, aber noch nicht eindeutig. Es scheint Entzündungsprozesse im Körper, die die Psoriasis antreiben, positiv zu beeinflussen. Die Aufnahme im Darm ist jedoch ein Problem, weshalb Präparate oft mit Piperin (aus schwarzem Pfeffer) kombiniert werden.
</p>

<p>
	<strong>Fazit</strong>: Ein interessanter Ansatz, dessen Stellenwert noch weiter erforscht werden muss. Als Gewürz in der Küche super, als hochdosiertes Präparat nur nach ärztlicher Empfehlung.
</p>

<ul>
</ul>

<h2>
	Ein Blick in die Forschung
</h2>

<h3>
	Wenn aus einem Inhaltsstoff ein Medikament wird
</h3>

<p>
	Manchmal liefert die Natur nicht die Therapie, sondern die Blaupause dafür. Das beste Beispiel ist der Erdrauch (Fumaria officinalis). Schon im Mittelalter wurde er bei Hautleiden eingesetzt. Wissenschaftler isolierten daraus später die Fumarsäure. In hochreiner, veränderter und exakt dosierter Form wurde daraus eines der wichtigsten innerlich wirkenden Medikamente gegen mittelschwere bis schwere Psoriasis entwickelt. Die Anwendung des Krauts selbst ist heute überholt und nicht empfehlenswert. Der wissenschaftlich geprüfte und als Tablette zugelassene Wirkstoff ist jedoch eine zentrale Säule der modernen Psoriasis-Therapie.
</p>

<p>
	Ein anderes Beispiel ist Dithranol, auch als Cignolin bezeichnet. Es wurde aus dem brasilianischen Araroba- (Goa-) Baum gewonnen. Es hemmt die überschüssige Zellteilung der Haut.
</p>

<p>
	Salizylsäure ist ein Weidenrinden-Extrakt, das vor allem die Schuppen ablöst.
</p>

<p>
	Psoralen wird benutzt, um bei der PUVA-Bestrahlung die Haut lichtempfindlicher zu machen. Es ist enthalten in der Knorpelmöhre.
</p>

<h3>
	Wenn aus Hoffnung nichts wird
</h3>

<p>
	Immer wieder werden neue Pflanzen auf ihre Wirksamkeit untersucht. Doch der Weg von einer Entdeckung im Labor bis zu einem zugelassenen Medikament ist lang und viele Kandidaten scheitern. Ein gutes Beispiel dafür ist das Tropische Gänseblümchen (Vernonia anthelmintica). Um das Jahr 2000 sorgte es für Schlagzeilen, da seine Samen vielversprechende Wirkstoffe enthielten. Was aus diesem einstigen Hoffnungsträger wurde, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/forschung-gaenseblue/" rel="">kannst du hier im Detail nachlesen</a>.
</p>

<h2>
	Wichtig: "Pflanzlich" bedeutet nicht "harmlos"!
</h2>

<p>
	<strong>Sprich mit deinem Arzt/deiner Ärztin</strong>: Nur so können Wechselwirkungen mit deinen anderen Medikamenten ausgeschlossen werden.
</p>

<p>
	<strong>Achte auf Qualität</strong>: Kaufe Präparate nur aus vertrauenswürdigen Quellen wie der Apotheke. Produkte aus dem Internet können verunreinigt oder falsch dosiert sein.
</p>

<p>
	<strong>Vorsicht vor Allergien</strong>: Teste jede neue Salbe oder Creme zuerst an einer kleinen Hautstelle (z.B. in der Armbeuge), um zu sehen, ob du sie verträgst.
</p>

<p>
	<strong>Erwarte keine Wunder</strong>: Phytotherapie kann eine wunderbare Unterstützung sein. Eine Heilung der Psoriasis kann sie aber nicht bewirken.
</p>

<p>
	Sonderfall: Hände weg von der Herbstzeitlose (Colchicin)
</p>

<p>
	Der Wirkstoff Colchicin ist zwar ein hochwirksames, verschreibungspflichtiges Medikament (u.a. gegen Gicht), hat aber eine sehr geringe therapeutische Breite. Das bedeutet, der Abstand zwischen wirksamer Dosis und tödlicher Dosis ist winzig. Es gab in der Vergangenheit zwar kleine Studien zu Colchicin bei Psoriasis, aber das Nutzen-Risiko-Verhältnis ist im Vergleich zu modernen Therapien viel zu schlecht.
</p>

<h2>
	Fazit
</h2>

<p>
	Die Phytotherapie bietet spannende und wirksame Ergänzungen für die Psoriasis-Behandlung, insbesondere für die äußerliche Anwendung bei leichten bis mittelschweren Formen. Mahonie und Indigo naturalis sind hier die am besten durch Studien belegten Wirkstoffe.
</p>

<p>
	Bei Gelenkbeteiligung kann Weihrauch eine Option sein. Wichtig ist immer ein realistischer Blick und die enge Abstimmung mit deinem Behandlungsteam. So kannst du das Beste aus Schulmedizin und Naturheilkunde für dich kombinieren.
</p>

<div>
	<hr style="width:150px; margin:2em auto 1.9em; border:none; border-bottom:1px solid #000;">
</div>

<p>
	Deine eigenen Erfahrungen sind für andere Betroffene Gold wert. Wir glauben, dass der beste Austausch dort stattfindet, wo alle zusammenkommen: in unserer Community.
</p>

<p style="text-align: center;">
	<strong><a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/23-alternatives/" rel="">Hier geht's direkt zum Austausch über pflanzliche Mittel im Forum.</a></strong>
</p>

<p>
	Teile dort deine Gedanken, lies die Erfahrungen anderer oder stelle deine Fragen an die Community!
</p>

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	<hr style="width:150px; margin:2em auto 1.9em; border:none; border-bottom:1px solid #000;">
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<h2>
	Zum Weiterlesen
</h2>

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	<strong>Allgemeine Artikel oder Informationen</strong>
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://karger.com/szg/article-pdf/29/4/192/3562875/000477685.pdf" rel="external nofollow" target="_blank">Komplementärmedizin in der Dermatologie: Nicht Alternative, sondern Ergänzung der akademischen Medizin</a>, Schempp (2017)
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.rosenfluh.ch/media/arsmedici/2005/10/Rationale-topische-Phytotherapie-bei-Hautkrankheiten.pdf" rel="external nofollow" target="_blank">Rationale topische Phytotherapie bei Hautkrankheiten</a>, Augustin (2005)
	</li>
	<li>
		<a href="https://arzneipflanzenlexikon.info/index.php" rel="external nofollow" target="_blank">Arzneipflanzenlexikon</a>
	</li>
	<li>
		"<a href="https://www.koop-phyto.org/wp-content/uploads/2021/06/koop-broschuere-nahrungsergaenzungsmittel.pdf" rel="external nofollow" target="_blank">Pflanzliche Arzneimittel – Nahrungsergänzungsmittel mit pflanzlichen Inhaltsstoffen</a>" – In diesem Faltblatt werden die wichtigen Unterschiede erklärt. Es wird darauf hingewiesen, dass auch pflanzliche Wirkstoffe Neben- und Wechselwirkungen hervorrufen können.
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Naturheilverfahren und Schuppenflechte</strong>
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.carstens-stiftung.de/artikel/natuerliche-behandlung-der-schuppenflechte.html" rel="external nofollow" target="_blank">Natürliche Behandlung der Schuppenflechte</a>, Ergebnisse zweier Übersichtsarbeiten, Haacke (2017)
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.rheuma-liga.de/rheuma/alltag-mit-rheuma/naturheilkunde/cam-report" rel="external" target="_blank">CAM-Report: Was bringen Heilkräuter &amp; Co. bei Rheuma und Psoriasis Arthritis</a>? Deutsche Rheuma Liga
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Frei herunterladbare Studien</strong>
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27822287/" rel="external" target="_blank">Traditional Chinese Medicine Use among Patients with Psoriasis in Taiwan: A Nationwide Population-Based Study</a>, Weng et.al.(2016)
	</li>
	<li>
		Auflistung der gebräuchlichsten TCM-Kräuter bei Schuppenflechte <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28289986/" rel="external" target="_blank">Topical Botanical Agents for the Treatment of Psoriasis: A Systematic Review</a>, Fahrani, Sharma, Alban, Sivamani (2017)
	</li>
	<li>
		<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12950329/" rel="external" target="_blank">Use of common Chinese herbs in the treatment of psoriasis</a>, Tse (2003)
	</li>
</ul>

<h2>
	Auch interessant
</h2>

<h3>
	Heilpflanzen – natürlich, sicher, wirksam?
</h3>

<p>
	In folgendem Vortrag geht es um Heilpflanzen, ihre Wirkung und wann welche gar nicht wirken können. Ein Beispiel: Curcumin aus der Gelbwurz. Es wirkt angeblich gegen jede Krankheit – nicht nur gegen Krebs. Aber wieso kann das Curcumin beim Menschen gar nicht wirken? Die Antwort: "Wir nehmen es nicht auf und bauen die Kleinstmengen, die es doch in unseren Körper schaffen, sofort ab", wird im Vortrag erklärt. "Es kommt nicht über den Magen-Darm-Trakt und evtl. die Leber hinaus. Punkt. Ende der Geschichte. Keine Heilwirkung – nicht bei Gelenkbeschwerden und auch nicht bei Krebs."
</p>

<p>
	Dr. Petra Schling ist Biochemikerin und Dozentin am Biochemie-Zentrum der Universität Heidelberg. Als Dozentin ist es Ihr wichtig, im Studierenden-Unterricht, bei Kinderunis und öffentlichen Vortragsreihen oder Workshops kritisches und eigenverantwortliches Denken zu fördern.
</p>

<p>
	Dieser Vortrag wurde im September 2021 auf der Skepkon gehalten – der jährlichen Konferenz der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (gwup).
</p>

<div class="ipsEmbeddedVideo" contenteditable="false">
	<div>
		<iframe allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen="" frameborder="0" height="113" id="ips_uid_6638_7" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/index.html" title="Heilpflanzen – natürlich, sicher, wirksam? Dr. Petra Schling" width="200" data-embed-src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/t1ddKN6vfTk?feature=oembed"></iframe>
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</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">1004</guid><pubDate>Fri, 16 Nov 2018 10:52:00 +0000</pubDate></item><item><title>Was die Arzneipflanze des Jahres 2017 mit Schuppenflechte zu tun hat</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/was-die-arzneipflanze-des-jahres-2017-mit-schuppenflechte-zu-tun-hat/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_11/saathafer.jpg.3b43adba091d87e3b54e766cec4fc1b2.jpg" /></p>

<p>Das Jahr 2017 hat noch nicht begonnen, doch die Arzneipflanze des Jahres steht schon mal fest: Es ist der Saathafer, lateinisch Avena sativa.</p><p>Gekürt wurde die Pflanze vom Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg. Die dortigen Experten entschieden sich für den Saathafer, weil er sehr unterschiedliche Heilmittel in sich birgt. Die werden zur Behandlung der Haut, bei Magen-Darm-Erkrankungen, aber auch in der Vorbeugung von Diabetes oder Arteriosklerose eingesetzt.</p><p>Der Saathafer ist Vertreter der Süßgräser. Das hat er mit Roggen, Weizen oder Gerste gemein. Die jedoch bilden ihre Körner in den Ähren. Beim Saathafer aber geschieht das in mehrfach verzweigten Rispen.</p><p>Die Haferpflanze macht es dem Menschen nicht einfach, sie zu mögen: Sie liefert weniger Ertrag und ist schwieriger zu ernten. Die Körner sind von Spelzen umschlossen, die bei der Verarbeitung erst mit besonderen Mahlgängen entfernt werden müssen.</p><p>Dafür gedeiht die Arzneimittelpflanze aber auch auf eher kargen Böden oder in Gegenden, in denen es oft regnet. Für <a href="https://www.researchgate.net/profile/Johannes_Mayer3" rel="external nofollow">Johannes Gottfried Mayer</a> vom Studienkreis ist der Hafer den anderen Getreidearten beim Nährwert und beim Geschmack überlegen.</p><h3>Drei Teile vom Saathafer werden genutzt</h3>Der Hafer wird in drei verschiedenen Formen als Heilmittel genutzt: als Haferstroh, Kraut und Korn.<p>Das <strong>Stroh</strong> aus dem Hafer wird für Bäder verwendet, die bei Hautverletzungen und Juckreiz helfen sollen.</p><p>Für die Nutzung des <strong>Krautes</strong> wird der Hafer vor seiner Blüte geerntet – und jetzt kommen Hauterkrankungen wie die Schuppenflechte ins Spiel. Denn: Das Kraut enthält viele entzündungshemmende Flavonoiden und immunmodulierende Saponine. Es besitzt einen hohen Anteil an Mineralien wie Kalium, Kalzium oder Magnesium. Extrakte des Haferkrauts werden bei Neurodermitis eingesetzt. In den 90-er Jahren wurde in Frankreich eine besonders geeignete weiße Hafersorte gewonnen, die frei von Proteinen, auch von Gluten, ist. Hautpflegemittel damit sind so für Allergiker und Hautkranke besonders gut verträglich. Beispiele für <a href="https://www.psoriasis-netz.de/inhaltsstoffe/echter-hafer-avena-sativa" rel="">Produkte mit Avena sativa</a> sind die aus der A-Derma-Serie von Pierre Fabre oder das <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/belixos-liquid" rel="">Belixos Liquid</a> von Biofrontera.</p><p>Das Haferkorn wird als vollreifes <strong>Korn</strong> genutzt. Neben einem hohen Gehalt an den Vitaminen B1 und B6 liefert sie auch viele Ballaststoffe. Einige davon haben Wirkungen auf den Verdauungstrakt und den Stoffwechsel. Wichtig sind positive Effekte auf den Cholesterin- und den Blutzuckerspiegel.</p><p>Im Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ arbeiten Medizinhistoriker, Ärzte, Apotheker und Biologen mit. Sie wählen als „Arzneipflanze des Jahres“ immer Gewächse, die eine interessante Kultur- und Medizingeschichte aufweisen und deren Wirkung in pharmakologischen und klinischen Studien überprüft wurde. In den letzten Jahren waren das zum Beispiel Arnika, Hopfen, die Passionsblume oder Spitzwegerich.</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">907</guid><pubDate>Sun, 06 Nov 2016 13:59:30 +0000</pubDate></item><item><title>Arzneipflanzen ausf&#xFC;hrlich erkl&#xE4;rt</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/arzneipflanzen-ausfuehrlich-erklaert/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2013_12/botanischer-garten-halle.jpg.7b4dfdffd28f0ac949d36eb69215d2a9.jpg" /></p>

<p>Dr. Heike Helau und Dr. Regine Stordeur wollten eigentlich "nur" ein Begleitheft für Besucher des Botanischen Gartens in Halle (Saale) schreiben. Herausgekommen ist eine umfangreiche Broschüre zu Arzneipflanzen.</p><p>Dr. Heike Heklau und Dr. Regine Stordeur arbeiten im Botanischen Garten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Ihre Broschüre war als Begleitheft für das Arzneipflanzenbeet des Botanischen Gartens gedacht. Darin werden 97 Arzneipflanzen vorgestellt, ihr Aussehen und ihre charakteristischen Merkmale beschrieben und ihre Herkunft, Verbreitung im Gebiet sowie ihre Gesamtverbreitung angegeben. 61 historische Abbildungen zeigen die meisten Pflanzen. Zusätzlich gibt es 32 Farbbilder, die die Pflanzen teils auf historischen Tafeln, teils auf Fotos wiedergeben.</p><p>Das Heft informiert über Inhaltsstoffe, deren Wirkung und die Anwendungsgebiete. Hinweise zum günstigen Sammelzeitpunkt, zur Behandlung und Lagerung der relevanten Pflanzenteile sowie zur Zubereitung von Tee, Aufgüssen, Tinkturen und mehr machen die praktische Nutzbarkeit aus.</p><p>Abgerundet wird jedes Pflanzenporträt durch einen Abstecher in die Geschichte der Verwendung der Arzneipflanzen von der Antike über das Mittelalter und die Renaissance bis in die Neuzeit, wobei der Blick manchmal bis in den Fernen Osten oder die Herkunftsgebiete der Pflanzen reicht.</p><p>Die Broschüre ist am Eingang des <a href="http://www2.biologie.uni-halle.de/bot/boga/index.html" rel="external nofollow">Botanischen Gartens</a> (Am Kirchtür 3, 06108 Halle/Saale) oder im Buchhandel erhältlich. Sie kostet 9,90 Euro.</p><p>Der Botanische Garten Halle ist im Winter geschlossen – die Pflanzen müssen überwintern.</p><p><strong>Die Eckdaten</strong>: "Arzneipflanzen. Das Arzneipflanzenbeet im Botanischen Garten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg" von Heike Heklau und Regine Stordeur (ISBN: 978-3-940744-50-0)</p><p style="text-align:right;"><em>idw</em></p>
]]></description><guid isPermaLink="false">602</guid><pubDate>Tue, 17 Dec 2013 11:14:28 +0000</pubDate></item><item><title>Weihrauch hemmt die Entz&#xFC;ndung auch bei Schuppenflechte</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/weihrauch-entzuendung-schuppenflechte/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2022_11/weihrauch.jpg.cf0d10d86da8a5f321f67eb9f972d984.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Weihrauch spielte bisher keine herausragende Rolle bei der Psoriasis-Therapie mit Naturmitteln. Das soll sich ändern: Pharmazeuten mit dem Schwerpunkt Haut und Apotheker haben Weihrauch als Heilpflanze neu entdeckt. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Tübingen und der des Saarlandes  haben sie Hinweise darauf, wie es wirkt – auch bei entzündlichen Haut- und Gelenkkrankheiten.</strong>
</p>

<p>
	Seit vielen Jahren gilt Weihrauch als „Geheimtipp“ für alle diejenigen, die ein möglichst nebenwirkungsarmes und natürliches Mittel gegen Psoriasis und vor allem Psoriasis arthritis suchen. Es gab positive Erfahrungsberichte über Weihrauch-Tabletten, aber keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die den deutschen Anforderungen für eine Zulassung als Arzneimittel genügen. Hinzu kam die Behauptung, dass Weihrauch bei mehr als 40 unterschiedlichen Erkrankungen helfen würde . Solche Allheil-Versprechungen machen kritische Patienten eher skeptisch.
</p>

<p>
	Seit den 1990er Jahren liegen nun klinische Beobachtungen vor, die für unterschiedliche Krankheitsbilder positive Effekte von Weihrauch nachweisen.
</p>

<p>
	Weihrauch ist als Medikament nur in Indien und einem Kanton der Schweiz zugelassen (Sallaki vom Hersteller Gufic). Die Tabletten können mit ärztlichem Rezept – einem Privat-Rezept - über jede Apotheke besorgt werden. Eine seriöse rezeptfreie Weihrauch-Creme, die positiv auf die Psoriasis-Haut wirken soll, kann man seit Herbst 2007 kaufen.
</p>

<h2>
	Über Weihrauch
</h2>

<p>
	Weihrauch (lateinisch <em>Boswellia</em>) wurde bereits im Altertum nicht nur als Räucherwerk, sondern auch als Arzneimittel verwendet. Das Harz der Weihrauchbäume wurde in vielen Kulturen über Jahrhunderte ein anerkanntes Mittel gegen alle möglichen Krankheiten und deshalb so wertvoll wie Gold. Erst Ende des 19. Jahrhunderts geriet Weihrauch bei uns in Vergessenheit. Synthetisch hergestellte Arzneimittel verdrängten viele Naturheilmittel. Bis heute aber spielt Weihrauch in der ayurvedischen Medizin Indiens eine bedeutende Rolle.
</p>

<p>
	Erst die Kritik an der herrschenden Schulmedizin in den 1980er Jahren führte dazu, dass man sich wieder vermehrt mit Naturheilmitteln beschäftigte. In Deutschland waren es vor allem Tübinger Pharmakologen um Professor H.P.T. Ammon, die nachweisen konnten, dass es die Boswelliasäuren im Weihrauch-Harz sind, die Entzündungen hemmen. Die Wissenschaftler vermuteten, dass Boswellia die Bildung von „Leukotrienen“ (Entzündungs-Botenstoffe) in den weißen Blutkörperchen verhindert . „Das zeigte sich aber nur im Reagenzglas bei entsprechend hoher Dosierung“, so Professor Oliver Werz aus Tübingen, der weiterhin daran forscht.
</p>

<p>
	Tatsächlich hemmen bestimmte Weihrauch-Extrakte, d.h. Zubereitungen aus Weihrauch-Harze, z.B. das Enzym Cathepsin G, das an komplexen Entzündungsvorgängen im Körper beteiligt ist. Cathepsin G ist in der Haut von Psoriatikern in erhöhter Ansammlung gefunden worden. Außerdem werden die Aktivitäten des Proteins mPGES-1 (<em>mikrosomale Prostaglandin E-Synthase-1</em>) gebremst, das ebenfalls eine Schlüsselrolle bei entzündlichen, schmerzhaften und allergischen Krankheiten spielt.
</p>

<p>
	Heute weiß man, dass nicht alle Boswellisäuren gleich wirken. Deshalb werden gezielt Zubereitungen aus Weihrauch-Harzen (so genannte „definierte Weihrauch-Extrakte“) hergestellt, um in der Praxis ihre Wirksamkeit zu testen.
</p>

<p>
	Ganz eindeutig wirkt Weihrauch auf die Haut . Dr. Henning Gerhardt (Mannheim) hat Morbus-Crohn-Patienten mit einem indischen Weihrauch-Arzneimittel behandelt. Diese entzündliche Darmkrankheit gehört zu den typischen Begleiterkrankungen der Psoriasis. Bei 50 seiner Patienten besserte sich gleichzeitig die Psoriasis – sogar an Händen und Füßen.
</p>

<p>
	Auch bei Gelenkbeschwerden hat Gerhardt Verbesserungen feststellen können - wenn auch erst bei drei bis vier Weihrauch-Extrakt-Tabletten täglich . Bei rheumatoider Arthritis eignen sich Weihrauch-Extrakt-Tabletten als Basistherapie, die den Krankheitsverlauf langfristig beeinflussen kann. Einige Psoriasis Arthritis-Patienten haben sogar <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> absetzen können.
</p>

<p>
	Einen weiteren Beweis für die Wirksamkeit von Weihrauch-Inhaltsstoffen bei Psoriasis erbrachte eine Forscher-Gruppe aus Shangai, die im Tier-Modell bei Mäusen einen lindernden, entzündungshemmenden Effekt zeigen konnte.
</p>

<h2>
	Forschung auf wissenschaftlicher Grundlage
</h2>

<p>
	Professor H.P.T. Ammon - nicht zu verwechseln mit Professor Ulrich Amon, dem dermatologischen Leiter der Hautklinik Psorisol - forschte erstmals mit seinen Mitarbeitern an der Fragestellung, weshalb der indische Weihrauch entzündungshemmend wirkt. Beim "<a href="http://www.weihrauch-symposium.de/" rel="external nofollow">Weihrauch-Symposium 2008</a>" wurden die Forschungsergebnisse der vergangenen Jahre vorgestellt.
</p>

<p>
	„Die Wirksamkeit von Weihrauch“, so Professor Ammon, „wird als belegt angesehen.“ Die vorgestellten Studien entsprächen aber nicht dem formalen Studiendesign, um Weihrauch als Arzneimittel zulassen zu können. Oft seien die Ergebnisse nicht eindeutig, meinte Ammon. Die Zahl der Patienten sei zu gering gewesen. Es seien unterschiedliche Weihrauch-Extrakte benutzt worden, deren pharmazeutische Qualität nicht zufriedenstellend geklärt werden konnte . „Die bisherigen Daten ermutigen uns jedoch, die Wirksamkeit von Weihrauchpräparaten mit wissenschaftlichen Methoden zu evaluieren.“
</p>

<p>
	Die äußerlichen Einsatzmöglichkeiten von Weihrauch-Extrakten soll ein Projekt klären, das bis 2011 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert wird. Ziel ist es, so Professor Werz, einen Weihrauch-Extrakt zu finden, der möglichst gut auf die Psoriasis wirkt. Werz ist überzeugt, dass der afrikanische Weihrauch dafür besser geeignet ist als die überall angebotenen Produkte mit Boswellia serrata aus Indien. Am Ende sollen ein Spray, eine Creme o.ä. stehen, das aber kein zugelassenes Arzneimittel sein wird.
</p>

<p>
	Im Jahr 2005 wurde unabhängig davon der erste Preis im Würzburger Regionalwettbewerb von „<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/jugendforscht-pso" rel="">Jugend forscht</a>“ (Kategorie Chemie) an eine Creme mit Weihrauch und Myrrhe gegen Schuppenflechte vergeben. Die Gewinnerin meldete ihre Creme zum <a href="https://register.dpma.de/DPMAregister/pat/register?AKZ=1020050080022" rel="external nofollow">Patent</a> an.
</p>

<h2>
	Immer unterschiedlich
</h2>

<p>
	Weihrauchsorten mit hohem ätherischen Öl-Anteil wurden zur Räucherung benutzt und sind bis heute für die Parfüm-Industrie von Interesse, während die im Harz enthaltenen sauren Strukturen (z.B. Boswelliasäuren) medizinisch genutzt werden. Weihrauch ist stets ein komplexes Gemisch verschiedener Inhaltsstoffe. Je nach Sorte und Standort schwanken die natürlichen Bestandteile des Weihrauchs.
</p>

<p>
	Als qualitätsgeprüfte Arzneimittel sind in Deutschland nur homöopathische Weihrauch-Zubereitungen zugelassen, die jedoch keinen Extrakt enthalten.
</p>

<p>
	Experten raten davon ab, frei verkäufliche Weihrauchprodukte beispielsweise im Internet zu kaufen. Sie gelten als Nahrungsergänzungsmittel und unterliegen damit keiner strengen gesetzlichen Qualitätskontrolle, vor allem, wenn sie im Ausland vertrieben werden. Meist weiß man nicht, ob es sich lediglich um pulverisiertes Harz handelt oder um einen höherwertigen, genau aufgelisteten (definierten) Extrakt. Da meist unklar bleibt, wie und wo der Weihrauch geerntet wurde, ist offen, welche Bestandteile er genau enthält und ob Verunreinigungen (wie Schwermetalle) enthalten sind. Damit ist eine standardisierte Verarbeitung nicht nachvollziehbar.
</p>

<p>
	Die jeweiligen Weihrauch-Zubereitungen werden vom Körper unterschiedlich aufgenommen und wirken pharmakologisch verschieden. Solche Anbieter berufen sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse, bieten aber nicht den gleichen Weihrauch-Extrakt an, mit dem diese Ergebnisse erzielt wurden.
</p>

<p>
	Obgleich natürliches Weihrauch-Harz durchschnittlich 30 bis 40 Prozent Boswelliasäuren enthält, werden „natürliche“ Produkte mit 60 oder sogar 80 Prozent angeboten. Professor Ammon schätzt solche Angebote als „teilweise höchst fraglich“  ein.
</p>

<p>
	Als gut wirksame Inhaltsstoffe des Weihrauchs werden immer noch Keto-Boswelliasäure (KBA) und Acetyl-Ketoboswelliasäure (AKBA) angepriesen. Beide nimmt der Darm jedoch schlecht auf. Stattdessen baut der Körper KBA und AKBA schnell wieder ab, so dass sie nicht lang anhaltend wirken können.
</p>

<p>
	Generell gibt es keine nennenswerten Nebenwirkungen vom Weihrauch – außer Aufstoßen und ein seltsamer Geschmack im Mund.
</p>

<h2>
	Weihrauch als Salbe
</h2>

<p>
	Üblicherweise wird Boswellia als Tablette oder Kapsel geschluckt. Da sich die im Harz befindlichen Inhaltsstoffe gut in Fett und Öl lösen, wäre es logisch, dass entsprechende Weihrauch-Extrakte auch wirken, wenn man sie auf die Haut aufträgt. Das ist aber noch nicht durch klinische Studien belegt.
</p>

<p>
	Jedoch ist eine Weihrauch-Creme auf dem Markt, die nach mehr als zehnjähriger Erfahrung vom Apotheker Winfried Ertelt entwickelt wurde. Es gibt unterschiedliche Rezepturen für Patienten mit Psoriasis oder dem atopischem Ekzem („Neurodermitis“) . Die Creme-Variante für die Schuppenflechte heißt Psorelia. Neben dem Weihrauch sind darin Nachtkerzensamenöl und Harnstoff (Urea) enthalten.
</p>

<p>
	Das Produkt enthält keine Konservierungsstoffe, keine Emulgatoren, keine Mineralöle wie Paraffin, keine Duft- und Farbstoffe sowie keine synthetischen Farbstoffe. Es ist in jeder Apotheke oder <a href="https://www.aureliasan.de/" rel="external nofollow">beim Hersteller</a> erhältlich und kostet offiziell 29,95 Euro pro 100-Gramm-Spender.
</p>

<p>
	In unserer Datenbank von Produkten zur Hautpflege kannst du <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/psorelia" rel="">Bewertungen über die Creme</a> lesen oder - wenn du die Creme bereits angewendet hast - eine Bewertung abgeben.  
</p>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="http://www.uni-jena.de/Prof_O_Werz.html" rel="external nofollow">Prof. Dr. Oliver Werz</a>, Universität Jena, und <a href="http://www.uni-saarland.de/campus/fakultaeten/professuren/naturwissenschaftlich-technische-fakultaet-iii/chemie/professuren-fr-81-chemie/prof-dr-johann-jauch.html" rel="external nofollow">Prof. Dr. Johann Jauch</a>
	</li>
	<li>
		"Weihrauch – Ein großes Heilmittel für zahlreiche Erkrankungen“, Peter Grunert, GANZHEITLICH HEILEN, Goldman, München 1999, S. 93ff.
	</li>
	<li>
		„Weihrauch“ - zweiteiliger Bericht in "Naturheilkunde &amp; Gesundheit" 01/08 S. 12ff und 02/08, S. 14.
	</li>
	<li>
		„Weihrauch - Gesund geräuchert“, Margit Mertens, Rheinischer Merkur Nr. 52, 24.12.2009
	</li>
	<li>
		„Weihrauch und Boswelliasäuren“, Tina Brüggemann, Laura Höcke, Kerstin Meyer, Veronika Renze, Elke Wiesch, Uni Münster
	</li>
	<li>
		PSO aktuell Nr. 2/Juni 1999
	</li>
	<li>
		Bericht der 13. GD-Tagung in DermaTopics Nr. 1 (2009), S. 13f. sowie “Identification of human cathepsin G as a functional target of boswellic acids from the anti-inflammatory remedy frankincense.“, Tausch L, Henkel A, Siemoneit U, Poeckel D, Kather N, Franke L, Hofmann B, Schneider G, Angioni C, Geisslinger G, Skarke C, Holtmeier W, Beckhaus T, Karas M, Jauch J, Werz O., J Immunol. 2009 Sep 1;183(5):3433-42. Epub 2009 Jul 31.PMID: 19648270
	</li>
	<li>
		“Targeting NF-kappa B with a natural triterpenoid alleviates skin inflammation in a mouse model of psoriasis.“, Wang H, Syrovets T, Kess D, Büchele B, Hainzl H, Lunov O, Weiss JM, Scharffetter-Kochanek K, Simmet T., J Immunol. 2009 Oct 1;183(7):4755-63. Epub 2009 Sep 14.PMID: 19752240
	</li>
	<li>
		Weihrauch besitzt dermatologisches Potential, Franziska Wartenberg, Deutsche Apotheker Zeitung Nr. 15, 09.04.09, S. 42ff.
	</li>
	<li>
		Weihrauch hilft oft Haut und Gelenken, PSO aktuell, 3/September 2000, S. 7f.
	</li>
	<li>
		DPhG Weihrauch-Symposium 2008, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2008
	</li>
	<li>
		Großes Interesse an Weihrauch als Heilmittel, Bericht in Deutsche Apotheker Zeitung, Nr. 15/10.04.08, S. 15ff.
	</li>
	<li>
		<a href="https://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/pflanzen/weihrauch/" rel="external nofollow">Ayurveda und evidenzbasierte Medizin</a>, Annette von Gessel, 2009
	</li>
	<li>
		"Der Duft der Götter", Margit Mertens, Neues Deutschland 30.01.2010
	</li>
</ul>

<h2>
	Weiterlesen zum Thema
</h2>

<p>
	<strong>Heilende Wirkung von Weihrauch entschlüsselt</strong>
</p>

<p>
	(<a href="https://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/geheimnisvoller-weihrauch-die-heilende-wirkung-entschluesselt-16827881.html" rel="external nofollow">FAZ, 26.06.2020</a>)
</p>

<p>
	In dem Artikel geht es um die Wirkung von Weihrauch allgemein, aber auch um eine neue Studie. Die kommt von einer Arbeitsgruppe um Oliver Werz von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er hat zusammen mit US-Kollegen aufgedeckt, wo die Boswelliasäure im Körper andockt. Die Studie erschien <a href="https://www.nature.com/articles/s41589-020-0544-7" rel="external nofollow">in der Zeitschrift „Nature Chemical Biology“</a>.
</p>

<p>
	<strong>Weihrauch als Medizin</strong>
</p>

<p>
	(<a href="https://www.srf.ch/sendungen/puls/lifestyle/weihrauch-als-medizin" rel="external nofollow">SRF, 03.04.2015</a>)
</p>

<p>
	Im schweizerischen Radio beschäftigte sich eine Sendung mit der Wirkung von Weihrauch als Heilmittel. Den Beitrag gibt es auf der Internetseite zum Nachhören.
</p>

<p>
	<strong>Kann Weihrauch gegen Entzündungen helfen?</strong>
</p>

<p>
	(<a href="https://www.stern.de/gesundheit/nahrungsergaenzungsmittel-weihrauch-gegen-entzuendungen---sinnvoll-oder-nur-teuer--3123164.html" rel="external nofollow">stern.de, 22.01.2014</a>)
</p>

<p>
	Wer Entzündungen auch mittels einem Nahrungsergänzungsmittel eindämmen will, stößt früher oder später auf Weihrauch - und fragt sich dann: Kann das wirklich helfen? Der "Stern" ist dem nachgegangen. Wir selbst werden immer mal danach gefragt und haben bislang selten von Erfolgen gehört. Was aber auch daran liegen kann, dass sich, wer einmal Erfolg hat, auch nicht mehr meldet <img alt=":)" data-loading="true" style="height: auto;" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/emoticons/default_smile.png" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png">
</p>

<p>
	<strong>Weihrauch (Boswellia) zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen – wirksam oder unwirksam?</strong>
</p>

<p>
	(<a href="http://wirksam-oder-unwirksam.blogspot.com/2012/08/weihrauch-boswellia-zur-behandlung.html" rel="external nofollow">Blog "Wirksam oder unwirksam?"</a>, vermutlich August 2012)
</p>

<p>
	In diesem Beitrag wird verständlich erklärt, bei welchen Erkrankungen Weihrauch-Extrakte angewendet werden, welche Dosierungen von Weihrauch-Extrakten empfohlen werden, wie Weihrauch wirkt und welche Nebenwirkungen möglich sind.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">428</guid><pubDate>Thu, 15 Apr 2010 13:16:00 +0000</pubDate></item><item><title>Creme mit Aloe vera bei Schuppenflechte: Tolle Pflege, aber...</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/aloe-vera/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2009_05/aloe-vera-creme.png.8461ea2edc626dab4a11087be7778f23.png" /></p>

<p>
	<strong>In einem Test schnitt eine Aloe-vera-Creme besser ab als Kortison. In diesem Artikel erfährst Du, warum Aloe vera für die Hautpflege bei Psoriasis ein tolles Mittel ist, unseriöse Verkäufer sie aber um ihren Ruf bringen.</strong>
</p>

<h2>
	Aloe Vera – ein Wundermittel?
</h2>

<p>
	Niemand, der sich mit Hautkrankheiten beschäftigt, kommt an Produkten mit einem Extrakt aus Aloe vera vorbei. Immer wieder versichern Anbieter und Heilpraktiker, mit Aloe vera könnte man viele Krankheiten wie Schuppenflechte oder Neurodermitis heilen oder wenigstens dauerhaft deutlich eindämmen. Eindrucksvoll stellen sie Fotos und Berichte von „geheilten“ Patienten vor, bei denen die Schulmedizin erfolglos geblieben sei.
</p>

<p>
	Doch die angepriesene heilende Wirkung des Fleisches aus den dicken Pflanzenblättern ist wissenschaftlich nicht belegt. Das ist aber noch nicht das Schlimmste: Aloe-vera-Anbieter versprechen häufig nicht nur Heilung, sondern auch einen guten Nebenverdienst. Die Verbraucherzentrale Hessen warnt: „Wir raten ab von der unkritischen Einnahme und dem Einstieg in den Direktvertrieb von Nahrungsergänzungsmitteln wie Aloe Vera &amp; Co.“
</p>

<h3>
	Patient wird Teil des Vertriebssystems
</h3>

<p>
	„Heilung“ der Schuppenflechte dürfen die Anbieter nicht versprechen, weil Aloe vera nicht als Medikament bei Hautkrankheiten zugelassen ist. Aber es gibt immer wieder Einzelberichte von Menschen, die behaupten, ihre Psoriasis sei durch Aloe vera weggegangen. Kritiker behaupten, die herumgezeigten Fotos seien seit Jahren immer die gleichen.
</p>

<p>
	Alle diese Produkte sind teuer. Mehrere große Anbieter liefern sich einen Glaubenskrieg und behaupten, nur sie hätten die „wahre“ Aloe. Bei vielen Anbietern wird der Käufer gleich Teil des Vertriebssystems. Der neu gewonnene Mitarbeiter erwirbt zunächst selbst Produkte aus der Angebotspalette, um diese dann insbesondere in seinem Freundes-, Verwandten- und Bekanntenkreis weiterzuverkaufen. Der ist irgendwann abgegrast, was in Absatzschwierigkeiten endet. Mitarbeitern wird deshalb häufig eine weit interessantere Einnahmequelle eröffnet, indem Provisionen versprochen werden, wenn neue Vertriebsmitarbeiter angeworben werden, die ebenfalls Produkte verkaufen sollen. Nach Ansicht der Verbraucher-Zentrale Thüringen fördert "Network-Marketing" ein System, nach dem immer mehr "Laienverkäufer" immer aggressivere Werbung machen müssen, um nicht auf den Kosten für die eingekauften Produkte sitzen zu bleiben.
</p>

<p>
	In Foren – auch unserem – treten die Verkäufer und ihre Anhänger oft sehr aggressiv gegen jeden auf, der ihre Versprechungen anzweifelt. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit wächst die Anzahl derjenigen, die freiberuflich solche Produkte vertreiben und die davon leben müssen.
</p>

<h3>
	Medizinische Wirkung
</h3>

<p>
	Über die medizinische Wirkung von Aloe vera auf der Haut gibt es überhaupt bisher nur eine einzige, kontrollierte Studie von 1995. Bei diesem Test ist aber die Wirkung auf die Psoriasis nicht mit untersucht worden. Im Berliner Immanuel-Krankenhaus wird Aloe Vera bei Neurodermitis und anderen entzündlichen Zuständen eingesetzt. Erfahrungen mit Psoriatikern liegen noch nicht vor.
</p>

<p>
	Das Problem bei Aloe-vera-Produkten ist, dass die Pflanzenwirkstoffe von sehr unterschiedlicher Qualität sind. Sie schwanken wie beim Wein: je nachdem, aus welchem Land, von welchem Boden und mit welcher Zubereitungsmethode das Produkt hergestellt wurde. Die Aloe-vera-Pflanze enthält (je nach Herstellerangaben) zwischen 160 und 450 Substanzen. Es gibt keine herausragende „Leitsubstanz“.
</p>

<p>
	Vor allem das Gel des frisch abgeschlagenen Blatts soll, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die meisten Wirkstoffe enthalten – selbst aus dem Blumentopf zu Hause. Wird das Gel erst einmal zu Kosmetika verarbeitet, büßen einige Substanzen ihre Aktivitäten ein.
</p>

<p>
	Niemand behauptet, Aloe vera sei komplett unwirksam. Bei UV-Schäden durch Sonnenbrand verringert Aloe die Rötungen und mildert die Verbrennungen und ist damit eine echte Alternative zum Kortison. Das bewirken aber auch Kamille, Hamamelis, Koriander oder Arnika.
</p>

<p>
	Man kann Aloe-vera-Gel ebenfalls als Hausmittel anwenden, zum Beispiel gegen juckende Insektenstiche oder kleinere Wunden. Um eine stark entzündete Psoriasis zu behandeln, reicht Aloe Vera erfahrungsgemäß nicht aus. Aber es ist anerkannt, dass mit äußerlich aufgetragener Aloe vera eine Psoriasis-Therapie „unterstützt“ werden kann. Die enthaltenen Kohlenhydrate wie Accemannan treiben die oberflächlichliche Hautheilung voran und Salizylsäure hemmt leichte Entzündungen.
</p>

<p>
	Übereinstimmend sagen selbst Kritiker, dass man keine Nebenwirkungen befürchten muss, wenn man Aloe vera äußerlich aufträgt.
</p>

<h3>
	Vorsicht Nebenwirkungen
</h3>

<p>
	Aloe-vera-<em>Granulat</em> ist als apothekenpflichtiges, starkes Abführmittel zugelassen. Das enthält Aloin und Anthrachinone. Das Bundesinstitut für Arzneimittel- und Medizinprodukte rät davon ab, dieses Abführmittel länger als zwei Wochen einzunehmen. Sonst kann der Wasser- und Elektrolyt-Haushalt des Körpers schwer beeinträchtigt werden. Aloin und Anthrachinone werden verdächtigt, bei Daueranwendung Krebs zu erzeugen und das Erbgut zu schädigen.
</p>

<p>
	In <em>Kosmetika</em> und <em>Lebensmitteln</em> wie Aloe-vera-Saft sind diese risikoreichen Stoffe nicht mehr enthalten. Trotzdem sollte, wer Aloe-vera-Saft trinkt, nicht zu viel davon aufnehmen. Das jedenfalls meint Pofessor P. Proksch von der Uni Düsseldorf. Es sei denkbar, dass Aloe-vera-Saft die Wirkung von Arzneimitteln beeinflusse. So könnten die ballaststoffreichen Kohlenhydrate von Aloe vera die Aufnahme von lebensnotwendigen Medikamenten im Darm verringern wie beispielsweise bei Herzpatienten.
</p>

<p>
	Die Stiftung Warentest dagegen meint, dass der Saft „ohnehin nicht viel Bioaktivstoffe“ enthalten könne. Er würde meist aus dem Aloe-vera-Gel hergestellt, das zu 98,5 % aus reinem Wasser besteht. Das Gel enthalte 0,3 % Kohlehydrate und 1,2 % Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme. Nicht sehr viel für ein angeblich „einzigartiges Wirkstoffgefüge“ (Herstellerwerbung).
</p>

<p>
	Frank Herfurth (Verband Freier Heilpraktiker und Naturärzte, Köln) weist darauf hin, das billige Aloe-Produkte oft von schlechter Qualität seien. Sie sollten auf jeden Fall von der Aloe Barbadensis stammen.
</p>

<p>
	Für kontrollierte Rohware und Verarbeitung, so die Stiftung Warentest, bürgen das Bio-Siegel, die Siegel von Neuform oder vom IASC = International Aloe Science Council.
</p>

<h3>
	Placebo-Effekt?
</h3>

<p>
	Sicherlich gibt es Fälle, bei denen die Krankheit tatsächlich zurückgegangen ist, wenn jemand seine Psoriasis-Stellen mit Aloe vera eingecremt hat. Streng wissenschaftlich ist es aber nicht eindeutig zuzuordnen, ob es tatsächlich die Aloe vera war, die diesen Rückgang bewirkt hat. Das kann, muss aber nicht sein!
</p>

<p>
	Zum einen „wirken“ Mittel auch dann, wenn man fest daran glaubt. Immer wieder zeigt es sich, wie beeinflussbar wir Menschen sind. Da gibt man Kranken eine angebliche Wunderpille, inszeniert eine intensive Beratung durch einen unangreifbaren Experten. Man schafft ein Klima, in dem sich die verzweifelten Patienten hoffnungsvoll an dieses Versprechen klammern und alles glauben. Bei einem Drittel der Menschen hilft diese Pille dann wirklich und führt sogar zu Nebenwirkungen. Eben der typische „Placebo-Effekt“.
</p>

<p>
	Unglaublich, aber wahr, dass man bei manchen Menschen eine Krankheit nur über die Psyche beeinflussen kann. Selbst vorgetäuschte Knieoperationen oder Schein-Akupunkturen können erfolgreich wirken! Mediziner weisen darauf hin, dass viele Kranke erst dann zu einem „Wundermittel“ greifen, wenn sie schon völlig verzweifelt sind. Bei einigen ist die Krankheit dann so weit fort entwickelt, dass sie auch ohne jede Behandlung zurückgehen würde. Das trifft typischerweise gerade bei der Psoriasis immer wieder zu, weil sie schubweise auftritt. Wer in dieser Zeit gerade Aloe vera oder ein anderes Mittel genommen hat, glaubt natürlich, das hätte geholfen. Der Verbraucher wird hinters Licht geführt und womöglich gefährdet, wenn er gutgläubig seine bisherigen Therapien absetzt.
</p>

<p>
	Patienten sollten sich auf Aloe vera <em>allein</em> zur Heilung ihrer Krankheit nicht verlassen, sondern unbedingt bei der ärztlich verordneten Therapie bleiben.
</p>

<p>
	Unsere Zweifel gelten für Aloe vera wie für alle andere angepriesene Wundermittel. Wenn einige Psoriatiker damit ihre Haut erscheinungsfrei bekommen haben, freuen wir uns von ganzem Herzen für sie. Leider sind das nach unseren Erfahrungen nur einzelne Fälle.
</p>

<p>
	Aloe vera ist eine lang bekannte Heilpflanze. Das bestreitet niemand. Wir meinen: Jeder, der Aloe vera ausprobieren will, sollte es machen. Schaden kann es bei einer leichten Psoriasis nicht. Bei einer schweren oder mittelschweren Verlaufsform sollte man Aloe vera immer nur zusätzlich zu einer ärztlich überwachten Therapie anwenden und nie an deren Stelle.
</p>

<h3>
	Sachinformation contra Werbeversprechen
</h3>

<p>
	Wundermittel gegen Psoriasis werden überall und zu jeder Zeit angeboten. Seien Sie stets misstrauisch. Beschaffen Sie sich unterschiedliche Informationen über eine angeblich so erfolgreiche Therapie! Seien Sie immer sehr vorsichtig, wenn Ihnen jemand etwas verkaufen will! Niemand von uns glaubt alles, was die Werbung verspricht. Warum sollte das bei solchen Präparaten anders sein? Völlig klar, dass Eltern für ihre Kinder nicht gleich die stärksten Pharma-Produkte nehmen wollen. Allen raten wir: Wenn möglich, behandeln Sie Ihre Kinder erst mit dem mildesten Wirkstoff, der für Psoriasis geeignet ist. Und der wird selten aus der Pharmafabrik kommen! Aber seien sie skeptisch, wenn ein Mittel angeblich gegen „fast alle“ Krankheiten helfen soll!
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Aloe-vera-Creme im Test besser als Kortisoncreme
</h2>

<p>
	Eine Creme mit Aloe vera ist in einem Versuch an der Khon-Kaen-Universität in Thailand gegen eine Kortison-Creme angetreten. Beide wurden bei Menschen mit Schuppenflechte angewendet. Siehe da: Die Aloe-vera-Creme schnitt besser ab. Aber: Die Ergebnisse dieses Tests gibt's bisher in keiner Fachzeitschrift, und so richtig lang war der Versuch auch nicht.
</p>

<h3>
	Die Studie aus Thailand
</h3>

<p>
	Für den Versuch wurden 80 Patienten in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine erhielt acht Wochen lang eine 70-prozentige Aloe-vera-Creme, die andere genau so lange eine Kortisoncreme mit dem Wirkstoff Triamcinolonacetonid. Dieser Wirkstoff ist in gleicher Konzentration zum Beispiel in den hierzulande bekannten Salben und Cremes Linolacort, Delphicort oder Volon A enthalten.
</p>

<p>
	Der durchschnittliche <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> lag zu Beginn des Tests bei 11. Er verbesserte sich mit der Aloe-vera-Creme um 7,7 Punkte. Die Kortisoncreme schaffte es "nur" auf eine Verbesserung um 6,6 Punkte.
</p>

<p>
	Für Charoen Choonhakam, den Leiter der Testreihe, kann Aloe-vera-Creme damit eine sichere Alternative für leichte mit mittelschwere chronische Plaque-Psoriasis sein.
</p>

<p>
	Bei keinem Patienten gingen die Schuppenflechte-Stellen komplett weg.
</p>

<p>
	Bei 16,2 Prozent der Patienten, die eine Aloe-vera-Creme bekamen, besserte sich die Schuppenflechte um 75 Prozent oder mehr. Das war bei der Gruppe mit der Kortisoncreme bei 10,5 Prozent der Patienten so.
</p>

<p>
	Eine Gruppe mit einer Placebo-Salbe gab es nicht.
</p>

<p>
	Das Ergebnis dieses Versuchs wurde Ende Mai 2009 beim Internationalen Kongress für Dermatologie in Prag vorgestellt.
</p>

<p>
	Bisherige (ernsthafte) Studien mit der Anwendung von Aloe-vera-Cremes bei Psoriasis waren höchst unterschiedlich ausgefallen: Einmal "gewann" die pflanzliche Creme, einmal die Placebo-Variante.
</p>

<h3>
	Erfahrungen von Berliner Experten
</h3>

<p>
	Im Gesundheitsmagazin "Quivive" des Berliner Senders rbb am 04.02.04 hatten zwei Experten auch über die Wirksamkeit von Aloe vera bei Krankheiten im Allgemeinen und Hautkrankheiten im Besonderen berichtet.
</p>

<p>
	Dr. med. Anne Härtel vom Vivantes Klinikum Berlin-Spandau meint: "Man kann Aloe Vera Gel gut als Hausmittel zum Beispiel gegen juckende Insektenstiche oder kleinere Wunden anwenden. Die Hoffnung aber, dass Aloe-Vera-haltiges Gel eine dauerhafte Heilung bei Neurodermitis oder Schuppenflechte bringt, darf man nicht haben." Bei schweren Erkrankungen würden weder Aloe-Vera-Kapseln noch deren Saft helfen. Als Medikament seien sie wirkungslos. Man sollte sich auch nicht von zahlreichen Gesundheitsbüchern einreden lassen, dass die Aloe die Schulmedizin ersetzen könne. Als gesunde Ergänzung zur Ernährung sei nichts dagegen einzuwenden - außer manchmal der überhöhte Preis der Produkte.
</p>

<p>
	Dr. Bernd Eberwein vom Bundesverband der Arzneimittelhersteller warnt alle Gutgläubigen: "Aloe-Präparate werden häufig auch gegen schwere Erkrankungen angeboten. Ihre heilende Wirkung ist aber wissenschaftlich-medizinisch nicht erwiesen. Patienten sollten sich auf Aloe allein zur Heilung ihrer Krankheit nicht verlassen, sondern unbedingt bei der ärztlich verordneten Therapie bleiben. Aloe als Medikament ist nur zugelassen als (starkes) Abführmittel." Deshalb sollte man den Aloe-Saft nur kurze Zeit zu sich nehmen.<i></i>
</p>

<h2>
	Unser Tipp
</h2>

<p>
	Unser Tipp, wenn du jetzt ein Aloe-vera-Creme ausprobieren möchtest:
</p>

<ul>
	<li>
		Achte unbedingt auf einen sehr hohen Anteil des Pflanzenextraktes im Produkt. Zur Erinnerung: Im hier beschriebenen Test war es eine 70-prozentige Aloe-vera-Creme. Einen extrem hohen Anteil hat beispielsweise das Dr. Storz Aloe Vera 97.5 % Gel aus der Apotheke. Vom gleichen Hersteller gibt es eine Tagescreme. Zu nennen ist auch noch ein "aloe vera gel pur ohne Duft" von Santa Verde.
	</li>
	<li>
		Gerade wegen des Glaubenskrieges zwischen LR und Forever Living würden wir von diesen Firmen kein Produkt kaufen. Beide sind Großmeister des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Netzwerk-Marketing" rel="external">Multilevel-Level-Marketings</a>, einer aus unserer Sicht unseriösen Art des Verkaufens. Die blumigen Produktversprechen all ihrer Vertreter auch auf Instagram &amp; Co verstärken unsere Skepsis.
	</li>
	<li>
		Experimentiere nicht zu lange, wenn Deine Schuppenflechte stark entzündet ist. Dann muss eher doch eine stärker wirksame Creme 'ran.
	</li>
</ul>

<p>
	Wer es einmal mit einer selbst gezüchteten Aloe-vera-Pflanze versuchen will, findet bei uns sowohl eine <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/aloe-creme-mixen" rel="">Anleitung für den "Anbau"</a> als auch eine <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/aloe-creme-mixen" rel="">Anleitung für die Nutzung</a>.
</p>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.arznei-telegramm.de/html/2002_06/0206064_02.html" rel="external nofollow">Aloe vera - was ist dran</a> - Ein Arzt antwortet einem Arzt
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.test.de/Aloe-Vera-Macht-die-Wunderpflanze-wirklich-gesund-und-schoen-1107149-0/" rel="external">Die wahre Aloe</a> - Informationen bei Stiftung Warentest
	</li>
	<li>
		<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Echte_Aloe" rel="external">Echte Aloe</a> - Informationen bei Wikipedia
	</li>
	<li>
		<a href="https://heilkraeuter.de/lexikon/aloe.htm" rel="external nofollow">Die Pflanze, ihre Anwendung, Anbautipps und mehr</a> bei heilkraeuter.de
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Quellen für diesen Artikel</strong>
</p>

<ul>
	<li>
		"Quivive – das Gesundheitsmagazin“, RBB, Fernsehbeitrag vom 04.02.04, 20.15 Uhr, Autorin: Erika Brettschneider
	</li>
	<li>
		„Heilpflanze Aloe Vera kein Wundermittel – In Nahrungsmitteln wird die Wirkung der Wüstenlilie stark überschätzt“ Berliner Morgenpost vom 13. August 2005
	</li>
	<li>
		„Die wahre Aloe“ Stiftung Warentest, test 7/2003, S. 24f. Stiftung Warentest
	</li>
	<li>
		„Aloe Vera: Das einzig Wahre auch bei Psoriasis?“ PSO aktuell 4/2002, Seite 16ff.
	</li>
	<li>
		Choonhakarn C, et al "A prospective randomized clinical trial comparing topical aloe vera with 0,1% triamcinolone acetonide in chronic plaque psoriasis", ICD 2009, Abstract P347
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.medpagetoday.org/dermatology/icd/14382?vpass=1" rel="external nofollow">medpage today</a>, 26.5.09 <a href="https://www.everydayhealth.com/columns/zimney-health-and-medical-news-you-can-use/aloe-vera-shown-effective-for-psoriasis/" rel="external nofollow"> </a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.everydayhealth.com/columns/zimney-health-and-medical-news-you-can-use/aloe-vera-shown-effective-for-psoriasis/" rel="external nofollow">Everyday Health</a>, 26.05.09
	</li>
</ul>

]]></description><guid isPermaLink="false">385</guid><pubDate>Sun, 31 May 2009 09:38:00 +0000</pubDate></item><item><title>So mixt du dir eine Aloe-vera-Creme selbst</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/aloe-creme-mixen/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2009_04/aloe-vera-creme.png.7f3641ad247219831609f7d99a82b595.png" /></p>
<p>Aloe Vera ist ein Stoff, der in vielen Kosmetikartikeln zur Hautpflege enthalten ist. Oftmals sind diese Cremes jedoch sehr teuer. Da ist es eine schöne Alternative, wenn man sich die Creme selbst herstellen kann.</p><p>Die Grundlage einer jeden Creme bildet das Aloe-vera-Gel, das man aus der Aloe-vera-Pflanze gewinnen kann. Der Vorgang ist zwar etwas umständlich, aber letztlich lohnt er sich.</p><p>Tipp: Wem die Gewinnung des Gels zu aufwendig ist, der kann auch auf Aloe-vera-Konzentrat aus dem Handel zurückgreifen.</p><h2>Wie gewinnt man das Aloe-vera-Gel aus der Pflanze?</h2>Zunächst wird ein Blatt von der Pflanze mit einem scharfen Messer möglichst dicht an der Anwachsstelle abgetrennt. Es empfiehlt sich, wirklich immer nur ein Blatt abzutrennen und dann zu schauen, wie viel Gel man letztlich daraus gewinnt. Selbst hergestellte Cremes mit frischem Aloe-vera-Gel haben zudem eine deutlich geringere Haltbarkeit, so dass es sich empfiehlt, immer nur kleinere Mengen herzustellen.<p>Für die Pflanze ist das einzelne Abtrennen der Blätter zudem unproblematisch. Die Schnittstelle schließt sich innerhalb weniger Tage, und es gibt für die Aloe Vera Pflanze dementsprechend keine weiteren Nachteile.</p><p>Aus dem Blatt tropft indes eine gelbliche Flüssigkeit. Die kann für die Herstellung der Creme nicht verwendet werden, weil sie die Haut eher reizt als tatsächlich pflegt. Am besten wartet man, bis die gelbe Flüssigkeit vollständig aus dem Blatt getropft ist. Erst dann schneidet man es der Länge nach auf.</p><p>In beiden Hälften kann man nun das durchsichtige Gel erkennen. Das kann einfach mit einem Löffel aus den beiden Blatthälften ausgeschabt werden. Am besten macht man das direkt über einer kleinen Schale - das Gel ist sehr flüssig und lässt sich dementsprechend leicht aus der Blatthälfte lösen.</p><p>Zu beachten: Das Gel hinterlässt einen Schleimfaden, während es in die Schüssel fließt. Dies mag zunächst etwas eklig erscheinen, ist jedoch das Qualitätszeichen des frischen Gels.</p><p>Nun kann man beginnen, die Creme herzustellen. Als weitere Zutaten für eine Creme eignen sich beispielsweise Pflanzenöl, Tegomuls, Bienenwachs, Sheabutter und ätherische Öle.</p><p>Zunächst vermischt man das Öl mit dem Tegomuls (ca. 4 Gramm) und dem Bienenwachs (ca. 1 Gramm). Alles zusammen wird vorsichtig erhitzt. Am besten erhitzt man die Mischung in einem Wasserbad. Wichtig: Die Sheabutter darf nicht vor dem Erhitzen hinzu gegeben werden.</p><p>In einem weiteren Glas erhitzt man etwa 45ml Wasser - ebenfalls im Wasserbad.</p><p>Haben sich im ersten Glas die festen Bestandteile vollständig gelöst, wird das Wasserbad vom Herd genommen. Nun kann auch die Sheabutter hinzugegeben werden. Jetzt wird abermals gewartet, bis sich sämtliche festen Bestandteile aufgelöst haben. Wichtig: Nicht wieder auf den Herd stellen.</p><p>Sobald sich die festen Bestandteile aufgelöst haben, wird das erwärmte Wasser aus dem zweiten Glas zu den übrigen Zutaten gegeben. Die Mischung muss unbedingt sehr gut verrührt werden. Am besten ist, man hört nicht auf zu rühren und wartet, bis die Creme eine etwa puddingartige Konsistenz aufweist. Es kann sein, dass sie zwischenzeitlich immer etwas flüssiger erscheint. Das ist jedoch kein Problem. Es muss dann lediglich etwas stärker gerührt werden.</p><p>Ist die Mixtur etwa handwarm, kann auch das Aloe-vera-Gel hinzugefügt werden. Es zieht jetzt wieder den typischen Schleimfaden. Sobald das Gel vollständig der Creme hinzugefügt und das ganze gut vermischt wurde, können auch die ätherischen Öle der Creme hinzugefügt werden. Hier eignen sich beispielsweise Melissen- und Bergamotten-Öl, wovon jeweils ca. 10 Tropfen zur Creme hinzugefügt werden. Falls gewünscht, können jetzt auch noch Konservierungsstoffe (10 Tropfen) hinzugegeben werden. Die Creme wird nun abermals gut verrührt und anschließend in einen Salbentiegel umgefüllt.</p><p><strong>Tipp zur Erhöhung der Haltbarkeit</strong>: Die Creme im Kühlschrank lagern und einen sauberen Spatel verwenden, um etwas Creme zu entnehmen.</p><p style="text-align:right;"><em>A. Maschke</em></p>]]></description><guid isPermaLink="false">367</guid><pubDate>Fri, 17 Apr 2009 03:44:47 +0000</pubDate></item><item><title>So z&#xFC;chtest und pflegst du Aloe vera</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/aloe-vera-selbst-anbauen/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2009_04/aloevera450.jpg.43b051835d1007634ee53c997d745253.jpg" /></p>

<p>
	<strong>"Da soll Aloe vera helfen." Das ist einer der typischen Sprüche, wenn einem jemand was Gutes tun oder nennen will. Nur: Aloe vera eignet sich nicht für die alleinige Behandlung der Schuppenflechte. In einer Pflegecreme oder -lotion dagegen kann sie nützlich sein. Sie kannst du die Pflanze leicht selbst anbauen.</strong>
</p>

<p>
	Aloe vera Pflanzen sind robust und pflegeleicht. Sie lassen sich ganz einfach selber halten. Wir haben hierzu ganz interessante Seiten für Euch gefunden.
</p>

<p>
	Im <a href="https://www.gartenlexikon.de/aloe-vera/" rel="external nofollow">Gartenlexikon.de</a> wird genau beschrieben, wie die Pflanze am besten gedeiht:
</p>

<p>
	Im <a href="https://www.smarticular.net/aloe-vera-pflegen-schneiden-ableger-ziehen/" rel="external nofollow">smarticular.net</a> erfährst du, warum es sich lohnt, Aloe vera selbst zu züchten und wie man das Gel richtig erntet.
</p>

<p>
	Vielleicht hast du schon Erfahrungen gemacht mit der Aufzucht von Aloe vera? Oder hast du sogar ein „Geheimrezept“ wie Ihr das Gel verwendet? Dann lass uns an deinen Erfahrungen teilhaben und verrate sie <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/" rel="">in unserem Forum</a>.
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	<em>K.S.</em>
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]]></description><guid isPermaLink="false">366</guid><pubDate>Mon, 06 Apr 2009 05:04:00 +0000</pubDate></item><item><title>Kurkuma hilft nicht gegen Schuppenflechte &#x2013; als Kapsel</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/kurkuma-hilft-nicht-richtig/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2008_03/kurkuma-curcumin-1.jpg.e06431926bcfd096b7f471b935639512.jpg" /></p>
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	Es wäre so einfach wie preiswert gewesen: Das indische Gewürz Kurkuma soll, als Tablette oder Kapsel eingenommen, gegen Schuppenflechte helfen - sagten Alternativ-Mediziner. Das wollten andere Forscher genauer wissen: Sie unternahmen Langzeitversuche. Joel M. Gelfand von der Universität von Pennsylvania schreibt im "Journal of the American Academy of Dermatology", die bisherigen Berichte einer Besserung der Schuppenflechte mit Kurkuma wären eher auf den Placeboeffekt oder eine normale "Spontanheilung" der Psoriasis zurückzuführen.
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	Gelfand erklärt: "Alternative Internetseiten oder Zeitungen veröffentlichen Einzelberichte, dass das Gewürz erfolgreich eingesetzt wurde, um eine Psoriasis zu heilen." Spontane Linderungen seien bei der Schuppenflechte aber normal. "Wir können eine Einnahme von Kurkuma zur Behandlung der Psoriasis nicht empfehlen" - bis langfristige placebokontrollierte Studien fertig seien.
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	Die Schuppenflechte hatte sich lediglich bei zwei von zwölf Patienten unter Curcumin, dem Wirkstoff in Kurkuma, verbessert.
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	Gelfand schreibt aber auch, dass die derzeitigen und herkömmlichen Medikamente teuer sind, Infektionsrisiken bergen und bei langfristiger Anwendung Krebs hervorrufen können.
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	In dem Artikel des "Journal of the American Academy of Dermatology" wird geschätzt, dass 51 Prozent der Psoriasis-Betroffenen ergänzend oder ausschließlich alternative Therapien anwenden.
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	Neben den Berichten über eine Einnahme von Kurkuma in Tabletten- oder Kapselform gibt es aber auch Berichte über eine Besserung der Schuppenflechte nach einer Behandlung mit Kurkuma in einer Paste: Frankfurt Forscher sollen erkannt haben, dass Kurkuma die Freisetzung von Zytokinen hemmt – und die gelten als Anschieber für die Schuppenflechte. Die <a href="https://www.morgenpost.de/printarchiv/wissen/article104586551/Essen-ist-die-beste-Medizin.html" rel="external nofollow">Berliner Morgenpost</a> berichtete:
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<blockquote>
	<p>
		Frankfurter Forscher entdeckten, daß Curcuma die Freisetzung von Zytokinen hemmt, die als Hauptauslöser der Schuppenflechte gelten. Die innerliche Anwendung erfolgt am besten über Curcuma-Extrakte aus der Apotheke. Äußerlich aber – bei Hautentzündungen – hilft auch eine Paste aus einem Eßlöffel Speiseöl und einem Teelöffel Curcumapulver.
	</p>
</blockquote>

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	Die Paste soll dann bis zu dreimal am Tag auf die Stellen aufgetragen werden.
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	<strong>Ein Tipp zum Weiterlesen</strong>: In unserer Community haben Betroffene über die Einnahme von <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/20206-heilmittel-entdeckt-curcumin/" rel="">Kurkuma bzw. Curcumin in Kapseln</a> diskutiert.
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	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="19609" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2018_03/kurkuma-curcumin.jpg.e901b2f2c48a634952b55f8a745cf135.jpg" rel=""><img alt="name" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19609" style="height: auto;" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2018_03/kurkuma-curcumin.jpg.e901b2f2c48a634952b55f8a745cf135.jpg" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png"></a>
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]]></description><guid isPermaLink="false">307</guid><pubDate>Sun, 02 Mar 2008 01:41:00 +0000</pubDate></item><item><title>Arabische Pflanzen kommen aus D&#xE4;nemark</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/arabische-pflanzen-kommen-aus-daenemark/</link><description><![CDATA[<p>Pflanzliche Arzneimittel sind schwer im Kommen. Großen Anteil daran hat eine dänische Firma: Sprunk-Jansen hat sich die weltweiten Rechte an 25 pflanzlichen Mitteln gesichert. Diese Mittel sind bereits ausgiebig klinisch und praktisch erprobt. Dabei geht es nicht nur um "klassische" Arzneimittel, sondern auch um Nahrungsergänzungsstoffe und Hautpflegemittel.</p><p>Die 25 Mittel von Sprunk-Jansen stammen sämtlich aus der traditionellen arabischen Medizin. Sie wirken unter anderem bei der Psoriasis.</p><p>Eine Gruppe palästinensischer Forscher gegründete vor Jahren in Israel ein Unternehmen namens Antaki, das die Tradition der pflanzlichen Arzneien auf wissenschaftlicher Basis wiederbeleben soll. Die 25 Mittel sind das erste Resultat.</p><p>Laut Erik Sprunk-Jansen, Vorstand seiner gleichnamigen Firma, hatte das dänische Unternehmen seinerzeit die Entwicklung der palästinensischen Firma finanziell gesichert. Jetzt will Sprunk-Jansen das Ergebnis in Nordeuropa und im Baltikum mit eigenen Vertriebsfirmen unters Volk bringen. In anderen, entfernteren Ländern will man mit Lizenznehmern arbeiten.</p><p>Ein weiterer Grund für die Zunahme von pflanzlichen Mitteln sind steigende Entwicklungskosten für synthetische Arzneimittel.</p><p style="text-align:right;"><em>cl</em></p>Quelle: ots, Originaltext: Pressemitteilung der Firma Sprunk-Jansen, 01.09.2004]]></description><guid isPermaLink="false">608</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Teebaum-&#xD6;l: "Wundermittel" mit einigen T&#xFC;cken</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/teebaum-oel-wundermittel-mit-einigen-tuecken/</link><description><![CDATA[<p><strong>Teebaumöl wird in der Alternativmedizin für die Behandlung unterschiedlichster Beschwerden von Akne bis Krampfadern angepriesen. Doch immer häufiger seien Kontakt-Sensibilisierungen zu verzeichnen, warnt Professor Björn M. Hausen</strong></p><p>Teebaumöl wird in der Alternativmedizin für die Behandlung unterschiedlichster Beschwerden von Akne bis Krampfadern angepriesen. Doch immer häufiger seien Kontakt-Sensibilisierungen zu verzeichnen, warnt Professor Björn M. Hausen, Buxtehude, in der neuesten Ausgabe von ÄP-Dermatologie.</p><p>Teebaumöl boomt in Deutschland: Seit 1985 ist die Produktion von 10 auf über 200 Tonnen pro Jahr gestiegen. Naturheilkundler setzen das Öl bei den unterschiedlichsten Indikationen ein - gegen Entzündungen, Akne, Psoriasis, Mykosen, Herpes, Warzen, Muskelschmerzen, Neurodermitis, offene Wunden, Verbrennungen, Frostbeulen, Raucherhusten oder Rheuma soll es ebenso helfen wie bei Mundgeruch, Schuppen und Krampfadern.</p><p>Doch seit Beginn der 90er Jahre wird immer häufiger über allergische Reaktionen vom Spättyp berichtet. Da das Öl weder in Kliniken noch in Praxen routinemäßig getestet wird, ist das tatsächliche Ausmaß der sich zumeist langsam entwickelnden Sensibilisierungen noch nicht abschätzbar. Kommt's bereits nach kurzem Anwenden geringer Mengen zu einer Kontaktallergie, liegt diesem Phänomen häufig eine Sensibilisierung, eventuell auch eine Kreuzreaktion zugrunde.</p><p>Anfänglich wird Teebaumöl meist gut vertragen, denn frisch destilliertes Öl, wie es in der Flasche zum Verkauf angeboten wird, wirkt nur sehr schwach sensibilisierend. Doch sobald das Öl Wärme und Sauerstoff ausgesetzt wird, kommt es zu Oxidations-Prozessen, die allergische Reaktionen fördern: Lässt man 20 ml Teebaumöl einige Tage im geschlossenen Ein-Liter-Gefäß bei Zimmertemperatur im Tageslicht stehen, führt das ebenso zu einem bemerkenswerten Ansteigen der Peroxid-Konzentration wie das häufige Öffnen und Schließen von Standard-Verpackungen (20 ml). Schließlich verfärbt sich das Öl grünlich-bräunlich, wird zähflüssig und beginnt, terpentinartig zu riechen.</p><p>Die deutsche Kontaktallergie-Gruppe hat jetzt eine Studie an zehn Kliniken mit je 200 Patienten gestartet. Zentrale Frage: Welche Substanzen des Teebaumöls induzieren am häufigsten eine Sensibilisierung? Bei den bisher untersuchten Probanden ließen sich Terpinolen, Alpha-Terpinen, Ascardiol und 1,2,4-Trihydroxymenthan als wichtigste Kontakt-Allergene identifizieren. <em>ME</em></p><h4>Tipp zur Anwendung</h4><ul> 	<li>Abgestandenes Öl ist in jedem Fall tabu.</li> 	<li>Abgestandenes Teebaumöl zu verwenden, ist keinesfalls ratsam.</li> 	<li>Fragen Sie Patienten, die an einer Kontaktallergie des Gesichtes, der Hände und Unterarme oder anderer Körperregionen laborieren, ob sie Teebaumöl anwenden!</li> 	<li>Diagnostik nicht mit frischem Teebaumöl durchführen! Für die Epikutan-Testung etwa 20 ml des Öls in einem geschlossenen, klaren Ein-Liter-Gefäß über zehn Tage am Tageslicht natürlicher Oxidation unterziehen und es dann auf fünf Prozent verdünnen.</li></ul><em>zuerst erschienen in "Ärztliche Praxis Dermatologie" am 01. Oktober 1999</em>]]></description><guid isPermaLink="false">686</guid><pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate></item></channel></rss>
