<?xml version="1.0"?>
<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Reha und Klinik bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/?d=33</link><description>Artikel: Reha und Klinik bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis</description><language>de</language><item><title>Rheumaklinik Bad Aibling schlie&#xDF;t Ende April: Was Patienten jetzt wissen m&#xFC;ssen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/rheumaklinik-bad-aibling-schlie%C3%9Ft-ende-april-was-patienten-jetzt-wissen-m%C3%BCssen-r1411/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2026_04/rehaklinik-geschlossen.jpg.9cc94ffe983aaffa1cb8bbc2d17536a1.jpg" /></p>
<p><strong>Brandschutz, Dach, Gebäudetechnik: Gravierende Mängel zwingen die DRV Bund zur Schließung ihrer Rheumaklinik Bad Aibling. Was wird aus Patienten und Personal?</strong></p><p>Die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund) <a rel="external nofollow" href="https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Bund/DE/Presse/Pressemitteilungen/pressemitteilungen_aktuell/2026/2026-03-31-klinik-schliessung-bad-aibling.html">stellt den klinischen Betrieb ihrer Rheumaklinik in Bad Aibling Ende April 2026 ein</a>. Grund sind schwerwiegende Mängel an Gebäudetechnik, Dach und Brandschutz, die nach mehrstufigen Prüfungen festgestellt wurden. Die Betriebssicherheit könne unter diesen Umständen nicht mehr vollumfänglich garantiert werden, teilte die DRV Bund mit.</p><p>„Gesundheit und Sicherheit von Patientinnen, Patienten und Beschäftigten haben für uns absolute Priorität. Die fachliche Gewissheit über diese Mängel lässt uns keine andere Wahl, als den Betrieb ohne Verzug einzustellen", erklärte Brigitte Gross, Direktorin der DRV Bund.</p><p>Eine Instandsetzung während des Betriebs scheidet laut DRV Bund aus. Die notwendigen Maßnahmen würden nach ersten Schätzungen im zweistelligen Millionenbereich liegen und eine mehrjährige Bauzeit erfordern. Ein sicherer Betrieb während dieser Zeit sei technisch nicht möglich.</p><h2>Patienten gehen in die Klinik Wendelstein</h2><p>Alle laufenden Behandlungen werden entweder ordnungsgemäß abgeschlossen oder in die Klinik „Wendelstein" am selben Standort übergeleitet. Diese Klinik ist technisch voll funktionsfähig und hat genug Kapazität, um die Versorgung in der Region auf gewohntem Niveau weiterzuführen. Zusätzlich prüft die DRV Bund, ob weitere Kapazitäten in einem Ausweichquartier geschaffen werden können.</p><p>Wer eine Anreise gebucht hat und nun nicht mehr anreisen soll, wird aktiv kontaktiert und bei der Umbuchung unterstützt.</p><h2>Personal soll am Standort bleiben</h2><p>Die DRV Bund betont ihr Bekenntnis zum Standort Bad Aibling und zu den betroffenen Beschäftigten. Für alle Mitarbeitenden sollen individuelle Perspektiven und Einsatzmöglichkeiten am Standort gefunden werden.</p><p style="text-align:right;"><em>(cl)</em></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1411</guid><pubDate>Wed, 01 Apr 2026 15:12:00 +0000</pubDate></item><item><title>Fachklink Bad Bentheim: Tagebuch einer&#xA0;Wiederholungst&#xE4;terin</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/fachklink-bad-bentheim-tagebuch-einer%C2%A0wiederholungstaeterin-r1394/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2025_12/fachklinik-bad-bentheim-ansicht.jpg.2c374080cdde28b7e8ca85a776a06b7a.jpg" /></p>
<p>
	<strong><a contenteditable="false" data-ipshover="" data-ipshover-target="https://www.psoriasis-netz.de/profile/40203-kralle123/?do=hovercard" data-mentionid="40203" href="https://www.psoriasis-netz.de/profile/40203-kralle123/" rel="">@kralle123</a> war für zwei Wochen in der Fachklinik Bad Bentheim. Hier berichtet sie von ihrem Akut-Aufenthalt, vom Zimmer, der Behandlung, Neuem in der Klinik und nicht zuletzt vom Essen.</strong>
</p>

<p style="text-align: center;">
	<strong>9.12.2025</strong>
</p>

<h2>
	Ankunft und Anfang
</h2>

<p>
	Puh, gut, dass ich gestern schon die Anreise hatte. Von Frankfurt hierher ist es doch recht weit und dazu Staus, mäßige Sicht, frühe Dunkelheit.
</p>

<p>
	Die Übernachtung im Hotel vor Ort mit leckerem Pizzaessen war dann eine Belohnung dafür, dass das gebuchte Hotel nichts wusste und mich wegschickte. So what!
</p>

<p>
	Ich bin akut hier, musste jedoch seit Oktober auf diesen Termin warten. Die Klinik ist voll, diesen Eindruck bekam ich unmittelbar. Der Empfang  war wie immer freundlich und professionell, nach Essensbuchung und Aufnahmeprocedere inklusive Fotodokumentation bleibt etwas Zeit bis zum ersten Arzttermin. Also wird ein kleiner Rundgang gemacht: Überraschend gut gelungen ist das neue Café Kanne.
</p>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="25240" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2025_12/cafe-kanne.jpg.c633424fcd92c2b86be881bc4cd0259f.jpg" rel=""><img alt="cafe-kanne.jpg" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="25240" data-unique="or8n5b2h9" style="height: auto;" width="786" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2025_12/cafe-kanne.thumb.jpg.4d9366960b369cf3559ee5ea367698b2.jpg" loading="lazy" height="746.7"></a>
</p>

<p>
	Aber auch die Patientenräume sind neu gestaltet (ob alle, entzieht sich meiner Kenntnis): neue Vorhänge neuer Boden, offensichtlich wurde viel investiert! Nach dem Mittagessen geht es los: Aufnahme durch den Arzt. Und dann wie immer salben, baden bestrahlen. Doch, man darf sagen, dass der erste Tag ermüdend war…
</p>

<h2>
	Zimmer und Behandlung
</h2>

<p>
	Ein Wort zu den Zimmern: Sie sind geräumig, für jeden Patienten ein Einzelzimmer als Standard. Fernseher und Internet kosten für den 14-tägigen Akutaufenthalt 40 Euro. Dafür hat man die Auswahl unter allen Programmen, die marktüblich sind, und einen großen Bildschirm sowie WiFi unbegrenzt. Ich erinnere mich gut an andere Zeiten.
</p>

<p>
	Das Laufen ist ein guter Sport – für den der es kann: 6 km pro Tag darf man gern rechnen. Und die Aufforderung, doch mehr die Treppe statt des Aufzugs zu nehmen: Trimmpfad! Vom Bad zum Salbenzimner, vom Arzt in die Essräume: Eigentlich ist man ständig unterwegs.
</p>

<p>
	Wie sieht der Therapieplan aus? Hier ein Beispiel:
</p>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="25241" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2025_12/behandlungsplan.jpg.f76f900777f6a1d7170070c322387939.jpg" rel=""><img alt="behandlungsplan.jpg" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="25241" data-unique="ov69bdr5q" style="height: auto;" width="607" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2025_12/behandlungsplan.thumb.jpg.53e2352f819d80ad678e0ee836ef403d.jpg" loading="lazy" height="746.61"></a>
</p>

<p>
	Und klar: Es wird sich bitte nicht nur im Salbenzimmer versorgt (dort sind die netten Helferinnen für Problemzonen tätig), den Rest mache ich als Patient selbst, die Salben werden gestellt:
</p>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="25242" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2025_12/salbengalerie.jpg.f00e7a2f5a861c02c041cf6a86fd13b6.jpg" rel=""><img alt="salbengalerie.jpg" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="25242" data-unique="4jm7umcs7" style="height: auto;" width="1000" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2025_12/salbengalerie.thumb.jpg.41adb64735dbba12e52d8d81de46552e.jpg" loading="lazy" height="590"></a>
</p>

<p style="text-align: center;">
	<strong>15.12.2025</strong>
</p>

<p>
	Wunderbar, fast die Hälfte des Akutaufenthalts ist um, und: Ein Erfolg ist sichtbar, spürbar. Das tut gut und mobilisiert. Spaziergänge im Kurpark bei sehr gutem Wetter sind dann plötzlich keine Pflicht mehr, sondern beflügeln.
</p>

<p>
	Der Reha Antrag läuft, ob er bis zum Aufenthalt genehmigt wird? Knapp ist es, so kurz vor Weihnachten, aber: Zweimal fahren wäre doch auch recht mühsam. Warten wir es ab.
</p>

<p>
	Apropos: Das Kurhaus ist nochmal völlig umgebaut worden, hat jetzt ein Restaurant (Schwerpunkt italienisch). Natürlich ist es im Sommer schöner, wenn man auf der Terrasse sitzen kann.
</p>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="25243" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2025_12/kurpark.jpg.264eeccdd8b47e53ef99a8fe95fd6797.jpg" rel=""><img alt="kurpark.jpg" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="25243" data-unique="c960i02u3" style="height: auto;" width="999" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2025_12/kurpark.thumb.jpg.b403f3b33b8b955f32f177a12b9b8bed.jpg" loading="lazy" height="749.25"></a>
</p>

<h2>
	Das Essen
</h2>

<p>
	Klar, dass Essen wichtig ist. Auch deshalb sind die Speisepläne bereits gut ausdifferenziert: Herzgesund, Vollkost, Veggie mit und ohne Fisch, halbe Portionen, Salatbuffet sowieso - für jeden etwas dabei. Und: man kann wechseln zwischen den Angeboten. Die Qualität: sehr gut! Es gibt da nichts zu meckern.
</p>

<p style="text-align: center;">
	<strong>21.12.2025</strong>
</p>

<p>
	Fazit: Bis heute ist keine Anschlussreha genehmigt,  so dass ich am 23. Dezember nach Hause fahre. Der Akutaufenthalt hat schon geholfen und das Schlimmste ausgebremst. Besser wäre es gewesen, gleich hier zu bleiben, aber gut: Auch ich bin Weihnachten gern zuhause! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen frohe Festtage.
</p>

<div>
	<h2>
		Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/36-fachklinik-bad-bentheim/" rel="">Erfahrungen von Patienten in der Fachklinik Bad Bentheim</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Fakten</strong>: Die wichtigsten <a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen/kliniken/hautkliniken-reha/fachklinik-bad-bentheim/" rel="">Eckdaten der Klinik in unserem Adressbuch</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Bilder</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/gallery/category/331-fachklinik-bad-bentheim/" rel="">So sieht es in der Klinik und der Umgebung aus</a>
	</p>
</div>

<p>
	 
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1394</guid><pubDate>Sun, 28 Dec 2025 06:13:03 +0000</pubDate></item><item><title>Klinikum Dessau: Aus f&#xFC;r die station&#xE4;re Dermatologie</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/klinikum-dessau-aus-fuer-die-stationaere-dermatologie-r1386/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2025_11/hautarzt-flecken.jpg.4d853964a6f64161cbc534365015c676.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Das Städtische Klinikum Dessau in Sachsen-Anhalt schließt zum Jahr 2026 seine eigenständige Hautklinik. Stationäre Betten fallen weg, der renommierte Chefarzt geht in den Ruhestand. Patientenvertreter warnen vor Versorgungslücken.</strong>
</p>

<p>
	Ein harter Schlag für die dermatologische Versorgung in der Region Dessau/Wittenberg: Das Städtische Klinikum hat angekündigt, <a href="https://www.mz.de/lokal/dessau-rosslau/nach-aus-fur-geriatrie-klinikum-dessau-schliesst-dermatologie-und-schickt-bekannten-chefarzt-in-rente-4131656" rel="external nofollow">die Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie in ihrer jetzigen Form aufzulösen</a>. Ab 2026 wird es keine eigenständige Bettenstation für Hautkranke mehr geben. Stattdessen soll die Versorgung rein ambulant erfolgen.
</p>

<p>
	Die wichtigsten Punkte:
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Bettenabbau</strong>: Wer stationär behandelt werden muss, wird künftig fachfremd auf der Inneren Medizin oder der Chirurgie untergebracht.
	</li>
	<li>
		<strong>Chefarzt geht</strong>: Professor Christos C. Zouboulis, ein auch überregional geschätzter Experte (u.a. für seltene Erkrankungen), geht in den Ruhestand.
	</li>
	<li>
		<strong>Kritik der Patienten</strong>: Patientenvertreter vor Ort – von der Selbsthilfegruppe Haut und von der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft – wurden von der Entscheidung überrascht und <a href="https://www.mz.de/lokal/dessau-rosslau/nach-ankundigung-der-schliessung-der-dessauer-hautklinik-hautpatienten-befurchten-schlimme-folgen-fur-die-region-4150136" rel="external nofollow">fürchten, dass das spezialisierte Wissen und die Zertifizierungen als Zentrum verloren gehen</a>.
	</li>
</ul>

<p>
	Was heißt das bei Psoriasis? Zwar lassen sich Schuppenflechte und Psoriasis arthritis heute dank moderner Systemtherapien oft gut ambulant managen. Doch gerade für komplexe Fälle, schwere Schübe oder Patienten mit Begleiterkrankungen war die Klinik ein wichtiger Anker.
</p>

<p>
	Zudem ist die Sorge groß, dass der Wegfall der Klinik die ohnehin langen Wartezeiten bei niedergelassenen Hautärzten in Sachsen-Anhalt weiter verschärft.
</p>

<p>
	Die Klinikleitung <a href="https://klinikum-dessau.de/ueber-uns/aktivitaeten/aktuelles/news-details/staedtisches-klinikum-dessau-ueberfuehrt-dermatologie-in-moderne-ambulante-versorgung-1075" rel="external nofollow">begründet den Schritt mit notwendigen Sparmaßnahmen</a> und verspricht, die Fachkompetenz durch "interdisziplinäre Zusammenarbeit" zu erhalten. Ob dieses Konzept aufgeht, wird von lokalen Patientenvertretern stark bezweifelt.
</p>

<p style="text-align: right;">
	<em>cl</em>
</p>

<div>
	<hr style="width:150px; margin:2em auto 1.9em; border:none; border-bottom:1px solid #000;">
</div>

<p>
	<strong>Diskutiert mit</strong>: Fühlt ihr euch mit einer rein ambulanten Versorgung wohl oder braucht ihr die Klinik als "Sicherheitsnetz"? <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/53708-hautklinik-schliesst-stationaeren-bereich-%E2%80%93-was-heisst-das/" rel="">Schreibt eure Meinung ins Forum</a>.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1386</guid><pubDate>Sat, 22 Nov 2025 16:46:00 +0000</pubDate></item><item><title>Klinik und Reha bei Schuppenflechte: Dein Wegweiser</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/klinik-und-reha-bei-schuppenflechte-dein-wegweiser-r1322/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_10/faq-reha-klinik.jpg.40d307af9a5d5b70c4b6613c930001a0.jpg" /></p>
<p style="text-align: center;">
	Ein starker Schub, Gelenkschmerzen, die dich im Alltag einschränken, oder einfach das Gefühl, dass die ambulante Behandlung nicht mehr ausreicht – es gibt Momente, in denen du über einen Klinikaufenthalt nachdenkst. Aber was ist das Richtige für dich? Eine Akutklinik? Eine Reha? Und wer bezahlt das alles?
</p>

<p style="text-align: center;">
	Dieser Wegweiser bringt Licht ins Dunkel. Wir erklären dir die Unterschiede, zeigen dir, wann welche Maßnahme sinnvoll ist und wie du den richtigen Ort für dich findest.
</p>

<h2>
	Der entscheidende Unterschied: Akutklinik vs. Rehaklinik
</h2>

<p>
	Auch wenn beide Begriffe oft in einen Topf geworfen werden, verfolgen sie völlig unterschiedliche Ziele.
</p>

<table id="tabelle">
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				<strong>Akutklinik</strong>
			</td>
			<td>
				<strong>Rehaklinik</strong>
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<strong>Ziel</strong>
			</td>
			<td>
				Einen akuten, schweren Schub schnell unter Kontrolle bringen. Die Entzündung eindämmen.
			</td>
			<td>
				Deine Lebensqualität langfristig verbessern. Lernen, mit der Krankheit im Alltag besser umzugehen.
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<strong>Anlass</strong>
			</td>
			<td>
				Plötzliche, massive Verschlechterung, großflächiger Befall, Therapien schlagen nicht mehr an.
			</td>
			<td>
				Chronische Beschwerden, die dich belasten. Wunsch, die Krankheit besser zu managen und die Leistungsfähigkeit zu erhalten.
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<strong>Einweisung</strong>
			</td>
			<td>
				Überweisung durch deinen Haut- oder Hausarzt. Meist kurzfristig notwendig.
			</td>
			<td>
				Geplanter Antrag bei der Rentenversicherung oder Krankenkasse. Mit Wartezeit verbunden.
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<strong>Dauer</strong>
			</td>
			<td>
				Meist 1 bis 2 Wochen.
			</td>
			<td>
				 In der Regel 3 Wochen, bei medizinischer Notwendigkeit auch länger.
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<strong>Kostenträger</strong>
			</td>
			<td>
				Deine Krankenkasse.
			</td>
			<td>
				Meist die Deutsche Rentenversicherung (wenn du berufstätig bist) oder die Krankenkasse.
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<h2>
	Die Akutklinik: Schnelle Hilfe im Notfall
</h2>

<p>
	Stell dir die Akutklinik – meist eine Universitäts-Hautklinik oder eine spezialisierte dermatologische Abteilung in einem Krankenhaus – wie die Feuerwehr für deine Haut vor. Du gehst dorthin, wenn es "brennt".
</p>

<p>
	Wann ist eine Akutklinik die richtige Wahl für dich?
</p>

<ul>
	<li>
		Deine <strong>Schuppenflechte "explodiert" förmlich</strong> und breitet sich sehr schnell und großflächig aus.
	</li>
	<li>
		Du hast starke <strong>Schmerzen </strong>oder <strong>unerträglichen Juckreiz</strong>, der dich nicht schlafen lässt.
	</li>
	<li>
		Deine bisherige ambulante Therapie (Cremes, Tabletten, Spritzen) zeigt <strong>plötzlich keine Wirkung mehr</strong>.
	</li>
	<li>
		Es treten <strong>Komplikationen </strong>auf, wie zum Beispiel eine Psoriasis pustulosa (<em>eine Form mit Bläschen</em>) oder eine Erythrodermie (Befall fast der gesamten Haut).
	</li>
</ul>

<p>
	In der Akutklinik steht die intensive medizinische Behandlung im Vordergrund. Ärzte versuchen, die Entzündung mit hochwirksamen Therapien rasch zu stoppen. Das können zum Beispiel intensive Lichttherapien (oft in Kombination mit Bädern), äußerliche Behandlungen am ganzen Körper oder der Start einer neuen Systemtherapie (Tabletten oder Biologika) unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle sein.
</p>

<p>
	Eine Besonderheit, die vor allem Universitäts-Hautkliniken anbieten, ist die <strong>tagesklinische oder teilstationäre Behandlung</strong>. Das Prinzip ist einfach: Du kommst morgens in die Klinik, erhältst dort über den Tag verteilt deine intensiven Behandlungen (z.B. Bäder, Bestrahlungen, Salbenanwendungen) und gehst am späten Nachmittag wieder nach Hause.
</p>

<p>
	Für wen ist das ideal?
</p>

<ul>
	<li>
		wenn du nah genug an einer entsprechenden Klinik wohnst.
	</li>
	<li>
		wenn du eine intensive Therapie brauchst, aber nicht 24 Stunden am Tag im Krankenhaus sein musst.
	</li>
	<li>
		wenn du abends bei deiner Familie, deinen Kindern oder deinem Haustier sein möchtest und in deinem eigenen Bett schlafen willst.
	</li>
</ul>

<p>
	Diese Option ist für viele eine hervorragende Möglichkeit, eine intensive medizinische Versorgung zu erhalten, ohne komplett aus dem Alltag gerissen zu werden. Sprich deinen Hautarzt gezielt auf diese Möglichkeit an.
</p>

<h2>
	Die Reha: Nachhaltig deine Lebensqualität verbessern
</h2>

<p>
	Eine Reha (kurz für medizinische Rehabilitation) ist kein Notfalleinsatz, sondern eine geplante Investition in deine Gesundheit. Hier geht es darum, die Folgen der chronischen Erkrankung für deinen Alltag und Beruf abzumildern und dir Werkzeuge an die Hand zu geben, um langfristig besser mit deiner Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis zu leben.
</p>

<p>
	Wann solltest du über eine Reha nachdenken?
</p>

<ul>
	<li>
		Du fühlst dich durch die Krankheit <strong>im Alltag oder im Berufsleben eingeschränkt</strong>.
	</li>
	<li>
		Du möchtest lernen, wie du durch <strong>Ernährung, Stressmanagement und Sport</strong> deine Gesundheit positiv beeinflussen kannst.
	</li>
	<li>
		Du benötigst <strong>Hilfe bei der seelischen Verarbeitung der Krankheit</strong> und möchtest dich mit anderen Betroffenen austauschen.
	</li>
	<li>
		Bei Psoriasis arthritis: Du brauchst <strong>gezieltes Training</strong> (Physio- und Ergotherapie), um deine Gelenkfunktion zu erhalten oder zu verbessern.
	</li>
</ul>

<p>
	Eine Reha ist ein aktives Programm. Du bekommst einen individuellen Therapieplan, der unter anderem Folgendes enthalten kann:
</p>

<p>
	<strong>Medizinische Behandlungen</strong>: z.B. medizinische Bäder, Lichttherapie, Salbenanwendungen.
</p>

<p>
	<strong>Physiotherapie &amp; Sport</strong>: Bewegungsbäder, gezielte Gymnastik, medizinisches Training.
</p>

<p>
	<strong>Schulungen</strong>: Du lernst alles Wichtige über deine Erkrankung, Behandlungsmöglichkeiten und den richtigen Umgang damit.
</p>

<p>
	<strong>Psychologische Unterstützung</strong>: Einzel- oder Gruppengespräche zum Umgang mit Stress oder der Krankheitsbewältigung.
</p>

<p>
	<strong>Ernährungsberatung</strong>: Tipps für eine entzündungshemmende Ernährung.
</p>

<p>
	<strong>Ergotherapie</strong>: (besonders bei Psoriasis arthritis) Training von Alltagsbewegungen und Gelenkschutz.
</p>

<h2>
	Wie finde ich die "beste" Klinik für mich?
</h2>

<p>
	Die eine "beste" Klinik für alle gibt es nicht. Aber es gibt die beste Klinik für deine individuellen Bedürfnisse. Anstatt nach einem allgemeinen Ranking zu suchen, stelle dir lieber folgende Fragen, um eine passende Klinik auszuwählen:
</p>

<p>
	<strong>Spezialisierung</strong>: Ist die Klinik auf Hauterkrankungen (Dermatologie) und/oder Gelenkerkrankungen (Rheumatologie) spezialisiert? Einige Kliniken bieten beides an, was ideal für Psoriasis arthritis ist.
</p>

<p>
	<strong>Therapieangebot</strong>: Bietet die Klinik die Therapien an, die dir guttun? Wenn du zum Beispiel gute Erfahrungen mit der Balneophototherapie gemacht hast, sollte die Klinik diese auch anbieten.
</p>

<p>
	<strong>Ganzheitlicher Ansatz</strong>: Gibt es Angebote wie psychologische Betreuung, Ernährungsberatung und Patientenschulungen?
</p>

<p>
	<strong>Lage &amp; Klima</strong>: Fühlst du dich am Meer, in den Bergen oder in einer Region mit Reizklima am wohlsten? Manchmal kann ein Klimawechsel allein schon Linderung verschaffen.
</p>

<p>
	<strong>Bewertungen</strong>: Was sagen andere Patienten? Portale wie klinikbewertungen.de oder der Austausch in Selbsthilfegruppen können wertvolle Einblicke geben.
</p>

<p>
	Bekannte und<strong> bei Psoriasis</strong>-Betroffenen oft genannte Fachkliniken sind beispielsweise die Fachklinik Bad Bentheim, die PsoriSol Hautklinik in Hersbruck oder die Tomesa Fachklinik in Bad Salzschlirf.
</p>

<p>
	<strong>Für Psoriasis arthritis</strong> sind oft Kliniken mit starkem rheumatologischem Fokus wie die Rheumaklinik in Bad Aibling oder die Karl-Aschoff-Klinik in Bad Kreuznach eine gute Adresse. Nutze diese Namen als Ausgangspunkt für deine eigene Recherche.
</p>

<h2>
	Dein gutes Recht: Die Klinik selbst aussuchen
</h2>

<p>
	Du musst nicht die Klinik nehmen, die dir der Kostenträger vorschlägt. Du hast ein gesetzlich verankertes Wunsch- und Wahlrecht (§ 8 SGB IX). Du kannst im Reha-Antrag deine Wunschklinik angeben. Wichtig ist, dass du deine Wahl gut begründest. Schreibe genau auf, warum gerade diese Klinik mit ihrem speziellen Therapieangebot für deine Situation am besten geeignet ist.
</p>

<h2>
	Häufig gestellte Fragen (FAQ)
</h2>

<h3>
	Wie stelle ich einen Reha-Antrag?
</h3>

<p>
	Den Antrag stellst du gemeinsam mit deinem Arzt. Die Formulare gibt es beim zuständigen Kostenträger (meist die Deutsche Rentenversicherung). Wir haben den gesamten Prozess für dich in einem eigenen Artikel detailliert erklärt: [Link zum Artikel "Reha bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis beantragen – so geht‘s" auf Psoriasis-Netz.de einfügen]
</p>

<h3>
	Wie oft kann ich eine Reha beantragen?
</h3>

<p>
	Die oft genannte Regel "nur alle vier Jahre" gilt nicht, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht. Wenn sich dein Zustand verschlechtert oder eine Reha dringend erforderlich ist, um deine Arbeitsfähigkeit zu erhalten, kann sie auch früher bewilligt werden.
</p>

<h3>
	Wie lange muss ich auf einen Reha-Platz warten?
</h3>

<p>
	Das kann dauern. Von der Antragstellung bis zur Genehmigung vergehen oft einige Wochen. Danach kommt die Wartezeit für einen freien Platz in der Klinik, die mehrere Monate betragen kann. Es lohnt sich also, den Antrag frühzeitig zu stellen.
</p>

<h2 id="toc3" style="background-color:#ffffff; color:#353c41; text-align:left">
	Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
</h2>

<p>
	<span style="color:#990000">➔<span> </span></span><strong><span ipsnoautolink="true">Leitfaden</span></strong>:<span> <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/reha-antrag-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Reha bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis beantragen – so geht‘s</a></span>
</p>

<p style="background-color:#ffffff; color:#353c41; font-size:16.1px; text-align:left">
	<span style="color:#990000">➔<span> </span></span><strong><span ipsnoautolink="true">Forum</span></strong>:<span> </span><a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/47-kliniken/" rel="" style="background-color:transparent; color:#1a202c">Erfahrungen mit Kliniken bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis</a>
</p>

<p style="background-color:#ffffff; color:#353c41; font-size:16.1px; text-align:left">
	<span style="color:#990000">➔<span> </span></span><strong>Forum</strong>:<span> </span><a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/38-der-weg-in-die-klinik-und-zur-reha/" rel="" style="background-color:transparent; color:#1a202c">Erfahrungen mit Antrag und Einweisung</a>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1322</guid><pubDate>Mon, 14 Oct 2024 04:07:00 +0000</pubDate></item><item><title>Ehemalige Johann-Wilhelm-Ritter-Klinik geschlossen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/ehemalige-johann-wilhelm-ritter-klinik-geschlossen-r1264/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2023_11/hautklinik-bad-rothenfelde-gebaeude.jpg.61dbee277cf9002d66e94ebe342f3159.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Die Hautklinik in Bad Rothenfelde hat nach 35 Jahren geschlossen. Der Grund laut Betreiber: die „wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen“.</strong>
</p>

<p>
	Die Hautklinik Bad Rothenfelde war immer eine kleine Klinik. Das schätzten auch Psoriasis-Patienten, die einen eher familiären Reha-Aufenthalt suchten. 60 Patienten mit chronischen oder akuten Hauterkrankungen konnten dort behandelt werden. Zum Ende des Jahres 2023 hat die Klinik nun geschlossen. Sie hieß früher Johann-Wilhelm-Ritter-Klinik.
</p>

<p>
	Ein Patient, der im Sommer 2023 dort war, meint: "Tolle Klinik, eigentlich darf sie nicht zugemacht werden". Von Sparmaßnahmen sei bei seinem Aufenthalt nichts zu spüren gewesen – "beim Essen hat's bisschen gespart, aber sonst war nichts zu merken".
</p>

<p>
	Mit der Schließung verlieren 45 Mitarbeiter ihren Job. <a href="https://www.noz.de/lokales/bad-rothenfelde/artikel/sorgen-und-trauer-mitarbeiter-zum-aus-der-hautklinik-rothenfelde-45784054" rel="external nofollow">Laut Neue Osnabrücker Zeitung</a> (NOZ) soll das Gebäude im Rahmen der Liquidation des Unternehmens verkauft werden.
</p>

<p>
	„Aktuell sind fast alle Krankenhäuser in Deutschland in einer schwierigen Lage“, teilte Geschäftsführerin Jutta Bock der NOZ mit. „Besonders kleine Kliniken mit sehr eingeschränktem Behandlungsspektrum haben es derzeit schwer und werden aufgrund der aktuellen Krankenhausreformen künftig nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können.“ Als Familienunternehmen sei es den Entscheidern schwergefallen, die Klinik zu schließen.
</p>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="22933" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2023_11/hautklinik-bad-rothenfelde-garten.jpg.d4a4d99ec9d139f200bb8bc724eda875.jpg" rel=""><img alt="hautklinik-bad-rothenfelde-garten.jpg" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="22933" data-unique="0t2qw03pt" style="height: auto;" width="1000" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2023_11/hautklinik-bad-rothenfelde-garten.thumb.jpg.f955c16d6e92e1c01a6a5805197e4103.jpg" loading="lazy" height="750"></a><br>
	<em>Das Gelände der Hautklinik lud auch zu Spaziergängen ein.</em>
</p>

<p>
	Das Medizinische Versorgungszentrum an der Meller Straße in Osnabrück, ebenfalls von den Klinikeignern betrieben, wird auch schließen. Die im Klinikgebäude angesiedelte Hautarztpraxis von Dr. Janine Bock dagegen wird es weiter geben: Sie ist ins sechs Kilometer entfernte Bad Laer gezogen – ins Baugebiet „Östlich Westerwieder Weg“ an die Iburger Straße.
</p>

<p>
	In unserem Forum hatten Betroffene immer wieder ihre <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/18282-erfahrungen-mit-der-johann-wilhelm-ritter-klinik/" rel="">Erfahrungen mit der Johann-Wilhelm-Ritter-Klinik</a> geschildert. Jedoch wurden Erfahrungsberichte seltener – wie bei Klinikaufenthalten generell. Den Grund dafür hat der Verwaltungschef der Johann-Wilhelm-Ritter-Klinik offenbar auch gegenüber dem Rathaus in Bad Rothenfelde angeführt: „Eine Ursache (<em>für die Schließung</em>) sieht der Verwaltungschef in der gewandelten Therapie von Hautkrankheiten weg von stationärer hin zu einer ambulanten Behandlung“, heißt es <a href="https://www.noz.de/lokales/bad-rothenfelde/artikel/hautklinik-bad-rothenfelde-schliesst-zum-jahresende-45785382" rel="external nofollow">in einem NOZ-Artikel</a>.
</p>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="22932" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2023_11/bad-rothenfelde-saline.jpg.9615f6843e1b788dc513f06fb29a5ac7.jpg" rel=""><img alt="bad-rothenfelde-saline.jpg" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="22932" data-unique="kra10w9e3" style="height: auto;" width="1000" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2023_11/bad-rothenfelde-saline.thumb.jpg.15dc3c2a53bce42002237943da76e500.jpg" loading="lazy" height="750"></a><em>Die Saline in Bad Rothenfelde ist und bleibt eindrucksvoll.</em>
</p>

<p style="text-align: right;">
	<em>Mit Dank an <a contenteditable="false" data-ipshover="" data-ipshover-target="https://www.psoriasis-netz.de/profile/30046-meierst66/?do=hovercard" data-mentionid="30046" href="https://www.psoriasis-netz.de/profile/30046-meierst66/" id="ips_uid_6230_7" rel="">@meierst66</a>.</em>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1264</guid><pubDate>Tue, 21 Nov 2023 11:45:00 +0000</pubDate></item><item><title>Krankenkasse darf nicht den vollst&#xE4;ndigen Reha-Entlassungsbericht verlangen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/krankenkasse-darf-nicht-den-vollstaendigen-reha-entlassungsbericht-verlangen-r1158/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2021_10/reha-antrag-entlassbericht-krankenkasse.jpg.373318dd443a860362dec77d4b234f96.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Krankenkassen fordern häufig den Entlassungsbericht einer Reha an – oft schon bevor die Versicherten die Reha antreten. Versicherte müssen diesen Aufforderungen nicht nachkommen.</strong>
</p>

<p>
	Krankenkassen fordern die Patienten dann zur Abgabe einer Einwilligungserklärung auf. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschlands weist darauf hin, dass <strong>Versicherte diesen Aufforderungen keinesfalls nachkommen müssen</strong>.
</p>

<p>
	<strong>Die Krankenkasse braucht in der Regel nur das sogenannte Blatt 1</strong> und eben nicht den ausführlichen Entlassungsbericht. Blatt 1 enthält Basisinformationen wie die persönlichen Daten des Versicherten, die Diagnosen, das Behandlungsergebnis sowie Aussagen zur Arbeitsfähigkeit. Das darf sie auch ohne Einwilligung anfordern, zum Beispiel für die Prüfung, ob sie Krankengeld zahlen muss.
</p>

<p>
	Im vollständigen Entlassungsbericht finden sich dagegen <strong>ausführliche Angaben über die Krankengeschichte und den Reha-Verlauf – auch über Gespräche, die beispielsweise mit Psychotherapeuten geführt wurden</strong>. Den ausführlichen Entlassungsbericht darf die Krankenkasse nicht anfordern. Dieses Verbot kann sie nach Auffassung der Bundesdatenschutzbeauftragten auch nicht umgehen, indem sie eine Einwilligungserklärung einholt.
</p>

<h2>
	Unterlagen für den MDK müssen direkt dorthin gehen
</h2>

<p>
	Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) unterstützt im gesetzlichen Auftrag Krankenkassen und Pflegekassen in medizinischen und pflegerischen Fragen. Die Krankenkassen beauftragen den MDK mit einer Stellungnahme oder Begutachtung, wenn das gesetzlich vorgeschrieben ist oder wenn sie medizinischen Sachverstand brauchen, um über eine Leistung zu entscheiden. So lassen sie ihn beispielsweise Maßnahmen zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit prüfen oder ob Zweifel an einer Arbeitsunfähigkeit bestehen.
</p>

<p>
	Der MDK darf alle für seine Stellungnahme notwendigen Unterlagen einsehen, darunter den vollständigen Reha-Bericht. Wenn Krankenkassen medizinische Unterlagen für den MDK anfordern, haben sie dagegen kein Recht auf Einsicht. <strong>Die Reha-Kliniken müssen ihren Bericht direkt an den MDK senden</strong>.
</p>

<h2>
	Wie können Patienten reagieren?
</h2>

<p>
	<strong>Patienten müssen keine Einwilligung erteilen</strong>. Sie können ihre Daten und Unterlagen einsehen und Kopien bekommen. Auf diese Weise können sie sich <strong>erst einmal  den Bericht ansehen und dann entscheiden, ob sie diesen der Krankenkasse zur Verfügung stellen</strong>. Die Krankenkasse darf aber grundsätzlich nur solche Daten anfordern, die für die Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlich sind.
</p>

<p>
	Betroffene sollten <strong>im Zweifel bei der Krankenkasse nachfragen</strong>, ob beispielsweise eine Untersuchung durch den MDK vorgesehen ist und zu welchem Zweck die Kasse welche Daten konkret benötigt.
</p>

<p>
	Fragen zu medizinischen bzw. sozialrechtlichen Themen beantwortet das Team der <a href="https://patientenberatung.de/" rel="external nofollow">Unabhängigen Patientenberatung Deutschland</a> kostenfrei unter Telefonn 0800 / 011 77 22.
</p>

<p style="text-align: right;">
	<em>cl</em>
</p>

<div>
	<h2>
		Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#c0392b;">➔ </span><strong>Geballtes Wissen I</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/reha-antrag-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Reha bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis beantragen – so geht‘s</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#c0392b;">➔ </span><strong>Geballtes Wissen II</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/reha-antrag-abgelehnt-so-wehrst-du-dich-dagegen-r1231/" rel="">Reha-Antrag abgelehnt? So wehrst Du Dich dagegen!</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#c0392b;">➔ </span><strong>Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/38-der-weg-in-die-klinik-und-zur-reha/" rel="">Der Weg in die Klinik und zur Reha</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">1158</guid><pubDate>Tue, 26 Oct 2021 14:14:00 +0000</pubDate></item><item><title>Reha bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis beantragen &#x2013; so geht&#x2018;s</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/reha-antrag-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2020_06/papierflieger.jpg.b5279068cc634f94931d6a2854e9fe35.jpg" /></p>
<p>
	Manchmal werden die <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> oder die <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> so schlimm, dass sie in der Klinik behandelt werden müssen. Hier erklären wir, was du dafür tun und beachten musst, wenn du in einer gesetzlichen Krankenkasse bist – wie die meisten Menschen in Deutschland.
</p>

<h2>
	Krankenhaus oder Reha?
</h2>

<p>
	Gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt solltest du entscheiden, ob es schnell gehen soll. Dann wird sie oder er dich <em>akut</em> ins Krankenhaus einweisen. Anders ist es, wenn du ein paar Monate Zeit hast, um eine dauerhaft hartnäckige Psoriasis <em>grundlegend</em> zu behandeln. Dann solltest du eine medizinische Rehabilitation (Reha) beantragen.
</p>

<p>
	Wenn es eine <strong>Akutklinik</strong> sein soll: Die Krankenkassen zahlen bei Schuppenflechte durchschnittlich einen zweiwöchigen Aufenthalt. Die meisten konzentrieren sich in dieser kurzen Zeit darauf, die Hautstellen möglichst gut zu behandeln. Vielen Betroffenen reicht das, weil sie nicht länger von Beruf, Familie oder anderen Aktivitäten fernbleiben wollen. Es gibt einige Kliniken, die trotz der kurzen Zeit mehr anbieten als die pure Behandlung – zum Beispiel, wenn sie naturheilkundlich orientiert sind.
</p>

<p>
	Eine <strong>medizinische Rehabilitation</strong> (Reha) dagegen dauert zwischen 3 und 6 Wochen. Zusätzliche therapiebegleitende Angebote sollen die Krankheit langfristig verbessern. Du erfährst außerdem, was du selbst zur Besserung beitragen kannst. Dazu gehören Physio- und Ergotherapie, Bewegungs- und Entspannungstechniken, Ernährungsumstellung, psychologische Beratung und Patientenschulungen.
</p>

<p>
	Eine Mischform ist die <strong>Anschluss-Heilbehandlung</strong>: In schweren Fällen ist es möglich, direkt nach der Akutbehandlung in die Reha zu wechseln. Dafür beantragt der Sozialdienst des Krankenhauses eine „Anschlussheilbehandlung“. Wenn dich dieser schnelle Weg in eine Reha interessiert, frage bei der Klinik nach, welche Erfahrungen sie mit deiner Krankheit gemacht haben. Gelenkkranke haben eher eine Chance als Hautkranke.
</p>

<h2>
	Wer ist zuständig?
</h2>

<p>
	Bist du Arbeitnehmer, ist grundsätzlich die Deutsche Rentenversicherung zuständig, wenn du bestimmte <a href="https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Reha/Warum-Reha/voraussetzung_ausschlussgruende.html" rel="external nofollow">Voraussetzungen </a>erfüllst wie zum Beispiel Warte- oder Beitragszeiten. Mit einer Reha soll deine Arbeitsfähigkeit wiederhergestellt, verbessert oder erhalten werden.
</p>

<p>
	Für den Reha-Antrag gibt es <a href="https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Formulare/DE/Formularpakete/01_versicherte/reha/_DRV_Paket_Rehabilitation_Med_Rehabilitation.html" rel="external nofollow">Antragsunterlagen</a>.
</p>

<p style="text-align: center;">
	 <strong>Lesetipp</strong>: Die <a href="https://www.test.de/Medizinische-Reha-Sechs-Tipps-fuer-den-Antrag-5471904-0/" rel="external">Zeitschrift Finanztest</a> hat erläutert, was mit den Anträgen gemacht werden soll.
</p>

<p>
	Sollte bei dir die Psoriasis oder Psoriasis arthritis als Berufskrankheit anerkannt sein, ist die Berufsgenossenschaft zuständig.
</p>

<p>
	Die gesetzliche Krankenkasse ist dagegen zuständig, wenn du Mitversicherter (Ehepartner, Kind, Jugendlicher) oder Altersrentner bist. Oder du bist Arbeitnehmer, der die Reha-Voraussetzungen der Rentenversicherung <span style="text-decoration:underline;">nicht</span> erfüllt. Mit einer Reha sollst du deinen Alltag und dein Leben wieder uneingeschränkt bewältigen und am sozialen Leben teilhaben können.
</p>

<p>
	Die Unterlagen für den Reha-Antrag erhältst du bei der gesetzlichen Krankenkasse, bei der du versichert bist.
</p>

<p>
	Es könnte vorkommen, dass du als Arbeitnehmer durch deine Krankheit zwar nicht in deiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt bist, wohl aber erheblich in deinem privaten Leben. Dann kannst du den Reha-Antrag erst der Krankenkasse vorlegen, wenn die Rentenversicherung ihn ablehnt.
</p>

<h2>
	Klinik vorher aussuchen
</h2>

<p>
	Informiere dich vorher, welche Klinik für dich die richtige wäre und ob es Patientenberichte gibt. Manchmal ist es möglich, Kinder mitzubringen und sie unterrichten zu lassen. Unsere <a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen/kategorie/kliniken/" rel="">Klinikliste</a> kann dir dabei weiterhelfen. Es gibt Häuser, die entweder nur mit der Rentenversicherung zusammenarbeiten oder aber nur mit (einzelnen) gesetzlichen Krankenkassen.
</p>

<p>
	Wenn du dich für eine Klinik entschieden hast, erkundige dich dort, welche „berechtigten Wünsche“ du in deinem Antrag eintragen solltest, damit deine Klinikauswahl akzeptiert wird.
</p>

<h2>
	Gut vorbereitet zur Ärztin oder zum Arzt
</h2>

<p>
	Du solltest dir klar werden und aufschreiben, in welchen Situationen dich deine Haut- oder deine Gelenk-Krankheit besonders stark beeinträchtigt. Wenn du das einmal gesammelt hast, kann dir das immer dann weiterhelfen, wenn der Antrag begründet werden muss. Außerdem helfen dir diese Angaben für die gewünschte „Selbsteinschätzung“.
</p>

<p>
	Als Arbeitnehmer solltest du klar benennen, welche beruflichen Tätigkeiten du nicht oder schlechter machen kannst. bzw. wovon du ausgeschlossen bist. Dazu gehören körperliche Einschränkungen, weil du zum Beispiel Schmerzen oder offene Stellen hast. Du könntest in deinen beruflichen Aktivitäten eingeschränkt sein und Konzentrationsschwierigkeiten haben, weil du wegen des Juckreizes schlecht schläfst. Vor allem könntest du daran gehindert sein, am alltäglichen Arbeitsleben teilzuhaben, weil du angestarrt wirst, Kollegen abfällige Bemerkungen machen oder dich ausgrenzen. Depressionen gelten als typische Begleiterkrankungen der Psoriasis und verursachen hohe Fehlzeiten.
</p>

<p>
	Sprich mit deiner Ärztin, ob du weitere Krankheiten hast, die mit deiner Psoriasis zusammenhängen und deine Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen könnten. Aber: die Hauptdiagnose muss stets die Schuppenflechte oder die Psoriasis arthritis sein.
</p>

<p>
	Gehörst du nicht zur Gruppe der Arbeitnehmer, solltest du eindringlich beschreiben, was genau in deinem alltäglichen Leben durch die Krankheit erschwert wird, zum Beispiel bei Aktivitäten oder Kontakten, im Haushalt oder in der Freizeit, in der Partnerschaft oder beim Sex. Viele Menschen mit Hautkrankheiten isolieren sich, meiden andere Menschen und vereinsamen.
</p>

<p>
	Solltest du gerade die Ärztin gewechselt haben, lasse Dir von der bisherigen Praxis eine Kopie deiner Patientenakte ausdrucken. Wenn du Unterlagen über andere Krankheiten hast, kannst du die vorsichtshalber bereithalten. Vielleicht ist eine Begleiterkrankung der Psoriasis dabei.
</p>

<h2>
	Reha beantragen
</h2>

<p>
	So vorbereitet kannst du dir von der Ärztin oder dem Arzt „Leistungen zu Rehabilitation“ verordnen lassen. Das <a href="https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Formulare/DE/Formularpakete/01_versicherte/reha/_DRV_Paket_Rehabilitation_Med_Rehabilitation.html" rel="external nofollow">Formular </a>hat die Praxis. Achtung: Für Privatversicherte gelten <a href="https://www.ottonova.de/v/private-krankenversicherung/reha-kur" rel="external nofollow">andere Regeln</a>.
</p>

<p>
	Für gesetzlich Versicherte geht es so weiter: Die Ärztin schreibt schreibt einen ärztlichen Befundbericht, um zu begründen, warum die ambulante Behandlung nicht mehr ausreicht und eine Reha-Maßnahme notwendig ist.
</p>

<p>
	Aus dem sollte ersichtlich sein:
</p>

<ul>
	<li>
		welche Beschwerden eine Reha erforderlich machen.
	</li>
	<li>
		welche Behandlungen in den letzten zwölf Monaten durchgeführt wurden.
	</li>
	<li>
		wie gut (oder eben nicht) diese geholfen haben.
	</li>
	<li>
		inwiefern die Möglichkeiten der ambulanten Behandlung ausgeschöpft sind.
	</li>
	<li>
		weshalb nicht (weiter) mit innerlich wirkenden Mitteln behandelt wird.
	</li>
	<li>
		was mit der Reha erreicht werden soll (Ziele).
	</li>
</ul>

<p>
	Es kann sein, dass die Versicherung oder der sozial-medizinische Dienst von der Ärztin ein Gutachten anfordern. Darin sollten die oben genannten Punkte etwas ausführlicher beschrieben werden.
</p>

<p>
	Wenn du dir schon eine Klinik ausgesucht hast, formuliere mit der Ärztin zusammen, weshalb die für dich besonders geeignet ist (Behandlung von Begleiterkrankungen, Wohnortnähe, Familie, Tagesklinik). Die Wunschklinik wird auf einem gesonderten Formular beantragt.
</p>

<p>
	? In unserem <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forum/3-klinik-reha-kur-amp-urlaub/" rel="">Forum "Klinik, Reha, Kur &amp; Urlaub"</a> kannst du fragen, welche Erfahrungen andere mit bestimmten Kliniken oder beim Antrag gemacht haben.
</p>

<h2>
	Die Entscheidung
</h2>

<p>
	Grundsätzlich müssen Reha-Anträge innerhalb von drei Wochen entschieden werden. Länger kann es dauern, wenn ein ärztliches Gutachten angefordert wird. Ganz schnell geht es mit einer Anschluss-Heilbehandlung-Begutachtung beim Sozial-medizinischen Dienst.
</p>

<p>
	Die weitaus meisten Anträge werden am Schreibtisch entschieden. Aber es kann sein, dass du aufgefordert wirst, dich dem sozial-medizinischen Dienst vorzustellen. Da sitzen Ärzte, die dich im Auftrag des Versicherungsträgers begutachten sollen. Nimm alle Unterlagen aus den letzten zwei Jahren mit, die bekräftigen, dass die Reha notwendig ist: Kopie der Patientenakte, Befunde, Krankenhaus-Entlassungsberichte, Röntgenbilder, eigene Fotos und die Kopie des Reha-Antrags. Deine Psoriasis-Stellen sollten zum Termin gut sichtbar sein. Vermeide es, sie schon Tage vorher mit Kortison-Creme blasser werden zu lassen.
</p>

<p>
	Frage den Gutachter unbedingt, was für ein Facharzt er ist. Wirst du nicht von einem Hautarzt begutachtet, kann das ein Widerspruchsgrund sein. Denn gerade zur Psoriasis gibt es viel neues Hintergrundwissen. Das haben meist nur gut fortgebildete Dermatologen.
</p>

<h2>
	Besonderheiten
</h2>

<h3>
	Mehrkosten der Wunschklinik
</h3>

<p>
	Es kann sein, dass die von dir gewählte Klinik keinen Vertrag mit der Versicherung hat und deshalb höhere Tagessätze berechnet. Dann wirst du aufgefordert zu unterschreiben, dass du die Mehrkosten der Wunschklink aus eigener Tasche bezahlst („Mehrkosten-Übernahme-Vereinbarung“). Das solltest du auf keinen Fall machen! Fordere stattdessen einen offiziellen „Bescheid über Mehrkosten“, der eine Rechtsmittel-Belehrung enthält.
</p>

<p>
	Nur dann kannst du dem widersprechen. Denn eine Zuzahlung darf nicht verlangt werden, wenn du diese Klinik gewählt hast aus medizinischen Gründen (Attest vorlegen) oder aus zwingend zu beachtenden persönlichen Gründen (z.B. pflegebedürftige Angehörige in der Nähe).
</p>

<h3>
	Reha nur alle vier Jahre?
</h3>

<p>
	Grundsätzlich erhalten Versicherte nur alle vier Jahren eine medizinische Reha. Es sei denn, dass sie aus medizinischen Gründen notwendig ist: Bei chronisch Kranken wäre das ein starker Schub oder deutlich zunehmende Beeinträchtigungen. Zum Beispiel, wenn bei dir weitere Körperregionen betroffen oder Begleiterkrankungen hinzugekommen sind – typischerweise eine Gelenkbeteiligung. Die Veränderungen solltest du drastisch beschreiben.
</p>

<h2>
	Wenn der Antrag abgelehnt wird
</h2>

<p>
	Nimm es nicht persönlich, wenn dein Antrag erst einmal abgelehnt wird. Die Sozialversicherungen sind offiziell angehalten zu sparen.
</p>

<p>
	Mit der Ablehnung wird gleichzeitig darauf hingewiesen, innerhalb welcher Frist du dem Bescheid widersprechen kannst (Rechtsmittel-Belehrung). Du musst genau beachten, ob die Frist in Tagen, Wochen oder Monaten angegeben ist.
</p>

<p>
	Unbedingt widersprechen!
</p>

<p>
	Erfahrungsgemäß ist die Hälfte aller Widersprüche ganz oder teilweise erfolgreich.
</p>

<p>
	In der Ablehnung werden meist sehr allgemeine Gründe (Textbausteine) genannt. Du solltest möglichst mit Hilfe der Ärztin jedem Ablehnungsgrund gesondert widersprechen. Für deinen Fall solltet ihr ausführlich erklären, wo im Einzelnen die Arbeitsfähigkeit bzw. Alltagsbewältigung und soziale Teilhabe (Lebensqualität) eingeschränkt sind. Bei Reha-Anträgen kann es entscheidend sein, wenn du bisherige Medikamente nicht vertragen hast bzw. sie nicht nehmen darfst (z.B. wegen Wechselwirkungen).
</p>

<p>
	Wenn du den Widerspruch nicht innerhalb der Frist begründen kannst, reicht es aus, erst einmal nur allgemein zu widersprechen und zu erklären, dass die Begründung nachgereicht wird.
</p>

<p>
	Bei Krankenkassen ist es immer wieder vorgekommen, dass Antragstellern am Telefon dringend geraten wird, den Widerspruch zurückzuziehen, weil er doch völlig chancenlos wäre. Lasse dich nicht einschüchtern, sondern bestehe auf einen schriftlichen Bescheid!
</p>

<h3>
	Zur Not klagen
</h3>

<p>
	Wird auch dein Widerspruch abgelehnt, kannst du dagegen innerhalb von vier Wochen beim Sozialgericht Klage einreichen. Ohne Anwalt ist das kostenlos!
</p>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="19666" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2020_06/antrag-formular-beratung.jpg.597c6e7346ea91901f234a3d2b389c57.jpg" rel=""><img alt="Beratung" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19666" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2020_06/antrag-formular-beratung.jpg.597c6e7346ea91901f234a3d2b389c57.jpg" loading="lazy"></a>Wenn du dich in Rechtsfragen nicht sicher fühlst, lass dich beraten.
</div>

<p>
	Du solltest aber nur dann klagen, wenn du dich vorher hast beraten lassen. Erfahrene Sozialrechts-Experten können meist beurteilen, wie deine Erfolgsaussichten sind – nicht nur medizinisch, sondern auch sozialrechtlich. Adressen findest du <span ipsnoautolink="true">im Abschnitt „Wer hilft bei Reha-Fragen?“</span>.
</p>

<p>
	Wenn du dir einen Anwalt nimmst, ist das meist nicht besonders teuer, weil der Streitwert niedrig ist. Frage trotzdem sicherheitshalber vorher, mit welchen Kosten du im schlimmsten Fall rechnen musst. Mit einer Rechtsschutzversicherung kostet es nichts.
</p>

<h3>
	Anstatt vors Gericht zu ziehen
</h3>

<p>
	Es kann 1 ½ Jahre oder länger dauern, bis eine Klage vor dem Sozialgericht entschieden ist. Stattdessen kannst du einfach nach ein paar Monaten einen neuen Reha-Antrag mit aktuellen Befunden stellen.
</p>

<p>
	Es steht dir immer offen, auch wenn dein Reha-Antrag verzögert bearbeitet wird, dich akut in ein Krankenhaus einweisen zu lassen und danach eine Anschluss-Heilbehandlung zu beantragen.
</p>

<h2>
	Reha im Ausland
</h2>

<p>
	Uns sind keine ausländischen Kliniken bekannt, für die Deutsche Rentenversicherung bei Psoriasis oder Psoriasis Arthritis die Kosten übernehmen würde. Die Klinik im schweizerischen Davos ist <span ipsnoautolink="true">seit 2004 geschlossen</span>.
</p>

<h3>
	Reha am Toten Meer
</h3>

<p>
	Eine Sonderstellung nimmt die Klimatherapie am Toten Meer ein.
</p>

<p>
	Die wird inzwischen von den meisten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland bezahlt. Aber <em>nur</em>, wenn du<em> keine </em>Rentenversicherungs-Beiträge zahlen musst, also kein Arbeitnehmer bist. Das sind vor allem Kinder und Jugendliche, Studenten, Rentner und freiwillig Krankenversicherte. Auch die Beihilfe für Beamte trägt diese Kosten.
</p>

<p>
	Bist du dagegen<em> Arbeitnehmer, </em>ist grundsätzlich die Rentenversicherung zuständig. Die aber zahlt den Aufenthalt am Toten Meer nicht. Wir kennen nur wenige Gerichtsurteile, bei denen sie zur Kostenübernahme verurteilt wurde. Du müsstest klagen und nachweisen, dass bisherige Therapien und Medikamente bei dir individuell erfolglos waren („Therapieresistenz“). Oder sie dürfen in deinem Fall nicht angewendet werden, zum Beispiel wegen anderer Erkrankungen oder Unverträglichkeiten. Dieser Nachweis wird immer schwerer zu führen sein, weil es inzwischen für die innerliche Therapie fast 20 verschiedene Wirkstoffe gibt. Links zu einigen Urteilen findest du am Ende des Artikels „<a href="https://www.psoriasis-netz.de/therapien/totesmeer/totes-meer-israel-krankenkassen.html" rel="">Aktuelles zur Therapie am Toten Meer</a>“
</p>

<p>
	Das Tote Meer ist nicht nur wegen der starken UV-Belastung umstritten. Besprich mit deiner Ärztin, ob es in deinem Fall sinnvoll ist, dort deine Schuppenflechte auszukurieren.
</p>

<h2>
	Vorsorgekuren
</h2>

<p>
	Du kannst bei der Krankenkasse einen Zuschuss zu einer Vorsorge- oder Badekur beantragen. Das geht, wenn zu erwarten ist, dass du in absehbarer Zeit eine Krankheit bekommen wirst, eine bestehende Erkrankung sich deutlich verschlimmert oder du pflegebedürftig werden könntest. Du musst nachweisen, dass bisherige Therapien und Medikamente keine wesentliche Besserung gebracht haben.
</p>

<p>
	Du solltest dich mit der Ärztin absprechen, welches Kurbad und welche Kurklinik für dich geeignet wären. Für deine Haut wäre das eine Klimakur am Meer oder im Gebirge, für die Gelenke eine Kur mit Moor- oder Schwefelbädern.
</p>

<p>
	Vorsorgekuren werden bezuschusst, wenn sie in Kliniken eines anerkannten deutschen Kurorts stattfinden. Aber du kannst die Badekur auch im Ausland machen. Die Krankenkasse beteiligt sich daran aber nur, wenn du das vorher mit ihr abgeklärt hast. Preisgünstig sind viele Angebote in ost- und südosteuropäischen Kurorten.
</p>

<p>
	Typisch ist die ambulante Badekur, es gibt aber auch stationäre Vorsorgekuren. Ambulant bedeutet, du gehst nur zu den Anwendungen in die Klinik, wohnst aber außerhalb. Du kannst dich selbst auf die Suche machen oder alles zusammen bei einem Gesundheitsreisen-Veranstalter buchen.
</p>

<p>
	Die Krankenkassen beteiligen sich unterschiedlich an einer Vorsorgekur. Da du auf jeden Fall einen Teil der Kosten selbst tragen musst, solltest du dich vorher sachkundig machen: Wie viel übernimmt deine Kasse für den Kurarzt und die Kurmittel (Massagen, Bäder, Bewegungstherapie)? Zahlt sie für Kurtaxe, Unterkunft, Verpflegung oder Fahrkosten einen Zuschuss? Ist der abhängig davon, wie lange die Kur dauert?
</p>

<p>
	Bezahlt werden bis zu 3 Wochen. Aber im Gegensatz zur Reha werden Arbeitnehmer nicht krankgeschrieben, müssen dafür also Urlaub nehmen. Eine ambulante Badekur darf alle drei Jahre bewilligt werden.
</p>

<h2>
	Reha für Kinder
</h2>

<p>
	Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die an Schuppenflechte oder sogar Gelenk-Psoriasis leiden, ist gering. Trotzdem gehören sie nicht in Kliniken für Erwachsene. Bekannt ist die <a href="https://www.fachklinik-sylt.de/" rel="external nofollow"><em>Fachklinik Sylt für Kinder und Jugendliche</em></a><em>.</em> Dort ist schon vor vielen Jahren ein umfassendes Therapiekonzept für diese Altersgruppe entwickelt worden. In besonders schweren Fällen, wenn die gesamte Familie durch die Krankheit des Kindes erheblich beeinträchtigt wird, kannst du eine Familien-Reha beantragen. Für eine erfolgreiche Therapie ist es in solchen Fällen notwendig, dass Angehörige mit dabei sind.
</p>

<p>
	Zuständig sind gleichermaßen die Deutsche Rentenversicherung und gesetzliche Krankenkasse. Du kannst daher eine Kinder- oder Familien-Reha entweder bei dem Rentenversicherungsträger oder bei deiner Krankenkasse beantragen.
</p>

<h3>
	Mutter-/Vater-Kind-Kur
</h3>

<p>
	Bei dieser Kur geht es nicht darum, eine Krankheit wie die Schuppenflechte von Mutter oder Vater zu behandeln. Schwerpunkt ist, typische Gesundheitsstörungen von überlasteten Eltern aufzuarbeiten, wie z.B. stressbedingte Erschöpfung oder psychische Symptome.
</p>

<p>
	Weitere Einzelheiten erfährst du bei deiner Krankenkasse.
</p>

<h2>
	Nachsorge
</h2>

<p>
	Therapiefördernde Maßnahmen wirken besser, wenn du sie nach der Reha beibehältst. Bei der Rentenversicherung findest du „<a href="https://www.nachderreha.de/" rel="external nofollow">Nachsorgeprogramme</a>“ oder du kannst von der Ärztin <a href="https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Reha/Reha-Nachsorge/Reha-Sport/reha-sport_node.html" rel="external nofollow">Reha-Sport</a> verschrieben bekommen. Die Krankenkassen fördern Gesundheitskurse oder individuelle Gesundheitsaktivitäten.
</p>

<h2>
	Wer hilft bei Reha-Fragen?
</h2>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.arbeitskreis-gesundheit.de/" rel="external nofollow">Arbeitskreis Gesundheit e.V.</a> – auch für die Suche nach Reha-Kliniken
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.teilhabeberatung.de/" rel="external nofollow">Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.bar-frankfurt.de/" rel="external nofollow">Bundesarbeitsgemeinschaft Rehabilitation</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://patientenberatung.de/" rel="external nofollow">Unabhängige Patientenberatung Deutschland</a>
	</li>
	<li>
		Sozialverbände wie <a href="https://www.sovd.de/" rel="external nofollow">SoVD</a>, <a href="https://www.vdk.de/deutschland/" rel="external nofollow">VdK</a> oder <a href="https://www.volkssolidaritaet.de/" rel="external nofollow">Volkssolidarität</a> (für Nichtmitglieder ist meist nur die Erstberatung kostenlos)
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen/kategorie/kliniken/" rel="">Sozialexperten der Fachkliniken</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.kur.org/" rel="external nofollow">Kur + Reha</a> - Informationen und Links zu Mutter-/Vater-Kind-Kuren; Informationen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg; Angebot für ganz Deutschland
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/rehabilitation.html" rel="external nofollow">Medizinische Rehabilitation</a> – Informationsblatt des Bundesministeriums für Gesundheit
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.rheuma-liga.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Mediencenter/Publikationen/Merkblaetter/6.4_Rehabilitation.pdf" rel="external">Rehabilitation bei rheumatischen Erkrankungen</a> (PDF) – Broschüre der Deutschen Rheuma-Liga e.V. - Der Inhalt gilt auch für Patienten mit Psoriasis arthritis
	</li>
</ul>

<h2>
	Lesetipps zum Thema
</h2>

<p>
	<strong>Wie man wann und wo einen Reha-Antrag stellt</strong><br>
	(<a href="https://www.test.de/Medizinische-Reha-Sechs-Tipps-fuer-den-Antrag-5471904-0/" rel="external">Stiftung Warentest, 13.02.2023</a>)<br>
	Stiftung Warentest hat aufgeschrieben, wie das mit einem Reha-Antrag funktioniert, was man beachten sollte – und wo's die richtigen Formulare gibt.
</p>

<p>
	<strong><a href="https://www.ihre-vorsorge.de/magazin/lesen/reha-bei-schuppenflechte-umfassende-hilfe-fuer-patienten.html" rel="external nofollow">Was eine Reha bei Psoriasis oder Psoriasis arthritis bewirken kann</a></strong><br>
	(IhreVorsorge.de, 09.07.2018)<br>
	 Chefärzte der Frankenlandklinik erklären, wann eine Reha möglich und wichtig ist und was dabei gemacht wird.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1076</guid><pubDate>Sat, 27 Jun 2020 11:52:00 +0000</pubDate></item><item><title>Auszeit f&#xFC;r dich und dein Kind: So beantragst du eine Kur bei Schuppenflechte</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/antrag-fuer-mutter-kind-kur-immer-die-krankenkasse/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_08/mutter-kind-kur.jpg.a6998e9da4ab42df9e3a97b0eab96f71.jpg" /></p>
<p>
	Eltern zu sein ist ein Vollzeitjob. Kommt eine chronische Erkrankung wie Schuppenflechte oder Psoriasis-Arthritis hinzu, wird die Belastung schnell doppelt so hoch. Der ständige Spagat zwischen Familie, Job, Haushalt und der eigenen Gesundheit kann zu Erschöpfung führen – und Stress ist einer der bekanntesten Auslöser für neue Schübe. Eine Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Kur kann hier ein wichtiger Rettungsanker sein, um neue Kraft zu schöpfen und die eigene Erkrankung besser in den Griff zu bekommen.
</p>

<h2>
	Warum eine Kur gerade für dich so wertvoll ist
</h2>

<p>
	Eine Mutter-/Vater-Kind-Kur ist weit mehr als nur ein Urlaub. Sie ist eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme, die speziell auf deine gesundheitliche Situation als Elternteil mit Psoriasis zugeschnitten werden kann. Im Mittelpunkt stehst du und deine Gesundheit. Dein Kind wird liebevoll betreut und kann bei Bedarf ebenfalls therapeutische Angebote erhalten.
</p>

<p>
	Die Vorteile für dich liegen auf der Hand:
</p>

<p>
	<strong>Gezielte Behandlung</strong>: Viele Kurkliniken bieten spezielle Therapien für Hauterkrankungen an, zum Beispiel Lichttherapie, medizinische Bäder oder spezielle Hautpflege-Schulungen. Bei einer Psoriasis-Arthritis können Bewegungs- und Schmerztherapien im Fokus stehen.
</p>

<p>
	<strong>Stress reduzieren, Schübe vermeiden</strong>: Du lernst gezielt Entspannungstechniken und Strategien zur Stressbewältigung. Das hilft nicht nur deinem Wohlbefinden, sondern kann auch die schubfreien Phasen deiner Erkrankung verlängern.
</p>

<p>
	<strong>Psychische Stärkung</strong>: Der Umgang mit einer sichtbaren, chronischen Erkrankung kann belasten. Gespräche mit Psychologen und der Austausch mit anderen betroffenen Eltern können dir helfen, neuen Mut zu fassen.
</p>

<p>
	<strong>Zeit für dich</strong>: Endlich einmal durchatmen, während du weißt, dass dein Kind gut versorgt ist. Diese Auszeit ist essenziell, um die eigenen Akkus wieder aufzuladen.
</p>

<h2>
	Der Weg zu deiner Kur: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
</h2>

<p>
	Der Weg zur Kur mag bürokratisch klingen, ist aber mit der richtigen Vorbereitung gut zu schaffen.
</p>

<h3>
	Schritt 1: Das Gespräch mit deinem Arzt
</h3>

<p>
	Dein erster und wichtigster Ansprechpartner ist dein Hausarzt, Hautarzt oder Rheumatologe. Schildere ihm deine Situation: deine körperliche Erschöpfung, deine Haut- oder Gelenkbeschwerden und die Belastung durch den Familienalltag. Der Arzt muss die medizinische Notwendigkeit (Indikation) für die Kur bescheinigen. In diesem Attest sollte genau stehen, warum die Kur für deine Gesundheit und die deiner Familie notwendig ist.
</p>

<h3>
	Schritt 2: Den Antrag ausfüllen
</h3>

<p>
	Die notwendigen Antragsformulare erhältst du entweder direkt von deinem Arzt, von deiner Krankenkasse oder bei einer der unten genannten Beratungsstellen. Fülle den Antrag sorgfältig und gemeinsam mit deinem Arzt aus. Beschreibe ehrlich und ausführlich, wie sehr dich die Psoriasis im Alltag einschränkt.
</p>

<p>
	Wichtig: Der Antrag wird immer bei deiner Krankenkasse gestellt, nicht bei der Rentenversicherung. Mutter-/Vater-Kind-Kuren sind Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.
</p>

<h3>
	Schritt 3: Die richtige Klinik auswählen (Wunsch- und Wahlrecht)
</h3>

<p>
	Du hast ein gesetzlich verankertes Wunsch- und Wahlrecht (§ 8 SGB IX). Das bedeutet, du kannst eine Klinik vorschlagen, die dir für deine Bedürfnisse am besten geeignet erscheint. Die Krankenkasse muss deine Wünsche berücksichtigen, sofern die Klinik einen Versorgungsvertrag hat und medizinisch geeignet ist.
</p>

<p>
	Recherchiere vorab nach Kliniken, die auf Dermatologie (Hauterkrankungen) oder Rheumatologie spezialisiert sind. Begründe deinen Wunsch im Antrag, z. B. mit den besonderen Therapieangeboten der Klinik. Beratungsstellen wie das Müttergenesungswerk helfen dir bei der Suche.
</p>

<h2>
	Was tun, wenn dein Antrag abgelehnt wird?
</h2>

<p>
	Eine Ablehnung ist kein endgültiges Nein! Du hast das Recht, innerhalb eines Monats schriftlich Widerspruch einzulegen. Viele Anträge werden zunächst aus formalen Gründen abgelehnt. Oft reicht eine ausführlichere medizinische Begründung durch deinen Arzt aus, damit der Antrag im zweiten Anlauf genehmigt wird. Hole dir auch hierfür Unterstützung bei einer Beratungsstelle. Der Aufwand lohnt sich in den meisten Fällen.
</p>

<h2>
	Was kostet dich die Kur?
</h2>

<p>
	Die Krankenkasse übernimmt die vollen Kosten für die Kurmaßnahme. Du als erwachsener Patient musst lediglich eine gesetzliche Zuzahlung von 10 € pro Kalendertag leisten. Kinder sind von der Zuzahlung befreit. Unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. bei geringem Einkommen) kannst du von der Zuzahlung ganz oder teilweise befreit werden. Sprich hierzu mit deiner Krankenkasse.
</p>

<p>
	Eine Kur ist eine Investition in deine Gesundheit und damit in das Wohl deiner ganzen Familie. Nutze diese Chance, um den Teufelskreis aus Stress und Psoriasis-Schüben zu durchbrechen.
</p>

<div>
	<h2>
		Tipps zum Weiterlesen
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Müttergenesungswerk</strong>: zentrale Anlaufstelle für <a href="https://www.muettergenesungswerk.de" rel="external nofollow" target="_blank">Informationen und Beratung rund um Mutter-/Vater-Kind-Kuren</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>§ 8 SGB IX</strong> (Neuntes Buch Sozialgesetzbuch): <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__8.html" rel="external nofollow" target="_blank">Gesetzestext zum Wunsch- und Wahlrecht</a>
	</p>

	<div>
		<h2>
			Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
		</h2>

		<p>
			<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Im Akut-Fall</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/wegen-psoriasis-ins-krankenhaus-so-funktioniert-die-einweisung-r1219/" rel="">Wegen Psoriasis ins Krankenhaus – so funktioniert die Einweisung</a>
		</p>

		<p>
			<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/tags/Eltern-Kind-Kur/" rel="">Erfahrungen mit Eltern-Kind-Kuren</a>
		</p>

		<p>
			<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Artikel</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/reha-antrag-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Reha bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis beantragen – so geht‘s</a>
		</p>
	</div>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">626</guid><pubDate>Sun, 18 May 2014 15:46:00 +0000</pubDate></item><item><title>Wenn die Rentenversicherung die Wunsch-Klinik verweigert</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/widerspruch-klinik-versicherung/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_08/rehaantrag-abgelehnt.jpg.0cc87b09797fa41f3def7b74783b9b68.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Patienten haben bei der Auswahl einer geeigneten Reha-Einrichtung durchaus ein Mitspracherecht. Doch nicht immer einigen sich Patienten und Versicherungen auf Anhieb. Und: Manchmal kennen Patienten auch ihre Rechte nicht.</strong>
</p>

<p>
	„Die Leistungen werden in Einrichtungen erbracht, die entweder von der Rentenversicherung selbst betrieben werden oder mit denen ein entsprechender Vertrag besteht“, sagt ein Experte von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD).
</p>

<p>
	Dabei wählt die Rentenversicherung die Klinik nach ihrem Ermessen aus. Aber: Die Rentenversicherung muss auch die berechtigten Wünsche des Versicherten berücksichtigen. Dazu gehören
</p>

<ul>
	<li>
		die persönliche Lebenssituation
	</li>
	<li>
		das Alter
	</li>
	<li>
		das Geschlecht
	</li>
	<li>
		die Familie sowie
	</li>
	<li>
		religiöse und weltanschauliche Bedürfnisse des Versicherten.
	</li>
</ul>

<p>
	Darauf weist die UPD hin. Das könnten also Argumente sein, die in einem Widerspruch genannt werden können.
</p>

<p>
	Ist der Versicherte mit der Auswahl der Einrichtung nicht einverstanden, kann er nämlich <strong>Widerspruch einlegen</strong>. Kommt die Rentenversicherung dem berechtigten Wunsch des Versicherten nicht nach, so muss <em>sie </em>nun begründen, warum die von ihr ausgewählte Klinik für die Reha besser geeignet ist. Daher haben Widersprüche in solchen Fällen häufig Aussicht auf Erfolg.
</p>

<p>
	Dabei könnte auch eine fehlende Spezialisierung auf eine bestimmte Erkrankungsform auch ein Argument sein – anders ausgedrückt: Wenn sich die Wunsch-Klinik auf eine Erkrankungsform spezialisiert hat, kann sie besser geeignet sein.
</p>

<p>
	Aber: „Hat die Rentenversicherung mit einer Reha-Klinik keinen Vertrag geschlossen, ist der Wunsch des Versicherten auf Behandlung in dieser Klinik nicht berechtigt.“
</p>

<p>
	<strong>Weitere Tipps der Unabhängigen Patientenberatung</strong>
</p>

<ul>
	<li>
		Überlegen Sie mit Ihrem Arzt, welche Einrichtung für Sie am besten geeignet ist.
	</li>
	<li>
		Wichtig ist, dass in der Klinik ein Platz frei ist.
	</li>
	<li>
		Der Wunsch sollte gleich bei der Antragstellung geäußert werden.
	</li>
	<li>
		Der Arzt sollte den Wunsch mit einer Stellungnahme unterstützen.
	</li>
</ul>

<p>
	Beratungsstellen der Unabhängigen Patientenberatung sind unter <a href="https://www.patientenberatung.de/" rel="external nofollow">patientenberatung.de</a> zu finden. Das Beratungstelefon ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 0 11 77 22 erreichbar.
</p>

<div>
	<hr style="width:150px; margin:2em auto 1.9em; border:none; border-bottom:1px solid #000;">
</div>

<h2>
	Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
</h2>

<p>
	<span style="color:#c0392b;">➔ </span><strong>Geballtes Wissen I</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/reha-antrag-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Reha bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis beantragen – so geht‘s</a>
</p>

<p>
	<span style="color:#c0392b;">➔ </span><strong>Geballtes Wissen II</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/reha-antrag-abgelehnt-so-wehrst-du-dich-dagegen-r1231/" rel="">Reha-Antrag abgelehnt? So wehrst Du Dich dagegen!</a>
</p>

<p>
	<span style="color:#c0392b;">➔ </span><strong>Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/38-der-weg-in-die-klinik-und-zur-reha/" rel="">Der Weg in die Klinik und zur Reha</a>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">443</guid><pubDate>Tue, 24 Aug 2010 10:20:00 +0000</pubDate></item><item><title>Reha-Antrag abgelehnt? So wehrst Du Dich dagegen!</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/reha-antrag-abgelehnt-so-wehrst-du-dich-dagegen-r1231/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2023_06/reha-ablehnung-widerspruch.jpg.fa17518f817a224f67cf910c961e6ddf.jpg" /></p>
<p>
	<strong>In diesem Artikel möchten wir Dir verschiedene Wege aufzeigen, wie Du mit einer Ablehnung Ihres Reha-Antrags umgehen kannst. Anstatt den Kopf hängen zu lassen oder die Ablehnung hinzunehmen, gibt es Möglichkeiten, sich aktiv dagegen zu wehren. </strong>
</p>

<p>
	Patientenberatungsstellen gehen davon aus, dass Dreiviertel aller Anträge auf eine Rehabilitationsmaßnahme erst einmal abgelehnt werden. Oft wird behauptet, dass die medizinischen Voraussetzungen für eine Rehabilitationsmaßnahme nicht vorliegen würden. Damit werden Antragsteller eingeschüchtert, denn viele denken, sie müssten die Ablehnung akzeptieren oder wissen nicht, wie sie sich dagegen wehren können. Wir raten, statt des Reha-Antrags sich gleich akut in ein Krankenhaus einweisen zu lassen oder Widerspruch einzulegen.
</p>

<h2>
	Akut-Einweisung anstelle von Reha-Antrag
</h2>

<p>
	Wenn Ihnen das Widerspruchsverfahren zu umständlich ist, weil schon der Antrag sehr zeitaufwendig war, könntest Du versuchen, Dich stattdessen vom Arzt in ein Krankenhaus akut einweisen zu lassen. Eine Akut-Einweisung bedeutet, dass Du sofort ins Krankenhaus musst, weil Deine Psoriasis so schlimm ist, dass man mit der Behandlung nicht mehr warten kann.
</p>

<p>
	Einer ärztlichen Einweisung darf die Krankenkasse nicht widersprechen! Sie darf nur ablehnen, die Kosten zu übernehmen, wenn sie mit dem Krankenhaus keinen Versorgungsvertrag geschlossen hat. In vielen Fällen sind Fachkliniken mit Akutbetten preiswerter, als eine örtliche Klinik.
</p>

<p>
	Wende Dich wegen der Begründung dafür an eine Fachklinik Deiner Wahl. Die wird Dir mit Argumenten helfen. Dein Vorteil: In diesen Klinken wirst Du genauso behandelt, als wenn Du dort zur Reha wärst. Zum Beispiel wirst Du in vielen Fachkliniken in Einzelzimmern untergebracht.
</p>

<p>
	Für eine Akut-Einweisung wegen Psoriasis bewilligen die Krankenkassen heutzutage nur 14 Tage. Wenn Du sicher bist, dass diese Zeit nicht ausreicht, solltest Du Dich für eine Fachklinik mit Akutbetten entscheiden. Das ist eine Reha-Klinik, die aber auch akute Fälle behandeln darf. Im Prinzip darf jede Akut-Klinik nach Abschluss einer zweiwöchigen Akutbehandlung eine „Anschluss-Heilbehandlung“ beantragen. Das wird gemacht, wenn Dir nach 14 Tagen Verweildauer noch nicht geholfen werden konnte. Aber in einer Fachklinik mit Akutbetten sind die Kosten pro Tag deutlich niedriger als in einem reinen Akut-Krankenhaus. Das erleichtert sicherlich die Entscheidung eines KassenmItarbeiters.
</p>

<p>
	Du hast grundsätzlich die freie Wahl des Akut-Krankenhauses. Das heißt: Du darfst Dich auch für eine Fachklinik mit Akutbetten irgendwo in Deutschland entscheiden, wobei Du die Fahrtkosten dann privat tragen musst.
</p>

<p>
	Wenn Dir das zu anstrengend ist, überzeuge Deinen Arzt, dass er Dich in ein Akut-Krankenhaus einweist.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Lass Dich nicht abwimmeln
</h2>

<p>
	Der andere Weg ist, einem abgelehnten Reha-Antrag zu widersprechen. Wenn Du diesen Weg gehen willst, lassen Dich von einer Ablehnung nicht beeindrucken. Schicke unbedingt innerhalb der angegebenen Frist Deinen Widerspruch ab. Dieser Widerspruch sollte aber gut begründet sein. Versuche nicht, den Widerspruch allein im stillen Kämmerchen zu formulieren. Reagiere nicht empört und mit rein gefühlsmäßigen Argumenten auf die Ablehnung.
</p>

<p>
	Ein Widerspruch muss immer fristgemäß erfolgen. Aber: Man darf auch ohne Begründung widersprechen, wenn man ankündigt, dass man die Argumente nachreicht. So hast Du noch nach dem Termin genug Zeit, fehlende Argumente oder Bestätigungen zu sammeln.
</p>

<p>
	Grundsätzlich gilt: Deine letzte Rehabilitationsmaßnahme muss nicht vier Jahre zurückliegen! Anträge können jederzeit gestellt werden, wenn es „aus gesundheitlichen Gründen dringend erforderlich ist“ (§40 SGB V bzw. §12 SGB VI), d.h. wenn Du einen schweren Psoriasis-Schub hast. Mit dem gleichen Argument kannst Du übrigens die normalerweise auf 20 Tage begrenzte Behandlungsdauer verlängern lassen. Es gibt Menschen mit Psoriasis oder Psoriasis arthritis, die jedes Jahr eine Reha-Maßnahme bewilligt bekommen.
</p>

<p>
	Du solltest versuchen, Deinen Widerspruch möglichst glaubhaft zu formulieren. Zum einen geht es darum, Deinen persönlichen Therapieverlauf und Deine persönliche Erkrankung darzulegen. Du solltest Dir den entsprechenden Paragraphen genau durchlesen. Versuche, entlang der Formulierungen im Gesetzestext zu begründen, welche der genannten Voraussetzungen genau bei Dir zutrifft, um Deine Krankheit in einer Reha-Klinik behandeln zu lassen. Beachte, nicht nur körperliche Einschränkungen zu benennen, sondern vor allem psychische und andere, die Deine Lebensqualität verschlechtern. Je mehr Du aufzählst, desto eindrucksvoller!
</p>

<h2>
	Reha-Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV)
</h2>

<p>
	Die DRV ist nur für Reha-Anträge von Arbeitnehmern zuständig. Das heißt: Sie bezahlt nur Klinikaufenthalte, durch die eine Erwerbsfähigkeit ermöglicht oder verbessert werden kann. Für Reha-Anträge, bei denen die Krankheit keinen Einfluss auf die Erwerbsfähigkeit hat oder der von Patienten gestellt wird, die nicht im Berufsleben stehen, sind die Krankenkassen zuständig.
</p>

<p>
	Für Reha-Anträge bei der DRV gilt § 10 im Sozialgesetzbuch VI. Da heißt es:
</p>

<p>
	(1) Für Leistungen zur Teilhabe haben Versicherte die persönlichen Voraussetzungen erfüllt,
</p>

<p style="margin-left: 40px;">
	1. deren Erwerbsfähigkeit wegen Krankheit oder körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung erheblich gefährdet oder gemindert ist und
</p>

<p style="margin-left: 40px;">
	2. bei denen voraussichtlich
</p>

<p style="margin-left: 80px;">
	a) bei erheblicher Gefährdung der Erwerbsfähigkeit eine Minderung der Erwerbsfähigkeit durch Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder zur Teilhabe am Arbeitsleben abgewendet werden kann,
</p>

<p style="margin-left: 80px;">
	b) bei geminderter Erwerbsfähigkeit diese durch Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder zur Teilhabe am Arbeitsleben wesentlich gebessert oder wiederhergestellt oder hierdurch deren wesentliche Verschlechterung abgewendet werden kann,
</p>

<p style="margin-left: 80px;">
	c) bei teilweiser Erwerbsminderung ohne Aussicht auf eine wesentliche Besserung der Erwerbsfähigkeit der Arbeitsplatz durch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erhalten werden kann.
</p>

<p>
	Die Deutsche Rentenversicherung unterhält eigene Reha-Einrichtungen, die vorrangig belegt werden. Sofern der Sparkurs überhaupt noch andere Zuweisungen erlaubt, wird das Angebot der Vertragskliniken genau geprüft. Wenn Du in eine Fachklinik willst, in der Du schon einmal warst, begründe Deinen Wunsch (Zum Beispiel: „Hat mir sehr gut geholfen. War so und so lange seitdem erscheinungsfrei.“)
</p>

<h2>
	Reha-Antrag bei der Krankenkasse
</h2>

<p>
	Die Krankenkassen sind für Reha-Anträge zuständig, die von Patienten gestellt werden, die nicht im Berufsleben stehen bzw. von Arbeitnehmern, bei denen die Krankheit keinen Einfluss auf die Erwerbsfähigkeit hat. Die DRV dagegen ist nur für Reha-Anträge von Arbeitnehmern zuständig,. Sie bezahlt also nur Klinikaufenthalte, durch die eine Erwerbsfähigkeit ermöglicht oder verbessert werden kann. Da zwischen Renten- und Krankenversicherungen keine Abgrenzungsrichtlinien vereinbart wurden, gibt es einen ärztlichen Ermessensspielraum.
</p>

<p>
	Für Reha-Anträge bei der Krankenkasse gilt §40 im Sozialgesetzbuch V. Da heißt es sinngemäß: Reicht eine Krankenbehandlung nicht aus, erbringt die Krankenkasse aus medizinischen Gründen erforderliche Rehabilitationsleistungen in Rehabilitationseinrichtungen. Die Krankenversicherung muss zahlen, wenn die Reha anstelle einer sonst erforderlichen Krankenbehandlung verordnet wird. Ist eine Reha-Maßnahme nur im Ausland (außer Davos) möglich, muss ebenfalls die Krankenkasse angesprochen werden. Die Rentenversicherung zahlt (noch) keine Aufenthalte am Toten Meer (Ausnahme: DRV Mitteldeutschland). Willst Du eine Klimakur am Toten Meer von der Krankenkasse bezahlt bekommen, solltest Du Dich bei einem der Reiseveranstalter genau vorher erkundigen. Auch die wissen, wie man gegenüber der Kasse argumentieren muss.
</p>

<p>
	Die gesetzlichen Krankenkassen überlassen die Wahl der Einrichtung gewöhnlich dem Arzt, der eine stationäre Rehabilitation empfiehlt und deren Notwendigkeit medizinisch begründet. Dabei sollte er Wünsche des Patienten selbstverständlich berücksichtigen. Wenn Du in eine Fachklinik willst, in der Du schon einmal warst, begründe Deinen Wunsch (Zum Beispiel: „Hat mir sehr gut geholfen. War so und so lange seitdem erscheinungsfrei.“) Du kannst auch mit den Unterbringungskosten argumentieren, die meist deutlich niedriger sind als in einer wohnortnahen Klinik.
</p>

<h2>
	Persönliche Behandlungsnotwendigkeit (DRV- bzw. Kassen-Antrag)
</h2>

<p>
	Formuliere eine persönliche Begründung: Du kennst Deine Krankheitsgeschichte selbst am besten. Schildere ausführlich, wie Du körperlich und psychisch unter Deiner Krankheit leidest. Wie beeinflusst die Krankheit Deinen Alltag, Dein Berufsleben, Deine sozialen Kontakte und Partnerbeziehungen? Sehr hilfreich ist es auch, ein psychologisches Gutachten beizufügen. Das bekommt man von einer Therapeutin schon nach einigen Sitzungen.
</p>

<p>
	Bitte zum anderen den behandelnden Arzt, Deinen Zustand sehr genau zu diagnostizieren. Mit zu kurzen Begründungen gibt es erfahrungsgemäß Probleme.
</p>

<p>
	Das ärztliche Attest sollte aufzählen, welche bisherigen Therapien langfristig erfolglos waren:
</p>

<ul>
	<li>
		Was wurde in den vergangenen zwölf Monaten alles unternommen?
	</li>
	<li>
		Wie lautet das Ergebnis der Therapien?
	</li>
	<li>
		Weshalb sind die ambulanten Möglichkeiten ausgeschöpft?
	</li>
</ul>

<p>
	Im Einzelnen könnten folgende Aussagen getroffen werden:
</p>

<ul>
	<li>
		Trotz regelmäßiger Behandlung mit …. besteht weiterhin ein ausgedehnter Hautbefund von etwa … Prozent der Körperoberfläche.
	</li>
	<li>
		Auch bei zunächst erfolgreichen ambulanter Therapien halten die einigermaßen beschwerdefreien Intervalle immer nur kurzzeitig an und kehren hartnäckig wieder zurück.
	</li>
	<li>
		In den vergangenen zwei Jahren war außerdem eine akut-stationäre Krankenhausbehandlung notwendig.
	</li>
	<li>
		Eine bereits früher in Anspruch genommene medizinische Reha-Leistung liegt zwar noch keine vier Jahre zurück, ist aber dringend wieder erforderlich.
	</li>
	<li>
		Die Patientin war aufgrund Ihrer Krankheit mehrfach und langfristig arbeitsunfähig.
	</li>
	<li>
		Eine Gelenkbeteiligung schränkt zusätzlich die Fähigkeit zu den normalen Alltagsaktivitäten ein.
	</li>
	<li>
		Der Patient neigt dazu, seine Krankheit resignativ aufzufassen und muss unbedingt angeregt werden, aktiv mitzuhelfen, die Krankheit zu bewältigen (“Compliance“).
	</li>
	<li>
		Die Patientin leidet psychisch darunter, dass ihre Krankheit nicht zurückgeht. Sie neigt dazu, sich depressiv zu verhalten, ist ängstlich und isoliert sich vom gesellschaftlichen Leben und äußerst vermehrt Selbstmordgedanken.
	</li>
</ul>

<p>
	Lass Dich eventuell zusätzlich von professionellen und erfahrenen Sozial-Experten helfen. Die sitzen in den Patientenberatungsstellen oder den Fachkliniken. Näheres erfrähst Du zum Beispiel bei der <a href="https://patientenberatung.de/de" rel="external nofollow">Unabhängigen Patientenberatung</a>. Wenn Du schon weißt, in welche Reha-Klinik Du willst, solltest Du dort anrufen. Die Klinik berät Dich, was im Widerspruch stehen sollte, denn dort weiß man am besten, auf welche Fachbegriffe es bei Deiner Krankheit ankommt.
</p>

<p>
	Manche Leute suchen sich gleich einen Anwalt. Beim <a href="https://medizinrechtsanwaelte.de/" rel="external nofollow">Verein Medizinrechtsanwälte e.V.</a> werden kostenlos Anwälte genannt, die sich auf Sozialrecht spezialisiert haben. Die gleiche Auskunft erhältst Du auch bei der örtlichen Anwaltskammer. Die Rechtsschutzversicherung deckt „vorgerichtliche“ Kosten zum Beispiel für Beratungsgespräche beim Anwalt <em>nicht</em> ab.
</p>

<h2>
	Medizinische Dienste oft ohne Fachärzte
</h2>

<p>
	Nicht alle Antragsteller werden noch persönlich begutachtet. Viele Fälle werden nur noch am Schreibtisch entschieden. Rentenversicherung bzw. Krankenkasse haben eigene Mediziner, die Reha-Anträge prüfen. Das erledigen der Sozialmedizinische Dienst (SMD) oder ein Vertrauensarzt der Rentenversicherung bzw. der Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Die Versicherung muss sich nicht an die Stellungnahme des Gutachters halten.
</p>

<p>
	Es ist ein Widerspruchsgrund, wenn Du nur nach Aktenlage oder von einem fachfremden Arzt begutachtet worden bist! Bist Du von einem Dermatologen bzw. Rheumatologen oder Orthopäden untersucht worden? Gutachter anderer Fachrichtungen haben nur wenig Erfahrung mit Psoriasis bzw. Psoriasis Arthritis. Du darfst ein Obergutachten von einem Facharzt verlangen.
</p>

<h2>
	Nicht abschrecken lassen vom Reha-Vertragsarzt
</h2>

<p>
	Seit dem 1. April 2007 müssen eigentlich alle Patienten, die bei der gesetzlichen Krankenkasse eine Reha-Leistung beantragen wollen, zu einem dafür speziell ausgebildeten „Reha-Vertragsarzt“ gehen. Nur der darf offiziell die medizinische Begründung für den Antrag formulieren.
</p>

<p>
	Aber die meisten der niedergelassenen Ärzte haben diese – immerhin gesetztiche! – Regelung erfolgreich boykottiert, so dass Du weiterhin Ihren Reha-Antrag vom behandelnden Dermatologen oder Rheumatologen ausfüllen lassen kannst.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1231</guid><pubDate>Tue, 31 Mar 2009 05:53:00 +0000</pubDate></item><item><title>Wegen Psoriasis ins Krankenhaus: So funktioniert die Einweisung</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/wegen-psoriasis-ins-krankenhaus-so-funktioniert-die-einweisung-r1219/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2023_04/krankenhaus-einweisung-psoriasis.jpg.55cd44609f5b5a844b5f100929da1c3b.jpg" /></p>
<p>
	<strong>In diesem Ratgeber erklären wir, wann eine Einweisung in die Klinik bei Schuppenflechte nötig ist und welche Rechte du hast. Wir nennen Argumente für das Gespräch mit der Krankenkasse.</strong>
</p>

<h2>
	Wann solltest Du Dich stationär behandeln lassen?
</h2>

<p>
	“Stationär“ heißt, dass Du Deine Psoriasis nicht zu Hause oder (ambulant) beim Hautarzt behandeln lässt, sondern für eine umfassende Therapie in eine Klinik eingewiesen werden musst. Entweder mit Übernachtung oder Du bleibst nicht über Nacht und wirst auf einer sogenannten Tagesstation behandelt.
</p>

<p>
	Anerkannte Gründe können sein
</p>

<ul>
	<li>
		Deine Psoriasis wird nicht besser, obgleich Du zu Hause alles tust, was der Hautarzt empfohlen hat.
	</li>
	<li>
		Eine ambulante Therapie (z.B. Bestrahlung) verbessert Deine Haut oder Deine Gelenke nicht mehr.
	</li>
	<li>
		Der Arzt empfiehlt Dir eine Therapie, die nicht in der Nähe Deines Wohnorts ambulant angeboten wird.
	</li>
	<li>
		Die Therapie soll und muss mit weiteren Maßnahmen kombiniert werden – zum Beispiel mit einer Patientenschulung, mit psychologischer Betreuung, einer Diät o.ä.
	</li>
	<li>
		Es ist Dir nicht zuzumuten, Dich weiterhin ambulant behandeln zu lassen, z.B. weil Du keine starken Medikamente einnehmen willst (bei Kinderwunsch), der Weg zur Behandlung zu weit ist oder Du Deine Kinder nur sehr umständlich unterbringen kannst.
	</li>
</ul>

<p>
	Je nachdem, wie dringlich es ist, kannst Du entweder akut in ein Krankenhaus eingewiesen werden oder langfristig einen Rehabilitations-Antrag stellen.
</p>

<h2>
	Wie kommst Du schnell in eine Klinik?
</h2>

<p>
	Grundsätzlich darf jeder Arzt eine Krankenhausbehandlung anordnen. Es sollte, muss aber nicht ein Facharzt sein, wie z.B. ein Hautarzt, ein Rheumatologe oder ein Orthopäde. Die Einweisung kann erfolgen, wenn
</p>

<ul>
	<li>
		die Schuppenflechte zur Zeit sehr ausgeprägt ist,
	</li>
	<li>
		sie sich in nächster Zeit drastisch zu verschlimmern droht,
	</li>
	<li>
		der Arzt mit ambulanter Behandlung nicht weiterkommt oder
	</li>
	<li>
		andere dringende Gründe vorliegen.
	</li>
</ul>

<p>
	Die Krankenkassen fordern, dass zuvor alle zumutbaren Möglichkeiten einer ambulanten Therapie ausgeschöpft wurden. Sei auf entsprechende Fragen vorbereitet und schreib auf, was Du bisher schon vergeblich versucht hast.
</p>

<p>
	Grundsätzlich ist der Arzt verpflichtet, Dich in das „nächst erreichbare und geeignete“ Krankenhaus in Wohnortnähe einzuweisen. Dieses Krankenhaus muss als Akut-Krankenhaus von der Krankenkasse zugelassen sein (§ 108 SGB V). Lass Dich erst einweisen, wenn Du Dir eine Klinik ausgesucht hast und sicher bist, dass es freie Plätze gibt. Frage in der Klinik, ob sie Probleme wegen der Kostenübernahme durch Deine Krankenkasse sieht. Es gibt immer wieder aktuelle Konflikte zwischen einzelnen Kassen und einzelnen Kliniken.
</p>

<p>
	Der Arzt darf auch eine stationäre Behandlung direkt in einer Rehabilitations-Klinik mit Akutbetten anordnen. Einige Kliniken in den Kurorten dürfen Patienten mit Krankenhaus-Einweisung aufnehmen (zugelassen nach § 108 + § 111 SGB V). Sie werden dann genau so behandelt und untergebracht, wie ein „Kurgast“. Das ist meist kein Problem, wenn Du im Einzugsbereich der Klinik wohnst.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis bei Anträgen und anderen Rechtsfragen findest Du in unserer Forums-Rubrik <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/128-rechtliches-und-soziales/" rel=""><u><b>"Rechtliches und Soziales"</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<p>
	Die Kasse darf eine Behandlung in einer weiter entfernten Klinik genehmigen, muss es aber nicht. Es hängt davon ab, ob Du oder Deine Arzt gute Argumente vortragen. Das kann zum einen das breitere Therapiekonzept der Klinik sein oder dass Du dort schon vorher erfolgreich therapiert wurdest. Außerdem sind die Kosten dort meist niedriger als in wohnortnahen Kliniken.
</p>

<p>
	Wenn Du bereit bist, die Anreise zu bezahlen, ist Deine Kasse vermutlich eher geneigt, die Behandlung dort zu finanzieren. Hast Du Dir eine weiter entfernte Akutfachklinik ausgesucht, lass Dir von dort direkt helfen. Rufe dort an. Bitte darum, Dir oder Deinem Arzt entsprechende Unterlagen zuzuschicken, um die Krankenkasse zu überzeugen. Die Reha-Kliniken mit Akutbetten wissen am besten, auf welche Argumente die Krankenkasse reagiert.
</p>

<p>
	Der Arzt darf eine reine Reha-Klinik zur Akutbehandlung empfehlen (zugelassen nach § 111 SGB V), wenn diese besser auf Psoriasis spezialisiert ist als die nächstgelegene Akutklinik. Das ist der Fall, wenn die Klinik z.B. ein umfassendes Behandlungskonzept hat, gleichzeitig Haut und Gelenke behandelt oder außergewöhnliche Behandlungsmöglichkeiten hat (Excimer-Laser, Interferenzstromgerät, UV-freie Lichttherapie o.ä.). Ein Argument könnte auch sein, dass Alleinerziehende ihr Kind mitbringen können. Eine Kostenübernahme ist nur erlaubt als Ausnahmereglung (§ 40 Abs.4 SGB V).
</p>

<p>
	Privatversicherte müssen sich vor jeder Krankenhauseinweisung eine Leistungszusage von Deiner Kasse einholen.
</p>

<h2>
	Darf die Kasse eine Akut-Einweisung ablehnen?
</h2>

<p>
	Viele gesetzliche Krankenkassen stehen unter starkem finanziellen Druck. Sie versuchen vieles, um eine teure Klinikeinweisung abzuwenden. Lass Dich nicht einschüchtern! Lass Dir direkt und persönlich die Kostenübernahme für den Krankenhausaufenthalt bei Deiner Kasse bestätigen. Wenn Du das per Post machst, riskierst Du einen zeitaufwendigen Schriftverkehr. Von Angesicht zu Angesicht und mit deutlichem Hinweis auf die Rechtslage wird Dir Deine Kasse den Stempel nicht versagen können. Bereite Dich gut vor und nimm Dir ruhig jemanden mit, der Dich dabei unterstützt.
</p>

<p>
	Nur der einweisende Arzt entscheidet, ob eine stationäre Behandlung medizinisch notwendig ist. Es ist immer besser, wenn das ein Facharzt ist, in unserem Fall ein Hautarzt. Mit dieser ärztlichen Krankenhauseinweisung („roter Schein“) hast Du Anspruch auf (voll-)stationäre Behandlung in einem zugelassenen Krankenhaus. Als „Zweitgutachter“ tritt dann das Krankenhaus auf. Es prüft, ob die Einweisung medizinisch notwendig ist, weil das Behandlungsziel z.B. nicht durch teilstationäre, vor- und nachstationäre oder ambulante Behandlung einschließlich häuslicher Krankenpflege erreicht werden kann (§ 39 SGB V).
</p>

<p>
	Die Krankenkasse darf die Kostenübernahme nicht verweigern, weil sie den Krankenhausaufenthalt medizinisch bezweifelt oder sich für unzuständig erklärt. Die Kasse darf nur prüfen nur, ob das angeordnete Krankenhaus „zugelassen“ ist und die Kasse entsprechende Verträge mit dem Krankenhaus geschlossen hat. Trotzdem gibt es Kassen, die ihre Sachbearbeiterinnen anders anweisen.
</p>

<h2>
	Übliche Abwimmel-Versuche
</h2>

<h3>
	Argument 1: Erstmal zur ambulanten Behandlung
</h3>

<p>
	Es wird behauptet, Psoriasis könnte rein ambulant behandelt werden oder Du hättest noch nicht alle ambulanten Möglichkeiten ausgenutzt.<br>
	<strong>Das ist die Rechtlage</strong>: Es steht einer Verwaltungskraft nicht zu, Deine bisherigen Therapieversuche medizinisch zu bewerten.
</p>

<h3>
	Argument 2: Erstmal zum MDK
</h3>

<p>
	Es wird verlangt, dass Du Dir beim Medizinischen Dienst (MDK) einen Termin geben lässt, um die Einweisung des Arztes zu begutachten.<br>
	<strong>Das ist die Rechtlage</strong>: Es gehört zwar zu den Aufgaben des MDK zu prüfen, ob eine Kassenleistung notwendig ist. Die Krankenhausbehandlung gehört aber ganz eindeutig nicht dazu (§ 275 SGB V). Nur wenn der begründete Verdacht besteht, dass Du Dir eine Leistung erschleichen willst,  darf der MDK eingeschaltet werden.
</p>

<p>
	Handelt es sich nicht um eine Krankenhauseinweisung, sondern hast Du einen Rehabilitations-Antrag (§ 40 SGB V) gestellt, dann darf der MDK Deinen Zustand sehr wohl medizinisch überprüfen.
</p>

<h3>
	Argument 3: Nicht zuständig
</h3>

<p>
	<strong>Abwimmel-Argument 3</strong>: Es wird erklärt, die Kasse sei für die stationäre Behandlung der Psoriasis überhaupt nicht zuständig. Arbeitnehmer müssten ihren Antrag beim Rentenversicherungsträger stellen. Bei der Psoriasis-Therapie würde es sich um eine Rehabilitation handeln, um die Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen.<br>
	<strong>Das ist die Rechtlage</strong>: Die Kasse ist zuständig für alle akuten Fälle, in denen Du sofort behandelt werden musst. Wenn Du langfristig eine Reha-Maßnahme beantragst, dann wird bei Arbeitnehmern geprüft, ob die Rentenversicherung oder die Krankenversicherung zuständig ist. Erklärt der Arzt, durch die Psoriasis würde Deine Erwerbsfähigkeit nicht gemindert werden, ist weiterhin die Krankenversicherung zuständig. Nur Kinder, Hausfrauen und Rentner beantragen ihre Kuren immer bei der Krankenkasse.
</p>

<p>
	Die Rechtslage ist klar, wird aber von einigen Krankenkassen missachtet, um die Betroffenen einzuschüchtern. Bedenke, dass Du kein Bittsteller bist. Du zahlst meist seit Jahren Beiträge in die Krankenversicherung ein. Deshalb steht es Dir zu, diejenigen gesetzlichen Leistungen zu beanspruchen, die für Dich persönlich medizinisch notwendig sind. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!
</p>

<p>
	Privatkassen verweisen meist darauf, dass es sich bei der stationären Psoriasis-Behandlung um eine Reha-Maßnahme handelt, die nicht sie, sondern die Rentenversicherung zu zahlen habe. Versicherte sollten sich trotzdem nicht abwimmeln lassen. Bei einem „akuten“ Psoriasisschub muss schnell gehandelt werden, damit sich die Krankheit nicht verschlimmert. Und das dürfen nur der Arzt und das Krankenhaus entscheiden, nicht aber eine Verwaltungsangestellte.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-envelope" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Wissen und Tipps</span></b> für Dein Leben mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/newsletter-bestellen" rel=""><u><b>Meld dich für unsere Newsletter an</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Widerspruch
</h2>

<p>
	Es gibt Krankenkassen, die grundsätzlich erst einmal eine Kostenübernahme verweigern. Lege sofort schriftlich Widerspruch ein. Nimm unsere Argumente als Grundlage. Setze der Krankenkasse eine kurze Frist (eine Woche) und drohe allgemein „juristische Schritte“ an.
</p>

<h2>
	Beraten lassen
</h2>

<p>
	Bevor Du unnötig Geld ausgist, lass Dich von Fachleuten beraten:
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://patientenberatung.de/" rel="external nofollow">Unabhängige Patientenberatung Deutschland</a> (UPD), deutschlandweites Beratungstelefon: 0800 011 77 22
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.sovd.de/sozialberatung/beratung-gesundheit-krankenversicherung-gkv-reha" rel="external nofollow">Patientenberatung beim Sozialverband Deutschland e.V.</a> (SoVD), Telefon 030 / 72 62 22 0, E-Mail: <a href="mailto:kontakt@sovd.de" rel="">kontakt@sovd.de</a>
	</li>
</ul>

<h2>
	Gesetzliche Regelungen, die im Text angesprochen worden sind
</h2>

<h3>
	SGB 5 § 39 Krankenhausbehandlung
</h3>

<p>
	(1) Die Krankenhausbehandlung wird vollstationär, teilstationär, vor- und nachstationär (§ 115a) sowie ambulant (§ 115b) erbracht. Versicherte haben Anspruch auf vollstationäre Behandlung in einem zugelassenen Krankenhaus (§ 108), wenn die Aufnahme nach Prüfung durch das Krankenhaus erforderlich ist, weil das Behandlungsziel nicht durch teilstationäre, vor- und nachstationäre oder ambulante Behandlung einschließlich häuslicher Krankenpflege erreicht werden kann. Die Krankenhausbehandlung umfasst im Rahmen des Versorgungsauftrags des Krankenhauses alle Leistungen, die im Einzelfall nach Art und Schwere der Krankheit für die medizinische Versorgung der Versicherten im Krankenhaus notwendig sind, insbesondere ärztliche Behandlung (§ 28 Abs. 1), Krankenpflege, Versorgung mit Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln, Unterkunft und Verpflegung; die akutstationäre Behandlung umfasst auch die im Einzelfall erforderlichen und zum frühest möglichen Zeitpunkt einsetzenden Leistungen zur Frührehabilitation.
</p>

<p>
	(2) Wählen Versicherte ohne zwingenden Grund ein anderes als ein in der ärztlichen Einweisung genanntes Krankenhaus, können ihnen die Mehrkosten ganz oder teilweise auferlegt werden.
</p>

<p>
	(3) Die Landesverbände der Krankenkassen, die Verbände der Ersatzkassen, die Bundesknappschaft und die See-Krankenkasse gemeinsam erstellen unter Mitwirkung der Landeskrankenhausgesellschaft und der Kassenärztlichen Vereinigung ein Verzeichnis der Leistungen und Entgelte für die Krankenhausbehandlung in den zugelassenen Krankenhäusern im Land oder in einer Region und passen es der Entwicklung an (Verzeichnis stationärer Leistungen und Entgelte). Dabei sind die Entgelte so zusammenzustellen, dass sie miteinander verglichen werden können. Die Krankenkassen haben darauf hinzuwirken, dass Vertragsärzte und Versicherte das Verzeichnis bei der Verordnung und Inanspruchnahme von Krankenhausbehandlung beachten.
</p>

<p>
	(4) Versicherte, die das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben, zahlen vom Beginn der vollstationären Krankenhausbehandlung an innerhalb eines Kalenderjahres für längstens 14 Tage 9 Euro je Kalendertag an das Krankenhaus, das diesen Betrag an die Krankenkasse weiterleitet. Die innerhalb des Kalenderjahres bereits an einen Träger der gesetzlichen Rentenversicherung geleistete Zahlung nach § 32 Abs. 1 Satz 2 des Sechsten Buches sowie die nach § 40 Abs. 5 Satz 2 geleistete Zahlung sind auf die Zahlung nach Satz 1 anzurechnen.
</p>

<p>
	(5) Die See-Krankenkasse kann für kranke Seeleute, die ledig sind und keinen Haushalt haben, über den Anspruch nach Absatz 1 hinaus Unterkunft und Verpflegung in einem Seemannsheim erbringen. Absatz 4 gilt.
</p>

<h3>
	SGB 5 § 40 Leistungen zur medizinischen Rehabilitation
</h3>

<p>
	(1) Reicht bei Versicherten eine ambulante Krankenbehandlung nicht aus, um die in § 11 Abs. 2 beschriebenen Ziele zu erreichen, kann die Krankenkasse aus medizinischen Gründen erforderliche ambulante Rehabilitationsleistungen in Rehabilitationseinrichtungen, für die ein Versorgungsvertrag nach § 111 besteht, oder, soweit dies für eine bedarfsgerechte, leistungsfähige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten mit medizinischen Leistungen ambulanter Rehabilitation erforderlich ist, in wohnortnahen Einrichtungen erbringen.
</p>

<p>
	(2) Reicht die Leistung nach Absatz 1 nicht aus, kann die Krankenkasse stationäre Rehabilitation mit Unterkunft und Verpflegung in einer Rehabilitationseinrichtung erbringen, mit der ein Vertrag nach § 111 besteht.
</p>

<p>
	(3) Die Krankenkasse bestimmt nach den medizinischen Erfordernissen des Einzelfalls Art, Dauer, Umfang, Beginn und Durchführung der Leistungen nach den Absätzen 1 und 2 sowie die Rehabilitationseinrichtung nach pflichtgemäßem Ermessen. Leistungen nach Absatz 1 sollen für längstens 20 Behandlungstage, Leistungen nach Absatz 2 für längstens drei Wochen erbracht werden, es sei denn, eine Verlängerung der Leistung ist aus medizinischen Gründen dringend erforderlich. Satz 2 gilt nicht, soweit die Spitzenverbände der Krankenkassen gemeinsam und einheitlich nach Anhörung der für die Wahrnehmung der Interessen der ambulanten und stationären Rehabilitationseinrichtungen auf Bundesebene maßgeblichen Spitzenorganisationen in Leitlinien Indikationen festgelegt und diesen jeweils eine Regeldauer zugeordnet haben; von dieser Regeldauer kann nur abgewichen werden, wenn dies aus dringenden medizinischen Gründen im Einzelfall erforderlich ist. Leistungen nach den Absätzen 1 und 2 können nicht vor Ablauf von vier Jahren nach Durchführung solcher oder ähnlicher Leistungen erbracht werden, deren Kosten auf Grund öffentlich-rechtlicher Vorschriften getragen oder bezuschusst worden sind, es sei denn, eine vorzeitige Leistung ist aus medizinischen Gründen dringend erforderlich. § 23 Abs. 7 gilt entsprechend.
</p>

<p>
	(4) Leistungen nach den Absätzen 1 und 2 werden nur erbracht, wenn nach den für andere Träger der Sozialversicherung geltenden Vorschriften mit Ausnahme des § 31 des Sechsten Buches solche Leistungen nicht erbracht werden können.
</p>

<p>
	(5) Versicherte, die eine Leistung nach Absatz 1 oder 2 in Anspruch nehmen und das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben, zahlen je Kalendertag 9 Euro an die Einrichtung. Die Zahlungen sind an die Krankenkasse weiterzuleiten.
</p>

<p>
	(6) Versicherte, die das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben und eine Leistung nach Absatz 1 oder 2 in Anspruch nehmen, deren unmittelbarer Anschluss an eine Krankenhausbehandlung medizinisch notwendig ist (Anschlussrehabilitation), zahlen den sich nach § 39 Abs. 4 ergebenden Betrag für längstens 14 Tage je Kalenderjahr an die Einrichtung; als unmittelbar gilt der Anschluss auch, wenn die Maßnahme innerhalb von 14 Tagen beginnt, es sei denn, die Einhaltung dieser Frist ist aus zwingenden tatsächlichen oder medizinischen Gründen nicht möglich. Die innerhalb des Kalenderjahres bereits an einen Träger der gesetzlichen Rentenversicherung geleistete kalendertägliche Zahlung nach § 32 Abs. 1 Satz 2 des Sechsten Buches sowie die nach § 39 Abs. 4 geleistete Zahlung sind auf die Zahlung nach Satz 2 anzurechnen. Die Zahlungen sind an die Krankenkasse weiterzuleiten.
</p>

<p>
	(7) Die Spitzenverbände der Krankenkassen legen gemeinsam und einheitlich und unter Beteiligung der Arbeitsgemeinschaft nach § 282 (Medizinischer Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen) Indikationen fest, bei denen für eine medizinisch notwendige Leistung nach Absatz 2 die Zuzahlung nach Absatz 6 Satz 1 Anwendung findet, ohne dass es sich um Anschlussrehabilitation handelt. Vor der Festlegung der Indikationen ist den für die Wahrnehmung der Interessen der stationären Rehabilitation auf Bundesebene maßgebenden Organisationen Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben; die Stellungnahmen sind in die Entscheidung einzubeziehen.
</p>

<h3>
	SGB 5 § 108 Zugelassene Krankenhäuser
</h3>

<p>
	Die Krankenkassen dürfen Krankenhausbehandlung nur durch folgende Krankenhäuser (zugelassene Krankenhäuser) erbringen lassen: 1. Hochschulkliniken im Sinne des Hochschulbauförderungsgesetzes, 2. Krankenhäuser, die in den Krankenhausplan eines Landes aufgenommen sind (Plankrankenhäuser), oder 3. Krankenhäuser, die einen Versorgungsvertrag mit den Landesverbänden der Krankenkassen und den Verbänden der Ersatzkassen abgeschlossen haben.
</p>

<h3>
	Aufgaben des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen
</h3>

<h4>
	SGB 5 § 275 Begutachtung und Beratung
</h4>

<p>
	(1) Die Krankenkassen sind in den gesetzlich bestimmten Fällen oder wenn es nach Art, Schwere, Dauer oder Häufigkeit der Erkrankung oder nach dem Krankheitsverlauf erforderlich ist, verpflichtet,
</p>

<ol>
	<li>
		bei Erbringung von Leistungen, insbesondere zur Prüfung von Voraussetzungen, Art und Umfang der Leistung, sowie bei Auffälligkeiten zur Prüfung der ordnungsgemäßen Abrechnung,
	</li>
	<li>
		zur Einleitung von Leistungen zur Teilhabe, insbesondere zur Koordinierung der Leistungen und Zusammenarbeit der Rehabilitationsträger nach den §§ 10 bis 12 des Neunten Buches, im Benehmen mit dem behandelnden Arzt,
	</li>
	<li>
		bei Arbeitsunfähigkeit
	</li>
</ol>

<p style="margin-left: 80px;">
	a) zur Sicherung des Behandlungserfolgs, insbesondere zur Einleitung von Maßnahmen der Leistungsträger für die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, oder
</p>

<p style="margin-left: 80px;">
	b) zur Beseitigung von Zweifeln an der Arbeitsunfähigkeit eine gutachtliche Stellungnahme des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (Medizinischer Dienst) einzuholen.
</p>

<p>
	(1a) Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit nach Absatz 1 Nr. 3 Buchstabe b sind insbesondere in Fällen anzunehmen, in denen
</p>

<p style="margin-left: 40px;">
	a) Versicherte auffällig häufig oder auffällig häufig nur für kurze Dauer arbeitsunfähig sind oder der Beginn der Arbeitsunfähigkeit häufig auf einen Arbeitstag am Beginn oder am Ende einer Woche fällt oder
</p>

<p style="margin-left: 40px;">
	b) die Arbeitsunfähigkeit von einem Arzt festgestellt worden ist, der durch die Häufigkeit der von ihm ausgestellten Bescheinigungen über Arbeitsunfähigkeit auffällig geworden ist.
</p>

<p>
	Die Prüfung hat unverzüglich nach Vorlage der ärztlichen Feststellung über die Arbeitsunfähigkeit zu erfolgen. Der Arbeitgeber kann verlangen, dass die Krankenkasse eine gutachtliche Stellungnahme des Medizinischen Dienstes zur Überprüfung der Arbeitsunfähigkeit einholt. Die Krankenkasse kann von einer Beauftragung des Medizinischen Dienstes absehen, wenn sich die medizinischen Voraussetzungen der Arbeitsunfähigkeit eindeutig aus den der Krankenkasse vorliegenden ärztlichen Unterlagen ergeben.
</p>

<p>
	(1b) Der Medizinische Dienst überprüft bei Vertragsärzten, die nach § 106 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 geprüft werden, stichprobenartig und zeitnah Feststellungen der Arbeitsunfähigkeit. Die in § 106 Abs. 2 Satz 4 genannten Vertragspartner vereinbaren das Nähere.
</p>

<p>
	(2) Die Krankenkassen haben durch den Medizinischen Dienst prüfen zu lassen
</p>

<ol>
	<li>
		die Notwendigkeit der Leistungen nach den §§ 23, 24, 40 und 41 unter Zugrundelegung eines ärztlichen Behandlungsplans vor Bewilligung und bei beantragter Verlängerung; die Spitzenverbände der Krankenkassen können gemeinsam und einheitlich Ausnahmen zulassen, wenn Prüfungen nach Indikation und Personenkreis nicht notwendig erscheinen; dies gilt insbesondere für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung (Anschlussheilbehandlung),
	</li>
	<li>
		(entfällt),
	</li>
	<li>
		bei Kostenübernahme einer Behandlung im Ausland, ob die Behandlung einer Krankheit nur im Ausland möglich ist (§ 18),
	</li>
	<li>
		ob und für welchen Zeitraum häusliche Krankenpflege länger als vier Wochen erforderlich ist (§ 37 Abs. 1),
	</li>
	<li>
		ob Versorgung mit Zahnersatz aus medizinischen Gründen ausnahmsweise unaufschiebbar ist (§ 27 Abs. 2).
	</li>
</ol>

<p>
	(3) Die Krankenkassen können in geeigneten Fällen durch den Medizinischen Dienst prüfen lassen
</p>

<ol>
	<li>
		die medizinischen Voraussetzungen für die Durchführung der kieferorthopädischen Behandlung (§ 29),
	</li>
	<li>
		vor Bewilligung eines Hilfsmittels, ob das Hilfsmittel erforderlich ist (§ 33); der Medizinische Dienst hat hierbei den Versicherten zu beraten; er hat mit den Orthopädischen Versorgungsstellen zusammenzuarbeiten,
	</li>
	<li>
		bei Dialysebehandlung, welche Form der ambulanten Dialysebehandlung unter Berücksichtigung des Einzelfalls notwendig und wirtschaftlich ist.
	</li>
</ol>

<p>
	(3a) Ergeben sich bei der Auswertung der Unterlagen über die Zuordnung von Patienten zu den Behandlungsbereichen nach § 4 der Psychiatrie-Personalverordnung in vergleichbaren Gruppen Abweichungen, so können die Landesverbände der Krankenkassen und die Verbände der Ersatzkassen die Zuordnungen durch den Medizinischen Dienst überprüfen lassen; das zu übermittelnde Ergebnis der Überprüfung darf keine Sozialdaten enthalten.
</p>

<p>
	(4) Die Krankenkassen und ihre Verbände sollen bei der Erfüllung anderer als der in Absatz 1 bis 3 genannten Aufgaben im notwendigen Umfang den Medizinischen Dienst zu Rate ziehen, insbesondere für allgemeine medizinische Fragen der gesundheitlichen Versorgung und Beratung der Versicherten, für Fragen der Qualitätssicherung, für Vertragsverhandlungen mit den Leistungserbringern und für Beratungen der gemeinsamen Ausschüsse von Ärzten und Krankenkassen, insbesondere der Prüfungsausschüsse.
</p>

<p>
	(5) Die Ärzte des Medizinischen Dienstes sind bei der Wahrnehmung ihrer medizinischen Aufgaben nur ihrem ärztlichen Gewissen unterworfen. Sie sind nicht berechtigt, in die ärztliche Behandlung einzugreifen.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1219</guid><pubDate>Mon, 30 Mar 2009 22:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Nach der Reha: Wie Du die guten Vors&#xE4;tze im Alltag mit Psoriasis wirklich umsetzt</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/rehaergebnisse/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2025_08/motivation-aufraffen.jpg.327bcdce3eee9122cc92094f8d086717.jpg" /></p>
<p style="text-align: center;">
	In der Reha fühlst Du Dich stark und motiviert. Du hast gelernt, was Deiner Haut und Deinen Gelenken guttut. Doch zurück im Alltagstrott verpufft die Energie schnell. Wir zeigen Dir, wie Du die Erfolge aus der Reha rettest und zu einem klugen Manager Deiner eigenen Gesundheit wirst.
</p>

<p>
	Wer mit Psoriasis oder Psoriasis arthritis eine Reha macht, erlebt oft eine positive Wende. Endlich Zeit für Dich, intensive Behandlungen, Sport ohne Alltagsstress und der Austausch mit anderen Betroffenen. Du nimmst Dir fest vor: Das alles will ich zu Hause weitermachen!
</p>

<p>
	Doch dann kommt der Alltag zurück: Der Job fordert Dich, die Familie braucht Dich und der Stresspegel steigt. Die regelmäßige Hautpflege, die Entspannungsübung am Abend, der Spaziergang am Mittag – all das scheint plötzlich unmöglich. Du bist damit nicht allein. Dieses "Loch" nach der Reha ist ein bekanntes Phänomen. Die gute Nachricht: Die moderne Forschung zeigt, dass der Langzeiterfolg weniger eine Frage eiserner Disziplin ist, sondern das Ergebnis eines guten Selbstmanagements.
</p>

<h2>
	Warum der Start zu Hause oft so schwerfällt
</h2>

<p>
	In der Reha lebst Du in einem geschützten Raum. Dein Tag ist strukturiert, die Mahlzeiten sind vorbereitet und Du bist voll auf Deine Gesundheit fokussiert. Zuhause übernimmst Du das Steuer wieder komplett selbst. Du bist Dein eigener "Therapie-Manager" – und zwar neben all den anderen Rollen, die Du im Leben hast.
</p>

<p>
	Gerade bei einer chronisch-entzündlichen Erkrankung wie der Psoriasis kommen besondere Herausforderungen dazu:
</p>

<p>
	<strong>Stress als Trigger</strong>: Der Alltagsstress kann neue Schübe auslösen, die Dich körperlich und seelisch zurückwerfen.
</p>

<p>
	<strong>Schmerz und Erschöpfung</strong>: An manchen Tagen machen Dir die Gelenkschmerzen (bei Psoriasis arthritis) oder eine allgemeine Erschöpfung (Fatigue) einen Strich durch die Rechnung.
</p>

<p>
	<strong>Der unsichtbare Aufwand</strong>: Die konsequente Basispflege der Haut oder die Zubereitung entzündungshemmender Mahlzeiten kostet Zeit, die im Alltag oft fehlt.
</p>

<p>
	Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, die in der Reha erlernten Strategien klug in Dein Leben zu integrieren und so eine hohe Adhärenz (Therapietreue) zu entwickeln.
</p>

<h2>
	Dein Plan für die Zeit danach: 7 konkrete Tipps
</h2>

<h3>
	Setze realistische Ziele: Weniger ist mehr
</h3>

<p>
	Du musst nicht das gesamte Reha-Programm 1:1 zu Hause fortführen. Das ist unrealistisch. Suche Dir für den Anfang ein oder zwei Dinge aus, die Dir am wichtigsten sind. Das ist der Kern von Adhärenz: Nicht stur Regeln befolgen, sondern gemeinsam mit Deinem Arzt vereinbarte Ziele so umsetzen, dass sie in Dein Leben passen.
</p>

<p>
	Ein Beispiel: Statt fünfmal pro Woche Sport reicht es vielleicht, zweimal pro Woche einen festen Termin für Bewegung einzuplanen und täglich einen kurzen Spaziergang zu machen.
</p>

<h3>
	Schaffe feste Routinen: Gib neuen Gewohnheiten ein Zuhause
</h3>

<p>
	Gewohnheiten geben Struktur und entlasten Deinen Willen. Kopple neue, gesunde Verhaltensweisen an bereits bestehende Routinen.
</p>

<p>
	Ein Beispiel: Die Entspannungsübung machst Du immer direkt nach dem Zähneputzen am Abend. Das Eincremen gehört zur Morgenroutine wie der erste Kaffee. Trage feste Termine für Sport in Deinen Kalender ein – so, als wären es wichtige Geschäftstermine.
</p>

<h3>
	Bleib in Bewegung – für Gelenke, Haut und Seele
</h3>

<p>
	Sport ist bei Psoriasis und Psoriasis arthritis Gold wert. Er wirkt nachweislich entzündungshemmend und baut Stress ab, was Deine gesamte Lebensqualität verbessert. Finde eine Sportart, die Dir Spaß macht und Deine Gelenke nicht überlastet. Wassergymnastik, Nordic Walking oder Radfahren sind oft gut geeignet.
</p>

<p>
	Wichtig: Höre auf Deinen Körper. An schlechten Tagen ist sanftes Dehnen besser als gar nichts.
</p>

<h3>
	Integriere die Ernährung in Deinen Alltag
</h3>

<p>
	Du musst Deine Ernährung nicht von heute auf morgen komplett umstellen. Beginne mit kleinen, nachhaltigen Schritten.
</p>

<p>
	Beispiel: Ersetze eine Mahlzeit pro Tag durch eine entzündungsfreundliche Alternative. Nimm Dir vor, jeden Tag zwei Handvoll Gemüse zu essen. Plane Deine Mahlzeiten für ein paar Tage im Voraus, um gesunde Einkäufe zu erleichtern.
</p>

<h3>
	Plane Dein Stressmanagement aktiv
</h3>

<p>
	Stress ist einer der größten Trigger für Psoriasis. Die Techniken aus der Reha wirken nur, wenn Du sie anwendest. Plane täglich 10-15 Minuten für eine bewusste Entspannungspause ein. Dies ist ein zentraler Baustein Deines Selbstmanagements.
</p>

<h3>
	Was tun bei einem Schub? Dein Notfallplan
</h3>

<p>
	Ein Schub ist kein persönliches Versagen, sondern Teil der Erkrankung. Gutes Selbstmanagement bedeutet, darauf vorbereitet zu sein.
</p>

<p>
	<strong>Plan anpassen, nicht aufgeben</strong>: Tausche Joggen gegen sanftes Dehnen. Halte an Deiner gesunden Ernährung fest, auch wenn es schwerfällt.
</p>

<p>
	<strong>Sei nachsichtig mit Dir</strong>: Akzeptiere, dass Du gerade weniger leistungsfähig bist. Genau diese Flexibilität stärkt Deine Therapietreue (Adhärenz) langfristig viel mehr als ein starrer Plan, der beim ersten Hindernis scheitert.
</p>

<h3>
	Nutze professionelle Unterstützung für den Langzeiterfolg
</h3>

<p>
	Die Forschung der letzten Jahre bestätigt eindeutig: Der Übergang gelingt am besten mit strukturierter Unterstützung. Frage Deinen Arzt oder den Sozialdienst in der Reha-Klinik gezielt nach Nachsorge-Programmen.
</p>

<p>
	<a href="https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Reha/Reha-Nachsorge/reha-nachsorge_node.html" rel="external nofollow">IRENA oder T-RENA – zwei Programme der Deutschen Rentenversicherung</a> – sind genau dafür gemacht, den Langzeiterfolg der Reha zu sichern. Sie helfen Dir, über mehrere Wochen berufsbegleitend am Ball zu bleiben und das Gelernte nachhaltig zu festigen.
</p>

<p>
	Vergiss das Bild vom "inneren Schweinehund", den Du besiegen musst. Sieh es lieber so: Du hast in der Reha gelernt, ein guter Manager für Deine Gesundheit zu sein. Mit klugen Routinen, Selbstmitgefühl bei Rückschlägen und der richtigen Unterstützung baust Du die Erfolge aus der Reha nachhaltig in Dein Leben ein – für mehr Wohlbefinden und eine höhere Lebensqualität.
</p>

<div>
	<h2>
		Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Artikel</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/sport-und-bewegung-bei-schuppenflechte/" rel="">Sport und Bewegung bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Schuppenflechte und Ernährung</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/ernaehrung/schuppenflechte-und-ernaehrung/" rel="">Diät-Formen, Experten, Tipps</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>News</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/psyche/stress-kann-schuppenflechte-ausloesen-%E2%80%93-forscher-finden-neuen-beweis-r1319/" rel="">Stress kann Schuppenflechte auslösen – Forscher finden neuen Beweis</a>
	</p>
</div>

<p style="text-align: right;">
	<i></i>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">196</guid><pubDate>Tue, 10 Aug 2004 04:26:00 +0000</pubDate></item><item><title>Haut oder Gelenke in der Reha pl&#xF6;tzlich schlechter? Das kann dahinterstecken</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/reha-kurkrise/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2025_08/kurkrise-reha-verschlechterung.jpg.8d84f6a80e7bb4a880dab3e4266b0a56.jpg" /></p>
<p>
	Du bist voller Hoffnung in deine Reha gestartet. Endlich drei Wochen intensive Behandlung für deine Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis. Doch nach ein paar Tagen passiert das Unerwartete: Deine Haut blüht plötzlich auf, der Juckreiz wird stärker oder die Gelenke schmerzen mehr als zuvor.
</p>

<p>
	Dieser Zustand kann sehr verunsichernd sein. Vielleicht hast du schon einmal den alten Begriff "Kurkrise" gehört. Wir erklären dir, was wirklich hinter einer solchen vorübergehenden Verschlechterung steckt und was du jetzt am besten tun solltest.
</p>

<h2>
	Warum reagiert der Körper manchmal mit einer Verschlechterung?
</h2>

<p>
	Eine medizinische Rehabilitation ist kein Wellness-Urlaub, sondern eine intensive Therapiephase. Dein Körper wird gezielt mit starken Reizen konfrontiert, um langfristig eine Besserung zu erreichen. Manchmal führt diese intensive Stimulation zu einer vorübergehenden Reaktion. Ärzte sprechen hier von einer Anpassungsreaktion oder auch Reha-Reaktion.
</p>

<p>
	Mögliche Gründe dafür sind:
</p>

<p>
	<strong>Intensive Hauttherapien</strong>: Behandlungen wie die Balneophototherapie (Baden in stark salzhaltigem Wasser mit anschließender UV-Bestrahlung) sind sehr wirksam, können die Haut aber anfangs reizen. Sie kann sich röten, spannen oder stärker jucken, bevor der Heilungsprozess einsetzt.
</p>

<p>
	<strong>Aktivierung des Stoffwechsels</strong>: Die Kombination aus Bewegung, spezieller Ernährung und Behandlungen kurbelt deinen gesamten Stoffwechsel und das Immunsystem an. Dieser "Neustart" kann sich kurzfristig durch eine Verschlechterung der Symptome bemerkbar machen.
</p>

<p>
	<strong>Muskulatur und Gelenke unter Belastung</strong>: Wenn du an einer Psoriasis arthritis leidest, sind Physiotherapie und Bewegung zentrale Bausteine der Reha. Es ist normal, dass Muskeln und Gelenke, die lange geschont wurden, auf das Training zunächst mit Schmerzen oder Schwellungen reagieren (ähnlich einem starken Muskelkater).
</p>

<p>
	<strong>Stress</strong>: Auch wenn die Reha helfen soll, bedeutet sie eine Umstellung: eine neue Umgebung, ein fester Zeitplan, viele neue Informationen und die ständige Auseinandersetzung mit der eigenen Erkrankung. Dieser Stress kann sich ebenfalls auf Haut und Gelenke auswirken.
</p>

<h2>
	Wichtig: Normale Reaktion von einer Komplikation unterscheiden
</h2>

<p>
	Eine leichte, vorübergehende Verschlechterung der Symptome, die meist in der ersten oder zu Beginn der zweiten Reha-Woche auftritt, ist oft unbedenklich und kann tatsächlich ein Zeichen sein, dass die Therapien anschlagen.
</p>

<p>
	Du solltest jedoch immer aufmerksam bleiben. Nicht jede Verschlechterung ist eine harmlose Anpassungsreaktion. Es könnte sich auch um eine Unverträglichkeit, eine Infektion oder eine zu hoch dosierte Behandlung handeln.
</p>

<p>
	Die wichtigste Regel lautet daher: Sprich jede Veränderung sofort an!
</p>

<h2>
	Was Du konkret tun kannst
</h2>

<p>
	Wenn du eine Verschlechterung bei dir bemerkst, verfalle nicht in Panik und brich die Therapie nicht eigenmächtig ab. Gehe stattdessen wie folgt vor:
</p>

<p>
	<strong>Beobachte genau</strong>: Was genau hat sich verändert? Sind es mehr rote Stellen, stärkere Schuppung, neuer Juckreiz oder eher Gelenkschmerzen? Wo am Körper tritt es auf?
</p>

<p>
	<strong>Dokumentiere es</strong>: Mache dir Notizen oder sogar Fotos mit deinem Handy. Das hilft dem Arzt, die Situation besser einzuschätzen.
</p>

<p>
	<strong>Informiere das Personal</strong>: Warte nicht bis zur nächsten regulären Visite. Sprich aktiv einen Arzt, eine Pflegekraft oder deinen Therapeuten an und schildere deine Beobachtungen.
</p>

<p>
	<strong>Frage nach</strong>: Frage den Arzt, ob es sich seiner Einschätzung nach um eine erwartbare Reaktion handelt oder ob der Therapieplan angepasst werden muss. Vielleicht wird eine Salbe geändert, die Dosis der UV-Bestrahlung reduziert oder eine physiotherapeutische Übung angepasst.
</p>

<p>
	Das medizinische Personal in einer Reha-Klinik kennt diese Reaktionen sehr gut. Offene Kommunikation ist der Schlüssel, damit deine Reha ein voller Erfolg wird. Oft stabilisiert sich der Zustand nach dieser anfänglichen Reaktion in der dritten Woche, und du verlässt die Reha mit einem deutlich besseren Gefühl, als du gekommen bist.
</p>

<div>
	<h2>
		Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/47-kliniken/" rel="">Erfahrungen mit Kliniken bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/38-der-weg-in-die-klinik-und-zur-reha/" rel="">Erfahrungen mit Antrag und Einweisung</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Gruppen</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/clubs/" rel="">Tipps und Erfahrungen von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis vor Ort</a><i></i>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">195</guid><pubDate>Mon, 28 Jun 2004 04:49:00 +0000</pubDate></item></channel></rss>
