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<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Neues &#xFC;ber Schuppenflechte und Psoriasis arthritis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/page/10/?d=33</link><description>Artikel: Neues &#xFC;ber Schuppenflechte und Psoriasis arthritis</description><language>de</language><item><title>Wir haben's an der Haut &#x2013; nicht am Kopf (2)</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/sanaderm-forte/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_08/haut-kopf.jpg.efcbd75f4194b1ff0a0aab710abacd01.jpg" /></p>

<p>
	<strong>Im Psoriasis-Netz wollen wir in unregelmäßigem Abstand auf Angebote hinweisen, die aus unserer Sicht unseriös sind. Unterstützen Sie uns bitte, indem Sie uns auf entsprechende Seiten hinweisen. Ein <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/23046-mittel-verspricht-hilfe/?hl=sanaderm" rel="">Beitrag in unserer Community</a> hat uns auf die Spur eines besonders dreisten Anbieters gebracht. Seine Werbeaussagen greifen alles auf, was verzweifelte Patienten hören wollen – aber nichts ist nachzuprüfen. Selbst der Anbieter bleibt anonym.</strong>
</p>

<p>
	Auf der Internetseite <em>www.Schuppenflechte-Behandlung.eu</em> wird für ein Produkt geworben, dass „Menschen mit Schuppenflechte und Neurodermitis zu einem ‚neuen’ Leben verhelfen’ soll. Es wird „sofortige Linderung“ versprochen; die Schuppen würden entfernt, Rötungen reduziert, die Haut geglättet und erneuert. <em>Sanaderm forte</em> würde sich „ab einem Alter von 6 Jahren“ eignen. „Aufgrund seiner Darreichungsform“ sei es „besonders auch für Patienten mit Psoriasis capitis (Kopfschuppenflechte) geeignet“.
</p>

<p>
	Der Anbieter lässt den Eindruck entstehen, es handele sich um ein „zielgerichtet entwickeltes innovatives Produkt“. Er behauptet, es würde „nur in modernsten Labors hergestellt, nach strengen internationalen Standards und unter ständiger Qualitätskontrolle.“ Man erfährt, dass es sich um ein „Nahrungsergänzungsmittel“ handelt, das „nur Inhaltsstoffe mit erwiesener therapeutischer Wirksamkeit“ enthalte. Das Produkt sei „klinisch“ getestet und hätte eine „veränderte Rezeptur“.
</p>

<h2>
	Was bei Sanaderm forte alles nicht stimmt
</h2>

<p>
	Alles spricht dafür, dass in diesem Fall mit illegalen Mitteln versucht wird, verzweifelten kranken Menschen Geld aus der Tasche zu ziehen.
</p>

<p>
	Es wird an keiner Stelle deutlich gesagt, dass es sich um Tabletten handelt. Hautpatienten vermuten eher eine Creme oder eine Tinktur, also etwas zum äußerlichen Auftragen. Bei innerlichen Präparaten reagieren Patienten, die eine (nebenwirkungsarme) Alternative suchen, deutlich zurückhaltender. Vielleicht schweigt sich der Anbieter deshalb über die "Darreichungsform" aus?
</p>

<p>
	Man erfährt nicht, welches die angepriesenen „Inhaltsstoffe mit erwiesener therapeutischer Wirkung“ sind. Selbst ein Nutzer, der das Präparat bestellt hatte, konnte das nicht herausbekommen – weder auf der Packung, noch durch direkte Nachfrage beim Anbieter. Er vermutet ein starkes <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/23046-mittel-verspricht-hilfe/?hl=sanaderm" rel="">innerliches Kortison geschluckt</a> zu haben, weil die Plaques nach Kurzem wiedergekommen sind. Auch wir haben bisher vom Anbieter keine Antwort bekommen.
</p>

<p>
	Eindeutig gesetzeswidrig ist es, ein <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nahrungserg%C3%A4nzungsmittel" rel="external">Nahrungs-Ergänzungsmittel</a> wie ein <span style="text-decoration:underline;">Arznei</span>mittel anzupreisen. Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel. Es ist verboten zu behaupten, damit könnten konkrete Krankheiten behandelt werden. Genau das aber wird bei <em>Sanaderm forte</em> gemacht: Schon der für Suchmaschinen optimierte Name der Internetseite enthält den Begriff „Behandlung“. Über die nicht konkret genannten Inhaltsstoffe wird von „therapeutischer Wirksamkeit“ gesprochen. In einer Galerie werden Fotos „vor und nach der Behandlung“ gezeigt. Die Bilder sollen beweisen, dass selbst schwere Psoriasis mit <em>Sanaderm forte</em> therapiert werden kann. Ohne Nachweis wird behauptet, dass es besonders geeignet für die Kopf-Psoriasis wäre. Und es wird so getan, als ob das Präparat speziell für den „Kampf gegen Schuppenflechte und Neurodermitis“ entwickelt worden sei. Alle diese Aussagen sind illegal – unabhängig davon, ob sie überhaupt wahr sind.
</p>

<h2>
	Fotos der glücklichen Patienten sind gekauft (oder geklaut)
</h2>

<p>
	Es bleibt völlig offen, was genau dieses Präparat bewirkt. Beide Krankheiten haben <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/neurodermitis-wissen-2016" rel="">völlig andere Ursachen</a>. Außer Kortison ist bisher kein Wirkstoff bekannt, mit dem zugleich die von innen verursachte Psoriasis und die von außen kommende Neurodermitis behandelt werden kann. Der Anbieter bleibt den Beweis schuldig, warum das bei <em>Sanaderm forte</em> möglich sein soll.
</p>

<p>
	Statt seriöser Nachweise berichten Patienten, wie gut das Mittel bei ihnen geholfen haben soll. Diese Aussagen kann niemand nachprüfen. Aber die Fotos der Patienten kann man in die Google-Bildersuche eingeben: Sie sind alle gekauft und lassen sich auch auf anderen Internetseiten finden. Damit werden die positiven Fallberichte völlig unglaubwürdig. Den Autor erinnert das an die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=XrJ8pgDqZVY" rel="external nofollow">Werbung für den „Diamond of Eternity“</a>.
</p>

<div>
	<div class="ipsEmbeddedVideo">
		<div>
			<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="113" id="ips_uid_4916_7" src="https://www.youtube.com/embed/XrJ8pgDqZVY?feature=oembed" width="200" loading="lazy"></iframe>
		</div>
	</div>
</div>

<p>
	Ebenfalls nicht nachzuprüfen sind die Aussagen über „modernste Labors“, „strenge internationale Standars“ und „ständiger Qualitätskontrolle“. Selbst auf der Packung steht nicht der tatsäche Hersteller. Es gibt keinen Beipackzettel, sondern eine primitiv gemachte Kurzanleitung, wie die Tabletten einzunehmen sind.
</p>

<div>
	<img alt="Wohnhaus in Hamburg – Von dieser Adresse aus wird Sanaderm forte verschickt" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileid="19598" style="height: auto; width: 200px; float: left;" width="200" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2017_06/sanadermforte-herkunft.jpg.61033126191603bbfd0a3aa1eaa94859.jpg" loading="lazy" height="266">Worauf sich der Hinweis auf eine „veränderte Rezeptur“ bezieht, sucht man vergeblich. Selbst das abgebildete Siegel „klinisch getestet“ gibt es nicht, <a href="https://label-online.de/label/klinisch-getestet-klinisch-geprueft-dermatologisch-getestet-etc/" rel="external nofollow">wie man auf label-online.de nachprüfen kann</a>.
</div>

<p>
	„Sanaderm“ hieß eine anerkannte Hautklinik in Bad Mergentheim. Der Name hat unter älteren Patienten einen guten Ruf. Ob der Anbieter das in diesem Fall ausgenutzt hat, ist unklar. Sicher ist, dass der Name des Präparats markenrechtlich nicht geschützt worden ist.
</p>

<p>
	Unglaublich, aber wahr: Der Anbieter im Internet bleibt anonym. Es gibt kein Impressum auf der Internetseite, keinen Namen, keine Adresse. Auch das ist natürlich nicht zulässig. Die Domains sind <a href="http://whois.domaintools.com/psoriasis-schuppenflechte.info" rel="external nofollow">auf einen niederländischen Namen in Paris registriert</a>, angegeben ist (in Bezug auf die Domain) eine Handynummer in Deutschland. Auf dem Päckchen stand als Absender die Adresse in einer Hamburger Hochhaus-Siedlung; wohin der Nachnahme-Betrag ging, lässt sich (für uns) nicht ermitteln. Besser kann man das nicht verschleiern!
</p>

<p>
	<strong>Also: Hände weg von Sanaderm forte!</strong>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">884</guid><pubDate>Thu, 18 Aug 2016 18:24:00 +0000</pubDate></item><item><title>PSORIapp sollte im Alltag mit Schuppenflechte helfen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/psoriapp-soll-im-alltag-mit-schuppenflechte-helfen/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_07/psoriapp.jpg.566fc0a13a3d643e75b3e26dfc8038c3.jpg" /></p>

<p>
	In den AppStores gab es lange eine App zu finden, die speziell für Menschen mit <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> bzw. <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> gedacht war: Die PSORIapp von der Pharmafirma <span ipsnoautolink="true">Novartis</span> (Österreich). Damit sollte der Betroffene den Verlauf seiner Erkrankung leichter verfolgen können – und so viel sei schon mal gesagt: Das schaffte die App.
</p>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_right" data-fileext="jpg" data-fileid="19549" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_07/psoriapp-skala.jpg.2f025ebe3240ff48306f878f5488fa52.jpg" rel="" style="float:right;"><img alt="PSORIapp Skala" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19549" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_07/psoriapp-skala.jpg.2f025ebe3240ff48306f878f5488fa52.jpg" loading="lazy"></a>
</div>

<p>
	Beim ersten Start ging es nach dem Bestätigen der Nutzungsbedingungen und der Einrichtung der App relativ schnell zu den wichtigsten Funktionen. Die wichtigste dürfte wohl das Symptom-Tagebuch gewesen sein. Auf einem Rad tippte der Nutzer dazu an, wo auf einer Skala von 0 bis 10 die diversen Symptome der Schuppenflechte und der Psoriasis arthritis bei ihm gerade zu finden waren. Eingetragen werden konnten Werte für
</p>

<ul>
	<li>
		Juckreiz
	</li>
	<li>
		Brennen
	</li>
	<li>
		Hautrisse
	</li>
	<li>
		Schuppung
	</li>
	<li>
		Gelenkschmerzen
	</li>
	<li>
		Betroffene Gelenke
	</li>
	<li>
		Steife Gelenke
	</li>
</ul>

<p>
	Nach dem ersten Befüllen der App wurden die Werte jede Woche erneut abgefragt. Nach ein paar Wochen war so in einem Kurvendiagramm gut zu sehen, wie sich jedes einzelne Symptom entwickelte.
</p>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19550" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_07/PSORIapp-bericht.jpg.8520be2139142ce1f28f60a5a7caad0d.jpg" rel="" style="float: left;"><img alt="PSORIapp Bericht" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19550" style="height: auto; width: 200px;" width="200" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_07/PSORIapp-bericht.jpg.8520be2139142ce1f28f60a5a7caad0d.jpg" loading="lazy" height="132"></a>Doch während der eine mit solchen Kurven mehr anfangen kann, erinnert sich der andere vielleicht mit Fotos besser, und so konnten im Tagebuch auch Bilder gemacht werden. Dazu gab man an, an welcher Position des Körpers die Psoriasis-Stelle ist, fotografiert – und fertig. Angegeben werden konnten noch Einzelheiten wie Schuppung, Schwellung oder Schmerzen dieses einzelnen Herdes oder Notizen dazu.
</div>

<p>
	Die App erinnerte den Nutzer nach einer Woche, wenn die nächsten Tagebuch-Einträge fällig waren. Das passierte sowohl am Smartphone als auch beispielsweise auf der Apple Watch.
</p>

<p>
	Aus all den Daten konnte die App einen Bericht zusammenstellen, der sich per Mail versenden ließ. Empfänger konnte ein Arzt sein, aber auch ein Angehöriger und nicht zuletzt der Betroffene selbst – zur eigenen Ablage, zur Erinnerung.
</p>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_right" data-fileext="jpg" data-fileid="19551" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_07/psoriapp_lifestyle.jpg.fcbc5a5d92e0ac0c01efd625ebd7335d.jpg" rel="" style="float: right;"><img alt="psoriapp_lifestyle.jpg" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19551" style="height: auto; width: 200px;" width="200" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_07/psoriapp_lifestyle.jpg.fcbc5a5d92e0ac0c01efd625ebd7335d.jpg" loading="lazy" height="242"></a>
</div>

<p>
	Dass die App speziell für Menschen mit Schuppenflechte entwickelt wurde, merkte man spätestens ihrer Rubrik "Lifestyle" an: Dort gab es Informationen über Diät, Sport, Stress, Hautpflege, Beziehung, Arbeit und nicht zuletzt die Erkrankung selbst. Dass unter den Texten über die Erkrankungen nur österreichische Selbsthilfeangebote genannt wurden, war schade. Dass Apps in den deutschsprachigen AppStores nicht auf ein Land begrenzt sind, dürfte jedem klar sein, der eine App dort anbietet.
</p>

<p>
	Wir haben <a href="https://www.psoriasis-netz.de/gallery/album/1527-psoriapp-%E2%80%93-app-bei-schuppenflechte-oder-psoriasis-arthritis" rel="">Bilder von der PSORIapp</a> zusammengestellt.
</p>

<h2>
	Schwächen des Programms
</h2>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19552" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_07/psoriapp_zeitraum.jpg.bc1c75205b6fe1b551fd4420ccf92f6b.jpg" rel="" style="float: left;"><img alt="PSORIapp" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19552" style="height: auto; width: 200px;" width="200" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_07/psoriapp_zeitraum.jpg.bc1c75205b6fe1b551fd4420ccf92f6b.jpg" loading="lazy" height="156"></a>Die Symptome konnten nur wöchentlich eingetragen werden. Wer mal am sechsten Tag gerade mehr Zeit hatte, musste warten und vergaß es dann unter Umständen. Wer glaubt, dass seine Psoriasis auf bestimmte Nahrungsmittel reagiert, hätte sich bestimmt über eine entsprechende Funktion dann eben mit täglicher Eingabemöglichkeit gefreut.
</div>

<p>
	Wer neben der Schuppenflechte oder der Psoriasis arthritis weitere Erkrankungen hat, ist sicherlich mit einer App besser bedient, die auch völlig verschiedene Symptome abseits von Haut und Gelenken kennt. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/app-mytherapy" rel="">MyTherapy</a> ist da nur ein Beispiel.
</p>

<p>
	Wer sich in der App an etwas erinnern lassen wollte – zum Beispiel die Anwendung eines Medikamentes – wurde beim Erstellen der Erinnerung gefragt, ob die App auf die Kontakte zugreifen darf. Warum das nötig sein soll, erschloss sich uns nicht. Außerdem wurde ungefragt ein neuer Kalender namens PSORIapp erstellt. Auch danach möchte ich als Anwender bitte gefragt werden.
</p>

<p>
	Auf einem Android-Smartphone wollte die App Zugriff auf Anrufinformationen. An entsprechender Stelle hieß es "Ermöglicht der App, ...festzustellen, ob ein Anruf getätigt wird und die bei einem Anruf verbundene Remote-Nummer zu erfassen". Wenn da ein ungutes Gefühl zurückbleibt, dürfte das niemandem zu verdenken sein.
</p>

<p>
	Die Geschäftsbedingungen waren lang. Es wäre schön gewesen, wenn man die per Mail hätte verschicken könnte, damit man sie später oder überhaupt in Ruhe oder vielleicht am großen Bildschirm hätte lesen können.
</p>

<p>
	Die Referenzen zu Fachliteratur waren löblich – nur hätten wir uns sie auch noch verlinkt gewünscht. Dieses Internet ist dazu erfunden worden <img alt=";)" data-loading="true" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/emoticons/default_wink.png" loading="lazy">
</p>

<h2>
	Datenschutz
</h2>

<p>
	In der App wurde Google Analytics genutzt. Ansonsten galten die <a href="https://www.novartis.at/datenschutzerklaerung" rel="external nofollow">Datenschutz-Richtlinien von Novartis Österreich</a>. Wie bei allen Internetangeboten, Apps usw. kann und muss nur der Nutzer selbst entscheiden, wie viel Vertrauen er einem Anbieter entgegenbringt – zumal hier einer Pharmafirma.
</p>

<h2>
	Fazit
</h2>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19548" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_07/psoriapp-logo.jpg.b435ed446d894699b9b2cada0e7207ea.jpg" rel="" style="float:left;"><img alt="PSORIapp-Logo" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19548" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_07/psoriapp-logo.jpg.b435ed446d894699b9b2cada0e7207ea.jpg" loading="lazy"></a>
</div>

<p>
	Alles in allem war PSORIapp eine solide App. Ein Betroffener konnte damit den Verlauf seiner Erkrankung gut festhalten, vor allem eben wegen Diagrammen und Fotos. Die "Lifestyle"-Informationen hoben das Programm beispielsweise von der "<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/my-psoriasis-app" rel="">My Psoriasis App</a>" ab, in der man für die Informationen erst eine gesonderte Internetseite öffnen musste.
</p>

<p>
	Leider gibt es die App inzwischen nicht mehr. Diesen Artikel belassen wir trotzdem im Netz – vielleicht will ja eines Tages jemand eine ähnliche App entwickeln und findet hier Anregungen.
</p>

<p>
	<strong>Noch ein Hinweis</strong>: Dieser App-Test wurde vom Anbieter weder angeregt noch anderweitig irgendwie begleitet. Er basiert ausschließlich auf unserer eigenen Initiative.
</p>

<p>
	Und ja, uns wäre lieber, solche Apps kämen nicht von Pharmafirmen – aber Skin Track, die einzige App eines deutschen Entwicklers in dieser Richtung, wurde schon sehr lange nicht mehr aktualisiert und andere seriöse, deutschsprachige App-Angebote im Bereich Psoriasis / Psoriasis arthritis sind uns bislang nicht aufgefallen.
</p>

<p>
	Noch mehr Screenshots aus der App haben wir hier versammelt:
</p>
<iframe allowfullscreen="" class="ipsEmbed_finishedLoading" data-embedauthorid="0" data-embedcontent="" data-embedid="embed9980998475" id="ips_uid_6904_7" scrolling="no" src="https://www.psoriasis-netz.de/gallery/album/1527-psoriapp-%E2%80%93-app-bei-schuppenflechte-oder-psoriasis-arthritis/?do=embed" style="overflow: hidden; height: 302px; max-width: 502px;" loading="lazy"></iframe>

<p>
	 
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">881</guid><pubDate>Sun, 24 Jul 2016 10:58:00 +0000</pubDate></item><item><title>Bei Schuppenflechte denken Patient, Arzt und Kasse verschieden</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/unterschiedliche-psoriasis-ansichten/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_07/was-an-schuppenflechte-nervt.jpg.0d79f4128ee0691964cd345ed0eb9f25.jpg" /></p>

<p style="text-align:left;">Wenn es um Psoriasis geht, haben Patient, Arzt und Krankenkasse recht unterschiedliche Ansprüche oder Prioritäten. Das wurde jetzt beim Kongress "Psoriasis 2016" (wieder) deutlich: Auf der Tagung zeigte Silvia Barrio diese Folie:</p>
<div class="ipsEmbeddedOther">
	<iframe data-embedid="54c451858cc61f69625d6fe994badea2" allowfullscreen="" src="https://www.psoriasis-netz.de/index.php?app=core&amp;module=system&amp;controller=embed&amp;url=https://twitter.com/IFPA_Sophie/status/751088292460896256" loading="lazy"></iframe>
</div><br>Dem Menschen mit Schuppenflechte ist also wichtig:<ol>	<li>Die Symptome sollen verschwinden (das Jucken, das Schuppen, die Schmerzen, die Rötung...)</li>	<li>Die Funktionen der Haut sollen wieder hergestellt werden.</li>	<li>das Aussehen</li></ol>Dem Arzt geht es eher darum,<ol>	<li>den <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr> – also die Psoriasis insgesamt – kurz- und langfristig zu verbessern</li>	<li>dass Medikamente nicht (zu) giftig wirken (korrekt: es geht um deren Toxizität)</li>	<li>langfristig Begleiterkrankungen im Zaum zu halten</li></ol>Der, der die Therapien bezahlt, will<ol>	<li>ein besseres Verhältnis von Kosten und Nutzen</li>	<li>die Arbeitsfähigkeit des Patienten wiederherstellen (oder erhalten)</li></ol>Silvia Barrio ist Gründerin und Chefin der Psoriasis-Organisation in Argentinien und Mitglied im Vorstand der Internationalen Vereinigung von Psoriasis-Verbänden <a href="https://ifpa-pso.com/" rel="external nofollow">IFPA</a>.  Sophie Anderson (die Twitter-Nutzerin) ist dort "Executive Director".<h4>Unterschiede in dem, was an der Psoriasis nervt</h4>Ein Tweet kurz vor dem obigen bestätigte die unterschiedlichen Sichtweisen:<br>
<div class="ipsEmbeddedOther">
	<iframe data-embedid="143ad4abdbda90a2ec28107b63e4a53d" allowfullscreen="" src="https://www.psoriasis-netz.de/index.php?app=core&amp;module=system&amp;controller=embed&amp;url=https://twitter.com/IFPA_Sophie/status/751088085157441536" loading="lazy"></iframe>
</div><br>Demnach gehen die Meinungen von Patienten und von Ärzten auch auseinander, was die Einschätzung betrifft, was an der Schuppenflechte am meisten nervt.<br>Der Patient meint:<ul>	<li>Dieser verdammte Juckreiz ist das Anstrengendste (36,1%).</li>	<li>Wo die Psoriasis-Stellen und wie groß sie sind – das ist der zweitwichtigste Faktor (21,8%).</li>	<li>Das "Rieseln" landet auf Platz 3 der nervigsten Dinge an der Schuppenflechte (11,4%).</li>	<li>Die Schuppung (auf der Haut) rangiert auf Platz 4 (8,3%).</li>	<li>Diese Schmerzen!  (5,4%)</li></ul>Der Arzt findet:<ul>	<li>Wo die Psoriasis-Stellen und wie groß sie sind – das ist am aller-, allerwichtigsten. (76,2%)</li>	<li>Der Juckreiz wird wohl den Patienten am zweithäufigsten nerven (11,9%).</li>	<li>"Rieseln" und Schuppung sind als Nervfaktor beim Psoriasis-Patienten bestimmt gleichauf, meinen die Hautärzte (jeweils 4,0%)</li>	<li>Schmerzen kommen bei den Hautärzten als Symptom der Schuppenflechte gar nicht vor.</li></ul>Die Aussagen stammen aus einer Befragung in den USA, festgehalten in einer Studie <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s40257-015-0169-x" rel="external nofollow">im "American Journal of Clinical Dermatology"</a>. 1005 Patienten und 100 Hautärzte (sowie 100 Rheumatologen) wurden dafür angerufen.<br>In unserer Community hatten wir die Frage nach den größten <a href="https://www.psoriasis-netz.de/topic/8282-was-nervt-dich-an-der-schuppenflechte-am-meisten/?hl=nervt" rel="">Nerv-Faktoren bei Schuppenflechte</a> vor einiger Zeit gestellt. Dort führten "diese vielen Schuppen" die Hit-Liste an.
]]></description><guid isPermaLink="false">880</guid><pubDate>Sun, 10 Jul 2016 19:52:20 +0000</pubDate></item><item><title>Sonnencreme-Test: G&#xFC;nstig ist sehr gut</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/sonnencreme-test/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_07/sonnencreme-test.jpg.f8d777a51fd85ae526ac74fa9f597965.jpg" /></p>

<p>
	"Ach ja, Sonnencreme muss ich ja auch noch kaufen" – der Gedanke dürfte im Sommer in vielen Köpfen sein. "Ob wohl die aus dem Supermarkt reicht?" könnte der nächste sein – und auch er ist nicht verkehrt: Stiftung Warentest hat Sonnencremes getestet. Dabei konzentrierten sich die Tester auf 17 Cremes und Sprays mit eher mittlerem Sonnenschutzfaktor 15 und 20. Dabei waren Produkte von Discountern, von Drogerien und teure Markenware.
</p>

<p>
	Testsieger wurde das günstigste Produkt (Cien Sun Sonnenmilch Classic von Lidl; LSF 20). Sein teuerster Gegenspieler brachte es nur auf ein "befriedigend". Ein Produkt bekam ein "mangelhaft", weil es den angegebenen Sonnenschutzfaktor nicht einhielt.
</p>

<p>
	Der Unterschied im Preis war dabei enorm: Pro 100 ml bezahlt man mal 92 Cent und mal 36 Euro.
</p>

<h2>
	Sonnencreme mit mittlerem Lichtschutzfaktor für Vorgebräunte
</h2>

<p>
	"Viele Produkte schnitten ,gut' oder ,sehr gut' ab", konstatieren die Tester. Sie fanden keine Rückstände von Mineralöl, und selbst, als sie Keime einrührten, "kippten" die Sonnencremes nicht.
</p>

<p>
	Zu Sonnenschutzmitteln mit LSF 15 oder 20 sollten vor allem Erwachsene greifen, die schon vorgebräunte Haut und eher einen dunkleren Hauttyp haben. Mit anderem Hauttyp oder für Kinder sind höhere Lichtschutzfaktoren besser.
</p>

<p>
	Viele Fragen und Antworten zum Sonnenschutz haben die Experten der Stiftung Warentest auf <a href="https://www.test.de/Test-Sonnencreme-und-Sonnenspray-fuer-Erwachsene-4868984-4868993/" rel="external">test.de/faq-sonnenschutzmittel</a> zusammengestellt.
</p>

<p>
	Der ausführliche Test ist in der Ausgabe 07/2016 der Zeitschrift test erschienen. Auf deren Internetseite ist er unter <a href="https://www.test.de/Test-Sonnencreme-und-Sonnenspray-fuer-Erwachsene-4868984-0/" rel="external">www.test.de/sonnenschutz</a> zu finden.
</p>

<h2>
	Test von Sonnencreme für Kinder von Öko-Test
</h2>

<p>
	Bei einem Test von Sonnenschutzmitteln für Kinder waren die Tester von <a href="https://www.oekotest.de/" rel="external nofollow">Öko-Test</a> dagegen bei vielen Produkten nicht zufrieden. Sie störten sich vor allem an umstrittenen Inhaltsstoffen oder nicht vollständigen Hinweisen. I<span style="line-height:1.5;">n </span><span style="line-height:1.5;">diesem</span><span style="line-height:1.5;"> Test schnitt ein nicht günstiges, aber auch nicht teures Produkt am besten ab: das Alverde Sonnenmichel Kinder Sonnenbalsam LSF 30 von der Drogerie DM.</span>
</p>

<p>
	Der Test von Sonnenschutzmitteln für Kinder erschien im Öko-Test-Heft Juni 2015.
</p>

<h2>
	Mehr über Sonnencreme, Sonnenschutz und Schuppenflechte
</h2>

<ul>
	<li>
		in unserem Forum: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/7805-welche-sonnencreme-bei-psoriasis/" rel="">Erfahrungen mit Sonnencreme</a> und deren Sinn bei Psoriasis
	</li>
	<li>
		Informationen über <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/sonnenschutz-bei-schuppenflechte" rel="">Sonnenschutz bei Schuppenflechte</a>
	</li>
</ul>

]]></description><guid isPermaLink="false">879</guid><pubDate>Fri, 08 Jul 2016 11:59:00 +0000</pubDate></item><item><title>Hygiene ist beim Tattoo nicht alles &#x2013; Schuppenflechte bedenken</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/hygiene-ist-beim-tattoo-nicht-alles/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_07/tattoo-koebner-psoriasis.jpg.81eacac7043031c82de52ec0f929a3f0.jpg" /></p>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19412" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/IMG-1172.jpg.ed8ee7849ea0911adfe9ff46ab9f0bd6.jpg" rel="" style="float:left;"><img alt="Psoriasis im Tattoo" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19412" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/IMG-1172.jpg.ed8ee7849ea0911adfe9ff46ab9f0bd6.jpg" loading="lazy"></a>Hier ist der Köbner-Effekt zu erkennen: Wer sich als Psoriatiker ein Tattoo stechen lässt, muss mit einer neuen Schuppenflechte-Stelle rechnen. Sie muss nicht zwangsläufig zutage treten, aber möglich ist es.
</div>

<p>
	Tattoos sind für die einen Ausdruck eines Lebensgefühls – anderen bleibt ihr Reiz unverständlich. Am Ende muss jeder für sich ausmachen, ob er sich ein Tattoo stechen lässt. Wer Schuppenflechte hat, sollte darüber aber (mindestens) zweimal nachdenken.
</p>

<p>
	Dabei sind es nicht nur die Tattoo-Farbe oder die Fachkenntnis des Tätowierers, die einem dann durch den Kopf gehen sollten – sondern auch die Psoriasis. Das Problem: An die Stellen, an denen der Körper beim Tätowieren verletzt wird, kann sich eine Schuppenflechte setzen. Das ist der <span ipsnoautolink="true">Köbner-Effekt</span>: Dort, wo die Haut gereizt wird, kann sich eine Psoriasis bilden.
</p>

<p>
	Dazu kommt: "Für Patienten, die immunschwächende Medikamente einnehmen, ist die Tattoo-Prozedur aufgrund des Infektionsrisikos ungeeignet", warnt die Verbraucherzentrale. Bei Herzerkrankungen, Diabetes oder Blutgerinnungsstörungen sei ebenfalls von einer Tätowierung abzuraten. "Dies gilt auch bei einer Neigung zu Allergien, Ekzemen oder offenen Wunden."
</p>

<h4>
	Probleme mit Sonnenbestrahlung und Spätfolgen vom Tattoo
</h4>

<p>
	Eine Überlegung ist auch die Wahl der Tattoo-Farbe wert. "In einigen gelben Tinten wurden Cadmiumsalze nachgewiesen, die bei Sonnenbestrahlung starke Hautreizungen auslösen können", erklärt die Verbraucherzentrale. Und Sonnenbestrahlung bekommt ein Mensch mit Schuppenflechte in seinem Leben doch dann immer wieder mal auch in Form einer <span ipsnoautolink="true">Lichttherapie</span> verordnet.
</p>

<p>
	Aber auch abseits dieser Probleme birgt das Tätowieren die Gefahr von Spätfolgen: Wer seines "Gemäldes" eines Tages doch überdrüssig wird, will es vielleicht entfernen lassen. So fortgeschritten die Technik dafür auch ist – es können Narben zurückbleiben, die Farbe verschwindet nicht immer komplett.
</p>

<p>
	<strong>Erfahrungen mit Tattoos</strong>: In unserem Forum waren Tattoos schon öfter mal Thema. Vor einer Entscheidung für oder gegen ein Körpergemälde schadet ein Blick auf die <a href="https://www.psoriasis-netz.de/tags/Tattoo%20bei%20Psoriasis/" rel="">Argumente in der Tätowier-Diskussion</a> gewiss nicht.
</p>

<p>
	Noch ein<strong> Lesetipp zum Thema</strong>: <a href="https://www.tattoo-piercing-versicherung.de/blog/helfen-tattoos-gegen-neurodermitis-und-schuppenflechte-tipps/" rel="external nofollow">Warum wird Schuppenflechte manchmal besser</a>, wenn man sich ein Tattoo stechen lassen hat? Argumente eines Mannes, der sich auf Versicherungen für Tätowierer und Piercer spezialisiert hat.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">878</guid><pubDate>Sun, 03 Jul 2016 09:58:00 +0000</pubDate></item><item><title>Was trockene Augen oder Uveitis mit Schuppenflechte zu tun haben</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/was-trockene-augen-oder-uveitis-mit-schuppenflechte-zu-tun-haben/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_06/augenarzt.jpg.82a2be6f36800ca171e66bf6ea065011.jpg" /></p>

<p>
	Trockene Augen oder Uveitis – die bringt man nicht unbedingt mit der Schuppenflechte in Zusammenhang. Augenärzte aber horchen da schon auf, wenn ihre Patienten nebenbei von ihrer Psoriasis erzählen. Denn: "Viele wissen nicht, dass sich bei der <span ipsnoautolink="true">Psoriasis</span> nicht nur die Haut entzünden kann", erklärt Professor Uwe Pleyer vom Berufsverband der Augenärzte Deutschland. "Besonders bei der Psoriasis arthritis ist oft auch eine Beteiligung der Augen zu beobachten", so Pleyer.
</p>

<p>
	Betroffen sein können dabei alle Regionen von der Lid- und Bindehaut bis zum Augeninneren. Worauf sollten Menschen mit Psoriasis also achten, wenn sie an trockenen Augen oder einer Uveitis leiden?
</p>

<h2>
	Trockenes Auge – Sicca-Syndrom
</h2>

<p>
	Symptome sind müde Augen und ein Fremdkörpergefühl – als rieben Sandkörner auf der Augenoberfläche
</p>

<p>
	"Das trockene Auge sollte nicht unbehandelt bleiben", meint Professor Pleyer. Der Grund: Ein intakter Tränenfilm ist wichtig für den Schutz der Hornhaut des Auges und für ihre Versorgung mit Nährstoffen und zur Abwehr von Infektionserregern.
</p>

<p>
	Die Behandlung erfolgt je nach Ausprägung des trockenen Auges mit Tränenersatzmitteln in Form von Augentropfen, Gelen oder Salben. In sehr schweren Fällen mit einer Entzündung der Augenoberfläche können Augentropfen mit dem Wirkstoff Cyclosporin A helfen – den kennt der "fortgeschrittene Psoriatiker" vielleicht schon <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ciclosporin-a/?do=getNewComment" rel="">als innerliches Medikament</a>.
</p>

<p>
	Ein trockenes Auge kann auch zusammen mit einer Entzündung des äußeren oder inneren Lidblatts auftreten und zu einer chronisch verlaufenden Blepharitis führen. Da hilft dann eine langfristige Behandlung, unterstützt von konsequenter Hygiene der Lidränder.
</p>

<h2>
	Uveitis – eine Entzündung im Augeninneren
</h2>

<p>
	Das Auge ist eines der am besten durchbluteten Organe des Körpers. Daher ist es oft auch von innerlichen Krankheiten betroffen.  Bei einer <span ipsnoautolink="true">Uveitis</span> ist Gewebe im Augeninneren entzündet.
</p>

<p>
	Symptome der Uveitis sind rote Augen, eine schmerzhafte Lichtempfindlichkeit und verschwommenes Sehen. Oft verläuft die Augenentzündung schleichend, dass die Veränderungen den Patienten nicht sofort auffallen. Das Gefährliche: An der Uveitis erblinden in Deutschland sehr viele Menschen, und das schon im erwerbsfähigen Alter. Schuppenflechte-Patienten haben ein drei- bis vier mal höheres Risiko, an einer Uveitis zu erkranken.
</p>

<p>
	Für die Behandlung gibt es verschiedene Medikamente. Dazu gehören Augentopfen mit Kortison oder Wirkstoffe, die in das Immunsystem eingreifen. Manchmal wird auch eine Augenoperation nötig.
</p>

<h2>
	Tipp für Schuppenflechte-Patienten mit Problemen an den Augen
</h2>

<p>
	"Wenn eine Uveitis zusammen mit einer Psoriasis auftritt, ist bei der Behandlung die Abstimmung mit dem Hautarzt von besonderer Bedeutung", betont Professor Pleyer. "Denn einige Medikamente, die der Hautarzt für die Therapie der Schuppenflechte verordnen kann, weisen eine sehr gute Wirkung auf den Verlauf der Uveitis auf. Sie helfen, Kortison zu vermeiden oder zu reduzieren."
</p>

<p>
	Professor Pleyers Empfehlung lautet also: "Bemerkt ein Patient mit Schuppenflechte auch nur leichte Probleme mit den Augen, sollte er nicht zögern, einen Augenarzt aufzusuchen." Grundsätzlich sollte eine Augenrötung, die nicht innerhalb von 48 Stunden wieder von selbst verschwindet, vom Augenarzt untersucht werden. Denn ein rotes Auge kann viele verschiedene Ursachen haben – von einer harmlosen Bindehautentzündung bis hin zu einer bedrohlichen Uveitis.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">876</guid><pubDate>Thu, 16 Jun 2016 10:22:00 +0000</pubDate></item><item><title>F&#xFC;r viele &#xC4;rzte sind informierte Patienten ein Problem</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/fuer-viele-aerzte-sind-informierte-patienten-problem/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_06/aerzte-vertrauen-internet-kommentar.jpg.3c1576c5cb90be8a5aea2a55c2fe5039.jpg" /></p>

<p>
	Der informierte Patient ist für jeden zweiten niedergelassenen Arzt mindestens "problematisch". Fast die Hälfte der Ärzte meint außerdem, dass Patienten durch die Selbstinformation oft zu hohe Erwartungen und Ansprüche haben. So deutlich gesagt haben die Ärzte dies bei einer Online-Umfrage der Bertelsmann Stiftung und der Krankenkasse Barmer GEK.
</p>

<p>
	Fast ein Drittel der Ärzte meint, dass Selbstinformation die meisten Patienten verwirre. Damit würde das Vertrauen zum Arzt beeinträchtigt. Jeder vierte Arzt rät Patienten sogar deutlich davon ab, selbst nach Informationen zu suchen.
</p>

<p>
	Grundsätzlich haben zumindest einige Ärzte der Umfrage nach eigentlich gar nicht so viel dagegen, dass Patienten sich selbst in den Dschungel der Gesundheitsinformationen stürzen: 40 Prozent der Mediziner freut sich über das gewachsene Interesse. Jeder zehnte allerdings ärgert sich, dass der Patient mit seinen Fragen nicht zuerst zu ihm gekommen ist.
</p>

<p>
	Das Interesse an Gesundheitsinformationen bedienen 56 Prozent der antwortenden Ärzte dann doch lieber selbst: Sie legen nach eigenen Angaben vertrauenswürdige Informationsmaterialien in ihrer Praxis aus. Die Hälfte weist Patienten auf gute Informationsquellen hin. Aber: 15 Prozent der Ärzte kennen sich nach eigenen Angaben eher nicht so gut oder überhaupt nicht gut mit Informationsangeboten für Patienten aus. Nur jeder fünfte Arzt kennt die Internetseite <a href="https://www.patienten-information.de/" rel="external nofollow">patienten-information.de</a> des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) – dabei ist dies das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung. (Dort gibt es auch eine <a href="http://www.patienten-information.de/kurzinformationen/haut/psoriasis" rel="external nofollow">Kurzinformation über Schuppenflechte</a>.) Noch schlimmer: Nur ein Drittel dieser Ärzte findet die Patienteninformationen dort für vertrauenswürdig. Das Vertrauen in Wikipedia dagegen ist mehr als doppelt so groß.
</p>

<p>
	An <a href="https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2016/juni/aerzte-sehen-informierte-patienten-kritisch/" rel="external nofollow">der Umfrage</a> im November und Dezember 2015 beteiligten sich 804 Ärzte (<em>und vermutlich eher jene, die ohnehin schon einen Hang zur Beschäftigung mit "dem Internet" haben, wenn es eine Online-Umfrage war.</em>) Befragt worden waren niedergelassene Ärzte aus vielen Fachbereichen – auch Dermatologen und Fachärzte für Innere Medizin.
</p>

<p>
	Dass der informierte Patient "nicht mehr weggeht", ist den Auftraggebern <a href="https://www.bertelsmann-stiftung.de//de/publikationen/publikation/did/gesundheitsmonitor-nr-22016-informierte-patienten-und-unzureichend-vorbereitete-aerzte/" rel="external nofollow">der Studie</a> dagegen klar: "Ärzte sollten die Selbstinformation ihrer Patienten als Chance betrachten und fördern", sagt Dr. Brigitte Mohn von der Bertelsmann Stiftung. "Ein gut informierter Patient, der auf Augenhöhe mit dem Arzt über Krankheit und Behandlungsoptionen diskutiert, sollte das Ziel aller an der Versorgung Beteiligten sein", so Dr. Christoph Straub von der Barmer GEK.
</p>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<p>
	<strong>Ärzte, nun sagt doch mal was</strong><br>
	(<a href="https://www.riffreporter.de/de/gesellschaft/arzt-patienten-kommunikation" rel="external nofollow">RiffReporter, 02.02.2022</a>)<br>
	Künftige Ärzte lernen im Studium, wie man mit Patienten besser redet als es "früher" so der Fall war. Das ist löblich, und trotzdem kommt es in der Praxis und in Kliniken viel zu oft viel zu kurz. Susanne Donner schreibt, was sich wie ändern müsste und ließe.
</p>

<p>
	Das Thema kommt aber nicht nur in Praxen und Kliniken zu kurz, sondern auch in den Medien. Susanne Donner ist Medizinjournalistin. Sie bot diesen Artikel zwei Online-Medien und einer Tageszeitung an. Keine wollte es so recht – weil es nicht "aufregend" ist und weil es in mehrere Ressorts fällt. Leider ist das Ressort-Denken aus den meisten Redaktionen nicht rauszubekommen. Susanne Donner veröffentlicht ihre Artikel, die sie nicht loswird, bei den <a href="https://www.riffreporter.de/de/ueber-riffreporter" rel="external nofollow">RiffReportern</a> einfach selbst. Dafür kann man sie dort auch unterstützen – am Praktischsten im Artikel.
</p>

<p>
	<strong>Sport? Gaaaaanz viel! Rauchen? Ich?</strong><br>
	(<a href="https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/sport-und-alkohol-warum-patienten-beim-arzt-flunkern-1.4235689" rel="external nofollow">Süddeutsche Zeitung, 3.12.2018</a>)<br>
	„Unter Medizinern kursiert die Faustregel, dass sie die körperliche Aktivität halbieren und den Alkoholkonsum verdoppeln müssen, um auf halbwegs realistische Angaben zu kommen,“ schreibt Werner Bartens in der Süddeutschen Zeitung. Er erklärt, warum Patienten beim Arzt flunkern.
</p>

<p>
	<strong>Wie der Patient vom Empfänger zum Mit-Akteur wird</strong><br>
	(<a href="https://www.landdergesundheit.de/gesundheitssystem/digitalisierung-patient-passagier-fahrer" rel="external nofollow">„Land der Gesundheit“ von Pfizer, 2018</a>)<br>
	Professor Andréa Belliger versteht den modernen Patienten nicht nur, sie „predigt“ auf Konferenzen und in diesem Artikel immer auch die Macht der vernetzten Patienten (wie in unserer Community). Wer die Gelegenheit hat, einmal einen Vortrag von ihr zu erleben, sollte das unbedingt tun. Oder zum Beispiel diesen Mitschnitt bei YouTube ansehen.
</p>

<p>
	<strong>Wer seinem Arzt treu bleibt, lebt sogar länger</strong><br>
	(<a href="https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/medizin-bonus-fuers-bleiben-1.4049190" rel="external nofollow">Süddeutsche Zeitung, 11.7.2018</a>)<br>
	Okay, bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis geht’s sehr, sehr, sehr selten um Leben und Tod. Doch Fakt ist, dass Psoriatiker häufiger den Hautarzt wechseln. Aber auch für alle anderen Gesundheitsprobleme lohnt es sich offensichtlich, einem Arzt treu zu bleiben.
</p>

<p>
	<strong>"Bitte Ärzte, macht’s doch selbst, <span ipsnoautolink="true">macht es besser – aber macht!</span>"</strong><br>
	(<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/aerzte-internet-skepsis-kommentar/?do=getNewComment" rel="">Psoriasis-Netz, 13.06.2016</a>)<br>
	Unser Kommentar zum Thema
</p>

<p>
	<strong>"Der gebildete Kranke"</strong><br>
	(<a href="https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/sz-gesundheitsforum-der-gebildete-kranke-1.2223186" rel="external nofollow">Süddeutsche Zeitung, 19.11.2014</a>)<br>
	"Früher konnte man einfach nur krank sein, heute muss man ein mündiger Patient sein. Das kann auch sehr anstrengen", sagt Christina Berndt, Redakteurin bei der Süddeutschen Zeitung. Verständnis zeigtdie Psychologin Monika Dorfmüller: "Man kann lange über unseriöse Berichte aus dem Internet schimpfen - oder aber die Menschen dahinter sehen. Diejenigen, die unrealistischen Heilsversprechen aus dem Netz glauben, sind oft Schwerstkranke, die sich an einen Strohhalm klammern."
</p>

<p>
	 
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">875</guid><pubDate>Mon, 13 Jun 2016 15:07:00 +0000</pubDate></item><item><title>Bitte &#xC4;rzte, macht's doch selbst, macht es besser &#x2013; aber macht!</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/aerzte-internet-skepsis-kommentar/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_06/aerzte-vertrauen-internet-kommentar.jpg.c1f4075b741252f73f00fea93d502beb.jpg" /></p>

<p>
	<strong>Jeder zweite Arzt mit eigener Praxis findet, dass <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/fuer-viele-aerzte-sind-informierte-patienten-problem" rel="">informierte Patienten problematisch sind</a>. Dabei ist mancher Arzt für den informierten Patienten ein Problem.</strong>
</p>

<p>
	Informierte Patienten lasen sich früher jede Zeile in gedruckten Gesundheitsratgebern durch – ob nun in Büchern, Illustrierten oder Apothekenzeitschriften. Die, die sich trauten, sprachen beim Arzt danach die böse Formel aus: "Ich hab' da was gelesen". Im Großen und Ganzen aber störte der informierte Patient nicht groß – der Arzt hatte noch Zeit, dem Patienten zu erklären, dass doch bitte er im Besitz der reinen Wahrheit ist. Einen weißen Kittel hatte er auch.
</p>

<p>
	Und dann kam das Internet.
</p>

<p>
	Am Anfang war auch dort das Wort. Nach den Hochschulen nutzten alsbald Medien das Netz, es wurde verkauft und versteigert, was nicht niet- und nagelfest war – und irgendwann drängten die diversen Wehwehchen und hartnäckige, weil chronische Krankheiten ins Internet. Und auweia! Da konnte ja plötzlich jeder über das Thema Gesundheit und Medizin sein Wissen verkünden. So viel Demokratie kannte das Gesundheitswesen bis dahin gar nicht – die Rollen waren doch  verteilt. Es war klar, wo die Wissenden waren und wo die Unwissenden.
</p>

<p>
	Der informierte Patient brachte also bald das ausgedruckt mit, was er in diesem Internet gefunden hatte. Und: Patienten setzten sich hin und stellten selbst Informationen ins Netz (wie wir hier beim Psoriasis-Netz).
</p>

<p>
	Natürlich war und ist unter den Gesundheitsinformationen im Netz viel Blödsinn und Halbwissen, natürlich nutzen auch die Vertreter der absurdesten Theorien das Internet für ihre – ja, oft sehr gefährlichen – Heilsbotschaften.
</p>

<p>
	Aber, verdammt noch mal: Jeder kann sein Wissen zum Thema Gesundheit und Medizin verkünden – also auch Ärzte, also auch ihre Organisationen, also auch Universitätskliniken. Es reicht nicht, wenn Ärzte nur sagen "Ist doch eh alles Mist".
</p>

<p>
	Wo sind denn die ausführlichen Informationen über Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis auf den Internetseiten der Universitätskliniken? (Es gibt wenige und <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/internetseiten-von-kliniken-bewertet" rel="">dann wirklich rühmliche Ausnahmen</a>.) Warum werden angehende Dermatologen in der Facharztausbildung nicht bei der Gelegenheit gleich darin geschult, ihr Wissen im Netz dem Laien verständlich vermitteln zu können? Ein mögliches Vorbild wäre <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/unverstaendliche-befunde-werden-kostenlos-uebersetzt" rel="">washabich.de</a>.
</p>

<p>
	Im Kleinen wäre schon viel gewonnen, wenn Hautärzte einem Patienten, dem sie die Diagnose Psoriasis das erste Mal eröffnen, einfach ein Merkblatt ausdrucken. Und nein, das ist nicht von irgendwem, dem die Ärzte ohnehin nicht vertrauen – es haben ihre eigenen Kollegen schon mal <a href="https://www.patienten-information.de/kurzinformationen/psoriasis" rel="external nofollow">druckfertig ausgearbeitet</a>.
</p>

<p>
	Ärzte könnten ihren Patienten auch Listen mitgeben, auf denen die Internetadressen stehen, die sie in Ordnung finden. Auch da muss kein Arzt zwei Tage lang nach der Sprechstunde das Netz durchforsten – er könnte sich auf Kollegen aus seiner Fachgruppe verlassen. Gut, das Auslegen dieser Listen im Wartezimmer könnte natürlich ein Problem sein: Ein Flyer über die Vorzüge einer Botox-Behandlung könnte dann zu kurz kommen.
</p>

<p>
	Ärzten, die über dieses Internet die Nase rümpfen, sei also gesagt: Macht es selbst! Und macht es besser. Wir helfen auch gern.
</p>

<p>
	Und eins noch: Weil ich im Netz nach Gesundheitsthemen suche, denke ich noch lange nicht, dass ich Arzt bin. Es ist ein Zeichen dafür, dass ich ein engagierter Patient bin.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">874</guid><pubDate>Mon, 13 Jun 2016 15:06:00 +0000</pubDate></item><item><title>Psoriasis arthritis beim Rheumatologen-Kongress EULAR 2016</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/psoriasis-arthritis-beim-rheumatologen-kongress-eular-2016/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_06/london.jpg.a7fd6f14e69170e2b7ccbd30209d893e.jpg" /></p>

<p>
	Mehrmals im Jahr wird es für uns (und für Leser) anstrengend: Wie berichtet man über die wichtigsten Kongresse, auf denen Fachleute Neues rund um die Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis diskutieren? Zum einen können wir nicht zu all diesen Kongressen fahren, zum anderen ist die Fülle der Themen schwer abzubilden. Wir haben den richtigen Weg dafür noch nicht gefunden, doch bevor wir gar nichts darüber loswerden, tragen wir es eben so zusammen, wie es uns derzeit möglich ist.
</p>

<p>
	Hier soll es um den diesjährigen wohl wichtigsten Kongress der europäischen Rheumatologen gehen – den <a href="https://www.congress.eular.org/" rel="external nofollow" target="_blank">EULAR Congress</a> 2016. Die Gelenk-Spezialisten trafen sich vom 8. bis 11. Juni 2016 in London. Wir haben verfolgt, was von dort auf diversen Kanälen gemeldet wurde – vieles davon über Twitter. Wer das selbst nachlesen möchte: Der Hashtag war #<a href="https://twitter.com/hashtag/eular2016" rel="external nofollow" target="_blank">EULAR2016</a> oder auch #<a href="https://twitter.com/hashtag/eular16" rel="external nofollow" target="_blank">EULAR16</a>.
</p>

<h3>
	eHealth, Apps &amp; Co
</h3>

<p>
	<a href="https://twitter.com/SimonRStones" rel="external nofollow" target="_blank">Simon Stones</a> stellte Apps und andere Tools vor, mit denen sich Patienten längst selbst helfen.
</p>

<ul>
	<li>
		Darunter war die App <a href="https://www.rheumabuddy.com/" rel="external nofollow" target="_blank">Rheumabuddy</a>. Mit der können junge Rheumatiker ihre Symptome festhalten und sie mit ihrem Rheumatologen "teilen". Außerdem finden sie sich so zu einer Community zusammen. Die App ist allerdings im deutschen (iTunes-)Store nicht verfügbar.
	</li>
</ul>

<div>
	<div class="ipsEmbeddedOther">
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	</div>
</div>

<div>
	<div class="ipsEmbeddedOther">
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	</div>
</div>

<div>
	<div class="ipsEmbeddedOther">
		<iframe allowfullscreen="" class="ipsEmbed_finishedLoading" data-embedid="embed4864715354" id="ips_uid_8536_9" src="https://www.psoriasis-netz.de/index.php?app=core&amp;module=system&amp;controller=embed&amp;url=https://twitter.com/TommyAnnfeldt/status/740897661847474176" style="overflow: hidden; height: 116px;" loading="lazy"></iframe>
	</div>
</div>

<ul>
	<li>
		Ein weiteres Tool will all jenen helfen, die mit Schmerzen leben müssen: das <a href="https://www.paintoolkit.org/" rel="external nofollow" target="_blank">PainToolkit</a>.
	</li>
	<li>
		Die Initiative Arthritis Ireland startete anlässlich des EULAR-Kongresses ein Online-Schulungsprogramm "<a href="http://www.arthritisireland.ie/go/fit_for_work" rel="external nofollow" target="_blank">Fit for work</a>". Es richtet sich an Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Medizin-Profis.
	</li>
	<li>
		Der <a href="https://psa.rheuminfo.com/" rel="external nofollow" target="_blank">PsA-Symptom-Assessor</a> speichert anonym die Symptome und macht einen einfachen Vergleich zum Zustand bei der letzten Untersuchung oder Messung möglich.
	</li>
</ul>

<h4>
	Soziale Netzwerke
</h4>

<p>
	In einer Untersuchung wurde gezeigt, wie über Facebook Betroffene mit entzündlichen Gelenkerkrankungen erreicht werden können – zum Beispiel, wenn sie über Schmerzen im Rücken klagen. Die Betroffenen können in sozialen Netzwerken dann zum Beispiel auf Diagnose-Möglichkeiten hingewiesen werden. (<a href="http://www.eular.org/congresspressreleases/Facebook_key_to_identifying_thousands_with_inflammatory_back_pain.pdf" rel="external nofollow" target="_blank">Link</a>)
</p>

<h3>
	Künftige, neue, junge Medikamente
</h3>

<ul>
	<li>
		Hersteller <strong>UCB</strong> stellte Ergebnisse für ein neues Medikament vor, auf das Menschen mit Psoriasis arthritis bestimmt noch mehrere Jahre warten müssen – noch sind die Studien erst in Phase 1b. Der Wirkstoff heißt Bimekizumab. Für das Medikament Cimzia aus dem gleichen Hause gab es Langzeit-Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit nach 4 Jahren. (<a href="https://www.ucb.com/stories-media/press-releases/article/UCB-commitment-to-addressing-real-world-patient-needs-on-display-at-the-Annual-European-Congress-of-Rheumatology-EULAR-2016" rel="external nofollow" target="_blank">Link</a>) Der Wirkstoff zielt auf Interleukin 17A und F und wirkt schnell auf Haut und Gelenke bei Psoriasis arthritis – besagt auch dieser Tweet:
	</li>
</ul>

<div>
	<div class="ipsEmbeddedOther">
		<iframe allowfullscreen="" class="ipsEmbed_finishedLoading" data-embedid="embed9365534341" id="ips_uid_8536_10" src="https://www.psoriasis-netz.de/index.php?app=core&amp;module=system&amp;controller=embed&amp;url=https://twitter.com/synovialjoints/status/741580267358322688" style="overflow: hidden; height: 116px;" loading="lazy"></iframe>
	</div>
</div>

<ul>
	<li>
		<strong>Novartis</strong> präsentierte neue Daten zu Cosentyx. Demnach war in einer Studie bei 84 Prozent der Teilnehmer mit Psoriasis arthritis nach zwei Jahren kein weiterer Abbau in den Gelenken bzw. in der Wirbelsäule zu sehen. Cosentyx würde die Symptome der Psoriasis arthritis besser lindern als Humira. Das soll jetzt in einer weiteren Studie im Direktvergleich untersucht werden. (<a href="https://pipelinereview.com/index.php/2016060861496/Antibodies/Novartis-presents-new-scientific-evidence-for-Cosentyx-in-ankylosing-spondylitis-and-psoriatic-arthritis-patients-at-EULAR-2016.html" rel="external nofollow" target="_blank">Link</a>)
	</li>
	<li>
		Neue Daten gab es auch zu <span ipsnoautolink="true">Taltz (Wirkstoff: Ixekizumab)</span> und zu <span ipsnoautolink="true">Tildrakizumab</span>.
	</li>
	<li>
		Ein Tweet regelte die Euphorie ob der <strong>IL-17-Medikamente</strong> allgemein in Bezug auf Psoriasis arthritis etwas herunter. Demnach würden sie zwar bei der Hälfte der Patienten die Schuppenflechte komplett zum Verschwinden bringen ("PASI100"), aber bei weniger als 20 Prozent wären die Gelenke (also die Psoriasis arthritis) danach um 70 Prozent besser ("ACR70").
	</li>
</ul>

<div>
	<div class="ipsEmbeddedOther">
		<iframe allowfullscreen="" class="ipsEmbed_finishedLoading" data-embedid="embed4308556851" id="ips_uid_8536_11" src="https://www.psoriasis-netz.de/index.php?app=core&amp;module=system&amp;controller=embed&amp;url=https://twitter.com/rheumatics/status/740925745086791681" style="overflow: hidden; height: 96px;" loading="lazy"></iframe>
	</div>
</div>

<p>
	Beim Bericht über die Studie mit Tildrakizumab bedenke man auch:
</p>

<div>
	<div class="ipsEmbeddedOther">
		<iframe allowfullscreen="" class="ipsEmbed_finishedLoading" data-embedid="embed8846874135" id="ips_uid_8536_12" src="https://www.psoriasis-netz.de/index.php?app=core&amp;module=system&amp;controller=embed&amp;url=https://twitter.com/Rheumatologe/status/741300431087915008" style="overflow: hidden; height: 119px;" loading="lazy"></iframe>
	</div>
</div>

<h4>
	Biosimilars
</h4>

<p>
	"Patienten fragen nach praktischen Informationen zu <strong>Biosimilars</strong> und nicht nach Lektionen in Biochemie", konstatiert die EULAR (Veranstalter des Kongresses):
</p>

<div>
	<div class="ipsEmbeddedOther">
		<iframe allowfullscreen="" class="ipsEmbed_finishedLoading" data-embedid="embed7617390548" id="ips_uid_8536_13" src="https://www.psoriasis-netz.de/index.php?app=core&amp;module=system&amp;controller=embed&amp;url=https://twitter.com/eular_org/status/740880621497647104" style="overflow: hidden; height: 96px;" loading="lazy"></iframe>
	</div>
</div>

<p>
	Für die "alten" Biologics kommen nach und nach immer mehr Nachahmer auf den Markt – und so offenbar auch noch einer mit dem Wirkstoff <strong>Infliximab</strong>, der zuerst in <strong>Remicade</strong> enthalten war (und ist):
</p>

<div>
	<div class="ipsEmbeddedOther">
		<iframe allowfullscreen="" class="ipsEmbed_finishedLoading" data-embedid="embed9808238498" id="ips_uid_8536_14" src="https://www.psoriasis-netz.de/index.php?app=core&amp;module=system&amp;controller=embed&amp;url=https://twitter.com/Rheumatologe/status/740890919982010368" style="overflow: hidden; height: 119px;" loading="lazy"></iframe>
	</div>
</div>

<ul>
	<li>
		Wer auf besagtes Remicade schon <strong>Antikörper</strong> entwickelt hat, sollte nicht auf ein Biosimilar von Infliximab eingestellt werden. Das nämlich wirkt dann unter Umständen schlechter. (<a href="http://www.eular.org/congresspressreleases/Biosimilar_switching_not_suitable_for_all_patients_--_OP0015.pdf" rel="external nofollow" target="_blank">Link</a>)
	</li>
	<li>
		Dazu passt, dass die Europäische Arzneimittelagentur EMA just während des Kongresses einen <a href="https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/flixabi" rel="external" target="_blank">Report über <strong>Flixabi</strong></a> – ein weiteres Biosimilar mit Infliximab – ins Netz gestellt hat.
	</li>
	<li>
		Überhaupt wird noch mehr darüber zu berichten sein, welches <strong>Biologikum</strong> bei Psoriasis arthritis wie gut wirkt.
	</li>
</ul>

<div>
	<div class="ipsEmbeddedOther">
		<iframe allowfullscreen="" class="ipsEmbed_finishedLoading" data-embedid="embed8916133304" id="ips_uid_8536_15" src="https://www.psoriasis-netz.de/index.php?app=core&amp;module=system&amp;controller=embed&amp;url=https://twitter.com/philipcrobinson/status/740838598300315650" style="overflow: hidden; height: 99px;" loading="lazy"></iframe>
	</div>
</div>

<ul>
	<li>
		Die gleiche Untersuchung gab's beim Kongress auch für die Ergebnisse bei Psoriasis zu sehen:
	</li>
</ul>

<div>
	<div class="ipsEmbeddedOther">
		<iframe allowfullscreen="" class="ipsEmbed_finishedLoading" data-embedid="embed7084048224" id="ips_uid_8536_16" src="https://www.psoriasis-netz.de/index.php?app=core&amp;module=system&amp;controller=embed&amp;url=https://twitter.com/philipcrobinson/status/740839055735296001" style="overflow: hidden; height: 99px;" loading="lazy"></iframe>
	</div>
</div>

<h3>
	"Klassische" Medikamente
</h3>

<h4>
	<abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>
</h4>

<div>
	<a href="https://twitter.com/ARD_BMJ/status/740920452235812865" rel="external nofollow" target="_blank">https://twitter.com/ARD_BMJ/status/740920452235812865</a>
</div>

<p>
	(<a href="https://ard.bmj.com/content/75/3/499" rel="external nofollow" target="_blank">Link</a>)
</p>

<h3>
	Forschung
</h3>

<p>
	Wie kann die Diagnose Psoriasis arthritis künftig besser gestellt werden? Auch darüber wird nachgedacht:
</p>

<div>
	<div class="ipsEmbeddedOther" contenteditable="false">
		<iframe allowfullscreen="" class="ipsEmbed_finishedLoading" data-embedid="embed5464560059" id="ips_uid_9309_7" src="https://www.psoriasis-netz.de/index.php?app=core&amp;module=system&amp;controller=embed&amp;url=https://twitter.com/DrAiLynTan/status/740906078230224897" style="overflow: hidden; height: 116px;" loading="lazy"></iframe>
	</div>

	<p>
		 
	</p>

	<p>
		 
	</p>
</div>

<div>
	<div class="ipsEmbeddedOther" contenteditable="false">
		<iframe allowfullscreen="" class="ipsEmbed_finishedLoading" data-embedid="embed1867241861" id="ips_uid_9309_8" src="https://www.psoriasis-netz.de/index.php?app=core&amp;module=system&amp;controller=embed&amp;url=https://twitter.com/DrAiLynTan/status/740896803080523776" style="overflow: hidden; height: 116px;" loading="lazy"></iframe>
	</div>
</div>

<h3>
	...und dann noch
</h3>

<h4>
	Awareness-Kampagnen
</h4>

<p>
	Kongresse und Termine wie diese werden von Pharmafirmen und anderen "Marktbeteiligten" immer auch für mehr oder weniger plakative Aussagen zu den Erkrankungen oder Therapiemöglichkeiten genutzt. Neudeutsch nennt man das Awareness- ("Aufmerksamkeits"-)Kampagnen. Beispiele gefällig? Bitteschön:
</p>

<div>
	<a href="https://twitter.com/NovartisPharma/status/740513729083645952" rel="external nofollow" target="_blank">https://twitter.com/NovartisPharma/status/740513729083645952</a>
</div>

<p>
	Will sagen: Bei 40 Prozent der Menschen mit Psoriasis arthritis kann es zu irreparablen Gelenkzerstörungen kommen. Wie das im Röntgenbild aussieht, erschließt sich, wenn man auf den Pfeil im Bild klickt <img alt=";)" data-loading="true" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/emoticons/default_wink.png" loading="lazy">
</p>

<hr>
<div>
	<a href="https://twitter.com/abbvie/status/740483804075315200" rel="external nofollow" target="_blank">https://twitter.com/abbvie/status/740483804075315200</a>
</div>

<p>
	Bei mehr als einem Drittel der Psoriasis-arthritis-Patienten hat ein Familienmitglied auch Schuppenflechte oder eben Arthritis.
</p>

<hr>
<div>
	<a href="https://twitter.com/abbvie/status/740861331016941568" rel="external nofollow" target="_blank">https://twitter.com/abbvie/status/740861331016941568</a>
</div>

<p>
	Bis zu jeder dritte, der eine Schuppenflechte hat, entwickelt auch eine Psoriasis arthritis.
</p>

<hr>
<div>
	<a href="https://twitter.com/yoka_pereira/status/740903957275410432" rel="external nofollow" target="_blank">https://twitter.com/yoka_pereira/status/740903957275410432</a>
</div>

<p>
	Bis zu 30 Prozent derer, die Schuppenflechte haben, haben auch eine Psoriasis arthritis. In Europa sind mehr als 2 Millionen Menschen, in den USA 500.000 Menschen davon betroffen. Bei den meisten tritt die Erkrankungen zwischen 40 und 50 Jahren auf.
</p>

<hr>
<div>
	<a href="https://twitter.com/LillyRheum/status/741332885978918913" rel="external nofollow" target="_blank">https://twitter.com/LillyRheum/status/741332885978918913</a>
</div>

<p>
	Ein Viertel dessen, was Patienten in Online-Communitys diskutieren, dreht sich ums Sozialleben – um Alltag, Familie, Arbeit, Sport und Reisen.
</p>

<hr>
<div>
	<a href="https://twitter.com/Celgene/status/741298887596642305" rel="external nofollow" target="_blank">https://twitter.com/Celgene/status/741298887596642305</a>
</div>

<p>
	41 Prozent der Menschen mit Psoriasis arthritis haben eine Daktylitis – eine Entzündung in allen Gelenken eines ganzen Fingers oder einer ganzen Zehe. Bis zu 71 Prozent der Betroffenen – die Entzündung sitzt dann am Übergang der Sehnen auf den Knochen.
</p>

<hr>
<div>
	<a href="https://twitter.com/abbvie/status/741222192705343488" rel="external nofollow" target="_blank">https://twitter.com/abbvie/status/741222192705343488</a>
</div>

<p>
	Eine frühe Diagnose und ein entsprechendes Management der Psoriasis arthritis kann helfen, dass Gelenke nicht zerstört werden.
</p>

<h4>
	...vieles mehr
</h4>

<ul>
	<li>
		Forscher haben eine Methode entwickelt, mit der sie den Einfluss verschiedener <strong>Begleiterkrankungen</strong> auf die Psoriasis arthritis bemessen können. Damit sollen diejenigen Patienten herausgefischt werden, die ein erhöhtes Risiko von Krankenhaus-Aufenthalten und einem vorzeitigen Tod haben. (<a href="http://www.eular.org/congresspressreleases/New_comorbidity_tool_predicts_risk_of_hospitalisation_and_premature_death_in_Psoriatic_Arthritis.pdf" rel="external nofollow" target="_blank">Link</a>)
	</li>
	<li>
		Um Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) der Schuppenflechte geht es auch beim <a href="http://www.epgonline.org/psoriasis-knowledge-centre/disease-awareness/comorbidities/" rel="external nofollow" target="_blank">Psoriasis Knowledge Centre</a>.
	</li>
	<li>
		Eine Studie verglich das <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25351522/" rel="external" target="_blank">Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen</a> bei Menschen mit Psoriasis arthritis, Psoriasis und Rheumatoider Arthritis. Das Ergebnis: Das Risiko war bei PsA am höchsten, wenn die Patienten noch nicht auf Basismedikamente ("DMARDs") eingestellt waren, gefolgt von denen mit Rheumatoider Arthritis, denen mit Psoriasis.
	</li>
	<li>
		Viele, viele <strong>Kurzfassungen der Fachvorträge</strong> gibt's im <a href="http://www.abstracts2view.com/eular/sessionindex.php?day=2016" rel="external nofollow" target="_blank">Abstract Archive 2016</a> und dort bei den Stichworten "Psoriatic arthritis".
	</li>
</ul>

<p>
	Einer der fleißigsten Twitterer war wohl <a href="https://twitter.com/_connectedcare" rel="external nofollow" target="_blank">Dr. Irwin Lim</a> aus Australien – und das, obwohl der Kongressveranstalter recht <strong><a href="https://congress.eular.org/rules_and_regulations.cfm" rel="external nofollow" target="_blank">restriktive Vorgaben</a></strong> gemacht hatte, was die sozialen Medien angeht. Diese Vorgaben waren dann auch ganz plastisch in den Vorträgen zu sehen:
</p>

<div>
	<a href="https://twitter.com/philipcrobinson/status/740511417720274944" rel="external nofollow" target="_blank">https://twitter.com/philipcrobinson/status/740511417720274944</a>
</div>

<p>
	Was die Vortragenden von dieser Regelung halten, hatte eine Rheumatologin dann auch prompt via Twitter gefragt. Tja:
</p>

<div>
	<a href="https://twitter.com/DrAiLynTan/status/738826038495567872" rel="external nofollow" target="_blank">https://twitter.com/DrAiLynTan/status/738826038495567872</a>
</div>

]]></description><guid isPermaLink="false">873</guid><pubDate>Sat, 11 Jun 2016 14:02:00 +0000</pubDate></item><item><title>Unverst&#xE4;ndliche Befunde werden kostenlos &#xFC;bersetzt</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/unverstaendliche-befunde-werden-kostenlos-uebersetzt/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_04/washabich-5jahre.jpg.188053373759d1c8bb63309b8a5731d1.jpg" /></p>

<p></p><p>Die Idee von Ansgar Jonietz und Johannes Bittner war so eine typische, ja, Idee eben: Die beiden dachten sich, dass es doch ganz cool wäre, wenn jemand kranken Menschen dieses Ärztelatein erklären würde. Der eine war eher der Informatiker, der andere Medizinstudent – und so setzten sie "mal eben" eine Internetseite auf.</p><p></p><p>Fünf Jahre später ist daraus ein Sozialunternehmen geworden: washabich.de übersetzt kostenlos unverständliche Befunde. Das macht keine Maschine – echte Menschen nehmen sich jedes Schreibens an. Das sind zum einen Medizinstudenten ab dem 8. Semester und zum anderen erfahrene Mediziner, die in ihrer Freizeit das tun wollen, wozu sie aus verschiedensten Gründen im Arbeitsalltag nicht kommen.</p><p></p><p>Die Bilanz nach 25.000 übersetzten Befunden:</p><p></p><ul><li>78 Prozent der Nutzer, die sich für oder gegen eine Operation entscheiden wollten, fanden den Service eine gute Hilfe.</li><li>76 Prozent derjenigen, die vorher Angst hatten, waren hinterher weniger ängstlich.</li><li>47 Prozent derjenigen, die ein Medikament nehmen müssen, taten das nach der Übersetzung regelmäßiger.</li></ul><p></p><div><a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_04/washabich-buero.jpg.41374be9719a9b6023c705eb7e074702.jpg" style="float:left;" data-fileid="19546" data-fileext="jpg" rel=""><img data-fileid="19546" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" alt="washabich.de Büro" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_04/washabich-buero.jpg.41374be9719a9b6023c705eb7e074702.jpg" loading="lazy"></a>In einem jungen Unternehmen ist ein Kicker wohl unvermeidlich <img alt=";)" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/emoticons/default_wink.png" loading="lazy"></div><p></p><p>Die Medizinstudenten, die als Übersetzer arbeiten, haben von der ehrenamtlichen Arbeit auf jeden Fall etwas – nämlich mehr Verständnis, wie sie später einmal mit Patienten viel verständlicher kommunizieren können.</p><p></p><h4>So funktioniert washabich.de</h4><p></p><ul><li>Der Patient sendet seinen Befund per Fax oder im Internet <a href="https://washabich.de/einsenden" rel="external nofollow">an die Plattform</a>. Dabei gibt er auch an, welchen Abschnitt des Befundes er übersetzt haben möchte. Außerdem kann jeder alle persönlichen Daten schwärzen – auch die des Arztes, von dem der Befund stammt oder an den er gehen sollte.</li><li>"Sachdienliche Hinweise" wie Geburtsjahr, Geschlecht und E-Mail-Adresse werden angegeben.</li><li>Ein Übersetzer von washabich.de nimmt sich des Befundes an.</li><li>Der Patient bekommt eine E-Mail mit einem Link und einem Passwort, unter dem die Übersetzung zu finden ist.</li></ul><p></p><h4>Neuestes Projekt: der Patientenbrief</h4><p></p><p>Neben dem Übersetzen von Befunden verfolgt washabich.de  ein weiteres Projekt: den Patientenbrief. Wer aus dem Krankenhaus kommt, soll künftig neben dem Entlassungsbrief auch eine schriftliche Information in leichter Sprache in der Hand haben. Darin stehen Dinge über die Krankheit, welche Untersuchungen durchgeführt werden oder wie sich der Patient verhalten sollte.</p><p></p><p>Das ganze Angebot finanziert sich aus mehreren Quellen. Das sind Partner und Förderer wie Krankenkassen, Mediziner-Verbände oder die Bertelsmann-Stiftung. Außerdem sind Spenden willkommen.</p><p></p><p>In den ersten fünf Jahren bekam washabich.de schon einige Anerkennung. Jüngste ist der Querdenker-Preis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin. Deren Generalsekretär Professor Ulrich R. Fölsch lobte bei der Verleihung das Projekt für ein niederschwelliges digitales Angebot, dass das Arzt-Patienten-Verhältnis nachhaltig verbessere. Die Plattform trage dazu bei, dem Patienten Informationen an die Hand zu geben, mit denen sie auf Augenhöhe mit ihrem Arzt sprechen und eine gemeinsame Entscheidung über mögliche weitere Behandlungen treffen können.</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">869</guid><pubDate>Fri, 15 Apr 2016 20:02:13 +0000</pubDate></item><item><title>DAK-Versicherte k&#xF6;nnen Videochat mit &#xC4;rzten nutzen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/dak-versicherte-koennen-videochat-mit-aerzten-nutzen/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_04/videoarzt.jpg.88b72dc5ada64ea89314464e4cc91fd0.jpg" /></p>

<p>Die Krankenkasse DAK bietet eine virtuelle Sprechstunde an. Dabei können sich Versicherte von einem Facharzt in einem Videochat beraten lassen – egal, um welche Diagnose es geht. In der Pressemitteilung zum Start des Angebots wird ausdrücklich erwähnt, dass so auch Veränderungen der Haut eingeschätzt werden können. Die Ärzte könnten dem Ratsuchenden auch beim Anlegen von Verbänden zur Seite stehen.</p><p>Die DAK-Versicherten können den Videochat auch nutzen, um nach dem Besuch in einer Arztpraxis eine Zweitmeinung einzuholen.</p><p>Klar ist: Die Ärzte können im Videochat keine Diagnose stellen und auch nicht behandeln. Trotzdem dürfte es für Versicherte ein Weg sein, um eine ausführliche und kompetente Beratung zu bekommen.</p><h4>So funktioniert der Video-Arzt</h4><ol> 	<li>Versicherte der DAK-Gesundheit wählen unter <a href="http://www.dak.de/aerzte-videochat" rel="external nofollow">www.dak.de/aerzte-videochat</a> einen oder mehrere Wunschtermine. Die können von montags bis freitags zwischen 8 und 20 Uhr sein. Dabei wird angegeben, um welches Thema es gehen soll. Dann kommt eine Terminbestätigung per E-Mail.</li> 	<li>Zum vereinbarten Termin loggt sich der Ratsuchende mit seiner Versicherungsnummer ein. Er setzt sich in ein virtuelles Wartezimmer.</li> 	<li>Ein Facharzt ruft den Ratsuchenden an. Ein Videofenster öffnet sich. Die Gesprächszeit ist nicht begrenzt.</li></ol>Im Moment funktioniert das Angebot vom "klassischen" Computer oder Laptop aus, wenn die Browser Firefox, Opera oder Chrome installiert sind. Voraussetzungen sind außerdem eine Webcam, ein Mikrofon und nicht zuletzt ein ausreichend schnelles Internet, damit nichts ruckelt. In ein paar Wochen soll es eine App für iOS und Android geben. Dann genügen auch Smartphone oder Tablet.<h4>Datenschutz beim Videoarzt</h4>Die Fachärzte im Videochat haben keine Unterlagen der Krankenkasse vor sich. Sie sind zudem an ihre Schweigepflicht gebunden. Weder die Krankenkasse noch der "normale" behandelnde Arzt erfahren, was im Chat besprochen wurde.<p>Die Techniker Krankenkasse bietet Patienten mit Hauterkrankungen einen anderen Weg zum Videoarzt an: Derzeit sechs Hautärzte nehmen an einem Projekt teil, bei dem diese Art der Behandlung getestet wird. Wer bei einem der 6 Hautärzte Patient ist und sich mit dem Arzt einig wird, kann künftige Besuche in der Praxis per Video erledigen. Weitere Informationen gibt es <a href="https://www.patientus.de/de/tk/" rel="external nofollow">beim Dienstleister Patientus</a>.</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">868</guid><pubDate>Thu, 14 Apr 2016 10:58:38 +0000</pubDate></item><item><title>Neues zur Neurodermitis &#x2013; April 2016</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/neurodermitis-wissen-2016/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_04/dermopharmazietagung2016.jpg.bec88a4a32d86c2e9d56007d6e3c7734.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Neurodermitis und Psoriasis sind zwei völlig verschiedene Hautkrankheiten. Doch es gibt Menschen, die beides haben. In den kommenden Jahren sind wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeiten zu erwarten. Darum ging es auf der </strong><a href="http://www.gd-online.de/german/veranstalt/images2016/20.GD_JT_ProgrammFlyer_Stand_24.02.2016.pdf" rel="external nofollow"><strong>Tagung der Gesellschaft für Dermapharmazie</strong></a><strong> im März 2016.</strong>
</p>

<p>
	Auf der Tagung war Neurodermitis ein Schwerpunkt. International wird die Erkrankung Atopische Dermatitis (AD) genannt.
</p>

<p>
	Laut Professor Thomas Ruzicka hinken Forschung und Therapieangebote gegenüber der Psoriasis um mehr als zehn Jahre hinterher. Professor Alexander Kapp allerdings wagte die Prognose, dass vor allem Patienten, die bisher als unheilbar galten, bald gute Chancen auf Erscheinungsfreiheit hätten.
</p>

<p>
	Psoriasis ist eine Entzündungskrankheit, die sich von <em>innen</em> her entwickelt. Dagegen kommt die Neurodermitis von <em>außen</em>: Ursache ist eine vererbte Veranlagung, die auf Umwelt-Reize mit einer Verletzung der schützenden Hautbarriere durch Ekzeme reagiert. Dadurch können Bakterien, Viren oder Allergene ungehindert eindringen. Vor allem im frühsten Alter stoßen sie auf ein noch nicht völlig ausgebildetes Immunsystem. So kommt es zu starken Entzündungen, verdickter und vergröberter Haut, Knoten, starkem Juckreiz, Infektionen oder Mykosen (Pilze). Wenn dadurch Allergien gegen Stoffe in Nahrungsmitteln, der Luft oder Materialien entwickelt werden, kann das langfristig zu Asthma und Heuschnupfen führen („<a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/all.12268" rel="external nofollow">atopischer Marsch</a>“).
</p>

<h2>
	Neurodermitis ist sehr verschieden
</h2>

<p>
	Bei der Tagung wies Professor Kapp auch darauf hin, dass es nicht „<em>die</em>“ Neurodermitis gibt. So seien weder die genetischen Ursachen bei allen gleich noch die Auslöse-Faktoren.
</p>

<p>
	Entsprechend unterschiedlich tritt die Neurodermitis auf: Während zum Beispiel Nahrungsmittel-Allergien (auf Ei, Milch Erdnuss und Soja) bei Kindern eine große Rolle spielen würden, seien sie bei Erwachsenen eher selten. Diagnose und Therapie müssen diese unterschiedlichen Neurodermitis-Gruppen berücksichtigen. Dafür sei ein <a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/161077" rel="external">Stufenkonzept</a> entwickelt worden.
</p>

<h2>
	Innerliche Medikamente gegen Neurodermitis bald da
</h2>

<p>
	Einzig zugelassener innerlicher Wirkstoff zur Behandlung der Neurodermitis ist zur Zeit nur <span ipsnoautolink="true">Ciclosporin</span>. Aber, so Professor Kapp, es sei zu erwarten, dass in den nächsten Jahren mehrere Biologika zugelassen werden. Vor allem für die schwer ausgeprägten Formen bei Erwachsenen. Einige werden schon jetzt „off-label“ verschrieben:
</p>

<ul>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Ustekinumab </span>(Stelara) wirke gut bei Patienten, die gleichzeitig Neurodermitis <em>und</em> Psoriasis haben.
	</li>
	<li>
		<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Omalizumab" rel="external">Omalizumab</a> (Xolair) sei bei der Gruppe der Neurodermitiker, die keine Filaggrin-Gen-Mutation haben, in einer kleinen <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/all.12234" rel="external nofollow">Studie</a> sehr erfolgreich gewesen.
	</li>
	<li>
		<a href="https://deutsch.medscape.com/artikel/4902413" rel="external nofollow">Dupilumab</a> sei ein überzeugender, extrem vielversprechender Wirkstoff mit geringen Nebenwirkungen (Kopfschmerzen, Nasopharyngitis). Die Zulassung dieses Interleukin-4-Antikörpers ist <a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/174999" rel="external">für Ende 2016 oder Anfang 2017 zu erwarten</a>.
	</li>
	<li>
		Mit <a href="https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0032-1326501" rel="external nofollow">IL-31-Blocker</a>n bestünden sehr gute Aussichten, Neurodermitis und Juckreiz zu behandeln.
	</li>
	<li>
		Dagegen würden TNF-Alpha-Blocker (<span ipsnoautolink="true">Infliximab</span>, <span ipsnoautolink="true">Adalimumab</span> und <span ipsnoautolink="true">Etanercept</span>) zwar die Psoriasis verbessern, Neurodermitis parallel dazu aber verschlechtern.
	</li>
</ul>

<h2>
	Behandlung mit Immuntherapie kann Neurodermitis bessern
</h2>

<p>
	Dr. Petra Staubach wies darauf hin, dass sich der Neurodermitis-Score (SCORAD) verbessern könne, wenn Allergien rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Deshalb sei zu überlegen, ob Neurodermitiker nicht generell einen <a href="https://www.apotheken-umschau.de/diagnose/patch-test" rel="external">Atopie-Patch-Test</a> machen sollten. Durch eine Immun-Therapie würde sich die Neurodermitis jedenfalls nicht verschlechtern. Das habe eine <a href="http://www.cochrane.org/CD008774/SKIN_specific-allergy-immunotherapy-treatment-atopic-eczema" rel="external nofollow">Studienanalyse des Cochrane-Instituts</a> bestätigt – <a href="http://www.cochrane.org/CD008426/SKIN_house-dust-mite-reduction-and-avoidance-measures-treating-eczema" rel="external nofollow">vor allem bei einer Hausstaub-Allergie</a>, da diese Milbe ein wesentlicher Verursacher der Neurodermitis sei. Vereinzelte positive Therapieerfolge lägen auch für Allergien gegen Birken- oder Gräserpollen, Katzen-Epithelien, Eiweiß, Weizenmehl und Sellerie vor.
</p>

<p>
	Professor Randolf Brehler berichtete, dass Patienten eine Allergie gegen Erdnüsse entwickelt hätten, obgleich sie die völlig gemieden hatten. Es stellte sich heraus, dass im Hausstaub Erdnussproteine enthalten waren. Verursacher waren andere Personen im Haushalt, die vorher Erdnuss-Produkte verzehrt hatten. Besonders gefährdet seien Menschen, deren Hautbarriere schon geschädigt ist. Immun dagegen wurden diejenigen, denen möglichst früh geringe Mengen Erdnuss-Proteine gegeben wurden.
</p>

<p>
	Ähnliches gelte für Soja: Tierexperimente hätten gezeigt, dass der Kontakt mit Soja nur dann eine Allergie auslösen kann, wenn die Hautbarriere geschädigt ist oder <span ipsnoautolink="true">Staphylokokken</span> aufgetragen wurden. Die Haut von Neurodermitikern ist aber genau mit diesen Bakterien besiedelt. Deshalb können sie vermutlich direkt über den Hautkontakt mit Sojaproteinen eine Soja-Allergie entwickeln – ohne je Soja verzehrt zu haben. Eine frühzeitige Immunsierung ist deshalb geraten.
</p>

<h2>
	Kortison wird äußerlich eingesetzt
</h2>

<p>
	Äußerlich wird Neurodermitis mit Glukokortikosteroiden (<span ipsnoautolink="true">Kortison</span>) oder <a href="https://www.allum.de/krankheiten/therapiemoeglichkeiten/calcineurin-inhibitoren-cyclosporin-tacrolimus-pimecrolimus" rel="external nofollow">Calcineurin-Inhibitoren</a> behandelt. Professor Brehler meinte, die Angst vor Kortison habe deutlich zugenommen. Das sei bei der Neurodermitis nicht völlig grundlos: Kortison würde zwar die Entzündung sehr gut hemmen, aber die geschädigte Hautbarriere nicht reparieren. Das sei besonders problematisch an den Händen. Dagegen könnten Calcineurin-Inhibitoren (Tacrolimus, Pimecrolimus) die Lipidbildung in der Hautbarriere (wie Mörtel bei Ziegelsteinen) fördern und damit die Barrierefunktion normalisieren. Kortison verdünnt die Haut, abhängig von Wirkstoffstärke. Normalerweise bildet sich das aber wieder zurück, wenn Kortison abgesetzt wird.
</p>

<p>
	Trotzdem sei im akuten Schub eine „pro-aktive Therapie“ sinnvoll: Beginnen solle man mit einer starken Kortison-Creme, um dann nach Abklingen der schweren Entzündung zweimal pro Woche mit schwächerem Mittel weiterzubehandeln. Wenn man diese Therapie durchgängig anwende – also Kortison überhaupt nicht absetze – falle der nächsten Schub schwächer aus und man benötige insgesamt weniger Kortison. Es mache keinen deutlichen Unterschied, ob man sich einmal oder zweimal täglich eincreme; dreimal aber sei unnötig. Calcineurin-Inhibitoren sind nicht für eine Dauertherapie zugelassen.
</p>

<p>
	Dr. Andreas Hünerbein verwies darauf, dass Kortisone inzwischen nicht nur <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/kortison/kortison-wirkstoffe/" rel="">nach ihrer Stärke in Wirkstoffklassen eingeteilt</a> werden. Es gäbe zusätzlich den Therapeutischen Index (TIX). Der bewerte das Verhältnis zwischen erwünschten Wirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen, vor allem der Hautverdünnung. Erst ab einem TIX von 2,0 überwiegen die positiven Effekte die negativen. Diesen Wert erreichen nur die Wirkstoffe Hydrocortisonbutyrat, Momethasonfuroat, Methylprednisolonaceponat und Prednicarbat. Kortisonprodukte mit TIX 1,0 sollten, so Dr. Hünerbein, nicht mehr eingesetzt werden, selbst wenn es im Einzelfall erlaubt sei.
</p>

<p>
	Alle Experten waren sich darin einig, dass die Barrierefunktion der Haut bei bei einer Neurodermitis durch gutes Rückfetten wieder hergestellt werden kann. Dr. Staubach empfiehlt Wasser-in-Öl-Emulsionen mit hohem Wassergehalt (60 bis 80%) mit barriere-stärkenden Lipiden und Feuchtigkeitsspendern (Moisturizer).
</p>

<h2>
	Vorsorgliches Eincremen schützt nicht vor Neurodermitis
</h2>

<p>
	Dr. Staubach betonte, dass Eltern eine Neurodermitis meistens an ihre Kinder weitergeben würden. Wenn Säuglinge drei bis vier Monate gestillt würden, kann sich das Immunsystem gut ausbilden. Länger sei – aus immunologischer Sicht! –nicht nötig.
</p>

<p>
	Eine ihrer damals "aufsehenerregenden" Aussagen wurde <a href="https://www.test.de/Neurodermitis-Vorbeugendes-Cremen-schuetzt-nicht-5356953-0/" rel="external">in 2020 widerlegt</a>: Eine Zeit lang gingen die Dermatologen davon aus, Mütter könnten das Risiko einer Neurodermitis um die Hälfte senken. Sie müssten lediglich ihr Neugeborenes im ersten halben Jahr sehr gut und konsequent eincremen. Das wurde später in zwei aufwendigen Studien widerlegt. Im Gegenteil traten bei denjenigen, die extrem viel eingecremt wurden verstärkt Infektionen, Flechten und Pilze auf der Haut auf.
</p>

<p>
	Hautpflege bei Babys ist wichtig, aber eine Neurodermitis kann man damit nicht verhindern. Es bleibt der Trost: "<a href="https://www.test.de/Neurodermitis-Vorbeugendes-Cremen-schuetzt-nicht-5356953-0/" rel="external">Bei mehr als der Hälfte der Babys verschwindet die Erkrankung inner­halb weniger Jahre wieder, bei weiteren 20 Prozent vor der Pubertät.</a>"
</p>

<h2>
	Harnstoff und Hautöle vorsichtig anwenden
</h2>

<p>
	Harnstoff (Urea) als Feuchtigkeitsspender ist alkalisch und kann deshalb die Barrierefunktion der Haut negativ beeinflussen. Bei Neurodermitikern kann er schon bei niedriger Konzentration auf der Haut brennen ("Stinging-Effekt"). Bei einer akut entzündeten Haut sollte nicht mehr als ein 5-prozentiges Urea-Produkt genommen werden.
</p>

<p>
	Professor Markus Metz rät, ganz auf Urea-Produkte zu verzichten, wenn ein Patient das Gefühl hat, dass die Haut dadurch gereizt wird. Bei Kindern ist die Substanz vorsichtig und gering dosiert einzusetzen. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte man völlig darauf verzichten. Die Leitlinien empfehlen Harnstoff ab 5 Jahren, manche Hautärzte wenden es schon ab drei Jahren. Als alternative Feuchtigkeitsspender gelten Natriumchlorid und Glycerin.
</p>

<p>
	Öl als Basispflege bei Neurodermitis und starkem Juckreiz ist ebenfalls nicht völlig unproblematisch. Nicht alle pflanzlichen Öle sind dafür geeignet. Professor Brehler empfiehlt Mandelöl. Dagegen würde Professor Metz generell davon abraten, Hautöle direkt auf die Haut aufzutragen. Sie enthalten seiner Meinung nach viel zu viel Säure. Als Beispiel nannte er Teebaumöl, das die Haut irritieren könne. Wenn Öle in Cremes verarbeitet seien, wären sie für die Pflege dagegen in Ordnung.
</p>

<h2>
	Pflegeprodukte versprechen Wirkung
</h2>

<p>
	Mehrere Referenten bemängelten, dass es keine objektiven Untersuchungen darüber gäbe, welche Pflegeprodukte wie wirken. Vor allem für so genannte <a href="http://www.apotheken-umschau.de/Kosmetik/Hautpflege-Was-sind-Cosmeceuticals-461727.html" rel="external">Cosmeceuticals</a>, die Wirkstoffe gegen Juckreiz, besondere Feuchtigkeitsspender, Bakterien gegen Neurodermitis oder ähnliches enthalten, forderte Dr. Staubach placebo-kontrollierte und randomisierte Wirkungsnachweise.
</p>

<h2>
	Das Symptom der Symptome bei Neurodermitis
</h2>

<p>
	Professor Metz betonte, dass 100 Prozent der Neurodermitiker unter Juckreiz leiden. Bei der Psoriasis seien es „nur“ 67 bis 84 Prozent. Dennoch gäbe es bisher kein zugelassenes Medikament gegen den chronischen Juckreiz (Pruritus).
</p>

<ul>
	<li>
		Arzneimittel, die verhindern, dass Histamin ausgeschüttet wird, würden zu 95 Prozent nur bei der Utikaria wirken. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Antihistaminikum" rel="external">H<sub>1</sub>-Anti-Histaminika</a> seien bei Neurodermitis nutzlos. H<sub>2</sub>-Anti-Histaminika oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mastzellstabilisator" rel="external">Mastzell-Stabilisatoren</a> wären offiziell nicht empfohlen.
	</li>
	<li>
		<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Naltrexon" rel="external">Naltrexon</a> helfe grundsätzlich, habe aber ausgeprägte unerwünschte Nebenwirkungen.
	</li>
	<li>
		Für <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gabapentin" rel="external">Gabapentin</a> lägen gute Erfahrungen vor.
	</li>
	<li>
		Ebenfalls gute Ergebnisse ergaben Studien mit Neurokinin-1-Rezeptor-Antagonisten. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Aprepitant" rel="external">Aprepitant</a> (Emend®) könne schon jetzt „off-label“ verschrieben werden. In Zukunft werden speziell für Neurodermitiker außerdem Orvepitant und Tradipitant verfügbar sein.
	</li>
</ul>

<p>
	Für die äußerliche Juckreiz-Behandlung empfiehlt Professor Metz die <a href="http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=50630" rel="external">1-2-3-Creme</a>, die bei Kindern gegebenenfalls ohne Kampfer angewendet werden könne. Der Wirkstoff <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/juckreiz/capsaicinoide-bei-juckreiz" rel="">Capsaicin</a> dagegen sei wegen seiner Konsistenz viel zu schwer und viel zu häufig (5x täglich) aufzutragen.
</p>

<h2>
	Zum Weiterlesen
</h2>

<ul>
	<li>
		Behandlungs-<a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027" rel="external nofollow">S2-Leitlinie Neurodermitis</a>, AWMF, März 2015
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-142016/haut-in-bedraengnis/" rel="external">Neurodermitis: Haut in Bedrängnis</a>, Verena Ruß, Pharmazeutische Zeitung 14/2016
	</li>
	<li>
		<a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s12326-014-0144-y#/page-1" rel="external nofollow">Ein Silberstreif am Horizont – was ist in der Pipeline an neuen Wirkstoffen bei atopischer Dermatitis?</a>, Christine Bangert, hautnah, November 2015, Volume 14, Issue 4, pp 82-89
	</li>
	<li>
		<a href="http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/mikrobiom-126.html" rel="external nofollow">Einfluss des Mikrobioms auf Allergien und Neurodermitis</a>, ARD 16.01.16
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/schuppenflechte-kopf/loyon-soll-im-kampf-gegen-die-schuppen-helfen/" rel="">Cosmeceuticals gegen Neurodermitis Bakterien</a>, Psoriasis-Netz, 22.05.15
	</li>
	<li>
		Blutwäsche: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/pilotprojekt-fuer-erwachsene-mit-schwerer-neurodermitis" rel="">Pilotprojekt für Erwachsene mit schwerer Psoriasis</a>, Psoriasis-Netz 05.07.15
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true"><a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/juckreiz/juckreiz-kratzen-wissen-tipps" rel="">Wie sich das Kratzen stoppen lässt</a></span>, Psoriasis-Netz 10.11.2015
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">867</guid><pubDate>Sun, 10 Apr 2016 20:19:00 +0000</pubDate></item><item><title>Der fr&#xFC;he Vogel f&#xE4;ngt den Wurm &#x2013; auch bei Psoriasis arthritis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/psa-frueh-behandeln/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_03/psa-fruehzeitig-behandeln.jpg.f722ea9ff61cf028910c9584ad690d39.jpg" /></p>
<p>
	Jeder zehnte Schuppenflechte-Patient bekommt die so genannte Psoriasis arthritis – Schmerzen und / oder Schwellungen an den Gelenken. Nur: Die rheumatische Erkrankung bleibt oft unerkannt. Das behaupten und beklagen jetzt auch Experten der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM).
</p>

<p>
	"Ärzte können die Symptome mit Medikamenten und engmaschigen Kontrolluntersuchungen nahezu vollständig unter Kontrolle bringen und damit den Patienten ein schmerzfreies Leben ermöglichen können", meinen besagte Experten – wenn die Krankheit rechtzeitig bemerkt wird. „Wird frühzeitig mit der Medikamentengabe begonnen, können viele Patienten ein schmerzfreies Leben führen“, so Professor Elisabeth Märker-Hermann von den Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden.
</p>

<p>
	Eine <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> äußere sich zum Beispiel mit Entzündungen in den Gelenken, Sehnenscheiden, Knochen und der Wirbelsäule. Das Gelenk werd wie bei der rheumatoiden Arthritis ohne Behandlung langfristig zerstört. Mit einer rechtzeitigen Reaktion könne den Patienten eine Doppelbelastung durch Haut- und Gelenkbeschwerden erspart bleiben. Die eingesetzten Medikamente wirkten sich zudem positiv sowohl auf die rheumatischen Beschwerden als auch auf die Schuppenflechte aus.
</p>

<p>
	Eine wichtige Rolle kommt bei der Schuppenflechte und der Psoriasis arthritis genetischen Faktoren zu. Jährlich werden in großen Studien neue Gene gefunden, die immunologische Abwehrreaktionen der Haut und Entzündungen im Körper beeinflussen.
</p>

<p>
	In der Regel verschreiben Ärzte bei einer Psoriasis arthritis Rheuma-„Basis“-Medikamente – zum Beispiel Medikamente wie <span ipsnoautolink="true">Methotrexat</span>, Sulfasalazin und Leflunomid, die auf das Immunsystem wirken. Sehr gut wirksam sind laut den DGIM-Experten die  <span ipsnoautolink="true">Biologika</span><span style="display: none;"> </span>, die den Botenstoff TNF-alpha hemmen. Zudem sind in den letzten Monaten neue Medikamente zur Therapie der Haut und der Gelenke zugelassen worden.
</p>

<p>
	Wegen der Wirkung auf das Immunsystem und möglicher Nebenwirkungen müssen die Patienten gut aufgeklärt werden. „Die Therapie darf wegen möglicher Nebenwirkungen nur unter engmaschiger Betreuung durchgeführt werden“, ergänzt Professor Gerd Hasenfuß, Vorsitzender der DGIM: „Ziel ist ein maximaler Gelenkschutz bei minimalen Risiken und Nebenwirkungen.“
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">866</guid><pubDate>Wed, 23 Mar 2016 08:34:00 +0000</pubDate></item><item><title>Wer sich jetzt sozial engagiert, hat im Alter was davon</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/engagieren-alter-zufrieden/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_03/gemeinschaft.jpg.55af0e2566b29a7c13e0ea30f277b862.jpg" /></p>

<p><strong>Soziales Engagement ist im Hier und Heute gut – und für den Helfenden eine kleine Zufriedenheits-Versicherung fürs Alter.</strong></p><p>In den letzten Lebensjahren sind Menschen vielleicht nicht mehr so gesund. Doch wer in den Jahren davor angefangen hat, sich sozial zu engagieren und das dann auch bei Krankheit fortsetzt, dem geht es in der letzten Lebensphase besser.</p><p>Berliner Forscher haben zusammen mit Kollegen in den USA untersucht, wie soziales Engagement und Wohlbefinden im letzten Lebensabschnitt zusammenhängen. Das Ergebnis erschien jetzt <a href="https://psycnet.apa.org/record/2016-11363-001" rel="external nofollow">in der Fachzeitschrift "Psychology and Aging"</a>.</p><h4>Aktives Leben fördert Zufriedenheit im Alter</h4>Untersucht wurden die Daten von 2.910 verstorbenen Menschen, die vor ihrem Tod einmal im Jahr an einer Erhebung teilgenommen hatten – mancher sogar 27 Jahre lang. Das Ergebnis: Ein aktives Leben und das Verfolgen sozialer Ziele fördern unabhängig voneinander das Wohlbefinden in der letzten Lebensphase. Für die Zufriedenheit ist es egal, wie krank der Aktive ist, welche Behinderung er hat, ob er oft ins Krankenhaus muss, wie viel Geld und welche Bildung er hat.<p>Diejenigen, die weniger sozial aktiv waren oder die soziale Ziele nicht so wichtig fanden, schätzten ihre Lebenszufriedenheit einem Jahr vor ihrem Tod als besonders niedrig ein. Die Studie zeigte auch, dass es darauf ankommt, sozial aktiv zu bleiben. Das Wohlbefinden nimmt dann nämlich kaum ab.</p><p>„Sozial aktive ältere Menschen fühlen sich gut, wahrscheinlich weil sie etwas machen, was ihnen Freude bringt", erklärt Gert G. Wagner, einer der Autoren der Studie. "Indirekt kann die allgemeine Lebenszufriedenheit dadurch gestärkt werden, weil das Selbstwertgefühl steigt ebenso wie das Gefühl, noch etwas bewegen zu können.“</p><h4>Wo kann ich helfen?</h4>Wo Ehrenamtliche gesucht werden, ist zum Beispiel bei einer Freiwilligenagentur in der Nähe zu erfahren. Wo so eine Agentur ist, kann man bei der <a href="https://bagfa.de/ueber-die-bagfa/freiwilligenagenturen-und-mitglieder/" rel="external nofollow">Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen</a> suchen. Soziales Engagement ist natürlich immer auch in einer Selbsthilfegruppe möglich – zum Beispiel im Bereich der Schuppenflechte <img alt=";)" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/emoticons/default_wink.png" loading="lazy"> Die Dachverbände finden Sie <a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen/kategorie/selbsthilfegruppen/dachverbaende/" rel="">in unserem Adressbuch</a>.
]]></description><guid isPermaLink="false">865</guid><pubDate>Sat, 12 Mar 2016 15:19:40 +0000</pubDate></item><item><title>Kranke Surfer f&#xFC;hlen sich ges&#xFC;nder</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/patienten-internet-wahrnehmung/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_03/krank-im-internet.jpg.b7d107b69c73f3f8956d006ac291f906.jpg" /></p>

<p>Wer wegen einer Krankheit im Internet nach Informationen sucht, schätzt danach seine eigene Gesundheit besser ein – und das manchmal zu unrecht. Das zumindest behaupten Forscher vom Leibniz-WissenschaftsCampus „Bildung in Informationsumwelten“ in Tübingen.</p><p>Sie selbst drücken das ein wenig anders aus, nämlich:</p><blockquote class="ipsQuote">dass das Suchen und Lesen von medizinischer Information im Internet zu einer positiveren Wahrnehmung der eigenen Gesundheit führen kann – und zwar dann, wenn Patienten nach einer Diagnose gesundheitliche Bedrohung erleben.</blockquote>Gespräche mit dem Arzt sind dem Kranken oft zu kurz oder zu oberflächlich. Da nutzen die Erkrankten doch lieber dasInternet, um ihre Diagnose besser zu verstehen und Informationen über Heilungsverfahren oder Krankheitsverlauf zu erfahren.<p>Die Tübinger Psychologen fanden auch heraus, dass Patienten die Internet-Informationen einseitig aufnehmen, wenn sie die Diagnose haben und sich von der Krankheit "bedroht" fühlen. "Viele Menschen konzentrieren sich unter Bedrohung bei ihrer Internetrecherche unbewusst auf die positiven Informationen und blenden negative aus", schreiben sie <a href="https://www.jmir.org/2016/3/e56/" rel="external">in ihrer Studie</a>.</p><p>Der Psychologe Professor Kai Sassenberg erklärt: „Um das Gefühl der Bedrohung zu reduzieren, wählen Patienten bei der Informationssuche im Internet mehr positive Links aus und erinnern sich öfter an positive Informationen aus gelesenen Texten.“ Erkrankte würden sich so einen verfälschten Eindruck von ihrer eigenen Situation formen. Das Fatale: Dann übersehen sie auch, dass sich ihre Krankheit auch negativ entwickeln kann.</p><p>Mit diesem einseitigen Bild kommen die Patienten irgendwann zu ihrem Arzt zurück – und der muss das dann geraderücken.</p><p>Überrascht waren die Forscher von einem Ergebnis: "Je schwerer die Erkrankung, desto zuversichtlicher fühlen sich Menschen nach intensiver Internetrecherche in Bezug auf ihre eigene Gesundheit."</p><p>In Tübingen setzt man bei der Lösung des Problems auf die Zukunft: Die Forscher des Leibniz-Instituts für Wissensmedien tüfteln mit Dozenten des Universitätsklinikums Tübingen an Unterrichtseinheiten für zukünftige Ärzte. Dann lernen Medizinstudenten, wie sie mit (fehl-)informierten Patienten angemessen umgehen.</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">863</guid><pubDate>Wed, 09 Mar 2016 10:51:35 +0000</pubDate></item><item><title>Krankenkasse muss Wassergymnastik bezahlen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/krankenkasse-wassergymnastik/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_03/schwimmnudeln.jpg.9596aa8ff763050232d3927dff1c54ac.jpg" /></p>

<p>
	Wer wegen einer Psoriasis arthritis vom Arzt einen Kurs in Funktionsgymnastik verschrieben bekommt, kann nach einiger Zeit einen Auffrischungskurs besuchen – und auch dann wieder auf Kosten der Krankenkasse. Das Sozialgericht Mainz hat das in einem Urteil bestätigt.
</p>

<p>
	Geklagt hatte ein Mann, der wegen seiner Psoriasis arthritis zweimal in der Woche zum Funktionstraining – zur Wassergymnastik – gegangen war. Nach vier Jahren wollte die Krankenkasse die Kosten für einen Auffrischungskurs nicht mehr übernehmen. Die Ablehnung begründete sie damit, dass der Mann die Übungen inzwischen gelernt haben müsste und nun allein, ohne Anleitung durchführen könnte. Nach einem Widerspruch meinte der Medizinische Dienst der Krankenkassen, die Leistung wäre nicht wirtschaftlich. Und: Es stünden Alternativen zur Verfügung.
</p>

<h2>
	Krankenkasse erkennt keinen Grund zur Ausnahme
</h2>

<p>
	Daraufhin schrieb die Krankenkasse dem Mann, dass sie keine Ausnahmeindikationen erkennen könnte – zum Beispiel psychische oder kognitive Beeinträchtigungen, die die langfristige Durchführung des Übungsprogramms in Eigenverantwortung nicht möglich machen würde. Dem Kläger wurde empfohlen, auf eigene Kosten ein Sportangebot wahrzunehmen.
</p>

<p>
	Der Betroffene klagte gegen die Krankenkasse beim Sozialgericht Mainz. Seine Argumente: Sein Arzt habe ihm die Wassergymnastik verordnet, also bestünde doch eine medizinische Notwendigkeit, das Training wie bisher durchzuführen. Und: Es bestünde die Gefahr, dass er die Übungen falsch ausführt und damit seine Gesundheit erheblich gefährden würde. Außerdem würde das Gemeinschaftserlebnis des Gruppensports positiv wirken.
</p>

<p>
	In seiner Klage erklärte der Betroffene, dass er den Bewegungsraum im Schwimmbad nicht ohne weiteres betreten könne. Die Gerätschaften seien weggeschlossen. Ohnehin vergesse er inzwischen vieles. Die Bewegungsabläufe seien so vielfältig, dass er sie sich nicht gut merken könne.
</p>

<h2>
	Gericht gibt Klage statt – teilweise
</h2>

<p>
	Das Gericht gab der Klage teilweise statt: Die Richter verurteilten die Krankenkasse, dem Kläger ein Aktualisierungstraining einmal pro Woche für die Dauer eines Jahres zu bewilligen. Die Begründung: Der Gesetzgeber habe dem Kläger grundsätzlich einen Anspruch auf das Erlernen der Funktionsgymnastik in einer Gruppe unter Anleitung eingeräumt. Es sei zwar richtig, dass die Krankenkasse den Wassergymnastik-Kurs nicht mehr finanzieren müsse, wenn der Kläger nach einer gewissen Zeit in der Lage sei, die Übungen auch eigenständig durchzuführen – dann dürfe sie den Kläger auf seine Selbstverantwortung verweisen. Die Selbstverantwortung habe aber Grenzen. Es müsse durch Fachleute sichergestellt bleiben, dass neue medizinische Erkenntnisse bei dem Kläger ankämen und sich bei den Übungen auf Dauer keine Ausführungsfehler einschlichen. Außerdem sei zu überprüfen, ob bei bestimmten chronischen Erkrankungen wegen ihres Fortschreitens neue oder andere Übungen notwendig seien. Daher habe die Krankenkasse nach einigen Jahren wieder ein Funktionstraining zu bewilligen, wenn das dann von einem Arzt ver-ordnet wird.
</p>

<p>
	Das <a href="http://www3.mjv.rlp.de/rechtspr/DisplayUrteil_neu.asp?rowguid=%7BB1D71489-6A25-4389-A39B-1092D835ABB0%7D" rel="external nofollow">Urteil vom 03.11.2015</a> ist rechtskräftig (Aktenzeichen S 14 KR 458/12).
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">862</guid><pubDate>Tue, 08 Mar 2016 10:32:00 +0000</pubDate></item><item><title>App bietet "Rheuma-Auszeit" mit Bewegung und Entspannung</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/rheuma-auszeit/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_02/rheuma-auszeit-1.jpg.f90ced0b384270385b12c2a60bd7ba4e.jpg" /></p>

<p>Die Deutsche Rheuma-Liga hat eine App in die Appstores geschickt, mit der sie im Alltag für Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung da sein will – also auch bei Psoriasis arthritis.</p><p>In der App "Rheuma-Auszeit" gibt es Anleitungen zu Bewegungsübungen und Empfehlungen, wie rheumatische Schmerzen bewältigt werden können. Für jede Übung gibt es eine Datei zum Anhören. Bei manchen Bewegungsübungen sind Fotos zu sehen. Texte ergänzen in der App die Informationen über die Rheuma-Liga und verlinken auf deren Angebote.</p><p>Die Rheuma-Liga will ihre App als Erste-Hilfe-Kasten und alltäglichen Begleiter verstanden wissen.</p><p>Aktion Mensch hat das Projekt als Teil der Kampagne „Selbstbestimmt leben, Gesellschaft verändern“ gefördert. "An der Planung und Entwicklung des Angebots waren erfahrene Betroffene sowie Profis beteiligt", schreibt die Deutsche Rheuma-Liga. Fachlich beraten wurde sie von der Berliner Firma Welldoo, die auch die Gestaltung und Programmierung erledigte.</p><p><a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_02/rheuma-auszeit-2.jpg.86f3f60e227c5635d59b8f6b2ea7e310.jpg" data-fileid="19518" data-fileext="jpg" rel=""><img data-fileid="19518" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" alt="Rheuma-Auszeit" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_02/rheuma-auszeit-2.jpg.86f3f60e227c5635d59b8f6b2ea7e310.jpg" loading="lazy"></a></p><h4>"Rheuma-Auszeit" im Test</h4>Wir haben die App getestet. Sie verlangt nach keinerlei persönlichen Informationen und will keinen Zugriff auf das Smartphone – weder auf die Kamera noch auf Adressen oder irgendwas, zumindest am iPhone. Am Android-Smartphone meldet sie nötige Verbindungen zu "Kamera / Dateien" sowie auf WLAN-Verbindungsdaten.<p>Man muss sich nirgends registrieren. Das ist eindeutig ein Pluspunkt. Die App funktioniert nach dem Herunterladen auch ohne Internetverbindung. Und: Sie will einem keine Mitteilungen schicken. Mancher würde vielleicht gern an die Existenz der App erinnert, um etwas häufiger eine "Rheuma-Auszeit" zu nehmen, aber das ist Geschmackssache.</p><p><a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_02/rheuma-auszeit-3.jpg.569b7ad8f08df41bbbd82175043be1b7.jpg" style="float:left;" data-fileid="19519" data-fileext="jpg" rel=""><img data-fileid="19519" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" alt="Rheuma-Auszeit" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_02/rheuma-auszeit-3.jpg.569b7ad8f08df41bbbd82175043be1b7.jpg" loading="lazy"></a>Nach dem Start der App kann sich der Nutzer aussuchen, wonach ihm gerade ist: Er kann einen Spannungslöser, einen Fantasie-Anreger, einen Muntermacher, "Abkühler &amp; Aufwärmer" oder einen Kraftspender wählen. Auf Fingertipp kommt eine Erläuterung. Die sollte der Nutzer auch nicht so einfach übergehen. Manche Tipps wie "Massieren Sie sich lieber sanft und dafür häufiger als zu intensiv" sind schon gute Hinweise für Anfänger. Diese Tipps erscheinen auch nur beim ersten Mal so offensiv, danach sind sie über eine "Informations-"Schaltfläche immer wieder abzurufen.</p><p>Nach dem Einführungs-Tipp stehen verschiedene Übungen zur Auswahl. Die Länge ist ebenso angegeben wie die "Ausgangslage" – also wie sich der App-Nutzer jetzt am besten hinsetzt oder -legt. Danach steht die Übung zum Start bereit.</p><p>Insgesamt hält die App 30 Übungen bereit. Das ist nicht überwältigend viel, wie man es vielleicht von mancher Fitness- oder Wellness-App erwartet. Doch die "Rheuma-Auszeit" soll ja auch weder Fitness- noch Wellness-App sein, sondern mal was für zwischendurch zur kurzen Unterbrechnung des Alltags. Und das ist sie allemal.</p><p>Die App ist kostenlos und sowohl für das <a href="https://apps.apple.com/de/app/rheuma-auszeit/id1068203647" rel="external nofollow">iPhone</a> als auch für <a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=com.mobile.rheumaauszeit" rel="external nofollow">Android-Smartphones</a> zu haben.</p><p>Wenn Sie die App schon getestet haben – wir freuen uns über Meinungen. Oder Vorschläge für andere Apps, die wir unter die Lupe nehmen können.</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">861</guid><pubDate>Mon, 22 Feb 2016 14:40:39 +0000</pubDate></item><item><title>Weltknuddeltag: "Bitte ber&#xFC;hren" startete eiskalt</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/bitte-beruehren-startet/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_01/bitteberuehren-berlin.jpg.2c8dbe21f4b2d18236303b5fa196edc3.jpg" /></p>

<p>
	Hautärzte und Patienten haben am Weltknuddeltag ("Hug Day") 2016 mit einer Aktion darauf aufmerksam gemacht, dass auch Menschen mit Schuppenflechte ein bisschen Nähe genießen. Doch der Auftakt zur Aktion "Bitte berühren" war ein kalter: Bei -3°C fanden sich am Brandenburger Tor um 8 Uhr morgens nicht ganz so viele Touristen oder Passanten. Doch die, die angesprochen wurden, reagierten alle freundlich. Überdurchschnittlich viele verwiesen auf einen Bekannten oder Verwandten, der an Schuppenflechte leidet.
</p>

<p>
	Eine chinesische Touristin band sich kurzerhand eines der Schilder um und verschwand damit sowie mit Zetteln, um andere Menschen auf die Aktion aufmerksam zu machen.
</p>

<p>
	Über das Ziel der Aktion "Bitte berühren" <span ipsnoautolink="true">berichteten wir bereits</span>.
</p>

<h4>
	Netzschau: Weltknuddeltag und Schuppenflechte
</h4>

<blockquote class="ipsQuote">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents ipsClearfix" data-gramm="false">
		<p>
			<a href="http://www1.wdr.de/themen/wissen/weltknuddeltag-100.html" rel="external nofollow">Zärtlichkeit trotz Schuppenflechte</a>Der Weltknuddeltag wirbt für mehr menschliche Zuneigung und Nähe. Doch besonders Schuppenflechte-Patienten habe dabei ein großes Problem: Sie stoßen aufgrund ihrer entzündlichen Hauterkrankung immer wieder auf Ablehnung. Das soll anders werden.(WDR)
		</p>
	</div>
</blockquote>

<blockquote class="ipsQuote">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents ipsClearfix" data-gramm="false">
		<p>
			<a href="https://www.tagesspiegel.de/berlin/weltknuddeltag-hautaerzte-umarmen-vor-dem-brandenburger-tor/12858054.html" rel="external nofollow">Hautärzte umarmen vor dem Brandenburger Tor</a>Am Donnerstag findet der Weltknuddeltag oder der "Tag der Umarmung" statt. Unser Autor Stefan Jacobs macht sich auf dermatologische Nähe gefasst.(Tagesspiegel)
		</p>
	</div>
</blockquote>

<blockquote class="ipsQuote">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents ipsClearfix" data-gramm="false">
		<p>
			<a href="https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/hautaerzte-und-patienten-bitten-zum-info-knuddeln" rel="external nofollow">Hautärzte und Patienten bitten zum Info-Knuddeln</a>Umarmung nützt der Gesundheit – aber Menschen mit Schuppenflechte werden oft gemieden. Dabei ist das nicht ansteckend. B.Z. über eine besondere Aktion am Tag der Umarmung.(BZ Berlin)
		</p>
	</div>
</blockquote>

<blockquote class="ipsQuote">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents ipsClearfix" data-gramm="false">
		<p>
			<a href="https://www.aachener-zeitung.de/ratgeber/gesundheit/bitte-beruehren-schuppenflechte-ist-nicht-ansteckend_aid-25001103" rel="external nofollow">„Bitte berühren”: Schuppenflechte ist nicht ansteckend</a>Gerötet, entzündet und schuppend - das sind Merkmale einer Schuppenflechte. Viele gehen zu Betroffenen körperlich auf Distanz.(Beitrag der Nachrichtenagentur dpa, hier in der Aachener Zeitung)
		</p>
	</div>
</blockquote>

<blockquote class="ipsQuote">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents ipsClearfix" data-gramm="false">
		<p>
			<a href="http://www.derwesten.de/staedte/essen/schuppenflechte-tag-der-umarmung-soll-aengste-reduzieren-id11475703.html" rel="external nofollow">Schuppenflechte - Tag der Umarmung soll Ängste reduzieren</a>Mehr Verständnis für Menschen mit der Hautkrankheit. Deutschlandweiter Aktionstag auch in der Uniklinik.(WAZ.de)
		</p>
	</div>
</blockquote>

<blockquote class="ipsQuote">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents ipsClearfix" data-gramm="false">
		<p>
			<a href="https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/germering-beruehrende-aktion-1.2824915" rel="external nofollow">Berührende Aktion</a>Warum der Germeringer Dermatologe Claus Jung an diesem Donnerstag wildfremde Menschen auf der Straße umarmen will(Süddeutsche Zeitung)
		</p>
	</div>
</blockquote>

]]></description><guid isPermaLink="false">858</guid><pubDate>Thu, 21 Jan 2016 13:38:00 +0000</pubDate></item><item><title>Wir haben's an der Haut &#x2013; nicht am Kopf (1)</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/wundermittel-lyto-b12-ecr/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_01/haut-kopf.jpg.13e939f671cb25f534d8cdd58dec87f4.jpg" /></p>

<p>
	<strong>Im Psoriasis-Netz weisen wir in unregelmäßigem Abstand auf Angebote hin, die aus unserer Sicht unseriös sind. Unterstütze uns bitte, indem du uns auf entsprechende Seiten hinweist.</strong>
</p>

<p>
	Den Anfang macht ein Produkt, das in nahezu klassisch typischer Weise als Wundermittel angepriesen wird. Es geht dabei um eine Creme mit dem Wirkstoff Vitamin B12. Der machte unter dem Namen <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/vitamin-b12" rel="">Regividerm</a> im Jahr 2009 Furore. Seitdem hoffen immer wieder Neurodermitiker, aber auch Psoriatiker, dass sie ihre Krankheit mit Vitamin-B12-Cremes nebenwirkungsfrei behandeln können.
</p>

<h2>
	Lyto B12 – ein Wunder?
</h2>

<p>
	Dazu gehört zum Beispiel die Creme <em>Lyto B12</em>. Auf der <a href="https://www.lyto-b12.de/" rel="external nofollow">Seite des Produkts für Deutschland und Österreich</a> [1] wird Patienten „garantiert“, sie von ihren „Beschwerden [zu] befreien“ – so wörtlich eine Sandra Bierstedt. „Als Gesundheits-Expertin habe ich viele dieser Menschen und Betroffene beraten. Und alle sagen: ‚Wir sind geheilt’!“
</p>

<p>
	Das gelte für Neurodermitis, Hämorriden, Nesselausschlag, Schuppenflechte, Wunden und Risse, offene Stellen, Hautausschläge oder andere Haut-Irritationen. „Die meisten Ärzte sagen“, so Bierstedt, „in Fällen von schwerer Neurodermitis, Psoriasis, Juckreiz etc. kann man eben nichts machen.“ Doch das, so Bierstedt, stimme nicht. Sie habe die Lösung.
</p>

<p>
	Wer ihre Verhaltens-Tipps, vor allem für die Ernährung umsetzen und auf Kortisonprodukte verzichten würde, bekäme eine „wunderbar gesunde Haut“. Immer wieder weist sie auf die Creme <em>Lyto B12 </em>hin, zum Beispiel als „pflegende Unterstützung in Akutfällen“. Am Schluss ihrer Ausführungen kann man die Creme bestellen.
</p>

<p>
	Auf der <a href="https://www.lytob12.com/" rel="external nofollow">Internetseite der Lyto-B12-Creme für den Schweizer Markt</a> verzichtet Sandra Bierstedt auf ausführliche Tipps. Hier behauptet sie, dass <u>allein</u> die Creme „die Lösung auf jedes noch so drängende Hautproblem“ sei. Sie verweist darauf, dass das Produkt „bei schweren Hautleiden wunderbare Ergebnisse“ erziele. Es würden „selbst hartnäckigste Hautprobleme für immer gelöst. „Immer mehr Ärzte empfehlen“ die Creme <em>Lyto B12</em> und „die, die es bereits ausprobiert haben, sprechen von einem Wunder.“ Als Beweis wird der Fall der 18-jährige Katrin B. aus München aufgeführt, die dank der <em>Lyto-B12-Creme</em> „frei von Neurodermitis“ geworden sei.
</p>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="19516" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_01/lytob12-3.jpg.e02102ab305d43b63b6840aa3480fdee.jpg" rel=""><img alt="Lyto B12" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19516" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_01/lytob12-3.jpg.e02102ab305d43b63b6840aa3480fdee.jpg" loading="lazy"></a>
</div>

<p>
	Erklärt wird die therapeutische Wirkung der Creme mit „einer völlig neuartigen und erst jetzt möglichen Wirkstoff-Kombination“ aus der Natur: Elektrolyte würden die Leitfähigkeit der natürlichen Wirkstoffe erhöhen. Sie würden dafür sorgen, dass sie an der eigentlichen Störstelle wirken. Die Creme sei mit der „wertvollen Grundsubstanz Grander-Wasser“ hergestellt. Vitamin B12 fördere das Wachstum neuer, gesunder Zellen. Das Pflanzenextrakt Cardiospermum lasse „die Haut wieder gesund werden“. Die rechtsdrehende Milchsäure „erhöht die Zellatmung und regeneriert den Säuremantel der Haut“.
</p>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="19515" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_01/ecr-creme-1.jpg.182eb9da88aa33bc8e2d8b375195ca1a.jpg" rel=""><img alt="ECR-Creme" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19515" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_01/ecr-creme-1.jpg.182eb9da88aa33bc8e2d8b375195ca1a.jpg" loading="lazy"></a>
</div>

<p>
	Für eine weitere Creme <u>ohne</u> Vitamin B12 gibt es fast <a href="http://www.endlich-gesunde-haut.com/" rel="external nofollow">genau die gleiche Seite</a>. Eine andere „Spezialistin für Hautgesundheit“, Angela Peters, äußert sich zur <em>ECR®-Creme.</em> Der Text ähnelt dem, den Frau Bierstedt zur <em>Lyto-B12-Creme</em> verfasst hat. Die gleiche junge Frau, die berichtet hat, ihre Neurodermitis sei dank der Creme <em>Lyto B12</em><em> </em>verschwunden, behauptet das auf dieser Seite von der <em>ECR®-Creme</em>.
</p>

<h2>
	Kommentar zu Lyto B12 und den Werbe-Versprechen
</h2>

<p>
	„Kosmetik mit Doktorfaktor“ (<em>Cosmeceuticals</em>) bieten viele große Firmen an. Die Werbung verspricht, eine Creme würde zum Beispiel die Haut entfetten, Altersfalten beseitigen, Juckreiz lindern, bestimmte Bakterien bekämpfen oder Bindegewebe bilden. Manchmal wird das durch Studien belegt [2]. Nicht immer sind diese Wirkungsversprechen glaubwürdig. Alle diese kosmetischen Produkte sollen medizinisch wirken, ohne jedoch als Medizinprodukt oder Arzneimittel geprüft und zugelassen zu sein.
</p>

<h3>
	Komplette Heilung durch eine Creme?
</h3>

<p>
	Die Werbung für die Creme <em>Lyto B12</em> geht über behauptete Einzeleffekte hinaus. Im Vordergrund steht die therapeutische Wirkung auf <u>komplette Krankheitsbilder</u> – selbst in schweren, chronischen Fällen. Heilung wird direkt versprochen oder den Patienten in den Mund gelegt. Oft wird behauptet, ein Wirkstoff oder Kombinationen seien neu entdeckt worden. Diese Werbung folgt damit einem Muster, das typisch für Anbieter so genannter Wundermittel ist [3]. Behauptungen und Wirkungsbeweise sind meist nicht nachprüfbar, Fälschungen weit verbreitet. Die Werbung für solche Produkte ist im Endeffekt illegal [4].
</p>

<p>
	Im beschriebenen Fall bezeichnet sich Sandra Bierstedt als „ Haut- und Gesundheitsexpertin“. Unklar bleibt, welche fachliche Qualifizierung sie berechtigt, Heilung bei chronischen Hautkrankheiten zu versprechen. Nachprüfbar ist lediglich, dass sie Geschäftsführerin der <a href="https://www.companyhouse.de/Sandra-Bierstedt-Roesrath" rel="external nofollow">Arthroexpress GmbH</a> war, eines "Versandhandels mit nichtverschreibungspflichtigen Gesundheits- und Kosmetikprodukten für Endverbraucher". Es gibt Adressen-Identitäten mit dem Schweizer Anbieter der Creme <em>Lyto B12.</em>
</p>

<h3>
	Angeblich versagt die Schulmedizin
</h3>

<p>
	Auf der <a href="https://www.lyto-b12.de/" rel="external nofollow">Seite für Deutschland und Österreich</a> ist die Werbung für die <em>Lyto-B12-Creme</em> eingebettet in praktische Ratschläge, die durchaus sinnvoll sein können. Aber es ist kaum zu glauben, dass für völlig unterschiedliche Hautkrankheiten (von Psoriasis bis zu Hämmoriden) die gleichen Ernährungsregeln gelten sollen. Bisher ist wissenschaftlicher Standard, dass es keine Diät gibt, mit der die Psoriasis gelindert, geschweige denn „geheilt“ werden kann. Auch wenn es immer wieder Apologeten gibt, die das Gegenteil behaupten [5]. Bewiesen ist, dass die <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/ernaehrung/ernaehrungsdocs-schuppenflechte" rel="">Therapie der Psoriasis besser anschlägt, wenn übergewichtige Psoriatiker deutlich abnehmen</a>.
</p>

<p>
	Typisch sind kritische Hinweise auf die Schulmedizin, um enttäuschte Patienten zu überzeugen. Trotzdem ist die Behauptung von Frau Bierstedt falsch, dass „die meisten“ Dermatologen ratlos seien und meinten, bei schwerer Psoriasis könne man eben nichts machen. Spätestens seit Einführung der Biologika ist das Gegenteil der Fall: Mediziner wie Professor Thomas Luger sprechen sogar von einem „<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/fobi2014-psoriasis" rel="">Einstieg in die praktische Erscheinungsfreiheit</a>.“
</p>

<p>
	Ebenfalls typisch ist die Kritik an kortisonhaltigen Präparaten. Damit werden längst überholte Ängste geschürt und aktuelle Entwicklungen ignoriert: Im Gegensatz zu früher gibt es unterschiedlich stark dosierte Kortisonpräparate. Deshalb treten die beschriebenen typischen Nebenwirkungen heutzutage nur noch selten auf. Fast alle dieser Nebenwirkungen verschwinden nach einiger Zeit, wenn man das Medikament abgesetzt hat. Kortison wird vor allem vorübergehend zur „Ersten Hilfe“ eingesetzt, wenn starke Entzündungen schnell abklingen sollen [6].
</p>

<h3>
	Behauptungen statt wissenschaftlicher Beweise
</h3>

<p>
	Naturheilkundliche Mittel wirken meist mild und langsam. Aber sie wirken erfahrungsgemäß nicht im aktuellen Schub. Deshalb ist nicht zu erwarten, dass die Creme <em>Lyto B12</em> wie sie behauptet, „in Akutfällen“ angebracht sei.
</p>

<p>
	Was viele nicht wissen: Neurodermitis (Atopische Dermatitis) verschwindet bei den allermeisten Patienten nach der Pubertät von allein. Es kann, muss aber nicht die Creme gewesen sein, die der jungen Frau geholfen hat. Frau Bierstedt spricht von „hunderten weiterer Beispiele begeisterter Anwenderinnen und Anwender“, ohne das zu belegen. Solche Zuschriften sind nicht nachprüfbar und werden oft gefälscht. Nur eine wissenschaftliche Studie kann nachweisen, bei wie vielen Menschen ein Stoff wirkt. Dass der Fall der jungen Frau auch für eine weitere Creme benutzt wird, macht die Beweisführung nicht besonders glaubwürdig.
</p>

<h3>
	Was wirkt in der Creme?
</h3>

<p>
	Die <em>Lyto-B12-Creme</em> soll wegen der enthaltenen natürlichen Stoffe besonders effektiv sein. Tatsächlich führen die Anbieter die Inhaltsstoffe auf ihren Seiten nicht auf. Sie sind nur über den Umweg eines vergrößerten Packungs-Fotos zu ermitteln.
</p>

<p>
	Die Behauptung, äußerlich aufgenommene Elektrolyte könnten Wirkstoffe gezielt an „Störstellen“ leiten, ist nicht nachzuvollziehen. Elektrolyte erhöhen zwar die Leitfähigkeit von <span style="text-decoration:underline;">Lösungen</span>, aber ihr hoher Salzgehalt müsste eigentlich die Haut eher austrocknen.
</p>

<p>
	<em>Grandner-Wasser</em> wird in esoterischen Kreisen heilende Wirkung zugeschrieben. Der Wasserchemiker Dr. Helge Bergmann bezeichnet das als „pseudo-wissenschaftlich“ und „ohne nachvollziehbare Beweise“ [7].
</p>

<p>
	Die Wirkung von Vitamin B12 ist falsch dargestellt: Es bindet, so Professor Clemens Allgaier, <em>rein physikalisch</em> Stickstoff-Monoxyd (NO). Eine so verringerte NO-Konzentration in der Haut von Patienten mit Psoriasis oder dem atopischen Ekzem führe dazu, dass die Entzündung zurückgeht. Ob das tatsächlich so abläuft, ist aber umstritten. Einer großen Mehrheit von Psoriatikern und Neurodermitikern hat eine Creme mit Vitamin B12 nicht geholfen [8].
</p>

<p>
	Die Arzneipflanze Cardiospermum (Ballonrebe, Herzsame) <a href="https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Cardiospermum&amp;search=cardiosperm" rel="external nofollow">wirkt entzündungshemmend und juckreizlindernd</a>.
</p>

<p>
	Rechtsdrehende Milchsäure wird therapeutisch von Naturheilkundlern und Homöopathen eingesetzt. <a href="http://www.wdr5.de/sendungen/leonardo/diekleineanfrage/alltag/milchsaeure100.html" rel="external nofollow">Sie wandelt Zucker in Energie um. Ihre Bakterien sorgen für einen gesunden Darm</a>. Ob sie tatsächlich durch „Zellatmung“ den Organismus mit mehr Sauerstoff versorgt, ist umstritten. Eine "säureregulierende" Wirkung ist denkbar [9]. Welche Auswirkungen diese Effekte auf eine entzündliche Hautkrankheit wie die Psoriasis haben sollen, bleibt unklar.
</p>

<h3>
	Hände weg bei schwerer Psoriasis
</h3>

<p>
	Wer aufgrund dieser Behauptungen zur Creme Lyto B12 greift, anstatt sich sachgerecht behandeln zu lassen, riskiert bei einer schweren Psoriasis gefährliche Begleiterkrankungen [10]. Denn die Entzündungen bleiben weiterhin im Körper aktiv.
</p>

<p>
	Bei einer leichten Psoriasis ist es kein Problem, eine Vitamin-B12-Creme auszuprobieren. Die <em>Lyto-B12-Creme </em>ist aber aus unser Sicht überteuert.<em> </em>Es gibt im Internet deutlich günstigere Angebote. Am billigsten ist es wohl, sie sich in der Apotheke anrühren zu lassen (<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/regividerm-krimi-ohne-abspann" rel="">siehe Rezeptur</a>).
</p>

<p>
	Übrigens: Dass die Creme <em>Lyto B12</em> eine Pharma-Zentral-Nummer (PZN) hat, bedeutet nicht, dass sie pharmazeutisch geprüft wurde. Eine PZN ist eine reine Vertriebsnummer und kann von jedermann beantragt werden.
</p>

<p>
	<strong>Fazit: Wir haben's an der Haut und nicht am Kopf.</strong>
</p>

<p>
	[1] Im Impressum steht die <a href="https://www.wellpursan.com" rel="external nofollow">Wellpursan GmbH</a>, die in Österreich und Deutschland aktiv ist.
</p>

<p>
	[2] Ökotest Heft 11/2015, S.80 ff
</p>

<p>
	[3] Siehe: „Wundermittel bei Schuppenflechte“, Information des Psoriasis Forum Berlin e.V. [<a href="https://www.psoriasis-forum-berlin.de/wundermittel/" rel="external nofollow">lesen</a>]
</p>

<p>
	„<a href="https://www.arznei-telegramm.de/html/2003_10/0310095_01.html" rel="external nofollow">Zehn Indizien für Quacksalberei</a>“ arznei-telegramm
</p>

<p>
	[4] <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/heilmwerbg/__3.html" rel="external nofollow">§ 3 Heilmittelwerbe-Gesetz</a>, Die <a href="https://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2009:342:0059:0209:de:PDF" rel="external nofollow">europäische Kosmetikverordnung</a> schließt Heilung und Linderung von Krankheiten ausdrücklich aus.
</p>

<p>
	[5] Siehe Besprechung des Buches von Marianne Sebök „<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/marianne-seboek-schuppenflechte" rel="">Schuppenflechte: Selbstheilung ohne Medikamente</a>“.
</p>

<p>
	[6] „<span ipsnoautolink="true">Keine Angst vor Kortison</span>“, Information des Psoriasis Forum Berlin e.V. [<em>inzwischen vom Netz genommen</em>]
</p>

<p>
	[7] „Wundersames Wasser – Von Emoto bis Grandner“, Skeptiker 3/2011, S. 117 ff.
</p>

<p>
	„<a href="https://www.gwup.org/inhalte/87-themen/paratechnologien/1092-wasser-das-wunderlement" rel="external nofollow">Wasser, das Wunderelement? Wissenschaft oder Hokuspokus</a>“, beides Dr. H. Bergemann
</p>

<p>
	[8] Ausführliche Informationen darüber finden sich im Artikel „<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/vitamin-b12" rel="">Vitamin-B12-Salbe – was ist daraus geworden?</a>“, Psoriasis-Netz
</p>

<p>
	[9] Rechtsdrehende Milchsäure könnte die Zellatmung sogar eher blockieren, da Laktat als Endprodukt der anaeroben Atmung entsteht. Eine "säureregulierende" Wirkung ist denkbar, da Laktat als pH-Puffer wirken kann. Siehe „<a href="http://hautpflegewissen.de/wirkstoffe/natriumlaktat/" rel="external nofollow">Kurzporträt Natriumlaktat</a>“
</p>

<p>
	[10] „<span ipsnoautolink="true">Begleiterkrankungen</span>“, Information des Psoriasis Forum Berlin e.V. [<em>inzwischen vom Netz genommen</em>]
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">856</guid><pubDate>Thu, 14 Jan 2016 10:06:00 +0000</pubDate></item><item><title>Banja Kula&#x161;i &#x2013;ein Thermalbad will wachsen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/banja-kulasi/</link><description><![CDATA[
<p>
	Banja Kulaši (manchmal auch: Kulashi oder Kulaschi) ist ein Thermalbad in Bosnien und Herzegowina. Es liegt 14 Kilometer vom Ort Prnjavor oder zwei Autostunden von Zagreb entfernt.
</p>

<p>
	Das Wasser in der Therme ist leicht schwefelhaltig. Deshalb soll es unter anderem bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis wirken.
</p>

<p style="text-align: center;">
	<span class="ipsEmoji">👉</span> Lesetipp: „<a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/32504-neue-rezeptur-kertyol-pso-shampoo/" rel="">Schwefel – ein selten eingesetztes Mittel</a>"
</p>

<p>
	Das Wasser kann genutzt werden zum Liegen, Baden, Schwimmen, Trinken, Spülen, Spritzen, Inhalieren und für Packungen.
</p>

<p>
	Das Thermalbad hat(te) <a href="http://banjakulasi.com/de/" rel="external nofollow">eine offizielle Internetseite</a>, allerdings weder mit englisch- noch mit deutschsprachigen Informationen. Wer Bosnisch kann, ist da klar im Vorteil. Die letzten Preisinformationen dort stammen aus dem Jahr 2012. Bei einer groben Übersetzung mit Google Translate ist auch etwas von einem Konkurs zu lesen. Eine <a href="http://banjakulasi.com/" rel="external nofollow">weitere Internetseite</a> ist in Vorbereitung.
</p>

<p>
	Die Selbsthilfegruppe für Neurodermitis &amp; Psoriasis Ostheim/Rhön bot zur Neueröffnung der Therme im Herbst 2016 eine Gruppenreise dorthin an. Wer Informationen sucht, kann also auch <a href="https://www.shgostheim.de/" rel="external nofollow">dort fragen</a>. Die Selbsthilfegruppe PSR Psoriasis Selbsthilfe Regensburg e.V. fuhr ebenfalls dorthin. Diese Gruppe ist allerdings in Auflösung begriffen.
</p>

<p>
	Die Zeitschrift PSOaktuell berichtete in Ausgabe 03/2006 über die Therme.
</p>

<p>
	Bei YouTube ist ein Film zu sehen, in dem es offenbar um die Neueröffnung geht:
</p>

<div>
	<div class="ipsEmbeddedVideo">
		<div>
			<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="150" id="ips_uid_5859_7" src="https://www.youtube.com/embed/eOgQljXsC3k?feature=oembed" width="200" loading="lazy"></iframe>
		</div>
	</div>
</div>

]]></description><guid isPermaLink="false">1096</guid><pubDate>Thu, 07 Jan 2016 18:48:00 +0000</pubDate></item><item><title>Deutschlands beste Klinik-Websites ermittelt</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/internetseiten-von-kliniken-bewertet/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2015_12/beste-klinikwebsite-2015.jpg.2232a4fbc8c5fea4ae5981e55e82088b.jpg" /></p>

<p>In einem Wettbewerb werden jedes Jahr Deutschlands beste Internetseiten von Kliniken ermittelt. Dahinter steckt <span>die Initiative Medizin Online (imedON). </span>Professor Frank Elste von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg verfeinert Jahr für Jahr mit einem Team <a href="https://www.beste-klinik-website.de/" rel="external nofollow">die Kriterien</a>. Dazu gehören: Was macht eine medizinische Internetseite patientenfreundlich? Wie steht es um die Qualität der Informationen?</p><p>Kliniken können sich im Frühjahr für den Wettbewerb anmelden. Ihre Internetseiten werden dann von Elstes Team besucht und begutachtet. Heraus kommt eine Top 10. Die wird einer unabhängigen Jury vorgestellt, die jede dieser Internetseiten ansieht und am Ende über die Reihenfolge der Gewinner bestimmt.</p><p>In der Jury sitzen Vertreter von Patientenorganisationen, Krankenhäusern oder aus der Industrie, Kommunikations-Profis und IT-Experten – eine bunte Mischung mit sehr unterschiedlichen Interessen in Sachen Gesundheit.</p><h4>Sonderpreis für Hautkliniken</h4>Im Jahr 2015 hatten sich 223 Kliniken beworben. Und: Es gab einen Sonderpreis zum Thema Psoriasis / Urtikaria – sicher nicht ganz zufällig, denn der Wettbewerb "Deutschlands Beste Klinik-Website" wird von der Firma Novartis unterstützt.<p>Wegen des Themas des Sonderpreises waren denn auch Patientenvertreter aus dem Bereich Schuppenflechte eingeladen: Manfred Greis vertrat den <a href="https://psoriasis-bund.de//" rel="external">Deutschen Psoriasis-Bund e.V.</a>, Rolf Blaga und ich waren für die <a href="https://www.psoriasis-selbsthilfe.org" rel="external nofollow">Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft e.V.</a> dabei.</p><p>Für den Sonderpreis bewerteten wir drei Internetseiten von Hautkliniken:</p><ul>	<li>vom <a href="http://www.psoriasis-zentrum-kiel.de" rel="external nofollow">Psoriasis Zentrum am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein</a> in Kiel</li>	<li>vom <a href="https://www.schlossfriedensburg.de/startseite.html" rel="external nofollow">Fachkrankenhaus Schloss Friedensburg</a>	</li><li>von der <a href="https://www.uniklinik-duesseldorf.de/patienten-besucher/klinikeninstitutezentren/klinik-fuer-dermatologie" rel="external nofollow">Universitäts-Hautklinik Düsseldorf</a></li></ul>Alle drei sollen sich um den Sonderpreis beworben haben. Zumindest für den zweiten Kandidaten ist das schwer vorstellbar – wer so eine altbackene und wenig aussagekräftige Internetseite hat, bewirbt sich doch nicht in einem Wettbewerb? Auch die Düsseldorfer Internetseite ist kein Aushängeschild einer modernen Klinik.<p>Bei dieser Auswahl jedenfalls war schnell klar, wer wohl der Gewinner des Sonderpreises werden würde – nämlich das Psoriasis-Zentrum in Kiel. Um es deutlich zu sagen: Der Preis ist verdient und die Seite würde ganz sicher noch viel mehr Kandidaten aus dem Rennen schlagen. Doch die hier gewählte Konkurrenz ist uns einfach schleierhaft.</p><h4>Fast nie Informationen über Krankheiten</h4>Im Laufe der Jurysitzung, beim "Abklappern" der 13 Klinik-Seiten, fiel es uns deutlich auf: Es fehlen fast überall rein sachliche Informationen über die dort behandelten Erkrankungen – bei geschätzt 95 Prozent der Anbieter.<p>Dabei wären gerade Kliniken und ihre Mediziner diejenigen, die so sachkundig wie kaum ein anderer über Krankheiten informieren könnten. Wer so viel darüber jammert, dass Patienten mit falschen oder unvollständigen Informationen in die Sprechstunde kommen, könnte hier selbst gegen die Informationsflut antreten und bei der Gelegenheit auch evidenzbasiertes Wissen vermitteln.</p><p>Auch in diesem Punkt hat das Psoriasis-Zentrum in Kiel auf seiner Internetseite alles richtig gemacht: Es gibt Informationen über die Schuppenflechte. Aber: Die Seite ist auch von Grund auf neu erstellt worden, bei Null angefangen. Da fehlt jeglicher Ballast, den eine Uni-Klinik wie die Düsseldorfer wegen des riesigen Überbaus mit sich im Netz herumschleppt. Der Mut, einer Klinik eine völlig eigenständige Internetseite zu geben, muss sicher erst einmal reifen. Und: Die Kieler Hautklinik, in der das Psoriasis-Zentrum angesiedelt ist, ist Teil eines Exzellenzclusters – eines besonders geförderten <a href="http://inflammation-at-interfaces.de/de/ueber-uns/ccim" rel="external nofollow">Forschungszentrums zum Thema Entzündungen</a>, das denn auch mehr Geld zur Verfügung hat.</p><h4>Die besten drei Internetseiten von anderen Kliniken</h4>Die drei besten Internetseiten im Gesamtwettbewerb waren:<ul>	<li>die <a href="http://www.klinik-hallerwiese.de" rel="external nofollow">Klinik Hallerwiese / Cnopf"sche Kinderklinik Nürnberg</a>	</li><li>das <a href="https://www.kliniksued-rostock.de/" rel="external nofollow">Klinikum Südstadt Rostock</a></li>	<li>das <a href="https://www.marien-krankenhaus.de/" rel="external nofollow">Katholische Marien-Krankenhaus Lübeck</a></li></ul> 
]]></description><guid isPermaLink="false">851</guid><pubDate>Fri, 11 Dec 2015 13:47:30 +0000</pubDate></item><item><title>Sport kann beim Lindern einer Entz&#xFC;ndung helfen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/sport-kann-entzuendung-mindern/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2015_12/sport-wasser.jpg.77218b743bb06d57627ac9504fa34fc4.jpg" /></p>

<p>
	Sport spendiert dem Körper eine Extraportion Entzündungshemmer. So lautet das Fazit einer Studie von Forschern der Deutschen Sporthochschule Köln und der Uniklinik Köln. Ihr Thema waren die Effekte von Sport auf das menschliche Immunsystem.
</p>

<p>
	Intensive, regelmäßige sportliche Betätigung führt zu einem Anstieg von entzündungshemmenden Immunzellen – den sogenannten regulatorischen T-Zellen.
</p>

<p>
	In der Studie untersuchten sie Blutproben von jungen Elite-Athleten und verglichen diese mit Proben von jungen und gesunden, aber untrainierten Probanden. Und siehe da: Die Frequenz der regulatorischen T-Zellen nahm in Abhängigkeit von der körperlichen Fitness der Probanden zu. "Diese Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass körperliche Aktivität durch eine Steigerung regulatorischer T-Zellen entzündungshemmende Effekte erzielt", so die Wissenschaftler.
</p>

<p>
	Dass körperliche Inaktivität und Übergewicht chronische Entzündungsprozesse fördern, ist seit längerem ist bekannt. Ein gesunder Lebensstil mit sportlicher Betätigung wirkt vorbeugend. Die biologischen Mechanismen dahinter sind bisher nur teilweise bekannt.
</p>

<p>
	Die Studie erschien in der Zeitschrift „Journal of Allergy and Clinical Immunology“.
</p>

<h2>
	Körperliche Anstrengung kann Psoriasis-Risiko senken
</h2>

<p>
	In <a href="https://jamanetwork.com/journals/jamadermatology/fullarticle/1158558" rel="external">einer anderen Studie</a> im Jahr 2012 hatten US-Forscher herausgefunden, dass körperliche Anstrengung das Risiko reduziert, eine Psoriasis zu bekommen.
</p>

<p>
	Die Forscher empfehlen in ihrem Artikel in der Zeitschrift „Archives of Dermatology“ anstrengenden Sport, der 105 Minuten Jogging oder 180 Minuten Schwimmen oder Tennis pro Woche entspricht. Dann sinke das Risiko einer Psoriasis um 25 bis 30 Prozent – gegenüber denjenigen, die keine anstrengende Sportart betreiben. Einfaches Laufen ("Walking") senkte übrigens nach Angaben der Wissenschaftler das Psoriasis-Risiko nicht.
</p>

<p>
	Hillary C. Frankel aus Boston und ihre Kollegen haben die Daten aus der „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nurses%E2%80%99_Health_Study" rel="external">Nurses Health Study</a> II“ benutzt – einer jahrelang laufenden Studie aus den USA, in der die Daten von Frauen auf gesundheitliche Fragestellungen aller Art hin untersucht werden.
</p>

<p>
	Bei der Datenerhebung wurden 86.665 Frauen berücksichtigt, die keine Psoriasis hatten. Sie wurden 1991, 1997 und 2001 mit einem Fragebogen um Antworten gebeten. Nach Ende des Studienzeitraumes hatten 1026 eine Psoriasis entwickelt. Dabei sahen die Forscher, dass die körperlich aktiven Frauen seltener Psoriasis bekamen als die inaktiven.
</p>

<p>
	Die Forscher empfehlen weitere Studien, um den Nutzen körperlicher Aktivität in Bezug auf die Psoriasis weiter zu untersuchen: „Körperliche Belastung kann bei Frauen, die ein Psoriasis-Risiko haben, eine Art Prävention sein“, schreiben sie.
</p>

<p>
	In der Studie ging es „nur“ um das Risiko, eine Psoriasis überhaupt, also erstmals, zu bekommen – nicht aber darum, eine bestehende Schuppenflechte zu lindern.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">850</guid><pubDate>Mon, 07 Dec 2015 13:08:00 +0000</pubDate></item><item><title>Nicht perfekte Haut l&#xE4;sst uns unseri&#xF6;s erscheinen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/nicht-perfekte-haut-macht-unserioes/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2015_12/makel-unserioes.jpg.ee41e1b4ea9686021c53eb5db796bd49.jpg" /></p>

<p>Jemand steht Ihnen zum ersten Mal gegenüber? In einer Zehntelsekunde haben Sie ihr Urteil über in gefällt. Das Problem: Hat jemand einen Makel an der Haut, wirkt er nicht so vertrauenswürdig wie ohne. Forscher der Jacobs University in Bremen haben bewiesen, wie schon kleine Einzelheiten im Aussehen unser Urteil von unserem Gegenüber bestimmen.</p><p>Dr. Elena Tsankova und Professor Arvid Kappas hatten dabei nicht einmal schwere Hauterkrankungen im Fokus, sondern kleine Makel der Haut – also Muttermale, Hautrötungen oder Pickel. Das Ergebnis: Das Hautbild bestimmt darüber, ob wir als gesund und attraktiv wahrgenommen werden, aber auch als glaubwürdig und kompetent. Glatte Haut wirkt vertrauenswürdig.</p><h4>Unreine Haut suggeriert Unreife und Armut</h4>"Einerseits beeinflusst das Hautbild unsere Wahrnehmung direkt, indem glatte Haut gesünder wirkt als unreine Haut", erklärt Elena Tsankova. Andererseits existiere eine indirekte Wirkung: Glatte Haut suggeriere Reife und Sachverstand. Andersherum werde unreine Haut oft mit Unreife verbunden – wie Akne in der Pubertät. Und: Unreine Haut wird mit Armut verbunden – da wird unterstellt, dass sich jemand gute Hautpflegeprodukte nicht leisten kann.<p>„Angesichts dieser Ergebnisse holen wir vielleicht vor dem nächsten Vorstellungsgespräch oder einer wichtigen Verabredung doch noch einmal den Abdeckstift oder Puder aus der Tasche“, so Tsankova. Das ist bei Psoriasis allerdings meist vergebens, da nur kleinere Stellen kaschiert werden können.</p><h4>Schnelles Urteil hinterfragen</h4>Wo sich allerdings auch Psoriatiker an die eigene Nase fassen können: „Wenn uns bewusst ist, wie wichtig das Hautbild für die Bewertung einer Person ist, können wir unser eigenes Urteil über Fremde kritisch hinterfragen“, fährt die Psychologin fort.<p>Einig sind sich beide Forscher: Der Druck auf Menschen mit Hautproblemen sollte nicht weiter unnötig erhöht werden.</p><h4>Wie lief die Untersuchung ab?</h4>Für ihre Untersuchung nutzten Tsankova und Kappas Fotos von Gesichtern, die sie teilweise am Computer veränderten. Die Wissenschaftler entfernten alle Muttermale, Unreinheiten und anderen Schönheitsfehler der Haut.<p>Die 130 Probanden bekamen die Gesichter entweder in ihrer natürlichen Erscheinung oder in makelloser Version zu sehen. Dann bewerteten sie die Glaubwürdigkeit, Kompetenz, Attraktivität und Gesundheit der abgebildeten Personen.</p><p>„Schon frühere Studien haben untersucht, wie das Aussehen unsere Glaubwürdigkeit beeinflusst“, erläutert Tsankova. „Dabei wurden aber immer mehrere Faktoren gleichzeitig betrachtet, zum Beispiel die Hautfarbe und Hautstruktur. Wir haben uns erstmals einen einzigen Teilaspekt genau angesehen: die Glätte der Haut.“</p><p>In weiteren Studien wollen die beiden Psychologen der Wirkung glatter Haut weiter nachspüren. Beispielsweise stellt sich die Frage, wie das Hautbild mit anderen Aspekten unserer Erscheinung zusammenwirkt.</p><p>Die Ergebnisse wurden <a href="http://pec.sagepub.com/content/early/2015/11/27/0301006615616748.abstract" rel="external nofollow">vom Fachjournal „Perception“</a> veröffentlicht.</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">849</guid><pubDate>Fri, 04 Dec 2015 16:18:18 +0000</pubDate></item><item><title>My Psoriasis App &#x2013; Kontrolle &#xFC;ber die Schuppenflechte?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/my-psoriasis-app/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2015_10/mypsoriasis-app.jpg.233c163ab17a6d72a2d7701bba491b8a.jpg" /></p>
<p>
	Psoriasis und Apps – das war zumindest im deutschsprachigen Raum bislang eine eher glücklose Kombination. Im AppStore von Apple beispielsweise fand sich bis zum Herbst 2015 nur ein zwar offensichtlich ausgereiftes Programm, das aber auch schon länger nicht mehr aktualisiert worden war. Mit 4,49 Euro war es auch für App-Verhältnisse recht teuer.
</p>

<p>
	Die Marktlücke nutzte die Firma Leo Pharma: Sie bot seit Herbst 2015 die My Psoriasis App an. Später aber wurde auch diese App eingestellt.
</p>

<p>
	Der Name deutete es an: Die App wurde international entwickelt, ist in mehreren Sprachversionen und eben auch auf Deutsch erhältlich – und zwar in sehr gutem Deutsch.
</p>

<div>
	„Verfolgen Sie den Einfluss von Psoriasis auf Ihr Leben. Nutzen Sie die MyPso App, um ausgewählte Symptome über eine gewisse Zeit aufzuzeichnen“, erklärte sich die App beim Start gleich selbst. Die Symptome konnten Juckreiz, Schmerz, Entzündung, Trockenheit, Schulung, Stress oder „Andere“ sein. „Andere“ muss sich der Nutzer dann aber fortan selbst merken, denn weiter gefragt wird nicht, was damit gemeint ist.
</div>

<p>
	Gefragt wurde nach dem Geschlecht und nach Plänen – und zwar, wie lange man seine Psoriasis aufzeichnen wollte. Dabei half eine Erinnerungsfunktion. Die App fragte sogleich, wann man bitte erinnert werden wollte – wer gern lange im Bett liegt, sollte da eher nicht 7 Uhr angeben, und die Abfrage muss auch nicht jeden Tag erfolgen. Es ist auch möglich, sich einfach nur „jeden Montag“ daran erinnern zu lassen, dass man ja mal alles rund um seine Schuppenflechte vermerken könnte. So sinkt auch die Gefahr, dass man irgendwann auf die Meldungen des Smartphones nicht mehr reagiert, weil sie zu oft kommen. Eine Erinnerung an die Therapie kann auf die gleiche Weise eingerichtet werden.
</p>

<p>
	Der wichtigste Bildschirm, der einem öfter begegnete, enthielt die drei wichtigsten Funktionen: Man konnte Fotos hinzufügen, die Symptome und die Auslöser aufzeichnen.
</p>

<p>
	Für jedes Symptom wurde gefragt, wie stark es ist – auf einer Skala von 1 bis 4. Es folgte ein Punkt, bei dem man ruhig ehrlich sein konnte: Wird die Therapie wie vorgesehen angewendet? „Ja, meistens“, „Nein selten“ oder „Ich nutze keine Therapie“ – da waren die Programm-Erfinder realistisch.
</p>

<p>
	Die Testerin gab als ein Symptom ihren Juckreiz an, der für sie eines der quälendsten Probleme an der Psoriasis ist. Dazu passte dann der Hinweis „Kratzen kann die Heilung beeinträchtigen“ nebst einem Verweis auf weitere Informationen.
</p>

<div>
	Die Foto-Funktion ist selbst erklärend umgesetzt. Der Nutzer gibt noch auf einer Zeichnung an, welches Körperteil er da gerade fotografiert hat.
</div>

<p>
	Schwieriger war dann schon der nächste Bildschirm: „Was hat Ihrer Ansicht nach heute Ihre Psoriasis-Symptome ausgelöst?“, wird gefragt. Platz ist für 3 Auslöser. Wer hier klar angeben kann, welcher Auslöser sein Favorit ist, dürfte schon einen großen Schritt weiter sein.
</p>

<p>
	Der folgende Bildschirm forderte zum „Teilen“ auf – was zuerst zu einem kleinen Schrecken führt: Soll ich das jetzt alles auf Facebook oder Twitter teilen? Nein, gemeint war eine Funktion, die stark an die App „MyTherapy“ erinnert, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/app-mytherapy" rel="">die wir bereits vor längerer Zeit vorstellten</a>: Der Nutzer konnte einen Bericht mit dem Verlauf seiner Erkrankung und einem Foto per Mail verschicken – ob an sich selbst oder an einen Arzt, blieb ihm selbst überlassen.
</p>

<p>
	Doch auch ohne das „Teilen“ zeichnete die App Woche für Woche auf, wie es einem mit seinen Symptomen erging. Kurven, wie man sie schon aus der Health-App von Apple kennt, ließen die Veränderungen schnell ersichtlich werden.
</p>

<div>
	Der Nutzer der MyPsoriasis App sollte sich auch nicht mehr allein fühlen: Er konnte sich bzw. seine Symptome und Auslöser mit denen von anderen Nutzern vergleichen.
</div>

<p>
	Der Hinweis auf ein Internetangebot des App-Anbieters schloss die App ab, gefolgt von Informationen über das Programm des Anbieters für Patienten, über die Firma und die Nutzungsbedingungen.
</p>

<p>
	Insgesamt entlockte uns die App schon ein „Nicht schlecht“ – und wir haben schon einige Apps getestet und alsbald wieder vom Smartphone gelöscht. <img alt=";)" data-emoticon="true" height="20" loading="lazy" src="https://www.psoriasis-netz.de/smileys/emoticons/default_wink.png" srcset="https://www.psoriasis-netz.de/smileys/emoticons/wink@2x.png 2x" title=";)" width="20">
</p>

<h2>
	Vorschläge zur Verbesserung
</h2>

<p>
	An seine Therapie konnte sich der Nutzer lediglich einmal täglich erinnern lassen. Viele Therapien aber sind zwei- oder mehrmals am Tag anzuwenden – schon die Vitamin-D3-Creme des App-Anbieters oder auch Tabletten wie Otezla oder Fumaderm. Noch komplizierter wird es spätestens bei Therapien, die alle zwei Wochen oder gar alle drei Monate angewendet werden. Wünschenswert wäre in diesem Bereich eine Funktion gewesen, die den Nutzer an die nötigen Laborkontrollen erinnert.
</p>

<p>
	Bei den Auslösern war der psychologische Aspekt etwas unterentwickelt – lediglich Stress konnte angegeben werden. Vielleicht wäre ein eigener Dokumentations-Bereich zum psychischen Befinden oder auch nur zur Gefühlslage eine Idee, auch wenn die Darstellung eines zeitlichen Zusammenhangs zur eventuellen Verschlechterung der Psoriasis sicherlich eine Herausforderung ist.
</p>

<p>
	Der Vergleich mit anderen Nutzern ist nett – aber es blieb unklar, auf welcher Datenbasis das geschieht. Sind es die Nutzer der deutschsprachigen App? Oder von allen internationalen Versionen von Kanada bis nach Dänemark?
</p>

<p>
	Die Nutzungsbedingungen waren sehr lang – da wäre es schön gewesen, wenn man sich die auf „Knopfdruck“ per E-Mail zuschicken lassen könnte, wie es in anderen Programmen möglich ist. Dann kann man sie auch mal am „großen“ Bildschirm lesen.
</p>

<h2>
	Anderes – und der Datenschutz
</h2>

<p>
	Schade ist, dass Patientenverbänden Kraft und Geld für solche Apps fehlt, sondern eine Pharmafirma die Lücke füllt. Ihre Gesundheitsdaten wähnt die Testerin bei Patientenverbänden (zumindest im Bereich der Psoriasis) sicherer als sonstwo auf der Welt. Welche Daten im Hintergrund von einer App abgefragt werden, lässt sich für einen Laien schon gar nicht erahnen. Leo Pharma versicherte, dass Daten anonymisiert an Unternehmen weitergegeben werden, die an der Verbesserung der MyPsoriasis-App beteiligt waren – namentlich zwei Firmen in Dänemark. Aber auch “Pflegefachkräfte sowie andere Unternehmen im Konzern von Leo Pharma“ konnten mit den Daten versorgt werden.
</p>

<p>
	Leo Pharma erklärte in den Nutzungsbedinungen, dass die Daten ausschließlich in anonymer Form verarbeitet werden. Angaben zum Geschlecht, Triggerfaktoren, Auslösern, Therapie-Abbrüchen oder Symptomen wurden demnach „nur zu statistischen Zwecken verarbeitet, sie sind nicht individuell zuordenbar.“
</p>

<p>
	Sehr wichtig war Leo Pharma, dass der Nutzer für das, was er aus der App folgert, selbst verantwortlich ist. In den Nutzungsbedingungen wurde zum Beispiel darauf hingewiesen, dass die App keine Interpretationen oder Berechnungen liefert.
</p>

<p>
	An keiner Stelle in der App wies die Firma auf ihre Produkte hin – sie dürfte es ohnehin nicht, versuchte es aber auch nicht versteckt.
</p>

<p>
	Ein Nachteil wie bei den meisten Apps ist ihr Lebenszyklus. Wenn der Anbieter entscheidet, die App nicht länger auf dem Markt zu behalten, sind irgendwann auch all die mühsam eingegeben Daten nutzlos. Fragt sich, wann Apple, Google und Co. die Lücke nutzen und die Lifelogging-Funktionen ihrer Gesundheits-Apps aufbohren und das Vertrauen und die Daten der Nutzer gewinnen.
</p>

<h2>
	Screenshots von der My Psoriasis App
</h2>

<p>
	Wie die App aussah und funktionierte, haben wir in Screenshots festgehalten:
</p>
<iframe allowfullscreen="" class="ipsEmbed_finishedLoading" data-embedauthorid="0" data-embedcontent="" data-embedid="embed4711336601" id="ips_uid_6771_7" scrolling="no" src="https://www.psoriasis-netz.de/gallery/album/1554-my-psoriasis-app/?do=embed" style="overflow: hidden; height: 302px; max-width: 502px;" loading="lazy"></iframe>

<p>
	<strong>Noch ein Hinweis</strong>: Dieser App-Test wurde vom Anbieter weder angeregt noch anderweitig irgendwie begleitet. Er basiert ausschließlich auf unserer eigenen Initiative.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">841</guid><pubDate>Fri, 23 Oct 2015 17:34:00 +0000</pubDate></item><item><title>Unabh&#xE4;ngige Patientenberatung 2.0</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/unabhaengige-patientenberatung_2016/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2015_10/upd-nuernberg.jpg.e11cd7cab521769a8060819b763cf2d9.jpg" /></p>

<p>
	Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland hat seit 2016 einen neuen Träger mit kommerziellem Hintergrund, verändertem Konzept und eigenem Personal. Die gemeinnützigen Betreiber, die zuvor seit 2010 die Patientenberatung entwickelt hatten, mussten ihre Beratungsstellen schließen und erfahrene Mitarbeiter entlassen.
</p>

<p>
	Seitdem diese Entscheidung im Juni 2015 durchgesickert ist, protestierten fast alle wesentliche Akteure des Gesundheits- und Sozialwesens heftig und verständnislos dagegen. Eine Online-Petition wurde von knapp 21.500 Personen unterschrieben. Der GKV-Spitzenverband und der damalige Patientenbeauftragte Laumann (CSU) ließen sich davon nicht beeindrucken.
</p>

<p>
	Auf den ersten Blick sollte es zahlreiche Verbesserungen geben. Dafür wurden und werden pro Jahr fast 4 Millionen Euro mehr als bisher aus Krankenkassenbeiträgen bereitgestellt. Erst die Zukunft kann zeigen, ob diese Entscheidung letztendlich den Patienten nützt. Zweifel bestehen.
</p>

<h2>
	Call-Center der Krankenkassen übernahm UPD
</h2>

<p>
	Für die Jahre 2016 bis 2022 ist nun eine gemeinnützige Tochtergesellschaft der Duisburger Sanvartis GmbH neuer Träger der UPD. Dafür erhält sie jährlich 9 Millionen Euro, während die bisherigen Träger nur einen Jahresetat von 5,2 Millionen Euro hatten. Sanvartis betrieb zum Zeitpunkt der Übernahme der UPD nach eigenen Angaben die Call-Center eines Drittels der Gesetzlichen Krankenkassen und arbeitete außerdem für mehrere Pharmafirmen. Das Psoriasis-Netz hat ausführlich über diesen Fall berichtet.
</p>

<p>
	Die "alten" Träger hatten einen Nachprüfungs-Antrag bei der Vergabekammer des Bundeskartellamts gestellt. Der wurde Ende August 2015 abgelehnt. Bei der Ausschreibung seien alle Verfahrensvorschriften eingehalten, so die Kammer. Zudem seien im Angebot der bisherigen Träger selbst Mängel aufgetaucht, die möglicherweise einen Ausschluss nach sich gezogen hätten („Gute Beratung, aber schlecht erreichbar“).
</p>

<p>
	Die unterlegenen Träger-Vereine erklärten, darauf zu verzichten, Beschwerde oder Klage einzureichen. Sie könnten bei einem Streitwert von 7 x 9 Mio Euro nicht riskieren, Prozesskosten in Höhe von 300.000 Euro zahlen zu müssen.
</p>

<h2>
	Ab 2016 bessere Beratung an mehr Orten
</h2>

<p>
	Die Patientenberatung wird seit 2016 durch eine neu gegründete UPD gGmbH durchgeführt. Dazu erklärte die <a href="http://www.bmg.bund.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2015-3/upd-ausbau.html" rel="external nofollow">Sanvartis GmbH</a><em>:</em> „Ein umfangreiches Regelwerk wird sicherstellen, dass die Sanvartis GmbH keinen Zugriff auf die UPD, deren Geschäftsführer und Mitarbeiter oder deren Daten und das IT-System haben wird.“  Außerdem sei eine umfassende kontinuierliche Überwachung durch eine neutrale Kontrollinstanz vorgesehen. Der Wissenschaftliche Beirat der UPD werde einen „Auditor“ bestimmen, der die Unabhängigkeit überwachen soll. Der Beirat erhalte Weisungsrechte gegenüber der UPD und könne bei Verstößen den Vertrag kündigen.
</p>

<p>
	Zukünftig sollen die Zeiten der Telefonberatung verlängert, verstärkt russisch- und türkisch sprechende Dolmetscher und mehr Ärzte und Rechtsanwälte einbezogen und Beratungen an 30 Orten durchgeführt werden. (Quelle: <a href="http://www.sanvartis.de/site-p/presse/detail/archive/2015/september/article/ab-2016-modernes-angebot-einer-unabhaengigen-und-kostenlosen-beratung-fuer-patienten.html?tx_ttnews%5Bday%5D=21&amp;cHash=e8f941ec309a6d24b0d7308a97207cd7" rel="external nofollow">Sanvartis</a>)
</p>

<h2>
	Erste Erfahrungen aus dem Januar 2016
</h2>

<p>
	Der bayerische Rundfunk hat im Januar 2016 einen ersten Bericht über die Sanvartis-UPD veröffentlicht. Darin wurde vor allem kritisiert, dass für die Beratung an 30 Standorten in ganz Deutschland lediglich sechs Vollzeitstellen vorgesehen sind. Das hieße, die Berater hätten an jedem Standort pro Woche nur acht Stunden Zeit für eine persönliche Beratung. Ähnlich knapp würde es für die drei Beratungsmobile: Auch für die seien nur sechs ganztags arbeitende Berater vorgesehen. Die sollen deutschlandweit 100 Kommunen einmal im Vierteljahr anfahren. Da eines dieser Mobile in Bayern stationiert werden solle, blieben für die anderen zwölf Flächen-Bundesländer nur zwei Mobile übrig.
</p>

<h2>
	Kommentar
</h2>

<p>
	Das Vergabeverfahren hatte mehr als ein „Geschmäckle“. Es fängt damit an, dass es rechtlich umstritten ist, ob die Neuvergabe der UPD europaweit ausgeschrieben werden musste. Da es nicht um staatliche Gelder geht, sondern um die Verteilung von Beiträgen der Krankenversicherten, wäre auch eine „freihändige“ Vergabe möglich gewesen. Zum Beispiel an die bisherigen Träger – nach öffentlichen Anhörungen und Diskussionen über (unbestritten) notwendige Verbesserungen. Stattdessen wurde hinter verschlossenen Türen entschieden. Lediglich der Wissenschaftliche Beirat der UPD wurde einbezogen, ohne aber selbst mitentscheiden zu können. Nach der endgültigen Entscheidung verließen zwei Mitglieder das Gremium unter Protest. Dieses Verfahren fördert die Politikverdrossenheit und widerspricht dem Leitbild des mündigen Patienten.
</p>

<p>
	Aber es nützt vor allem den Interessen der Krankenkassen. Natürlich ist es anrüchig, dass als Bewerber eine Firma zugelassen wurde, die seit Jahren für gesetzliche Krankenkassen arbeitet. Genau deshalb hätte sie aus dem Bieterverfahren ausgeschlossen werden müssen.
</p>

<p>
	Mit der Konstruktion, eine neue gemeinnützige GmbH zu gründen, soll ein Interessenkonflikt ausgeschlossen werden. Trotzdem bleibt diese neue UPD gGmbH Teil des Firmenkonsortiums von Sanvartis<em>.</em> Die Firma kann es sich als kommerzielles Unternehmen eigentlich nicht leisten, ihre zahlenden Kunden, d.h. die Krankenkassen, durch allzu deutliche Kritik zu verschrecken.
</p>

<p>
	Die UPD hat den gesetzlichen Auftrag, Patientenorientierung im Gesundheitswesen zu stärken und Problemlagen im Gesundheitssystem aufzeigen. Das hat die "alte" UPD in ihren <a href="http://www.patientenberatung.de/monitor-patientenberatung/" rel="external nofollow">jährlichen Berichten</a> an den Patientenbeauftragten der Bundesregierung gemacht. Es bleibt abzuwarten, ob auch die neue UPD im gleichen Maße die Krankenkassen kritisieren wird. „Wer ein Call-Center ausschreibt, bekommt auch nur ein Call-Center“, befürchteten die Länder-Patientenbeauftragten aus Bayern, Berlin und NRW. Wird sie sich mit fast doppelt so viel Geld nur noch auf reine Beratungstätigkeit konzentrieren – wenn auch auf hohem Nivea? Dann würde sich die gesetzlich vorgeschriebene "Unabhängigkeit" nur noch auf medizinische und juristische Einzelfall-Bewertungen beziehen.
</p>

<p>
	Selbst, wenn sich die bisherigen Träger ihr Recht hätten einklagen wollen, war der Streitwert derart hoch, dass das Risiko viel zu groß gewesen wäre. Es scheint selbst gegen staatliches Handeln keine streitwert-unabhängige Klagemöglichkeit zu geben. Nur wer Geld genug hat, kann in so einem Fall gerichtlich klären lassen, was Recht ist.
</p>

<p>
	Das eigentliche Dilemma ist, dass eine mit viel Engagement, Geburtswehen und Herzblut entstandene Institution zerschlagen wurde. Bestehende Kontakte, Netzwerke,  Projekte mit anderen und qualifizierte Mitarbeiter – alles das wurde einem völlig unnötigen Wettbewerb geopfert.
</p>

<p>
	GKV-Spitzenverband und der Bundes-Patientenbeauftragte haben sich für das Konzept eines kommerziellen Anbieters entschieden. Sie hätten aber auch mit den bisherigen gemeinnützigen Trägern und fast doppelt so viel Geld das bestehende Konzept und seine Mängel verbessern können. Natürlich vorausgesetzt, dass die offen für wesentliche Veränderungen (bessere Erreichbarkeit, längere Beratungszeiten, mehr Beratungsorte etc.) gewesen sind. Davon müsste man eigentlich ausgehen.
</p>

<h2>
	Politik muss handeln
</h2>

<p>
	Die Fraktionen im Bundestag sind aufgefordert, das Vergabeverfahren nach § 65b SGB V zu präzisieren, damit es frei von Interessenkonflikten, für die Öffentlichkeit transparent und hinsichtlich der Entscheidung demokratisch wird. Auch muss genauer beschrieben werden, was in diesem Zusammenhang "Unabhängigkeit" bedeutet. Da haben die Beteiligten offensichtlich unterschiedliche Vorstellungen. Die Aufgaben einer wirklich unabhängigen Patientenberatung sind ein zu hohes Gut, als dass man sie Partei- oder Krankenkassen-Interessen überlassen darf!
</p>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<p>
	<a href="http://www.patientenberatung.de/monitor-patientenberatung/" rel="external nofollow">Monitor Patientenberatung 2015</a>, UPD berichtet über Problemlagen im deutschen Gesundheitswesen
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	<a href="https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/unabhaengige-patientenberatung-zuschlag-fuer-sanvartis-a-1051533.html" rel="external nofollow">Unabhängige Patientenberatung: Privater Dienstleister erhält den Zuschlag</a>, SPIEGEL-Online, 4.9.2015
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	<a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/64031/Unabhaengige-Patientenberatung-Deutschland-Vergabekammer-bestaetigt-Uebergang-an-neue-Traegerorganisation" rel="external">Unabhängige Patientenberatung Deutschland: Vergabekammer bestätigt Übergang an neue Trägerorganisation</a>, Deutsches Ärzteblatt, 4.9.2015
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	<a href="http://www.sanvartis.de/de/site-p/presse/detail/archive/2015/september/article/sanvartis-ueberzeugt-mit-dem-besten-konzept-fuer-die-unabhaengige-patientenberatung.html?tx_ttnews%5Bday%5D=04&amp;cHash=59954947b1cc24a24e9442e641d8b335" rel="external nofollow">Sanvartis überzeugt mit dem besten Konzept</a>, Stellungnahme der Firma 4.9.2015
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	<a href="http://www.bmg.bund.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2015-3/upd-ausbau.html" rel="external nofollow">Ab 2016 modernes Angebot einer unabhängigen und kostenlosen Beratung für Patienten</a>, Presseerklärung des Bundesgesundheitsministerium und des GKV-Spitzenverbandes, 21.9.2015
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	<a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/64216/Laumann-verteidigt-Vergabe-der-Unabhaengigen-Patientenberatung" rel="external">Laumann verteidigt Vergabe der Unabhängigen Patientenberatung</a>, Deutsches Ärzteblatt, 21.9.2015
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]]></description><guid isPermaLink="false">842</guid><pubDate>Fri, 23 Oct 2015 12:50:00 +0000</pubDate></item></channel></rss>
