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<rss version="2.0"><channel><title>Artikel</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/</link><description/><language>de</language><item><title>Die wichtigsten Online-Events im August 2026 bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/die-wichtigsten-online-events-im-august-2026-bei-schuppenflechte-oder-psoriasis-arthritis-r1428/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2026_07/videocall-mann.jpg.1d717dd3573b07cdb5b0ce7d69544550.jpg" /></p>
<p>Jeden Monat klappern wir Dutzende Internetseiten ab, um die interessantesten Veranstaltungen für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis zu finden. Meist sind das Online-Seminare oder Livestreams von Vorträgen. Wir sammeln sie <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/events/">in unserem Event-Kalender</a>.<br><br>Doch nicht jeder verirrt sich in die Untiefen unseres Internetportals. Deshalb hier ein Überblick über die unserer Meinung nach interessantesten Online-Seminare im August 2026:</p><hr><p><span class="ipsEmoji" title="">📅</span> 5. August<br><strong>Digitale Selbsthilfegruppe Rheuma &amp; Fatigue</strong></p><p>Die Rheuma-Liga Berlin e.V. bietet eine digitale Selbsthilfegruppe für Erwachsene mit einer rheumatischen Erkrankung und Fatigue an – also auch für Betroffene mit Psoriasis arthritis. [<a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/events/event/1545-digitale-selbsthilfegruppe-rheuma-fatigue/">mehr darüber</a>]</p><p><span class="ipsEmoji" title="">📅</span> 12. August<br><strong>Psoriasis arthritis – Austausch für Betroffene</strong></p><p>Die Deutsche Rheuma-Liga NRW bietet einen Online-Austausch für Menschen mit Psoriasis arthritis an.</p><p>An diesem Abend soll es um Wege der Krankheitsbewältigung und Erfahrungen im Umgang mit der Diagnose gehen. Moderiert wird das Treffen von Ehrenamtlichen der Rheuma-Liga. [<a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/events/event/1662-psoriasis-arthritis-austausch-f%C3%BCr-betroffene/">mehr darüber</a>]</p><p><span class="ipsEmoji" title="">📅</span> 15. August<br><strong>Digitaler Psoriasis-Stammtisch</strong></p><p>Du willst mal andere Leute fragen, wie sie das mit ihrer Schuppenflechte machen? Wie sie ihre Psoriasis arthritis bewältigen? Dann schalte immer am 15. eines Monats um 19:30 Uhr deine Webcam an oder setz das Headset auf. Wir treffen uns am Video-Stammtisch. [<a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/events/event/1530-digitaler-psoriasis-stammtisch/">mehr darüber</a>]</p><p><span class="ipsEmoji" title="">📅</span> 15. August<br><strong>Krankheitsbewältigung im Familienalltag</strong></p><p>Der Deutsche Psoriasis-Bund e.V. lädt zum Online-Seminar "Krankheitsbewältigung im Familienalltag" ein.</p><p>Die Psychologinnen Professorin Christina Schut und Dr. Johanna Munz geben beim Seminar konkrete Tipps zum Umgang mit Stress und Stigmatisierung sowie Strategien zum Ressourcenaufbau. [<a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/events/event/1661-online-seminar-krankheitsbew%C3%A4ltigung-im-familienalltag/">mehr darüber</a>]</p><p><span class="ipsEmoji" title="">📅</span> 15. August<br><strong>Pflanzenbetont essen mit Linsen, Bohnen und Co.</strong></p><p>Bohne, Linse, Kichererbse &amp; Co. liegen im Trend – aber wie gesund sind sie wirklich? Können sie Fleisch ersetzen, welche Produkte gibt es überhaupt und was steckt hinter den Diskussionen um unerwünschte Inhaltsstoffe? Antworten und praktische Küchentipps gibt es in diesem Vortrag. [<a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/events/event/1389-online-vortrag-pflanzenbetont-essen-mit-linsen-bohnen-und-co/">mehr darüber</a>]</p><hr><p>Fördermitglieder bekommen die Termine der wichtigsten Online-Events eine Woche früher per Mail in ihr Postfach. Du willst das auch? <a rel="external nofollow" href="https://steady.page/de/psoriasisnetz/about"><strong>Werde Fördermitglied!</strong></a><br><br>Ihr kennt weitere interessante Veranstalter, deren Events wir ankündigen sollten? Schreibt es in die Kommentare <span class="ipsEmoji" title="">⤵️</span></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1428</guid><pubDate>Wed, 29 Jul 2026 15:59:00 +0000</pubDate></item><item><title>Neues Psoriasis-Medikament Icotyde in Europa im Landeanflug</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/neues-psoriasis-medikament-icotyde-in-europa-im-landeanflug-r1426/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2026_07/tabletten-gelb.jpg.852c25f4d08042ec8fcac12da46daf0f.jpg" /></p>
<p>Der Wirkstoff Icotrokinra wird wohl das nächste neue Medikament für Menschen mit Schuppenflechte. Der entsprechende Ausschuss bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA <a rel="external" href="https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/icotyde">hat sich dafür ausgesprochen, dass dem Medikament eine Zulassung erteilt wird</a>.</p><p>Icotyde – so der Name des Medikamentes – wäre die erste Tablette gegen Plaque-Psoriasis, die gezielt den Interleukin-23-Rezeptor blockiert. Bisher können das "nur" die <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/tags/biologika/">Biologika</a>, die gespritzt werden.</p><h2>Was ist Icotyde?</h2><p>Icotyde ist ein neues Medikament für Menschen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis. Es kommt als Tablette mit 200 mg Wirkstoff und wird einmal täglich geschluckt. Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der Interleukin-Hemmer.</p><p>Das Besondere daran: Icotyde ist die erste Tablette, die gezielt den Interleukin-23-Rezeptor blockiert. Bisher gab es Medikamente mit diesem Wirkmechanismus nur als Spritze, etwa Guselkumab (<a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/guselkumab-tremfya/tremfya/">Tremfya</a>), Risankizumab (<a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/skyrizi-risankizumab/">Skyrizi</a>) und Tildrakizumab (<a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ilumetri-tildrakizumab/">Ilumetri oder Ilumya</a>).</p><p>Für viele Betroffene ist eine Tablette ein großer Vorteil, denn nicht jeder mag sich regelmäßig selbst spritzen. Und: Tabletten lassen sich bei Raumtemperatur lagern und sind zum Beispiel auf Reisen einfacher zu handhaben.</p><h2>Wie wirkt der neue Wirkstoff?</h2><p>Bei Psoriasis spielt das Protein Interleukin-23 eine wichtige Rolle. Es befeuert die Entzündung in der Haut und sorgt so für die typischen roten, schuppigen Flecken. Icotrokinra dockt an den Rezeptor für dieses Protein an und blockiert ihn. Dadurch kann Interleukin-23 seine entzündungsfördernde Wirkung nicht mehr entfalten. Die Entzündung geht zurück und die Symptome bessern sich.</p><h2>Für wen ist Icotyde geeignet?</h2><p>Das Medikament ist zugelassen für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren, die mindestens 40 Kilogramm wiegen. Voraussetzung ist, dass die Betroffenen für eine sogenannte systemische, also innerliche Therapie infrage kommen.</p><h2>Wie gut wirkt das Medikament?</h2><p>Für die Zulassung wurden vier große Studien mit insgesamt etwa 2.500 Patientinnen und Patienten durchgeführt. Die Ergebnisse sind vielversprechend:</p><p>In drei Studien erreichten nach 16 Wochen 50 bis 57 Prozent der Teilnehmenden mit Icotyde einen <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr>-90-Wert. Das heißt, ihre Symptome besserten sich um mindestens 90 Prozent. Bei der Placebo-Gruppe waren es nur 1 bis 4 Prozent.</p><p>Zusätzlich hatten 65 bis 71 Prozent der Behandelten eine nahezu oder komplett klare Haut, gemessen am sogenannten IGA-Score. In der Placebo-Gruppe traf das nur auf acht bis elf Prozent zu.</p><p>Eine vierte Studie beschäftigte sich speziell mit schwer behandelbaren Körperstellen wie der Kopfhaut, dem Genitalbereich sowie Händen und Füßen. Auch hier zeigte sich eine gute Wirkung.</p><h2>Welche Nebenwirkungen gibt es?</h2><p>Die häufigste Nebenwirkung sind Pilzinfektionen, die bei etwa 1,1 Prozent der Behandelten auftraten. Das ist eine bekannte Nebenwirkung von Medikamenten, die das Immunsystem beeinflussen.</p><h2>Wie geht es weiter?</h2><p>Die positive Empfehlung des CHMP ist ein wichtiger Schritt, aber noch nicht die endgültige Zulassung. Als Nächstes prüft die Europäische Kommission die Empfehlung und entscheidet über die EU-weite Zulassung. Normalerweise dauert dieser Schritt nur wenige Wochen. In der Regel vergehen zwischen der CHMP-Empfehlung und der offiziellen Zulassung durch die EU-Kommission etwa 67 Tage, also rund zwei Monate. Die Kommission folgt dabei fast immer der Einschätzung des CHMP.</p><p>Ist die Zulassung erteilt, entscheidet jedes EU-Land für sich, wie das Medikament vergütet wird und zu welchem Preis es erhältlich ist. Das kann noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bevor Icotyde tatsächlich in deutschen Apotheken verfügbar ist.</p><h2>Fachbegriffe erklärt</h2><p><strong>Interleukin-23 (IL-23)</strong>: Das ist ein körpereigenes Protein, das eine wichtige Rolle im Immunsystem spielt. Bei Menschen mit Psoriasis ist dieses Protein oft überaktiv und sorgt dafür, dass die Haut sich entzündet und die typischen Flecken entstehen. Medikamente wie Icotyde setzen genau hier an und bremsen dieses Protein aus.</p><p><strong><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr>-90</strong>: <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr> steht für Psoriasis Area and Severity Index und ist ein Messwert, mit dem Ärzte die Schwere der Schuppenflechte einschätzen. Ein <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr>-90-Wert bedeutet, dass sich die Symptome um mindestens 90 Prozent verbessert haben, verglichen mit dem Zustand vor der Behandlung. Das ist ein wichtiger Maßstab, um zu sehen, wie gut ein Medikament wirkt.</p><p><strong>CHMP</strong>: Das Committee for Medicinal Products for Human Use ist ein Ausschuss der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA. Er prüft neue Medikamente auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit und spricht dann eine Empfehlung aus. Diese Empfehlung ist die Grundlage dafür, dass die Europäische Kommission ein Medikament offiziell zulässt.</p><h2>Mehr über Icotyde im Psoriasis-Netz</h2><ul><li><p><a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/icotrokinra-r591/">Icotrokinra – die wichtigsten Fakten</a></p></li><li><p><a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/tabletten-spritzen/icotrokinra-gegen-psoriasis-zulassung-in-europa-beantragt-r1373/">Icotrokinra gegen Psoriasis: Zulassung in Europa beantragt</a> – mit mehr Informationen über Studienergebnisse, Nebenwirkungen...</p></li><li><p><a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/">Forum: Austausch über alle Aspekte des Lebens mit Psoriasis</a></p></li></ul>]]></description><guid isPermaLink="false">1426</guid><pubDate>Fri, 24 Jul 2026 17:25:00 +0000</pubDate></item><item><title>Seltene Hautkrankheit GPP erh&#xE4;lt besonderen Status &#x2013; Medikament r&#xFC;ckt n&#xE4;her</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/seltene-hautkrankheit-gpp-erh%C3%A4lt-besonderen-status-medikament-r%C3%BCckt-n%C3%A4her-r1425/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2026_07/many-dots.jpg.cc2af671794b622d5f51d34eae8ea1e4.jpg" /></p>
<p><strong>Die europäische Zulassungsbehörde EMA hat die generalisierten pustulösen Psoriasis (GPP) jetzt als seltene Erkrankung anerkannt. Damit würde der neuen GPP-Wirkstoff Imsidolimab in der EU den „Orphan-Drug-Status erhalten. Imsidolimab kann dadurch einfacher zugelassen werden und muss keinen Zusatznutzen gegenüber bisherigen Therapien nachweisen. Das erlaubt dem Anbieter, einen entsprechend hohen Preis durchzusetzen. Daran scheiterte in der Vergangenheit, dass das erste GPP-Medikament Spevigo in Deutschland weiterhin angeboten wurde. </strong></p><p>Neben der klassischen <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/psoriasis/psoriasis-vulgaris-%E2%80%93-die-haeufigste-form-der-schuppenflechte-r1116/">Plaque-Psoriasis</a> gibt es eine viel seltenere und deutlich gefährlichere Form: die generalisierte pustulöse Psoriasis, kurz GPP. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hat kürzlich eine für Betroffene interessante Entscheidung getroffen: Ihr Ausschuss für seltene Erkrankungen hat empfohlen, <a rel="external nofollow" href="https://www.biospace.com/press-releases/vanda-pharmaceuticals-announces-ema-positive-opinion-for-orphan-drug-designation-of-imsidolimab-for-generalized-pustular-psoriasis-a-milestone-recognition-of-gpp-as-a-distinct-rare-disease-in-europe">dem Wirkstoff Imsidolimab den Orphan-Drug-Status zu verleihen</a>. Dieser Status wird nur für Medikamente vergeben, die schwere oder lebensbedrohliche seltene Krankheiten behandeln. Als selten gilt eine Erkrankung, wenn weniger als 5 von 10.000 Menschen in der EU davon betroffen sind.</p><p>Für Menschen mit GPP ist das eine große Sache: Es ist das erste Mal, dass die EMA diesen Status für ein Medikament gegen GPP vergibt. Damit wird GPP nun offiziell als eigene seltene Erkrankung in Europa anerkannt. Das war bisher nicht selbstverständlich, denn GPP wurde oft nur als schwere Variante der normalen Psoriasis betrachtet.</p><h2>Was ist GPP?</h2><p>GPP unterscheidet sich deutlich von der Plaque-Psoriasis, die viele kennen. Bei GPP <a rel="external nofollow" href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/ddg.14764_g">entstehen plötzlich große Mengen an sterilen Pusteln auf der Haut</a>, teilweise am ganzen Körper. Gleichzeitig läuft im Körper eine starke, systemische Entzündung ab. Diese Entzündung kann zu Fieber, Erschöpfung und in schweren Fällen sogar zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen.</p><p>Der Grund für diese heftige Entzündung liegt in einem bestimmten Signalweg im Körper. Er heißt Interleukin-36-Signalweg, kurz IL-36. Bei Menschen mit GPP fehlt oft ein natürlicher Bremsmechanismus für dieses Signal: Normalerweise verhindert der Interleukin-36-Rezeptorantagonist (IL-36Ra), dass IL-36 ungehindert Entzündungen auslöst. Bei vielen GPP-Patienten liegt jedoch eine Mutation im Gen IL36RN vor. Dadurch kann dieser Antagonist seine Bremsfunktion nicht mehr richtig ausüben kann. Dadurch bleibt das Entzündungssignal unkontrolliert aktiv und es kommt zur massiven Ausschüttung von proinflammatorischen Botenstoffen wie IL-8, was die typische neutrophile Entzündung in der Haut auslöst.</p><h2>Wie funktioniert das Medikament?</h2><p>Imsidolimab ist ein sogenannter monoklonaler Antikörper. Das Medikament setzt genau an diesem IL-36-Signalweg an, <a rel="external nofollow" href="https://www.frontiersin.org/journals/immunology/articles/10.3389/fimmu.2023.1292941/full">indem es den IL-36-Rezeptor blockiert</a>. Dadurch wird die überschießende Aktivität des Rezeptors reduziert und die Entzündungsreaktion gedämpft.</p><p>Das Medikament ist noch nicht in der EU zugelassen. Der Orphan-Drug-Status bringt dem Hersteller aber wichtige Vorteile. Dazu gehören zum Beispiel Unterstützung bei der Studienplanung, geringere Gebühren und ein Marktschutz nach einer möglichen Zulassung. Das soll die Entwicklung von Medikamenten für seltene Krankheiten attraktiver machen.</p><h2>Wie geht es weiter?</h2><p>In den USA und Japan wurde Imsidolimab bereits ähnlich anerkannt. In den USA prüft die Zulassungsbehörde FDA aktuell den Zulassungsantrag. Eine Entscheidung wird bis zum 12. Dezember 2026 erwartet.</p><p>Für Europa steht eine tatsächliche Zulassung aus. Der Orphan-Drug-Status ist ein wichtiger Zwischenschritt, aber noch keine Marktzulassung.</p><p>Für Betroffene bedeutet diese Entwicklung also vor allem Hoffnung. GPP ist eine Erkrankung, für die es bisher nur wenige gezielte Therapien gibt. Eine offizielle Anerkennung als eigene Krankheit kann außerdem helfen, dass Ärzte und Forscher sie besser verstehen und ernster nehmen.</p><h2>Da war doch schonmal was?</h2><p><a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/spevigo-spesolimab-r559/">Spesolimab (Spevigo)</a> war das erste zielgerichtete GPP-Medikament überhaupt. Es blockierte ebenfalls den IL-36-Rezeptor. Die EU-Zulassung kam Ende 2022, in Deutschland war es ab Februar 2023 erhältlich. Boehringer Ingelheim <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/medikament-spevigo-in-deutschland-vom-markt-genommen-r1258/">zog es aber im August 2023 wieder vom deutschen Markt zurück</a>. </p><p>Nach dem AMNOG-Verfahren durfte Boehringer Ingelheim im ersten halben Jahr den Preis selbst festlegen; <a rel="external nofollow" href="https://www.g-ba.de/downloads/92-975-6372/2023_01_20_Modul3A_Spesolimab.pdf">der lag bei fast 24.000 Euro</a> für die Behandlung eines Schubes. Ab August 2023 bot die Firma das Präparat nicht mehr an. Seine Begründung: In Deutschland wäre das geforderte Preisniveau nicht durchzusetzen. Die Firma konnte nicht über einen hohen Erstattungspreis verhandeln, weil Spesolimab nicht besser als Vergleichstherapien bewertet wurde. Der Gemeinsame Bundesausschusses hatte dem Präparat keinen Zusatznutzen anerkannt – übrigens mit den Stimmen der Patientenvertreter.</p><p>Grund war die <a rel="external nofollow" href="https://www.g-ba.de/downloads/91-1385-920/2023-07-20_Geltende-Fassung_Spesolimab_D-902.pdf">Nutzenbewertung des Gemeinsamen Bundesausschusses</a> (G-BA): Ein Zusatznutzen gegenüber der Vergleichstherapie wurde nicht anerkannt, was einen niedrigen Erstattungspreis bedeutet hätte. Statt zu diesem Preis weiterzuverkaufen, nahm der Hersteller das Medikament ganz vom Markt.</p><p>2022 war die GPP noch nicht als seltene Erkrankung (orphan desease) anerkannt. Deshalb wurde Spesolimab behandelt wie eines der vielen Psoriasis-Medikamente. Das ist bei Imsidolimab anders: Wird der Wirkstoff für die GPP zugelassen, gilt er als „Orphan Drug“. Für diese Medikamente gilt grundsätzlich, dass ein Zusatznutzen automatisch anerkannt wird. Bei Preisverhandlungen darf also nicht auf kostengünstigere Vergleichstherapien verwiesen werden. Damit soll gefördert werden, dass auch für seltene Erkrankungen Medikamente entwickelt werden.   Um den Umsatz zu erhöhen, versuchen die Anbieter den gleichen Wirkstoff für möglichst viele seltene Erkrankungen zuzulassen.</p><p>Aber: Wenn der Umsatz eines "Orphan Drug" 30 Mio. Euro pro Jahr übersteigt, verliert es seinen Sonderstatus. Dann wir überprüft, ob und welchen Zusatznutzen der Wirkstoﬀ hat.</p><p>Zwischen 2011 und 2022 wurden deshalb 23 Orphan Drugs regulär bewertet. Bei 18 (78 Prozent) wurde ein geringer bzw. kein Zusatznutzen festgestellt.</p><p>Die eigentliche Zulassung und spätere Preisverhandlungen stehen bei Imsidolimab in der EU also noch aus, sodass ein ähnliches Szenario wie bei Spesolimab theoretisch erst danach entstehen könnte, aber bisher reine Spekulation wäre.</p><h2>Fachbegriffe erklärt</h2><ul><li><p><strong>Orphan-Drug-Status</strong>: Dieser Status wird von Behörden wie der EMA vergeben, wenn ein Medikament eine seltene Krankheit behandelt. Er soll Firmen dazu ermutigen, auch für kleine Patientengruppen Medikamente zu entwickeln. Ohne diesen Anreiz würde sich die Forschung oft nicht lohnen, weil zu wenige Menschen betroffen sind.</p></li><li><p><strong>Monoklonaler Antikörper</strong>: Ein monoklonaler Antikörper ist ein künstlich hergestelltes Eiweiß. Es erkennt eine ganz bestimmte Struktur im Körper, zum Beispiel einen Entzündungsrezeptor. Dadurch kann das Medikament sehr gezielt wirken und andere Prozesse im Körper weitgehend unberührt lassen.</p></li><li><p><strong>Interleukin-36</strong> (IL-36): IL-36 ist ein Botenstoff des Immunsystems. Normalerweise sorgt er dafür, dass der Körper bei Bedarf eine Entzündungsreaktion startet. Bei Menschen mit GPP fehlt oft die natürliche Bremse für diesen Botenstoff, wodurch die Entzündung außer Kontrolle geraten kann.</p></li></ul>]]></description><guid isPermaLink="false">1425</guid><pubDate>Mon, 20 Jul 2026 14:18:00 +0000</pubDate></item><item><title>Tool-Tester gesucht: Ist es Psoriasis arthritis, rheumatoide Arthritis oder doch was anderes?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/tool-tester-gesucht-ist-es-psoriasis-arthritis-rheumatoide-arthritis-oder-doch-was-anderes-r1424/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2026_07/rheuma-tool-testen.jpg.0b09a25111adb0d87006c11e3f212748.jpg" /></p>
<p>Viele Menschen mit Verdacht auf Rheuma warten monatelang oder sogar jahrelang auf eine klare Diagnose. Ein Online-Tool namens „Rheuma?“ soll genau in dieser Wartezeit helfen. Entwickelt hat es die Arbeitsgruppe „Digitale Medizin und Versorgungsforschung“ am Uniklinikum Erlangen, unter der Leitung von Dr. Harriet Morf. Sie ist Fachärztin für Rheumatologie und Immunologie. Das Tool ist Teil eines größeren europäischen Forschungsprojekts namens SPIDeRR, das die Universität Leiden koordiniert.</p><h2>Was das Tool kann</h2><p>„Rheuma?“ ist kein Diagnose-Tool. Das betont Dr. Morf ausdrücklich. Stattdessen füllt man einen wissenschaftlich entwickelten Fragebogen aus und bekommt danach eine persönliche Übersicht über seine Symptome. Diese Übersicht kann man speichern, ausdrucken und zum nächsten Arzttermin mitnehmen.</p><p>Der Gedanke dahinter ist einfach: Wer seine Beschwerden klar und strukturiert beschreiben kann, kommt mit der Ärztin oder dem Arzt oft besser ins Gespräch. Das spart Zeit und die Abklärung kann schneller starten.</p><p>Entwickelt wurde das Tool zusammen mit Rheumatologinnen und Rheumatologen sowie mit Patientinnen und Patienten. Es deckt verschiedene rheumatische Erkrankungen ab, nicht nur eine einzelne Form. Psoriasis arthritis und Schuppenflechte jedenfalls kommen ausdrücklich in Fragen und Antworten vor.</p><h2>Wer beim Testen mitmachen kann</h2><p>Für die begleitende Studie sucht das Forschungsteam Menschen, die das Tool ausprobieren und danach ein paar Fragen beantworten. Nach der Nutzung bekommen Studienteilnehmer viermal eine E-Mail mit Fragen zum Gesundheitszustand, zu möglichen Diagnosen und zur Behandlung.</p><p>Diese Rückmeldungen fließen in die Weiterentwicklung des Tools ein. So soll „Rheuma?“ mit der Zeit noch besser auf die Bedürfnisse von Betroffenen zugeschnitten werden.</p><p>Wichtig: Das Tool selbst kann jeder nutzen – auch wenn man am Ende nicht an der Studie teilnehmen will. Der Zugang ist für alle kostenlos, unabhängig von der Studienteilnahme.</p><p><strong>Das Tool startet auf </strong><a rel="external nofollow" href="https://rheumatic.elsa.science/de/"><strong>rheumatic.elsa.science/de</strong></a>. Mehr Informationen zum Forschungsprojekt gibt es unter <a rel="external nofollow" href="https://spiderr-project.eu">spiderr-project.eu</a>.</p>]]></description><guid isPermaLink="false">1424</guid><pubDate>Mon, 20 Jul 2026 05:20:20 +0000</pubDate></item><item><title>Neues und Bew&#xE4;hrtes zur Psoriasis im Jahr 2026</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/psoriasis/neues-und-bew%C3%A4hrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2026-r1422/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2026_07/fobi2026.jpg.284a1e8edc9c98944b276d3e633cfbcc.jpg" /></p>
<p><strong>Anfang Juli trafen sich Hautärzte wieder zu einer Woche voller Fortbildung. Wir konnten dabeisein und haben hier aufgeschrieben, was es Neues für Menschen mit Psoriasis gibt – oder was uns aufgefallen ist.</strong></p><p>Die Fortbildungswoche 2026 wurde anlässlich ihres 30-jährigen Jubiläums von Alphorn blasenden Dermatologen eröffnet. Seit 1976 findet in München diese Veranstaltung für Hautärzte statt – alle zwei Jahre im Juli. Im Laufe der Jahre hat sich daraus ein exzellenter Kongress entwickelt. </p><p>Für Betroffene mit mittelschwerer oder schwerer Psoriasis wird es in nächster Zeit weitere Präparate in Tablettenform geben, sogenannte "orale Medikamente". Die wirken inzwischen fast so gut wie Spritzen oder Pens. Aber: Sie müssen täglich eingenommen werden. Alle Hautpatienten werden künftig noch mehr mit digitalen Anwendungen und Telemedizin zu tun haben. Der Trend geht zur „<a rel="external" href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/innovatives-versorgungsmodell-avatarpraxis-in-niedersachsen-eroeffnet-e598e643-209c-4df1-81bd-7aa7dc97404a">Avatar-Praxis</a>“. </p><p><em>Ja, der Artikel ist lang! Aber du kannst in der Übersicht die Themen anklicken, die dich interessieren.</em></p><h2>Für schnelle Leser</h2><ul><li><p>Mit <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/neue-psoriasis-tablette-icotrokinra-in-den-usa-zugelassen-r1407/">Icotrokinra</a> (Icotyde) und <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/zasocitinib-tak-279-r593/">Zasocitinib</a> werden in nächster Zeit wirkungsstarke <strong>Medikamente in Tablettenform</strong> zugelassen.</p></li><li><p>Kombiniert mit der <strong>Abnehmspritze</strong> Mounjaro wirkt <strong>Taltz</strong> bei denjenigen deutlich besser, die dadurch ihr Gewicht verringern konnten.</p></li><li><p>Ein völlig neuartiger IL-23 Blocker könnte eines Tages dazu führen, dass Betroffene ihn <strong>nur noch zwei- oder sogar einmal pro Jahr spritzen</strong> müssen. </p></li><li><p>Die Namen neu zugelassener Biologika haben zukünftig <strong>nicht mehr die Endung „mab“</strong>.    </p></li><li><p>Mit <strong>Digitalisierung, Apps und künstlicher Intelligenz</strong> werden Abläufe und Behandlung immer weiter perfektioniert. Patientinnen und Patienten sind gefordert.</p></li><li><p>Es kann <strong>im frühen Kindesalter</strong> manchmal etwas Zeit brauchen, bis eindeutig zwischen Psoriasis und Neurodermitis unterschieden werden kann.</p></li><li><p>Haut und Gehirn tauschen permanent Signale aus und reagieren aufeinander. Über die "Haut-Hirn-Achse" können Entzüngsbotenstoffe <strong>Psoriasis und Depressionen</strong> anstoßen.</p></li></ul><h2>Neue Tabletten</h2><p>Professor Sascha Gerdes berichtete von einer Umfrage unter Patienten der Kieler Universitäts-Hautklinik. Mehr als die Hälfte der Psoriasis-Patienten hat sich für eine Behandlung mit Spritze bzw. Pen ausgesprochen. Nur ein Achtel bevorzugt orale Präparate. In Zukunft werden die bei Psoriasis vermutlich trotzdem häufiger verordnet, weil sie immer besser wirken und weniger kosten als Biologika. Demnächst werden zwei neue zugelassen:</p><h3>Icotrokinra (Icotyde)</h3><p><a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/neue-psoriasis-tablette-icotrokinra-in-den-usa-zugelassen-r1407/">Icotrokinra</a>  ist die erste IL-23-Blocker-„Pille“. Anbieter ist Johnson &amp; Johnson<em>. </em>Das Präparat wurde im März 2026 in den USA zugelassen. Für die EU ist die Zulassung beantragt. In der vorliegenden <a rel="external nofollow" href="https://s3.eu-central-1.amazonaws.com/m-anage.com.storage.eadv/abstracts_congress_2025/54016.pdf">Studie</a> wurde <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/neue-psoriasis-tablette-icotrokinra-in-den-usa-zugelassen-r1407/">Icotrokinra</a> verglichen mit Deucravacitinib (Sotyktu), ebenfalls eine Tablette. Dabei erwies sich Icotrokinra als deutlich wirkungsvoller.</p><p>Selbst, nachdem der Wirkstoff ein halbes Jahr nicht mehr gegeben wurde, blieb bei einem Viertel der Probanden der Effekt erhalten. Es gab keine schwerwiegenden Nebenwirkungen, aber bei 22 Prozent der Probanden traten Infektionen auf – auch in der Placebo-Gruppe. </p><h3>Zasocitinib</h3><p><a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/zasocitinib-tak-279-r593/">Zasocitinib</a> ist ein weiterer TYK2-Hemmer. Anbieter ist die japanische Firma Takeda<em>.</em> Die Zulassung soll bis März 2027 „<a rel="external nofollow" href="https://www.takeda.com/newsroom/newsreleases/2026/zasocitinib-outperforms-deucravacitinib-study/">bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA und anderen Behörden</a>“ beantragt werden. In <a rel="external nofollow" href="https://pharmashots.com/32444/takeda-presents-p-iii-latitude-studies-data-on-zasocitinib-in-plaque-psoriasis-at-aad-2026/">zwei Studien</a> wurde das Präparat mit Apremilast (<a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/apremilast-otezla/otezla-was-ist-das-und-wie-wird-es-angewendet/?&amp;tab=comments#comment-5067">Otezla</a>) und in <a rel="external nofollow" href="https://www.takeda.com/newsroom/newsreleases/2026/zasocitinib-outperforms-deucravacitinib-study/">einer weiteren</a> mit Deucravacitinib (<a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/sotyktu-jetzt-auch-in-der-eu-f%C3%BCr-psoriasis-arthritis-zugelassen-r1414/">Sotyktu</a>) verglichen – beides Tabletten. Zasocitinib erwies sich gegenüber beiden als deutlich wirkungsstärker.</p><p>Die Abheilquoten blieben bei mehr als 90 Prozent der Probanden auch nach 60 Wochen gleich. Selbst, nachdem der Wirkstoff abgesetzt und stattdessen ein Placebo gegeben wurde, blieb bei mehr als die Hälfte der Effekt erhalten. Nebenwirkungen entsprechen dem der Vergleichspräparate.<br><br>Eine kleine, nur zwölfwöchigen <a rel="external" href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40615297/">Studie zur Psoriasis arthritis</a> zeigte bei vielen Probanden Gelenkverbessserungen von 50 Prozent (ACR 50) bzw. 70 Prozent (ACR 70). Das wäre im Vergleich zum IL-17-Blocker <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-arthritis-im-jahr-2025-r1376/#:~:text=Bimekizumab%20(Bimelx-,),-Eine%20dieser%20Studien">Bimekizumab (Bimzelx)</a> beachtlich. Aber realistisch ist, dass solche <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/psoriasis-arthritis-grundlagen/psoriasis-arthritis-neues-und-bewaehrtes-2024-r1325/#Was_neue_Medikamente_schaffen__446e3d:~:text=erreicht%20werden%20soll-,Was%20neue%20Medikamente%20schaffen,-Biologikum%20+%20Methotrexat%20ohne">Werte im Praxisalltag bisher selten erreicht</a> werden.</p><h2>Kombi-Therapie bei starkem Übergewicht</h2><p>Übergewicht (BMI ≥27) und Adipositas (BMI ≥30) erhöhen das Risiko für Schuppenflechte und Psoriasis Arthritis. Sie verschlechtern außerdem die Wirkung der meisten anti-entzündlichen Medikamente. Eli Lilly<em> </em>hat deshalb testen lassen, ob ihr Psoriasis-Medikament Ixekizumab (Taltz) besser wirkt, wenn diese Patientengruppe während der Therapie abnimmt. So bekam die eine Gruppe nur das Psoriasis-Medikament, die andere zusätzlich die Abnehmspritze von Lilly,  Tirzepatid (Mounjaro).</p><p>Nach 36 Wochen zeigte sich ein Effekt bei denjenigen, die ihr Gewicht verringern konnten: Sie hatten deutlich bessere Abheilwerte auf <a rel="external" href="https://jamanetwork.com/journals/jamadermatology/fullarticle/2849327">der Haut</a> und <a rel="external nofollow" href="https://acrjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1002/art.70134">den Gelenken</a>, als die Vergleichsgruppe, die nur mit Ixekizumab behandelt wurde.</p><p>Es wird sich zeigen, ob sich das als Behandlungsmöglichkeit für Übergewichtige mit Psoriasis durchsetzen wird. Abnehmspritzen gelten als "Lifestyle-"Präparat und werden von den Kassen nicht erstattet. Die Kombination würde die Therapiekosten deutlich erhöhen. Auch deshalb, weil Abnehmspritzen lebenslang verabreicht werden müssen, <a rel="external nofollow" href="https://www.spiegel.de/wissenschaft/abnehmspritze-abgesetzt-nach-einem-jahr-sind-60-prozent-der-kilos-wieder-drauf-a-9694050b-eac9-439a-b9f2-8e6a7336b59d">wenn man das verringerte Gewicht halten will</a>. <a rel="external nofollow" href="https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/adipositas-tu-muenchen-unterstuetzung-gesundheit-patienten-politik-li.3499117?reduced=true">Experten empfehlen</a> stattdessen, die Ernährung umzustellen und körperlich aktiv zu sein.</p><h2>Nur noch einmal jährlich spritzen?</h2><p>Berichtet wurde über eine Studie mit dem neuen <a rel="external nofollow" href="https://orukatx.com/wp-content/uploads/2026/03/EADV-2025-Phase-1-Clinical-Data-of-ORKA-001-in-Healthy-Volunteers.pdf">Biologikum ORKA-001</a>. Das blockiert nahezu den gleichen Bereich (Interleukin23p19) wie Risankizumab (Skyrizi). Es hat aber eine deutlich längere Halbwertzeit. Das bedeutet, es wirkt stärker und bleibt länger verfügbar. Dadurch muss es nur nur zwei- oder sogar nur einmal pro Jahr gegeben werden – wenn sich die Werte der Phase-1-Studie bestätigen. Aber das wird noch seine Zeit dauern. Dann aber würde das Präparat seinem aktuellen Namen alle Ehre machen und wäre ein „dicker Fisch“ unter den Psoriasis-Medikamenten. Aber: für Impfungen, größere Operationen, Wechsel der Biologika-Therapie oder Kinderwunsch kann es hinderlich sein, wenn der Wirkstoff nur langsam abgebaut wird.</p><h2>Neue Namen für Biologika</h2><p>Um ein Biologikum von anderen Wirkstoffen zu unterscheiden werden, wird bisher seinem Namen am Ende ein „mab“ für "monoclonal antibody" angehängt. Antikörper sind Eiweiße, die bei der Immunabwehr aktiv sind (auch: Immunglobuline). Ein Wirkstoffname wie „Risankizumab“ wurde <a rel="external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Freiname">von der WHO vergeben</a>; sein Handelsname „Skyrizi“ dagegen von der Werbeabteilung des Anbieters Abbvie. Inzwischen werden regelmäßig neuartige, verschieden wirkende Antikörper entwickelt. Um sie genauer zu unterscheiden, <a rel="external" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nomenklatur_der_monoklonalen_Antik%C3%B6rper">tragen zukünftige Biologika die Endungen „tug“, „mig“, „bart“ oder „ment“</a>.</p><h2>Digital erfasst alles</h2><p>Die gestiegenen Anforderungen in der Arztpraxis sind nur mit digitalen Lösungen zu bewältigen. Von den U-70-Patienten wird erwartet, dass sie damit umgehen können, so Dr. Max Tischler. Die Hautarztpraxis der Zukunft wird die „<a rel="external nofollow" href="https://www.praxis-gerlach.de/avatarpraxis-1-0/">Avatar-Praxis</a>“ sein. Sie arbeitet „hybrid“, d.h. so viele Patientenkontakte wie möglich werden digital abgewickelt. Nur, wenn es die Daten erforderlich machen, wird ein Arzttermin in der Praxis vereinbart. Die Telefonnummer wird nicht mehr veröffentlicht, weil das Kontaktangebot als zu personalintensiv gilt.</p><p>Digital werden unter anderem erledigt </p><ul><li><p>Terminvereinbarungen</p></li><li><p>Ausfüllen von Fragebögen</p></li><li><p>Einsenden von Fotos</p></li><li><p>mehrsprachige, personalisierte Aufklärung durch Avatar</p></li><li><p>Erst-Diagnose per Telemedizin</p></li><li><p>eRezept-Anforderung durch den Patienten</p></li><li><p>Arztkontakt über Video-Sprechstunde oder Chat</p></li><li><p>Erinnern an Medikamenten-Einnahme, Erfragen des Hautzustand, Auswertung von Fotos auf <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr>-Veränderungen, Abfragen von Nebenwirkungssymptomen, Übernahme der Daten von Messgeräten oder Wearables, Warnmeldungen bei Auffälligkeiten und Benachrichtigung der behandelnden Ärztin mithilfe von Apps</p></li><li><p>Zusammenfassen und Strukturieren des aufgenommenen Patienten-/ Arztgesprächs und Therapievorschläge mithilfe „künstlicher Intelligenz“.  </p></li></ul><p>In einer <a rel="external nofollow" href="https://mhealth.jmir.org/2022/5/e34017">Studie aus 2022</a> wurden acht Psoriasis-Apps untersucht und überwiegend schlecht bewertet. Nach Ansicht der Autoren benutzen nur wenige der Apps wirksame Instrumente, um die Krankheitsaktivität der Nutzer zu messen. <br>Unter den 56 zugelassenen „<a rel="external nofollow" href="https://diga.bfarm.de/de/verzeichnis">digitalen Gesundheitsanwendungen</a>“ (DiGA) gibt es bisher keine für die Haut. Es fehlt also z.B. <a rel="external nofollow" href="https://www.sorea-health.de/">Sorea, eine Psoriasis-App</a>. Denn die Premiumversion wird nur <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/psoriasis-app-sorea-gewinnt-krankenkassen-wettbewerb-r1364/">von <em>einigen</em> Krankenkassen erstattet</a>. Mitglieder des <abbr title="Deutscher Psoriasis-Bund e.V.">DPB</abbr> <a rel="external" href="https://www.psoriasis-bund.de/aktuelles/sorea-app-fuer-dpb-mitglieder/">bekommen sie ebenfalls</a>. <br>Auch interessant: Die gesetzlichen Krankenkassen wollen ein <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/rezepte-ohne-arztbesuch-krankenkassen-schlagen-digitale-hilfe-fuer-chronisch-kranke-vor-r1402/">digitales Navigationssystem einführen</a>, über das Patienten künftig Rezepte und Überweisungen zum Facharzt auch ohne vorherigen Arztkontakt erhalten sollen.</p><h2>Diagnose bei Kleinkindern oft schwierig</h2><p>Ärzte haben sich nicht geirrt, wenn sie bei einem Baby oder Kleinkind anfangs ein Ekzem, später eine Psoriasis diagnostizieren. Immunsystem und Hautbarriere entwickeln sich noch. So kann es zu einem Hautbild kommen, das Muster beider Erkrankungen aufweist (<a rel="external nofollow" href="https://www.springermedizin.de/emedpedia/detail/histopathologie-der-haut/psoriasiforme-entzuendliche-dermatosen?epediaDoi=10.1007/978-3-662-44367-5_10">psoriasisforme Dermatitis</a>). Bei den meisten klärt sich früher oder später, woran ihre Haut tatsächlich erkrankt ist. Das ist deshalb wichtig, weil viele der neuen Präparate zielgerichtet wirken, z.B. Auslöser der jeweiligen Erkrankung blockieren. Schwierig wird es in den seltenen Fällen, in denen Betroffene zugleich Neurodermitis und Psoriasis haben.</p><h2>Die „Haut-Hirn-Achse“</h2><p>Menschen mit Hautkrankheiten entwickeln häufig Depressionen. Umgekehrt gilt: Wer an einer Depression leidet ist, muss damit rechnen, auch an der Haut zu erkranken. Wie man jetzt weiß, wird das durch eine „Haut-Hirn-Achse“ möglich. Vereinfacht ausgedrückt werden zwischen den Nervenzellen der Haut und dem Zentralnervensystem ständig Botenstoffe ausgetauscht. Die signalisieren zum Beispiel, dass eine Berührung gute Gefühle erzeugt oder unangenehme Gedanken die Haut frösteln lässt. Das Prinzip kennt man schon von der „Darm-Hirn-Achse“.</p><p>Problematisch wird es, wenn einer der beteiligten Akteure „Stress“ hat: Trauma, Alltagsbelastung oder Stigmatisierung, die im Gehirn verarbeitet werden; Plaques, vermehrte Zellbildung, Schmerz oder Juckreiz, mit der die Haut fertig werden muss. Dann werden Botenstoffe wie Zytokine freigesetzt, die Entzündungen anstoßen.</p><p>Psoriasis und Depression werden von nahezu den gleichen Immunzellen hervorgerufen. Deshalb können sie sich wechselseitig beeinflussen.</p><h2>Aufgeschnappt</h2><ul><li><p>Dermatologen werden sich zukünftig als Fachärzte verstärkt auf die „Exzellenz-Medizin“ konzentrieren: Bagatell-Fälle sollen bei den Hausärzten bleiben. (Dr. Ralph von Kiedrowski, BVDD)</p></li><li><p>Menschen mit Psoriasis haben generell ein höheres Krebsrisiko, das aber mit IL-23 und IL-17-Blockern gesenkt werden kann. <a rel="external" href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37730962/">Das zeigt eine Studie</a>. (Prof. Wiebke Sondermann)</p></li><li><p>Kinder und Jugendliche müssen frühzeitig mit wirksamen Medikamenten behandelt werden, um lebenslange Belastungen und Begleiterkrankungen zu vermeiden. Das Zeitfenster dafür zwischen Diagnose und Behandlungsbeginn der Psoriasis ist klein! (Prof. Dr. Annika Vogt)</p></li><li><p><a rel="external nofollow" href="https://www.klariva.de/">Klariva</a> ist eine wirksame App, mit der Psoriasis-Betroffene trainieren können, ihre psycho-sozialen Belastungen zu verringern – in zwölf Abschnitten innerhalb von vier Wochen. (Prof. Uwe Gieler)</p></li><li><p>Wer durch UVB die körpereigene Vitamin-D-Bildung anregen will, sollte sich trotzdem vor Sonnenbrand schützen. Dazu reichen Mittel mit LSF 15 und hohem UVA-Schutz (PPD 30 - 60). <a rel="external" href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31069787/">Das zeigt eine Studie</a>. Bei intensiver Bestrahlung sei aber nach wie vor zu LSF 30 - 50 zu raten. (Prof. Mark Berneburg)</p></li></ul>]]></description><guid isPermaLink="false">1422</guid><pubDate>Wed, 15 Jul 2026 09:31:00 +0000</pubDate></item><item><title>&#x1F52D; Rundschau: Die wirklich interessanten Beitr&#xE4;ge im Netz &#x2013; 7/2026</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/%F0%9F%94%AD-rundschau-die-wirklich-interessanten-beitr%C3%A4ge-im-netz-72026-r1421/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2026_07/rundschau-07-2026.jpg.fc2c075a8b2bc4f3c69425716b6822dc.jpg" /></p>
<p><strong>Wir lesen, gucken und hören viel, damit Ihr es nicht müsst. Hier sind unsere Tipps von Artikeln und einem Video, die sich wirklich lohnen. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und manchmal auch Unterhaltung!</strong></p><hr><h2><span class="ipsEmoji" title="">🧴</span> Was Psychologie-Experten bei Hauterkrankungen tun können – und warum Medikamente allein nicht immer reichen</h2><p>Ein SPIEGEL-Artikel erklärt, wie eng Haut und Psyche zusammenhängen, beschreibt die Haut als „neuroendokrines Organ“ und zeigt, dass Stress über Nerven, Botenstoffe und Immunsystem direkt Entzündungen auf der Haut verstärken kann – etwa bei Neurodermitis und Schuppenflechte. Er schildert Kliniken und dermatologische Praxen, in denen Haut und Seele gemeinsam behandelt werden: mit modernen Medikamenten und parallel eingesetzter Psychotherapie, Entspannungsverfahren und Stressbewältigung, um Rückfälle zu verhindern und das seelische Wohlbefinden zu stabilisieren.</p><p>Außerdem werden im Artikel neue Forschungsergebnisse zur sogenannten Haut-Hirn-Achse vorgestellt: Entzündungsbotenstoffe (Zytokine) aus der Haut können offenbar Depressionen und Ängste mitverursachen, während Medikamente, die diese blockieren, sowohl Haut-Symptome als auch psychische Beschwerden verbessern; langfristig könnten sogar „Neurokosmetika“ entwickelt werden, die über die Haut das Befinden positiv beeinflussen.</p><p>Für Psoriasis-Patienten ist am Artikel interessant, dass ihre Erkrankung klar als entzündliche Systemerkrankung mit psychischer Dimension beschrieben wird, dass Stress wissenschaftlich gut belegt als Trigger gilt, und dass kombinierte Behandlungsansätze – Hauttherapie plus Psychotherapie und Stressmanagement – ihre Chancen auf weniger Schübe, bessere Lebensqualität und weniger Depressionen deutlich erhöhen können.<br><br>Der Artikel erschien im Spiegel-Heft 27/2026 <a rel="external nofollow" href="https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/hauterkrankungen-wie-stress-und-belastende-erfahrungen-das-hautbild-veraendern-koennen-a-2490189e-52e3-4097-96e8-b64eb5d5349b"><strong>und als Spiegel+-Artikel</strong></a>.</p><h2><span class="ipsEmoji" title="">🚨</span> Falsche Ärzte im Netz? Zwei (der guten) Medfluencer im Gespräch</h2><p>Diese Folge der Reihe "AmPuls" von YouTube-Arzt DoktorWeigl widmet sich kritisch dem Phänomen der sogenannten "Medfluencer" und "falschen Ärzte" im Internet. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Qualifikationen hinter den im Netz verbreiteten medizinischen Ratschlägen und Empfehlungen stecken und wie Nutzer unseriöse von seriösen Quellen unterscheiden können. Es beleuchtet die oft versteckten Mechanismen und potenziellen Gefahren hinter scheinbar kompetenten Online-Gesundheitsratschlägen.</p><p>Tobias Weigl unterhält sich im Video mit dem Medfluencer Jasper Iske. Der arbeitet in einer Klinik in Berlin und nimmt gern Kollegen und Möchtegern-Kollegen unter die Lupe – und dabei kein Blatt vor den Mund. Das wirkt manchmal emotional überzogen, ist aber von einer Wut auf Heilsversprechen getrieben.</p><p>Wir Menschen mit Psoriasis oder Psoriasis arthritis sind oft auf der Suche nach Informationen, neuen Behandlungswegen oder alternativen Ansätzen sind. Das Internet bietet hier eine Fülle an Inhalten, die nicht immer von qualifiziertem Personal stammen. Das Video kann helfen, ein Bewusstsein für die Unterscheidung zwischen seriösen medizinischen Informationen und potenziell irreführenden oder sogar schädlichen Empfehlungen zu entwickeln. <a rel="external nofollow" href="https://www.youtube.com/watch?v=cFfabnTN02o"><strong>Das Video gibt's bei YouTube</strong></a>.</p><h2><span class="ipsEmoji" title="">🧐</span> Lernen im Luxushotel – extravagant oder angemessen?</h2><p>Der Beitrag von der kleinen, aber feinen Zeitschrift "Gute Pillen – Schlechte Pillen" beleuchtet kritisch das Thema Luxusfortbildungen für Ärztinnen und Ärzte. Hinterfragt wird, inwieweit solche Veranstaltungen als Mittel zur Beeinflussung der Pharmaindustrie dienen können, selbst wenn eigene Regeln dabei ignoriert werden.</p><p>Der Beitrag kann Aufschluss über mögliche Einflüsse auf die Therapieentscheidungen ihrer Behandelnden geben. Ein Verständnis dieser Mechanismen kann dabei helfen, die Empfehlungen von Ärzten besser einzuordnen, fundiertere Fragen zu stellen und somit ein höheres Maß an Transparenz und Vertrauen in ihren individuellen Behandlungsplan zu gewinnen. <a rel="external nofollow" href="https://gutepillen-schlechtepillen.de/lernen-im-luxushotel-extravagant-oder-angemessen/"><strong>Den Artikel findet Ihr bei "GPSP"</strong></a>.</p><h2><span class="ipsEmoji" title="">💊</span> Bei neueren Biologika lässt sich vielleicht die Dosis reduzieren</h2><p>Fürs nächste Gespräch mit dem Arzt: Das Deutsche Ärzteblatt berichtet über eine interessante Erkenntnis bezüglich der Behandlung von Psoriasis mit neueren Biologika: Es scheint möglich zu sein, die Dosis dieser Medikamente zu reduzieren, ohne dass dies zu einem Wirkungsverlust führt.</p><p>Das könnte Nebenwirkungen minimieren und möglicherweise die Langzeittherapie optimiert. Es lohnt sich, diese Möglichkeit mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.</p><p>Mit neueren Biologika sind Interleukin-17- und -23-Hemmer gemeint. Die <a rel="external nofollow" href="https://www.thelancet.com/retrieve/pii/S266677622600133X">Original-Studie ist hier</a>, der <a rel="external" href="https://www.aerzteblatt.de/news/psoriasis-dosisreduktion-auch-bei-neueren-biologika-ohne-wirkungsverlust-moglich-fc3caeab-55b3-4e7c-97a3-b61910ebd8b4">Artikel beim Ärzteblatt hier</a>.</p><hr><p><span class="ipsEmoji" title="">💡</span> Willst du unsere Lese-, Hör- und Gucktipps <strong>eine Woche früher als alle anderen</strong> bekommen – und das <strong>in dein E-Mail-Postfach</strong>? <a rel="external nofollow" href="https://steady.page/de/psoriasisnetz/about"><u>Dann werde </u><strong><u>Fördermitglied</u></strong></a>.</p>]]></description><guid isPermaLink="false">1421</guid><pubDate>Tue, 14 Jul 2026 05:21:40 +0000</pubDate></item><item><title>Haut und Psyche gemeinsam behandeln</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/psyche/haut-und-psyche-gemeinsam-behandeln-r1420/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2026_07/gedanken-entwirren.jpg.e14898746f19e6b605372d598e3de757.jpg" /></p>
<p><strong>Was Patienten ansprechen sollten, wenn Ärzte nicht fragen</strong></p><p>In Hamburg trafen sich im Juni 2026 die Mitglieder des <a rel="external nofollow" href="https://derma.de/ddg/arbeitsgruppen-kooperationen/arbeitsgruppe/psychosomatische-dermatologie-akpsychderm">Arbeitskreises Psychosomatische Dermatologie</a> zu ihrer 32. Jahrestagung. Wie wichtig ihre Arbeit ist, zeigt sich daran, dass bei jedem dritten Hauterkrankten psychosomatische Symptome festgestellt wurden. <em>Symptome</em> sind aber noch keine behandlungsbedürftigen psychischen <em>Erkrankungen</em>. Das sollte möglichst schon in der Hautarztpraxis geklärt werden. Dazu aber müssen Arzt und Patient die Zeit und den Mut haben, solche Themen anzusprechen.</p><p>Statt wie sonst einen umfangreichen Tagungs-Überblick zu verfassen, haben wir diesmal aus den Referaten Tipps für Eure nächsten Arztgespräche herausgefiltert. Außerdem geht es um Placebos, Medikamentendosierungen und einige interessante Aussagen der Vortragenden. Wer sich für hintergründige Zusammenhänge interessiert, findet das gut erklärt im SPIEGEL 27/2026.</p><h2>Körper und Psyche bilden eine Einheit</h2><p>„Psychosomatik“ basiert auf der Erkenntnis, dass sich Erkrankung und Psyche wechselseitig beeinflussen und zusammen behandelt werden müssen:</p><ul><li><p>Psychische Belastungen können eine körperliche Krankheit verursachen <br>(Trigger).</p></li><li><p>Eine Erkrankung kann psychisch belastend sein, oft ein Leben lang <br>(kumulative Beeinträchtigung im Lebensverlauf).</p></li><li><p>Ein Erkrankung kann aber auch aus sich heraus eine psychische Erkrankung entwickeln <br>(Komorbidität).</p></li><li><p>Psychische Erkrankungen können körperliche Störungen nach sich ziehen.</p></li></ul><p>Die Referate drehten sich zum Beispiel um typische Haut-Themen wie „Sorgen um Körper und Aussehen“, „Stigmatisierung“ oder „Leben mit einem sichtbaren Unterschied“. Auch wenn die Psoriasis inzwischen nicht mehr als reine Hauterkrankung verstanden wird, sondern als umfassende chronische Entzündungskrankheit (psoriatic disease), wird sie vorrangig von Dermatologen behandelt. Dazu passte das Thema „Wie Entzündung, Psyche und Erwartungen bei Psoriasis zusammenwirken“.</p><h2>Nicht nur über die Haut reden</h2><p>Die folgenden Tipps sind abgeleitet aus dem, was Professor Matthias Augustin seinen Kolleginnen und Kollegen für eine „psychosomatische Grundversorgung“ geraten hat. Zusätzlich zur Haut sollten sie bei ihren Patienten Daten zu Wohlbefinden, Belastungen und psychischer Gesundheit erheben.</p><p>Daraus folgt: Patientinnen und Patienten sollten mit dem Arzt nicht nur über die Haut reden, sondern auch</p><ul><li><p>erwähnen,  wenn sie unter Juckreiz leiden und wie stark sie ihn einschätzen (auf einer Skala von 0 bis 10) und, wenn sie deshalb nicht durchschlafen können, an wie viel Tagen das der Fall ist.</p><p></p></li><li><p>erfragen, welche praktischen Hilfen es dagegen gibt, zum Beispiel Apps, Online-Übungen, Alternativen zum Kratzen wie Nägel kurzschneiden oder Haut kühlen, Reizkontrolle, Abendroutine, Schlafhygiene, Trigger-Tagebuch, Rückfallplan und ähnliches<br><span class="ipsEmoji" title="">💡</span> <strong>Tipp</strong>: <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/juckreiz/juckreiz-sammlung/">Hier findest du eine <strong>Checkliste, wie du den Juckreiz besser lindern kannst</strong></a><strong>.</strong></p><p></p></li><li><p>berichten, was sie an ihrer Psoriasis am meisten belastet und wovon sie dadurch abgehalten werden. Erwähnt werden sollten vor allem  Belastungen, die im Laufe der Jahre hinzugekommen sind.</p></li></ul><p>Patienten könnten...</p><ul><li><p>bitten, dazu Fragebogen beantworten zu dürfen. Das sind zum Beispiel der Fragebogen zum  <a rel="external nofollow" href="https://www.psoriasisnetz.info/fileadmin/Media/PDF/Downloads_Patienten/DLQI-Fragebogen_mit_Auswertung.pdf">Dermatologischer Lebensqualitäts Index </a>oder zum <a rel="external nofollow" href="https://psychotherapie-mainz.de/wp-content/uploads/2020/01/WHO.pdf">WHO-5 Wohlbefinden</a>. So können sie erfahren, wie stark diese Belastungen bewertet werden.</p><p></p></li><li><p>sich trauen, auch unangenehme Dinge im Zusammenhang mit der Erkrankung anzusprechen, wenn sie wegen der Psoriasis</p><ul><li><p>bestimmte Situationen mit anderen Menschen vermeiden (Sport, Sexualität, Treffen) oder Freunde, Partner und Kollegen vernachlässigen oder</p></li><li><p>sich von anderen deshalb beobachtet, abgewertet oder ausgeschlossen fühlen.</p></li><li><p>an sich verzweifeln, z.B. glauben, sie seien sei selbst schuld an ihrer Schuppenflechte, sich für weniger wert halten oder unter ihrem  Aussehen leiden.</p><p><span class="ipsEmoji" title="">💡</span> <strong>Tipp</strong>: Mit dem kostenlosen <a rel="external nofollow" href="https://www.hautkompass.com/de/"><strong>HautKompass</strong></a><strong> </strong>kann in acht Übungseinheiten trainiert werden, solche <strong>Selbststigmatisierung abzubauen</strong>.<br></p></li></ul></li><li><p>sich eingestehen, wenn sie bei sich psychische Auffälligkeiten bemerkt oder andere sie darauf aufmerksam gemacht haben. Zum Beispiel, wenn sie sich ständig unter Druck gesetzt fühlen, Ängste verspüren, depressiv sind, nicht mehr richtig schlafen können, sexuelle Probleme haben oder im schlimmsten Fall nicht mehr weiterleben wollen.<br><span class="ipsEmoji" title="">📌</span> <strong>Wichtig zu wissen</strong>: Bei der Psoriasis hat jeder Dritte Angst- oder Depressions-Symptome. Die können sich, werden sie nicht oder zu spät behandelt, zu ernsthaften psychischen Erkrankungen entwickeln.</p></li></ul><p>Es ist auch möglich...</p><ul><li><p>den Arzt darum zu bitten, spezielle Fragebogen beantworten zu dürfen, zum Beispiel zu <a rel="external nofollow" href="https://www.uke.de/dateien/institute/institut-und-poliklinik-f%C3%BCr-psychosomatische-medizin-und-psychotherapie/downloads/gesundheitsfragebogen-phq-d.pdf">Angststörung</a> oder <a rel="external nofollow" href="https://www.deutsche-depressionshilfe.de/hilfe/selbsttest">Depressionen</a>. So erfahren sie, ob diese Symptome eher vorübergehend sind oder auf eine dauerhafte Erkrankung hinweisen.<br></p></li><li><p>gemeinsam mit der Ärztin klären, wie damit umgegangen werden sollte, also ob es notwendig erscheint, deshalb zu Experten überwiesen zu werden (z.B. Psychotherapie) oder sich anderweitig helfen zu lassen (z.B. Sozialberatung, Selbsthilfe).  </p><p></p></li><li><p>zugeben, wenn sie die Therapie nicht wie abgesprochen durchführen. Mit dem Arzt wäre dann zu klären, was sie davon abhält (Angst, Überforderung, Ekel, Zeitaufwand, Frustration oder unerfüllte Erwartungen) und wie das überwunden werden könnte.</p><p></p></li><li><p>geduldig sein, d.h. sich aufklären lassen, dann aber akzeptieren, dass manches seine Zeit braucht bzw. nur Schritt für Schritt gelöst werden kann. </p></li></ul><h2>Placebo oder verringerte Dosis?</h2><p>Eigentlich gehört der Placebo-Effekt zum Fachgebiet der Psycho-Neuro-Immunologie. Aber er ist für die Psychosomatik ebenso interessant. Denn er zeigt auf andere Weise, wie Psyche und Körper direkt zusammenspielen. So kann eine medizinisch wirksame Reaktion auftreten, nur weil Patienten sie erwarten. Das funktioniert selbst dann, wenn die Betroffenen wissen, dass sie mit einem Placebo behandelt werden. <a rel="external" href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/stellungnahme-des-wissenschaftlichen-beirats-der-bundesaerztekammer-placebo-in-der-medizin-0fb83d00-a437-413b-921d-78fe1a72ea26">Umstritten</a> ist, ob und wie Mediziner den Placebo-Effekt gezielt einsetzen dürfen.</p><p>Gibt es diesen Effekt auch bei Psoriasis-Medikamenten? Darf man als Patient darum bitten, mit einem Placebo behandelt zu werden? </p><p>Prof. Wiebke Sondermann hat sich damit befasst. So hätten in der Schmerzforschung Beeinflussungen starke Effekte gezeigt. Für die Psoriasis dagegen gebe es wenige Studien. <a rel="external" href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12468450/">In einer</a> wurde z.B. Cyclosporin zusammen mit grün gefärbter Erdbeermilch und  Lavendelöl gegeben. Nach einer Weile bekamen alle ein Placebo mitsamt dem vertrauten Getränk. Beides zusammen bewirkte annähernd ähnlich hohe anti-entzündliche Werte wie bei Cyclosporin. Das Immunsystem war darauf konditioniert, dass mit dem Getränk ein Wirkstoff verabreicht wird.</p><p>Eine <a rel="external" href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20028830/">andere Studie</a> wurde mit einer mittelstark wirksamen Kortison-Creme durchgeführt. Anfangs erhielten alle Probanden die 0,1 Prozent-Dosis. Dann erhielt eine Gruppe wirkstofffreie, die andere wirkstoffreduzierte Cremes. Trotzdem wirkte die Creme bei allen weiterhin gleich gut. Das Immunsystem war darauf konditioniert, dass mit genau dieser Creme ein Wirkstoff verabreicht wird. </p><p>Funktioniert das auch bei Biologika? Das hat<a rel="external" href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39810930/"> ein Team um Professorin Sondermann bei Secukinumab (Cosentyx) untersucht</a>. Von drei Gruppen wurde einer die Standarddosis gegeben (300 mg) und zweien eine verringerte Menge (75 mg). Eine der Gruppen mit geringerer Dosis wurde zusätzlich intensiv beeinflusst, wie positiv das Medikament wirke. Sie erhielt außerdem ein geschmacksintensives Getränk. Nach 16 Wochen zeigten sich erwartungsgemäß die besten Behandlungsergebnisse bei der 300 mg-Gruppe. Aber bei denjenigen, die nur 75 mg bekommen hatten, verbesserten sich Symptome (Haut, Juckreiz, Angstzustände) und Entzündungswerte ebenfalls deutlich. Die  Beeinflussung plus das Getränk hatten dagegen nur einen geringen Einfluss. Das habe vermutlich an der hohen Erwartungshaltung gelegen, so die Autoren. Alle Patienten gingen schon von Beginn an von einer sehr hohen Wirkung des Medikaments aus. In diesem Fall konnte kein deutlicher Placebo-Effekt nachgewiesen werden.</p><p>Stattdessen war ein anderes Ergebnis eindeutig: Schon 25 Prozent der vorgeschriebenen Dosis wirkten pharmakologisch und erhöhten die IL-17A-Konzentration. Diesen Effekt hatten die Autoren s<a rel="external nofollow" href="https://pdfs.semanticscholar.org/684a/cdd0c3c77ff60d7697afeb025910820f4d9e.pdf">chon einmal vorher</a> für Secukinumab beschrieben; er wurde aktuell <a rel="external nofollow" href="https://www.thelancet.com/journals/lanepe/article/PIIS2666-7762(26)00133-X/fulltext">für weitere Psoriasis-Biologika bestätigt</a>.</p><p>Darf man als Patient darum bitten, mit einem niedriger dosierten Biologikum behandelt zu werden? Nein, denn zum einen gibt es für wenige Biologika unterschiedliche Größen. Zum anderen aber ist es der Ärztin verboten, die Standard-Dosierung eines Medikaments zu verringern oder die Intervalle zu verlängern. Das wäre eine Verordnung außerhalb der Zulassung (off-label-use). Dermatologen, die das praktiziert hatten, mussten Strafzahlungen leisten (Regress), so Prof. Augustin auf der Münchener Fobi 2018.</p><h2>Aufgeschnappt</h2><ul><li><p>Als aktualisierte Entscheidungshilfe ist die <a rel="external nofollow" href="https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/mendaskin.579">S3-Leitlinie "Psychosomatische Dermatologie"</a> fertiggestellt und wird im Oktober 2026 eingereicht. (Prof. Dr. Eva Peters)<br></p></li><li><p>„Wir werden nicht erreichen, dass sichtbare Hautkrankheiten völlig neutral wahrgenommen werden.“ (Prof. Matthias Augustin)</p><p></p></li><li><p>„Aufklärung allein reicht nicht aus: Mit dem <a rel="external nofollow" href="https://www.hautkompass.com/de/">HautKompass</a> wird hautkrankbezogene Selbststigmatisierung verringert und es wird eingeübt, damit auf Kurs zu bleiben“. (Juliane Traxler)<br></p></li><li><p>„Gedanken um das eigene Aussehen sind normal. Gefährdet ist, wer sich einen Großteil des Tages damit beschäftigt, makellos auszusehen, um nicht abgelehnt oder negativ beurteilt zu werden.“ (Prof. Christian Stierle)<br></p></li><li><p>„Depressionen können nicht allein durch eine erfolgreiche (anti-entzündliche) Psoriasis-Therapie behandelt werden – auch wenn manche Dermatologen das anders sehen.“ (Prof. Regine Gläser)<br></p></li><li><p> „Angehörige neigen dazu, eine Hauterkrankung schlimmer zu beurteilen als die Betroffenen.“ (Prof. Karin Oechsele).<br></p></li><li><p>„Durch Telemedizin erleben schlecht versorgte Gruppen das erste Mal eine geregelte medizinische Betreuung, z.B. Schiffsbesatzungen, Gefängnisinsassen, Polarforscher, Landbewohner oder Pflegeheimbewohner.“(Dr. Brigitte Stephan)<br></p></li><li><p>„Patienten mit mehr Ängsten erwarten häufiger schwere Nebenwirkungen.“ (Prof. Wiebke Sondermann)</p></li></ul>]]></description><guid isPermaLink="false">1420</guid><pubDate>Thu, 02 Jul 2026 05:12:00 +0000</pubDate></item><item><title>Die wichtigsten Online-Events im Juli 2026 bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/die-wichtigsten-online-events-im-juli-2026-bei-schuppenflechte-oder-psoriasis-arthritis-r1419/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2026_06/videocall.jpg.bab7ca9226c7192e319d3e0230e6a331.jpg" /></p>
<p>Jeden Monat klappern wir Dutzende Internetseiten ab, um die interessantesten Veranstaltungen für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis zu finden. Meist sind das Online-Seminare oder Livestreams von Vorträgen. Wir sammeln sie in unserem Event-Kalender.</p><p>Doch nicht jeder verirrt sich in die Untiefen unseres Internetportals. Deshalb hier ein Überblick über die unserer Meinung nach interessantesten Online-Seminare im Juli 2026:</p><hr><p><strong><span class="ipsEmoji" title="">📅</span> </strong>1. Juli<strong><br>Alles rund um den Grad der Behinderung</strong></p><p>Der Deutsche Psoriasis Bund e.V. lädt zum Online-Seminar "Alles rund um den Grad der Behinderung" ein. Referent ist Rechtsanwalt Holger Borner. [<a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/events/event/1657-online-seminar-alles-rund-um-den-grad-der-behinderung/">mehr darüber</a>]</p><p><strong><span class="ipsEmoji" title="">📅</span> </strong>1. Juli<br><strong>Digitale Selbsthilfegruppe Rheuma &amp; Fatigue</strong></p><p>Die Rheuma-Liga Berlin e.V. bietet eine digitale Selbsthilfegruppe für Erwachsene mit einer rheumatischen Erkrankung und Fatigue an – also auch für Betroffene mit Psoriasis arthritis. [<a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/events/event/1545-digitale-selbsthilfegruppe-rheuma-fatigue/">mehr darüber</a>]</p><p><span class="ipsEmoji" title="">📆</span> 7. Juli<br><strong>Haut und Sonnenschutz</strong></p><p>Wie schütze ich meine Haut vor Sonneneinstrahlung? Wann und wie oft muss ich mich eincremen? Die Dermatologin Dr. Lea-Sophie Stahl erklärt das. [<a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/events/event/1520-online-vortrag-der-sommer-steht-vor-der-t%C3%BCr-haut-und-sonnenschutz/">mehr darüber</a>]</p><p><span class="ipsEmoji" title="">📆</span> 8. Juli<br><strong>Nahrungsergänzungsmittel</strong></p><p>Fitter, schöner und mehr Wohlbefinden durch zusätzliche Vitamine, Mineralstoffe und Co. – das suggerieren viele Nahrungsergänzungsmittel. Gibt es welche, die tatsächlich sinnvoll sind? Oder sind die Supplemente doch Geldverschwendung? Und welche Risiken sind zu beachten?</p><p>Die Rheuma-Liga Baden-Württemberg lädt zu einem Online-Vortrag zum Thema Nahrungsergänzungsmittel ein. [<a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/events/event/975-online-seminar-nahrungserg%C3%A4nzungsmittel/">mehr darüber</a>]</p><p><strong>Hast du unsere aktuelle Umfrage schon gesehen? </strong>Wir wollen ergründen, welche Nahrungsergänzungsmittel Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis so nutzen. Angefangen haben wir mit der Frage: <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/54250-umfrage-vitamin-pr%C3%A4parate-bei-schuppenflechte-oder-psoriasis-arthritis/">Welche Vitamine nimmst du wegen der Psoriasis oder Psoriasis arthritis als Nahrungsergänzungsmittel ein?</a></p><p><span class="ipsEmoji" title="">📆</span> 15. Juni<br><strong>Nahrungsergänzungsmittel – sinnvoll oder überflüssig?</strong></p><p>Nahrungsergänzungsmittel versprechen mehr Gesundheit, Leistungsfähigkeit oder Wohlbefinden. Doch was braucht der Körper wirklich – und worauf kann man getrost verzichten? Experten de Verbraucherzentrale Sachsen werfen einen kritischen Blick auf den boomenden Supplement-Markt. [<a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/events/event/1612-online-nahrungserg%C3%A4nzungsmittel-sinnvoll-oder-%C3%BCberfl%C3%BCssig/">mehr darüber</a>]</p><p><span class="ipsEmoji" title="">📆</span> 15. Juli<br><strong>Digitaler Psoriasis-Stammtisch</strong></p><p>Du willst mal andere Leute fragen, wie sie das mit ihrer Schuppenflechte machen? Wie sie ihre Psoriasis arthritis bewältigen? Dann schalte immer am 15. eines Monats um 19:30 Uhr deine Webcam an oder setz das Headset auf. [<a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/events/event/1530-digitaler-psoriasis-stammtisch/">mehr darüber</a>]</p><p><span class="ipsEmoji" title="">📆</span> 15. Juli<br><strong>Sprechstunde für junge Menschen und Eltern rund um den Schwerbehindertenausweis</strong></p><p>Eine Online-Sprechstunde für junge Menschen und Eltern rund um den Schwerbehindertenausweis. Eine langjährige Schwerbehindertenbeauftragte eines Sozialverbandes und selbstbetroffene Rheumatikerin hat viel Erfahrung in der Schwerbehindertenvertretung und gibt Tipps weiter. [<a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/events/event/1166-online-sprechstunde-f%C3%BCr-junge-menschen-und-eltern-rund-um-den-schwerbehindertenausweis/">mehr darüber</a>]</p><p><span class="ipsEmoji" title="">📆</span> 23. Juli<br><strong>Fibromyalgie – die oft unerkannte Krankheit</strong></p><p>In diesem Webinar werden die Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung der Fibromyalgie aufgezeit - sowohl schulmedizinisch als auch naturheilkundlich. [<a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/events/event/1269-webinar-fibromyalgie-die-oft-unerkannte-krankheit/">mehr darüber</a>]</p><hr><p>Fördermitglieder bekommen die Termine der wichtigsten Online-Events eine Woche früher per Mail in ihr Postfach. Du willst das auch? <a rel="external nofollow" href="https://steady.page/de/psoriasisnetz/about"><strong>Werde Fördermitglied!</strong></a><br><br>Ihr kennt weitere interessante Veranstalter, deren Events wir ankündigen sollten? Schreibt es in die Kommentare <span class="ipsEmoji" title="">⤵️</span></p>]]></description><guid isPermaLink="false">1419</guid><pubDate>Tue, 30 Jun 2026 00:54:00 +0000</pubDate></item><item><title>Krankenkasse muss Therapie am Toten Meer nicht zahlen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/totesmeer/krankenkasse-muss-therapie-am-toten-meer-nicht-zahlen-r1418/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2026_06/totes-meer-krankenkasse.jpg.53adc468dbf3438740dfb041a09b6bf5.jpg" /></p>
<p><strong>Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg hat entschieden: Eine gesetzliche Krankenkasse muss die Kosten für eine therapeutische Reise ans Tote Meer nicht erstatten – auch dann nicht, wenn die Patientin seit Jahrzehnten an schwerer Psoriasis leidet und viele andere Behandlungen für sie nicht in Frage kommen.</strong></p><p>Im Mittelpunkt des Verfahrens stand eine heute fast 70-jährige Frau aus Berlin, die seit ihrem neunten Lebensjahr an Psoriasis vulgaris leidet. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich bei ihr zusätzlich eine Psoriasis arthritis (<abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr>). Hinzu kommt eine Neurodermitis, die 2007 diagnostiziert wurde. Ihr Grad der Behinderung liegt heute bei 80, lag früher bei 70.</p><p>Die Frau ist ein schwieriger Fall, medizinisch gesehen. Viele der Standardmedikamente, die für Psoriasis und Psoriasis arthritis eingesetzt werden, hat sie bereits versucht – und wieder abbrechen müssen. Das Mittel Methotrexat (MTX) führte bei ihr zu starken Magenschmerzen und Übelkeit. Gegen Sulfasalazin besteht eine Allergie. Fumaderm und Ciclosporin mussten ebenfalls wegen Unverträglichkeiten abgesetzt werden.</p><p>Ende 2015 kam erschwerend hinzu, dass die Frau an Gebärmutterkrebs erkrankte und zweimal operiert wurde – was die Therapiemöglichkeiten weiter einschränkte.</p><h2>Was die Frau beantragt hat</h2><p>Die Frau fährt seit den 1990er-Jahren regelmäßig ans Tote Meer, immer wieder mit deutlichem Erfolg: Nach den Aufenthalten war sie jeweils über Monate nahezu beschwerdefrei. In den Jahren 2013 und 2014 hatte ihre Krankenkasse die Aufenthalte noch bewilligt.</p><p>2015 und 2016 beantragte sie erneut eine jeweils vierwöchige stationäre Klimaheilbehandlung am Toten Meer. Die Aufenthalte fanden statt – und kosteten sie insgesamt rund 10.500 Euro. Sie wollte dieses Geld von ihrer Krankenkasse zurück. Da die Kasse die Anträge ablehnte, klagte sie zunächst vor dem Sozialgericht Potsdam und dann in zweiter Instanz vor dem Landessozialgericht Berlin-Brandenburg.</p><h2>Die Argumente der Klägerin</h2><p>Die Frau und ihre Anwältin hatten einige starke Argumente auf ihrer Seite.</p><ul><li><p><strong>Behandlungserfolg</strong>: Die Aufenthalte am Toten Meer haben bei ihr nachweislich funktioniert – die Klimabehandlung im Inland dagegen nicht. Ein Klinikaufenthalt in Berlin im Jahr 2011 brachte keinerlei Verbesserung und endete mit der Empfehlung, ans Tote Meer zu fahren.</p></li><li><p><strong>Eingeschränkte Alternativen</strong>: Wegen der zahlreichen Unverträglichkeiten und der Krebserkrankung seien viele Standardtherapien für sie keine echte Option.</p></li><li><p><strong>Besondere Bedingungen</strong>: Das Tote Meer liegt 400 Meter unter dem Meeresspiegel, hat einen einzigartigen Salzgehalt und ein besonderes UV-Spektrum. Diese Bedingungen ließen sich in deutschen Kliniken nicht wirklich nachbilden.</p></li><li><p><strong>Mehrere günstige Urteile in der Vergangenheit</strong>: Das Landessozialgericht hatte in einem früheren Verfahren (2013) noch zu ihren Gunsten entschieden und festgestellt, dass es damals keine gleichwertigen Alternativen in Deutschland gab.</p></li><li><p><strong>Sachverständigenaussagen</strong>: Der von ihr benannte Gutachter bestätigte, dass die Klimatherapie am Toten Meer für sie in den Jahren 2015 und 2016 eine sinnvolle und erfolgversprechende Behandlung gewesen sei – gerade wegen ihrer besonderen Komorbiditäten wie Krebs und Neurodermitis.</p></li></ul><h2>Die Argumente der Krankenkasse</h2><p>Die Krankenkasse lehnte die Kostenübernahme ab und bekam am Ende Recht. Das Kernargument: Es habe kein sogenanntes Versorgungsdefizit bestanden – die Frau hätte auch in Deutschland behandelt werden können.</p><p>Hinzu kamen weitere Punkte:</p><ul><li><p>Der Medizinische Dienst (MD) sah <strong>keine ausreichende Begründung für eine erneute Kurmaßnahme in so kurzer Zeit</strong>.</p></li><li><p>Ab 2015 war das Biologikum <strong>Cosentyx </strong>(Wirkstoff: Secukinumab) in der EU zugelassen – zunächst zur Behandlung der Psoriasis, ab November 2015 auch für die Psoriasis arthritis. Das Gericht sah darin eine <strong>reale Behandlungsalternative</strong>.</p></li><li><p>Die <strong>Klägerin lehnte Biologika grundsätzlich ab</strong>. Nach Auffassung des Gerichts können Versicherte aber nicht allein durch die Ablehnung von zugelassenen Medikamenten einen Anspruch auf Auslandsbehandlung erzwingen.</p></li></ul><h2>Was der Sachverständige sagte</h2><p>Das Gericht hatte einen unabhängigen Gutachter beauftragt: einen erfahrenen Dermatologen und Klinikdirektor vom Bundeswehrkrankenhaus Hamburg. Seine Einschätzung war durchaus differenziert.</p><p>Einerseits bestätigte er: Ja, die <strong>Klimatherapie am Toten Meer ist medizinisch anerkannt</strong>. Und ja, die Klägerin habe in ihrer Situation – mit Krebs und Neurodermitis im Hintergrund – <strong>aus ihrer subjektiven Sicht „alles richtig gemacht"</strong>, indem sie auf Empfehlung ihrer Ärzte ans Tote Meer gefahren sei.</p><p>Andererseits vertrat er klar die Auffassung, dass die <strong>Behandlung am Toten Meer deutschen Kliniken an Nord- und Ostsee nicht überlegen</strong> sei. Diese Kliniken würden die Bedingungen des Toten Meeres imitieren – mit Sole-Bädern, UV-Licht und Balneophototherapie – und kämen in der Regel zu identischen Ergebnissen.</p><p>Er erläuterte auch, dass die <strong>genaue Wirkungsweise der Bäder wissenschaftlich weitgehend unbekannt</strong> ist. Deshalb lasse sich nicht sagen, dass genau der Salzgehalt des Toten Meeres oder seine Mineralienzusammensetzung für den Therapieerfolg ausschlaggebend sei.</p><p>Die Klägerin versuchte, den zuvor von ihr selbst benannten Sachverständigen als befangen darzustellen, weil er gesagt hatte, er käme als Klinikleiter „in die Bredouille", wenn er behaupten würde, seine Klinik sei schlechter als eine am Toten Meer. Das Gericht wies diesen Einwand zurück: Der Sachverständige habe damit nur eine hypothetische Situation beschrieben, keine inhaltliche Aussage über seine eigene Einrichtung getroffen.</p><h2>Was das Gericht entschieden hat</h2><p>Das Landessozialgericht wies die Berufung der Klägerin zurück. Sie bekommt ihr Geld nicht erstattet. Die Begründung in Kurzform:</p><ul><li><p><strong>Kein Versorgungsdefizit</strong>: Die Behandlung, die sie am Toten Meer erhalten hat, hätte gleichwertig auch in deutschen Reha-Hautkliniken stattfinden können.</p></li><li><p><strong>Biologika als Option</strong>: Das Medikament Cosentyx stand für den Aufenthalt 2016 zur Verfügung und war laut der offiziellen Zulassung weder durch die Krebserkrankung noch durch die erhöhte Infektneigung grundsätzlich ausgeschlossen.</p></li><li><p><strong>Subjektive Ablehnung zählt nicht</strong>: Dass die Klägerin Biologika aus persönlichen Gründen ablehnte, ist für den Leistungsanspruch irrelevant.</p></li><li><p><strong>Was das Gericht trotzdem feststellte</strong>: Für den Aufenthalt im Mai 2015 wäre Cosentyx noch keine relevante Alternative gewesen, da es erst ab 1. Juni 2015 auf dem deutschen Markt verfügbar war. Doch auch ohne dieses Argument kam das Gericht zum selben Ergebnis: Deutsche Kliniken hätten eine gleichwertige Behandlung anbieten können.</p></li></ul><div class="ipsRichTextBox ipsRichTextBox--alwaysopen"><div class="ipsRichTextBox__title"><p>Versorgungsdefizit (im Sinne von § 18 SGB V)</p></div><p>Damit die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für eine Behandlung außerhalb der EU übernimmt, muss ein „Versorgungsdefizit" bestehen. Das bedeutet: Es darf in Deutschland oder einem anderen EU-Land keine gleichwertige Behandlungsmöglichkeit geben.</p><p>Ist eine solche Möglichkeit vorhanden – auch wenn sie vielleicht etwas weniger komfortabel ist oder persönlich nicht bevorzugt wird – besteht in der Regel kein Anspruch auf Kostenerstattung. Das Gericht prüft das sehr genau, oft mit Hilfe medizinischer Sachverständiger.</p></div><h2>Was bedeutet das für andere Betroffene?</h2><p>Dieses Urteil zeigt, wie hoch die Hürde für eine Kostenerstattung einer Behandlung außerhalb von EU und EWR ist. Der Rechtsrahmen ist § 18 Abs. 1 SGB V. Danach trägt die Krankenkasse Kosten nur dann, wenn eine angemessene Behandlung im Inland oder im EU-Ausland schlicht nicht möglich ist.</p><p>Das ist eine strenge Anforderung. Das Gericht machte klar: Es reicht nicht, dass man am Toten Meer bessere persönliche Ergebnisse erzielt hat. Es reicht nicht, dass man Biologika aus eigenem Antrieb ablehnt. Und es reicht auch nicht, dass ein Sachverständiger sagt, man habe „alles richtig gemacht". Entscheidend ist, ob es im deutschen oder europäischen Gesundheitssystem keine gleichwertige Option gibt – und das ließ sich in diesem Fall nicht belegen.</p><p>Die Kostenentscheidung des Gerichts zeigt aber auch: Das Verfahren war nicht eindeutig. Die Krankenkasse muss die Hälfte der Anwaltskosten der Klägerin im ersten Verfahren tragen, weil sie die Anträge anfangs falsch eingestuft und nicht alle rechtlichen Möglichkeiten geprüft hatte.</p><h2>Mehr zum Thema</h2><ul><li><p><strong>Urteil</strong>: <a rel="external nofollow" href="https://gesetze.berlin.de/jportal/recherche3doc/Landessozialgericht_Berlin-Brandenburg_L_4_KR_159-19_NJRE001639452.pdf?json=%7B%22format%22%3A%22pdf%22%2C%22docPart%22%3A%22L%22%2C%22params%22%3A%7B%22fixedPart%22%3A%22true%22%7D%2C%22docId%22%3A%22NJRE001639452%22%2C%22portalId%22%3A%22bsbe%22%7D&amp;_=%2FLandessozialgericht_Berlin-Brandenburg_L_4_KR_159-19_NJRE001639452.pdf">Heilbehandlung außerhalb von EU/EWR</a> (hier: am Toten Meer; PDF); Aktenzeichen L 4 KR 159/19, veröffentlicht am 29. Januar 2026 </p></li><li><p><strong>Forum</strong>: <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/39-totes-meer/">Erfahrungen und Gruppenreisen ans Tote Meer</a></p></li><li><p><strong>Artikel</strong>: <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/totesmeer/">Mehr Interessantes über die Behandlung am Toten Meer</a></p></li></ul>]]></description><guid isPermaLink="false">1418</guid><pubDate>Wed, 10 Jun 2026 17:46:00 +0000</pubDate></item><item><title>Lesen, H&#xF6;ren, Sehen: Unsere Tipps &#x2013; 6/2026</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/lesen-h%C3%B6ren-sehen-unsere-tipps-62026-r1417/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2026_06/rundschau-mann.jpg.4ca79918dfe164fa00adafdbfb486914.jpg" /></p>
<p>Nimm dir Zeit, dich um die Gesundheit zu kümmern – zum Beispiel mit unseren Tipps für interessante Artikel, Videos oder Audios für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und manchmal auch Unterhaltung!</p><hr><h2>Deutschlands bekanntester YouTube-Arzt auf der Couch</h2><p>Wer bei YouTube nach Gesundheitsinfos sucht, wird irgendwann auf Tobias Weigl stoßen. Seit Jahr und Tag ist der Arzt dort unterwegs und aus unserer Sicht einer der Guten. Jetzt hat er beim OMR-Festival nichts Medizinisches erzählt, sondern über seine Arbeit als Arzt-Influencer. Denn: Das OMR-Festival ist eine riesige Marketing-Konferenz. Wer ihm in Social Media folgt und seine Sicht auf Social Media, Influencer und Trends wissen will, kann einen Mitschnitt des Talks ansehen.</p><p>Seine sympathische, ehrliche Art nimmt sofort den Druck vom Krankheiten googeln – es lohnt sich, hier reinzuschauen und sich dieses Rüstzeug für die eigene Gesundheits-Recherche abzuholen.</p><p style="text-align:center;"><mark data-i-background-color="yellow">Hier ansehen: </mark><a rel="external nofollow" href="https://www.youtube.com/watch?v=2EMtNsSHjjs"><u><mark data-i-background-color="yellow"><span style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;">https://www.youtube.com/watch?v=2EMtNsSHjjs</span></mark></u></a></p><h2>Solide Wissensvermittlung – wenn nur der Titel nicht wäre...</h2><p>Auch Professor Sven Quist aus Mainz hat YouTube für sich entdeckt. In einem Video erklärt er vieles rund um die Psoriasis. Er beleuchtet darin die grundlegenden Merkmale der Schuppenflechte und praktische Ansätze und Behandlungsstrategien. So viel Zeit nehmen sich Hautärzte oft nicht, vor allem, wenn die Diagnose neu ist. Diese Ergänzung liefert Sven Quist in diesem Video. Nur der Titel des Videos – der ist dann doch klassisches Clickbaiting, denn “DAS hilft SOFORT!” kommt im Video gar nicht vor.</p><p style="text-align:center;"><mark data-i-background-color="yellow">Hier ansehen: </mark><a rel="external nofollow" href="https://www.youtube.com/watch?v=YgyMHEhuY7o"><u><mark data-i-background-color="yellow"><span style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;">https://www.youtube.com/watch?v=YgyMHEhuY7o</span></mark></u></a></p><h2>Diese Recherche macht wütend</h2><p>Anfang Mai war Professor Eckart von Hirschhausen in den Medien noch stärker präsent als ohnehin schon. Warum? Alles fing damit an, dass Hirschhausen von Leuten angesprochen wurde, dass er ihnen doch ein Nahrungsergänzungsmittel empfohlen hätte – persönlich am Telefon oder in einem Video. Nur: Das hatte er nie getan, das würde er auch nicht tun.</p><p>Da waren Menschen auf Deepfakes hereingefallen – auf professionell gemachte Anrufe, in denen die Stimme von Hirschhausen verwendet wurde oder auf Videos, die heutzutage mit viel Rechenkraft relativ einfach zu erstellen sind.</p><p>Hirschhausen hat sich auf den Weg gemacht, die Hintermänner solcher Deepfakes zu finden. Er ist da zwar weit gekommen, aber richtig dingfest machen konnte er keine Fälscher-Firma. Aber: Ein Aussteiger hat ihm erzählt, wie das Geschäft läuft.</p><p>Also: Selbst, wenn Ihr von Hirschhausen schon viel gehört, gesehen und gelesen habt – schaut Euch diese Sendung an. Danach werdet Ihr vielleicht wütend, auf jeden Fall aber aufmerksamer sein, wenn es um Empfehlungen aus dem Bereich Gesundheit geht. Und zeigt die Sendung allen Verwandten und Bekannten, die auf solche Tricks reinfallen könnten.</p><p style="text-align:center;"><mark data-i-background-color="yellow">Hier ansehen: </mark><a rel="external nofollow" href="https://www.ardmediathek.de/video/hirschhausen/hirschhausen-und-die-deepfake-mafia/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtNWQzZjlhZjYtNTViOS00ODIyLThlNTUtM2ZjOGQyYzRmNWNk"><u><mark data-i-background-color="yellow"><span style="font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;">https://www.ardmediathek.de/video/hirschhausen/hirschhausen-und-die-deepfake-mafia/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtNWQzZjlhZjYtNTViOS00ODIyLThlNTUtM2ZjOGQyYzRmNWNk</span></mark></u></a></p><h2>Hinter den Kulissen von Deutschland ältester Apotheke</h2><p>Zugegeben, dieser Beitrag hat mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis nur indirekt zu tun. Aber in die Apotheke müssen wir ja öfter als andere – und darum geht es in der Folge vom “WDR Zeitzeichen”. Es entführt in die über 800-jährige Historie der Löwen-Apotheke in Trier, die als Deutschlands älteste Apotheke gilt. Der Beitrag beleuchtet, wie sich das Apothekenwesen vom Mittelalter bis heute entwickelte – von einfachen Verkaufsstellen hin zu spezialisierten Zentren der Arzneimittelherstellung, angetrieben durch wissenschaftlichen Fortschritt und den Transfer von Wissen. Diese Reise durch die Zeit, über Brände, Kriege und den Wandel zur modernen Gesundheitsversorgung hinweg, wird durch die Perspektiven von Pharmaziehistorikern und der aktuellen Betreiberfamilie lebendig.</p><p style="text-align:center;"><mark data-i-background-color="yellow">Hier anhören: </mark><a rel="external nofollow" href="https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:9ca3c67eaf898791/"><mark data-i-background-color="yellow">https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:9ca3c67eaf898791/</mark></a></p><hr><p><span class="ipsEmoji" title="">💡</span> Willst du unsere Lese-, Hör- und Gucktipps <strong>eine Woche früher als alle anderen</strong> bekommen – und das <strong>in dein E-Mail-Postfach</strong>? <a rel="external nofollow" href="https://steady.page/de/psoriasisnetz/about">Dann werde <strong>Fördermitglied</strong></a>.</p>]]></description><guid isPermaLink="false">1417</guid><pubDate>Wed, 10 Jun 2026 05:16:44 +0000</pubDate></item></channel></rss>
