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<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Schwangerschaft und Schuppenflechte &#x2013; die wichtigsten Fakten</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/schuppenflechte-und-schwangerschaft/?d=33</link><description>Artikel: Schwangerschaft und Schuppenflechte &#x2013; die wichtigsten Fakten</description><language>de</language><item><title>Schwanger mit Psoriasis: Welche Medikamente dann erlaubt sind</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/schuppenflechte-und-schwangerschaft/schwanger-mit-psoriasis-welche-medikamente-dann-erlaubt-sind-r1261/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2023_10/schwangeres-paar.jpg.94cb04a1df63b82be956ba067868debd.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Während der Schwangerschaft müssen Frauen mit Schuppenflechte öfter auch zu ihrem Hautarzt. Der muss gucken, ob die aktuelle Therapie passt oder geändert werden muss.</strong>
</p>

<p>
	„Die Psoriasis-Behandlung von schwangeren und stillenden Frauen sowie Frauen mit Kinderwunsch ist herausfordernd, denn die <strong>Therapie soll nicht nur der Mutter helfen, sondern auch dem Kind nicht schaden</strong>“, so Dr. Galina Balakirski, Oberärztin am Zentrum für Dermatologie, Allergologie und Dermatochirurgie vom HELIOS Universitätsklinikum Wuppertal.
</p>

<p>
	Aber: Es gibt kaum Studien zur Behandlung von schwangeren Frauen mit Psoriasis. Also basiert die Wahl der Therapie auf der Erfahrung der Ärzte, auf Fachinformationen und der verfügbaren wissenschaftlichen Literatur. „Die wichtigste Botschaft ist sicherlich, <strong>dass eine Schuppenflechte eine Schwangerschaft nicht ausschließt</strong>“, so Balakirski. Anlass war der <span ipsnoautolink="true"><a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/weltpsoriasistag/" rel="">Welt-Psoriasis-Tag</a> am 29. Oktober 2023</span>.
</p>

<p>
	„Klinische Erfahrungen zeigen, dass sich der mit der Schwangerschaft einhergehende Hormonschub positiv auf den Verlauf der Psoriasis auswirkt“, erklärt die Dermatologin. Das trifft jedoch nicht auf alle erkrankten Frauen zu. <strong>Bei etwa einem Viertel muss mit einer Verschlechterung der Hauterkrankung gerechnet werden</strong>.
</p>

<p>
	Das Gefährliche: Ist die Krankheit in der Schwangerschaft aktiver, kann das zu Komplikationen wie beispielsweise einer Frühgeburt oder einem geringen Geburtsgewicht des Kindes führen.
</p>

<h2>
	Erlaubte äußerliche Therapien
</h2>

<p>
	Bei einer leichten Psoriasis gehören <strong>äußerliche</strong> <strong>Kortison-Produkte </strong>zum Standard. Bei mittelschwerer und schwerer Psoriasis gehören innerliche Medikamente wie Biologika zum Standard-Repertoire des Hautarztes. "Wird die Patientin schwanger, muss eine solche Therapie nicht per se abgebrochen, aber überprüft werden", erklären die Experten der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG).
</p>

<p>
	Helfen die Kortison-Produkte nicht, wird eine <strong>Lichttherapie mit UV-B-Bestrahlung</strong> empfohlen. „Die UV-Lichttherapie gilt in der Schwangerschaft als unbedenklich“, sagt Balakirski. Allerdings kann darunter der Folsäurespiegel negativ beeinflusst werden. Daher sollten diese Patientinnen die Standarddosis von <strong>0,8 mg Folsäure pro Tag</strong> innehmen.
</p>

<h2>
	Erlaubte innerliche Medikamente
</h2>

<p>
	Wenn Patientinnen wegen ihrer mittelschweren oder schweren Schuppenflechte bereits mit innerlichen Medikamenten behandelt werden, sollte mit dem Bekanntwerden der Schwangerschaft die Therapie geprüft und, wenn nötig, angepasst werden.
</p>

<p>
	Zu den "Klassikern" gehört das Immunsuppressivum Ciclosporin, zu dem es die umfangreichste Kenntnis gibt: Diese Therapie kann bei medizinischer Notwendigkeit während der Schwangerschaft fortgesetzt oder eingeleitet werden. Aber: Wegen der möglichen Nebenwirkungen wie Hypertonie (hoher Blutdruck) in der Schwangerschaft und damit verbundenen Risiken für die Mutter und das ungeborene Kind wird diese Substanz mittlerweile nur selten eingesetzt.
</p>

<p>
	Mit der erweiterten Zulassung von einigen TNF-α-Blockern (auch Biologika genannt) zur Therapie mittelschwerer bis schwerer Psoriasis in der Schwangerschaft stehen nun wirksame und deutlich besser verträgliche Medikamente zur Verfügung. <strong>Adalimumab ist einsetzbar bis zum 3. Trimenon und Certolizumab über die gesamte Schwangerschaft hinweg.</strong>
</p>

<p>
	In der Schwangerschaft <strong>nicht eingesetzt werden dürfen beispielsweise Methotrexat und Acitretin</strong>, weil sie zu Fehlbildungen des Kindes führen können.
</p>

<h2>
	Empfehlung für Patientinnen mit Kinderwunsch: Start mit einem TNF-α-Blocker
</h2>

<p>
	„Wir empfehlen Ärzten, das Thema Kinderwunsch früh bei ihren Patientinnen der entsprechenden Altersgruppe anzusprechen", ergänzt Professorin Silke Hofmann, Chefärztin des Haut-Zentrums am Universitätsklinikum Wuppertal. "Dann werden mitunter andere Behandlungsweichen gestellt und die Therapie gleich mit einem TNF-α-Blocker gestartet“. Zudem sei ein Austausch mit anderen behandelnden Ärzten beispielsweise aus der Gynäkologie und Geburtshilfe wichtig.
</p>

<h2>
	Schwangere sollten alle 6 bis 8 Wochen zum Hautarzt
</h2>

<p>
	„Dank der hierzulande geltenden Mutterschaftsrichtlinien ist die Betreuung von Schwangeren engmaschig. Für Patientinnen mit gravierenden Hauterkrankungen unter Systemtherapeutika sind <strong>dermatologische Visiten alle sechs bis acht Wochen</strong> wünschenswert“, erklärt Hofmann. Dadurch können Komplikationen aufgespürt werden, wenn sie von Medikamenten kommen. Über eine entsprechende Ergänzung (Einlage) im Mutterpass wird dann der Informationsaustausch zur gynäkologischen Praxis gewährt.
</p>

<h2>
	Erfahrungen von Hautärzten
</h2>

<p>
	Dr. Sandra Philipp vom Psoriasis-Studienzentrum der Berliner Charitè geht folgendermaßen vor: Wenn eine Frau eine schwere Form der Plaque-Psoriasis oder eine aktive Psoriasis arthritis hat, führt sie die Therapie mit einem TNF-Alpha-Hemmer noch bis in die ersten beiden Trimester (Woche 24 bis 26) fort. Erst dann behandelt sie damit nicht weiter.
</p>

<p>
	Nicht nur Dr. Philipp weist darauf hin, dass der TNF-Alpha-Blocker <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2017" rel="">Certolizumab-Pegol (Cimzia) besonders geeignet für Schwangere</a> ist: Der Wirkstoff wird nicht durch die Nabelschnur auf das Kind übertragen, wie das bei anderen TNF-Alpha-Blockern der Fall ist. Bislang ist das Medikament nur für die Psoriasis arthritis zugelassen. Er soll aber in 2018 auch bei der <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/psoriasis/psoriasis-vulgaris-%E2%80%93-die-haeufigste-form-der-schuppenflechte-r1116/" rel="">Plaque-Psoriasis</a> verschrieben werden können. Eine so genannte „off-label“-Verschreibung könnte der Arzt in diesem Ausnahmefall vermutlich gut rechtfertigen.
</p>

<p>
	Unabhängig von Medikamenten, geht man davon aus, dass <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/schuppenflechte-und-schwangerschaft/kinderwunsch-und-schwangerschaft-mit-psoriasis" rel="">bei Psoriasis-Patientinnen generell mehr Komplikationen im Verlauf der Schwangerschaft</a> auftreten können. Auch deshalb sollten Dermatologe und Gynäkologe eng zusammenarbeiten.
</p>

<p style="text-align: right;">
	<em>(cl/rb)</em>
</p>

<div>
	<h2>
		Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/schuppenflechte-und-schwangerschaft/kinderwunsch-und-schwangerschaft-mit-psoriasis/" rel="">Kinderwunsch und Schwangerschaft mit Psoriasis: Was du wissen musst</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/17-kinder/" rel="">Erfahrungen: Schwanger mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Tipps von der Expertin</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/168-expertenforum-schuppenflechte-in-der-schwangerschaft-und-stillzeit/" rel="">Expertenforum Schuppenflechte in der Schwangerschaft und Stillzeit</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">1261</guid><pubDate>Wed, 18 Oct 2023 17:32:00 +0000</pubDate></item><item><title>Kinderwunsch und Schwangerschaft mit Psoriasis: Was du wissen musst</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/schuppenflechte-und-schwangerschaft/kinderwunsch-und-schwangerschaft-mit-psoriasis/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2014_11/schwangerschaft-psoriasis.png.91ee0bebe3d811c648efc2e5c81795ce.png" /></p>
<p>
	 
</p>

<p style="text-align: center;">
	Ein Kind zu bekommen, ist ein großes Abenteuer. Wenn du Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis hast, kommen zur Vorfreude vielleicht auch einige Fragen und Sorgen hinzu: Was bedeutet die Erkrankung für mein Kind? Muss ich meine Medikamente absetzen? Wie wird meine Haut in der Schwangerschaft reagieren?
</p>

<p>
	Die gute Nachricht vorweg: Eine Psoriasis steht deinem Kinderwunsch heute nicht mehr im Weg. Wichtig ist eine gute Planung und eine offene Kommunikation mit deinen Ärzten. Dieser Artikel begleitet dich durch die drei wichtigsten Phasen: die Planung, die Schwangerschaft und die Zeit nach der Geburt.
</p>

<h2>
	Phase 1: Der Kinderwunsch – Was du vor der Schwangerschaft planen solltest
</h2>

<p>
	Die beste Zeit, um die Weichen für eine entspannte Schwangerschaft zu stellen, ist die Zeit davor. Sprich so früh wie möglich mit deinem Behandlungsteam. Für diese besondere Zeit sind mehrere Ansprechpartner wichtig:
</p>

<ul>
	<li>
		Deine Hautärztin oder dein Hautarzt: Sie kennen deine Psoriasis und die Therapieoptionen.
	</li>
	<li>
		Deine Gynäkologin oder dein Gynäkologe: Sie begleiten die Schwangerschaft.
	</li>
	<li>
		Bei Psoriasis-Arthritis auch deine Rheumatologin oder dein Rheumatologe.
	</li>
</ul>

<h3>
	Der Medikamenten-Check: Was ist sicher, was muss weg?
</h3>

<p>
	Das ist oft die drängendste Frage. Grundsätzlich gilt: Einige Medikamente müssen rechtzeitig vor einer geplanten Schwangerschaft abgesetzt werden, andere können angepasst oder sogar beibehalten werden.
</p>

<h4>
	Für Frauen
</h4>

<p>
	Absolutes Tabu mit langer Wartezeit: Acitretin (Handelsname z.B. Neotigason®). Dieses Medikament kann schwere Schäden beim ungeborenen Kind verursachen. Du musst nach dem Absetzen noch bis zu drei Jahre sicher verhüten.
</p>

<p>
	<strong>Müssen vor der Schwangerschaft abgesetzt werden:</strong>
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Methotrexat </strong>(MTX): Muss mindestens drei Monate vor der Empfängnis abgesetzt werden.
	</li>
	<li>
		<strong>Apremilast </strong>(Otezla): Hier gibt es noch nicht genügend Daten, daher wird ein Absetzen vor der Schwangerschaft empfohlen.
	</li>
	<li>
		<strong>Fumarsäureester </strong>(Skilarence, Dimethylfumarat): Auch hier ist die Datenlage für eine sichere Anwendung in der Schwangerschaft zu dünn.
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Nach ärztlicher Absprache eventuell möglich:</strong>
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Ciclosporin</strong>: Kann in schweren Fällen und nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden.
	</li>
	<li>
		<strong>Biologika </strong>(insbesondere TNF-alpha-Hemmer): Hier hat sich in den letzten Jahren viel getan! Vor allem für Certolizumab pegol (Cimzia) gibt es gute Daten, da es kaum in den Blutkreislauf des Kindes übergeht. Auch für andere TNF-alpha-Hemmer wie Adalimumab oder Infliximab gibt es positive Erfahrungen. Oft ist eine stabile, gut eingestellte Erkrankung für Mutter und Kind besser als ein schwerer Schub durch das Absetzen der Therapie. Dies muss aber immer eine individuelle Entscheidung mit deinem Arzt sein.
	</li>
</ul>

<h4>
	Für Männer
</h4>

<p>
	Früher galt, dass auch Männer unter Methotrexat (MTX) die Therapie drei Monate vor der Zeugung eines Kindes absetzen sollten. Diese Empfehlung ist veraltet! Große Studien haben gezeigt, dass die Einnahme von MTX durch den Vater kein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen oder Fehlgeburten mit sich bringt. Du kannst deine Therapie also nach Rücksprache mit deinem Arzt fortführen. Bei anderen Medikamenten wie Acitretin ist die Datenlage weniger eindeutig, sprich auch hier mit deinem Arzt.
</p>

<h3>
	Deine Checkliste für die Planungsphase
</h3>

<p>
	Um dir den Überblick zu erleichtern, haben wir eine praktische Checkliste zusammengestellt. Idealerweise beginnst du mit diesen Punkten drei bis sechs Monate vor dem Absetzen der Verhütung:
</p>

<ol>
	<li>
		<strong>Medikamenten-Check planen</strong>: Sprich mit deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt über deinen Kinderwunsch. Gemeinsam legt ihr einen Fahrplan fest, welche Medikamente wann umgestellt oder abgesetzt werden müssen.
	</li>
	<li>
		<strong>Folsäure einnehmen</strong>: Alle Frauen mit Kinderwunsch sollten Folsäure einnehmen, um das Risiko eines „offenen Rückens“ (Neuralrohrdefekt) beim Kind zu senken. Die Standarddosis beträgt 0,4 mg pro Tag. Wenn du in der Vergangenheit Methotrexat (MTX) eingenommen hast, kann dein Arzt eine höhere Dosis von 5 mg täglich empfehlen. Besprich die für dich richtige Dosierung unbedingt mit deiner Gynäkologin oder deinem Hausarzt.
	</li>
	<li>
		<strong>Lebensstil anpassen</strong>: Jetzt ist der beste Zeitpunkt, um mit dem Rauchen aufzuhören und dein Gewicht, falls nötig, zu normalisieren. Beides hat einen positiven Einfluss auf deine Psoriasis, deine Fruchtbarkeit und den Verlauf der Schwangerschaft.
	</li>
	<li>
		<strong>Begleiterkrankungen einstellen:</strong> Hast du neben der Psoriasis weitere Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder eine Schilddrüsenerkrankung? Lass diese vor der Schwangerschaft optimal einstellen.
	</li>
</ol>

<h3>
	Was tun bei einer ungeplanten Schwangerschaft?
</h3>

<p>
	Manchmal kündigt sich das Leben nicht an. Wenn du ungeplant schwanger wirst, während du Medikamente einnimmst, die als kritisch gelten, ist der erste Schreck oft groß. Das Wichtigste ist:
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Nicht in Panik geraten</strong>: Setze die Medikamente nicht eigenmächtig ab. Ein plötzliches Absetzen kann zu einem schweren Schub führen, der für die Schwangerschaft ebenfalls belastend sein kann. Viele Medikamente stellen in den ersten Wochen noch kein hohes Risiko dar.
	</li>
	<li>
		<strong>Sofort Kontakt aufnehmen</strong>: Informiere umgehend deine Hautärztin und deine Gynäkologin. Sie werden die Situation bewerten und das weitere Vorgehen mit dir besprechen.
	</li>
	<li>
		<strong>Professionelle Beratung nutzen</strong>: Kontaktiere das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie (Embryotox). Dort sitzen die führenden Experten, die das Risiko deines spezifischen Medikaments genau einschätzen können und euch (dir und deinen Ärzten) die besten Ratschläge geben.
	</li>
</ul>

<h2>
	Phase 2: Während der Schwangerschaft – Therapie und Hautpflege
</h2>

<p>
	Dein Körper verändert sich, und deine Psoriasis kann darauf reagieren.
</p>

<p>
	Wie verläuft die Psoriasis in der Schwangerschaft?
</p>

<p>
	Die hormonelle Umstellung wirkt sich bei jeder Frau anders aus:
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://jamanetwork.com/journals/jamadermatology/fullarticle/394924" rel="external">Bei etwa der Hälfte der Frauen verbessert sich die Psoriasis deutlich</a>.
	</li>
	<li>
		Bei einem Viertel bleibt sie unverändert.
	</li>
	<li>
		Bei einem weiteren Viertel kann sie sich verschlechtern.
	</li>
</ul>

<p>
	Leider lässt sich nicht vorhersagen, wie es bei dir sein wird.
</p>

<h3>
	Natürliche Unterstützung und Hausmittel: Was ist in der Schwangerschaft sicher?
</h3>

<p>
	Viele Schwangere suchen nach sanften, natürlichen Wegen, um ihre Schuppenflechte zu lindern. Die Evidenz für Naturheilmittel ist jedoch oft begrenzt, und nicht alle "natürlichen" Substanzen sind automatisch sicher in der Schwangerschaft.
</p>

<h4>
	Sichere äußerliche Anwendungen
</h4>

<p>
	<strong>Feuchtigkeitspflege und Bäder</strong>: Das Wichtigste und Sicherste ist eine konsequente Hautpflege. Verwende täglich reichhaltige, parfümfreie Pflegecremes. <a href="https://www.mypsoriasisteam.com/resources/oatmeal-bath-for-psoriasis-can-it-help-or-hurt" rel="external nofollow">Haferflockenbäder können Juckreiz lindern</a> – einfach feine Haferflocken in ein Baumwolltuch geben und ins Badewasser hängen.
</p>

<p>
	<strong>Totes-Meer-Salz-Bäder</strong> sind gut untersucht und in der Schwangerschaft unbedenklich. Sie können Entzündungen reduzieren und die Schuppung vermindern. Verwende etwa 100-200g Salz pro Vollbad, maximal 15-20 Minuten bei nicht zu heißer Temperatur.
</p>

<p>
	<strong>Aloe vera Gel</strong> (äußerlich): Reines Aloe vera Gel ist zur äußerlichen Anwendung in der Schwangerschaft sicher. Studien zeigen entzündungshemmende Eigenschaften bei Schuppenflechte. Wichtig: Nur das reine Gel verwenden, nicht den anthrachinonhaltigen Blattsaft, der abführend wirkt und in der Schwangerschaft kontraindiziert ist.
</p>

<h4>
	Mit Vorsicht zu genießen
</h4>

<p>
	<strong>Kältetherapie</strong>: Kalte Umschläge oder kurze kühle Duschen können Juckreiz lindern. Das ist völlig unbedenklich und oft sehr effektiv bei akuten Schüben.
</p>

<p>
	<strong>Entspannungstechniken</strong>: Stress ist ein bekannter Auslöser für Schuppenflechte-Schübe. Yoga, Meditation, Atemübungen oder progressive Muskelentspannung sind nicht nur sicher, sondern können aktiv zur Besserung beitragen.
</p>

<h4>
	Nicht empfehlenswert oder unsicher
</h4>

<p>
	Innerliche Kräuterpräparate: Die meisten pflanzlichen Arzneimittel sind nicht ausreichend auf Schwangerschaftssicherheit getestet. Vermeide daher:
</p>

<ul>
	<li>
		Teufelskralle (<a href="https://www.mdpi.com/2504-3900/102/1/40" rel="external">kann Wehen auslösen</a>)
	</li>
	<li>
		Schwarzkümmelöl (wehenfördernd)
	</li>
	<li>
		Kurkuma/Curcumin in hohen Dosen
	</li>
	<li>
		Mariendistel-Präparate
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Ätherische Öle</strong>: Teebaum-Öl kann schwere allergische Reaktionen auslösen und ist nicht empfehlenswert. Auch andere ätherische Öle sollten gemieden werden, da ihre Sicherheit in der Schwangerschaft nicht belegt ist.
</p>

<h4>
	Ernährungsansätze: Evidenzbasierte Unterstützung
</h4>

<p>
	<strong>Omega-3-Fettsäuren</strong>: Fischöl oder Algenöl mit EPA und DHA <a href="https://www.mdpi.com/2072-6643/14/2/367" rel="external">können entzündungshemmend wirken</a>. 1-2g täglich sind in der Schwangerschaft sicher und können zusätzlich die Gehirnentwicklung des Kindes fördern.
</p>

<p>
	<strong>Vitamin D</strong>: Ein Vitamin-D-Mangel verstärkt oft die Schuppenflechte. Lass deinen Vitamin-D-Spiegel kontrollieren. Die meisten Schwangeren benötigen eine Supplementierung von 1000-2000 IE täglich.
</p>

<p>
	Entzündungshemmende Ernährung
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Mehr</strong>: Fetter Fisch, Olivenöl, Nüsse, buntes Gemüse und Obst
	</li>
	<li>
		<strong>Weniger</strong>: Rotes Fleisch, Zucker, verarbeitete Lebensmittel
	</li>
</ul>

<p>
	Mediterrane Ernährung hat in Studien positive Effekte bei Schuppenflechte gezeigt
</p>

<h4>
	Homöopathie und alternative Methoden
</h4>

<p>
	<strong>Homöopathische Mittel</strong> haben in kontrollierten Studien keine Wirkung über den Placebo-Effekt hinaus gezeigt. Sie schaden zwar nicht, aber du solltest dich nicht allein darauf verlassen.
</p>

<p>
	<strong>Akupunktur </strong>kann bei Stressreduktion helfen und ist in der Schwangerschaft bei erfahrenen Therapeuten sicher durchführbar.
</p>

<h3>
	Sichere Behandlungen in der Schwangerschaft
</h3>

<p>
	Eine gute, feuchtigkeitsspendende Hautpflege ist das A und O. Nutze rückfettende Cremes und Duschöle, um deine Haut geschmeidig zu halten. Produkte mit Harnstoff (Urea) sind unbedenklich.
</p>

<p>
	Wenn du eine Therapie benötigst, gibt es einige sichere Optionen:
</p>

<h4>
	Äußerliche Therapie: Bewährte und sichere Optionen
</h4>

<ul>
	<li>
		<strong>Topische Kortikoide</strong> bleiben ein wichtiger Baustein der Schwangerschaftstherapie. <a href="https://www.drugsincontext.com/management-of-psoriasis-in-pregnancy-a-review-of-the-evidence-to-date/" rel="external nofollow">Schwache bis mittelstarke Präparate der Klassen I und II sind gut erforscht</a> und sicher anwendbar. Bei starken Kortikoiden der Klassen III und IV solltest du vorsichtiger sein und diese nur begrenzt sowie nicht auf großen Körperflächen verwenden. Trage Kortison grundsätzlich nicht auf Brust, Bauch und Hüften auf, da dies das Risiko für Schwangerschaftsstreifen erhöht.
	</li>
	<li>
		<strong>Calcipotriol</strong>, ein Vitamin-D3-Derivat, <a href="https://www.scielo.br/j/abd/a/3DQWZZJZrZQKb4LBFh4rS9y/?lang=en" rel="external nofollow">kannst du in normaler Dosierung unbedenklich verwenden</a>. Auch die UV-B-Schmalband-Bestrahlung ist eine sichere Option und kann sogar großflächig angewendet werden. Salz- und Schwefelbäder stehen dir ohne jede Einschränkung zur Verfügung und können bei der täglichen Hautpflege sehr hilfreich sein.
	</li>
</ul>

<h4>
	Biologika: Differenzierte Betrachtung erforderlich
</h4>

<p>
	Die Bewertung von Biologika in der Schwangerschaft hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Während früher alle Biologika pauschal als problematisch galten, zeigen neuere Studien deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Substanzen.
</p>

<p>
	<strong>Certolizumab pegol</strong> (Cimzia) <a href="https://www.mdpi.com/1424-8247/17/7/904" rel="external">gilt heute als Goldstandard für schwangere Frauen mit schwerer Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis</a>. Als einziger TNF-Hemmer überträgt es sich nicht aktiv über die Plazenta auf das ungeborene Kind. Du kannst es daher während der gesamten Schwangerschaft und auch in der Stillzeit sicher verwenden. Besonders bei schweren Krankheitsverläufen, die eine kontinuierliche Behandlung erfordern, ist Certolizumab pegol oft die beste Wahl.
</p>

<p>
	<strong>Andere TNF-Hemmer</strong> wie Adalimumab, Etanercept und Infliximab <a href="https://www.termedia.pl/The-use-of-biological-drugs-in-psoriasis-patients-prior-to-pregnancy-during-pregnancy-and-lactation-a-review-of-current-clinical-guidelines,7,42818,0,1.html" rel="external nofollow">können bis zur 20. bis 24. Schwangerschaftswoche eingesetzt werden</a>. Danach solltest du eine Behandlungspause einlegen, da diese Medikamente in der zweiten Schwangerschaftshälfte vermehrt über die Plazenta zum Kind gelangen. Golimumab unterliegt ähnlichen Einschränkungen wie die anderen klassischen TNF-Hemmer.
</p>

<p>
	Bei den neueren <strong>IL-17- und IL-23-Hemmern</strong> wie Secukinumab oder Ixekizumab <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/dth.14931" rel="external nofollow">sind die Schwangerschaftsdaten noch begrenzt</a>. Diese Medikamente werden daher nur nach sorgfältiger individueller Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt. Für Guselkumab und Risankizumab liegen noch weniger Daten vor, weshalb hier besondere Vorsicht geboten ist.
</p>

<h4>
	Neue orale Medikamente: Noch mit Einschränkungen
</h4>

<p>
	Die neueren oralen Therapien bringen zwar große Fortschritte in der Psoriasis-Behandlung, sind aber für Schwangere noch nicht ausreichend erforscht. <strong>JAK-Inhibitoren</strong> wie Upadacitinib <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11896623/" rel="external nofollow">erfordern derzeit noch eine sichere Verhütung</a>, da keine ausreichenden Schwangerschaftsdaten vorliegen. Tofacitinib wird nur in Ausnahmefällen nach sehr strenger Indikationsstellung verwendet.
</p>

<p>
	Das neue <strong>Deucravacitinib</strong>, ein oraler small-molecule-Hemmer, ist noch zu neu auf dem Markt, um verlässliche Schwangerschaftsdaten zu haben. Hier musst du aktuell noch auf bewährtere Alternativen ausweichen.
</p>

<h4>
	Was ist bei Psoriasis arthritis zu beachten?
</h4>

<p>
	Wenn du neben der Schuppenflechte auch an Gelenkbeschwerden leidest, stehen dir ebenfalls sichere Behandlungsoptionen zur Verfügung. Paracetamol bleibt die erste Wahl bei Schmerzen während der gesamten Schwangerschaft. Ibuprofen kannst du bis etwa zur 28. bis 30. Schwangerschaftswoche verwenden, danach solltest du darauf verzichten.
</p>

<p>
	<strong>Certolizumab pegol</strong> ist auch bei Psoriasis arthritis die beste biologische Therapieoption. <strong>Sulfasalazin </strong>kannst du als klassisches Basismedikament während der gesamten Schwangerschaft sicher einnehmen. Es gehört zu den am besten untersuchten Medikamenten in der Schwangerschaft und hat sich über Jahrzehnte bewährt.
</p>

<h2>
	Phase 3: Nach der Geburt – Stillzeit und der erste Schub
</h2>

<p>
	Das Baby ist da! Eine aufregende, aber auch anstrengende Zeit beginnt.
</p>

<h3>
	Der Schub nach der Geburt
</h3>

<p>
	Leider kommt es nach der Geburt bei vielen Frauen zu einer Verschlechterung der Psoriasis. Der Hormonspiegel fällt ab, und der neue Lebensrhythmus mit Schlafmangel und Stress kann ein Auslöser sein. Sei darauf vorbereitet und habe einen Plan mit deinem Arzt, wie du schnell gegensteuern kannst.
</p>

<h3>
	Stillen und Medikamente
</h3>

<p>
	Stillen ist auch mit Psoriasis möglich. Die meisten äußerlichen Therapien sind dabei unbedenklich. Bei systemischen Therapien muss wieder eine individuelle Abwägung erfolgen:
</p>

<ul>
	<li>
		Einige Biologika, insbesondere <strong>Certolizumab pegol</strong>, gehen kaum in die Muttermilch über und gelten als stillverträglich.
	</li>
	<li>
		Andere Medikamente wie <strong>MTX oder Acitretin sind in der Stillzeit nicht erlaubt</strong>.
	</li>
</ul>

<p>
	Die Experten von Embryotox (siehe Quellen) können dir und deinem Arzt verlässliche Informationen zur Sicherheit von Medikamenten in der Stillzeit geben.
</p>

<h2>
	Häufige Fragen
</h2>

<p>
	<strong>Muss ich auf Kinder verzichten?</strong><br>
	Nein! Mit moderner Therapie können die meisten Frauen sicher schwanger werden und gesunde Kinder bekommen.
</p>

<p>
	<strong>Ist Schuppenflechte vererbbar?</strong><br>
	Ja. Allerdings wird die Veranlagung dazu vererbt, nicht die Psoriasis an sich. Die Veranlagung kann sich ein Leben lang still im Hintergrund halten, ohne dass eine Schuppenflechte entsteht. Oder aber, die Schuppenflechte wird durch einen Auslöser "herausgelockt".
</p>

<p>
	<strong>Mit welcher Wahrscheinlichkeit bekommt mein Kind Psoriasis?</strong>
</p>

<ul>
	<li>
		Die Wahrscheinlichkeit für ein Kind, an Psoriasis zu erkranken, beträgt 16 Prozent, wenn nur ein Elternteil betroffen ist.
	</li>
	<li>
		Wenn beide Elternteile von Psoriasis betroffen sind, hat ein Kind eine 50-prozentige Chance, die Krankheit zu entwickeln.
	</li>
	<li>
		Wenn ein Kind Psoriasis hat, aber keiner der beiden Elternteile betroffen ist, besteht eine 8%ige Chance, dass ein Geschwisterkind ebenfalls Psoriasis entwickelt.
	</li>
	<li>
		Es wird geschätzt, dass etwa ein Drittel der Psoriasis-Patienten einen Verwandten ersten Grades mit der Krankheit hat.
	</li>
</ul>

<p>
	<em>Quelle: <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s13671-013-0066-6" rel="external nofollow">Genetic Epidemiology of Psoriasis</a>, Current Dermatology Reports, 2015</em>
</p>

<p>
	<strong>Darf ich stillen, wenn ich Medikamente nehme?</strong><br>
	Ja, viele Medikamente sind auch in der Stillzeit sicher. Certolizumab pegol und schwache Kortikoide sind beispielsweise unbedenklich.
</p>

<p>
	<strong>Sind Biologika wirklich sicher?</strong><br>
	Moderne Daten zeigen: Certolizumab pegol ist sehr sicher. Andere TNF-Hemmer bis zur 20.-24. Schwangerschaftswoche ebenfalls gut verträglich.
</p>

<p>
	<strong>Was, wenn sich meine Schuppenflechte in der Schwangerschaft verschlechtert?</strong><br>
	Es gibt sichere Behandlungsoptionen. Wichtig ist, nicht unbehandelt zu bleiben - schwere Schübe schaden mehr als eine angemessene Therapie.
</p>

<p>
	<strong>Was kann ich selbst für eine stabile Psoriasis tun?</strong><br>
	Eine Schwangerschaft ist ein guter Anlass, auf einen gesunden Lebensstil zu achten. Eine ausgewogene, entzündungshemmende Ernährung (z.B. Mittelmeerkost), der Verzicht auf Nikotin und Alkohol, ausreichend Schlaf und Techniken zur Stressbewältigung helfen nicht nur deiner Haut, sondern auch deinem Kind.
</p>

<p>
	<strong>Gibt es ein erhöhtes Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft?</strong><br>
	Einige Studien deuten darauf hin, dass Frauen mit schwerer Psoriasis ein leicht erhöhtes Risiko für bestimmte Schwangerschaftskomplikationen wie Bluthochdruck oder ein höheres Geburtsgewicht des Kindes haben könnten. Das unterstreicht, wie wichtig eine engmaschige Betreuung durch deine Gynäkologin und deine Hautärztin ist.
</p>

<p>
	<strong>Kann Psoriasis bei Säuglingen und Kleinkindern auftreten?</strong><br>
	Kann sie. Es ist aber eher selten.
</p>

<h2>
	Beratungsangebote und Adressen
</h2>

<p>
	<strong><a href="https://www.embryotox.de/" rel="external nofollow" target="_blank">Embryotox</a></strong><br>
	Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie<br>
	Charité – Universitätsmedizin Berlin<br>
	Spandauer Damm 130, Haus 10, 14050 Berlin<br>
	Tel. 030.30 30 8-1 11
</p>

<p>
	Es gibt Informationen und Einschätzungen zur Sicherheit und zu möglichen Risiken in Schwangerschaft und Stillzeit für über 400 Wirkstoffe. Ein Ampelsystem erleichtert die Beurteilung.
</p>

<p>
	<a href="https://www.uniklinik-ulm.de/frauenheilkunde-und-geburtshilfe/schwerpunkte/geburtsmedizin/medikamentenberatung.html" rel="external nofollow" target="_blank"><strong>Reprotox</strong></a><br>
	Universitätsklinikum Ulm
</p>

<h2>
	Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
</h2>

<p>
	<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/schuppenflechte-und-schwangerschaft/kinderwunsch-und-schwangerschaft-mit-psoriasis/" rel="">Kinderwunsch und Schwangerschaft mit Psoriasis: Was du wissen musst</a>
</p>

<p>
	<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/17-kinder/" rel="">Erfahrungen: Schwanger mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis</a>
</p>

<p>
	<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps von der Expertin</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/168-expertenforum-schuppenflechte-in-der-schwangerschaft-und-stillzeit/" rel="">Expertenforum Schuppenflechte in der Schwangerschaft und Stillzeit</a>
</p>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<p>
	<strong>Psoriasis beeinflusst Fertilität und Risiko für Fehlgeburten</strong><br>
	(<a href="https://www.gelbe-liste.de/dermatologie/psoriasis-fertilitaet-fehlgeburtrisiko" rel="external">Gelbe Liste, 26.7.2023</a>)<br>
	Frauen, die an Schuppenflechte leiden, haben im Vergleich zu gesunden Frauen der gleichen Altersgruppe eine geringere Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden. Das hat eine britische Studie ergeben. Außerdem steigt das Risiko für eine Fehlgeburt, wenn eine Schwangere unter Schuppenflechte leidet.
</p>

<p>
	<span ipsnoautolink="true"><strong>Selbstmedikation bei Schwangerschaft</strong><br>
	(<a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=55025" rel="external">Pharmazeutische Zeitung, 11.11.2014</a>)<br>
	Katja Renner in der Pharmazeutische Zeitung 46/2014</span>
</p>

<p>
	<span ipsnoautolink="true"><strong>Infektionen in der Schwangerschaft</strong><br>
	(<a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=55060" rel="external">Pharmazeutische Zeitung, 12.11.2014</a>)<br>
	Nicole Schuster in der Pharmazeutische Zeitung 46/2014</span>
</p>

<p>
	<span ipsnoautolink="true"><strong>Bewegen statt schonen in der Schwangerschaft</strong><br>
	(<a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=55058" rel="external">Pharmazeutische Zeitung, 12.11.2014</a>)<br>
	Christina Hohmann-Jeddi in der Pharmazeutische Zeitung 46/2014</span>
</p>

<p>
	<span ipsnoautolink="true"><strong>Maßvoll Gewicht zunehmen in der Schwangerschaft</strong><br>
	(<a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=55057" rel="external">Pharmazeutische Zeitung, 12.11.2014</a>)<br>
	Brigitte M. Gensthaler in der Pharmazeutische Zeitung 46/2014</span>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">606</guid><pubDate>Tue, 25 Nov 2014 12:12:00 +0000</pubDate></item><item><title>Wie Hormone deine Schuppenflechte beeinflussen: Von der Pubert&#xE4;t bis zu den Wechseljahren</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/schuppenflechte-und-schwangerschaft/psoriasis-und-hormone/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2025_08/texture-hormone.jpg.6d9654de88a2ee7d1b1da29e79601c28.jpg" /></p>
<div>
	<p style="text-align: center;">
		Vielleicht kennst du das: In der Woche vor deiner Periode blühen die Psoriasis-Herde plötzlich auf, während einer Schwangerschaft war deine Haut so gut wie nie, oder seit den Wechseljahren scheint die Erkrankung außer Kontrolle zu geraten. Das ist kein Zufall. Deine Hormone, die chemischen Botenstoffe deines Körpers, haben einen erheblichen Einfluss auf Entzündungsprozesse und damit auch auf deine Schuppenflechte.
	</p>

	<p style="text-align: center;">
		Lass uns gemeinsam einen Blick darauf werfen, was in deinem Körper in verschiedenen Lebensphasen passiert und wie du dieses Wissen für dich nutzen kannst.
	</p>

	<h2>
		Die Pubertät: Ein hormoneller Weckruf für das Immunsystem
	</h2>

	<p>
		Die Psoriasis "schläft" bei vielen Menschen als genetische Veranlagung im Körper. Die Pubertät ist eine der häufigsten Phasen, in denen sie "geweckt" wird. Das liegt an der massiven hormonellen Umstellung, die in dieser Zeit stattfindet.
	</p>

	<p>
		Sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen steigt die Produktion von Geschlechtshormonen (Androgene wie Testosteron und Östrogene) rasant an. Diese Hormonflut ist ein starkes Signal für den gesamten Körper – auch für das Immunsystem. Forscher gehen davon aus, dass diese Signale bei einer entsprechenden Veranlagung die fehlgeleitete Immunreaktion auslösen können, die zu den typischen Entzündungen der Psoriasis führt.
	</p>

	<p>
		Es ist also ein komplexes Zusammenspiel:
	</p>

	<ul>
		<li>
			Die genetische Veranlagung ist die Grundlage.
		</li>
		<li>
			Die Hormonumstellung wirkt als starker Trigger oder Auslöser.
		</li>
		<li>
			Zusätzlicher Stress, der in der Jugend oft eine große Rolle spielt, kann diesen Prozess durch die Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol weiter befeuern.
		</li>
	</ul>

	<p>
		Wenn die Psoriasis also bei dir oder deinem Kind in der Jugend zum ersten Mal aufgetreten ist, ist das ein sehr typischer Verlauf.
	</p>

	<h2>
		Der weibliche Zyklus: Ein monatliches Auf und Ab der Haut
	</h2>

	<p>
		Viele Frauen mit Psoriasis oder Psoriasis arthritis bemerken, <a href="https://www.mdpi.com/2077-0383/14/2/582" rel="external">dass sich ihre Symptome im Laufe ihres monatlichen Zyklus verändern</a>. Das liegt vor allem am Zusammenspiel der beiden wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone: Östrogen und Progesteron.
	</p>

	<p>
		<strong>In der ersten Zyklushälfte</strong> (nach der Periode bis zum Eisprung) <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1155/2013/571912" rel="external nofollow">dominiert das Östrogen</a>. Dieses Hormon hat tendenziell eine entzündungshemmende Wirkung. Viele Frauen erleben in dieser Zeit eine ruhigere Haut und weniger Gelenkbeschwerden.
	</p>

	<p>
		<strong>In der zweiten Zyklushälfte</strong> (nach dem Eisprung bis zur nächsten Periode) sinkt der Östrogenspiegel, während das Progesteron ansteigt. <a href="https://www.frontiersin.org/journals/immunology/articles/10.3389/fimmu.2022.818173/full" rel="external nofollow">Progesteron kann Entzündungsreaktionen im Körper fördern</a>. Deshalb berichten viele von einer deutlichen <a href="https://www.reumatismo.org/reuma/article/download/1775/1034/8878" rel="external nofollow">Verschlechterung ihrer Psoriasis (arthritis) in den Tagen vor der Menstruation</a>. Aber: Jüngere Forschung tendiert dazu, dass Progesteron anti-entzündliche Eigenschaften hat und T-Zell-Proliferation hemmt. Das ist widersprüchlich, aber so ist Wissenschaft.
	</p>

	<p>
		<strong>Hormonelle Verhütung</strong>: Die Wirkung von Antibabypillen und anderen hormonellen Verhütungsmitteln ist individuell. Präparate mit einem stabilen, östrogen-ähnlichen Anteil können die Haut bei manchen Frauen verbessern. Andere wiederum reagieren empfindlich auf die enthaltenen Gestagene (synthetische Progesterone), was die Symptome verschlimmern kann. Eine pauschale Empfehlung gibt es hier nicht.
	</p>

	<h2>
		Schwangerschaft: Oft eine Atempause für die Haut
	</h2>

	<p>
		Für viele Frauen ist die Schwangerschaft eine Zeit der Erleichterung. Etwa <a href="https://www.dovepress.com/psoriasis-in-pregnancy-challenges-and-solutions-peer-reviewed-fulltext-article-PTT" rel="external nofollow">40 bis 60 Prozent berichten von einer deutlichen Besserung ihrer Psoriasis</a>. Die Gründe dafür sind vielfältig:
	</p>

	<p>
		<strong>Hoher Östrogenspiegel</strong>: Vor allem im zweiten und dritten Trimester ist der Östrogenspiegel sehr hoch, was die entzündlichen Prozesse der Psoriasis unterdrückt.
	</p>

	<p>
		<strong>Natürliches Cortison</strong>: Der Körper produziert in der Schwangerschaft vermehrt Cortisol, ein körpereigenes Steroidhormon, das stark entzündungshemmend wirkt – ähnlich wie eine leichte Kortisontherapie.
	</p>

	<p>
		<strong>Anpassung des Immunsystems</strong>: Das Immunsystem der Mutter wird während der Schwangerschaft herunterreguliert, um den Fötus nicht abzustoßen. Von dieser "immunologischen Toleranz" profitiert auch die Haut.
	</p>

	<p>
		Leider gilt das nicht für alle. Ein kleinerer Teil der Frauen erlebt keine Veränderung oder sogar eine Verschlechterung. Nach der Geburt, wenn der Hormonspiegel rapide abfällt, <a href="https://www.mypsoriasisteam.com/resources/is-postpartum-psoriasis-normal-flares-and-management" rel="external nofollow">kommt es bei vielen Frauen zu einem erneuten Schub</a>.
	</p>

	<h2>
		Die Wechseljahre (Menopause): Eine Zeit der hormonellen Umstellung
	</h2>

	<p>
		Die Wechseljahre sind eine Lebensphase, die oft übersehen wird, wenn es um Psoriasis geht. Dabei ist sie von großer Bedeutung. Mit dem Nachlassen der Eierstockfunktion sinkt der Östrogenspiegel dauerhaft ab.
	</p>

	<p>
		Da die schützende, entzündungshemmende Wirkung des Östrogens wegfällt, <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12001492/" rel="external nofollow">kann dies zu einer Verschlechterung einer bestehenden Psoriasis oder sogar zum ersten Ausbruch der Krankheit führen</a>. Viele Frauen berichten in dieser Zeit von trockenerer, empfindlicherer Haut und stärkeren Entzündungen.
	</p>

	<h2>
		Die Rolle der männlichen Hormone (Androgene)
	</h2>

	<p>
		Das bekannteste männliche Sexualhormon ist Testosteron. Auch Frauen produzieren es in geringen Mengen. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Testosteron, ähnlich wie Östrogen, entzündungshemmende Eigenschaften hat. Dies könnte eine Erklärung dafür sein, warum <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/cti2.1416" rel="external nofollow">Männer im Durchschnitt etwas seltener und oft erst später im Leben an Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis erkranken</a>.
	</p>

	<h2>
		Mehr als nur Geschlechtshormone: Schilddrüse und Stress
	</h2>

	<p>
		Dein Hormonsystem ist komplex. Es sind nicht nur die Geschlechtshormone, die deine Psoriasis beeinflussen.
	</p>

	<p>
		<strong>Schilddrüsenhormone</strong>: Es besteht ein nachgewiesener <a href="https://www.cureus.com/articles/17606-is-there-any-association-between-psoriasis-and-hashimotos-thyroiditis#!/" rel="external nofollow">Zusammenhang zwischen Psoriasis und Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse</a> (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis). Sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse kann den Hautzustand negativ beeinflussen. Wenn deine Psoriasis schwer einzustellen ist, kann eine Überprüfung der Schilddrüsenwerte sinnvoll sein.
	</p>

	<p>
		<strong>Stresshormone </strong>(Cortisol): Jeder Betroffene kennt den Zusammenhang: Viel <a href="https://www.mdpi.com/2075-4426/11/11/1069" rel="external">Stress führt oft zu einem neuen Schub</a>. Verantwortlich dafür ist das Hormon Cortisol. Kurzfristig wirkt es zwar entzündungshemmend (siehe Schwangerschaft), aber chronischer Stress führt zu einer Dysregulation des Cortisolhaushalts, was Entzündungen im Körper letztlich anfacht und das Immunsystem schwächt.
	</p>

	<h2>
		Was bedeutet das alles für dich? – Praktische Tipps
	</h2>

	<p>
		Dieses Wissen ist kein Schicksal, sondern ein Werkzeug. Hier sind ein paar Dinge, die du tun kannst:
	</p>

	<p>
		<strong>Beobachte deinen Zyklus</strong>: Führe ein kleines Tagebuch und notiere, wie sich deine Haut und deine Gelenke in den verschiedenen Zyklusphasen verhalten. Dieses Muster kann dir und deinem Arzt helfen, Schübe besser vorherzusehen.
	</p>

	<p>
		<strong>Sprich mit deinem Gynäkologen</strong>: Wenn du über hormonelle Verhütung nachdenkst oder Probleme damit hast, thematisiere deine Psoriasis. Manchmal kann der Wechsel zu einem anderen Präparat einen großen Unterschied machen.
	</p>

	<p>
		<strong>Thematisiere die Wechseljahre</strong>: Wenn du in den Wechseljahren bist und eine Verschlechterung bemerkst, sprich mit deinem Hautarzt und Gynäkologen. Eine Hormonersatztherapie kann eine Option sein, die auch positive Effekte auf die Haut haben kann. Dies muss aber sorgfältig abgewogen werden.
	</p>

	<p>
		<strong>Lass deine Schilddrüse checken</strong>: Bei unklaren Verschlechterungen oder zusätzlichen Symptomen wie Müdigkeit, Gewichtsveränderungen oder Haarausfall ist ein Bluttest der Schilddrüsenwerte eine sinnvolle Untersuchung.
	</p>

	<p>
		<strong>Manage deinen Stress</strong>: Techniken wie Yoga, Meditation, Sport oder autogenes Training sind keine Esoterik, sondern ein wirksames Mittel, um deinen Cortisolspiegel zu regulieren und so Entzündungsreaktionen zu mildern.
	</p>

	<p>
		Deine Hormone sind ein Teil von dir – und wenn du ihre Sprache verstehst, kannst du den Umgang mit deiner Psoriasis aktiv mitgestalten.
	</p>

	<div>
		<h2>
			Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
		</h2>

		<p>
			<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Artikel</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/schuppenflechte-und-schwangerschaft/kinderwunsch-und-schwangerschaft-mit-psoriasis/" rel="">Kinderwunsch und Schwangerschaft mit Psoriasis</a>
		</p>

		<p>
			<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Forum</strong>: Erfahrungen von Betroffenen <a href="https://www.psoriasis-netz.de/tags/Schilddr%C3%BCsenunterfunktion/" rel="">mit Schilddrüsen-Unterfunktion</a> oder <a href="https://www.psoriasis-netz.de/tags/Schilddr%C3%BCsen%C3%BCberfunktion/" rel="">mit Schilddrüsen-Überfunktion</a>
		</p>

		<p>
			<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/tags/Hormone/" rel="">Erfahrungen mit dem Zusammenhang zwischen Psoriasis und Hormonen</a>
		</p>
	</div>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">659</guid><pubDate>Sun, 03 Feb 2013 18:40:00 +0000</pubDate></item><item><title>Komplikationen in der Schwangerschaft bei Psoriasis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/schuppenflechte-und-schwangerschaft/schwangerschaft-und-schuppenflechte/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2011_06/schwangercreme.jpg.b4c189f194ff02523a795753fe287b17.jpg" /></p>
<p>
	Die erschütternden Meldungen häufen sich: Psoriasis-Patientinnen sollen ein stark erhöhtes Risiko für Komplikationen im Verlauf der Schwangerschaft aufweisen. Zwar herrscht über die genauen Zusammenhänge noch Unklarheit. Doch besteht laut Expertenmeinung <strong>kein Grund zur Panik,</strong> wenn einige Grundregeln befolgt werden.
</p>

<p>
	Vorab: Die Anzahl der Studien über Schwangerschaft und Schuppenflechte ist gering, die Ergebnisse fallen oftmals widersprüchlich aus, über die möglichen Ursachen sind sich die Experten weitgehend uneinig.
</p>

<p>
	Dennoch scheint ein Zusammenhang zwischen der Hauterkrankung und möglichen Schwangerschaftskomplikationen zu bestehen. Die Ergebnisse einer der aktuellsten Untersuchungen präsentierte Xinaida T. Lima vom Harvard and Massachusetts General Hospital in Boston auf der Konferenz der American Academy of Dermatology (AAD)  2010*.
</p>

<p>
	Die Forscher hatten rückwirkend die medizinischen Daten von Psoriasis-Patientinnen mit denen von gesunden Frauen verglichen, die zwischen 1999 und 2009 schwanger geworden waren. Die Ergebnisse sahen so aus:
</p>

<table>
	<thead>
		<tr>
			<th>
				Komplikation
			</th>
			<th>
				Psoriasis-Patientinnen (358)
			</th>
			<th>
				Gesunde Frauen (424)
			</th>
			<th>
				Erhöhter Risikofaktor
			</th>
		</tr>
	</thead>
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				Spontangeburt
			</td>
			<td>
				28,1%
			</td>
			<td>
				7,2%
			</td>
			<td>
				 ca. 4fach
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Frühgeburt
			</td>
			<td>
				21,7%
			</td>
			<td>
				7,4%
			</td>
			<td>
				 ca. 3fach
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Bluthochdruckkrisen
				<p>
					(Präeklampsie)
				</p>
			</td>
			<td>
				14,2%
			</td>
			<td>
				2,9%
			</td>
			<td>
				 ca. 3fach
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Fehllage der Plazenta (mit und ohne Blutungen)
			</td>
			<td>
				18,6%
			</td>
			<td>
				5,3%
			</td>
			<td>
				 3-4fach
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Bauchhöhlenschwangerschaften
			</td>
			<td>
				13,6%
			</td>
			<td>
				3,0%
			</td>
			<td>
				 ca. 4fach
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<p>
	Unerklärlicherweise sah das Resultat bei Kaiserschnitten völlig anders aus. Nur 7,3 Prozent der Psoriatikerinnen gebaren ihre Kinder mit einer Operation. Bei den gesunden Frauen waren das 20,5 Prozent.
</p>

<h2>
	Übergewicht, Rauchen und Depressionen
</h2>

<p>
	Ähnliche Resultate brachte eine Studie der University of California in San Diego hervor. Im Jahr 2010 untersuchten Forscher Im Auftrag der Organization of Teratology Information Specialists (OTIS) 170 schwangere Psoriasis-Patientinnen und 158 gesunde Frauen.
</p>

<p>
	Bei der Studie kam heraus, dass die Psoriatikerinnen häufiger übergewichtig sind, rauchen und verstärkt zu Depressionen neigen. Die Gründe dafür sind unbekannt.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<p>
	Ein weiterer Risikofaktor könnten die Medikamentenwirkstoffe sein, die durch die Dauerbehandlungen beständig im Körper kreisen. Wie es scheint, wurden Daten über die individuellen Therapien der Studienteilnehmerinnen nicht in die Untersuchungen integriert.
</p>

<h2>
	Kinderwunsch ist nicht unmöglich
</h2>

<p>
	So erschreckend solche Nachrichten klingen mögen, macht die Hauterkrankung laut Expertenmeinung den Kinderwunsch keinesfalls unmöglich. Allerdings wird bei geplanter oder bereits vorhandener Schwangerschaft zwingend geraten, sich ärztlich begleiten zu lassen. Nur so können sinnvolle Veränderungen im Therapieplan erfolgen und mögliche Schwierigkeiten rechtzeitig erkannt werden.
</p>

<p>
	Glücklicherweise berichten je nach Untersuchung 30 bis 60 Prozent der Schwangeren von einer Verbesserung der Symptome durch die Schwangerschaft – was eine Umstellung der Medikation zumindest bei diesen Frauen erheblich erleichtern dürfte.
</p>

<h2>
	Innerliche Medikamente, Kinderwunsch und Schwangerschaft
</h2>

<p>
	Abgeraten wird von folgenden innerlichen Medikamenten:
</p>

<ul>
	<li>
		Acitretin (Neotigason): Die Wartezeit zwischen Medikamentengabe und einer Schwangerschaft sollte zwei Jahre vor während und nach der Behandlung betragen.
	</li>
	<li>
		Adalimumab (Humira) – Es bestehen keine ausreichenden Erfahrungen; fünf Monate Wartezeit zwischen letzter Gabe und Schwangerschaft werden geraten.
	</li>
	<li>
		Cyclosporin - Risiko: Frühgeburt, verringertes Geburtsgewicht, Präeklapsie (Schwangerschaftsvergiftung durch erhöhten Blutdruck, vermehrte Eiweißausscheidungen im Urin und Wassereinlagerungen).
	</li>
	<li>
		Etanercept (Enbrel) – keine ausreichenden Erfahrungen.
	</li>
	<li>
		Fumarsäureester (Fumaderm) – keine ausreichenden Erfahrungen.
	</li>
	<li>
		Golimumab (Simponi) - Geraten werden sechs Monate Wartezeit zwischen Medikation und eventuell geplanter Schwangerschaft.
	</li>
	<li>
		Methotextrat (<abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>) – Die Wartezeit sollte für Frauen drei Monate und für Männer sechs Monate betragen. Erfolgt die Schwangerschaft ungeplant, dann wäre die gleichzeitige Medikation mit <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> sogar ein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch.
	</li>
	<li>
		PUVA-Therapie (Psoralen+UVA) – wegen der lichtsensibilisierenden Chemikalien eine potenzielle Gefahr.
	</li>
	<li>
		Remicade (Infliximab) -  zu wenige Informationen über die Sicherheit.
	</li>
	<li>
		UV-B-Behandlung – nur als Schmalspektrum Therapie bei großflächig auftretender Psoriasis anwenden.
	</li>
</ul>

<p>
	Zu vermeidende äußerliche Behandlungen - also Cremes, Salben etc. - sind:
</p>

<ul>
	<li>
		Vitamin-A-Derivate – besitzen teratogene Wirkung.
	</li>
	<li>
		Salizylsäure – da streiten sich die Geister. Einige Experten meinen, dass die Substanz auf kleine Hautbereiche keine Gefahr darstellen würde. Andere raten von der Verwendung während der Schwangerschaft ab.
	</li>
	<li>
		Teerpräparate – Schwangerschaft, Stillzeit und Säuglingsalter gelten als Gegenanzeige.
	</li>
</ul>

<p>
	Harnstoff oder Kortison in geringen Mengen sollen unbedenklich sein. Wie bereits erwähnt, lässt die Studienlage bislang zu wünschen übrig. Daher sind sich alle Experten einig: Für Frauen mit Psoriasis gelten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie für gesunde Frauen. Doch in puncto Medikamente gilt: Je weniger desto besser – wenn irgend möglich.
</p>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		Lima, X.T. et al.: "Pregnancy outcomes in psoriasis: A retrospective analysis". AAD 2010, Abstract P3308
	</li>
	<li>
		Bankhead, C. (2010): AAD: Psoriasis Increases Pregnancy Risks
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">477</guid><pubDate>Sun, 26 Jun 2011 19:11:00 +0000</pubDate></item></channel></rss>
