<?xml version="1.0"?>
<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Naturheilkunde bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/?d=33</link><description>Artikel: Naturheilkunde bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis</description><language>de</language><item><title>Millionenf&#xF6;rderung f&#xFC;r Forschung zu Naturheilmitteln und N&#xE4;hrstoffen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/millionenfoerderung-fuer-forschung-zu-naturheilmitteln-und-naehrstoffen-r1298/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_06/kapseln-tabletten.jpg.bff48a0dc51e406f3557dda11db27baa.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Jenaer Forscher untersuchen Naturstoffe und Nährstoffe als Therapie gegen chronische Entzündungen. Durch Kombination und Verpackung in Nanomaterialien wollen sie die Wirksamkeit verbessern.</strong>
</p>

<p>
	Chronische Entzündungen sind an vielen weit verbreiteten Krankheiten beteiligt – zum Beispiel an Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleber und Darmerkrankungen oder eben Psoriasis. Die Medizin setzte lange auf Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken. Diese Medikamente bekämpfen zwar die Entzündung, greifen aber auch gesundes Gewebe an. Sie unterscheiden nicht zwischen kranken und gesunden Körperzellen. Erst die Biologika haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten speziellere Angriffspunkte gefunden.
</p>

<p>
	Wissenschaftler der Universität Jena und des Uniklinikums Jena gehen nun einen anderen Weg. In einer fächerübergreifenden Forschungsgruppe "<a href="https://www.bce.uni-jena.de/projekte/nature4health" rel="external nofollow">nature4HEALTH</a>" untersuchen sie Naturstoffe und Naturstoffextrakte, die sie mit Nährstoffen kombinieren. Sie wollen herausfinden, wie sie zur Therapie von chronischen Entzündungen eingesetzt werden können.
</p>

<blockquote>
	<div>
		<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
			<p>
				<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
			</p>
		</div>
	</div>
</blockquote>

<p>
	Das Ziel: die Wirkmechanismen und Wirksamkeit von Naturverbindungen aufklären und verbessern. Dazu gehören zum Beispiel <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/weihrauch-entzuendung-schuppenflechte/" rel="">Extrakte aus Weihrauch</a>, die schon seit Jahrtausenden in der ayurvedischen Medizin gegen Entzündungen eingesetzt werden. Auch körpereigene Abbauprodukte von Vitamin E und das Spurenelement Selen spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Entzündungen.
</p>

<p>
	"Durch die Kombination vielversprechender Naturverbindungen mit Nährstoffen wie Selen, Vitamin E oder Omega-3-Fettsäuren wollen wir versuchen, die Eigenschaften der Wirkstoffe synergistisch zu verbessern", erklärt Professor Stefan Lorkowski von der Uni Jena, der die Forschungsgruppe zusammen mit Dr. Maria Wallert leitet.
</p>

<p style="margin-left: 40px;">
	<strong><span class="ipsEmoji">💡</span> Was bedeutet synergistisch?</strong><br>
	Das Wort "synergistisch" bedeutet, dass mehrere Faktoren oder Substanzen zusammenwirken und sich in ihrer Wirkung gegenseitig fördern, so dass die Gesamtwirkung stärker ist als die Summe der Einzelwirkungen. In diesem Fall geht es darum, dass die Forscher hoffen, durch die Kombination von Naturverbindungen mit bestimmten Nährstoffen eine stärkere Verbesserung zu erreichen, als wenn man die Substanzen einzeln einsetzen würde. Die Nährstoffe sollen sozusagen die Wirkung der Naturverbindungen verstärken und umgekehrt.
</p>

<p>
	Ein Problem ist bisher die geringe und schwer steuerbare Verfügbarkeit vieler Naturstoffe im Körper. Um die Wirkstoffkombinationen gezielt, sicher und effizient an den gewünschten Wirkort zu bringen, wollen die Forscher sie in winzige Nanomaterialien aus natürlichen und biokompatiblen Kunststoffen verpacken. So wird die Bioverfügbarkeit verbessert und eine kontrollierte Freisetzung ermöglicht.
</p>

<p>
	Dieses Konzept soll in Zukunft auch für andere Wirkstoffe genutzt werden. "So wollen wir nicht nur neue Therapieansätze zur Behandlung von chronisch-entzündlichen Erkrankungen liefern, sondern zu einem besseren Verständnis der Wirkung von Naturstoffen, Naturstoffextrakten und physiologisch relevanten Nährstoffen insgesamt beitragen", betont Dr. Maria Wallert.
</p>

<p style="margin-left: 40px;">
	<strong><span class="ipsEmoji">💡</span> Was ist Bioverfügbarkeit?</strong><br>
	Die Bioverfügbarkeit gibt an, wie viel von einem Wirkstoff nach der Einnahme tatsächlich im Körper ankommt und wirken kann. Sie hängt davon ab, wie gut der Stoff aufgenommen, im Körper verteilt und verstoffwechselt wird. Viele Wirkstoffe aus Pflanzen haben von Natur aus eine geringe Bioverfügbarkeit. Durch spezielle Verarbeitung und Verpackung kann man sie oft verbessern.
</p>

<p>
	Bis Ende 2026 fördert der Freistaat Thüringen das Projekt mit knapp 1 Million Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1298</guid><pubDate>Sat, 01 Jun 2024 18:27:00 +0000</pubDate></item><item><title>Heilfasten &#x2013; Kann man die Psoriasis aushungern?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/fasten-schuppenflechte/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2018_05/heilfasten-schuppenflechte-stange.jpg.554b02a58ad5a836ee7a8fbe8500223e.jpg" /></p>

<p></p><p><em>Am 28. April 2018 veranstalteten wir in Berlin den Patientenkongress „Bewährte naturheilkundliche Behandlungen der Schuppenflechte“. Hier dokumentieren wir, was <a href="https://naturheilkunde.immanuel.de/einrichtung/team/team-forschung/stange-dr-med-rainer/" rel="external nofollow">Dr. Rainer Stange</a> über das Fasten erzählte.</em></p><p></p><p>Stange spricht lieber vom „Therapeutischen Fasten“. Der Begriff „Heilfasten“ vermittele den falschen Eindruck, mit Fasten könne man „geheilt“ werden. Psoriasis gehört für ihn zu den Krankheiten, bei denen sich Fasten „bewährt“ hat. Es gebe aber keine wissenschaftliche Studien, die belegen, wie Fasten auf eine Schuppenflechte wirkt. Er habe es äußerst selten erlebt, dass jemand mit einer schweren Psoriasis <em>allein</em> durch Fasten erscheinungsfrei geworden ist. Bewiesen sei aber, dass Übergewichtige die Wirkung eines innerlichen Psoriasis-Medikaments verbessern können, wenn sie deutlich abnehmen.</p><p></p><h2>Erfolgreiches Fasten verlangt Disziplin</h2><p></p><p>Es gibt viele unterschiedliche Methoden für therapeutisches Fasten: Die einen erlauben nur Flüssiges, die anderen nur bestimmte Lebensmittel; es wird langfristig gefastet oder nur für mehrere Stunden am Tag bzw. einige Tage in der Woche. Im Prinzip, so Stange, könne man mit jeder dieser Methoden gute Ergebnisse erzielen – vorausgesetzt, sie wird regelmäßig und konsequent praktiziert. Man muss für sich selbst entscheiden, welcher Ansatz einem persönlich am besten passt. Auch sind Unverträglichkeiten, z.B. von bestimmten Lebensmitteln, zu berücksichtigen.</p><p></p><h2>Fasten nur mit Betreuung vom Arzt</h2><p></p><p>Kranke und Menschen, die Medikamente nehmen, sollten nur ärztlich überwacht fasten. Das gilt also für alle, die wegen ihrer Psoriasis fasten wollen. Meist geht das nur in <a href="https://aerztegesellschaft-heilfasten.de/fasten-adressen/fasten-kliniken/" rel="external nofollow">Fastenkliniken</a>. Es gibt aber auch <a href="https://aerztegesellschaft-heilfasten.de/fasten-adressen/aerzte-therapeuten-nach-plz/" rel="external nofollow">Fastenärzte</a>, die Gruppen außerhalb von Kliniken betreuen. Nicht fasten sollten Sucht-, Krebs-oder schwer Herz-Kranke, Diabetiker (Typ 1), Psychotiker oder Patienten mit Schilddrüsen-Überfunktion. Aber auch Schwangere, Stillende und Kinder sollten es lassen. Alte Menschen müssen das vorher mit dem Arzt abklären. Es kann manchmal zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen – das sind dann Kreislauf-Probleme, Kopfschmerzen und Migräne, Erschöpfung, Unterzuckerung oder ein Mangel an Natrium, Kalium bzw. Magnesium. Deshalb ist ärztliche Betreuung eigentlich bei jeder Art des Fastens notwendig.</p><p></p><p>Therapeutisches Fasten sollte immer durch weitere, unterstützenden Maßnahmen begleitet werden, wie z.B. Gespräche, Gruppenerlebnisse, Bewegungs- und Entspannungstraining. Stange geht davon aus, dass man während des Fastens für äußerliche Reize empfänglicher sei. Deshalb behandele er mit Wasser (Kneipp) und Wärme bzw. Kälte. Fastende seien erfahrungsgemäß aber auch empfindlicher für UV-Strahlung. Sie sollten sich entsprechend schützen. Generell sei der Mensch beim Fasten in einer empfindlichen Phase und würde sich auch psychisch eher öffnen.</p><p></p><h2>Große Auswahl bei den Methoden</h2><p></p><p>Für Ärzte gibt es einen Empfehlung, wie therapeutisches Fasten durchgeführt werden sollte. Diese <a href="https://aerztegesellschaft-heilfasten.de/informationsdienst/leitlinien-zur-fastentherapie/" rel="external nofollow">Leitlinie</a> ist von 2013.</p><p></p><p>Die klassischen Methoden unterscheiden sich danach, was während des Fastens noch erlaubt ist zu trinken oder zu essen. Man entscheidet sich für eine dieser Methoden, je nach dem, welche erlaubten Lebensmittel man gut verträgt.</p><p></p><p>Neu ist „Intervall-Fasten“, auch „intermittierendes Fasten“ genannt. An bestimmten Tagen oder zu festgelegten Zeiten des Tages isst man normal. Dann wird die Nahrungsaufnahme für eine bestimmt Zeit unterbrochen, d.h. „in Teilzeit“ gefastet.</p><p></p><p>Eine weitere Methode, den Körper zu zwingen an die eigenen Reserven zu gehen besteht darin, deutlich weniger Kalorien aufzunehmen.</p><p></p><h2>Von der Entzündungshemmung zur Erneuerung der Immunzellen</h2><p></p><p>Beim Fasten schalten wir um von der äußeren zur inneren Ernährung. Wir zwingen den Körper, auf seine Reservequellen zurück zu greifen. Das ist überwiegend Fett. Beim Abbau des Fettgewebes werden, so Stange, Zytokine freigesetzt. Die wirken entzündungshemmend. So ist zu erklären, dass durch Abnehmen Psoriasis-Medikamente besser wirken.</p><p></p><p>Fasten bedeutet für den Körper Stress. Der Körper reagiert darauf, in dem mehr körpereigenes Kortison produziert wird. Das wiederum, so Stange, senke ebenfalls die Entzündungslast.</p><p></p><p>Schließlich berichtete er von einer italienische Psoriasis-Patientin. Die sei sehr schwer betroffen gewesen. Ihr Hautzustand habe sich nach einer drastischen „ketogenen Diät“ deutlich verbessert. Bei dieser Diät wird sehr stark fett- und eiweißreich gegessen. Kohlenhydrate dagegen werden weggelassen. Das rege den Körper an, mehr „Ketone“ zu bilden. Ketone helfen Entzündungen vorzubeugen. Da dieses Projekt von einem kommerziellen Nährlösungs-Anbieter gefördert wurde, sei das Ergebnis vorsichtig zu bewerten. Aber schon beim klassischen Fasten, wenn auf alles verzichtet wird, werden Ketone produziert. Sie gelten als typische Begleiter des Hunger-Stoffwechsels. Es ist schon lange bekannt, dass in Hungerzeiten weniger Fälle von Schuppenflechte auftreten.</p><p></p><p>Ein kalifornische Wissenschaftler hat herausgefunden, dass sich <a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63206/Intermittierendes-Fasten-haelt-jung-und-gesund" rel="external">durch längeres Fasten das Immunsystem völlig erneuern kann</a>. Beim Fasten werden Immunzellen abgebaut, die schlecht funktionieren und nicht mehr benötigt werden. Damit wird Energie gespart. Die Zahl der weißen Blutkörperchen sinkt deutlich. Wird das Fasten beendet, werden neue, unbeschädigte Immunzellen produziert. Damit könnten Auto-Immunkrankheiten beeinflusst werden. Vorausgesetzt, man isst zum Beispiel zweimal im Jahr an zwei bis vier aufeinander folgenden Tagen überhaupt nichts.</p><p></p><h2>Zum Weiterlesen</h2><p></p><ul><li>Therapeutisches Fasten (Heilfasten),Prof. Andreas Michalsen, Carstens-Stiftung. 31.1.2012  [<a rel="external nofollow" href="https://www.carstens-stiftung.de/artikel/heilfasten.html">Link</a>]</li><li>Was jeder vor dem Fasten wissen sollte, Claudia Liebram, WELT, 13.02.2013 [<a rel="external nofollow" href="https://www.welt.de/gesundheit/article113597632/Was-jeder-vor-dem-Fasten-wissen-sollte.html">Link</a>]</li><li>Den Körper sinnvoll entlasten, Jutta von Campenhausen, STERN, 30.06.2006 [<a rel="external nofollow" href="https://www.stern.de/gesundheit/ernaehrung/fastenkuren-den-koerper-sinnvoll-entlasten-3358684.html">Link</a>]</li><li>Fasten – Heilfasten – Entgiften – Entschlacken: Gesund oder Aberglaube?, GUTE PILLEN SCHLECHTE PILLEN, 2/2016 [<a rel="external nofollow" href="http://gutepillen-schlechtepillen.de/?schlagwort=Fasten">Link</a>]</li><li>Website der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung (ÄGHE) [<a rel="external nofollow" href="https://aerztegesellschaft-heilfasten.de/">Link</a>]</li><li>Verzicht, der gesundheitlichen Gewinn bringt, <span style="color:#333333;">Dr. Marion Hofmann-Aßmus, PSO aktuell 4/2013</span></li><li>Intervallfasten: Besser immer wieder nichts als oft weniger essen, Martina Freyer, PSO aktuell 2/2016</li></ul><p></p><p><strong>Tipp</strong>: Auch in unserer Community geht es um <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/tags/Heilfasten/">Erfahrungen mit dem Heilfasten</a>.</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">986</guid><pubDate>Sun, 13 May 2018 09:04:14 +0000</pubDate></item><item><title>Wie die Klinik Blankenstein die Haut naturheilkundlich behandelt</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/psoriasis-naturheilkundlich-behandelt/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2017_04/Wickel.jpg.0793856ee741a2eb7bd93812cec5cdb6.jpg" /></p>
<p>
	Wer seine Psoriasis mit den Methoden der Naturheilkunde behandeln will, muss sich auf mehr einlassen, als lediglich auf natürliche Wirkstoffe umzustellen. Es gibt keine eindeutigen <span ipsnoautolink="true">Therapie-Empfehlungen</span>, wie bei den Dermatologen. Eine der Kliniken mit naturheilkundlichen Angeboten hat ihr Konzept vorgestellt.
</p>

<h2>
	Ordnungstherapie
</h2>

<p>
	Die <a href="http://naturheilkunde.klinikum-bochum.de" rel="external nofollow">Klinik Blankenstein </a>hatte am 5. April 2017, gemeinsam mit der <i>Selbsthilfegemeinschaft Haut </i>zu einem „Tag der Haut“ eingeladen. Vorgestellt wurden die Behandlungsmöglichkeiten während eines 11- bis 18- tägigen stationären Aufenthalts. In dieser Zeit werden die Patienten nicht nur mit unterschiedlichen naturheilkundlichen Methoden behandelt. Sondern vorrangig sollen sie zu einem „angemessenen, gesundheitsfördernden und nachhaltigen Lebensstil“ hingeführt werden, so Prof. André-Michael Beer. Mit jedem Patienten wird abgesprochen, wie die praktizierten Ansätze zukünftig in den Alltag eingebaut werden könnten. Denn nur alle diese verschiedenen Maßnahmen zusammen würden die Selbstregulation und damit langfristig das Krankheitsbild verbessern. Weil es darum geht, das Leben neu zu ordnen, heißt dieser Ansatz <a href="https://www.kneippbund.de/gesundheitsidee/lebensordnung/" rel="external nofollow">"Ordnungstherapie"</a>.
</p>

<h2>
	Klinikkonzept
</h2>

<p>
	Oberarzt Dr. Stefan Fey berichtete, dass Hautpatienten vor allem dann in die Klinik kämen, wenn „konventionelle Maßnahmen“ nicht mehr geholfen hätten; sie also im Sinne der Schulmedizin „austherapiert“ sind. Und es kämen Patienten, die wegen befürchteter Nebenwirkungen nur noch mit natürlichen Mitteln behandelt werden wollen. Ziel sei es, das Hautbild zu verbessern, den Juckreiz zu lindern, Medikamenten-Dosierungen zu verringern und die Eigenverantwortung zu stärken. Nach dem Klinikaufenthalt sollen sich die Patienten zu Hause weiter um Ernährung, Stress, Salben, Tees und Wickel kümmern. Dazu gehören ebenfalls Methoden, mit denen „Körper, Seele und Geist“ gestärkt und die Lebensqualität verbessert werden können. Alle Maßnahmen haben das langfristige Ziel, den Körper widerstandsfähiger zu machen. Deshalb würde mit Reizen gearbeitet, die die Selbst-Regulation fördern sollen.
</p>

<p>
	Bei stark entzündeten Schüben stoße die Naturheilkunde aber an ihre Grenze. In diesem Fall müsste akut schulmedizinisch behandelt werden.
</p>

<p>
	Am Anfang der Behandlung würden „Störfelder“ ermittelt, wie zum Beispiel der Zahnstatus, das Darm-Mikrobiom, Narben, Nasennebenhöhlen-Entzündung oder psychische Belastungen.
</p>

<div>
	<img alt="Konzept-Blankenstein.jpg" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileid="19594" style="height: auto; width: 200px; float: left;" width="200" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2017_04/Konzept-Blankenstein.jpg.bb75a7af862e9d90b3ff198675498e61.jpg" loading="lazy" height="284">
</div>

<h2>
	Phytotherapie
</h2>

<p>
	Bei Hautkrankheiten gibt es, so Professor Beer, eine <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/pflanzliche-wirkstoffe-schuppenflechte-phytotherapie/" rel="">breite Palette an pflanzlichen Stoffen</a>, bei denen es nachgewiesen ist, dass sie wirken. Pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka) haben in Studien gezeigt, dass sie helfen. Wie alles, was wirkt, könnten auch Pflanzenstoffe unerwünschte Arzneimittel-Wirkungen haben. Wenn aber der Arzt sehr erfahren ist, so Beer, würden Nebenwirkungen sich in Grenzen halten. Echte Allergien auf pflanzliche Stoffe gäbe es selten; unerwünschte Reaktionen dagegen schon.
</p>

<p>
	Pflanzenstoffe können entweder innerlich als Tees oder äußerlich als Bäderzusatz oder Wickel angewendet werden. Bei 70 Prozent der Hautfälle, so Beer, komme man damit in Kombination mit dem Fasten gut voran.
</p>

<p>
	Prof. Beer betonte, er habe gute therapeutische Erfahrungen mit ätherischen Ölen gemacht. Die würden über die Haut aufgenommen werden, ebenso als Duft über die Luft und als Inhaltsstoff über die Nahrung. Er wies auf die unterschiedliche <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/pharmazeuten-fuer-die-haut-2017-tun-koennen" rel="">Bedeutung von Sandelholz-Duft für Hautkranke</a> hin. Die Klinik habe aus Duftölen spezielle Präparate für <span ipsnoautolink="true">Psoriatiker</span> und Neurodermitiker [1]  entwickelt.
</p>

<h2>
	Wickel und Auflagen
</h2>

<p>
	Eine Krankenschwester berichtete, dass Hautpatienten 3x täglich sieben Tage in der Woche Wickel erhalten würden, z.B. mit Weißkohlblättern. Bei Psoriatikern würden ätherische Ölmischungen eingesetzt. Packungen, Auflagen oder Wickel enthielten nur Pflanzen, die erwiesenermaßen auf Hautkrankheiten wirken. Der Patient solle erleben, dass sie wirken und die Maßnahmen dann zu Hause selbst weiterführen.
</p>

<h2>
	Physikalische Therapien
</h2>

<p>
	Die Physiotherapeutin erklärte, welche Bäder mit welchen Wirkstoffen bei Hauterkrankungen eingesetzt werden:
</p>

<ul>
	<li>
		Moor oder Nachtkerzenöl, um die Entzündung zu hemmen
	</li>
	<li>
		Molke, um die Haut zu beruhigen und den Juckreiz zu lindern
	</li>
	<li>
		Sole, um die Abschuppung zu fördern.
	</li>
</ul>

<p>
	Ein Ärzte-Team entscheide, welches Bad jeweils eingesetzt wird.
</p>

<p>
	Wenn es nötig sei, wird zusätzlich mit <span ipsnoautolink="true">UVB-Breitband</span> bestrahlt.
</p>

<p>
	Auch Hautpatienten würden physiotherapeutisch behandelt werden, z.B. um Stress zu verringern und den gesamten Organismus zu aktivieren. Dazu zählen moderate Bewegungen wie 45 Minuten normales Gehen an der frischen Luft und Atemtherapie. Das seien einfache Übungen, die man ohne Geräte in seinen Alltag einbauen könne.
</p>

<p>
	Patienten mit Psoriasis Arthritis erhielten muskelstärkende Übungen.
</p>

<h2>
	Ernährung
</h2>

<p>
	Vom Heilfasten über eine spezielle Entlastungskost bis hin zur vollwertigen, ausgewogenen Mediterran-Ernährung werde alles angeboten. Grundsätzlich, so Dr. Fey, orientiere man sich an der <a href="https://www.dge.de/presse/pm/die-dreidimensionale-dge-lebensmittelpyramide-fachinformation-fuer-die-ernaehrungsberatung-aktualisiert/" rel="external">Pyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung</a>.
</p>

<p>
	Die <a href="http://www.apple.com/de/" rel="external nofollow">Ökotrophologin</a> der Klinik stellte einige Grundsätze vor, die bei Hautpatienten zu beachten seien: Es solle einer Übersäuerung des Körpers durch eiweißreiche Lebensmittel entgegengewirkt werden (Säure-Basen-Regulation). Denn wenn im Körper zu wenig basische Stoffe seien, produziere das <a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Oxidativer_Stress" rel="external nofollow">oxidativen Stress</a>. Der wiederum befördert Erkrankungen des Immunsystems und Rheumatische Erkrankungen, wie z.B. Psoriasis Arthritis.
</p>

<p>
	Eiweiß und Zucker kombiniert produzieren schwer abbaubare Abfallprodukte, die <i>Advancaced Glycation Endproducts </i>(AGE). Die können Entzündungen hervorrufen. Arachidonsäure sei z.B. in der Psoriasis-Haut um das 20-Fache erhöht. Die ist im Fleisch enthalten und wirkt ebenfalls entzündungsfördernd.
</p>

<p>
	Generell empfiehlt sie bei entzündlichen Hautkrankheiten weniger tierische Produkte (2x pro Woche), mehr Fisch (2x pro Woche), mehr Obst und Gemüse, täglich Vollkornprodukte, Kartoffeln, Nüsse, Kerne, Samen, Öle, fetter Fisch.
</p>

<p>
	Im aktuellen Schub sollten Hautpatienten nicht fasten, sondern würden eine „Entlasungskost“. erhalten: spartanisches, rein pflanzliches und eiweißarmes Essen. Die wird 1 x wöchentlich auch für zu Hause empfohlen.
</p>

<h2>
	Kommentar
</h2>

<p>
	Das Behandlungsteam der Klinik Blankenstein macht einen engagierten Eindruck. Es wird genau darauf geachtet, bei welchen natürlichen Stoffen die Wirkung nachgewiesen ist und welche Effekte lediglich in der überlieferten Volksheilkunde genannt werden.
</p>

<p>
	Das Konzept der Klinik Blankenstein basiert auf dem, was Sebastian Kneipp (1821-1897) entwickelt hat: Gesund werden durch Wasser, Heilpflanzen, Bewegung, Ernährung und Lebensordnung. „<a href="http://kneipp-verein-spiesen.de/kneipp-philosophie/" rel="external nofollow">Erst als ich daran ging, Ordnung in die Seelen meiner Patienten zu bringen, hatte ich vollen Erfolg</a>“. Aus heutiger Sicht eine moderne ganzheitliche Behandlung. Eine Weiterentwicklung dieser Ordnungstherapie ist die <a href="https://naturheilkunde.immanuel.de/naturheilkunde-leistungen/therapien/ordnungstherapie-und-mind-body-medizin/" rel="external nofollow">Body-Mind-Medizin</a>. Aber es wirkt anspruchsvoll, Patienten innerhalb von 11 bis 18 Tagen darin umstimmen zu wollen, ihren Lebensstil zu ändern. Es sei denn, sie haben sich genau das von vornherein vorgenommen.
</p>

<p>
	Die meisten Patienten, die sich in einer Naturheilklinik behandeln lassen, machen das wohl, weil sie geringere Nebenwirkungen vermuten. Das hängt aber nach Aussage von Prof. Beer in erster Linie von der Erfahrung des Arztes ab. Dr. Fey gab an, es würden sich (viele?) „austherapierte“ Hautpatienten dort behandeln lassen. Es wäre interessant zu erfahren, wie stark Psoriasis-Therapieversager (Non-Responder) bei Behandlungsbeginn betroffen waren. Dann würde man gerne wissen, wie erfolgreich die Behandlung gerade dieser Patienten war, an denen die Schulmedizin gescheitert ist (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>-Verbesserung?). Psoriasis ist heutzutage so effektiv zu behandeln, dass es vermutlich nur noch wenige gibt, die nicht auf Medikamente ansprechen – im Gegensatz zur Neurodermitis.
</p>

<p>
	Angenehm unideologisch wirkt es, dass die „Schulmedizin“ nicht als Konkurrenz angesehen wird. Naturheilkunde wird hier ergänzend verstanden; als „Komplementärmedizin“.
</p>

<p>
	Bei der Phytotherapie werden in der Klinik Blankenstein nur einheimische Heilpflanzen eingesetzt. Das passt zum Kneipp’schen Ansatz, verzichtet aber auf die positive Erfahrungen, die mit indischen Kräutern (Ayurveda), Aloe Vera, Weihrauch, Ingwer, Curcumin u.m. gemacht wurden.
</p>

<p>
	Bewegungs- und Atemtherapie wird hauptsächlich zum Stress-Abbau eingesetzt. Es ist aber längst erwiesen, dass regelmäßiger Sport die Psoriasis positiv beeinflusst und entzündungshemmend wirkt [2]. Eine Beratung für weiterführende sportliche Aktivitäten wäre deshalb sinnvoll.
</p>

<p>
	Die Frage, ob und welchen Einfluss die Ernährung auf den Verlauf von entzündlichen Krankheiten hat, bleibt weiterhin umstritten. Eine <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4370793/" rel="external">Langzeitstudie aus Boston an 174.638 Frauen</a> zeigte, dass ein Zusammenhang zwischen einer mediterranen Diät und dem Rheuma-Risko nicht nachgewiesen werden konnte. Umstritten ist die basische Medizin, die davon ausgeht, dass Krankheiten durch Übersäuerung entstehen. [3] Eine eiweiß-arme Ernährung dagegen ist zwar gesund, weil wir sowieso schon zu viel Proteine aufnehmen. Ob ein Protein-Überschuss aber  z.B. Auto-Immunkrankheiten fördert, ist bisher <a href="https://www.ugb.de/richtig-fasten/eiweiss-unter-verdacht/?hypoporopathien-proteine" rel="external nofollow">nur ein Verdacht</a>.  Leider werden auch die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung immer wieder <a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72608/Empfehlungen-der-Deutschen-Gesellschaft-fuer-Ernaehrung-in-der-Kritik" rel="external">grundlegend kritisiert</a>. Trotzdem empfehlen alle Experten, sich vorsorglich gesund zu ernähren; das heißt für Psoriatiker, vor allem entzündungsfördernde Lebensmittel zu meiden. Nach wie vor gilt die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kreta-Di%C3%A4t" rel="external">mediterrane Kost</a> (alternativ: <a href="http://www.apotheken-umschau.de/Ernaehrung/Nordic-Diet-Was-kann-die-nordische-Diaet-529535.html" rel="external">Nordic Diet</a>) als "Goldstandard" bei den Ernährungstipps. Auch fetter Fisch wie Thunfisch, Lachs oder Sardinen können <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/acr.23295" rel="external nofollow">entzündungshemmend wirken</a>.
</p>

<p>
	Gesichert ist dagegen, dass Übergewicht eine Psoriasis-Therapie negativ beeinflusst und die Gelenke unnötig belastet. Das Bewusstsein, abnehmen zu müssen, sollte den Patienten ebenfalls innerhalb einer naturheilkundlichen Beratung vermittelt werden.
</p>

<p>
	<strong>Fußnoten</strong>
</p>

<p>
	[1] Neurodermitis-Creme Blankenstein: Menthol 2,0 g, Ichthyoli 2,0 g, Pasta zinci molle 48,0 g, Dreh-Dosier-Kruke 100
</p>

<p>
	[2] Studien, die den positiven Einfluss von Sport auf die Psoriasis belegen:
</p>

<p>
	- <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26774657/" rel="external">Physical exercise modulates the homeostasis of human regulatory T cells.</a>
</p>

<p>
	- <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22911187/" rel="external">The association between physical activity and the risk of incident psoriasis.</a>
</p>

<p>
	- <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25132013/" rel="external">Psoriasis and sport: a new ally?</a>
</p>

<p>
	- <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24641585/" rel="external">Diet and physical exercise in psoriasis: a randomized controlled trial.</a>
</p>

<p>
	[3] "Nur nicht sauer werden – Belege für die basische Medizin fehlen", Gute Pillen Schlechte Pillen, 1/2016, S. 12 ff.
</p>

<h4>
	Naturheil-Kliniken für Kassenpatienten
</h4>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.krankenhaus-naturheilweisen.de" rel="external nofollow">Krankenhaus für Naturheilweisen</a> (Haut, Rheumatische Erkrankungen)
	</li>
	<li>
		<a href="https://naturheilkunde.immanuel.de/home/" rel="external nofollow">Immanuel-Krankenhaus, Berlin</a> (Haut, Rheumatische Erkrankungen)
	</li>
	<li>
		<a href="http://naturheilkunde.klinikum-bochum.de" rel="external nofollow">Klinik Blankenstein, Hattingen/Bochum</a> (Haut, Rheumatische Erkrankungen)
	</li>
	<li>
		<a href="https://kem-med.com/kompetenz-in-kliniken/fachkliniken/klinik-fuer-naturheilkunde-integrative-medizin/" rel="external nofollow">Klinik Essen-Mitte</a> (Rheumatische Erkrankungen, Hautkrankheiten nicht genannt)
	</li>
	<li>
		<a href="http://www.schlossfriedensburg.de" rel="external nofollow">Klinik Schloss Friedensburg, Leutenberg</a> (Hautklinik, einige naturheilkundliche Verfahren)
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.sjs-bremen.de/unsere-kompetenzen/naturheilverfahren/ueber-uns.html" rel="external nofollow">Klinik St. Josef, Bremen</a> (Rheumatische Erkrankungen, Hautkrankheiten nicht genannt)
	</li>
	<li>
		<a href="http://www.mri.tum.de/node/459" rel="external nofollow">Ambulanz und Tagesklinik für Naturheilkunde und Gesundheitsförderung</a>, München (Behandlungsschwerpunkt Krebs)
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.waldhausklinik.de/" rel="external nofollow">Waldhaus Klinik Deuringen, Stadtbergen</a> (Rheuma, aber keine Hautkrankheiten)<span style="display: none;"> </span>
	</li>
</ul>

<h4>
	Weiterführende Informationen
</h4>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/naturheilkunde-mehr-als-kamille-und-co" rel="">Heilen mit der Kraft der Natur</a>, Prof. Andreas Michalsen
	</li>
	<li>
		<a href="http://www.kundeneingang.net/files/289/1/modulefiles/file_2891118381articles.pdf" rel="external nofollow">Ordnungstherapie in der stationären Naturheilkunde</a>, Leonie Jagenburg, Christa Golücke, André-Michael Beer
	</li>
	<li>
		Alternative Heilverfahren – Sanfte Methoden ergänzen Schulmedizin, Inga Richter, PSO aktuell 1/2013
	</li>
	<li>
		Mit Naturheilkunde die Schuppenflechte behandeln (<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/expertenforum-%E2%80%93-der-ort-fuer-alles-was-sonst-ungefragt-bleibt-r1114/" rel="">Expertenforen 2013 und 2016</a>), Psoriasis-Netz
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.rheuma-liga.de/rheuma/alltag-mit-rheuma/naturheilkunde/cam-report" rel="external">CAM-Report</a> - Wissenschaftliche Meta-Analyse wie gut Heilkräuter &amp; Co. bei rheumatoider Arthritis, Arthrosen (meist vom Knie) und Fibromyalgie helfen, Rheuma Liga
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true"><a href="https://www.rheuma-liga.de/fileadmin/public/main_domain/Dokumente/Mediencenter/Publikationen/Broschueren/A26_Naturheilkunde_kurz.pdf" rel="external">Naturheilkunde und andere ergänzende Heilmethoden</a></span>, Rheuma Liga Deutschland
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/komplementaermedizinkongress" rel="">Psoriasis und Alternativmedizin 2014</a>, Psoriasis-Netz
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/berlin-alternativmediziner-kooperieren" rel="">Berlin: Alternativ-Mediziner kooperieren</a>
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">938</guid><pubDate>Mon, 24 Apr 2017 15:56:00 +0000</pubDate></item><item><title><![CDATA[Naturheilkunde – mehr als Kamille & Co.]]></title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/naturheilkunde-mehr-als-kamille-und-co/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2017_04/kneippen-modern.jpg.f920d1c9ad681104f2a709f1d9f7bf94.jpg" /></p>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19592" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2017_04/MichalsenBuch-1.jpg.73132d882b757155fe490b2557b105ee.jpg" rel="" style="float:left;"><img alt="Buch" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19592" style="height: auto; width: 250px;" width="250" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2017_04/MichalsenBuch-1.jpg.73132d882b757155fe490b2557b105ee.jpg" loading="lazy" height="417.5"></a>
</div>

<p>
	Naturheilkunde ist nichts für Eilige. Im Gegenteil: Viele natürliche Stoffe und Therapien brauchen nicht nur länger, bis sie wirken. Sie sind überhaupt erst dann effektiv, wenn sie mit weiteren Aktivitäten kombiniert werden – das gilt vor allem für chronisch Kranke. Gesund werden kann nur, wer auch bewusst gesund lebt. Dieses Behandlungskonzept wird für Patienten in dem Buch „<span ipsnoautolink="true">Heilen mit der Kraft der Natur</span>“ ausführlich vorgestellt.
</p>

<h2>
	Naturheilkunde und gesunde Lebensweise
</h2>

<p>
	Autor ist Professor Andreas Michalsen, der unter anderem Leiter der <a href="https://naturheilkunde.immanuel.de/home/" rel="external nofollow">Naturheilkundlichen Abteilung des Berliner Immanuel-Krankenhauses</a> ist. Er  setzt sich in seinem Buch für ein modernes Konzept der Naturheilkunde ein: Ziel solle es sein, die Möglichkeiten der Patienten zu nutzen, um ihre Selbstheilungskräfte zu mobilisieren. Das funktioniere dann, wenn natürliche Therapien und eine gesunde Lebensweise zusammenspielen. Sehr ausführlich beschreibt er die verschiedensten Möglichkeiten dazu. Darüberhinaus ist er ein Verfechter der „Integrativen Medizin“. Das heißt: Für ihn ist die Naturheilkunde keine Alternative zur modernen Medizin, sondern eine sinnvolle Ergänzung.
</p>

<h2>
	Selbstheilung als natürlicher Prozess
</h2>

<p>
	Es gäbe viele Möglichkeiten, so Michalsen, den Körper durch äußere Reize und Herausforderungen darin zu trainieren, sich immer wieder selbst zu reparieren. „Selbstheilung“ setze vor allem Vertrauen voraus: in den Arzt, die Therapie und letztendlich in sich selbst. So gesehen sei z.B. der Placebo-Effekt ein völlig natürlicher Vorgang.
</p>

<p>
	Michalsen arbeitet schon lange mit „antiken Therapien“ wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Medizinischer_Blutegel" rel="external">Blutegel</a>, <a href="https://www.apotheken-umschau.de/Schroepfen" rel="external">Schröpfen</a> und <a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Aderlass" rel="external nofollow">Aderlass</a>. Ausführlich begründet er, weshalb sie auch noch heute bei bestimmten Krankheiten eingesetzt werden sollten. Ähnliches gelte für <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hydrotherapie" rel="external">Kneipp-Anwendungen</a>: Wasser sei eines der ältesten Heilmittel der Menschheit. Viele seiner positiven Effekte könnten ein Medikament nie bewirken.
</p>

<p>
	Ganz wesentlich zur Selbstheilung trage, so Michalsen, das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heilfasten" rel="external">(Heil-) Fasten</a> bei. Es stärke das Immunsystem und verlängere das Leben. Man könne damit den Körper entgiften und den Stoffwechsel regulieren. Die Darmbakterien würden sich anpassen. Eine gesunde Darmflora wirke sich auf das Nerven- und Immunsystem aus und beeinflusse die Selbstregulation des Körpers.Durch Fasten, so Michalsen, entstehe Brennstoff für das Gehirn. Es mache deshalb glücklich. Ähnlich würde es wirken, wenn man sich täglich nicht satt esse, sondern die Kalorien um 20-40 Prozent kürzt.
</p>

<h2>
	Richtig ernähren und viel bewegen
</h2>

<p>
	Darüberhinaus schütze eine richtige Ernährung vor Krankheiten. Es seien vor allem der Nahrungsüberfluss und die (oft unkontrollierten) Zwischenmahlzeiten, die dem Körper schaden würden. Wenn der Körper wegen des Essens ständig Insulin ausschütten müsse, könnten sich die Zellen nicht reinigen. Deshalb empfiehlt Michalsen, sich auf zwei Mahlzeiten pro Tag zu beschränken. Danach sei eine nahrungslose Phase von 14 Stunden sinnvoll.
</p>

<p>
	Als gesunde Kost empfiehlt er, wie inzwischen viele andere auch, die so genannte „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelmeerk%C3%BCche" rel="external">Mittelmeer-Kost</a>“. Viel Gemüse sei wichtiger, als Obst; gesundes Fett wichtiger als Fisch. Milch und Eier sind für ihn keine gesunden Lebensmittel; Fleisch würde uns (langfristig) umbringen.
</p>

<p>
	Bei den meisten Krankheiten sei es eher schädlich, sich zu schonen. Bewegung erweise sich bei fast allen Krankheiten als wirksame Therapie. So profitieren zum Beispiel die <a href="http://www.apotheken-umschau.de/Rueckenschmerzen/Bei-Rueckenschmerzen-Faszien-trainieren-501139.html" rel="external">Faszien</a> des Bindegewebes von Bewegung und würden damit Schmerzen verringern. Jeder solle für sich eine Aktivität finden, die individuell Spaß macht.
</p>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="19593" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2017_04/kneippen-historisch.jpg.6f87752b5d75615fcbb75d5f7f271efa.jpg" rel=""><img alt="Kneippen historisch" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19593" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2017_04/kneippen-historisch.jpg.6f87752b5d75615fcbb75d5f7f271efa.jpg" loading="lazy"></a>
</div>

<h2>
	Mind-Body-Medizin
</h2>

<p>
	Michalsen ist ein engagierter Vertreter der <a href="https://naturheilkunde.immanuel.de/naturheilkunde-leistungen/therapien/ordnungstherapie-und-mind-body-medizin/" rel="external nofollow">Mind-Body-Medizin</a>. Dabei geht es darum, für jeden Patienten eine passende Strategie zu entwickeln, Psyche, Immunsystem und Nerven positiv zu beeinflussen: durch Yoga, Meditation und Achtsamkeit. Mind-Body-Medizin wirke dem Stress entgegen. Aber sie führe auch dazu, dass Patienten ihren Körper bewusster wahrnehmen und sich verantwortlicher verhalten als bisher.
</p>

<h2>
	Indische und chinesische Kräuter
</h2>

<p>
	Michaelsen ist sehr überzeugt von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ayurveda" rel="external">Ayurveda</a>, der traditionellen indischen Medizin. Anders als in der europäischen Naturheilkunde werden beim Ayurveda Kräuter und Gewürze stets als Mischungen verabreicht. Bis zu 50 verschiedene Stoffe würden ganz individuell kombiniert werden, um eine gewünschte Wirkung zu erzielen. Deren Heilungserfolge würden weit über das hinausgehen, was sich mit Placebowirkung oder Spontanheilung erklären ließe, so Michalsen. Auch in der <a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Traditionelle_chinesische_Medizin" rel="external nofollow">traditionellen chinesischen Medizin</a> (TCM) werden Pflanzen und deren Extrakte kombiniert.
</p>

<p>
	Ayurveda und TCM würden diese pflanzliche „Gesamt-Arzneimittel“ auch bei schweren, komplexen Krankheiten einsetzen. In unserem Kulturkreis dagegen würden überwiegend einzelne Pflanzenwirkstoffe eingesetzt werden. Damit könnten dann lediglich Symptome und Beschwerden leichter Krankheiten behandelt werden.
</p>

<p>
	Problematisch sei, dass die meisten dieser indischen oder chinesischen Gemische in Deutschland nur als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen seien. Dadurch würden Qualität und Sicherheit nicht so gut kontrolliert werden, wie bei Arzneimitteln. Michalsen geht nicht weiter darauf ein, dass immer wieder <a href="http://blog.gwup.net/2014/07/02/skepkon-2014-bleivergiftung-durch-ayurveda-jetzt-als-video/" rel="external nofollow">gesundheitsgefährdende Stoffe in Original-Ayurveda</a>- und <a href="https://www.tagesspiegel.de/wissen/alternative-medizin-forscher-warnen-vor-risiken-chinesischer-naturheilmittel/6503800.html" rel="external nofollow">TCM-Kräuter</a> aus Indien oder China gefunden werden und es schon Todesfälle gab. Sein Kollege <span ipsnoautolink="true">Dr. Christian Kessler empfiehlt</span> deshalb, Ayurveda-Präparate und TCM-Kräuter ausschließlich über sichere Bezugsquellen zu beziehen, wie z.B. deutsche Apotheken mit naturheilkundlichem Schwerpunkt.
</p>

<h2>
	Schwere Krankheiten naturheilkundlich behandeln
</h2>

<p>
	Ausführlich beschreibt Michalsen die naturheilkundliche Behandlung von Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Arteriosklerose, Arthrose, Depression und Angstsyndromen, Rücken- und Nackenschmerzen, Diabetes, Rheuma und Magen-Darmerkrankungen. Hautkrankheiten werden leider nicht erwähnt. Aber: Zu diesem Thema gibt es demnächst einen Bericht über die Klinik Blankenstein im Psoriasis-Netz. Außerdem wird es am 28. April 201<span style="text-decoration:underline;">8</span> in Berlin eine Veranstaltung zum Thema „Naturheilkunde und Psoriasis – Erprobte Therapien“ geben.
</p>

<h2>
	Fazit
</h2>

<p>
	Das Buch „Heilen mit der Kraft der Natur“ spiegelt den aktuellen Stand der seriösen, in seiner Wirkung nachgewiesenen Naturheilkunde wider. Professor Michalsen erklärt vieles aus seiner persönlichen Erfahrung. Dadurch sind seine Ausführungen nicht nur sehr glaubwürdig, sondern sie machen es dem Leser leicht, ihm zu folgen. Seine Anliegen, die Erforschung der Naturheilkunde zu fördern, Patienten zu gesundem Leben zu motivieren und möglichst viele medizinische Ansätze zu integrieren, sind wohltuend ideologie-frei.
</p>

<p>
	In diesem Sinne fordert er Ärzte auf, bei ihren Patienten "<span>subjektive Krankheits- und Heilungsüberzeugung" nicht als "absurd oder unwissenschaftlich" abzutun. Vermutlich deshalb, weil inzwischen eindeutig nachgewiesen ist, dass die <em>Kraft der Gedanken</em> gesund machen kann. Leider problematisiert er an dieser Stelle nicht, dass es auch "Heilsüberzeugungen" gibt, die unseriös und gefährlich sein können</span><span>: Bekanntlich gibt es immer wieder Scharlatane (Hackethal, Rath, Humble <span style="color:#11053b;">&amp; Co.)</span>, die „natürliche“ Verfahren anbieten und mit unbewiesenen Heilsversprechen verzweifelte Patienten anlocken.</span>
</p>

<p>
	Michalsen geht in seinem Buch nicht auf andere Richtungen ein, die sich selbst ebenfalls als „Naturheilkunde“ bezeichnen, wie z.B. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/tag/homoeopathie" rel="">Homöopathie</a>, Anthroposophie, Bachblüten-Therapie, Schüßler-Salze, Bioresonanz-Therapie usw. Aber das ist für eine solch umfangreiche Darstellung vermutlich zu viel verlangt.
</p>

<p>
	Insgesamt ist das Buch für jeden Patienten, der sich für naturheilkundliche Behandlungen interessiert, uneingeschränkt zu empfehlen.
</p>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/naturheilkunde-schuppenflechte-patientenkongress/" rel="">Bewährte Behandlungen der Psoriasis in der Naturheilkunde</a> (Veranstaltung am 28. April 2018 in Berlin)
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/psoriasis-naturheilkundlich-behandelt" rel="">Psoriasis naturheilkundlich behandelt, Klinik Blankenstein</a>
	</li>
	<li>
		<a href="http://www.kundeneingang.net/files/289/1/modulefiles/file_2891118381articles.pdf" rel="external nofollow">Ordnungstherapie in der stationären Naturheilkunde</a>, Leonie Jagenburg, Christa Golücke, André-Michael Beer
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.rheuma-liga.de/rheuma/alltag-mit-rheuma/naturheilkunde/cam-report" rel="external">CAM-Report</a> - Wissenschaftliche Meta-Analyse wie gut Heilkräuter &amp; Co. bei rheumatoider Arthritis, Arthrosen (meist vom Knie) und Fibromyalgie helfen, Deutsche Rheuma Liga e.V.
	</li>
	<li>
		Mit Naturheilkunde die Schuppenflechte behandeln (<a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/134-expertenforum-naturheilkunde-und-schuppenflechte/" rel="">Expertenforen 2013 und 2016</a>), Psoriasis-Netz
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/komplementaermedizinkongress/" rel="">Psoriasis und Alternativmedizin 2014</a>, Psoriasis-Netz
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/berlin-alternativmediziner-kooperieren" rel="">Berlin: Alternativ-Mediziner kooperieren</a>
	</li>
	<li>
		Broschüre "Naturheilkunde und andere ergänzende Heilmethoden" der Deutschen Rheuma-Liga e.V. (<a href="https://www.rheuma-liga.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Mediencenter/Publikationen/Broschueren/A26_Naturheilkunde_kurz.pdf" rel="external">PDF-Download einer Kurzfassung</a>)
	</li>
</ul>

<h2>
	Andere Internetseiten zum Thema
</h2>

<ul>
	<li>
		<a href="https://naturheilkundelexikon.de/" rel="external nofollow">Naturheilkundelexikon</a>
	</li>
	<li>
		<a href="http://www.zaen.org/" rel="external nofollow">Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin</a> e.V.
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.cam-quest.org/de" rel="external nofollow">CAM-QUEST</a> – Forschungsliteratur auf dem Gebiet der Komplementärmedizin; Verzeichnis der Karl und Veronica Carstens-Stiftung
	</li>
	<li>
		<a href="http://www.hautkraeuter.de/" rel="external nofollow">Hautkräuter</a> – Blick auf alternative Behandlungsmethoden mit Kräutern von <a contenteditable="false" data-ipshover="" data-ipshover-target="https://www.psoriasis-netz.de/profile/12786-paddler/?do=hovercard" data-mentionid="12786" href="https://www.psoriasis-netz.de/profile/12786-paddler/" rel="">@Paddler</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://heilkraeuter.de/" rel="external nofollow">Heilkräuter-Seiten</a>
	</li>
	<li>
		Psoriasis-Informationen <a href="https://www.phytodoc.de/erkrankungen/psoriasis-schuppenflechte" rel="external nofollow">bei PhytoDoc</a> – u.a. Behandlung mit Naturheilkunde und Hausmitteln, aber auch Informationen über die Behandlung mit "Schulmedizin"
	</li>
</ul>

]]></description><guid isPermaLink="false">936</guid><pubDate>Fri, 21 Apr 2017 10:03:00 +0000</pubDate></item><item><title>Tester f&#xFC;r Totes-Meer-Schlamm gesucht</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/tester-fuer-totes-meer-schlamm-gesucht/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_11/Ellenbogen.jpg.00ba9926365856dd03827e00f22a8232.jpg" /></p>

<p>Bisher haben schon 60 Nutzer des Psoriasis-Netzes getestet, wie ihre Schuppenflechte auf den Schlamm aus dem Toten Meer reagiert. Es werden noch weitere gesucht, weil man diese „<a href="http://naturheilkunde.immanuel.de/fileadmin/user_upload/global/flyer/2016-06-13-naturheilkunde-berlin-studie-totes-meer-schlamm-psoriasis_01.pdf" rel="external nofollow">Fernstudie</a>“ möglichst mit 100 Betroffenen durchführen möchte. Ausgewertet wird sie an der Hochschulambulanz für Naturheilkunde der Charité-Universitätsmedizin Berlin</p><p>Wer schon am Toten Meer war, hat erlebt, dass sich dort die Menschen mit dem Schlamm von oben bis unten einschmieren. Sie lassen ihn eine Weile einziehen, um ihn dann abzuspülen. Es heißt, dass das gut für die Gesundheit sein soll. Patienten mit Hautkrankheiten wie Psoriasis oder Neurodermitis wird diese Schlamm-Kur empfohlen, besonders dann, wenn die Gelenke mitbetroffen sind.</p><p>Uns sind zwei Studien bekannt, die untersucht haben, wie dieser „Heilschlamm“ auf Psoriasis und Psoriasis Arthritis wirkt. Jordanische Ärzte haben 1998 unter <a href="https://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=55&amp;ved=0ahUKEwiDnaXr0ZnQAhULtBQKHeVIBrw4MhAWCDwwBA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.ojed.gazi.edu.tr%2Fojed%2F1-1-2007%2FTheBenefitofDeadSeaElementsinthe.ppt&amp;usg=AFQjCNH3J9VONTl4BqHNhQC_zJrRer3NTA" rel="external nofollow">The Benefit of Dead Sea Elements in the Treatment of Psoriasis</a> den Schlamm des Toten Meeres bei 120 Psoriasis-Patienten drei Wochen lang getestet. Ihr Ergebnis: Gegenüber der Placebo-Gruppe (60) wirkte der Schlamm schnell und ziemlich erfolgreich und völlig frei von Nebenwirkungen.</p><h3>Viele Mineralien im Schlamm aus dem Toten Meer</h3>1994 wurde die Studie <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7966074/" rel="external">Treatment of psoriatic arthritis at the Dead Sea</a> veröffentlicht. An 166 Patienten wurde untersucht, wie es sich auf die Gelenke auswirkt, wenn – zusätzlich zum Baden und Sonnen am Toten Meer – Schlammpackungen und Schwefelbäder gegeben werden. 20 Teilnehmer bekamen diese Zusatzbehandlungen nicht. Bei allen verbesserten sich die Gelenkbeschwerden. Schlamm und Schwefel verringerten – gegenüber der Kontrollgruppe – besonders gut die Wirbelsäulenschmerzen und verbesserten die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule.<p>Der Schlamm enthält wegen der hohen Verdunstung viele Mineralien: Gebunden als Chloride hauptsächlich Magnesium und Natrium, aber auch Kalzium, Kalium und minimal Bromid. Diese Mineralien wirken unterschiedlich positiv auf Haut und Entzündungen.</p><p>Die Studie wird durchgeführt mit dem Mineralschlamm der Firma Blace Cosmetics unter Leitung des Berliner Naturheilkundler Dr. Bernhard Uehleke. Interessenten melden sich per Email an: <em>naturheilkunde.studien@immanuel.de</em>. Weitere Informationen gibt es in einem <a href="http://naturheilkunde.immanuel.de/fileadmin/user_upload/global/flyer/2016-06-13-naturheilkunde-berlin-studie-totes-meer-schlamm-psoriasis_01.pdf" rel="external nofollow">Faltblatt</a>.</p><p>Siehe auch den <a href="https://www.psoriasis-netz.de/topic/23382-totes-meer-schlamm/" rel="">Kommentar im Forum</a>.</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">914</guid><pubDate>Thu, 17 Nov 2016 18:54:04 +0000</pubDate></item><item><title>Naftalan &#x2013; nat&#xFC;rliche oder riskante Psoriasis-Therapie?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/naftalan-riskante-psoriasis-therapie/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_10/Naftalan-Bad.jpg.491b3649eda43c14d0bf2a676362547c.jpg" /></p>

<p>
	Psoriasis auf der Haut oder an den Gelenken mit Naftalan-Öl behandeln? Wir hatten davon gehört, Nutzer haben danach gefragt. Jetzt haben wir uns damit beschäftigt. Der Wirkstoff Naphtalin ist in Deutschland als Arzneimittel nicht zugelassen und gilt in der EU als Gefahrstoff, der vermutlich Krebs verursachen kann. Das ist aber bisher nur in Tierversuchen nachgewiesen worden.
</p>

<p>
	2002 tauchte im Psoriasis-Netz der erste Forumsbeitrag zur Naftalan-Behandlung in Kroatien auf. Die Klinik wurde von uns danach öfters als kostengünstige Alternative für Selbstzahler genannt. Ein Nutzer fragte vergeblich nach Erfahrungen in Aserbaidschan. Gelegentlich gab es Hinweise auf Anbieter von Naftalan-Kosmetik. Im September 2016 schließlich hat sich der Autor auf Einladung eines Reiseveranstalters eine Woche in dieser einzigen europäischen Naftalan-Klinik behandeln lassen.
</p>

<p>
	Das Wort Naftalan (korrekter „Naphthalan“) setzt sich zusammen aus dem griechischen „Naphtha“ (Roh-Erdöl) und dem aserbaidschanischen „alan“ (nehmen), wie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Naftalan" rel="external">bei Wikipedia nachzulesen</a> ist. Der Ort, an dem dieses Öl für Heilzwecke zuerst entdeckt wurde, heißt ebenfalls Naftalan.
</p>

<h2>
	Was ist Naftalan?
</h2>

<p>
	Naftalan wird aus schwerem Mineralöl destilliert, das für herkömmliche industrielle Zwecke nicht geeignet ist. Das Resultat ist eine dicke Flüssigkeit, schwarz-braun, schokoladen-braun oder gold-gelb. Mit Wasser gemischt, bildet sie ein relativ stabiles Gemisch – eine Emulsion. Naftalan besteht überwiegend aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Naphthalin" rel="external">Naphthalin</a>. Dieser Stoff gehört zu den <em>mineralischen</em> <em>aromatischen Kohlenwasserstoffen</em> (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/MOSH/MOAH" rel="external">MOAH - Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons</a>) und innerhalb dieser Gruppe zu den polyzyklischen (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Polycyclische_aromatische_Kohlenwasserstoffe" rel="external">PAH – Polycyclic Aromatic Hydrocarbons</a>). „Aromatisch“ heißt diese Stoffgruppe wegen ihrer auffälligen Gerüche. Naftalan riecht wie früher Mottenkugeln, weil Naphthalin deren hauptsächlicher Inhaltsstoff war.
</p>

<h2>
	Geschichte
</h2>

<p>
	Der Legende nach wurde Anfang des 6. Jahrhunderts ein schwerkrankes Kamel von einer Karawane am Ausläufer des Kaukasus zurückgelassen. Auf dem Heimweg fanden die Händler das Kamel geheilt, weil es in dem öligen Wasser gebadet hatte. Die Soldaten Alexander des Großen, der Römer und der Wikinger sollen mit diesem Öl ihre Wunden gepflegt haben.
</p>

<p>
	Ab dem 12. Jahrhundert kamen Wohlhabende aus der Türkei, Persien, Afghanistan und anderen Ländern, um dort zu medizinischen Zwecken zu baden. Das Öl aus Naftalan gelangte bereits zu dieser Zeit über Karawanen in viele Länder des Nahen Ostens.
</p>

<p>
	Marco Polo wird zugeschrieben, Naftlan-Öl als „<span ipsnoautolink="true">magische Lösung für Hautkrankheiten</span>“ bezeichnet zu haben. Praktisch benutzte er es vor allem gegen Krätze [1]. Es waren sicherlich nicht nur Kriege, die dazu führten, dass Naftalan als Heil-Öl später über Jahrhunderte außerhalb der Region „vergessen“ wurde.
</p>

<p>
	Wiederentdeckt wurde es Ende des 19. Jahrhunderts, als die Ölfelder rund um Baku erschlossen wurden. Ein deutscher Ingenieur stellte aus dem Naftalan-Öl eine Wund- und Heilsalbe her, mit der er weltweit sehr erfolgreich war. Seit 1926 wurden in diesem Erdölgebiet immer mehr Patienten mit Naftalan-Öl behandelt – 1980 waren es 75.000 pro Jahr [2]. Ihre Zahl sank aber seit Ende der 80-er Jahre: Für Flüchtlinge aus Berg-Karabach wurden fünf der sechs Bäder in Lager umfunktioniert. Erst seit einigen Jahren steigt die Zahl der Gesundheits- und vor allem der Wellness-Touristen langsam wieder an.
</p>

<p>
	In Kroatien dagegen hat man das Naftalan erst in den 1970-er Jahren entdeckt: im Križ-Ölfeld, nahe der Stadt Ivanić Grad im Inneren des Landes. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12967511/" rel="external">Analysen zeigten, dass es identisch ist mit dem aus Aserbaidschan.</a> Die einzige Naftalan-Klinik dort wurde 1989 eröffnet.
</p>

<h2>
	Über die Therapie mit Naftalan
</h2>

<p>
	Das örtliche <a href="https://www.naftalan.hr/de/" rel="external nofollow">Fachkrankenhaus für medizinische Rehabilitation</a> bescheinigt dem Naftalan eine "wesentlich höhere Reinheit" als beim gleichen Ölprodukt aus Baku (Aserbaidschan). In Ivanic Grad wird in Naftalan bei 34 bis 36 °C gebadet. Danach wird das Öl abgeduscht. Im Laufe eines Tages kommt der Wirkstoff dann noch zwei Stunden lang in Form einer Creme auf die Haut. Das Ganze wiederholt sich an sechs Tagen pro Woche ganze drei Wochen lang.
</p>

<p>
	Laut Fachkrankenhaus soll es
</p>

<ul>
	<li>
		keine Rebound-Effekte geben - die Hautkrankheit soll dann nicht extrem schnell und schlimmer wieder zurückkommen
	</li>
	<li>
		keine Haut-Atrophie auftreten - die Haut wird nicht dünner und damit durchlässiger
	</li>
	<li>
		keine Streifen geben
	</li>
	<li>
		keine Unterfunktion der Talg- und Schweißdrüsen geben
	</li>
</ul>

<p>
	Die Besserung soll im Durchschnitt bis zu sieben Monaten anhalten.
</p>

<p>
	Naftalan kann aber auch vor einer Bestrahlung, mit einer Iontophorese, mit Ultraschall oder mit Umschlägen aufgetragen werden.
</p>

<p>
	In der Klinik werden auch rheumatische Erkrankungen wie die Psoriasis arthritis mit Naftalan behandelt.
</p>

<h2>
	Wogegen hilft Naftalan?
</h2>

<p>
	Naftalan-Öl soll angeblich bei 70 bis 100 Krankheiten und Beschwerden helfen. Von Haut-, Gelenk- und Gewebe-Erkrankungen über neurologische, gynäkologische, chirurgische, und urologische Leiden – selbst bei Unfruchtbarkeit und zu geringer Spermienproduktion. Es soll unter anderem die Durchblutung fördern, den Stoffwechsel anregen, Schmerz stillen, Entzündungen hemmen, Gefäße erweitern, die Wundheilung beschleunigen, die Produktion von Nebennierenrinden-Hormonen anregen, vor UV-Strahlen schützen, die Blutgerinnung verlangsamen.
</p>

<p>
	"Naftalanisches Öl tötet alles ab: Viren, Bakterien und Pilze“, so Hashim Hashimov, Spa-Leiter des Naftalan Health Centre in Aserbaidschan [3].
</p>

<h2>
	Was ist bewiesen?
</h2>

<p>
	Auf mehreren Internetseiten liest man, die Wirksamkeit von Naftalan-Öl sei in „<span ipsnoautolink="true">mehr als 1.600 wissenschaftlichen Artikeln und Büchern, darunter 270 Thesen</span>“ bestätigt. Das wird aber nicht belegt, so dass es unklar bleibt, wie seriös diese Veröffentlichungen sind. Es gibt keine statistisch und wissenschaftlich fundierten Studien darüber, bei wie viel Patienten welche konkreten Verbesserungen durch Naftalan erzielt werden können.
</p>

<p>
	Selbst wenn keine Beweise nach heutigen wissenschaftlichen Standards vorliegen: Es ist davon auszugehen, dass eine über hunderte von Jahren angewendete Therapie bei Patienten auch gewirkt hat. Nicht ohne Grund gibt es in der Stadt Naftalan ein „Museum der Krücken“; zurückgelassenen von denjenigen, die sie nicht mehr brauchten. Aber ob es wirklich am Öl  lag, bleibt offen. Mediziner berichten, dass chronisch Kranke sich oft erst dann behandeln lassen, wenn die Krankheit längere Zeit besonders schlimm war. Dann aber ist der Höhepunkt des Schubs überschritten und es würde ihnen erfahrungsgemäß sowie wieder besser gehen – bis zum nächsten Schub. Die Patienten würden ihre Gesundung aber der Therapie zuschreiben. Hinzu kommen Placebo-Effekte (Glaube, Mitgefühl und Hoffnung), die ebenfalls auf das Krankheitsgeschehen einwirken können.
</p>

<h2>
	Naftalan-Öl und Psoriasis
</h2>

<p>
	Für die Psoriasis liegen wenige wissenschaftliche Untersuchungen vor, die leider nur mit statistisch unbedeutenden Patientenzahlen durchgeführt worden sind.
</p>

<p>
	Dr. Pero Vržogić, Arzt der Naftalan-Klinik in Ivanić Grad (Kroatien), hat 10 Psoriasis-Patienten vor und nach einer dreiwöchigen Naftalan-Behandlung untersucht. Dabei hat er <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12773261/" rel="external">festgestellt</a>, dass sich die Zahl der immunaktiven Lymphozyten in der Haut verringert und sich die Hautzellen seltener geteilt haben. Außerdem konnte er <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15072742/" rel="external">nachweisen</a>, dass in den Psoriasis-Läsionen deutlich weniger neue Blutgefäße vorhanden waren, als vor der Therapie mit Naftalan-Öl.
</p>

<p>
	Dr. Marc Schindewolf hat in seiner <a href="https://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/7345" rel="external nofollow">Dissertation</a> untersucht, wie sich Naftalan im Vergleich zu Placebo-Öl auf die Psoriasis auswirkt. Er untersuchte zwei Gruppen mit 5 bzw. 20 Personen nach drei Wochen einmal täglicher, 12-minütiger Ganzkörper-Therapie. Alle Patienten hatten eine schwere Psoriasis (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> &gt; 20). In der kleineren Gruppe verbesserte sich der <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> um 77 Prozent, in der größeren um 65 Prozent. Das ist auch für heutige Verhältnisse ein solides Ergebnis. Die Hautzellen teilten sich deutlich seltener als zu Beginn der Therapie. Insgesamt habe sich die „Hautarchitektur“ normalisiert. Dieser Erfolg, so Schindewolf, beruhe allein auf dem im Naftalan-Öl enthaltenen Kohlenwasserstoff; konkret auf die Gruppe der Sterane und Hopane. Beide haben strukturelle Ähnlichkeiten mit den <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Steroide" rel="external">Steroiden</a>, die man z.B. als Kortisone kennt.
</p>

<p>
	Schindewolf empfiehlt, größere kontrollierte Studien durchzuführen, um sein Ergebnis zu überprüfen: Naftalan sei eine Möglichkeit, um die Psoriasis effektiv zu behandeln. Die Therapie wäre leicht anzuwenden, gut verträglich, bisher seien keine innerlichen Nebenwirkungen bekannt und sie sei wirtschaftlich. Naftalan könne selbst jenen Patienten helfen, die auf andere Therapien nicht oder nur schlecht angesprochen hätten. Heute auf diese Aussage von 2009 angesprochen verweigert er aber jede Stellungnahme!
</p>

<p>
	Es gibt keine wissenschaftlichen Beobachtungen darüber, wie lange dieser Effekt anhält. Im Gespräch meinte Dr. Vržogić, dass die Patienten zwischen 3 und 5 Monaten erscheinungsfrei seien. Im Klinikprospekt wird sogar von 6 bis 7 Monaten gesprochen. Auf der offiziellen Seite aus Aserbaidschan stand, die Wirkung einer Naftalan-Behandlung halte eineinhalb bis zwei Monate an.
</p>

<h2>
	Vorteile der Therapie
</h2>

<p>
	Es handelt sich um ein sanftes, naturheilkundliches Verfahren. Im Vergleich zu starken Medikamenten ist nicht zu erwarten, dass das Immunsystem derart geschwächt wird, dass Infekte oder Organschäden befürchtet werden müssen. Die Klinik weist darauf hin, dass typische Kortisoneffekte wie Verschlimmerung beim Absetzen, Hautverdünnung oder Streifenbildung bei Naftalan nicht auftreten. Auch würde es zu keiner Unterfunktion der Talg- und Schweißdrüsen kommen.
</p>

<h2>
	Gesundheitliche Risiken
</h2>

<h3>
	Ist Naftalan "potentiell krebserregend"?
</h3>

<p>
	Der Hauptwirkstoff des Öls, das Naphthalin, gilt in den USA [4] und in der EU [6] offiziell als krebsverdächtig. "Potentiell" und "verdächtig" sagt aber nichts über die tatsächliche Gefahr aus. Trotzdem und vorsorglich ist <strong>Naphthalin in Kosmetika und Pflegemitteln in der gesamten EU verboten </strong>[7].<strong> </strong>In Materialien und Verbrauchsgütern, mit denen die Haut länger als 30 Sekunden in Kontakt kommt, sind <span ipsnoautolink="true">maximal 2 mg Naphthalin pro 1’000.000 mg</span> (1 kg) zulässig. Mineralöl-Kohlenwasserstoffe werden immer wieder in bedenklichen Mengen als Weichmacher in Gebrauchsgegenständen gefunden – oft sogar in Kindersachen. Und in Lebensmitteln, deren Verpackung Druckerfarben abgeben. Für Innenräume hat die <a href="https://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0009/128169/e94535.pdf" rel="external nofollow">WHO einen Jahresmittelwert von 0,01 mg Naphthalin/m3 festgelegt</a>. Schon jetzt, so die <i>Stiftung Warentest</i>, hätten wir von keinem Schadstoff mehr im Körper, als von Mineralöl: 1 g pro Person (<a href="https://www.test.de/Mineraloele-in-Kosmetika-Kritische-Stoffe-in-Cremes-Lippenpflegeprodukten-und-Vaseline-4853357-0/" rel="external">test 6/2015</a>).
</p>

<p>
	In 2015 hatten <a href="https://www.test.de/Mineraloele-in-Kosmetika-Kritische-Stoffe-in-Cremes-Lippenpflegeprodukten-und-Vaseline-4853357-0/" rel="external">test</a> und <span ipsnoautolink="true">ÖKO-Test</span> trotzdem diese verbotenen Substanzen in Pflegeprodukten gefunden. Als besonders kritisch gelte, so <em>test</em>, die <span ipsnoautolink="true">Gruppe der MOAH, zu den Naphtalin zählt</span>. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (<em>efsa)</em> nehme an, dass sie ergutverändernde und krebserregende Komponenten enthält. Sie seien vor allem dann gefährlich, wenn sie über den Mund in den Körper gelangen – z.B. durch Kosmetika wie Lippenstifte. Eine Schweizer Studie, so die Warentester, hätte gezeigt, das Mineralöle auch durch die Haut dringen können. MOAH sollten aber überhaupt nicht in den Körper gelangen.
</p>

<p>
	Das <em>Bundesinstitut für Risikobewertung</em> (<em>BfR</em>) <a href="https://www.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-mineraloel-in-kosmetischen-mitteln.pdf" rel="external nofollow">erklärte daraufhin</a>, es könne derzeit kein gesundheitliches Risiko durch MOAH <span style="text-decoration:underline;">in Kosmetika</span> erkennen. Trotz langjährigen und weitverbreiteten Gebrauch von kosmetischen Produkten seien nie gesundheitliche Risiken durch Mineralöle berichtet worden; statistisch ausgedrückt fehlten „epidemiologische Hinweise“. Dennoch solle der Anteil von MOAH <span style="text-decoration:underline;">in Pflegeprodukten</span> auf „unvermeidbare Spurengehalte“ minimiert werden. Naphtalin sei kein harmloser Stoff. Eine <span style="text-decoration:underline;">absichtliche</span> Verwendung in Kosmetikprodukten sei nicht erlaubt.
</p>

<p>
	Diese Entwarnung des BfR gilt aber nur für speziell gereinigte und verarbeitete Mineralöl-Kohlenwasserstoffe, wie sie <span style="text-decoration:underline;">in Kosmetikprodukten</span> verwendet werden dürfen. Grundlage sind die strengen Anforderungen der <em>Europäischen Kosmetikverordnung 1223/2009</em>. Es ist nicht geklärt, ob diese hohen Qualitätsstandards und das <strong>Verbot der "absichtlichen Verwendung"</strong> auch für natürlich gewonnenes Naphtalan <span style="text-decoration:underline;">zu Therapiezwecken</span> gelten.
</p>

<h3>
	Klinik sieht keine Krebsfälle
</h3>

<p>
	Bei der Naftalan-Therapie wirkt Naphthalin 3 Wochen täglich knapp 15 Minuten auf die gesamte Haut. In hartnäckigen Fällen wird das Öl abends zusätzlich über Nacht unter luftdichter Folie auf die Plaques aufgetragen. Bei dieser intensiven Behandlung müssten eigentlich im Laufe der Zeit Krebsfälle aufgefallen sein.
</p>

<p>
	Die Naftalan-Klinik in Kroatien hat uns mitgeteilt, dass seit 1989 bei den dort jahrelang behandelten Patienten weder Hautkarzinome, noch Melanome (Schwarzer Hautkrebs) festgestellt worden seien. Zwar enthalte das Naftalan-Öl 20 Prozent aromatische Kohlenwasserstoffe, die <span style="text-decoration:underline;">potenziell</span> (d.h. möglicherweise!) krebserregend seien. Aber die größere Gefahr gehe von den polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAH) aus. Die seien nur zu 1 Prozent im Heil-Öl enthalten. Tests mit Mäusen hätten keine krebserregenden Faktoren gezeigt, so Dr. Gordana Krnjevic Pezic, die leitende Dermatologin dort.
</p>

<h3>
	"Potentielle" Krebsgefahr auch bei anderen Psoriasis-Therapien
</h3>

<p>
	Die Bestrahlung mit <span style="text-decoration:underline;">künstlichem</span> UVB hat bei Tieren krebserregende Effekte verursacht; weniger beim Schmalspektrum 311 nm. Gesichert ist, dass Menschen, die zu viel Sonne abbekommen (<span style="text-decoration:underline;">natürliches</span> UV), stark hautkrebsgefährdet sind. Bestrahlungsexperten sehen trotzdem kein Risiko: UV-Patienten würden nicht häufiger mit Hautkrebs auffallen, als die Normalbevölkerung. Obgleich potentielle Gefahren bekannt sind, gibt es keine Langzeit-Untersuchungen, ob und wie sich regelmäßige UV-Therapien beim Menschen auswirken. Experten empfehlen, maximal 50 intensive UV-Bestrahlungen pro Jahr - egal ob durch künstliches oder natürliches UV-Licht.
</p>

<p>
	Bei der heutzutage aus der Mode gekommenen <span style="text-decoration:underline;">oralen</span> (innerlichen) PUVA-Therapie sei das Krebsrisiko gesichert, abhängig von der im Laufe des Lebens erhaltenen UVA-Dosis, heißt es in den "Leitlinien zur Therapie der Psoriasis vulgaris, Update 2011".
</p>

<p>
	Steinkohlen-Teer sollte "nur unter sorgfältiger Abwägung" eingesetzt werden, ob der Nutzen gegenüber dem Krebs-Risiko höher ist. Vorher sollte geprüft werden, ob "risikoärmere therapeutische Alternativen" möglich sind (Leitlinie 2011). Keine sehr starke Empfehlung! Die krebserregende Wirkung von Steinkohlen-Teer sei in Tier-Experimenten beschrieben worden. Es seien aber keine Krebsfälle bekannt  "bei therapeutischer Anwendung an der [menschlichen] Haut".
</p>

<p>
	Trotzdem: „Steinkohlenteer darf [...] nur noch über einen begrenzten Zeitraum etwa in medizinischen Shampoos gegen Schuppenflechte (Psoriasis) angewendet werden“ (<span ipsnoautolink="true">ÖKO Test 1/2016</span>). Naphthalin wird auch als "Steinkohlen-Teer-Kampfer" bezeichnet.
</p>

<p>
	Und: Weder UV-Bestrahlung, noch Teerprodukte sind in der EU vorsorglich verboten – im Gegensatz zum Naphtalin.
</p>

<h2>
	Naftalan-Therapie wirkt nicht immer
</h2>

<p>
	Dr. Vržogić von der Naftalan-Klinik in Ivanić Grad meinte, dass 10 bis 15 Prozent der Patienten auf die Therapie nicht ansprechen würden. Zum Beispiel deshalb, weil sie vorher viel mit Kortison behandelt worden sind oder aktuell an einem Infekt leiden. Aus Aserbaidschan wird berichtet [2], dass Patienten mit Herzproblemen nicht behandelt werden, weil Naftalan stark durchblutungsfördernd wirkt.
</p>

<p>
	Nicht geeignet, so Dr. Vržogić, sei die Therapie für Patienten mit Psoriasis pustulosa. Bei allen anderen Formen schlage sie gut an. Bei Patienten, die eine Psoriasis Arthritis hätten, würden die Gelenke zusätzlich mit warmen Naftalan-Packungen behandelt oder Naftalan mit Gleichstrom bzw. Ultraschall in die Gelenke „eingeschleust“.
</p>

<h2>
	Persönliche Eindruck von der Naftalan-Klinik
</h2>

<p>
	Die Therapie in der „Naftalan-Spezialklinik für medizinische Rehabilitation“ in Ivanić Grad machte auf mich einen soliden professionellen Eindruck. Das Personal war mir gegenüber sehr freundlich und hilfsbereit, sprach gut Englisch. Einige konnten sogar Deutsch. Als Patient bekam ich einen klar strukturieren Behandlungsplan. Im Gegensatz zu den Berichten aus Aserbaidschan sitzt man hier in einer Einzelkabine; das Naftalan-Öl lässt sich leicht und rückstandslos abduschen.
</p>

<p>
	Die genaue Zusammensetzung des Naftalan-Öls und seine Wiederaufbereitung wurde mir gegenüber als Geschäftsgeheimnis behandelt. Man hat mir aber versichert, dass das Öl jedesmal nach Gebrauch hygienisch mit Wasserdampf behandelt werde. Der Hauptbestandteil, das Naphtahalin, wirkt an sich schon gegen Bakterien, Viren und Pilze.
</p>

<p>
	Über die Therapien hinaus kann man Wassergymnastik und individuelles Training an Sportgeräten machen sowie im kleinen Becken mit warmen Salzwasser schwimmen. Weitere Rehabilitations-Angebote wie Ergo-Therapie, Ernährungskurse, sportliche Aktivitäten, psychologische Beratung o.ä. gibt es nicht. Auf dem Dachgarten gibt es einige Liegestühle zum Sonnenbaden.
</p>

<p>
	Das Gebäude ist modern und großzügig, die Behandlungsräume sind hell, sinnvoll gestaltet und technisch gut ausgerüstet, z.B. mit Geräten für UV-Bestrahlung, Elektrotherapien und Reha-Gymnastik.
</p>

<p>
	Die Zimmer für selbstzahlende Gäste sind groß genug und gut ausgestattet – lediglich mein erstes Zimmer war zu verwinkelt. Es soll möglich sein, die TV-Geräte nach persönlichem Wunsch programmieren zu lassen, d.h. mit deutschen Sendern. Kostenloses WLAN funktionierte sehr gut. Auf Nachfrage erhielt ich eine Schreibtischlampe.
</p>

<p>
	Das Essen war, selbst in der besseren Kategorie, relativ einfach. Für Menschen mit Entzündungskrankheiten gab es viel zu viel Fleisch und kaum Gemüse. Weil ich morgens keinen fertigen Milchkaffee mag, konnte ich einen Espresso bestellen. Klinikleitung und Reiseveranstalter haben mir versichert, dass die Essenswünsche von Gruppen berücksichtigt werden könnten. Kroatische Patienten würden das Essen aber wegen seiner Rustikalität lieben.
</p>

<p>
	Als ausländischer Einzelreisender war es kaum möglich, sich mit den kroatischen Patienten zu verständigen. Zum Vergnügen meiner Tischnachbarn lernte ich zu jeder Mahlzeit neue kroatische Wörter. Der Reiseveranstalter bietet deshalb Gruppenreisen an. Für Gruppen lassen sich auch eher Ausflüge oder Aktivitäten in die weitere Umgebung organisieren.
</p>

<p>
	Die Klinik liegt am Rande der Innenstadt von Ivanić Grad, die man in zehn Minuten zu Fuß erreicht. Es gibt keinen „Kurpark“, sondern nur ein paar Bänke und Bäume direkt am Haus. Gegenüber ist eine Sportanlage. Die freie große freie Fläche neben der Klinik soll ab 2017 mit einem Wellness-Zentrum bebaut werden.
</p>

<p>
	Für Geräuschempfindliche: Frühmorgens bellen gerne Hunde aus den umgebenen Einfamilienhäusern. Wer sich auf eine der wenigen Bänke am Eingang setzen will, muss akzeptieren, dass Musik aus Lautsprechern für die zahlenden Gäste des Restaurant-Vorgartens ertönt.
</p>

<p>
	Die nähere Umgebung ist nicht besonders reizvoll; es handelt sich eben um ein Erdöl-Gebiet. Mit dem Fahrrad, vor allem aber mit dem Auto oder eben als organisierte Gruppenfahrt kann man aber Ausflüge in weiter weg liegende, schönere Gegenden und zu Sehenswürdigkeiten machen. Das Tourismus-Büro in Ivanić Grad ist wochentags bis 16 Uhr geöffnet. Es ist  auch möglich, außerhalb der Klinik zu übernachten und nur zu den Anwendungen zu kommen.
</p>

<p>
	Generell sollte eine Naftalan-Therapie drei Wochen, mindestens aber zwei Wochen durchgeführt werden. Der Reiseveranstalter empfiehlt, den Klinikaufenthalt mit einer Strandwoche an der kroatischen Adria abzuschließen.
</p>

<p>
	[1] <a href="https://www.diepresse.com/554465/therapie-die-im-oel-schwimmen" rel="external nofollow">Die im Öl schwimmen</a>, Louis Imbert (Die Presse), 27.03.2010, <em>sachlicher Bericht über die Therapie in Aserbaidschan</em>.
</p>

<p>
	[2] <a href="https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-lifestyle-baden-in-der-erdoel-wanne-_arid,813844.html" rel="external nofollow">Baden in der Erdölwanne</a>, Margit Kohl, 26.07.2014, <em>Bericht über die Therapie in Aserbaidschan ohne medizinische Erklärungen</em>.
</p>

<p>
	[3] <a href="https://de.nachrichten.yahoo.com/asiatisches-luxus-spa-bietet-erd-l-b-der-112512864.html" rel="external nofollow">Asiatisches Luxus-Spa bietet Erdöl-Bäder an</a>, Yahoo-Nachrichten, 05.07.2015, <em>sehr oberflächlicher</em> <em>Bericht über die Therapie in Aserbaidschan.</em>
</p>

<p>
	[4] <a href="https://www.nytimes.com/2006/12/04/world/asia/04azerbaijan.html?_r=1&amp;ex=1165899600&amp;en=86b79216d269ea34&amp;ei=5070&amp;emc=eta1&amp;oref=slogin" rel="external nofollow">Bathing in Black Gold for Health and Profit in Azerbaijan</a> New York Times, 04.12.2006, <em>Bericht über die Therapie in Aserbaidschan mit deutlicher Krebswarnung.</em>
</p>

<p>
	[5] Roelofzen et al. in Urol Oncol 33 (2015) 20.e19-20.e22 und Roelofzen et al. in Journal of Investigative Dermatology (2010) 130, 953-961
</p>

<p>
	[6] <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32008R1272&amp;from=DE" rel="external nofollow">Verordnung (EG) Nr. 1272/2008</a> des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 und <span ipsnoautolink="true">CLP-Verordnung</span> (EU-Verordnung 109/2012)
</p>

<p>
	[7] <a href="http://www.msds-europe.de/data/files/197871618.pdf" rel="external nofollow">Anhang II der Kosmetikverordnung</a> (L342/83): Liste der Stoffe, die in kosmetischen Mitteln verboten sind.
</p>

<h2>
	Weitere Informationen zur Naftalan-Therapie
</h2>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.naftalan.hr/index.php/de/" rel="external nofollow">Website</a> der <em>Naftalan-Spezialklinik für medizinische Rehabilitation</em> in Ivanić Grad
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.hautinfo.at/artikel/aktuelles/hautinfo-checks/hautinfo-check-naftalan-hautkur-kroatien.html" rel="external nofollow">Bericht</a> einer österreichischen Website-Betreiberin über ihren Besuch in der Naftalan-Klinik in Ivanić Grad – <i>viele Details</i>
	</li>
	<li>
		<div class="ipsEmbeddedVideo">
			<div>
				<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="150" id="ips_uid_1002_7" src="https://www.youtube.com/embed/deaqoD-FN7E?feature=oembed" width="200" loading="lazy"></iframe>
			</div>
		</div>
		der Naftalan-Klinik in Ivanić Grad
	</li>
	<li>
		<div class="ipsEmbeddedVideo">
			<div>
				<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="113" id="ips_uid_1002_8" src="https://www.youtube.com/embed/jiv9IUhuU2s?feature=oembed" width="200" loading="lazy"></iframe>
			</div>
		</div>
		der Deutsche-Welle-Journals: Alexandra von Nahmen badet in aserbaidschanischem Schweröl
	</li>
	<li>
		<a href="https://irs-az.com/new/pdf/201512/1449673029951794667.pdf" rel="external nofollow">Offizielle Informationsbroschüre</a>: Naftalan – ein magisches Geschenk der Natur aus dem innersten Aserbaidschans<strong>, </strong>IRS Erbe – Mein Aserbaidschan, <em>mit russischen Quellenangabe</em>
	</li>
</ul>

]]></description><guid isPermaLink="false">888</guid><pubDate>Sun, 16 Oct 2016 11:48:00 +0000</pubDate></item><item><title>Schlammb&#xE4;der k&#xF6;nnen Erfolg von Biologics steigern</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/schlammbaeder-koennen-erfolg-von-biologics-steigern/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2015_08/hand-in-schlamm.jpg.66701833219bcfba6af824bad2f5ba7b.jpg" /></p>

<p>
	<strong>Wer wegen der Psoriasis arthritis ein Biologic anwendet, kann den Erfolg mit Schlammbädern noch steigern. Forscher haben das in einer Studie für TNF-α-Blocker untersucht.</strong>
</p>

<p>
	"Trotz der Behandlung mit einem TNF-α-Blocker bleibt bei den meisten Patienten mit <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> eine Entzündung der Gelenkinnenhaut", schreiben die Wissenschaftler um Franco Cozzi von der Universitäts-Rheumaklinik in Padova (Italien). Sie wollten wissen, ob sich diese Entzündungen mit Schlammbädern bessern, wie hoch das Risiko neuer Arthritis-Schübe ist und ob sich die Funktionsfähigkeit der Gelenke und die Lebensqualität verbessern.
</p>

<p>
	Dazu untersuchten sie die Handgelenke mit Ultraschall von 36 Patienten vor und nach der 45-tägigen Behandlung. Die Hälfte hatte die Kombi-Therapie aus Medikament und 12-mal Thermalbad inklusive Moorpackung erhalten, die andere "lediglich" das Biologic.
</p>

<p>
	Das Fazit der Forscher: Weniger Gelenke waren deutlich geschwollen, Schmerzen waren zurückgegangen. Kein Patient erlebte einen Schub seiner Psoriasis arthritis.
</p>

<p>
	"Die Daten deuten auf eine Abnahme der Gelenkentzündung und einen positiven klinischen Effekt der Thermalbad-Therapie bei Patienten mit Psoriasis arthritis hin, die einen TNF-α-Blocker bekommen", schreiben die Wissenschaftler <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25623520/" rel="external">in ihrem Artikel</a> im Fachjournal "Joint Bone Spine".
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">822</guid><pubDate>Fri, 14 Aug 2015 14:49:00 +0000</pubDate></item><item><title>Manuka-Honig bei Psoriasis &#x2013; was ist dran?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/manuka-honig-bei-psoriasis-ist-dran/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2015_02/honig.png.86ba4425d38dae39b0536e5d87691827.png" /></p>
<p>
	<strong>Manuka-Honig soll eine Schuppenflechte lindern können. Wir haben uns angesehen, welche Belege es dafür gibt – und drehten uns schnell im Kreis.</strong>
</p>

<p>
	<span style="font-size:inherit;">In einem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=UdirD0517_c" rel="external nofollow">YouTube-Video</a> berichtete Heilpraktiker und Buchautor Detlef Mix, eine Behandlung mit Manuka-Honig habe bei „schwerwiegenden Hautproblemen wie Neurodermitis oder Psoriasis sehr gute Erfolge erzielt“. Wer diese Aussage nachprüft, muss zu dem Ergebnis kommen, dass es keinen Grund gibt, Manuka-Honig als „natürliche Alternative“ zur Behandlung der Schuppenflechte auszuprobieren.</span>
</p>

<h2>
	Medizinischer Honig
</h2>

<p>
	Honig wird schon seit Jahrhunderten in allen Kulturen als Heilmittel eingesetzt – innerlich wie äußerlich. Für die äußerliche Behandlung ist in Europa der „medizinische Honig“ <a href="http://www.medihoney.de" rel="external nofollow">MediHoney</a> als Medizinprodukt zugelassen. Das ist sterilisierter Honig, durch den z.B. Wunden schneller heilen und das Infektions-Risiko gesenkt werden soll. Auf keinen Fall darf man <span style="text-decoration:underline;">Speise</span>-Honig auf Wunden auftragen. Der enthält meist Pestizide und Schadstoffe – selbst biologisch angebauter (<a href="http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=12317&amp;bernr=04&amp;gartnr=91&amp;suche=Honig" rel="external nofollow">Öko-Test 11/2014</a>). Zwar können sich Keime im Honig nicht vermehren, Verunreinigungen können aber Infektionen noch verschlimmern.
</p>

<p>
	Im <a href="http://www.mdr.de/hauptsache-gesund/chatprotokoll648.html" rel="external nofollow">Experten-Chat des MDR</a> wies Elke Derichs vom Klinikum St. Georg Leipzig darauf hin, dass eine Behandlung mit medizinischen Honig immer dann sinnvoll sei, wenn man auf die klassischen Wundheilungs-Präparate allergisch reagiert. Die Wunde solle aber vorher begutachtet werden – entweder vom behandelnden Arzt oder in einem Wundzentrum bzw. in einer Wund-Sprechstunde. Nur die könnten beurteilen, womit genau eine Wunde behandelt werden müsse. Auch mit medizinischem Honig sollte man also grundsätzlich keine Selbstmedikation betreiben!
</p>

<h2>
	Manuka-Honig
</h2>

<p>
	<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Manuka-Honig" rel="external">Manuka</a>-Honig kommt aus Neuseeland und wird von Bienen aus dem Nektar der Südsee-Myrte (einer Verwandten des australischen Teebaums) erzeugt. Schon die Ureinwohner, die Maori kannten seine Heilwirkung. Seit den 1980-er Jahren weiß man auch bei uns, dass Manuka-Honig antibakteriell wirkt. Professor Dr. Thomas Henle (Institut für Lebensmittelchemie TU Dresden) wies nach, welcher Inhaltsstoff das bewirkt: Manuka-Honig enthält Methyl-Glyoxal – 700 bis 1.000 Milligramm pro Kilogramm. In anderen Honig-Sorten ist dieser Stoff nicht enthalten.
</p>

<p>
	Deshalb wird Manuka-Honig vor allem bei der <a href="http://www.mdr.de/hauptsache-gesund/chatprotokoll648.html" rel="external nofollow">Wundheilung eingesetzt, aber auch bei bakteriell verursachten Infektionen</a>, so Prof. Dr. Karsten Münstedt (Uniklinikum Gießen). Der Onkologe Prof. Dr. Arne Simon (Universitäts-Kinderklinik Bonn) setzt <a href="http://www.swr.de/odysso/alte-hausmittel-honig/-/id=1046894/nid=1046894/did=4586092/5pnviw/index.html" rel="external nofollow">Honig bei Operationswunden</a> ein. Er gibt an, damit den Antibiotika-Einsatz extrem gesenkt zu haben. Der Internist Dr. Roland Zerm (Antroposophische Klinik Berlin Havelhöhe) behandelt seit 2004 Patienten mit diabetischem Fuß erfolgreich mit Manuka-Honig-Auflagen [1].
</p>

<h2>
	Honig bei Psoriasis
</h2>

<p>
	Dass Psoriasis mit Manuka-Honig erfolgreich behandelt werden kann, hat sich – trotz intensiver Recherche - in keiner einzigen publizierten wissenschaftlichen Arbeit finden lassen. Es gibt aber eine kleine Studie aus Dubai, die immer wieder zitiert wird: <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15022655/" rel="external">In 2003 hat Noori S. Al-Waili u.a. acht Psoriasis-Patienten mit unbehandeltem Honig, Bienenwachs und kalt gepresstem Olivenöl behandelt</a>. Die Bienenzutaten stammen alle aus der näheren Umgebung, enthielten aber kein Methyl-Glyoxal. Die Patienten hatten eine leichte Psoriasis und wurden links mit der Honig-Mischung, rechts mit reinem Paraffin behandelt. Eine Vergleichsgruppe von zehn Psoriatikern bekam links Kortison, statt des Honig-Mix. Bei der Honig-Gruppe verbesserte sich die Psoriasis bei 5 von 8 deutlich. Aber in beiden Gruppen verbesserte sie sich bei einigen auch nur durch das <span style="text-decoration:underline;">wirkstofffreie</span> Paraffin. Der Autor meinte am Ende seiner Veröffentlichung, die Honig-Mischung erscheine „nützlich“ bei der Behandlung der Psoriasis vulgaris (und übrigens auch der Neurodermitis).
</p>

<p>
	Außerhalb medizinischer Publikationen kommt die Aussage, Manuk-Honig könne bei Psoriasis helfen von <a href="http://www.heilpraxisnet.de/naturheilverfahren/manuka-honig-wirkung-und-anwendung.php" rel="external nofollow">Heilpraktikern</a> und <a href="http://www.thiele-und-thiele-consult.de/alternative-therapies/Hautkrankheiten_ge.html" rel="external nofollow">Api-Therapeuten</a> (Heilen mit Bienenprodukten), ohne dass es belegt wird. Wer im Internet recherchiert stößt auf immens viele <a href="http://www.manukahonig-neuseeland.de/schuppenflechte.html" rel="external nofollow">kommerzielle Anbieter</a>, die Manuka-Honig unter anderem auch bei Psoriasis anbieten.
</p>

<p>
	Detlef Mix erklärte in dem oben genannten TV-Beitrag, Manuka-Honig ernähre das Gewebe und halte es durch seine osmotische Wirkung feucht. Auf Nachfrage, wie der Honig auf die Psoriasis wirken könne, erklärte er, Bienengift würde die Nebennieren zur Kortisonproduktion anregen. Manuka-Honig vereinige eine Vielzahl von Stoffen, die anti-mikrobiell, anti-entzündlich, osmotisch, selektiv pro-biotisch, heilungsfördernd u.s.w. wirken. Er wolle sich nach Fallbeispielen umtun, aber am deutlichsten helfe die eigene Erfahrung. Das Problem ist, dass Honig üblicherweise überhaupt kein Bienengift enthält.
</p>

<p>
	Im <em>Psoriasis-Netz</em> berichtet in 2012 eine Patientin, sie habe einen <a href="https://www.psoriasis-netz.de/blog/553/entry-3287-manuka-honig/" rel="">Wickel mit Hanuka-Honig und Heilerde</a> ausprobiert. Sie fand es wohltuend und wirksam. Die Stellen wären merklich blasser geworden, die Haut entspannter und der Juckreiz weniger. Diese Wirkung hätte sogar mehrere Tage angehalten. Wir wissen nicht, wie stark die Psoriasis (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>) bei ihr war und in welchem Stadium sie sich gerade befand. Im Juli 2014 hat sie jedenfalls diese Therapie nicht mehr angewendet. Weitere Psoriasis-Patienten haben sich dazu nicht geäußert.
</p>

<h2>
	Einschränkungen
</h2>

<p>
	In der <em>Deutschen Apotheker Zeitung</em> 25/2011 berichtet ein Autorenteam, dass in allen größeren veröffentlichten Studien <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Manuka-Honig" rel="external">nicht nachgewiesen werden konnte, dass Honigprodukte auch chronische Wunden heilen</a>. Sie sollten <span style="text-decoration:underline;">nur bei akuten Wunden</span> wie zum Beispiel nach einer Operation oder einer Brandverletzung eingesetzt werden. Die Autoren stufen Manuka-Honig aufgrund seines Gehalts an dem bakteriziden Wirkstoff Methyl-Glyoxal als Arzneimittel ein, das seine Wirksamkeit und Unbedenklichkeit in klinischen Studien unter Beweis stellen müsse, bevor es routinemäßig therapeutisch eingesetzt werden dürfe.
</p>

<p>
	Die <em>Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung</em> äußert sich zum medizinischen Honig in ihrer <a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/091-001" rel="external nofollow">S3-Leitlinie</a>. Darin heißt es: „Anhand der vorliegenden Studien zeigt sich für medizinischen Honig keine Überlegenheit gegenüber Hydrogel. Es zeigen sich aber Hinweise auf mehr Schmerzen; deshalb sollte medizinischer Honig zur Behandlung von chronischen Wunden nicht eingesetzt werden.“ Der Hinweis, dass mehr Schmerzen auftreten würden, bezieht sich konkret auf das Methyl-Glyoxal im Manuka-Honig.
</p>

<h2>
	Beim Manuka-Honig mehr Fälschungen als Original
</h2>

<p>
	Wer Manuka-Honig kaufen will, muss wissen, dass 80 bis 85 Prozent der Angebote auf dem Markt gefälscht sind. In diesen Honigen ist kein Methyl-Glyoxal. Darauf wies 2013 die britische <em>Agentur für Lebensmittelstandards</em> hin. Manuka sei der „Star im Honigregal von Reformhäusern und Ökomärkten“, so der Biologe und Journalist Volker Mrasek im <a href="http://www.deutschlandfunk.de/teuer-und-angeblich-keimtoetend.676.de.html?dram:article_id=264683" rel="external nofollow">Deutschlandfunk</a>. Da die Käufer bereit seien, bis zu 50 Euro für ein Glas zu zahlen, locke das Betrüger an. Professor Dr. Thomas Henle (Institut für Lebensmittelchemie TU Dresden) meint, dass diejenigen echte Manuka-Honige seien, die auf einem Prädikatssiegel den Gehalt an Methyl-Glyoxal angeben, abgekürzt als MGO oder als UMF (Unique Manuka Factor).
</p>

<h2>
	Kommentar
</h2>

<p>
	Die generelle Behauptung, Manuka-Honig habe bei Psoriasis schon „sehr gute Erfolge“ erzielt, ist nach unseren ausführlichen Recherchen nicht haltbar. Schriftlich darauf angesprochen konnte Detlef Mix, der das behauptet hat, nicht auf eigene Erfahrungen oder Quellen hinweisen. Stattdessen versprach er, sich „nach Fallbeispielen umzutun.“
</p>

<h3>
	Für Wirkung von Manuka-Honig fehlen Belege
</h3>

<p>
	Aber Einzelfälle sind keine abgesicherten Beweise für eine so grundlegende Behauptung. Bei Erfahrungsberichten kann nicht objektiv nachgeprüft werden, was letztendlich zur Erscheinungsfreiheit geführt hat. Ähnliches trifft auf die sehr kleine Untersuchung aus Dubai zu. Es sind lediglich acht Psoriatiker mit einer Honig-/Wachs-/Öl-Mischung behandelt worden. Es hätte auch andere Gründe geben können, weshalb sich bei den Patienten nach drei Wochen die Psoriasis gebessert hat. Einzelne Erfolge mit Paraffin ohne Wirksubstanz bekräftigen das. Das heißt nicht, dass Honig bei Psoriasis wirkungslos sein muss. Ein Beweis dafür, dass es <span style="text-decoration:underline;">Manuka</span>-Honig sein muss, ist diese Untersuchung jedenfalls nicht. Der dabei verwendete Honig kam aus der arabischen Region und enthielt kein Bakterien tötendes Methyl-Glyoxal. Außerdem ist Psoriasis – im Gegensatz zur Neurodermitis – nicht bakteriell bedingt.
</p>

<p>
	Im TV-Beitrag erklärte Dr. Zerm, dass Manuka-Honig so wirksam bei der Wundheilung sei, weil er die Epidermilisierung fördere, d.h. sich neue Haut schneller bildet. Bei der Psoriasis bildet sich die Haut 9 x schneller, als es von der Natur vorgesehen ist. Kann ein Wirkstoff gut bei Psoriasis sein, wenn er diese krankhafte Hauterneuerung weiter anheizt? Da sind wir unsicher.
</p>

<p>
	In vielen Artikeln über Manuka-Honig wird stets nur auf die jahrelangen Erfahrungen des Dr. Zerm (Berlin) und des Prof. Dr. Simon (Bonn) hingewiesen. Überzeugender wäre es, wenn weitere, naturheilkundlich orientierte Kliniken diese Erfolge bestätigen könnten.
</p>

<h3>
	Gute Pillen - Schlechte Pillen: Raten von Behandlungsversuchen ab
</h3>

<p>
	Das kritische Magazin zweifelt im <a href="http://gutepillen-schlechtepillen.de/honig-lebensmittel-und-medizin/" rel="external nofollow">Heft 1/2013</a> daran, die "die Ergebnisse nur einer Forschungsgruppe" zur Wundbehandlung verlässlich sind. Die günstigen Effekte von Honig bei Psoriasis und Neurodermitis in der Studie aus Dubai beruhten "wesentlich auf Placebowirkungen. Denn gerade bei diesen Hauterkrankungen wirke sich ein Wechsel der Therapie relativ häufig - aber meist zeitlich begrenzt - günstig aus". Ausdrücklich rät <em>GPSP</em> davon ab, zu versuchen, ernsthafte Erkrankungen mit Honig zu behandeln.
</p>

<h3>
	Gesundheits-Lounge - keine objektive Darstellung
</h3>

<p>
	Leider bestätigt dieser TV-Beitrag erneut unsere langjährigen schlechten Erfahrungen mit Gesundheitsberichten in privaten Sendern. Der TV-Bericht wurde innerhalb der Serie „Die Gesundheits-Lounge“ bei <em>TV-Berlin</em> gesendet. Diese Sendung gibt es inzwischen (2017) nicht mehr. Sie wurde produziert von einer <a href="http://www.naturheilmagazin.de/impressum.html" rel="external nofollow">Firma</a>, die die Ideen von „Komplementärmedizin und ganzheitlicher Lebensweise“ verbreiten will. Dieser „Expertentalk“ war ein bunter Mix aus Naturheilkunde, Homöopathie, Anthroposophie und Esoterik. Einige der schon gesendeten Themen sind wissenschaftlich widerlegt (<a href="http://blog.gwup.net/2013/11/27/schwindel-wasser-im-zdf/" rel="external nofollow">lebendiges Wasser</a>) oder als lebensgefährlich eingestuft (<a href="http://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2012/news75.php#contentnavigation" rel="external nofollow">Vitalpilze als Krebstherapie</a>).
</p>

<p>
	Kritische oder abwägende Positionen waren im Konzept der „Gesundheits-Lounge“ nicht vorgesehen. Über mögliche Risiken oder Nebenwirkungen erfuhr man ebenfalls nichts. Korrekterweise hätten die beiden Experten auf mögliche Schmerzen, <a href="http://www.webmd.com/a-to-z-guides/manuka-honey-medicinal-uses" rel="external nofollow">allergische Reaktionen und Blutzucker-Anstieg durch Manuka-Honig hinweisen müssen, eventuell auch auf Wechselwirkungen zu Chemo-Therapeutika</a>. Statt allgemein von „direkten wundheilungs-fördernden Wirkungen“ zu sprechen, hätten sie darauf aufmerksam machen müssen, dass das bei <span style="text-decoration:underline;">chronischen</span> Wunden von Schulmedizinern völlig anders gesehen wird. Zu den "chronischen Wunden" müsste man ebenfalls die Psoriasis zählen.
</p>

<p>
	Die Aussage in dem TV-Beitrag zur positiven Wirkung des Manuka-Honigs auf die Rhinosinusitis (gleichzeitige Entzündung von Nasen-Schleimhaut und –Nebenhöhlen) ist <a href="https://www.test.de/Honig-im-Test-1750427-0/" rel="external">erst theoretische Erkenntnis</a>. Dass Manuka-Honig gegen schädliche Magen-Bakterien helfe, so Prof. Henle, sei <a href="http://www.deutschlandfunk.de/teuer-und-angeblich-keimtoetend.676.de.html?dram:article_id=264683" rel="external nofollow">wissenschaftlich noch nicht hinreichend belegt</a>. Ein osmotischer Effekt des Honigs, wie Heilpraktiker Mix in seiner schriftlichen Antwort behauptet, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Manuka-Honig" rel="external">„wird nach den heutigen Kenntnissen in Frage gestellt“</a>. Vielleicht hätte auch erwähnt werden können, dass es einen ähnlich gut gegen Bakterien wirkenden Honig gibt, den Sidr-Honig aus dem Jemen.
</p>

<p>
	In dem TV-Gespräch hätten die Experten die Zuschauer unbedingt vor den weit verbreiteten Fälschungen warnen müssen. Selbst Prädikatssiegel mit MGO- oder UMF- Angaben kann man nachmachen. Echten Manuka-Honig zu bekommen ist vermutlich nicht so leicht. Dazu hätte man als Zuschauer gerne genaue Hinweise von den Experten bekommen.
</p>

<p>
	Man sollte wissen, dass Bernhard Mix nur einige Monate vor der Sendung ein Buch zu diesem Thema auf den Markt gebracht hat: „Manuka-Honig: Ein Naturprodukt mit außergewöhnlicher Heilkraft“. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Honi_soit_qui_mal_y_pense" rel="external">Honi soit qui mal y pense.</a>
</p>

<p>
	[1] „Manuka-Honig zur Wundbehandlung“, Deutsche Apotheker Zeitung, 04.08.2011
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">671</guid><pubDate>Sun, 01 Feb 2015 18:43:00 +0000</pubDate></item><item><title>Psoriasis und Alternativ-Medizin 2014</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/komplementaermedizinkongress/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2014_11/unnamed.jpg.79b9aafafaec3c4b1ca7bdabe21eca74.jpg" /></p>

<p>
	In Baden-Baden fand Ende Oktober die 48. Medizinische Woche statt. Das ist europaweit die größte Veranstaltung der „Komplementär-Medizin“. Das Psoriasis-Netz hat die verschiedensten kommerziellen Aussteller danach gefragt, was sie bei Schuppenflechte raten würden. Nicht ganz unerwartet haben fast alle genau ihren Ansatz auch für die Psoriasis empfohlen.
</p>

<p>
	Typisch für die Grundhaltung vieler auf diesem Kongress war die Einstellung zur <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Evidenzbasierte_Medizin" rel="external">evidenzbasierten Medizin (ebM)</a>: Chronische Erkrankungen, wie die Psoriasis, würden nur am Symptom behandelt werden, vor allem durch Schwächung des Immunsystems. Das meist lebenslang und oft mit quälenden Nebenwirkungen für den Patienten. Die hohen Gewinnerwartungen der Pharmaindustrie würden das Gesundheitssystem bald überfordern. So z.B. <a href="https://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20100622120852AAfKggE" rel="external nofollow">Dr. medic.-storm. (RO)</a> Martin Klehmet (Bremen). Wenn mehrere Faktoren (Stressoren) eine Krankheit verursachen, sei das für die ebM nicht eindeutig zu beweisen und bliebe deshalb unberücksichtigt, so Dr. Peter Ohnsorge, Würzburg. Dagegen stehe die „Erfahrungsheilkunde“, die ihre therapeutische Sicherheit durch ärztliche Heilkunst in der Praxis gewinnen würde.
</p>

<p>
	Wie zu erwarten, waren auf dem Kongress die unterschiedlichsten Richtungen der Alternativ-Medizin vertreten: von plausiblen Ansätzen gesunder oder heilender Wirkmechanismen bis hin zu fragwürdigen oder spirituellen Methoden. Wer Seriöses von Unseriösem unterscheiden will, muss sich sehr genau informieren und darf sich nicht von Einzelschilderungen beeindrucken lassen.
</p>

<p>
	Dr. Bernhard Uehleke (Berlin) berichtete von positiven Erfahrung mit „Heilerde“. Die könne man durchaus erfolgreich bei Psoriasis anwenden. Dr. Rainer Stange (Berlin) betonte die positive Wirkung des Fastens unter ärztlicher Kontrolle und der Eigenblut-Therapie. An Wirkstoffen gegen entzündliche Hautkrankheiten wurden Präparate mit Weihrauch oder Curcuma angeboten. <a href="http://www.chia-samen.info" rel="external nofollow">Chia-Samen</a>, relativ neu in Deutschland, hat einen hohen Anteil an entzündungshemmenden Omega-Fettsäuren.
</p>

<p>
	Vertreten war eine <a href="http://www.mierlohout.nl/" rel="external nofollow">niederländische Apotheke</a>, die Dimethylfumarat (DMF) - Tabletten unter dem Markennamen Psorinovo® anbietet. Der Wirkstoff entspricht dem extrem teuren Tecfidera® von Biogen Idec. Das sollte ursprünglich als besser verträgliches Fumarsäure-Präparat für Psoriasis auf den Markt kommen. Zur Zeit (2014) ist es nur für die Behandlung der Multiplen Sklerose zugelassen. Erst in 2017 wird <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2017" rel="">ein entsprechendes Psoriasis-Präparat</a> auf den europäischen Markt kommen. Dimethylfumarat kann <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/fumaderm-psorinovo-pml" rel="">vereinzelt zu schwerer PML führen</a>. Da die Apotheke aktuell (2017) keine deutschsprachige Internetseite mehr anbietet, kann man vermutlich diese Tabletten nur noch in den Niederlanden beziehen.
</p>

<p>
	Darmbakterien prägen unser Immunsystem in erheblichem Maße. Deshalb propagieren Naturheilkundler auch bei Hautkrankheiten schon seit Jahren, den Darm zu sanieren, d.h. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Symbioselenkung" rel="external">mikrobiologisch zu therapieren</a>. Dr. Annette Jänsch (<a href="http://naturheilkunde.immanuel.de/einrichtung/versorgungsbereiche/hochschulambulanz/" rel="external nofollow">Hochschulambulanz für Naturheilkunde, Berlin</a>) berichtete, wie aufwendig es sei herauszufinden, welche Bakterienstämme gestärkt werden müssen. Sie habe gute Erfahrungen mit der Mikrobiologischen Therapie bei Nesselsucht (Urtikaria) und Neurodermitis (Atopische Dermatitis) gemacht. Auf Nachfrage bedauerte sie, dass sie bei Psoriatikern mit diesem Ansatz bisher keinen Erfolg gehabt hätte. Kommerzielle Anbieter dagegen behaupteten das Gegenteil. Ein Medizinprodukt mit natürlichen Humin-Säuren soll den Darm entgiften. Bei der Darmsanierung helfen können Produkte mit Probiotika oder rechtsdrehender Milchsäure. Bitterstoffe in vielen Pflanzen wirken entschlackend und gegen Übersäuerung.
</p>

<p>
	Psoriasis wurde aber auch als Defizit von Mikro-Nährstoffen bezeichnet. Dadurch würde das Immunsystem nicht mehr richtig reagieren. „Ortho-molekulare“ Präparate werden sowohl für Psoriasis wie auch für Neurodermitis angeboten, z.B. mit Amino-, Fol- oder Omega 3 -Säuren und Vitamin E. „Bio-molekulare“ Präparate sollen bei Psoriasis wirken, indem sie der kranken Milz, Thymusdrüse, Nebenniere oder den Lymphknoten mit „Bestandteilen entsprechend gesunder Organe“ helfen.
</p>

<p>
	Homöopathisch orientierte Anbieter sahen Psoriasis als eine Stoffwechsel-Störung von Leber und Galle. Diese Organe müssten durch entsprechende Präparate gestärkt werden.
</p>

<p>
	Für die äußerliche Behandlung gibt es ein "Mönch Balsam" mit zinkhaltigem Harz des Pistazienbaums gegen Psoriasis und die Neurodermitis-Creme "Ekzevowen® derma" mit Mahonia, Indischen Wassernabel (Centella) und Veilchen (Viola).
</p>

<p>
	Auffällig war, dass sehr viele physikalisch wirkende Geräte zur Diagnose und Therapie angeboten wurden. In allen Fällen wurde bestätigt, dass auch Psoriasis damit behandelt oder deutlich gelindert werden könne. Verschiedene Verfahren arbeiten mit Sauerstoff bzw. Ozon und sollen auch die kleinsten Blutgefäße noch gut versorgen. Aufwendige Bio-Resonanz-Techniken messen Körperfrequenzen, um (auch verborgene) Krankheiten aufzudecken und zu behandeln. Mit pulsierenden Elektro-Magnetfeldern arbeiten Geräte, die generell die Körperenergie positiv regulieren und auf die Gefäße stabilisierend wirken sollen. Sie werden z.B. oft bei Schmerzen eingesetzt (<em>Siehe Foto: Autor hatte Knieschmerzen</em>). Damit kann man auch Wasser ionisieren, das man nicht nur trinken, sondern auch auf die Psoriasis-Hautstellen auftragen sollte. Ein Gerät schickt mit einer Licht-Therapie Bio-Photone in den Körper, um, so der Aussteller, das „Schwefelproblem“ bei Psoriatikern zu lösen. Therapeutische Effekte soll eine Hyper-Thermie-Anlage bewirken, mit der die Körpertemperatur erhöht wird.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">591</guid><pubDate>Sun, 09 Nov 2014 10:52:00 +0000</pubDate></item><item><title>Rundschau: Was andere &#xFC;ber die Therapie mit Radon schreiben</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/rundschau-radon/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2013_05/rundschau.png.2d9fdda1275b07c214091438ebd97848.png" /></p>
<p>
	Hier finden Sie Hinweise auf Internetseiten, die über die Radon-Therapie berichten.
</p>

<p>
	<a href="http://rheumatologe.blogspot.de/2013/05/radonstollen.html?spref=tw" rel="external nofollow">Radonstollen</a><br>
	In seinem Blog hat der Rheumatologe Lothar M. Kirsch seine Meinung über die Radontherapie kundgetan.
</p>

<p>
	<a href="http://www.gsi.de/de/start/aktuelles/detailseite/datum/2012/02/29/wie-und-warum-wirkt-eine-radontherapie.htm" rel="external nofollow">Wie und warum wirkt eine Radontherapie?</a><br>
	Das Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung untersucht Wirkung und Risiken der Radontherapie.
</p>

<p>
	<a href="https://www.bad-steben.de/gesundheit/radon-naturmoor/studien-wissenschaft.html" rel="external nofollow">Umfassende Informationen über die Radontherapie</a><br>
	Im bayerischen Bad Steben werden Radonbäder angeboten. Auf seiner Internetseite hat der Kurverein Bad Steben e.V. sehr umfassend aufgeschrieben, was es über die Therapie insgesamt zu wissen gibt.
</p>

<p>
	<a href="http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/naturheilmittel-bei-neurodermitis-9017147.php" rel="external nofollow">Radon als Alternative zu Cremes und Tabletten bei Neurodermitis</a>Im "Naturheilkunde - Naturheilverfahren Fachportal" wird über die Therapie der Neurodermitis (!) im Gasteiner Heilstollen berichtet.
</p>

<p>
	<a href="http://www.faz.net/sonntagszeitung/es-gibt-sie-doch-die-gute-radioaktivitaet-12083408.html" rel="external nofollow">Radontherapie in Deutschland</a><br>
	Die FAZ ging der Radontherapie in Deutschland nach.
</p>

<p>
	<a href="http://www.ingenieur.de/Branchen/Gesundheitswesen/Rheuma-Behandlung-Radon-Pruefstand" rel="external nofollow">Wirkung von Radon bei Entzündungen wird erforscht</a><br>
	Radonbäder sollen bei Psoriasis arthritis und auch bei Psoriasis helfen. Angewendet wird es vor allem in einzelnen Kurbädern und in Stollen. Aber wie wirkt es genau? Das wird jetzt wissenschaftlich erforscht.in: VDI-Nachrichten, 18.05.2012
</p>

<p>
	<a rel="">Radon: Radioaktive Strahlung als Schmerztherapie</a><br>
	"In einem alten Bergwerksstollen am Bad Kreuznacher Nahe-Ufer inhalieren Schmerzpatienten das radioaktive Gas Radon, das dort aus den Tiefen des Gesteins strömt. Die Strahlung soll Leiden wie Rheuma lindern. Der Nutzen einer Radontherapie ist jedoch umstritten."in: Pharmazeutische Zeitung, 17/2011
</p>

<p>
	Erwähnt sei noch ein Video über die Therapie im Heilstollen in Bad Gastein:
</p>

<div class="ipsEmbeddedVideo">
	<div>
		<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="150" id="ips_uid_6224_7" src="https://www.youtube.com/embed/MA4GnceuYus?feature=oembed" width="200" loading="lazy"></iframe>
	</div>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">613</guid><pubDate>Sat, 11 May 2013 11:32:00 +0000</pubDate></item><item><title>Jod und Schwefel in Bad Wiessee wieder im Fokus</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/jod-schwefel-baeder-bad-wiessee/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2013_03/bad_wiessee_jodbad.jpg.a98a356e877d6ae878b3c15e29316070.jpg" /></p>
<p>
	Schwefelbäder gehören schon lange zu den Behandlungsmöglichkeiten der Schuppenflechte. In Bad Wiessee hat man damit Erfahrung: Dort entspringt Deutschlands stärkste Jod-Schwefel-Quelle. Im Jahr 1930 schrieb Dr. Franz Schlotmann in seinem Buch "Bad Wiessee und die Wirkungen von Jod und Schwefel" von "hervorragend guten Erfolgen bei vielen Hautkrankheiten, namentlich bei Psoriasis". Die Wannen- und Sprühbäder galten fortan als entzündungshemmend und schmerzstillend. Was aus der Königin-Wilhelmina- und der Adrianus-Quelle kam, war einfach da – und wurde nicht erforscht. Die Wirkung des Wassers geriet  in Vergessenheit.
</p>

<p>
	Dann aber legten die Hautärzte Professor Hans-Wilhelm Kaiser und Dr. Ulrike Winter vom <a href="http://www.derma-tegernsee.de/leistungen/allgemeine-dermatologie/balneophototherapie/jod-schwefelquellenbad-wiessee/" rel="external nofollow">Hautzentrum Bad Wiessee</a> ihr Augenmerk wieder auf das Heilmittel.
</p>

<p>
	Laut Dr. Ulrike Winter durchdringt Schwefelwasserstoff 100-mal schneller die Haut als beispielsweise Sauerstoff. Innerhalb von acht Stunden verteile er sich in alle Schichten der Oberhaut – dort, wo die Psoriasis "zuhause" ist. „Durch Oxidation der Schwefelverbindungen werden freie Sauerstoff-Radikale in der Haut unwirksam“, stellt Dr. Ulrike Winter fest. Nach ihrer Erfahrung wirken Schwefelbäder abschuppend, desinfizierend und entzündungshemmend. Die Zellteilung wird "heruntergefahren".
</p>

<p>
	Die Wirkung wird gesteigert, wenn dem Jod-Schwefelwasser noch Sole (Salz) wird. Reine Solebäder aber können auf angegriffenen Psoriasis-Stellen unangenehm brennen. "Die Schwefelbäder sind so sanft und lindern, dass sich die Patienten dabei entspannen", erklärt Dr. Ulrike Winter – und diese Entspannung trage zum Gesundungsprozess bei. Kommt dann noch UV-B-Licht zum Einsatz, wird die positive Wirkung der Jod-Schwefel-Therapie noch einmal intensiviert.
</p>

<div>
	<p>
		<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19393" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2013_03/bad_wiessee_patientin150.jpg.05b713a42b5a3d741a5d178069e10da8.jpg" rel="" style="float:left;"><img alt="Gabriele Knirsch-Bichler" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19393" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2013_03/bad_wiessee_patientin150.jpg.05b713a42b5a3d741a5d178069e10da8.jpg" loading="lazy"></a>Gabriele Knirsch-Bichler aus Gmünd leidet seit 37 Jahren an Psoriasis. Der 56-Jährige machen auch Asthma und Allergien zu schaffen. Im Jahr 1994 war sie drei Monate lang krankgeschrieben. Die nutzte sie für eine Bade- und Inhalationskur in Bad Wiessee und für eine Rotationsdiät. "Schon nach den ersten zwei bis drei Bädern merkte ich, wie es besser wurde, wie meine Haut elastischer wurde und entspannte", so Gabriele Knirsch-Bichler. Insgesamt nahm sie damals 20 Bäder. "Ich habe mich dann zwei Jahre lang jedes Wochenende ins Auto gesetzt, um nach Bad Wiessee zu kommen und  zu baden. Auch meine gesamten Ferien habe ich hier verbracht. Ich habe mich hier regelrecht gesund gebadet. "Nach zwei Jahren, in denen sie zusätzlich zu den Bädern die Rotationsdiät einhielt, war die Schuppenflechte weg. Das blieb fast 20 Jahre lang so, wobei sie immer viel und kontinuierlich cremte. Als im Herbst 2012 die Entzündungen nach privatem Stress wieder loslegten, ließ sich Gabriele Knirsch-Bichler wieder 20 Bäder verschreiben – diesmal in Kombination mit der Lichttherapie und so erfolgreich wie beim ersten Mal.
	</p>

	<p>
		Betroffenen rät Gabriele Knirsch-Bichler, sich Zeit zu geben und Langmut zu zeigen, damit das Wasser wirken kann.
	</p>

	<div>
		 
	</div>

	<div>
		Über die Wirkung von Schwefelbädern hatten wir bereits im Artikel "<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/schwefel-fakten" rel="">Schwefel – ein selten eingesetztes Mittel</a>" berichtet.
	</div>

	<div>
		 
	</div>

	<div style="text-align:center;">
		*****
	</div>

	<div>
		<strong>Hast Du Erfahrung mit Jod- oder Schwefelbädern?</strong> Berichte davon doch einmal <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/" rel="">in unserem Forum</a>. Andere Betroffene interessiert das  immer.
	</div>

	<div>
		 
	</div>

	<div style="text-align:right;">
		<em>Fotos: Jod-Schwefelbad Wiessee (oben), Andreas Leder (unten)</em>
	</div>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">539</guid><pubDate>Tue, 26 Mar 2013 13:47:00 +0000</pubDate></item><item><title>Indigo naturalis: Ein blaues Pulver gegen Schuppenflechte</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/indigo-naturalis/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2008_11/indigo_blau_big.jpg.470c9c04681b131ca612d34ae9614965.jpg" /></p>

<p>
	<strong>Ein dunkelblaues Pulver aus der Pflanze "Indigo naturalis" kann bei Schuppenflechte helfen. Es wird schon länger in der Traditionellen Chinesischen Medizin verwendet. Der chinesische Name lautet Qing Dai.</strong>
</p>

<p>
	Forscher an der Chang-Gung-Universität in Taiwan haben die Ergebnisse eines Experimentes veröffentlicht: Sie gaben 42 Patienten, deren Schuppenflechte auf andere Behandlungen nicht reagierte, besagtes "Indigo naturalis". Das wurde auf einer Seite des Körpers auf die Psoriasis-Stellen aufgetragen - üblicherweise auf Arm, Ellenbogen, Bein oder Knie. Auf die Stellen auf der anderen Seite des Körpers kam ein Placebo.
</p>

<p>
	Die Forscher bewerteten den Verlauf und fotografierten die Haut zu Beginn der Behandlung, alle zwei Wochen - und das drei Monate lang.
</p>

<p>
	Nach diesen drei Monaten zeigten die mit "Indigo naturalis" behandelten Stellen eine deutliche Besserung in Bezug auf Schuppung, Rötung und "Härte" der Stellen. "Die Psoriasis-Stellen zeigten eine Besserung um 81 Prozent" schreiben die Forscher. Die anderen Stellen, die mit dem Placebo behandelt worden waren, besserten sich "nur" um 26 Prozent.
</p>

<p>
	Nebenwirkungen soll es nicht gegeben haben. Vier Patienten verspürten zu Beginn des Experiments nach dem Auftragen des pflanzlichen Stoffs einen Juckreiz.
</p>

<p>
	Bei 25 der 34 Patienten, die bis zum Ende der Studie durchgehalten haben, waren die Stellen komplett oder fast komplett verschwunden.
</p>

<p>
	Das Fazit der Forscher: "Die Behandlungsmethode ist sicher und effektiv." Aber: Es müsse weitergeforscht werden - vor allem nach der richtigen Dosierung, damit der Wirkstoff besser von der Haut aufgenommen und einfacher vom Patienten angewendet werden kann.
</p>

<p>
	Die gleiche "Chefin" der Forscher hatte im Herbst 2006 bereits davon berichtet, dass das Pulver auch Kindern mit Schuppenflechte hilft. (2)
</p>

<p>
	Wer eine Behandlung mit <em>Indigo naturalis</em> ausprobieren möchte, sollte einen Fachmann aufsuchen, der Traditionelle Chinesische Medizin praktiziert. Eine <a href="https://www.agtcm.de/patienten/therapeuten-suche.htm" rel="external nofollow">Suche auf der Internetseite der Arbeitsgemeinschaft für TCM</a> hilft da weiter. Zehn Gramm des Pulvers kosten übrigens 1,05 Euro und aufwärts.
</p>

<p>
	Eine <em>Einnahme</em> des Pulvers über lange Zeit indes bringt Probleme mit Magen und Darm sowie Nebenwirkungen auf die Leber mit sich. Im Internet kursiert Tee mit <em>Indigo naturalis</em>. Davon wird also abgeraten.
</p>

<h2>
	Tipp zum Weiterlesen
</h2>

<ul>
	<li>
		In unserem Forum hatte ein Betroffener einmal einen <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/9934-alternativer-selbstversuch-mit-f%C3%A4rberwaid/" rel="">Versuch mit einer Creme mit Färberwaid bzw. Indigo</a> gestartet.
	</li>
</ul>

<p>
	Quellen
</p>

<p>
	(1) "Indigo ointment may help treat patients with psoriasis" in: "Archive of Dermatology" 11/2008
</p>

<p>
	(2) "<a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1525-1470.2006.00295.x" rel="external nofollow">Successful Treatment of Pediatric Psoriasis with Indigo naturalis Composite Ointment</a>" in: Pediatric Dermatology (Volume 23 Issue 5)
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">276</guid><pubDate>Fri, 14 Nov 2008 11:09:00 +0000</pubDate></item><item><title>Schwefel &#x2013; ein selten eingesetztes Mittel</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/schwefel-fakten/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2008_08/schwefelbad150.jpg.00d7e5b7a76633bbef8b1d9b64ec7198.jpg" /></p>

<p>
	In Deutschland spielt Schwefel (Sulfur) zur Therapie von Psoriasis und Psoriasis arthritis kaum noch eine Rolle. In der <a href="https://www.fk-bentheim.de/" rel="external nofollow">Fachklinik Bad Bentheim</a> werden Hautpatienten <em>vor</em> der UV-Bestrahlung in schwefelhaltigem Wasser (mit oder ohne schwache Sole) gebadet, wenn sie offene Stellen haben. Reines Solewasser würde zu stark brennen. In anderen Ländern dagegen gehört Schwefel weiterhin zum Standard der Psoriasis-Therapie.
</p>

<p>
	Die ICHTHYOL-GESELLSCHAFT, Hersteller von Shampoos und Cremes mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sulfonierung" rel="external">sulfoniertem</a> Schieferöl, verweist darauf, dass diese Präparate mit dem "elementaren" Schwefel keine chemischen Gemeinsamkeiten haben.
</p>

<p>
	Warum wird Schwefel zur Behandlung der Psoriasis und der Psoriasis Arthritis bei uns kaum noch angewendet?
</p>

<p>
	Schwefel als Heilmittel war schon im antiken Griechenland bekannt. Die Römer verbreiteten die Kultur des heilenden Badens und Trinkens über ganz Europa. Aber erst mit Aufkommen eines wohlhabenden Bürgertums entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts zahlreiche Kurorte, die zum größten Teil heute noch existieren. Ein Beispiel ist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Marienbad" rel="external">Marienbad</a> mit seinen Schwefelquellen.
</p>

<h2>
	<strong>Langjährige Erfahrungen</strong>
</h2>

<p>
	Noch heute werden Erkrankungen des Bewegungsapparats und der Haut mit schwefelhaltigem Wasser und Schlamm behandelt - vor allem in Tschechien, Ungarn, der Slowakei, aber auch in Österreich. In Deutschland versteht sich die "Bad Nenndorfer Schwefelquelle [als] eine der stärksten in Europa" [1].
</p>

<p>
	Die Erfahrung, dass Schwefel bei bestimmten Krankheiten hilft, ist also schon sehr alt. Trotzdem ist der Wirkstoff "durch die rasante Entwicklung neuer Medikamente zunehmend in Vergessenheit" geraten [2]. Oder ist der Wirkstoff überholt, weil es heutzutage bessere und schneller wirkende Mittel gibt?
</p>

<p>
	Viele schwefelhaltige, "rezeptfreie Arznei- oder Hautpflegemittel [haben] ihre Zulassung verloren und [sind] vom Markt verschwunden". Vermutlich wegen "fehlender wissenschaftlicher Studien zu ihrer Wirksamkeit" [3]. 1993 kam ein "unabhängiges Gremium zu dem Urteil, dass der Schwefel als Mittel zur Hautbehandlung zwar nur geringe Nebenwirkungen besitzt, seine Wirkung aber nicht ausreichend belegt ist. [...] Dabei wurden allerdings strenge Forderungen an den Wirkungsnachweis gestellt und nicht alle Einsatzgebiete getestet" [4]. Das bezieht sich auf schwefelhaltige Salben, Cremes und Tinkturen. Hersteller von Naturheilmitteln können meist aufwendige Studien nicht finanzieren. Die Pharmaindustrie ist an Schwefel nicht interessiert.
</p>

<h2>
	<strong>Untersuchungen vor allem von behandelnden Kliniken</strong>
</h2>

<p>
	Vorliegende wissenschaftliche Untersuchungen sind fast alle in enger Zusammenarbeit mit den behandelnden Kliniken durchgeführt worden. So wurde untersucht, wie Schwefelwasserstoff auf die Hautzellen wirkt: Schwefel dringt schnell in die Haut ein und sorgt dafür, dass die hornbildenden Zellen (Keratinozyten) weniger schnell wachsen und das entzündungsfördernde Interleukin-8 verringert wird [5]. Wenn sich Schwefel mit Sauerstoff in der Haut verbindet, gehen Entzündungen zurück, weil Sauerstoff-Radikale abgefangen und Langerhans-Zellen blockiert werden [6]. Das wurde an zehn Psoriasis-Patienten bestätigt [7]. Schwefel fördert außerdem die Durchblutung, mindert den Juckreiz und macht Gelenke und Bewegungssystem weniger schmerzempfindlich [8]. Er mobilisiert körpereigene Selbstheilungskräfte wie "endogene Opiate" [9].
</p>

<p>
	An 15 Psoriasis-Patienten wurde in <a href="https://www.ensanahotels.com/sk/liecebne-kupelne-hotely/destinacie/slovensko/smrdaky?set_lang=de" rel="external nofollow">Smrdáky</a> dokumentiert, wie sich deren <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> durch die Schwefelbäder und anschließender UV-Bestrahlung verbessert hat. Mit dem <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> misst man, wie schwer eine Psoriasis ist. Bei drei Patienten verbesserte sich der <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> um 60 bis 79 Prozent. Bei sechs ging er sogar zwischen 80 und 89 Prozent zurück, und bei den restlichen, glücklichen sechs verbesserte er sich um 90 Prozent oder mehr. [10]
</p>

<p>
	Die gleichen Ärzte befragten 50 Patienten, wie lange sie nach der Behandlung erscheinungsfrei waren: Bei den Frauen waren es durchschnittlich neun Monate, bei den Männern 6,5. Die Angaben schwankten zwischen drei und zwölf Monaten.
</p>

<p>
	In Bad Nenndorf hat man 20 Patienten mit entzündlichen Gelenkkrankheiten befragt. Bei zehn von ihnen besserten sich nach Schwefelwasserstoff-Bädern die Gelenkschwellungen, bei 13 die Gelenkschmerzen, bei 16 die Morgensteifigkeit, und bei sieben gingen die Entzündungsprozesse zurück [11] .
</p>

<h2>
	<strong>Einige Geduld nötig</strong>
</h2>

<p>
	Untersuchungen an so wenig Patienten sind nicht repräsentativ. Trotzdem bestätigen sie, dass Schwefel wirksam sein kann. Im <a href="https://www.thermewien.at/" rel="external nofollow">Rheumazentrum Wien-Oberlaa</a> hat man die Erfahrung gemacht, dass Patienten unterschiedlich gut auf Schwefelbadekuren ansprechen. Diejenigen, bei denen sie helfen, müssen oft drei bis vier Wochen warten, bis sie die Therapie wirkt [12].
</p>

<p>
	Wie aus einer anderen Zeit mutet dagegen die Behandlung der russischen Ärztin Dr. Nadjeschda Botalowa an: Psoriasis-Patienten werden vom Kopf bis zum Hals mit einer 33-prozentigen Schwefelsalbe eingeschmiert. Erst am vierten Tag wird diese Schicht wieder abgespült. Nach zwei Ruhetagen wird die Prozedur wiederholt - mindestens drei Wochen lang. Dr. Botalowa geht davon aus, dass a l l e Hautkrankheiten durch Krätze-Milben verursacht sind. Mit der Schwefelsalbe tötet man die Larven ab. Sie hat nach eigenen Angaben 117 Psoriasis-Patienten behandelt, die dann 3,8 Jahre erscheinungsfrei blieben [13].
</p>

<h2>
	Fazit
</h2>

<p>
	Generell sind Schwefelbäder eine natürliche und sanfte Behandlungsmöglichkeit mit fast keinen Nebenwirkungen. Bei Hautpatienten sind sie aber nur dann wirklich erfolgreich, wenn sie mit <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c40-bestrahlung" rel="">UV-Bestrahlungen</a> kombiniert werden. Das macht sie für Kinder weniger geeignet. Bei Gelenkerkrankungen sind sie nicht geeignet, wenn man gerade einen akuten, entzündlichen Schub hat.
</p>

<p>
	Wer vor den Nebenwirkungen von Medikamenten zurückschreckt und keine schwere Psoriasis hat, kann problemlos ausprobieren, wie gut ihm eine Schwefel-Badekur tut. Es ist aber nichts für eilige Patienten.
</p>

<p>
	Einen <a href="https://www.psoriasis-netz.de/blog/3-unterwegs-in-smrd%C3%A1ky/" rel="">Erfahrungsbericht über den Aufenthalt in Smrdaky (Slowakei)</a> findet sich in einem Blog des Autors.
</p>

<p>
	<strong>Quellen:</strong>
</p>

<p>
	[1] "<a href="https://www.badnenndorf.de//kur-and-gesundheit/unsere-heilmittel-moor-schwefel-sole/schwefel/" rel="external nofollow">Bad Nenndorfer Schwefelquelle - eine der stärksten in Europa</a>"
</p>

<p>
	[2] "'<a href="http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/p-z/physikalische-medizin-rehab/?full=8329" rel="external nofollow">Der Schwefel sediert ohne Schaden alle Dolores</a>' - Sulfidschwefel hat in der Balneotherapie einen festen Stellenwert", Dr. Elke Böttcher, Wien, Rheuma Plus, Nr. 1, 2007
</p>

<p>
	[3] "Schwefelbäder - gut für Haut und Gelenke?", Dr. Ina Schicker, PSO aktuell 3/2005, S. 14 ff.
</p>

<p>
	[4] "<a href="http://www.naturheilkunde-news.de/2008/06/21/schwefel-gegen-hautkrankheiten/" rel="external nofollow">Schwefel gegen Hautkrankheiten</a>", Braun, Susanne, Naturheilkunde News, 21.06.08
</p>

<p>
	[5] "Effect of Sulphure Compounds on Cytokine Receptors", Arenberger, P., Schwarz, I., Czech-Slovak Dermatology 70, 1995, No. 1, p 9-11
</p>

<ul>
	<li>
		Dr. Petr Arenberger arbeitet an der Klinik für Dermatologie und Venerologie in Prag,
	</li>
	<li>
		Dr. Ivo Schwarz war damals Chefarzt der Kurklinik von Smrdáky.
	</li>
</ul>

<p>
	[6] "Schwefelbäder - gut für Haut und Gelenke?", Dr. Ina Schicker, PSO aktuell 3/2005, S. 15
</p>

<p>
	[7] "Effect of Hydrogen Sulphide on Cytokine Receptors of Psoriatic Keratinocytes", Arenberger, P., Schwarz, I., Czech-Slovak Dermatology, 72, No. 6, p. 228-229.
</p>

<p>
	[8] Balneotherapeutische Wirkungen des Schwefelwasserstoffes mit den Erkenntnissen des Naturheilbades Smrdáky, Dr. Jàn Liday, derzeitiger Chefarzt der Kurklinik von Smrdáky. (<a href="https://www.fitreisen.de/" rel="external nofollow">www.fitreisen.de</a>)
</p>

<p>
	[9] Prof. Dr. Helmuth G. Pratzel in PSO aktuell 3/2005, S. 15. Pratzel hat mehrere Bücher zum Schwefel veröffentlicht.
</p>

<p>
	[10] Hodnotenie kúpel'nej liecby v Srmrdákoch u chorych so psori´szou pomocou <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>, Dr. Jàn Liday und Dr. Dagmar Moravanská, Smrdáky 2004, (Eigenveröffentlichung)
</p>

<p>
	[11] "Schwefelbäder - gut für Haut und Gelenke?", Dr. Ina Schicker, PSO aktuell 3/2005, S. 16
</p>

<p>
	[12] Dr. G. Partsch in PSO aktuell 3/2005, S. 17, Dr. E. Böttcher, in Rheuma Plus, Nr. 1, 2007
</p>

<p>
	[13] "Unheilbare Krankheiten", Tamara Lebedewa, 2. Auflage, Hagen 2007, S. 312 ff.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">310</guid><pubDate>Fri, 22 Aug 2008 03:47:00 +0000</pubDate></item><item><title>Kohlwickel gegen Schuppenflechte</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/kohlwickel-gegen-schuppenflechte/</link><description><![CDATA[<p>
	B. W. empfiehlt Kohl. Der wird auf die Psoriasis-Stellen gelegt. B. W. half diese ungewöhnliche Methode. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.
</p>

<p>
	Ich habe seit 35 Jahren PSO und deshalb kann man sich vorstellen, dass ich immer auf der Suche nach Alternativen bin.
</p>

<p>
	Vor etwa zwei Wochen gab mir meine Krankengymnastin ein Buch über die Kohl-Therapie. Dies ist echt kein Scherz. Es gibt sie wohl schon sehr lange, und der Effekt soll einfach sein, dass Kohl Entzündungen aus dem Körper holt.
</p>

<p>
	Ich also sofort in einen Laden habe mir einen Wirsing gekauft. Gewaschen, gewalzt und auf die betroffenen Stellen gebunden. Und es wird wirklich besser. Wie lange es anhält und ob es dann an diesen Stellen wirklich nicht mehr wieder kommt, kann ich leider noch nicht sagen. Es ist auch sehr anstrengend, da man die Prozedur jeden Tag machen muss. Aber ich fand es irgendwie interessant und wollte es einfach mal weitergeben.
</p>

<p>
	Also viel Glück. Das Buch gibt's übrigens zu kaufen.
</p>

<p>
	Tschüs
</p>

<p>
	B. W. Sapienti (40)
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">766</guid><pubDate>Mon, 18 Apr 2005 09:08:00 +0000</pubDate></item><item><title>Weihrauch und Myrrhe: 15-J&#xE4;hrige erforscht die Wirkung auf Schuppenflechte</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/jugendforscht-pso/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2005_03/carolin-curtaz.jpg.073fcba9e8c8dfacc000a0e1da16e056.jpg" /></p>
<p></p><p>Eigentlich startete Carolin Curtaz mit ihrem Projekt beim Wettbewerb "Schüler experimentieren". Ihr Thema hat die Jury allerdings derartig überzeugt, dass sie von ihr kurzerhand zur Siegerin des Regionalwettbewerbs von "Jugend forscht" in der Kategorie Chemie erklärt wurde. Carolin hatte wissen wollen: "Heilige Heilung: Bewirken Weihrauch und Myrrhe bei Schuppenflechte Wunder?"</p><p></p><p>Carolin (15) ist "Patenkind" des Forschungszentrums für Experimentelle Biomedizin der Uni Würzburg. Ihre Mutter probierte die Wirkung der Cremes ihrer Tochter an ihrer eigenen Schuppenflechte aus. Bei ihr - meint sie - hat sich eine Besserung eingestellt. Im Vordergrund ihres Forscherdrangs von Carolin stand jedoch die Frage, wie das Öl aus dem Weihrauchharz gewonnen werden kann, wie Basiscremes hergestellt und wie sie gemischt werden.</p><p></p><p>Carolin darf ihr Projekt nun beim bayerischen Landeswettbewerb "Jugend forscht" verteidigen. Martin Lohse, Sprecher des nach Rudolf Virchow benannten Forschungszentrums, sagt: "Wir sind sicher, dass sie sich auch bei den ,Großen' behaupten kann und schon jetzt sehr stolz auf unser Patenkind."</p><p></p><p>Im Zentrum räumt man den jungen Forschern viel Platz ein: Die Schüler kommen mit eigenen Themenideen und sind in ihrer Forschung völlig unabhängig. Da aber nicht jedes Experiment in Muttis Küche funktioniert oder erwünscht ist, kann der Nachwuchs die Labore und Geräte des Rudolf-Virchow-Zentrums nutzen. Wenn es Probleme gibt, steht ein Wissenschaftler als Pate jederzeit mit Rat und Tat zu Seite.</p><p></p><p>Patenkind Carolin wusste neben ihrem Biologielehrer Eberhard Ende vom Würzburger Matthias-Grünewald-Gymnasium gleich ein ganzes Paten-Team hinter sich: Mit Biochemikerin Yvonne Wagner extrahierte sie mit Hilfe einer Wasserdampfdestillation das ätherische Öl aus dem zähen Weihrauchharz. Gregor Wienrich, Chemiker und Mediziner, wusste auf ihre brennenden Fragen rund um die Schuppenflechte stets die richtige Antwort.</p><p></p><p><b>Wichtig</b>: Die Wirkung von Weihrauch und Myrrhe auf Schuppenflechte <i>generell</i> ist selbst bei gestandenen Wissenschaftlern noch immer Gegenstand der Forschung und kann nicht verallgemeinert werden. <i>cl</i></p><p></p><p><i>Quelle: Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin der Uni Würzburg, 07.03.2005</i></p>]]></description><guid isPermaLink="false">275</guid><pubDate>Tue, 08 Mar 2005 08:22:21 +0000</pubDate></item><item><title>Heilpraktikerin mit Angst vor Ansteckung mit Schuppenflechte</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/heilpraktiker-danebe/</link><description><![CDATA[
<p>Oberflächliche Untersuchungen, falsche Diagnosen und unsinnige Behandlungen: Heilpraktiker sind nicht vor Fehldiagnosen und wirren Vorurteilen gefeit. Ein Tester der Zeitschrift "Öko-Test" hatte sich undercover in Behandlung begeben. Heraus kamen zuweilen haarsträubende Dinge.</p><p>Der "verdeckte" Öko-Test-Patient ging mit Rückenschmerzen zu 20 alternativen Heilern. Zuvor war in einer Universitätsklinik festgestellt worden, dass er statt der üblichen fünf Lendenwirbel sechs hat und dafür ein etwas kleineres Kreuzbein. Sechs der 20 Heilpraktiker attestierten dem ÖKO-TEST-"Patienten" unterschiedlich lange Beine, die er überhaupt nicht hat.</p><p>Eine Heilpraktikerin wollte den Blutdruck der Testperson partout durch den Pullover hindurch messen, da sonst Hautschuppen von Patienten mit Psoriasis übertragen werden könnten - dabei ist Schuppenflechte in keiner Weise ansteckend.</p><p>Klar ist: Unter Heilpraktikern gibt es ebenso schwarze Schafe wie unter Schulmedizinern. Natürlich sind die meisten der Heilpraktiker nicht wie die beschriebenen Kollegen. <i>cl</i></p><p>• Der <a href="http://www.oekotest.de/cgi/ot/otgs.cgi?doc=34803" rel="external nofollow">Artikel in Öko-Test</a></p><p>• Der <a href="http://www.oekotest.de/oeko/pms/audio/M0502-heilpraktiker-beitrag.mp3" rel="external nofollow">Beitrag zum Hören</a></p><p>• Ein <a href="https://www.oekotest.de/oeko/pms/audio/M0502-heilpraktiker-oton.mp3" rel="external nofollow">Interview zum Anhören</a> (MP3)</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">274</guid><pubDate>Thu, 03 Feb 2005 12:33:00 +0000</pubDate></item><item><title>Hom&#xF6;opathie mag keine L&#xF6;ffel aus Metall</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/homoeopathie-metall/</link><description><![CDATA[
<p>
	<b>Homöopathische Medikamente in Tropfenform sollen nicht mit einem Löffel aus Metall eingenommen werden. Das rät die "Apotheken Umschau".</b>
</p>

<p>
	Das Metall, so die Vorstellung der Homöopathen, verändert die "Heilinformation" in den Tropfen. Die entsprechenden Medikamente als Kügelchen - "Globuli" - sollen aus der Handfläche oder von einem Plastiklöffel und nicht zwischen den Fingern aufgenommen werden. Vor der Einnahme werden Tropfen noch einmal "verschüttelt". Dazu schlägt man das Fläschchen 10-mal in die Handfläche. Fünfzehn Minuten vor und nach der Einnahme soll weder gegessen noch getrunken und nicht geraucht werden. Auch Zähneputzen sollte man so lange verschieben.
</p>

<p>
	Die "Apotheken Umschau" liegt in vielen Apotheken aus. Im Internet ist sie unter <a href="http://www.GesundheitPro.de" rel="external nofollow">http://www.GesundheitPro.de</a> zu finden
</p>

<p>
	<i>Quelle: ots, 10.12.2004</i>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">273</guid><pubDate>Mon, 20 Dec 2004 10:04:00 +0000</pubDate></item><item><title>Mahonia: So gut wie Dithranol, aber besser vertr&#xE4;glich</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/natur-mahonia1/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2003_12/mahonia-aquifolium.jpg.028ef53a20a50eb721883d6feec5fb55.jpg" /></p>

<p>
	<em>Mahonia aquifolium</em>-Salbe ist nicht besser als das herkömmliche <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dithranol/dithranol-information/" rel="">Dithranol</a>. Sie wird bei manchen Patienten aber besser vertragen. Zu diesem Ergebnis kam Dr. Matthias Augustin von der Hautklinik der Albert-Ludwig-Universität in Freiburg (inzwischen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf).
</p>

<p>
	Er hatte mehr als 40 Patienten nach sechs und zwölf Wochen Anwendung beobachtet. Den Patienten war symmetrisch - also beispielsweise auf jeden Arm - eines der beiden Präparate aufgetragen worden.
</p>

<p>
	Nach sechs Wochen konnte die Mahonia-Salbe noch nicht mit Dithranol mithalten. Nach zwölf gab es dann aber kaum Unterschiede bei der Besserung.
</p>

<p>
	Das Fazit der Forscher: Leichte bis mittelschwere Formen der Plaque-Psoriasis können durchaus gut auf Mahonia-Salbe ansprechen.
</p>

<p>
	<i>3. Jahrestagung der Gesellschaft für Dermopharmazie, Juni 1999</i>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">272</guid><pubDate>Mon, 15 Dec 2003 02:25:00 +0000</pubDate></item><item><title>Weihrauch: Mittel ohne Nebenwirkungen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/natur-weihrauch3/</link><description><![CDATA[<p>Seit Urzeiten nutzen die Menschen den Weihrauch als Räucherwerk bei öffentlichen und privaten Kulthandlungen. Noch heute begrüßen die Jemeniten ihre Gäste mit Weihrauchduft. Hierzulande kennen wir den Weihrauch vor allem aus den Gottesdiensten der katholischen Kirche.</p><p><b>Grundsubstanz für Parfüms</b></p><p>Weihrauch diente auch als Grundsubstanz für Parfüms und Kosmetika. Selbst die modernen Duftschöpfer in Frankreich komponieren immer noch einige der teuersten Parfüms der Welt - neben vielen anderen Stoffen - auch aus Weihrauch.</p><p>Seine blutstillende Wirkung und die große Heilkraft machten Weihrauch aber auch zu einem bedeutenden medizinischen Mittel. Die ärzte des Altertums stellten daraus Tropfen, Salben und Pulver her. Entzündungen, Brandwunden, Schädelbrüche, Geschwüre, aber auch Kopfschmerzen, Gicht und Unterleibserkrankungen sollen damit geheilt worden sein. Weihrauch benutzte man eigentlich bei fast allen Krankheiten.</p><p><b>Weihrauch als Tumorkiller?</b></p><p>Professor Dr. Hermann Ammon aus Tübingen untersuchte in den 80er Jahren die pharmakolokische Wirkung und therapeutische Wirksamkeit des Weihrauchharzes indischer Bäume (Boswellia serrata). Er konnte den dämpfenden Einfluss des Harzes auf entzündungsfördernde Faktoren aus weißen Blutkörperchen im Zellversuch nachweisen. Chronische Entzündungen wie Athritis, Bronchialasthma, Morbus Crohn oder Schuppenflechte könnten deshalb - so das Fazit des Wissenschaftlers - wirksam bekämpft werden, und zwar ohne die Nebenwirkungen, die wir vom Cortison kennen. Bis es allerdings ein entsprechendes Medikament im Handel gibt, dürfte noch einige Zeit vergehen.</p><p><i>Quelle: Stuttgarter Zeitung, 2.Januar 1993</i></p><p>Der Bochumer Pharmakologe Thomas Simmet präsentierte 1996 zusammen mit dem Neurochirurgen Michael Winking von der Universität Gießen spektakuläre Heilungsergebnisse nach klinischen Untersuchungen an 25 Patienten, die an einem "Glioblastom", einem bösartigen Gehirntumor, litten: Die Säuren des indischen Weihrauchharzes hemmen das Turmorwachstum und die begleitenden Wassereinlagerungen (ödeme), die vermutlich durch Leukotriene verursacht werden. Leukotriene sind hormonähnliche Substanzen, Lockstoffe für weiße Blutzellen, die verschiedene Vorgänge im Körper regulieren. In Europa ist der Boswellia-Extrakt als Arzneimittel bisher allerdings nur in der Schweiz erhältlich.</p><p><i>Quelle: Süddeutsche Zeitung 24./25./26.12.1996</i></p>]]></description><guid isPermaLink="false">271</guid><pubDate>Sun, 14 Dec 2003 07:24:13 +0000</pubDate></item><item><title>Weihrauch: Ein neues altes Phytotherapeutikum</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/natur-weihrauch2/</link><description><![CDATA[<p><i>Von Rolf Julian E.-Fazekas</i></p><p>In den letzten Jahren ist das "Wundermittel" Weihrauch durch die Medien gegeistert. Alles Schall und (Weih-)Rauch? Klinische Studien haben die antiphlogistische Wirkung der Boswelliasäuren bestätigt. Das für die Rheumatherapie revolutionäre Wirkprinzip ist entschlüsselt. Neue Anwendungsmöglichkeiten tun sich auf. Jedoch: Vergessen wir über die neuen Erkenntnisse nicht die Erfahrungen vergangener Jahrhunderte!</p><p><b>1. Olibanum</b></p><p>Der in der Apotheke verkaufte Weihrauch heißt "Olibanum". Ursprünglich bezieht sich dieser Name auf den weißen Milchsaft, der bei der Ernte aus den Bäumen austritt. Andere offizielle Bezeichnungen sind "Gummi olibanum" oder "Gummiresina". In Indien nennt an das medizinisch verwendete Weihrauchharz "Salai Guggul".</p><p>Der pharmazeutische Großhandel liefert Olibanum in granis. Alkoholische Trockenextrakte (wie z.B. in H15 enthalten) sind in Deutschland nicht zu beziehen. Angeboten wird Olibanum als - Wirkstoff, -Räuchermittel und - kosmetischer Stoff.</p><p>In früheren Jahrhunderten hatten die Araber das Monopol über den Weihrauchhandel, so dass die Herkunft der Substanz lange verschleiert war. Der heute handelsübliche Weihrauch kommt aus Arabien, Somalien und Indien.</p><p>Die aktuellen Impulsin der Weihrauchtherapie kommen von eben dieser indischen Medizin, die sich hauptsächlich der Arten Boswellia sacra und Boswellia serrate bedient. Letztere - Boswellia serrata - steht mittlerweile im Mittelpunkt des therapeutischen Interesses:</p><p>Der große verzweigte Baum aus der Familie der Burseraceae gedeiht in den trockenen Bergregionen Nordost-Indiens. Die Weihrauchgewinnung erfolgt in den Monaten von Ende Oktober bis Ende April durch mehrfaches Anschneider der Bäume. Der Ertrag beläuft sich auf 1 kg Harz im Jahr pro Baum.</p><p>Die Qualität der Harzstücke ist sehr heterogen: Medizinische Verwendung findet nur die 1. Qualität, die durch tropfen- oder kolbenförmige weißlich-grünliche Harztränen von mindestens 3 cm Länge charakterisiert ist. Schlechtere Qualitäten weisen zunehmend braune und dunkle Anteile auf. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass auch die heimische Naturheilkunde seit Jahrhunderten auf die Verwendung weißer Harzkörner Wert legt (s.u.). Bisher hat man über 200 verschiedene chemische Verbindungen aus Olibanum isoliert. Es sind hierbei fünf Hauptfraktionen zu differenzieren (s. Tab. 1).</p><p>Fraktion Gh Bs 1</p><p>Ätherisches Öl 5 - 9% bis 15%</p><p>Harz (Davon 50 % Boswellia-Säuren) 60% 55 - 57%</p><p>Gummi 20% 20 - 23%</p><p>Bassorin 6 - 8% (o. A.)</p><p>Bitterstoffe, Schleim 0,5% (o.A.)</p><p>Tab. 1: Inhaltsstoffe von Olibanum</p><p>Gh: Qualität deutscher Großhandel</p><p>Bs: indische Qualität Boswellia serrata</p><p>o.A.: ohne Angabe</p><p>Die deutsche Großhandelsqualität unterscheidet sich etwas vom indischen Boswellia-serrata-Olibanum: Die Zusammensetzung der ätherischen Öle ist unterschiedlich; ihr Anteil an der Gesamtzusammensetzung ist beim indischen Weihrauch deutlich höher, was für kosmetische und religiöse Verwendung wichtig ist. Die medizinisch relevante Fraktion ist die der Harze, die zur Hälfte aus Boswellia- (Harz-)Säuren bestehen. Boswelliasäuren sind pentazyklisch-triterpenoide Substanzen, die u.a. antiphlogistisch wirken 2. Interessant: Der Harzanteil der deutschen Großhandelsqualität liegt sogar geringfügig über dem der indischen. Damit errechnet sich der Anteil der Boswelliasäuren - theoretisch auf ca. 30 %. (Gh) bzw. 27,5-28,5 % (Bs).</p><p><b>2. Die Geschichte</b></p><p>Die Anfänge der Naturheilkunde sind eng verwoben mit religiösen Traditionen. Der Weihrauch hat schon seit Jahrtausenden seinen Platz in den Religionen der Welt - bis heute. Früher wurde er - zusammen mit Myrrhe - nicht nur bei Gottesdiensten, sondern auch bei Gottesgerichten verwendet, da man seinem Duft eine beruhigende Wirkung zuschrieb (11). Die Ärzte der Antike schätzen ihn sehr: Obwohl sie vom Limbischen System und seinem Bezug zu Gerüchten und Gefühlen noch nichts ahnten, postulierten die Ägypter, dass man mit Düften Psyche und Wohlbefinden beeinflussen könne. Weihrauch und Myrrhe hatten nach ägyptischer Erfahrung hohe Wirksamkeit bei der Wiederherstellung seelischen Gleichgewichts. Räucherungen des Körpers steigerten die sexuelle Ausstrahlung ägyptischer Frauen. Und schließlich findet sich auch bei den Ägyptern die klassische Indikation: Rheuma. In der Ayurvedischen Medizin Indiens wird Weihrauch (hauptsächlich aus Boswellia serrata, aber auch B. sacra u.a.) seit immerhin 3000 Jahren erfolgreich bei zwei Indikationsgebieten eingesetzt: bei entzündlichen Erkrankungen und bei Nervenleiden.</p><p>Weihrauch als Pharmakon hatte seinen festen Platz auch in der klassischen griechischen Medizin, wie die hippokratischen Schriften belegen. Die Juden verwendeten Weihrauch natürlich im Tempel und beim Gebet. Weihrauch und Myrrhe sind an vielen Stellen in der Bibel genannt und gehörten fest zur jüdischen Glaubenspraxis. Mit Myrrhe und Weihrauch versetzter Wein (ähnlich dem griechischen Retsina) wurde als Schlaftrunk und zur Betäubung von Hinrichtungskandidaten gereicht (11). Auch in das erste geschlossene medizinische System des Abendlandes fand der Weihrauch Eingang - wohl aus der kirchlichen Tradition: Hildegard von Bingen setzt ihn bei Schwerhörigkeit und Tinnitus ein. Zweierlei verdient hier besondere Beachtung: Hildegard arbeitet ausdrücklich mit weißen Weihrauchkörnern. Und: die von ihr vorgeschlagene Räucherung des Gehörganges weist eine starke Analogie mit indianischen Ohrkerzen auf (21).</p><p>Aus der Klostermedizin gelangte der Weihrauch mit Beginn der Neuzeit in die weltliche Medizin: Aus dem 16. Jahrhundert stammen erste Belege über Oleum thuris (Weihrauchöl) in deutschen Offizinen (11). Auch für Sebastian Kneipp gehörte Weihrauch ganz selbstverständlich zu den Heilmitteln: Bei bestimmten Beschwerden empfahl er die tägliche Einnahme weißer Weihrauchkörner. Kneipp kannte die diesbezüglichen Schriften der Hildegard von Bingen sicher nicht 3. Offensichtlich geht die Verwendung des weißen Weihrauchs auf jahrhundertealte deutsche Erfahrung zurück.</p><p>Da Olibanum in granis zum traditionellen Bestand der Apothekenoffizin gehörte, wird er auch in der Deutchen Pharmakopoe (DAB1) aufgeführt (16). Das Arzneibuch beschränkt sich jedoch auf eine Beschreibung von Aussehen und Beschaffenheit des Stoffes. Weitere Zubereitungen oder Indikationen werden nicht angegeben. Interessanterweise taucht "Olibanum" in den späteren Deutschen Arzneibüchern nicht mehr auf:</p><p>Bis Mitte unseres Jahrhunderts kannte die traditionelle Pharmakologie in Deutschland folgende Verwendungen für Weihrauch:</p><p>(a) intern:</p><p>- Atemwege: Katarrhe, Pharyngitis</p><p>- Verdauungstrakt</p><p>- Harntrakt</p><p>- Gicht/Rheuma</p><p>(b) extern:</p><p>- Pflaster/Salben bei Ulcera, Furunkeln u.ä.</p><p>© Suppositorien aus Gummi Olibani, Galbani und Myrrhe 4</p><p>Durch das Gelingen erster Reindarstellungen um die Jahrhundertwende hat sich die Pharmakologie umorientiert - weg von den tradierten Pflanzenzubereitungen hin zu chemisch-pharmazeutischen Medikamenten. Dieser tiefgreifende Wandel fand seinen raschen und schier absoluten Durchbruch in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg - und ließ Olibanum in Vergessenheit geraten.</p><p><b>3. Wirkungen</b></p><p>Das therapeutische Interesse der Naturheilkunde richtet sich natürlich auf die antiphlogistische Wirkung von Olibanum. Zunächst hatte man erkannt, dass die pharmakologisch entscheidende Fraktion die der Harze ist; genauere Forschungen der letzten Jahre haben aus diesem Harzanteil wiederum die Boswelliasäuren isoliert und als träger der entzündungshemmenden Wirkung nachgeweisen:</p><p>Eine der Standardmethoden bei der Ðberprüfung möglicher Antiphlogistika im Labor ist das Rattenpfotenödem. Hierbei wir den Versuchstieren - Ratten - eine künstliche Entzündung an der Pfote gesetzt, die sich bald ödematös ausprägt. Gemessen wird nun die Wirksamkeit eines Antiphlogistikums daran, wie stark es das Volumen des Pfotenödems vermindert bzw. eine weitere Volumenzunahme eindämmt.</p><p>Die von Singh und Atal 1986 veröffentlichte Studie (20) zur Ðberprüfung eines alkoholischen Weihrauchextrakts am Rattenpfotenödem konnte die antiphlogistische Wirkung ganz eindeutig nachwiesen. Bei diesem Versuch zeigten sich einige besondere Züge in der Pharmakologie des Salai-Guggal-Extrakts: Weihrauch wirkt zwar eindeutig antiphlogistisch, jedoch (1) nicht direkt antipyretisch, (2) auch nicht unmittelbar analgetisch. (3) Die bei NSAR 5 bekannten gastrointestinalen Nebenwirkungen (Ulcera) konnten nicht festgestellt werden.</p><p>1991 gelang dann der Forschergruppe um Prof. Hermann Ammon, Universität Tübingen, der genaue Nachweis des Wirkprinzips der Boswelliasäuren (2). Die Entzündung ist ja ein sehr komplexer Schutzvorgang des Organismus, der von Mediatorstoffen in Gang gesetzt und gesteuert wird. Entzündungsmediatoren sind: Prostaglandine, Leukotriene, Kinine, Histamin, Serotonin und das Komplementsystem.</p><p>Leukotriene und Prostaglandine werden durch Umbauvorgänge aus Phospholipiden gebildet: Dabei wandelt das Enzym Phospholipase die Phospholipide zunächst in Arachidonsäure um. Von der Arachidonsäure führt nun je ein Weg zu den Leukotrienen (über das Enzym 5-Lipoxygenase) und zu den Prostaglandinen (über die Cyclooxygenase). Kortison, Säule der akademischen Rheumatherapie, hemmt die Phospholipase - und damit die Synthese von sowohl Leukotrienen als auch Prostaglandinen. Die NSAR wiederum blockieren selektiv die Synthese der Prostaglandine durch Hemmung des Cyclooxygenaseweges. Das außergewöhnliche Wirkprinzip des Weihrauchextrakts liegt, wie Ammon et al. zeigten, in der selektiven Hemmung der Leukotriensynthese durch Inhibition der 5-Lipoxygenase. Die Leukotriene bewirken bei der Entwicklung entzündlicher und allergischer (!) Prozesse u.a.:</p><p>- Chemotaxis</p><p>- Freisetzung hydrolytischer Enzyme</p><p>- Erhöhung der Gefäßpermeabilität</p><p>- Infiltration des Entzündungsgewebes durch Leukozyten</p><p>- Phagozytose</p><p>- Kontraktion der Muskulatur von Bronchien und Gefäßen</p><p>Neben der allgemein antiphlogistischen Wirkung durch Blockade dieser Leukotrienaktionen konnten dem Weihrauchextrakt im Labor noch weitere therapeutische Eigenschaften nachgewiesen werden:</p><p>Immunmodulation bzw. Immunsupression: Weihrauchextrakt reduziert die totale Leukozytenzahl und damit einhergehend die Einwanderung polymorphkerniger Leukozyten in das Entzündungsgewebe. Von besonderem Interesse: Es konnte sogar eine Hemmung der Antikörpersynthese festgestellt werden (1; 2).</p><p>1987 berichteten Wagner, Knaus und Jordan (22) über ihre Versuche mit Weihrauchextrakt zur Beeinflussung des Komplementsystems: Bei einem Komplementtest mit Meerschweinchenserum als Komplementquelle und Hammelerythrozyten zeigte sich in vitro, dass Weihrauchextrakt den Ablauf der Komplementkaskade in immunmodulatorischem bzw. - suppressivem Sinn beeinflusst.</p><p>Internationales Aufsehen erregten die Untersuchungen von Simmet, Heldt, Winking (8) zur Wirkung von alkoholischem Weihrauchextrakt auf Gliablastome und Astrozytome (1996): Das Verblüffende an dieser klinischen Studie ist wohl die sehr kurze Zeit der Weihrauchmedikation (über sieben Tage dreimal täglich 1200 mg eines Trockenextraktes), deren Wirkung sich trotzdem deutlich an der neuropathologischen Nachanalyse der OP-Präparate zeigte. Erwartungsgemäß fand sich bei den Patienten ein deutlicher Rückgang des peritumoralen Ödems - im Sinne der bereits nachgewiesenen antiphlogistischen Wirkung. Ðberrascht hat jedoch die Tatsache, dass diese kurzzeitige Weihrauchmedikation in 50 % der Fälle zu erheblichen Nekrosen des Tumorgewebes geführt hat. Aufgrund dieser Ergebnisse postuliert Prof. Simmet auch eine zytostatische Wirkrichtung von Olibanum.</p><p><b>4. Mythos H15</b></p><p>Spricht man in Fernsehen oder Presse vom "Wundermittel Weihrauch", so meint man damit das Medikament "H15 Ayurmedica". Fast alle klinischen Versuche zur Wirkung von Weihrauch sind mit diesem Mittel durchgeführt worden:</p><p>H15 wird eigentlich in Indien (Bombay) von der Gufic Ltd. hergestellt und ist dort unter dem Name "Sallaki" zugelassen. In die Schweiz wird es von der ebi-pharm ag (Lindachstraße 8c, CH-3038 Kirchlindach) importiert, die es auch vertreibt. Zugelassen ist es jedoch nicht für die ganze Schweiz, sondern nur für den Kanton Appenzell-Außerrhoden (7). H15 Ayurmedica sind Tabletten, die je 400 mg Trockenextrakt (Olibanum extractum siccum) aus Boswellia serrata enthalten. Die Packungsbeilage deklariert es als "pflanzliches Antirheumatikum" (7) mit den Indikationen aktive rheumatische Arthritis (rheumatoide Arthritis) und juvenile chronische Arthritis.</p><p>Der therapeutische Einsatz von H15 in Deutschland gestaltete sich bisher problematisch, inzwischen ist er jedoch möglich geworden - auf ärztliche Verordnung:</p><p>Natürlich versucht man schon seit Jahren, die Zulassung von H15 (bzw. eines analogen Präparates) in Deutschland zu erwirken. Besonders bemüht sich hier die Firma Ayurmedica in (D-82343) Pöcking. Wie allgemein bekannt, ist ein Zulassungsverfahren in Deutschland sehr langwierig und kostspielig. Es erfordert große klinische Studien mit standardisierten (!) Extrakten bzw. Reindarstellungen und umfassende toxikologische Prüfungen.</p><p>Während die bisher durchgeführten klinischen Untersuchungen dem vorgeschriebenen Rahmen noch nicht entsprechen, hat man doch schon in den 80er Jahren toxikologische Tests an Ratten, Hunden, Affen und in vitro vorgenommen. 1988 äußerte Prof. Dr. H. Greim (München) in einem bislang unveröffentlichten Gutachten (Fa. Ayurmedica), aus pharmakologisch-toxikologischer Sicht bestünden keine Einwände gegen eine deutsche Zulassung von H15 (27). Trotzdem wird es noch Jahre dauern, bis ein solches Medikament in Deutschland zugelassen ist.</p><p>Den Import von H15 behandelten die deutschen Behörden zunächst unterschiedlich: man empfahl den Apothekern, von Fall zu Fall bei ihrer zuständigen Ðberwachungsbehörde um Erlaubnis zu fragen (25). Rechtliche Grundlage für den Import von Arzneimitteln aus dem Ausland ist ß 73 (3) des Arzneimittelgesetzes (AMG). Dieser besagt, dass ein Medikament nur unter der Voraussetzung importiert werden kann, dass es in seinem Herkunftsland über eine gültige Zulassung verfügt. Als Importeur fungiert der Apothekenleiter. Der Import kann aus der Schweiz nur auf Verschreibung eines Arztes und nur für eine bestimmte Person (Patient) vorgenommen werden (5; 25).</p><p>Dann stellte der AAAMP 6 fest: Ein Import von H15 sei unzulässig, weil das Produkt in seinem Herkunftsland (Schweiz) nur über eine eingeschränkte (nämlich regionale) Verkehrsfähigkeit verfüge (26).</p><p>Ein Versuch der Fa. Wira (Göppingen), das Medikament direkt aus Indien zu importieren, wurde vom baden-württembergischen Sozialministerium abgelehnt: Das Arzneimittel werde nämlich dort bereits für den Export mit deutschen Etiketten und Beipackzettel versehen. In dieser Aufmachung sei H15 im Herkunftsland (Indien) aber nicht "verkehrsfähig", womit die Bedingungen von ß 73 (3) AMG nicht erfüllt seien (26). Mag diese Begründung dem einfachen Mann - unserem Patienten - auch absurd erscheinen, so entspricht sie doch einer höheren (Beamten-)Logik, und ist damit (fast) unumstößlich. Umgestoßen hat sie schließlich doch die Pharmasan GmbH in Freiburg, der es gelungen ist, die Importgenehmigung für H15 aus Indien - mit englischsprachigem Beipackzettel! - zu erwirken. Dieser Import ist - weil von außerhalb der EU - nur auf ärztliche Verordnung möglich.</p><p><b>5. Therapie</b></p><p>Die jahrhundertealte Erfahrung mit Olibanum als Phytotherapeutikum und in der Aromatherapie sowie die hier zusammengefassten Ergebnisse der modernen Weihrauchforschung weisen auf potentielle Einsatzmöglichkeiten im Bereich von Psyche, Verdauungstrakt (auch Atemtrakt) und Immunsystem.</p><p>Daraus leiten sich die möglichen Indikationen Rheuma, entzündliche Darmerkrankungen (Col. Ulc., M. Crohn), Allergien, Psoriasis und Asthma bronchiale ab:</p><p>Zu Verunsicherung führte das Arzneimitteltelegramm vom 14. August 1998, in dem die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie von der Anwendung der Boswelliasäuren abrät: Man hatte eine placebokontrollierte Studie 7 aus dem Jahr 1988 (!) ausgegraben, der zufolge für Weihrauch keine messbare Wirkung auf rheumatoide Arthritis nachzuweisen sei. Dazu ist Folgendes anzumerken: Der fragliche Artikel berichtet leider nur über einen Teil der - multizentrischen - Studie, und hat deshalb nur begrenzte Aussagekraft. Im übrigen sind seit 1988 in der internationalen Weihrauchforschung große Fortschritte gemacht worden. In Indien sind schon früh klinische Studien mit Salai-Guggal-Extrakt gemacht worden - eine offene, eine doppelblinde Cross-over-Studie und ein Langzeit-Verträglichkeitstest. Keudell (10) referiert über zwei placebokontrollierte Untersuchungen in Deutschland. In allen diesen Testen hat sich der Weihrauch-Extrakt in der Behandlung rheumatischer Gelenkbeschwerden bewährt.</p><p>Zur Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen gibt es noch viel Forschungsarbeit zu bewältigen. Immerhin liegt zur Colitis ulcerosa eine offene klinische Studie aus Indien mit vielversprechenden Ergebnissen vor. Die Therapiemöglichkeiten bei M. Crohn werden zur Zeit untersucht. Auf die aufsehenerregenden Ergebnisse von Simmet et al. (8; 24) bei der Behandlung von Gehirntumoren wurde schon hingewiesen. Wichtig wäre es, in den nächsten Jahren den Einsatz von Olibanum bei Allergien, Psoriasis und Asthma bronchiale zu überprüfen. Hier kann aber auch der Therapeut unmittelbar an der "Front" wertvolle Erfahrungen sammeln. In der alten Humoralmedizin gehörte Olibanum - wie Aloe und die sehr ähnliche Myrrha - zum weiteren Kreis der Harzigen Bittermittel. Aschner wendet sie im Rahmen seiner tonisierenden Magentherapie und auch bei der Behandlung der anämischen Konstitution an, weil sie ein Wärmegefühl im Magen erzeugen, aber auch zirkulations- und stoffwechselfördernd wirken. Daneben zählt er Weihrauch zu den (milderen) Rubefacientia (4, S. 55). Nach dem Vorbild der alten Ägypter lässt sich im Rahmen einer Aromatherapie Extr. Olibani Massageölen zumischen oder mit entsprechendem Emulgator (Salz, Honig, Sahne) als tonisierender Badezusatz verwenden.</p><p>Will man mit der Langzeitbehanldung chronischer Gelenkbeschwerden erfolgreich sein, muss sich Weihrauch in ein synergistisches Therapiekonzept einfügen, wie z.B.:</p><p>Muskelrelaxation</p><p>- Wärme</p><p>- manuelle Therapien</p><p>- Moxibustion</p><p>- Neuraltherapie</p><p>Phytomedikation</p><p>- Salix alba</p><p>- Harpagophytum</p><p>- Urtica</p><p>- Olibanum</p><p>Humorale Maßnahmen</p><p>- Diätetik</p><p>- Regulation d. Verdauung</p><p>- Aschner-Verfahren</p><p>Unabhängig von den Nöten und Widrigkeiten eines H15-Imports - der für Heilpraktiker ohnehin zunächst nicht in Frage kommt - hat man in der naturheilkundlichen Gelenktherapie Olibanum in capsulis schon seit langem erfolgreich angewandt:</p><p>Rp.: Olibani capsulae 8</p><p>Olibani pulv. 0,3</p><p>Sacc. lact. q.s.</p><p>M.F. Caps.</p><p>d. tal. dos. Nr. CXX</p><p>4 x 1/Tag nach d. Mahlzeiten</p><p>(Preis ca. 75,-- DM)</p><p>Da diese Weihrauchkapseln keinen Extrakt, sondern pulverisiertes Olibanum enthalten, ist der Aufbau eines Depots für die Wirkung noch entscheidender als bei H15: Der Patient muss natürlich darüber aufgeklärt werden, dass die Wirkung langsam beginnt, und zwar nach ca. vier Wochen. Das Rezept - 120 Kapseln - reicht für einen Monat. Die Einnahme muss über längere Zeit erfolgen.</p><p>Man sollte in der Dosierung flexibel vorgehen: In der Anfangsphase der Therapie 3x2/die, dann generell 4x1. Bei starken Dauerbeschwerden auf 3x2, im akuten Schub auf 3x3 steigern.</p><p>Die Verträglichkeit ist erfahrungsgemäß gut. Freilich sollten die Kapseln nicht auf nüchternen Magen genommen werden. Es kann in einzelnen Fällen zu Hauteffloreszenzen oder Pruritus kommen; diese Erscheinungen remittieren meist bei Fortsetzung der Therapie. Probleme bereitet manchmal das Schlucken der Kapseln, da für ein brauchbares Verhältnis von Olibanum und Füllmittel (Milchzucker) die größte Kapselgröße (00) eingesetzt werden muß 9. Weihrauch als Homöopathicum wird von vielen Kollegen nicht ganz ernst genommen: Die kritischen Stimmen (11) weisen darauf hin, dass Olibanum in den "großen" homöopathischen Arzneimittellehren nicht vorkomme und nur bei Voisin in der sog. "para-allopathischen Zone" aufgeführt werde (Indikation: Heiserkeit und Rauhigkeit der Stimmbänder, Trit. D3). Richtig ist, dass zu Olibanum keine regelrechten homöopathischen Arzneiprüfungen vorliegen, und dass die Anwendung als Homöopathicum auf Erfahrung beruht.</p><p>Die Zilly GmbH (Baden-Baden) hat eine homöopathische Olibanum-Serie auf den Markt gebracht: als Urtinktur, Salbe (Urtinktur: Wollwachsalkoholsalbe 1:9), Tabletten und Globuli in der D1. Es hat sich gezeigt, daß mit diesen Präparaten - natürlich innerhalb eines Gesamtkonzepts - sehr wohl Linderungen der Beschwerden zu erzielen sind. Beispielsweise lassen sie sich gut zur Intervallbehandlung zwischen längeren Kapselkuren einsetzen. Auch bei der Linderung eines akuten Schubs ist m.E. ein Versuch zur flankierenden medikamentösen Therapie angezeigt. Weihrauch in Kapseln, als Extrakt oder als "para-allopathisches" Homöopathicum - jeder Kollege sollte hier seine eigenen Erfahrungen machen. Je mehr empirische Erfahrung, desto besser. Soviel kann allerdings schon festgestellt werden: Weihrauch ist ein wertvolles, zu Unrecht in Vergessenheit geratenes Therapeutikum, das seinen Platz in der Erfahrungsheilkunde wieder einnehmen wird.</p><p><b>Anmerkungen</b></p><p>1 Die Daten für Boswellia serrata stammen aus (1). Die Angaben zur handelsüblichen Qualität sind der aktuellen ABDATA-Computerdatei des Apothekengroßhandels entnommen.</p><p>2 Therapeutisch wichtig ist die b-Fraktion. b-Boswellinsäure, Acetyl--Boswelinsäure und Acetyl-11-ketob-Boswellinsäure, wobei die Fachliteratur hier noch keinen einheitlichen Standpunkt vertritt.</p><p>3 "Causae et curae" wurde erst Ende des 19. Jh. in Kopenhagen wiederentdeckt.</p><p>4 Myrrha ist - dem Olibanum ähnlich - ein weißer Saft (Emulsion aus äther. Ölen, Harz, Gummi), der aus der Rinde der in Ostafrika und Arabien beheimateten Commiphora abyssinica und C. Schimperi stammt. Diese Baumarten gehören ebenso wie B. serrata zu den Burseraceae.</p><p>5 NSAR = Nonsteroidale Antirheumatica</p><p>6 Ausschuß für Apotheken- und Arzneimittelwesen und Medizinprodukte</p><p>7 Sander, O. et al.: Z. Rheumatol. 57 (1988), 11.</p><p>8 Dieses Rezept basiert auf einer Empfehlung von HP Wolfram Herzog, (64668-)Rimbach, der Olibanum seit Jahren bei der Therapie von Gelenkerkrankungen einsetzt.</p><p>9 An dieser Stelle ergeht herzlicher Dank an Herrn Dr. rer.nat. Dieter Strauß, Limbacher Apotheke, 66839-Schmelz-Limbach, der wertvolle Hinweise zur Galenik beigesteuert hat.</p><p><b>Literatur</b></p><p>(1) Aktuelle Weihrauchforschung. Wissenschaftlicher Erkenntnisstand zur Wirkung und Anwendung des Indischen Weihrauches. Infobroschüre der Fritz Zilly GmbH. Baden-Baden 1998.</p><p>(2) Ammon, H.P.T., T. Mack, G.B. Singh u. H. Safayhi: "Inhibition of leukotriene B4 formation in rat peritoneal neutrophils by an ethanolic extract of the gum resin exsudate of Boswellia serrata". Planta medica 57 (1991) Pp. 203-207.</p><p>(3) Ammon, S.: "Ein pflanzliches Antirheumatikum". Deutsche Apotheker Zeitung, 131. Jg., Nr. 19, Pp. 972ff.</p><p>(4) Aschner, Bernhard: Technik der Konstitutionstherapie. Heidelberg 1995 7.</p><p>(5) Binder, Gerhard, W. Hirche: Apothekenrecht kompakt. Juristischer Ratgeber für Apotheker. München 1996.</p><p>(6) Gupta, I. et al.: "Effects of Boswellia serrata gum resin in patients with ulcerative colitis". Europ. J. of Medical Research, Jan. 1997, 2(1) Pp. 37-43.</p><p>(7) H15 Ayurmedica - das Antirheumatikum aus der Ayurveda-Medizin. Produktinformation der Ebipharm AG. Kirchlindach 1998.</p><p>(8) Heldt, R.M., M. Winking, T. Simmet: "Cysteinyl-leukotrienes as potential mediators of the peritumoral brain oedema in astrocytoma patients". In: Naunyn-Schmiedebergs Arch. Pharmakol. 353/4S, R 142, Abstr. 538 (1996).</p><p>(9) Hellwig, Bettina: "Wirbel um Weihrauch". Deutsche Apotheker Zeitung,137. Jg., Nr. 3, S.5.</p><p>(10) Keudell, Chr. von: "Therapie mit Boswellinsäuren (Weihrauch) - eine Ergänzung oder sogar Alternative in der Therapie autoaggressiver Erkrankungen". In: DCCV-Journal, Heft 2/1995.</p><p>(11) Kloppenborg, Ralf, M.D. Kuno: "Phytoonkologie - Pflanzen in der naturheilkundlichen Krebsbehandlung". Naturheilpraxis 12/1998, Pp. 1939-1961.</p><p>(12) Köhlers Medizinal-Pflanzen. Hrsg. v. G. Pabst. Gera-Untermhaus 1887. Reprint von Auszügen aus dem Gesamtwerk. Hannover 1988.</p><p>(13) Martinetz, D., K. Lohs, J. Janzen: Weihrauch und Myrrhe. Stuttgart 1989.</p><p>(14) "Mechanism of antiinflammatory actions of curcumine and boswellic acids". J. Ethnopharmacol. (Irland), 1993, 38/2-3, Pp. 113-119.</p><p>(15) "Pflanzenextrakt wirkt bei Colitis". Ärzte Zeitung, 14.10.1996.</p><p>(16) Pharmacopoea Germanica. Deutsche Pharmakopöe. Berlin 1872. ("Olibanum", S. 262.)</p><p>(17) Reger, Karl-Heinz: "Weihrauch: Ein Medikament?" In: HP-Naturheilkunde 12/1998, P. 85.</p><p>(18) Safayhi, Hasan, P.T. Ammon: "Pharmakologische Aspekte von Weihrauch und Boswelliasäuren". Pharmazeutische Zeitung 97. Internetabdruck.</p><p>(19) Sellar, W., M. Watt: Weihrauch und Myrrhe. Anwendung in Geschichte und Gegenwart. München (Knaur) 1997.</p><p>(20) Singh, G.B., Atal, C.K.: "Pharmacology of an extract of salai guggal ex-Boswellia serrata, a new non-steroidal anti-inflammatory agent". Agents and Actions. Vol. 18, 3/4 (1986) Pp. 407-412.</p><p>(21) Strehlow, Wighard: Hildegard-Heilkunde von A-Z. Kerngesund von Kopf bis Fuß. München 1998.</p><p>(22) Wagner, H., W. Knaus und E. Jordan: "Pflanzeninhaltsstoffe mit Wirkung auf das Komplementsystem". Zeitschrift für Phytotherapie_8 (1987) Pp. 148 f.</p><p>(23) "Weihrauch bei Colitis ulcerosa". Deutsche Apotheker Zeitung, 137. Jg., Nr. 3, S.31.</p><p>(24) "Weihrauch gegen Hirntumoren? Interview mit Prof. Dr. Thomas Simmet". Deutsche Apotheker Zeitung, 137. Jg., Nr. 3, S. 32.</p><p>(25) "Weihrauchextrakt bei entzündlichen Krankheiten." Internet-Information der Arzneimittelkommission, Stand 2.10.98.</p><p>(26) "Weihrauchextrakt: H15 Ayurmedica". Internet-Information der Arzneimittelkommission, Stand 02.10.98</p><p>(27) "Weihrauchextrakt". Internet-Information der Arzneimittelkommission, Stand 2.10.98.</p><p><i>Quelle: Naturheilkunde online</i></p>]]></description><guid isPermaLink="false">270</guid><pubDate>Sun, 14 Dec 2003 07:18:45 +0000</pubDate></item><item><title>Weihrauch gegen Rheuma: Schulmediziner sind skeptisch</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/weihrauch-rheuma/</link><description><![CDATA[<p>
	Das Harz des Weihrauchbaumes (Boswellia) ist mehr als ein Spender von Wohlgeruch. Es wurde wegen seiner entzündungshemmenden Wirkung schon vor mehr als 4000 Jahren bei den Babyloniern als Arzneimittel verwendet. Die Ägypter nutzten es unter anderem, um ihre Toten einzubalsamieren, und auch in der antiken griechischen und römischen Medizin hatte Weihrauch seinen Stellenwert.
</p>

<p>
	In der traditionellen Medizin des Vorderen Orients wurde Weihrauch gegen Magen-Darm- und Atemwegs-Erkrankungen, Infektionen, Leberentzündungen und Hautkrankheiten verwendet. Mit dem Siegeszug der wissenschaftlichen Medizin geriet das heilende Harz wie viele Heilpflanzen in Vergessenheit. Doch mit dem steigenden Bedürfnis nach sanften Heilmethoden kommt Weihrauch nun wieder zu Ehren.
</p>

<p>
	Das Harz enthält als Wirkstoff Boswellinsäuren, die in klinischen Studien unter anderem an der Universität Tübingen auf ihre Wirksamkeit hin untersucht wurden. Dort wurde nachgewiesen, dass diese Säuren tatsächlich Entzündungen hemmen. So war es naheliegend, daraus ein Medikament gegen chronische Entzündungen wie zum Beispiel Rheuma herzustellen. Darüber hinaus wurde Weihrauch als Medikament gegen Bronchial-Asthma, <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span>, einige Arten von Gehirn-Tumoren und chronische Darmentzündungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) erprobt.
</p>

<p>
	Das Weihrauch-Medikament H15 ist auf dem deutschen Markt jedoch nicht zugelassen, weil die Studienergebnisse noch keine schulmedizinisch unanfechtbaren Aussagen zur Wirksamkeit zulassen. Dennoch ist es möglich, sich H15 zu beschaffen – zum Beispiel über das Internet.
</p>

<p>
	Bei der Frage nach der Wirksamkeit beginnt der Konflikt schon bei der Definition des Begriffs Rheuma. Darunter wird eine Vielzahl von Gelenk- und Weichteil-Erkrankungen zusammengefasst. Auch reagieren Patienten mit gleicher Diagnose ganz unterschiedlich. So müssen weitere differenzierte klinische Studien abgewartet werden, bevor ein endgültiges Urteil möglich ist.
</p>

<p>
	Aus schulmedizinischer Sicht besteht zudem die Gefahr, dass schmerzgeplagte Rheuma-Patienten ihre bewährten entzündungshemmenden Medikamente absetzen und statt dessen zweifelhafte Präparate verwenden. Das ist auch die große Sorge der Deutschen Rheuma-Liga. Doch eigentlich entbehrt die Auseinandersetzung zwischen Schulmedizin und anderen Heilmethoden jeder Grundlage: Selbst der Hersteller weist darauf hin, dass die Einnahme von H15 nicht anstatt, sondern zusätzlich zu den wissenschaftlich erprobten Medikamenten erfolgen soll. Deshalb hat sich auch die Bezeichnung "Ergänzungs- oder Komplementärmedizin" eingebürgert.
</p>

<p>
	In Indien ist Weihrauch auch heute wichtiger Bestandteil der Volksmedizin Ayurveda. Nicht, weil es dort keine Ärzte und Kliniken nach wissenschaftlichem Standard gäbe. Doch die große Mehrheit der indischen Bevölkerung ist nicht krankenversichert; Arztbesuche und Krankenhaus-Aufenthalte sind sehr teuer. Auch in Deutschland gibt es Kliniken, die mit Ayurveda arbeiten. Dort ist Weihrauch Bestandteil einer umfassenden Therapie.
</p>

<p>
	<i>Quelle: Berliner Morgenpost, 19. Juli 2000</i>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">210</guid><pubDate>Sun, 14 Dec 2003 07:11:00 +0000</pubDate></item><item><title>Heilerde aus Fuerteventura soll Psoriasis und Ekzeme lindern</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/heilerde-aus-fuerteventura-soll-psoriasis-und-ekzeme-lindern/</link><description><![CDATA[<p>
	Von Fuerteventura kommt eine Heilerde, die speziell gegen Schuppenflechte und Ekzeme helfen soll.
</p>

<p>
	“Bekannt ist, dass etwa 90 Prozent der Psoriasis-Patienten unter einer Besiedelung der Haut mit dem Bakterium Staphylococcus aureus leiden, das eine Entzündung der Haut auslöst”, schreiben die Vertreiber der Heilerde. Diese wurde und wird in der Clinica Psoriasis Mirak entwickelt, hergestellt und angewendet.
</p>

<p>
	Die Nebenerscheinungen auf der Haut seien es, die den Patienten zu schaffen machten – nicht die Krankheit selbst. Das sagen die Tierrasana-Hersteller. Mit der Heilerde würden Keime mittels einer elektrostatischen Bindung “aufgesaugt”. Dadurch würde eine Entzündung gehemmt. Als Wirkstoffe werden “sogenannte Zeolithe” genannt – Mineralverbindungen, die als Ionenaustauscher wirken. Hingewiesen wird auf Kieselsäure, Alumimumoxid, Titandioxid, Eisen-III-oxid, Mangan-II-oxid, Magnesiumoxid, Calciumoxid, Natriumoxid, Kaliumoxid, Phosphor-V-oxid und Schwefel. Außerdem ist Aloe vera enthalten.
</p>

<p>
	Nebenwirkungen soll es nicht geben. Das wird erklärt damit, dass die Wirkung von Heilerde nicht chemischer, sondern physikalischer Natur ist. Zudem würden Schlammkuren mit lehmiger Zusammensetzung die Schuppen entfernen. Die Hautdurchblutung wird angeregt. So ensteht eine verbesserte Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen – eine Stoffwechsel-Aktivierung.
</p>

<p>
	Nach einer Woche Behandlung soll der größte Teil der Patienten auf Fuerteventura beschwerdefrei sein. Im dunklen Norden kann eine Kur bis zu 3 Wochen dauern. “Wir empfehlen, die Anwendung täglich morgens und abends zu wiederholen, bis die betroffenen Hautstellen abgeheilt sind”, sagt Thomas F. Reich von Tierrasana. Wichtig ist: Bei sehr entzündeten, nässenden oder offenen Hautdefekten sollte keine Vulkanerde aufgetragen werden, da die Inhaltsstoffe in diesem Fall zu stark reizen können.
</p>

<p>
	Wer Packungen mit Heilerde kennt, wird den praktischen Tipp zu schätzen wissen: Die Packung soll entfernt werden, bevor sie ganz trocken ist, damit die Haut nicht austrocknet. Die Aloe-Vera-Anteile beruhigen und pflegen die Haut zusätzlich.
</p>

<p style="text-align:right;">
	<em>cl</em>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">620</guid><pubDate>Thu, 04 Dec 2003 10:04:00 +0000</pubDate></item><item><title>Auch Heilpflanzen k&#xF6;nnen Nebenwirkungen haben</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/heilpflanzen-neben/</link><description><![CDATA[<p>Nebenwirkungen sind bei pflanzlichen Präparaten zwar seltener, trotzdem sollten Begriffe wie "rein pflanzlich" und "natürlich" nicht mit harmlos verwechselt werden. Ein Arzneimittel ohne Nebenwirkungen hat auch keine Hauptwirkung, formuliert es die Berliner Apothekerin Ursula Sellerberg etwas überspitzt.</p><p>Als Beispiele nennt Sellerberg pflanzliche Abführmittel wie Aloe oder Faulbaum. Sie könnten bei unsachgemäßer Anwendung zu Kaliummangel führen, der wiederum eine Verstopfung verursachen kann. Deshalb wird empfohlen, diese Heilpflanzen nicht länger als zwei Wochen anzuwenden.</p><p>Weiteres Beispiel: Einige ätherische Öle enthalten Menthol, das bei Babys zu Schwellungen und Atemnot führen kann. Menthol ist unter anderem in Pfefferminzöl enthalten und sollte daher nicht bei Kleinkindern angewendet werden.</p><p>Wird Arnika eingenommen, könnten Herzprobleme auftreten. Auch äußerlich kann Arnika Allergien auslösen. Aus diesem Grund dürfen Salben und Lotionen mit Arnika nur auf intakte Haut aufgetragen werden.</p><p>Nicht nur deshalb gehören pflanzliche Arzneimittel in die Hand des Apothekers, der über Probleme bei der Anwendung und die richtige Dosierung informieren und beraten kann. <i>ddp</i></p>]]></description><guid isPermaLink="false">269</guid><pubDate>Mon, 01 Dec 2003 07:23:30 +0000</pubDate></item><item><title>Wie Blutegel arbeiten &#x2013; und was sie dabei machen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/blutegel-therapie/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2003_10/blutegel-auf-einem-arm.jpg.35a8863af79cf8ebfcf6fe1d19197356.jpg" /></p>

<p>
	<strong>Blutegel scheinen gegen Entzündungen zu helfen. Warum? Wissenschaftler sind der Wirkung auf der Spur. Erst einmal muss geklärt werden, was genau da wirkt.</strong>
</p>

<p>
	Die Therapie mit Blutegeln gehört zu den Naturheilverfahren. Sie wurde schon im alten Ägypten angewendet. Bis heute streiten Mediziner, ob die Behandlung nach strengen Anforderungen der Wissenschaft hilft. Es gibt Erfahrungsberichte von Menschen, denen die Blutegel-Therapie geholfen hat. Und es gibt Aufzeichnungen von Medizinern.
</p>

<p>
	Heute wird die Therapie mit Medizinischen Blutegeln von Ärzten, Kliniken und Heilpraktikern angeboten. Sie wenden sie unter anderem bei Thrombosen an, zur Schmerzbehandlung, bei Venen-Problemen – und bei Erkrankungen des entzündlich-rheumatischen Formenkreises, wozu dann auch die <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> gehört.
</p>

<h2>
	Blutegel saugen und spucken
</h2>

<p>
	Das Tier saugt sich an einem warmblütigen Wirt fest, schneidet eine Wunde in die Haut und saugt Blut. Dabei gibt er die Inhaltsstoffe seiner Speicheldrüsen-Zellen in die Wunde ab. Der ganze Vorgang ist dann auch schon das, was wirken soll.
</p>

<p>
	Es wird angenommen, dass zumindest einige Proteine für die positiven Effekte verantwortlich sein könnten. Nur: Die meisten sind bisher unbekannt. Von ein paar kennt man mögliche Wirkungen im Patienten. Von einer Einzigen sind bisher exakte Daten zu wirksamen Konzentrationen bekannt, nämlich vom Thrombin-Inhibitor Hirudin. Der wird in einem Medikament zur Hemmung der Blutgerinnung eingesetzt.
</p>

<p>
	Greifswalder Zoologen untersuchten <a href="https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0073809" rel="external nofollow">in einer Studie</a>, ob während einer Blutegeltherapie mit einem oder mehreren Tieren überhaupt genügend Wirkstoffe aus dem Blutegel-Speichel auf den Patienten übertragen, womit sich ein physiologischer Effekte erklären ließe? Die Greifswalder mussten erst einmal herausfinden, wie viel Speicheldrüsen-Substanz ein Blutegel überhaupt speichern kann und wie viel er dann während des Saugaktes überträgt.
</p>

<p>
	Dazu wurde zunächst die Struktur des Speicheldrüsengewebes des Tieres unter dem Mikroskop untersucht und ein 3D-Modell von Teilen des Egel-Gewebes entwickelt. Danach stand fest: Ein Blutegel hat fast 40.000 Speicheldrüsen-Zellen. Eine Zelle hat ein Volumen von 67.000 µm3 – ein 50-Tausendstel eines Stecknadelkopfes.
</p>

<h2>
	Leere Speicheldrüsen nach dem Akt
</h2>

<p>
	Am Ende all der Messungen war klar: Ein Egel entleert den Vorrat seiner Speicheldrüsen-Zellen während eines Saugaktes komplett. In die Wunde werden 1,2 mg Protein abgegeben. In das Kreislaufsystem des Patienten gelangen mehr als zwanzig verschiedene Speichelproteine mit Konzentrationen zwischen 3 und 236 pmol/l. Zum Vergleich: Hirudin – der Stoff, der im Blutgerinnungs-Medikament arbeitet – wirkt schon bei einer Konzentration von 1 pmol/l deutlich.
</p>

<p>
	Die Wissenschaftler schließen aus ihren Daten, dass es mindestens 20 weitere Inhaltsstoffe des Blutegel-Speichels gibt, die beim Saugakt in möglicherweise wirksamen Konzentrationen auf den Menschen übertragen werden. Und so werden weitere Forschungsarbeiten genau diese Substanzen identifizieren müssen. Dann kann man wissen, welche Moleküle im Körper des Menschen von den Egel-Speichelproteinen erkannt und in ihrer Funktion verändert werden.
</p>

<h2>
	Wirkung auf die Gelenke beobachtet
</h2>

<p>
	Lange vorher, im Jahr 2002, hatten Forscher von der Medizinischen Universität Kazan Blutegel an über 100 Patienten gesetzt. Darüber berichteten sie beim Europäischen Kongress der Rheumaforschung in Stockholm. Damals schrieb die Zeitschrift "Bild der Wissenschaft" darüber (19.6.2002). Bei den meisten Patienten gingen die Gelenk- und Muskelschmerzen demnach deutlich zurück oder verschwanden ganz. Auch konnten viele Patienten nach der Therapie ihre Gelenke wieder leichter bewegen.
</p>

<p>
	Weshalb Blutegel heilend wirken, konnten aber auch die russischen Forscher mit ihrer Studie nicht belegen. Ihre Theorie: Die Substanzen der Blutegel erleichtern den Blutfluss in die kranken Gelenke.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">211</guid><pubDate>Wed, 22 Oct 2003 06:03:00 +0000</pubDate></item><item><title>Wie behandelt die TCM die Schuppenflechte?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/tcm/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2003_10/tcm-psoriasis.jpg.3877ab3180a473b9053a2c7ff10d4b08.jpg" /></p>

<p>
	<strong>Kann die Traditionelle chinesische Medizin die Psoriasis behandeln? Mehrere Institute und Heilpraktiker gaben auf diese Frage alle denkbaren Antworten zwischen „Ja“ und „Nein“. <i>Wie</i> geht die TCM die Psoriasis nun an?</strong>
</p>

<p>
	Der große Einfluss der Philosophen Laotse und Kungfutse hat dazu geführt, dass die traditionelle chinesische Medizin das Denken und das Handeln der Chinesen tausende von Jahren bestimmt hat. Schriftgelehrte haben ausführlich dokumentiert, wie erfolgreich die Ärzte damit in der Vergangenheit waren. Dieser traditionelle Ansatz wird heutzutage gerade noch an zehn Prozent der chinesischen Kliniken praktiziert.
</p>

<p>
	Die Traditionelle chinesische Medizin geht davon aus, dass jedes Organ des Menschen seine eigene Lebensenergie (Qi, gesprochen Tschi) besitzt. Dieses Qi fließt in Energiebahnen (Meridiane) über bestimmte Zugangspunkte durch den gesamten Körper. Krankheit zeigt, dass ein Organsystem entweder zu viel oder zu wenig Energie erhält.
</p>

<p>
	Wenn der Energiefluss an einem Organ gestört ist, kann sich das an jedem Teil des Körpers zeigen, durch den der entsprechende Meridian fließt. Logischerweise kann deshalb diese Blockierung an jedem dieser Zugangspunkte entlang des Meridians wieder aufgehoben werden. Zum Beispiel durch Akupunktur genau an diesen Punkten.
</p>

<p>
	Die Therapie soll die Blockierung einer bestimmten Energiebahn lösen und das Gleichgewicht möglichst wieder herstellen. Trotzdem bleibt es ein nie erreichter Idealzustand des Menschen, dass Yin und Yang in seinem Körper, in seinem Geist und in seiner Seele völlig harmonisch sind.
</p>

<h2>
	Begriff von Krankheit bei der TCM
</h2>

<p>
	Bei einer Krankheit wird danach unterschieden, ob sie einen Mangel an Yin oder an Yang signalisiert. Yang steht für männlich, dynamisch, aktiv, warm, heiß usw. Yin ist weiblich, substantiell, passiv, kalt usw.
</p>

<p>
	Ein Krankheit zeigt zu viel Yang bei Fieber, rotem Gesicht, Unruhe, starken Gerüchen der Ausscheidungen, roter Zunge und schnellem, aufwallendem Puls. Sie bedeutet zu viel Yin bei Frieren, Blässe, Mattigkeit, großen Mengen geruchloser Ausscheidungen, blasser Zunge und straffem, tiefem, gemächlichem Puls. Es gibt äußere Ursachen wie Wind, Kälte, Sommerhitze, Feuchtigkeit, Trockenheit oder Glut. Oder die Krankheit kommt von innen durch Lust, Zorn, Sorge, Trauer, Furcht oder Schreck.
</p>

<p>
	Wer in dieser Tradition steht, für den gibt es keine „reine“ Hauterkrankung. Störungen auf der Haut werden angesehen als Störungen an den Organen, die sich lediglich an diesem Punkt des Körpers äußern. Behandelt werden deshalb in erster Linie nicht die Hauterscheinungen selbst, sondern die für Haut und Haare zuständigen Organe Lunge oder Dickdarm.
</p>

<p>
	„Die chinesische Medizin kennt keine einheitliche Ursache für Hautkrankheiten,“ so Dimmling. „Eine Krankheit ist wie ein Baum. In den Wurzeln finden sich die Ursachen, wir aber sehen nur ein System von Zweigen (Erscheinungsformen, Krankheitssymptome). Bei der Diagnose werden deshalb (ganzheitlich) Anhaltspunkte in Körper, Geist und Seele gesucht. Nur so kann bestimmt werden, welchem Organ eine Krankheit zugeordnet wird. Nur wer den gesamten Menschen betrachtet, erfährt, wie sich bei ihm Yin und Yang zueinander verhalten.
</p>

<h2>
	Anamnese – die Bestandsaufnahme
</h2>

<p>
	Der Patient wird eingehend befragt und betrachtet. Sein Geruch und der Klang seiner Stimme sind ebenso wichtig wie sein Gefühlsleben, sein Schlaf und seine Verdauung. Bedeutend ist, welche Wärme- und Kälteempfindungen der Patient hat. Hände, Puls, Zunge und Ohren werden genau untersucht, um daraus auf konkrete Disharmonien zu schließen. „Wer die Pulsdiagnose nicht beherrscht, kann keine chinesische Medizin“ (Dimmling).
</p>

<p>
	Leidet der Patient z.B. unter Verstopfung, fällt es ihm schwer zu schwitzen oder zu schreien, kann er Altvertrautes nicht loslassen oder unterdrückt er seine Traurigkeit, dann wird die Psoriasis als Ausscheidungsschwäche des Dickdarms diagnostiziert. Das Yin stagniert und es herrscht ein Yang-Mangel. Es kann aber auch sein, dass der Therapeut Anhaltspunkte dafür findet, dass die Psoriasis von einer Disharmonie an der Lunge herrührt. Die Lunge beherbergt gleichzeitig einen Teil der Seele (Psyche).
</p>

<p>
	Andere Therapeuten unterscheiden die Psoriasis aufgrund von Bluthitze, von Blutstasen (Blutstauung), Blutarmut oder wegen Feuchtigkeitshitze. Weitere Ursachen für die Schuppenflechte können sein Windhitze, Bluttrockenheit, Leber-/Nieren-Leere oder Milz- Nieren-Leere. Eine Psoriasis kann schließlich auch ausgelöst werden durch eine Zhong Ren Dysbalance oder durch Hitze der Gong Ebene.
</p>

<h2>
	Behandlungsmethoden der TCM
</h2>

<p>
	Die traditionellen Behandlungsmethoden der chinesischen Medizin sind Akupunktur und Akupressur, Moxibustion (Akupunkturpunkte werden mit Kräutern erwärmt), Qigong (Bewegungstherapie, sprich: Tschigong), Schröpfen, Fünf-Elemente-Lehre (Ernährungsempfehlungen) und vor allem Heilkräutertherapie (Pythotherapie). „Es gibt“, so Dimmling, „einige Akupunkturpunkte mit Hautbezug. Die muss man sehr genau vorher durch Pulsdiagnose herausfinden.“
</p>

<p>
	Der Schwerpunkt der Behandlung von Psoriasis in der Chinesischen Medizin liegt aber zu 80% bis 90% in der Heilkräutermedizin. Dazu Friedrich Dimmling: „Bei starker Schuppenbildung müssen Yang betonte Rezepturen zugeführt werden. Behandele ich die Hauterscheinungen allgemein, versuche ich die Blockierung von Lunge und Dickdarm durch Yin-betonte Substanzen zu beeinflussen.“ Die verschiedenen Heilkräuter werden nie einzeln, sondern immer als Mischungen von ca. 8-12 Kompositionen verabreicht.
</p>

<h2>
	Heilpflanzen für die Haut
</h2>

<p>
	Wichtige Heilpflanzen sind u.a. Lei Gong Teng (Tripterygium Wilfordii), Ba Xia (Smilax China), Huai Hua (Sophora japoni-ca). Die Haut selbst kann allgemein durch Ernährungsvorschläge im Sinne der Lehre von Yin und Yang verbessert werden.
</p>

<p>
	Dimmling warnt dringend davor, sich ohne Therapeut mit chinesischen Kräutern selbst zu behandeln: „Zum einen muss die Diagnose im Sinne der chinesischen Medizin stimmen. Zum anderen ist die Herstellung von chinesischen Kräutermischungen eine Vertrauenssache. Statt Fertigpräparaten aus dem Internet sollte man sich die Rezepturen besser bei spezialisierten Apotheken in Deutschland herstellen lassen.“
</p>

<p>
	Aus den USA sind vereinzelte Fälle bekannt geworden, bei denen Patienten durch kriminelle Mixturen an chinesischen Kräutern erkrankt oder sogar gestorben sind. Ebenso wurde bei Hautkranken undeklariert Kortison in die Kräutermischung getan.
</p>

<p>
	Der Berliner Heilpraktiker dämpft zu hohe Erwartungen: „Wer nach dieser Methode behandelt, muss ehrlicherweise zugeben, dass die Psoriasis ein eher schwer zu behandelndes Krankheitsbild ist. Manchmal können auch wir gar nicht helfen.“
</p>

<h2>
	Kritik an TCM
</h2>

<p>
	Die traditionelle chinesische Medizin hat eine sehr lange Tradition. Über die Jahrhunderte wurde davon berichtet, wie Menschen dadurch geheilt wurden. Trotzdem entsprechen diese Berichte nicht den heutigen Anforderungen an medizinische Studien. Es gab nie Vergleiche mit Placebos und man erfährt nicht, bei wie viel Patienten die Methode nicht geholfen hat. In China selbst war diese Methode nie die einzige Heilkunst. Sie wurde überwiegend von der Oberschicht praktiziert. Außerdem haben sich auf einigen Gebieten im Laufe der Geschichte viele Varianten und Schulen herausgebildet, die sich teilweise widersprechen oder sogar bekämpfen.
</p>

<p>
	Rezepturen nach der TCM sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen.
</p>

<p>
	Schulmediziner kritisieren vor allem die TCM-Diagnose von Krankheiten: Es würden keine genauen, sondern nur sehr vage Diagnosen gestellt werden. Die Definition von Krankheit widerspreche teilweise naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Es sei zu befürchten, dass bestimmte Krankheiten, z.B. Organveränderungen, Krebs oder Aids, nicht rechtzeitig erkannt bzw. nicht fachgerecht behandelt werden. Bei rein psychischen Störungen wie Depressionen oder Angst würden nur die Körpersymptome behandelt werden. Krankmachende Probleme würden überhaupt nicht angesprochen werden.
</p>

<p>
	TCM wird von ausgebildeten Medizinern, aber auch von Heilpraktikern praktiziert. Die Ausbildung ist nicht einheitlich, die Abschlüsse nicht staatlich kontrolliert. Es ist stets ein Risiko, zu einem Heilpraktiker zu gehen.
</p>

<p>
	Die traditionelle chinesische Medizin sei durchaus in der Lage, positiv auf funktionelle Störungen oder chronische Krankheiten einzuwirken. Sie kann Beschwerden lindern. Aber sie sollte stets nur neben einer schulmedizinischen Therapie genutzt werden, nie als alleinige Akutbehandlung.
</p>

<h2>
	Kosten einer TCM-Behandlung
</h2>

<p>
	Für eine Behandlungsserie sollte man 500 Euro einplanen. Die Hälfte genügt, um festzustellen, ob die Therapie überhaupt anschlägt. Die einzige private oder gesetzliche Krankenkasse, die einige TCM-Behandlungen bezahlt (z.B. Akupunktur) ist u.W. die SECURVITA (www.securvita.de, Tel. 0800/600 3333)
</p>

<h2>
	Adressen
</h2>

<ul>
	<li>
		Centrum für Traditionelle Chinesische Medizin in Potsdam, Eisenhardtstr. 4, 14469 Potsdam
		<p>
			Tel. 0331/2 70 60 00, Fax 0331/2 70 70 40, E-Mail: <a href="mailto:info@ctcm.de" rel="">info@ctcm.de</a>
		</p>
	</li>
	<li>
		Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e.V.
	</li>
	<li>
		Michael von Gorkum, Wisbacher Str. 1, 84435 Bad Reichenhall
		<p>
			Tel. 086 51/69 09 019, Fax 086 51/71 06 94
		</p>
	</li>
	<li>
		<a href="http://www.agtm.de" rel="external nofollow">TCM-Therapeuten in Deutschland</a>
	</li>
	<li>
		TCM-Therapeuten in Berlin: Patienteninformation für Naturheilkunde e.V.
		<p>
			Tel 030/45475207
		</p>
	</li>
	<li>
		Deutsches Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin, Klinik Raupennest, Rehefelder Str. 18, 01773 Altenberg
		<p>
			Tel. 03 50 56/30 0, Fax 03 50 56/30 88 88
		</p>
	</li>
	<li>
		Klinik Dr. Otto Buchinger, Forstweg 39, 31812 Bad Pyrmont
		<p>
			Tel. 05281/16 60, Fax 05281/16 64 50
		</p>
	</li>
	<li>
		Praxis für Chinesische Medizin Dr. rer. nat. Friedrich Dimmling
		<p>
			Bergmannstraße 68, D-10961 Berlin, Tel.: 030/69 40 13 28, Fax: 030/69 40 13 29; <a href="mailto:mail@%20naturheilpraxis-dimmling.de" rel="">E-Mail</a> | <a href="http://www.naturheilpraxis-dimmling.de" rel="external nofollow">Internet</a>
		</p>
	</li>
</ul>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<ul>
	<li>
		In unserem Forum haben Betroffene über ihre <a href="https://www.psoriasis-netz.de/search/?&amp;type=forums_topic&amp;tags=TCM" rel="">Erfahrungen mit TCM bei Schuppenflechte</a> berichtet.
	</li>
	<li>
		Der Münchner Internist und TCM-Therapeut Dr. Wolfram Schwarz erklärt auf seiner Internetseite die <a href="https://tcm-schwarz.de/indikationen/dermatologie/" rel="external nofollow">Chinesische Dermatologie im Allgemeinen</a> und die <a href="https://tcm-schwarz.de/chinesische-dermatologie/schuppenflechte-psoriasis/" rel="external nofollow">Behandlung der Schuppenflechte mit TCM</a> im Besonderen. Er zeigt auch <a href="https://tcm-schwarz.de/aktuelles/tcm-hilfe-bei-psoriasis/" rel="external nofollow">Beispiele von erfolgreicher Behandlung</a>.
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.ernaehrungsberatung-wien.at/blog/psoriasis-schuppenflechte-ursachen-nach-tcm-und-5-ernaehrungstipps" rel="external nofollow">Ursachen nach TCM und 5 Ernährungstipps</a> von Katharina Ziegelbauer, Wien
	</li>
</ul>

<h2>
	Literatur
</h2>

<h3>
	Allgemein
</h3>

<ul>
	<li>
		Hempen, Carl Hermann, „Die Medizin der Chinesen - Erfahrungen mit fernöstlicher Heilkunst“
	</li>
	<li>
		Flaws, B. und Wolfe, H. Lee, „Das Handbuch der chinesischen Ernährungslehre. Die moderne Umsetzung ihrer Grundlagen, Methoden und Rezepte
	</li>
	<li>
		Temelie, Barbara, „Ernährung nach den fünf Elementen - Wie Sie mit Freude und Genuss Ihre Gesundheit, Liebes- und Lebenskraft stärken.
	</li>
	<li>
		Stiftung Warentest, „Die andere Medizin - Nutzen und Risiken sanfter Heilmethoden“ (1991)
	</li>
</ul>

<h3>
	Zu Akupunktur und Psoriasis
</h3>

<ul>
	<li>
		Deadman, Peter, Al-Khafaji, Mazin, Baker, Kevin: „A Manual of Acupuncture“
	</li>
	<li>
		Journal of Chinese Medicine Publications, East Sussex, England
	</li>
	<li>
		Lu Yongtian (1983), „Effect of Fructus Psoraleae injection in 800 cases of psoriasis“, Journal of TCM
	</li>
	<li>
		Al-Khafaji, Mazin (1988), „Acupuncture prescriptions for tranquillising the heartand calming the spirit“
	</li>
	<li>
		Journal of Chinese Medicine, 4 Seiten
	</li>
</ul>

]]></description><guid isPermaLink="false">265</guid><pubDate>Thu, 09 Oct 2003 05:40:00 +0000</pubDate></item></channel></rss>
