Jump to content
  • Rolf Blaga
    Rolf Blaga

    Welche pflanzlichen Stoffe wirken bei Schuppenflechte?

    Am 28. April 2018 veranstalteten wir in Berlin den Patientenkongress „Bewährte naturheilkundliche Behandlungen der Schuppenflechte“. Nach und nach berichten wir, was zu den verschiedenen Themen gesagt wurde. Dr. rer. nat. Ute Wölfle von der Uni Freiburg sprach über pflanzliche Wirkstoffe.

    Dr. Ute Wölfle

    Sie betonte, dass vor allem im Internet von vielen pflanzlichen Stoffen behauptet werde, sie würden bei Psoriasis wirken. Sie stelle nur Pflanzen vor, bei denen die Wirkung durch Studien belegt ist. Es sei durchaus möglich, so Wölfle, dass weitere, nicht genannte Pflanzen ebenfalls die Schuppenflechte verbessern. Aber das sei dann noch nicht untersucht worden oder es wäre unseriös. 

    Manche pflanzlichen Wirkstoffe könnten sowohl äußerlich aufgetragen wie auch innerlich genommen werden. Sie stelle nur Ergebnisse der äußerlichen Anwendung vor. Da könne der Stoff direkt dort wirken, wo er gebraucht wird. Er müsse nicht erst durch den ganzen Körper wandern. Man könne die Wirkung erhöhen, wenn die Mittel in Fettsalben aufgetragen oder luftdicht abgedeckt (okklusiv) werden. Aber: Mit Pflanzen könne eine leichte Schuppenflechte oft gut behandelt werden, manchmal auch eine mittelschwere, nie aber eine schwere.

    Pflanzliche Wirkstoffe nachgebaut

    Von den heute synthetischen, äußerlich angewandten Wirkstoffen stammen einige ursprünglich aus der Natur: Dithranol (Cignolin) wurde aus dem brasilianischen Araroba- (Goa-) Baum gewonnen. Es hemmt die überschüssige Zellteilung der Haut. Salizylsäure ist ein Weidenrinden-Extrakt, das vor allem die Schuppen ablöst. Psoralen wird benutzt, um bei der PUVA-Bestrahlung die Haut lichtempfindlicher zu machen. Es ist enthalten in der Knorpelmöhre.

    Mahonia aquifolium – Berberin

    Eine Studie mit 200 Patienten ergab gute Ergebnisse mit einer 10% -igen Mahonia aquifolium - Creme. Der Wirkstoff Berberin wird aus der Rinde der Mahonie gewonnen, einer Berberitzen-Art aus Nordamerika. Nach 12 Wochen verbesserte sich die  Plaque Psoriasis bis zu 50 Prozent. Ein guter Wert, so Dr. Wölfle, für ein phytotherapeutisches Mittel. Die einzige bemerkenswerte Nebenwirkung war ein Juckreiz, der später wieder verschwand. Die in der Studie verwendeten Creme entspricht dem in Deutschland erhältlichen Fertigpräparat Rubisan. Obwohl vom Hersteller als „homöopathisch" bezeichnet, wirke es wegen der 10%-Urtinktur wie eine gängiges pflanzliches Arzneimittel.

    Indigo naturalis – Indirubin

    Färberwaid (Isatis tinctoria)

    Kein anderes Naturprodukt habe aber bei Psoriasis derart gute Studienergebnisse erbracht, wie Indigo naturalis, so Dr. Wölfle. Indigo ist bei uns eher als Farbstoff bekannt. Deshalb heißt die heimische Pflanze, die es enthält, bei uns Färber-Waid. Medizinisch wirkt  Indirubin. Das ist z.B. auch im indischen Akanthus-Gewächs enthalten. In der traditionellen chinesischen Medizin wird Indigo naturalis gegen Hautkrankheiten eingesetzt. Deshalb kommen fast alle der zahlreichen Studien aus der Republik China (Taiwan). Sie berichten von sehr guten Ergebnissen. Der Wirkstoff wird als Salbe oder Creme aufgetragen. Damit sich die Haut nicht blau färbt, wird das Indigio-Pulver inzwischen mit Olivenöl („Lindi-Oil“) vermischt und angewendet. 

    Eine aktuelle Studie aus 2018 mit 98 Teilnehmern hat gezeigt, dass Indirubin in allen Dosierungen mehr als eine 50-prozentige Verbesserung bringt. Die beste Wirkung zeigte es aber bei 200 Mikrogramm pro Gramm. Da hat sich die Schuppenflechte um fast 70 Prozent verbessert. Es ist belegt, dass der Wirkstoff die Zellteilung und die Ausreifung der Hautzellen mit Zellkernen normalisiert. Das Signal des Entzündungs-Botenstoffes Interleukin 17 wird durch Indirubin abgeschwächt. Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

    Leider sei es nicht möglich, entsprechende Indigo-Produkte in Deutschland zu bekommen: Die Rezeptur (20% indigo naturalis Pulver, 25% Vaseline, 30% Bienenwachs und 45% Olivenöl) könne man in den Apotheken nicht herstellen. Denn es ist zur Zeit unmöglich, den Grundstoff Indigo naturalis zu beziehen. Die einzige, im Internet angebotene Indigo-Creme schätzt Dr. Wölfe als unseriös ein. Sie hätte sie geprüft und sei sehr unsicher, ob überhaupt Indigo naturalis enthalten sei. Unabhängig davon wären 49 Euro für knapp 150 ml viel zu teuer.

    Indigo-Tee zu trinken wird gelegentlich im Internet empfohlen werde. Dr. Wölfle wies darauf hin, dass dieser Tee die Leber schädigen könne. Deshalb solle man vorher mit einem Arzt darüber sprechen, wenn man Indigo-Tee therapeutisch einsetzen will.

    Weihrauch – Boswellia

    Weihrauch (Boswellia)

    Eine Pflanze, die ebenfalls auf die Schuppenflechte wirkt, sei das Baumharz Weihrauch (Boswellia serrata). Schon die Ärzte der griechischen Antike hätten dieses Mittel aus Harz, Gummi, Bitterstoffen, ätherischen Ölen und Boswellia-Säuren verwendet. Eine indische Studie mit 239 Patienten habe einen deutlichen Effekt gezeigt: Nach 8 Wochen hat die Creme mit indischem Weihrauch die Entzündungs-Botenstoffe TNF Alpha um 58 % und Leukotrine um 65 % verringert. Psoriasis ist eine von mehreren Krankheiten, die einen erhöhten Leukotrien-Wert aufweist. Wenn diese beiden Botenstoffe beschränkt werden, wachsen Hautzellen weniger schnell und teilen sich nicht so häufig. Weihrauch wird auch innerlich gegen Schuppenflechte angewendet: Dr. Wölfle wies auf eine Studie mit Mäusen hin, die nach drei Wochen erscheinungsfrei waren. Solche Ergebnisse seien aber nicht ohne Weiteres auf Menschen übertragbar.

    Eine Teilnehmerin fragte nach afrikanischen Weihrauch, der angeblich besser wirken solle, als der indische. Frau Dr. Wölfle wies darauf hin, dass es dafür keine Studien gäbe. Bewiesen sei aber auf jeden Fall, dass indischer Weihrauch positiv bei Schuppenflechte wirkt. Wenn der afrikanische besser sein solle, müsse es nicht unbedingt am Weihrauch selbst liegen. Weihrauch-Extrakte enthalten noch andere Stoffe.  In der Pflanzen-Therapie sei es oft gerade die „richtige“ Mischung, die den Effekt hervorrufe und nicht nur ein Inhaltsstoff allein.

    Aloe Vera

    Aloe vera

    Von Aloe Vera wird behauptet, dass es gut wirkt, wenn man es direkt auf die Plaques aufträgt. Es sei immunmodulierend, entzündungshemmend und wundheilend. Eine gerne zitierte dänische Studie hat 40 Psoriasis-Patienten in eine Aloe-Vera- und eine Plazebo-Gruppe aufgeteilt. Man sehe, so Dr. Wölfel, zwar relativ früh Effekte bei den Aloe-Patienten. Aber nach 12 Wochen gebe es keinen keinen bedeutsamen Unterscheid mehr zwischen den Gruppen. Nur durch einen statistischen Trick könne behauptet werden, dass Aloe besser als Plazebo wirkt.

    Die Studie sei von vornherein nicht geeignet gewesen zu erkennen, ob Aloe Vera auf die Schuppenflechte wirkt. Denn man habe den Wirkstoff als Hydro-Gel aufgetragen. Diese Zubereitung (Galenik) dringe aber nicht tief genug in die Haut ein. Bei der Psoriasis benötige man eine Fettsalbe, die viel Lipide erhält. Dann dringe der Wirkstoff auch durch die verdickte Haut zu den sich teilenden Zellen (Keratozyten). Man hätte die Plaques auch vorher mit 10% Salizylsäure ablösen und dann das Aloe Vera Gel auftragen können.

    Dr. Wölfle wies darauf hin, dass nur das Aloe-Gel aus den Blättern genommen werden darf. Es dürfen keine keine Rinden-Bestandteile (Aloe Latex) enthalten sein. Die können nämlich Allergien auslösen.

    Hier erfährst du, wie du selbst eine Aloe-vera-Creme mixen kannst.

    Kurkuma – Curcumin

    Kurkuma (Curcumin)

    Eine weitere interessante Pflanze sei die Kurkuma (Curuma longa), ein Ingwer-Gewächs. Es sei bekannt, dass der Wirkstoff Curcumin die Zellteilung und Entzündungen hemmen kann. Im Labor wurden psoriasis-ähnliche Hautzellen produziert. Als man sie mit Curcumin behandelt habe, nahmen Entzündungsstoffe eindeutig ab. Auch bei Mäusen mit künstlich erzeugter Psoriasis verbesserte Curcumin den Hautzustand. Deshalb müsste Curcumin eigentlich auch beim Menschen wirken. Aber es gibt bisher keine Studie, die überzeugend von der Wirkung bei Psoriasis berichtet. Das kann sich aber in den kommenden Jahren ändern.

    Im Internet werden Kapseln zum Einnehmen angeboten. Curcumin hat aber eine sehr geringe Bioverfügbarkeit. D.h. es wird vom Körper sehr schlecht aufgenommen. Das versuchen Anbieter mit unterschiedlichen Techniken zu verbessern. Ob das tatsächlich beim Menschen dazu führt, dass Curcumin besser wirkt, ist bisher unbewiesen. Kurkuma, innerlich eingenommen, könne aber die Leber schädigen, so Dr. Wölf. Deshalb solle man das vorher mit einem Arzt absprechen.

    Herbstzeitlose – Colchicin

    Herbstzeitlose

    Die Herbstzeitlose (Colchicum autimnale) wirke auf die Psoriasis. Das sei an der Uni Freiburg ausführlich untersucht worden. Colchicin ist ein leicht giftiges Alkaloid (stickstoffhaltig). Solche Pflanzen, äußerlich angewendet, können Plaques gut auflösen. Eine Colchysat Bürger® Lösung (30%) in Vaseline ließ die Psoriasis in einem (!) Testfall nach vier Wochen zurückgehen. 

    In den 1970-er Jahren gab es einige Studien zu Colchicin. Die Forschung wurde aber eingestellt. Es sei schwierig, eine Lösung herzustellen, die einen standardisierten (gleichmäßigen) Wirkstoffgehalt hat. Der Wirkstoff wäre außerdem sehr teuer. So sei die Pflanze in Vergessenheit geraten, weil sich niemand darum gekümmert habe.

    Innerlich ist der Wirkstoff nur für akute Gichtanfälle zugelassen.

    Birkenrinde – Betulin

    Birken

    Dr. Ute Wölfel berichtete vom Fall einer (!)  Patientin mit einer Psoriasis intertriginosa (in den Hautfalten). Die wurde sehr erfolgreich mit Birkenrinde-Extrakt (Betulin Creme) behandelt. Betulin fördert, dass sich gesunde, ausgereifte Hautzellen (Keratinozyten) bilden. Der Wirkstoff lagert sich um Wassertröpfchen herum. Deshalb könne man die Creme auch auf offene Wunden und Schleimhäute auftragen.

    Selbst, wer auf Birkenpollen allergisch reagiert, dürfe trotzdem mit dem Birkenrinden-Extrakt behandelt werden.

    Basistherapie mit Bitterstoffen

    Erst seit 2015, so Dr. Wölfle, wisse man, dass die Haut auf Bitterstoffe reagiert. Die normale Haut hat dafür „Rezeptoren“. Bei Kontakt mit Bitterstoffen werden Signale ausgesendet, um Schutz-Proteine für die Hautbarriere zu bilden. An der Uni Freiburg habe man herausgefunden, dass Bitterstoffe außerdem bewirken, dass sich Ceramide bilden. Ceramide sind Fette (Lipide) für eine wirksame Hautbarriere und ausgereifte Hautzellen (Keratozyten). Die Haut von Psoriatikern (und Neurodermitikern) hat dagegen wenige oder schlecht arbeitende Bitterstoff-Rezeptoren. Deshalb fehlt das Enzym, das die Ceramid-Bildung anregt.

    Enzian

    Die Freiburger Wissenschaftler konnten nachweisen, dass ein 5-prozentiger Enzian-Extrakt (Bitterstoff) bewirkt, dass dieses Enzym wieder in den menschlichen Hautzellen gebildet wird. Damit könnte man vor allem verhindern, dass die Haut bei einer geschädigten Barriere zu stark austrocknet. Der Stoffwechsel wird angeregt und gesunde Hautzellen gebildet.

    Zwar sei die Forschung noch am Anfang. Aber man wisse schon jetzt, welche Bitterstoffe man einsetzen müsse. Wenn die schon äußerlich so gut wirken, sei zu erwarten, dass sie innerlich noch besser wirken könnten.

    Zum Weiterlesen

    Allgemeine Artikel

    • Phythotherapie in der Dermatologie, Hoffmann, Tasiopoulou, Wölfle, Schempp (2017) [lesen]
    • Komplementärmedizin in der Dermatologie: Nicht Alternative, sondern Ergänzung der akademischen Medizin, Schempp (2017) [lesen]
    • Rationale topische Phytotherapie bei Hautkrankheiten, Augustin (2005) [lesen]

    • Naturheilverfahren und Schuppenflechte
    • Natürliche Behandlung der Schuppenflechte, Ergebnisse zweier Übersichtsarbeiten, Haacke (2017) [lesen]
    • CAM-Report: Was bringen Heilkräuter & Co. bei Rheuma und Psoriasis Arthritis? Deutsche Rheuma Liga [lesen]

    Frei herunterladbare Studien

    Mehr über einzelne Pflanzen


    Bildquellen

    User Feedback

    Recommended Comments

    Ihr helft so vielen Menschen! Ein wirklich toller Beitrag. Besonders klasse ist der Praxisbezug, da ihr konkret sagt, was die Wirkstoffe der Pflanzen sind und wie man an entsprechende Wirkstoffe gelangt. Bitte macht weiter!

    Link to comment
    Share on other sites


    Join the conversation

    You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.
    Note: Your post will require moderator approval before it will be visible.

    Guest
    Add a comment...

    ×   Pasted as rich text.   Paste as plain text instead

      Only 75 emoji are allowed.

    ×   Your link has been automatically embedded.   Display as a link instead

    ×   Your previous content has been restored.   Clear editor

    ×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.


  • Similar Content

    • playandwin
      By playandwin
      Ich möchte gerne meine bisher positiven Erfahrungen mit Weihrauch Extrakt teilen. Kurz zur Vorgeschichte : Psoriasis seit 1988, vor allen Dingen am Kopf und am Haaransatz, immer mit erscheinungsfreien Zeiten. Ende 2018 ,1 Jahr nach Eintritt in das Rentenalter, plötzlich Psoriasis vulgaris und gutatta über den ganzen Körper verteilt, auch das Gesicht war betroffen.
      Die Ausdehnung über den Körper dauerte ca. 1.5 - 2 Monate.  Behandlung Hautarzt 1 : Calcipotriol und Bestrahlung UVB, nach 20 Einheiten Abbruch da überhaupt keine Veränderung.
      Diagnose Gesicht : Rosazea.. mit entsprechender Creme behandelt, aber ohne Erfolg. DEr Arzt hat sich aber nie richtig Zeit genommen, immer in Eile.
      Hautarzt 2 (über Psoul Magazin gefunden). Ganzkörper Diagnose und Gradeinteilung nach entsprechenden Richtlinien, Eintrag in eine Pso- Netz Datei.  Behandlung A :  Dusche zur Vorbereitung der Haut, danach Bestrahlung UVA... nach ca. 25 x keine Veränderung.
      Behandlung B: Systemische Behandlung mit Skilarence Tablette (Fumaderm), wöchentliche Steigerung auf bis zu 360mg, danach Magen-/Darmbeschwerden und nach Rücksprache Abruch der Behandlung. Die Ärztin hat sich immer sehr viel Zeit genommen, sehr positiv. Da die nächste Behandlung MTX gewesen wäre habe ich gebeten,  eine Pause zu machen, da ich zunächst Naturheilmittel probieren wolte. Viel Verständnis - kein Problem. Nun kommt der Weihrauch ins Spiel.
      Über ein Psoriasis Netz habe ich darüber erfahren, danach viel im Internet gelesen, die Weihrauch-Apotheke in Bissingen gefunden, die auch eine telef. Gesundheitsberatung macht und den Extrakt selbst herstellt.  Am 18. Dezember 2020 mit Kapseln (300mg) begonnen, langsame Steigerung von 1x1 täglich auf 5 Kapseln (2-1-2). Die Kapseln haben bei mir leichte Darmprobleme verursacht, nach Rücksprache öffne ich jetzt die Kapsel und rühre sie mit Leinöl und Quark an- Probleme verschwunden.
      Meine Schuppenflechte hat sich nach 2 Monaten deutlich verbessert - ca. 75% besser als Ursprungszustand. Im Gesicht fast erscheinungsfrei.
      Nach ca. 8-9 Wochen die Dosis auf 3x1 (Erhaltungsdosis) reduziert, muss man aber ausprobieren. Für mich ist diese Dosis ok, der verbleibende Rest der Schuppenflechte verändert sich kaum. Zur Pflege nehme ich im Gesicht ALVERDE vital+ Nachtcreme für sehr reife Haut im Wechsel mit Salthouse Intensivcreme forte, am Körper ISANA Totes Meer Lotion +Aloe Vera Gel ebenfalls im Wechsel. 
    • Rolf Blaga
      By Rolf Blaga
      Im März 2014 konnten Nutzer des Psoriasis-Netzes ein damals neues Produkt testen: Die Sorion Creme kommt aus der Ayurveda-Medizin. Mehr über sie und einige Meinungen sind in unserem Marktüberblick nachzulesen.
      Insgesamt beteiligten sich 23 Personen am Test der Sorion Creme. Die Auswertung der abschließenden Umfrage ergab Folgendes: Für über 80 Prozent der Tester roch die Creme angenehm (6) bzw. nicht störend (11) oder sie empfanden sie als geruchlos (2). Drei Tester störten sich ein wenig am Geruch, einer deutlich. Fast 70 Prozent fanden, dass die Creme schnell (8) oder sogar sehr schnell (1) bzw. in angemessener Zeit (7) einzieht. Ein knappes Drittel dagegen meinte, sie würde etwas langsam (5) bzw. sehr langsam (2) einziehen. Bis auf einen Tester waren sich alle darin einig, dass die Creme sehr ergiebig (10) bzw. ergiebig (12) sei. Alle haben die Creme sehr gut (19) oder gut (4) vertragen. Viele Tester haben beobachtet, dass sich ihre Psoriasis verbessert hat: Über 60 Prozent (14) meinten, bei ihnen wäre die Schuppung zurückgegangen und bei über 55 Prozent (13) zusätzlich auch die Entzündung. Ein gutes Drittel (8) meinte, die Psoriasis sei gleich geblieben. Verschlechtert hat sich der Hautzustand bei niemanden. Über 65 Prozent (15) würden die Creme weiter empfehlen, ein gutes Viertel nur bedingt (6) und zwei überhaupt nicht. Kommentar
      Es gab nur sehr positive Erfahrungsberichte; nicht nur von denjenigen, bei denen die Psoriasis durch die Creme deutlich besser wurde. Einige meinten begeistert, noch nie hätte ihnen eine Creme so gut geholfen. Viele bestätigten, dass der Juckreiz zurückgegangen sei, die Schuppen sich lösen würden, Spannungsgefühl und Schmerz weniger geworden seien und die Schuppenflechte-Stellen blasser und flacher geworden wären. Die meisten wiesen darauf hin, dass man die Creme nicht absetzen dürfe, weil sonst sich sonst der Hautzustand wieder verschlechtern würde. Einige dagegen haben einige Tage ausgesetzt, ohne dass sich die Haut oder der Juckreiz wieder verschlechtert habe.
      Die Creme wird in Deutschland als Pflegeprodukt angeboten, ist also kein zugelassenes Arzneimittel. Der deutsche Hersteller darf sie nicht als Mittel gegen Schuppenflechte anpreisen. In Indien dagegen wird die Creme als ayurvedisches Medikament gegen Psoriasis angeboten. Der Hersteller verweist darauf, dass er das indische Original anbiete. Generell möchte er den Ansatz der „Ayurveda-Behandlung von Schuppenflechte“ bekannter machen.
      Diejenigen Tester, die die Creme weiterempfehlen würden, äußerten sich teilweise sehr überschwänglich („Eine der besten Pflegecremes, die ich je hatte“). Den Geruch fanden viele gewöhnungsbedürftig. Aber er würde nicht so lange anhalten, sondern sich relativ schnell verflüchtigen.
      Nachdem die Creme (dünn!) aufgetragen wurde, haben sich die meisten hinterher den Fettfilm von den Händen gewaschen. Viele haben sich mehrmals am Tag damit eingecremt. Obgleich das Produkt als sehr ergiebig beschrieben wurde, ist es auch als relativ teuer bezeichnet worden - wenn man nicht nur einige kleine Stellen zu „pflegen“ habe. Das billigste Angebot lag im September 2014 (inklusive Versand) bei 13,40 Euro für 50 Gramm.
      Mehrere Tester kritisierten, dass sie die kleine Sicherheitsfolie auf der Tubenöffnung nicht leicht entfernen konnten. Das ist für Betroffene mit Psoriasis arthritis oder einer Nagelpsoriasis sicherlich schwierig. Leichter zu handhaben, so ein Tester, wäre ein Dorn im Verschluss. Einmal geöffnet, sei die Creme aber leicht herauszudrücken, weil die Tube aus weichem Plastik bestehe.
    • Rolf Blaga
      By Rolf Blaga
      Nutzer des Psoriasis-Netzes konnten die Belixos Körpercreme mit dem Extrakt der Mahonia Aquifolium-Wurzel testen. In Studien ist nachgewiesen worden, dass dieses Berberitzen-Gewächs bei Schuppenflechte wirkt. Das konnte gezeigt werden mit Cremes, die 10 Prozent Mahonia aquifolim enthalten – wie z.B. dem apothekenpflichtigen Arzneimittel Rubisan. In dieser Dosierung werden sie zur äußerlichen Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt – allein oder kombiniert mit anderen Therapien. Die Belixos® Körpercreme enthält lediglich 1,6 Prozent Mahonia-Extrakt. Den Test hatten wir deshalb angeboten für diejenigen, die eine leichte und aktuell nicht "blühende" Psoriasis hatten.
      Testergebnis
      Insgesamt haben 17 Nutzerinnen und Nutzer die Belixos-Körpercreme getestet. Drei haben den Test aus unterschiedlichen Gründen abgebrochen. Alle haben Kommentare geschrieben. Aber nur 14 Tester haben die sechs Fragen beantwortet, die wir Ihnen am Ende gestellt hatten.
      Juckreiz gemildert?
      Knapp die Hälfte (6) meinte, die Creme würde den Juckreiz lindern. Fast genauso viel (5) sehen das nur teilweise erreicht. Sie begründen das damit, dass der Effekt bei ihnen nicht lange angehalten hat. Nur bei sehr wenigen war der Juckreiz „über Stunden“ verschwunden. Bei einer Minderheit (3) hat die Creme den Juckreiz überhaupt nicht verringert.
      Wohlbefinden gesteigert?
      Die Tester sollten die etwas ungenaue Frage beantworten, ob die Creme „das Wohlbefinden steigere“. Dem stimmten nur einige (3) voll zu, die meisten (9) teilweise und wenige (2) überhaupt nicht. Viele betonten, dass sich die Haut nach dem Eincremen „geschmeidiger“, „weicher“ oder „glatter“ angefühlt hätte. Vor allem dort, wo sie vorher trocken war. Als Basispflege wurde die Creme allgemein gelobt. Weniger zufrieden waren diejenigen, die erhofft hatten, mit der Belixios® Körpercreme ihre Psoriasis behandeln zu können. Ein Tester hatte eine stark schuppende Psoriasis, die er allein mit Pflegemitteln in den Griff bekommen wollte. Sein Zustand verschlechterte sich. Auch zwei andere bekamen einen Schub. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Creme das verursacht hat. Zwei von dreien meinten, der Schub hätte vermutlich eher psychische Ursachen. Andere beschreiben leichte Besserungen oder keine Veränderungen.
      Schnell eingezogen?
      Die große Mehrheit (11) findet, dass die Creme schnell und leicht einzieht – „in Sekunden“ meinte eine Testerin. Nur wenige meinten, das treffe nur nur teilweise (1) bzw. überhaupt nicht (2) zu. Einige berichteten, ihre Hände würden sich nach dem Eincremen „klebrig“ anfühlen. Das würde aber nach 5 Minuten verschwunden sein.
      Gefettet?
      Die allermeisten (12) bestätigten, dass die Creme nicht fetten würden. Nur jeweils eine Person meinte, das stimme nur teilweise bzw. überhaupt nicht. Zwei Testerinnen hätten sich für ihren Fall eine fettigere Creme gewünscht, weil die besser auf den Plaques wirken würde.
      Haut gereizt?
      Die Frage, ob die Creme reizen würde, hat die Mehrheit (8) verneint. Andere meinten, es stimme nur teilweise (4) bzw. überhaupt nicht (2). Die meisten empfanden sie als angenehm kühl. Aber einige berichteten, dass Belixos® Creme auf offenen, eingerissenen Stellen brennen würde. Das sei, so eine Testerin „auszuhalten“ und „lasse nach“.
      Empfehlenswert?
      Schließlich wurden sie gefragt, ob sie das Produkt weiterempfehlen würden. Nur eine Minderheit (3) findet die Creme empfehlenswert. Ungefähr gleich groß war die Anzahl derjenigen, die Belixos® Creme teilweise (5) oder aber überhaupt nicht (6) weiterempfehlen würden. Die Tester mussten ihre Bewertung nicht begründen. Den Kommentaren kann man entnehmen, dass sich am Geruch der Creme die Geister scheiden. Die eine Hälfte (8) empfand den Geruch als „angenehm“. Die Creme würde nach „Medizin“ oder „Kamille“ riechen. Die andere Hälfte (9) empfand ihn als „unangenehm“. Die Creme würde „erdig“, nach „Parfüm“, Zigarrenrauch“ oder sogar „Badezusatz“ riechen. Einige hatten sich dann daran gewöhnt, andere nicht. Nur eine Testerin fand den Geruch „neutral und unaufdringlich“.
      Viele waren vermutlich deshalb enttäuscht, weil sie sich versprochen hatten, ihr Juckreiz und ihre Schuppenflechte würde durch die Creme spürbar zurückgehen. Das ist das Problem aller Cosmeceuticals, d.h. der Pflegeprodukte, die Wirkstoffe gegen bestimmte Krankheiten enthalten. Die Werbung lässt vermuten, dass man mit ihnen eine Hautkrankheit behandeln kann. Aber Belixo®s Körpercreme ist kein Arzneimittel. Der Anteil der entzündungshemmenden Mahonia aquifolium beträgt 1,6 Prozent. Das ist relativ wenig im Vergleich zu Rubisan® mit 10 Prozent. Und auch Rubisan® wird nur in leichten Fällen und nicht im Schub empfohlen. Wer nur wenige, nicht besonders aggressive Psoriasis-Stellen hat, kann ausprobieren, ob die Belixos® Körpercreme hilft. Sie ist aber in erster Linie für die therapiebegleitende Pflege der Haut gedacht und nicht zur Behandlung einzelner Plaques..
      Weitere Anmerkungen zur Creme
      Die Tester haben sich noch zu weiteren Punkten geäußert: Viele äußerten sich positiv zur Aufmachung: Die Tube sähe „hochwertig“ aus, wie ein „Edelprodukt“.
      Kritik gab es am Verschluss der Tube: Für mehrere war er schwer zu öffen. Vor allem diejenigen, die gleichzeitig an den Gelenken betroffen waren, hatten Probleme. Einige waren beim ersten Öffnen nicht darauf vorbereitet, dass die Creme relativ dünnflüssig ist und leicht herausläuft.
      Die Konsistenz wurde sehr unterschiedlich beurteilt: Einigen (5) war sie als Creme zu dünnflüssig („glibberig“). Andere (4) haben sie als Lotion eingestuft, mit der man wegen der flüssigen Konsistenz sparsam umgehen könne. Aber wer größer Körper-Areale damit eincremen will, bei dem reicht die Tube nicht lange.
      Da viele die Creme zur Behandlung ihrer Schuppenflechte einsetzen wollten, haben sie klare Anweisungen vermisst: Einen Beipackzettel, der die Anwendung erklärt.
      Überrascht hat einige die Farbe der Creme: Sie ist nicht weiß, sondern gelblich („honigfarben“). Befürchtet wurde, sie könne die Kleidung verfärben. Das macht sie aber nicht.
      Du kennst die Belixos Körpercreme schon?
      Schreib doch etwas dazu in unseren Marktüberblick.
    • Rolf Blaga
      By Rolf Blaga
      Naturheilkunde ist nichts für Eilige. Im Gegenteil: Viele natürliche Stoffe und Therapien brauchen nicht nur länger, bis sie wirken. Sie sind überhaupt erst dann effektiv, wenn sie mit weiteren Aktivitäten kombiniert werden – das gilt vor allem für chronisch Kranke. Gesund werden kann nur, wer auch bewusst gesund lebt. Dieses Behandlungskonzept wird für Patienten in dem Buch „Heilen mit der Kraft der Natur“ ausführlich vorgestellt.
      Naturheilkunde und gesunde Lebensweise
      Autor ist Professor Andreas Michalsen, der unter anderem Leiter der Naturheilkundlichen Abteilung des Berliner Immanuel-Krankenhauses ist. Er  setzt sich in seinem Buch für ein modernes Konzept der Naturheilkunde ein: Ziel solle es sein, die Möglichkeiten der Patienten zu nutzen, um ihre Selbstheilungskräfte zu mobilisieren. Das funktioniere dann, wenn natürliche Therapien und eine gesunde Lebensweise zusammenspielen. Sehr ausführlich beschreibt er die verschiedensten Möglichkeiten dazu. Darüberhinaus ist er ein Verfechter der „Integrativen Medizin“. Das heißt: Für ihn ist die Naturheilkunde keine Alternative zur modernen Medizin, sondern eine sinnvolle Ergänzung.
      Selbstheilung als natürlicher Prozess
      Es gäbe viele Möglichkeiten, so Michalsen, den Körper durch äußere Reize und Herausforderungen darin zu trainieren, sich immer wieder selbst zu reparieren. „Selbstheilung“ setze vor allem Vertrauen voraus: in den Arzt, die Therapie und letztendlich in sich selbst. So gesehen sei z.B. der Placebo-Effekt ein völlig natürlicher Vorgang.
      Michalsen arbeitet schon lange mit „antiken Therapien“ wie Blutegel, Schröpfen und Aderlass. Ausführlich begründet er, weshalb sie auch noch heute bei bestimmten Krankheiten eingesetzt werden sollten. Ähnliches gelte für Kneipp-Anwendungen: Wasser sei eines der ältesten Heilmittel der Menschheit. Viele seiner positiven Effekte könnten ein Medikament nie bewirken.
      Ganz wesentlich zur Selbstheilung trage, so Michalsen, das (Heil-) Fasten bei. Es stärke das Immunsystem und verlängere das Leben. Man könne damit den Körper entgiften und den Stoffwechsel regulieren. Die Darmbakterien würden sich anpassen. Eine gesunde Darmflora wirke sich auf das Nerven- und Immunsystem aus und beeinflusse die Selbstregulation des Körpers.Durch Fasten, so Michalsen, entstehe Brennstoff für das Gehirn. Es mache deshalb glücklich. Ähnlich würde es wirken, wenn man sich täglich nicht satt esse, sondern die Kalorien um 20-40 Prozent kürzt.
      Richtig ernähren und viel bewegen
      Darüberhinaus schütze eine richtige Ernährung vor Krankheiten. Es seien vor allem der Nahrungsüberfluss und die (oft unkontrollierten) Zwischenmahlzeiten, die dem Körper schaden würden. Wenn der Körper wegen des Essens ständig Insulin ausschütten müsse, könnten sich die Zellen nicht reinigen. Deshalb empfiehlt Michalsen, sich auf zwei Mahlzeiten pro Tag zu beschränken. Danach sei eine nahrungslose Phase von 14 Stunden sinnvoll.
      Als gesunde Kost empfiehlt er, wie inzwischen viele andere auch, die so genannte „Mittelmeer-Kost“. Viel Gemüse sei wichtiger, als Obst; gesundes Fett wichtiger als Fisch. Milch und Eier sind für ihn keine gesunden Lebensmittel; Fleisch würde uns (langfristig) umbringen.
      Bei den meisten Krankheiten sei es eher schädlich, sich zu schonen. Bewegung erweise sich bei fast allen Krankheiten als wirksame Therapie. So profitieren zum Beispiel die Faszien des Bindegewebes von Bewegung und würden damit Schmerzen verringern. Jeder solle für sich eine Aktivität finden, die individuell Spaß macht.
      Mind-Body-Medizin
      Michalsen ist ein engagierter Vertreter der Mind-Body-Medizin. Dabei geht es darum, für jeden Patienten eine passende Strategie zu entwickeln, Psyche, Immunsystem und Nerven positiv zu beeinflussen: durch Yoga, Meditation und Achtsamkeit. Mind-Body-Medizin wirke dem Stress entgegen. Aber sie führe auch dazu, dass Patienten ihren Körper bewusster wahrnehmen und sich verantwortlicher verhalten als bisher.
      Indische und chinesische Kräuter
      Michaelsen ist sehr überzeugt von Ayurveda, der traditionellen indischen Medizin. Anders als in der europäischen Naturheilkunde werden beim Ayurveda Kräuter und Gewürze stets als Mischungen verabreicht. Bis zu 50 verschiedene Stoffe würden ganz individuell kombiniert werden, um eine gewünschte Wirkung zu erzielen. Deren Heilungserfolge würden weit über das hinausgehen, was sich mit Placebowirkung oder Spontanheilung erklären ließe, so Michalsen. Auch in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) werden Pflanzen und deren Extrakte kombiniert.
      Ayurveda und TCM würden diese pflanzliche „Gesamt-Arzneimittel“ auch bei schweren, komplexen Krankheiten einsetzen. In unserem Kulturkreis dagegen würden überwiegend einzelne Pflanzenwirkstoffe eingesetzt werden. Damit könnten dann lediglich Symptome und Beschwerden leichter Krankheiten behandelt werden.
      Problematisch sei, dass die meisten dieser indischen oder chinesischen Gemische in Deutschland nur als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen seien. Dadurch würden Qualität und Sicherheit nicht so gut kontrolliert werden, wie bei Arzneimitteln. Michalsen geht nicht weiter darauf ein, dass immer wieder gesundheitsgefährdende Stoffe in Original-Ayurveda- und TCM-Kräuter aus Indien oder China gefunden werden und es schon Todesfälle gab. Sein Kollege Dr. Christian Kessler empfiehlt deshalb, Ayurveda-Präparate und TCM-Kräuter ausschließlich über sichere Bezugsquellen zu beziehen, wie z.B. deutsche Apotheken mit naturheilkundlichem Schwerpunkt.
      Schwere Krankheiten naturheilkundlich behandeln
      Ausführlich beschreibt Michalsen die naturheilkundliche Behandlung von Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Arteriosklerose, Arthrose, Depression und Angstsyndromen, Rücken- und Nackenschmerzen, Diabetes, Rheuma und Magen-Darmerkrankungen. Hautkrankheiten werden leider nicht erwähnt. Aber: Zu diesem Thema gibt es demnächst einen Bericht über die Klinik Blankenstein im Psoriasis-Netz. Außerdem wird es am 28. April 2018 in Berlin eine Veranstaltung zum Thema „Naturheilkunde und Psoriasis – Erprobte Therapien“ geben.
      Fazit
      Das Buch „Heilen mit der Kraft der Natur“ spiegelt den aktuellen Stand der seriösen, in seiner Wirkung nachgewiesenen Naturheilkunde wider. Professor Michalsen erklärt vieles aus seiner persönlichen Erfahrung. Dadurch sind seine Ausführungen nicht nur sehr glaubwürdig, sondern sie machen es dem Leser leicht, ihm zu folgen. Seine Anliegen, die Erforschung der Naturheilkunde zu fördern, Patienten zu gesundem Leben zu motivieren und möglichst viele medizinische Ansätze zu integrieren, sind wohltuend ideologie-frei.
      In diesem Sinne fordert er Ärzte auf, bei ihren Patienten "subjektive Krankheits- und Heilungsüberzeugung" nicht als "absurd oder unwissenschaftlich" abzutun. Vermutlich deshalb, weil inzwischen eindeutig nachgewiesen ist, dass die Kraft der Gedanken gesund machen kann. Leider problematisiert er an dieser Stelle nicht, dass es auch "Heilsüberzeugungen" gibt, die unseriös und gefährlich sein können: Bekanntlich gibt es immer wieder Scharlatane (Hackethal, Rath, Humble & Co.), die „natürliche“ Verfahren anbieten und mit unbewiesenen Heilsversprechen verzweifelte Patienten anlocken.
      Michalsen geht in seinem Buch nicht auf andere Richtungen ein, die sich selbst ebenfalls als „Naturheilkunde“ bezeichnen, wie z.B. Homöopathie, Anthroposophie, Bachblüten-Therapie, Schüßler-Salze, Bioresonanz-Therapie usw. Aber das ist für eine solch umfangreiche Darstellung vermutlich zu viel verlangt.
      Insgesamt ist das Buch für jeden Patienten, der sich für naturheilkundliche Behandlungen interessiert, uneingeschränkt zu empfehlen.
      Weiterlesen:
      Bewährte Behandlungen der Psoriasis in der Naturheilkunde (Veranstaltung am 28. April 2018 in Berlin) Psoriasis naturheilkundlich behandelt, Klinik Blankenstein Ordnungstherapie in der stationären Naturheilkunde, Leonie Jagenburg, Christa Golücke, André-Michael Beer CAM-Report - Wissenschaftliche Meta-Analyse wie gut Heilkräuter & Co. bei rheumatoider Arthritis, Arthrosen (meist vom Knie) und Fibromyalgie helfen, Rheuma Liga Alternative Heilverfahren – Sanfte Methoden ergänzen Schulmedizin, Inga Richter, PSO aktuell 1/2013 Mit Naturheilkunde die Schuppenflechte behandeln (Expertenforen 2013 und 2016), Psoriasis-Netz Naturheilkunde und andere ergänzende Heilmethoden, Rheuma Liga Deutschland Psoriasis und Alternativmedizin 2014, Psoriasis-Netz Berlin: Alternativ-Mediziner kooperieren
    • Claudia Liebram
      By Claudia Liebram
      Eine Schuppenflechte am Körper kann schon anstrengend sein. Doch dort kann man sie oft irgendwie noch verbergen. Sitzt die Psoriasis dagegen im Gesicht, ist der Betroffene den Blicken der Mitmenschen ausgeliefert. Wie lässt sich die Erkrankung dort behandeln?
      Symptome
      Schuppenflechte sieht im Gesicht aus wie auch an anderen Stellen am Körper. Sie ist im Gesicht aber stärker dem Licht, Wind und Wetter und anderen Einflüssen der Umwelt ausgesetzt. Sie kann also durchaus stärker gereizt, geröteter, flacher oder schuppiger sein.
      Die Psoriasis setzt sich im Gesicht gern in den Augenbrauen, in den Nasenfalten oder an der Stirn fest.
      Behandlung
      Jeglicher Wirkstoff, jede Salbe, Tinktur oder Maske wird von der Haut im Gesicht stärker aufgenommen, denn dort ist die Haut dünner als am restlichen Körper. Das sollte man immer im Hinterkopf haben.
      Abseits von Medikamenten
      Gute Hautpflege
      Gerade im Gesicht kann eine gute Hautpflege bei Psoriasis schon einiges ausmachen. Lassen Sie sich am besten in der Apotheke beraten. Und: Wählen Sie Hautpflegeprodukte, die so wenig verschiedene Inhaltsstoffe wie möglich haben, denn jeder kann zusätzlich reizen. Sie finden so auch einfacher heraus, welcher Inhaltsstoff Ihrer Haut am besten bekommt. Es muss dabei nicht unbedingt eine spezielle Gesichtscreme sein.
      Aloe vera
      Ob Aloe vera einer Schuppenflechte im Gesicht beikommen kann, ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Dabei kann man das reine Gel aus einer Aloe-vera-Pflanze ebenso nutzen wie eine der vielen Aloe-vera-Cremes. Bei Letzteren sollten Sie auf einen möglichst hohen Anteil der Aloe vera achten, aber auch darauf, dass mit Konservierungsmitteln nicht zu großzügig umgegangen wurde etc. Lassen Sie sich nicht von einem Glaubenskrieg beeindrucken, welche Aloe-vera-Creme von welchem Anbieter oder -Vertreiber die bessere ist. Im Reformhaus oder in der Apotheke zum Beispiel dürften Sie gut beraten werden.
      Urea (Harnstoff)
      Eine Gesichtscreme mit Urea (Harnstoff) ist auch eine Möglichkeit, gegen die Schuppenflechte im Gesicht anzugehen. Allerdings kann Urea im Gesicht stärker reizen als an anderen Körperstellen, deshalb sollten Sie hier nicht zur 10- oder mehrprozentigen Harnstoff-Creme greifen, sondern lieber eine 3- oder 5%-ige Urea-Creme ausprobieren.
      Arzneimittel
      Mahonia aquifolium
      Dieser Wirkstoff ist frei verkäuflich und in Deutschland vor allem in zwei Produkten enthalten: Rubisan® und Belixos®. Der Hersteller von Rubisan schreibt ausdrücklich "Der Einsatz ist auch am Hals und im Gesicht gut möglich.". Rubisan ist ein Arzneimittel und gibt es in der Apotheke, Belixos ist ein Kosmetikprodukt und gib es vor allem im Internet.
      Hydrokortison-Cremes
      Diese sehr leichte Kortison-Form kann nach Meinung von Pharmazeuten im Gesicht gut angewendet werden. In niedriger Dosierung ist sie frei verkäuflich. Dabei empfiehlt sich die Konzentration von 0,25% im Gesicht eher als die von 0,5%. (2) Alle stärkeren Kortisonsalben bergen größere Gefahren (siehe Abschnitt "Kortison").
      Tacrolimus oder Pimecrolimus
      Betroffene berichten u.a. in unserem Forum darüber, dass ihr Hautarzt ihnen für die Schuppenflechte im Gesicht die Wirkstoffe Tacrolimus oder Pimecrolimus empfohlen oder verschrieben hat. Die sind zum Beispiel in Elidel® oder Protopic enthalten und nicht zur Behandlung bei Psoriasis zugelassen, sondern bei Neurodermitis. Nach Erfahrung von Medizinern wirken sie im Schnitt nach zwei Wochen. Bis zu 50 Prozent der Patienten haben nach 6 bis 12 Wochen von einer deutlichen Verbesserung oder sogar völligen Abheilung der Symptome verspürt. (1)
      Medikamente mit Vitamin D3
      Die Wirkstoffe in Vitamin-D3-Präparaten heißen zum Beispiel Calcipotriol oder Tacalcitol.
      In der Packungsbeilage von Daivonex steht eine "Psoriasis im Gesicht" als Gegenanzeige – das heißt, dass das Medikament dort nicht angewendet werden soll.
      In der Fachinformation von Curatoderm gibt es lediglich einen Hinweis, dass bei einer Anwendung im Gesicht der Kontakt mit den Augen vermieden werden soll. Und: UV-Licht kann den Wirkstoff Tacalcitol abbauen, was ja das Gegenteil von dem wäre, was man erreichen will. Deshalb soll Curatoderm® besser abends aufgetragen werden.
      Die Angaben der Hersteller sind die eine Seite – die Erfahrungen von Ärzten eine andere. Bei Vitamin-D3-Präparaten wird von den Medizinern vor "lokalen unerwünschten Arzneimittelwirkungen" gewarnt. Aber: Sie sind "prinzipiell möglich". Die Reizungen gingen vorüber. Wenn sie zu arg sind, könne vorübergehend die Dosis reduziert werden. Generell würde der Wirkstoff Tacalcitol (in Curatoderm® enthalten) weniger reizen als der Wirkstoff Calcipotriol (z.B. in Daivonex enthalten). (1)
      Innerliche Medikamente
      Alle innerlichen Medikamente können die Schuppenflechte im Gesicht ebenso lindern wie am Rest des Körpers. Deshalb erwähnen wir sie hier nicht einzeln.
      Nicht geeignete Medikamente
      Psoriasis-Medikamente, die nicht im Gesicht angewendet werden sollen, sind Dithranol und Tazaroten.
      Kortisoncremes oder -salben sind für das Gesicht sehr wenig geeignet. Mediziner sehen dort die Gefahr, dass die Haut dünner wird ("Atrophie") oder andere Hauterkrankungen wie Rosazea oder Steroid-Akne ausgelöst werden.
      Verwechslung mit anderen Hautkrankheiten
      Es gibt einige andere Hautkrankheiten, mit denen die Schuppenflechte im Gesicht verwechselt werden kann. Was der Laie für eine Psoriasis hält, kann auch etwas anderes sein – zum Beispiel
      ein seborrhoisches Ekzem – vor allem in den Nasenfalten, den Augenbrauen oder am Kinn Pityriasis rubra pilaris Lupus erythematodes eine Bartflechte (Tinea barbae) – eine Pilzerkrankung eine Grindflechte (Impetigo contagiosa) – vor allem bei Kindern Da hilft am Ende nur, wenn der Hautarzt gefragt wird. Er kann die Erkrankungen im besten Falle aufgrund seiner Erfahrung auseinanderhalten oder ein kleines Stückchen Haut entnehmen und im Labor untersuchen lassen.
      Fachleute diskutieren außerdem über eine Mischform aus Psoriasis und seborrhoischer Dermatitis. Das Ergebnis bezeichnen sie dann auch als Sebopsoriasis oder Seborrhiasis.
      Fotos von Schuppenflechte im Gesicht
      Austausch mit anderen Betroffenen
      In unserem Forum kannst du dich auch über gute (und schlechte) Erfahrungen bei Psoriasis im Gesicht austauschen.
      Tipps zum Weiterlesen
      Warum Sie bei Schuppenflechte im Gesicht keine Gesichtsbürste nutzen sollten
      (woman.at, 21.08.2014)
      Das Gesicht mit Wasser und Händen oder vielleicht noch einem Waschlappen reinigen – wie langweilig ist das denn? Gesichtsbürsten sind laut dem Frauenportal woman.at im Trend. Doch selbst deren Erfinder Dr. Robb Akridge rät von ihr ab, wenn man von Schuppenflechte oder Akne geplagt ist. Leider erst ganz, ganz am Ende des Artikels und Interviews. Trotzdem gut zu wissen: wieder ein Trend, den man getrost auslassen darf
      Gesichtsmasken aus eigener Herstellung
      (allergie-frei.info, 20.02.2013)
      Quellen
      Leitlinie "Therapie der Psoriasis vulgaris" "Hydrocortison – Vertrauen und Vorbehalte" in: Pharmazeutische Zeitung 29/2011

Willkommen

Willkommen in der Community für Menschen mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Ohne Werbung, ohne Tracking, aber mit ganz viel Herz 💛

×
×
  • Create New...

Important Information

We have placed cookies on your device to help make this website better. You can adjust your cookie settings, otherwise we'll assume you're okay to continue.