<?xml version="1.0"?>
<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Forschung f&#xFC;r Menschen mit Schuppenflechte</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/page/3/?d=33</link><description>Artikel: Forschung f&#xFC;r Menschen mit Schuppenflechte</description><language>de</language><item><title>Gr&#xFC;ner Tee bei Schuppenflechte: Was er wirklich f&#xFC;r die Haut tun kann</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/gruener-schwarzer-tee/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2023_05/teebeutel.jpg.2b94143f9be4963fb4490867298b6c63.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Grüner Tee soll gut für die Gesundheit sein. Aber hilft er auch gezielt bei Schuppenflechte? Die kurze Antwort lautet: Er kann eine sinnvolle Ergänzung sein, aber er ist kein Wundermittel. Sehen wir uns gemeinsam an, was die Forschung dazu sagt und was das für Deinen Alltag bedeutet.</strong>
</p>

<p>
	Der Hauptwirkstoff im grünen Tee, der für die Wissenschaft besonders interessant ist, heißt Epigallocatechingallat, kurz EGCG. Das ist ein sogenanntes Polyphenol – ein Pflanzenstoff mit stark antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften.
</p>

<p>
	Bei einer Psoriasis läuft Dein Immunsystem auf Hochtouren. Es produziert vermehrt entzündliche Botenstoffe (Zytokine), die die Hautzellen zur übermäßigen Teilung anregen. Genau hier könnte EGCG ansetzen: Studien deuten darauf hin, dass es die Aktivität einiger dieser entzündlichen Signalwege im Körper drosseln kann. Es wirkt quasi wie ein Dimmer für das "Entzündungsfeuer" in Deinem Körper.
</p>

<h2>
	Was sagt die Wissenschaft? Von der Maus zum Menschen
</h2>

<p>
	Die meisten aussagekräftigen Studien zur Wirkung von grünem Tee bei Psoriasis wurden bisher im Labor oder an Tieren durchgeführt. <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1600-0625.2007.00585.x" rel="external nofollow">Eine oft zitierte Studie</a> zeigte beispielsweise, dass die Haut von Mäusen mit Psoriasis-ähnlichen Symptomen durch EGCG deutlich besser wurde.
</p>

<p>
	Das ist ein vielversprechender Hinweis, aber keine Garantie, dass es beim Menschen genauso gut funktioniert. Studien direkt am Menschen sind leider noch selten. Es gibt jedoch viele Untersuchungen zur antientzündlichen Wirkung von grünem Tee bei anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen, von denen auch Psoriasis-Betroffene profitieren könnten. Die Forschung legt nahe, dass der regelmäßige Konsum von grünem Tee helfen kann, das allgemeine Entzündungsniveau im Körper zu senken.
</p>

<h2>
	Grünen Tee trinken: Wie Du es richtig machst
</h2>

<p>
	Wenn Du grünen Tee in Deinen Alltag integrieren möchtest, um Deinem Körper etwas Gutes zu tun, gibt es ein paar Dinge zu beachten.
</p>

<ol>
	<li>
		<strong>Die richtige Zubereitung</strong>: Die wertvollen Inhaltsstoffe sind hitzeempfindlich. Koche das Wasser auf und lasse es auf etwa 70-80 °C abkühlen, bevor Du den Tee aufgießt. Lasse ihn dann nur 2-3 Minuten ziehen. So werden die Polyphenole optimal gelöst, ohne dass der Tee bitter wird.
	</li>
	<li>
		<strong>Die Menge</strong>: Zwei bis drei Tassen am Tag gelten als eine gute und sichere Menge. Mehr bringt nicht unbedingt mehr und kann bei manchen Menschen wegen des Koffeins zu Unruhe oder Schlafproblemen führen.
	</li>
	<li>
		<strong>Die Qualität</strong>: Setze auf losen Bio-Tee. Hochwertige Sorten wie Sencha oder Gyokuro enthalten besonders viel EGCG.
	</li>
</ol>

<h2>
	Und was ist mit schwarzem Tee?
</h2>

<p>
	Schwarzer Tee stammt von derselben Pflanze, wird aber fermentiert. Dabei wird ein Teil des EGCG umgewandelt. Er enthält immer noch wertvolle Pflanzenstoffe, aber die konzentrierte antientzündliche Kraft von grünem Tee ist etwas höher.
</p>

<h2>
	Äußerliche Anwendung: Beruhigung für die Haut
</h2>

<p>
	Grüner Tee kann auch äußerlich angewendet werden, um gereizte und juckende Haut zu beruhigen. Die Gerbstoffe im Tee wirken leicht zusammenziehend und können den Juckreiz lindern.
</p>

<p>
	So geht’s:
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Beruhigende Umschläge</strong>: Koche einen starken grünen Tee (2 Beutel oder 2 TL auf eine Tasse), lasse ihn vollständig abkühlen. Tränke ein sauberes Baumwolltuch darin, wringe es leicht aus und lege es für 10-15 Minuten auf die betroffenen Hautstellen.
	</li>
	<li>
		<strong>Badezusatz</strong>: Gieße einen Liter starken grünen Tee auf und gib den abgeseihten Aufguss in Dein Badewasser. Das kann besonders bei großflächigem Befall wohltuend sein.
	</li>
	<li>
		<strong>Kopfhaut-Spülung</strong>: Bei juckender Kopfhaut kannst Du abgekühlten grünen Tee nach dem Haarewaschen als letzte Spülung verwenden. Nicht mehr ausspülen, sondern sanft in die Kopfhaut einmassieren.
	</li>
</ul>

<h2>
	Fazit: Eine Kanne Tee ersetzt keinen Arztbesuch
</h2>

<p>
	Grüner Tee ist kein Medikament gegen Psoriasis. Er wird Deine Basistherapie nicht ersetzen. Aber er kann ein wertvoller Baustein in einem gesunden und entzündungsbewussten Lebensstil sein – ähnlich wie eine ausgewogene Ernährung oder regelmäßige Bewegung.
</p>

<p>
	Wenn Du ihn als tägliches Ritual genießt, profitierst Du von seiner allgemeinen gesundheitsfördernden Wirkung. Die äußerliche Anwendung kann zudem eine sanfte, natürliche Hilfe bei Juckreiz sein. Probiere aus, was Dir guttut.
</p>

<h2>
	Fachbegriffe kurz erklärt
</h2>

<p>
	<strong>Antioxidantien</strong>: Stoffe, die unsere Zellen vor Schäden durch aggressive Sauerstoffmoleküle (freie Radikale) schützen. Chronische Entzündungen produzieren viele dieser freien Radikale.
</p>

<p>
	<strong>Epigallocatechingallat</strong> (EGCG): Der wissenschaftliche Name für den wichtigsten und am besten erforschten antioxidativen Wirkstoff in grünem Tee.
</p>

<p>
	<strong>Polyphenole</strong>: Eine große Gruppe von sekundären Pflanzenstoffen, die in Obst, Gemüse und eben auch Tee vorkommen. Sie geben den Pflanzen Farbe und Geschmack und haben vielfältige positive Wirkungen auf die menschliche Gesundheit.
</p>

<p>
	<strong>Zytokine</strong>: Botenstoffe des Immunsystems. Einige von ihnen fördern Entzündungen (z.B. TNF-alpha), andere hemmen sie. Bei Psoriasis ist dieses Gleichgewicht gestört.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">100</guid><pubDate>Wed, 22 Aug 2007 02:21:00 +0000</pubDate></item><item><title>Informationskampagne "Forschung ist die beste Medizin" suchte Psoriatiker</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/vfa-sucht-psoriasis/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_12/hintergrund-header.jpg.b76266e886ddfeffa1c95a26b9c73561.jpg" /></p>
<p>
	Der „Verband Forschender Arzneimittelhersteller“ (VfA) plante, ab Mitte April 2007 die Krankheit Psoriasis ins Rampenlicht zu stellen. In bundesweit gesendeten Fernsehspots sollten Menschen mit Schuppenflechte erklären, dass sie dank eines „bewährten oder innovativen Medikaments“ erfolgreich behandelt wurden. Dabei sollten sie ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Forschung ist die beste Medizin“ tragen.
</p>

<p>
	Gesucht wurden Psoriatiker, deren Gesundheitszustand sich durch ein Medikament deutlich verbessert hat und die sich trauen, vor einer Kamera über ihre Krankheit zu sprechen. Anfang März 2007 fanden Dreh- und Fototermine in Berlin statt. Die Reise- und Hotelkosten wurden übernommen.
</p>

<p>
	<img alt='Motiv aus der Kampagne "Forschung ist die beste Medizin"' class="ipsImage ipsImage_thumbnailed ipsAttachLink_image ipsAttachLink_right" data-fileid="19715" data-unique="vwwxcxhf5" style="width: 189px; height: auto; float: right;" width="189" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_03/forschung-ist-die-beste-medizin.jpeg.c987fbcfa1e185c3fdf7b793d6d6f1cd.jpeg" loading="lazy" height="292.95">Im Internet sollte eine Dokumentation über jeden Fall veröffentlicht werden. Die Bewerber sollten genug Zeit haben, um danach für weitere Pressegespräche oder Interviews zur Verfügung zu stehen. Die PR-Agentur versprach, jeden entsprechend zu betreuen.
</p>

<p>
	Wir wissen, dass Foto- und Filmshootings zustanden kamen. Auf dem Flughafen Berlin-Tegel war auch einmal kurz ein Ergebnis davon mit einem Psoriasis-Patienten zu sehen. Die Psoriasis-Spots wurden jedoch nie groß verbreitet, die gesamte Kampagne später eingestellt.
</p>

<h2>
	Unser Kommentar
</h2>

<p>
	Die Kampagne des VfA gab es seit 2005. Patienten, die an Rheuma, Multipler Sklerose, Brustkrebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall erkrankt waren, zeigten sich öffentlich unter dem Motto „Forschung ist die beste Medizin“. Was ist der Sinn einer derartigen PR-Kampagne? Wer soll davon überzeugt werden, dass Forschung sehr wichtig und das Geld dafür gut angelegt ist?
</p>

<p>
	Der „Verband Forschender Arzneimittelhersteller“ ist eine Vereinsgründung der Pharmaindustrie. Es kann also bei der Kampagne nicht darum gehen, die Politiker aufzufordern, mehr Steuermittel für die Forschung auszugeben. Vielmehr sollen doch wohl zufriedene Patienten als Kronzeugen dafür auftreten, dass es neu erforschte Wirkstoffe und neu entwickelte Medikamente sind, die ihnen nach einem langen Leidensweg endlich geholfen haben.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<p>
	Wie wir wissen, sind das aber auch meist die sehr teuren Präparate. Die Öffentlichkeit soll davon überzeugt werden, dass Forschung nicht nur sinnvoll ist, sondern auch ihren Preis hat. Teure Forschung müssen die Krankenkassen über die Medikamentenpreise finanzieren. Der Patient, der davon überzeugt ist, dass neue Medikamente ihm helfen könnten, fordert sie von seinem Arzt und seiner Krankenkasse. Das bezahlen alle Kassenmitglieder über die Beiträge mit.
</p>

<p>
	Niemand wird der Pharmaindustrie vorwerfen, dass sie die zwei Milliarden Euro Forschungsausgaben in Deutschland über die Preise der Präparate finanzieren will. Jeder wird verstehen, dass neue Medikamente deshalb teuer sind. Das Problem aber ist, dass für Werbung doppelt so viel ausgegeben wird – nämlich vier Milliarden Euro pro Jahr. (1) Zum Beispiel auch für solche Kampagnen wie „Forschung ist die beste Medizin“. Auch dieses Geld wird über die Preise der Medikamente von der Gemeinschaft der Krankenkassen-Mitglieder bezahlt. Um wie viel könnten diese Medikamente billiger sein, wenn solche Werbeausgaben wegfallen würden!?
</p>

<p>
	Quelle:
</p>

<p>
	(1) Glaeske/Schubert, zitiert in FAZ.NET vom 04.12.06, „Finanzierung von Selbsthilfegruppen – Wer hat so viel Geld“ von Magnus Heier
</p>

<p>
	<strong>Beispiel für den Fernsehspot eines Nieren-Patienten:</strong>
</p>

<div class="ipsEmbeddedVideo" contenteditable="false">
	<div>
		<iframe allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen="" frameborder="0" height="150" id="ips_uid_8809_7" src="https://www.youtube.com/embed/O-GJ7-IGUi0?start=2&amp;feature=oembed" width="200" loading="lazy"></iframe>
	</div>
</div>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">97</guid><pubDate>Tue, 30 Jan 2007 09:25:00 +0000</pubDate></item><item><title>Wirkstoffe fahren Taxi</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/nanotaxi/</link><description><![CDATA[
<p style="text-align:center;">
	<em>Von Matthias Manych</em>
</p>

<p>
	Nanoteilchen sind nur wenige Milliardstel Meter groß. Würde man sie – aufgereiht zu einer Faser – um ein menschliches Haar wickeln, kämen sie einem Bindfaden gleich, der um einen Baum gebunden wurde. In der Königin-Luise-Straße in Berlin-Dahlem wird die Welt der chemischen Zwerge erforscht. Das neueste Projekt der Pharmakologen der Freien Universität Berlin: Moleküle mit völlig unterschiedlichen Eigenschaften werden wohldosiertem Hochdruck ausgesetzt, um stabile Nanopartikel mit exakt bestimmter Größe zu erhalten. Dadurch wollten die Wissenschaftler Winzlinge mit heilsamer Funktion entwickeln. Das Projekt "Nanoderm-TS" war Teil des Förderprogramms "Nano for Life" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
</p>

<p>
	Im Visier der Wissenschaftler standen dabei drei Hautkrankheiten, deren Behandlung noch immer aufwändig oder unzureichend ist: <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span>, Akne und aktinische Keratose, die Vorstufe des hellen Hautkrebs.
</p>

<p>
	Durch "Nanoderm-TS" sollten neuartige Medikamente entwickelt werden, die besser ihren Einsatzort erreichen. "Unser Projekt ist darauf spezialisiert, Arzneistoffe in Nanopartikel zu verpacken und gezielt in die Hautschichten zu bringen, wo sie wirken sollen", erklärte Burkhard Kleuser vom Institut für Pharmazie der Freien Universität Berlin damals.
</p>

<p>
	Grundlage des Projekts waren Erkenntnisse von Monika Schäfer-Korting, Leiterin der Abteilung Pharmakologie und Toxikologie des Instituts. Sie hatte herausgefunden, dass an Nanopartikel gebundene Wirkstoffe besser in die Haut eindringen. Diese Partikel bestehen aus drei Komponenten. Zwei Teile bilden eine Art "Nanotaxi", das dem Arzneistoff sicheren Halt gibt, ihn transportiert und am Ziel absetzt. Die nach innen gerichteten Molekül-Enden der Vehikelhülle (erste Komponente) binden gut an kleine Fettmoleküle (Lipide). Dieser Lipidkern, die zweite Komponente, dient als Verankerung für den dritten Teil, den Arzneistoff. Je nach Art des Wirkstoffs wird dieser entweder vollständig in den Lipidkern integriert oder er ragt etwas aus dem Nanogebilde heraus, um seine passgenauen Strukturen den Bindungsstellen der anvisierten Zielzellen zu präsentieren. Nach geglücktem Transport soll sich das Nanotaxi auflösen und die Arznei ihren Wirkung entfalten.
</p>

<p>
	Damit die Beförderung so reibungslos funktioniert, müssen sowohl das Arzneistoffmolekül als auch die Verbindungen des "Fahrzeugs" im selben Arbeitsgang, der so genannten Hochdruck-Homogenisation, zu einem stabilen Lipid-Nanopartikel verbunden werden.
</p>

<p>
	"Die Haut hat eine Lipidbarriere, deshalb hoffen wir mit den Lipid-Nanopartikeln ein optimales Wechselspiel zu erreichen", sagte Kleuser. Entscheidend ist auch, welchen Weg das Nanotaxi mit der Arzneifracht einschlägt. Dazu wurden drei Möglichkeiten untersucht:
</p>

<ol>
	<li>
		Erstens können die Nanopartikel gleich mit den Lipiden der obersten Hautschicht verschmelzen und ihren Wirkstoff freisetzen.
	</li>
	<li>
		Zweitens sind die Teilchen aufgrund ihrer stabilen Struktur auch dazu fähig, tiefer in die Haut einzudringen.
	</li>
	<li>
		Noch tiefer, nämlich bis zu den Haarbälgen, sollen sie bei der Aknebehandlung gelangen. Für diesen dritten Weg müssen die Lipid-Nanopartikel dann ein spezielles Design erhalten.
	</li>
</ol>

<p>
	Für die Anwendung bei Schuppenflechte und Akne wurde in der Arbeitsgruppe von Burkhard Kleuser Sphingosin-1-Phosphat in die Nanopartikel eingesetzt. Diese Substanz spielt eine wichtige Rolle bei der Signalwirkung von Vitamin D in der Haut, und seine Wirkmechanismen könnten besonders für die Psoriasis-Behandlung nützlich sein. Es hemmt sowohl die ständige Neubildung der Hautzellen, die an der Oberfläche sofort verhornen und die weißlichen Schüppchen bilden, als auch Immunzellen, die in die betroffenen Hautareale einwandern und den Entzündungsprozess verstärken. Zusätzlich wirkt Spingosin-1-Phosphat auch gegen kleinste Bakterien. Die aussichtsreiche Substanz ist eine Entwicklung der Pharmakologen der Freien Universität und bereits patentiert.
</p>

<p>
	Neue Therapiemöglichkeiten bei der aktinischen Keratose waren das Ziel der Forschergruppe um Monika Schäfer-Korting. Hier wurden Substanzen entwickelt, die die Polymerase hemmen. Das Enzym sorgt für die Vervielfältigung der Erbinformation und damit auch für die Zellteilung. Da der Aufbau der Polymerase bekannt ist, kann am Computer ein passender Gegenspieler modelliert werden. Weil einige der neu geschaffenen Polymerasehemmer jedoch mit ihrer ursprünglichen Struktur nicht durch die Lipidbarriere der Haut eindringen können und damit therapeutisch unwirksam wären, müssen die Pharmakologen einen chemischen Trick anwenden: Die Gegenspieler der Polymerase werden mit einem Molekülanhang maskiert und gelangen mit dieser Tarnung durch die Hautbarriere. Am Ziel wird die Maskierung von körpereigenen Enzymen wieder entfernt, und die Wirkung kann einsetzen.
</p>

<p>
	Im Jahr 2010 wollten die Forscher die neuartigen Medikamente in Form einer Creme oder Salbe mit lokal begrenzter Wirkung bereitstellen. Durch den effektiven Transport und die punktgenaue Freisetzung sollte so die therapeutisch nötige Wirkstoffmenge reduziert und unerwünschte Nebenwirkungen weitestgehend vermieden werden können.<br>
	Für die Versuche zum Eindringen in die Hautschichten und die Verträglichkeitstests verwendeten die Wissenschaftler menschliche Haut, die aus Operationen stammt oder gezüchtete Kunsthaut. Tierversuche waren also vorerst nicht nötig.<i></i>
</p>

<p>
	<i>Quelle: idw, 30.10.2006</i>
</p>

<p>
	<strong>Zum Weiterlesen</strong>
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.tib.eu/de/suchen/id/TIBKAT%3A679577289/" rel="external nofollow">Abschlussbericht</a> des Projektes NanoDerm
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.bfr.bund.de/cm/343/die_haut_als_barriere_fuer_nanopartikel.pdf" rel="external nofollow">Folien eines Vortrages</a> bei einem Expertengespräch im Bundesinstitut für Risikobewertung
	</li>
</ul>

]]></description><guid isPermaLink="false">95</guid><pubDate>Fri, 24 Nov 2006 11:37:00 +0000</pubDate></item><item><title>Schuppenflechte erh&#xF6;ht das Risiko eines Herzinfarkts</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/herzinfarktrisiko/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2006_11/ekg-kurve-schwarz-weiss.jpg.e417d447b8716e5b6f6a4399af292212.jpg" /></p>
<p>
	Eine <em>schwere</em> <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt deutlich. Grund für die erhöhte Gefährdung sind vermutlich Entzündungsreaktionen, die bei beiden Erkrankungen eine Rolle spielen. Die ständigen Entzündungen belasten den ganzen Körper.
</p>

<p>
	<a href="https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/203598" rel="external">Für ihre Studie</a> werteten US-Forscher die Daten von mehr als 680.000 Briten aus.
</p>

<p>
	Als schwere Psoriasis werteten die Wissenschaftler alle Fälle, bei denen die Betroffenen eine systemische Therapie erhielten – also Tabletten nahmen oder Spritzen – bekamen.
</p>

<h2>
	<b>Die Fakten</b>
</h2>

<p>
	Die Zeitschrift "Ärztliche Praxis" berichtete: Bei einem <b>30-Jährige</b>n mit einer leichten Psoriasis ist das Risiko gegenüber einem Kerngesunden um den Faktor 1,3 erhöht. Gleichaltrige mit einer <i>schweren</i> Schuppenflechte haben ein mehr als dreimal so hohes Herzinfarkt-Risiko.
</p>

<p>
	In der Altersgruppe <b>zwischen 40 und 50 Jahren</b> steigert die Hautkrankheit das Risiko um mehr als das Doppelte, wie eine große Bevölkerungsstudie zeigt.
</p>

<p>
	Wer <b>60 Jahre und älter</b> ist und eine schwere Schuppenflechte hat, ist dagegen nicht gefährdet.
</p>

<p>
	Menschen mit Schuppenflechte an Knien und Ellbogen sollten sich keine Sorgen machen, betont der an der Studie beteiligte Mediziner Joel Gelfand von der Universität von Pennsylvania. "Ich will die Leute nicht übermäßig beunruhigen", sagt der Dermatologe. "Wenn sie Schuppenflechte haben, sollten sie sich vom Arzt untersuchen lassen, um sicherzugehen, dass keine anderen kardiovaskulären Risikofaktoren vorliegen."
</p>

<p>
	Dies scheint tatsächlich geboten, denn im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung rauchen Psoriasis-Patienten häufiger. Sie haben eher Diabetes, Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte. Aber selbst wenn die Forscher diese Risikofaktoren in der Studie berücksichtigten, erhöhte auch die Erkrankung selbst das Infarktrisiko, berichtet das Journal of the American Medical Association (JAMA) berichtet.
</p>

<h2>
	Hier das "Aber"
</h2>

<p>
	Der Kardiologe William Weintraub aus Newark relativiert die Bedeutung des Untersuchungsresultats: Schwere Psoriasis ist recht selten.
</p>

<p>
	Der Zusammenhang zwischen Psoriasis und Infarkt-Gefährdung kommt für Herzspezialisten nicht unerwartet, betonte der Herzspezialist Fred Leya von der Loyola-Universität in Chicago. Leyas Schlussfolgerung für die medizinische Praxis: Ärzte sollten bei Patienten mit Schuppenflechte stärker als bisher versuchen, Einfluss auf andere veränderbare Risikofaktoren zu nehmen wie etwa Tabakkonsum, Cholesterinspiegel oder Blutdruck.
</p>

<p>
	In Großbritannien gibt es eine Datenbank namens General Practice Research Database (GPRD). Darin sind 8 Millionen Psoriasis-Patienten verzeichnet.
</p>

<h2>
	Kein Aber: Arterien von Psoriatikern verkalken öfter und mehr
</h2>

<p>
	Menschen mit Schuppenflechte haben öfter als andere starke Kalkablagerungen in den Arterien, die das Herz versorgen. Auf den Zusammenhang zwischen Psoriasis und Kalkablagerungen in den Herzgefäßen kamen Ärzte der Uniklinik in Frankfurt/Main mit einer Reihe von Computertomographien.
</p>

<p>
	Das CT war an Leuten gemacht worden, die seit mehr als zehn Jahren eine Schuppenflechte mit sich herumtrugen. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte von ihnen hatte Kalkablagerungen in den Herzarterien. Bei Menschen ohne Psoriasis waren es weniger als ein Drittel. Noch dazu war die Kalkmenge bei den Psoriatikern mehr.
</p>

<p>
	Kalkablagerungen erhöhen die Gefahr für Herzkrankheiten – beispielsweise für Angina pectoris oder Herzinfarkt.
</p>

<p>
	Allerdings kommen die Wissenschaftler nicht zu einem eindeutigen Ergebnis, warum dieser Zusammenhang überhaupt besteht. Eine mögliche Erklärung sind die immer und immer wiederkehrenden Entzündungsprozesse bei der Schuppenflechte. 
</p>

<p>
	<em>cl</em>
</p>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		"Ärztliche Praxis", 11.10.2006
	</li>
	<li>
		dpa, 19.10.2006
	</li>
	<li>
		British Journal of Dermatology, Februar 2007
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">96</guid><pubDate>Fri, 24 Nov 2006 03:23:00 +0000</pubDate></item><item><title>Neues und Bew&#xE4;hrtes zur Psoriasis im Jahr 2005</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/ddg2005-bericht/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_12/dresden-skyline.jpg.df926dfaf6bd5dceaff0b231f4391063.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Die gute Nachricht: Kratzen ist erlaubt. Die schlechte: Es haben weit mehr Menschen mit <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> auch eine <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> – die Form der Schuppenflechte, die die Gelenke betrifft. Ein Fazit ist aus der Tagung der deutschen Hautärzte nur schwer zu ziehen. Auf jeden Fall geht es auf dem Gebiet der Forschung in Sachen Psoriasis mächtig voran.</strong>
</p>

<p>
	Vom 20. bis 23. April 2005 trafen sich die deutschen Hautärzte in Dresden. Sie waren zur 43. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in die Elbestadt gekommen, um neue Forschungsergebnisse kennenzulernen und Fragen aus der täglichen Praxis zu diskutieren.
</p>

<p>
	Auffällig war, dass Wissenschaftler vermehrt nicht nur die Zellen und die Haut sehen, die ein Patient zu ihnen bringt, sondern den ganzen Menschen. Das ist noch ausbaufähig, aber schon deutlich zu spüren.
</p>

<h4>
	Nicht nur der <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> zählt
</h4>

<p>
	So wird eine jahrzehntelang verwendete Formel zur Ermittlung, wie schwer die Psoriasis ist, überdacht: Der <span ipsnoautolink="true"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr></span> (Psoriasis Area and Severity Index) berücksichtigt die Größe der befallenen Körperoberfläche sowie, wie dick die Stellen sind, wie stark sie schuppen und wie rot sie sind. Daraus wurde und wird ein Punktwert ermittelt. "Ein größerer Befall am Körper eines Patienten kann etwa den gleichen <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> ergeben wie ein Befall beider Hände", erklärte Professor Gottfried Wozel von der Hautklinik der Technischen Universität in Dresden. "Zweiterer Fall ist aber eine schwere Schuppenflechte, weil der Patient nicht arbeiten kann und dringend behandelt werden muss." Eine pustulöse oder eine Gelenk-Psoriasis seien ebenfalls schwere Formen der Schuppenflechte.
</p>

<p>
	Auch <span ipsnoautolink="true">Professor Kristian Reich</span> erklärte: "Die Schwere der Psoriasis ist am <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> nicht immer messbar. Es kommt auch darauf an, wo die Psoriasis auftritt." Bei einer Verkäuferin oder Außendienstmitarbeiterin könne ein Psoriasis an den Händen nicht hingenommen werden.
</p>

<h4>
	Psoriasis arthritis häufiger als gedacht
</h4>

<p>
	Professor Wolf-Henning Boehncke aus Frankfurt/Main berichtete: "Die Psoriasis arthritis tritt dreimal öfter auf, als es in unseren Büchern steht." Dr. Markus Friedrich von der Berliner Charité nannte Zahlen: "Wir haben gerade erfahren, dass 30 Prozent der Psoriatiker eine Psoriasis arthritis haben."
</p>

<p>
	Professor Hubert Nüßlein vom Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt berichtet außerdem: "Sehr häufig tritt eine Psoriasis-Arthropathie auf" - also Schmerzen in den Gelenken, ohne dass dies gleich eine Arthritis mit den gefürchteten Verformungen der Gelenke wäre.
</p>

<p>
	Professor Joachim Peter Kaltwasser aus Frankfurt/Main wusste: Die Psoriasis arthritis kommt bei bis zu drei Vierteln der Psoriasis-Patienten durchschnittlich zehn Jahre nach den Hauterscheinungen. In fünf bis 40% der Fälle ist die Wirbelsäule mit betroffen. <i>(Anmerkung der Redaktion: Zwischen fünf und 40 Prozent ist denn doch eine Menge Raum. Da wird sicherlich noch einiges zu untersuchen sein.)</i>
</p>

<p>
	Im Symposium zur Psoriasis arthritis saßen mehrheitlich Hautärzte. In einem Quiz beantworteten sie am Anfang zehn Fragen - und siehe da: Die meisten waren gut informiert, obwohl die Psoriasis arthritis vornehmlich ins Fachgebiet der Rheumatologen gehört.
</p>

<p>
	Diskussionswürdig ist offenbar folgende Tabelle, die Professor Ulrich Mrowietz vom Uniklinikum Kiel mitbrachte:
</p>

<table>
	<tbody>
		<tr bgcolor="#cccc99">
			<td>
				Wirkstoff
			</td>
			<td>
				Wirkung auf die Haut
			</td>
			<td>
				Wirkung auf die Gelenke
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				NSAID*
			</td>
			<td>
				keine
			</td>
			<td>
				gut
			</td>
		</tr>
		<tr bgcolor="#dddddd">
			<td>
				<span ipsnoautolink="true"><abbr title="Methotrexat">MTX</abbr></span>
			</td>
			<td>
				mäßig bis gut
			</td>
			<td>
				gut bis sehr gut
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Fumarsäureester
			</td>
			<td>
				gut bis sehr gut
			</td>
			<td>
				mäßig
			</td>
		</tr>
		<tr bgcolor="#dddddd">
			<td>
				Ciclosporin
			</td>
			<td>
				sehr gut
			</td>
			<td>
				mäßig
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Acitretin
			</td>
			<td>
				mäßig
			</td>
			<td>
				keine
			</td>
		</tr>
		<tr bgcolor="#dddddd">
			<td>
				Leflunomid
			</td>
			<td>
				keine
			</td>
			<td>
				gut
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Sulfasalazin
			</td>
			<td>
				keine
			</td>
			<td>
				mäßig bis gut
			</td>
		</tr>
		<tr bgcolor="#dddddd">
			<td>
				Gold
			</td>
			<td>
				keine
			</td>
			<td>
				fraglich
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				systemische Kortikoide
			</td>
			<td>
				gut(aber: Rebound)
			</td>
			<td>
				gut
			</td>
		</tr>
		<tr bgcolor="#dddddd">
			<td>
				Etanercept
			</td>
			<td>
				mäßig bis gut
			</td>
			<td>
				sehr gut
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Infliximab
			</td>
			<td>
				sehr gut
			</td>
			<td>
				sehr gut
			</td>
		</tr>
		<tr bgcolor="#dddddd">
			<td>
				Efalizumab
			</td>
			<td>
				mäßig bis gut
			</td>
			<td>
				keine
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<p>
	Professor Nüßlein hatte mit Leflunomid andere Erfahrungen gemacht. Auf diesen Wirkstoff hätten die Hauterscheinungen von Probanden deutlich angesprochen.
</p>

<h4>
	Psyche findet mehr und mehr Beachtung
</h4>

<p>
	Immer öfter sollten Hautärzte ihre Patienten fragen "Wie geht es Ihnen sonst so?". Denn: Untersuchungen der National Psoriasis Foundation aus den USA haben ergeben, dass acht Prozent der Menschen mit Schuppenflechte bereits an Selbstmord gedacht haben. 66 Prozent der Menschen mit Schuppenflechte leiden unter Depressionen.
</p>

<h4>
	Welche Krankheiten können mit Psoriasis einhergehen?
</h4>

<ul>
	<li>
		Morbus Crohn tritt bei Menschen mit Psoriasis neunmal häufiger auf als bei Gesunden.
	</li>
	<li>
		Koronare Herzerkrankungen, die zum Tod führen, sind überdurchschnittlich häufiger bei Psoriatikern anzutreffen.
	</li>
	<li>
		Auch die Diabetes ist häufiger mit einer Psoriasis "verbandelt".
	</li>
	<li>
		Metabolisches Syndrom und Arteriosklerose sind ebenfalls häufig bei Psoriatikern zu finden.
	</li>
</ul>

<p>
	Darauf wies Professor Enno Christophers aus Kiel hin.
</p>

<h4>
	Kratzen erlaubt! Und: Akupunktur hilft
</h4>

<p>
	Im Workshop "Pruritus" (Juckreiz) waren auffällig mehr jüngere Wissenschaftler auf dem Podium als in anderen Veranstaltungen. Dr. Sonja Ständer aus Münster widmet einen Großteil ihrer Arbeit dem Thema Juckreiz - gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern. Sie sagt: "Wir müssen den Patienten das Schuldgefühl nehmen." Und - die gute Nachricht für alle, die sich kratzen müssen: "Kratzen ist normal. Es gehört zum Juckreiz wie das Aus- zum Einatmen."
</p>

<p>
	In einer Untersuchung wurde die Creme Physiogel A.I. von Stiefel unter die Lupe genommen: "Bei 64 Prozent der Patienten wurde der Juckreiz weniger", so Sonja Ständer.
</p>

<p>
	Dr. Ulf Darsow aus München berichtete von einer Studie mit Akupunktur. Untersucht wurde ein Akupunktur-Punkt am Ellbogen (für Fortgeschrittene: Di11), verglichen mit Patienten, wo der Einstich-Punkt an einer anderen Ellbogen-Stelle lag. Das Ergebnis: Der Juckreiz war nach der Di11-Akupunktur nicht mehr so intensiv und störend. Wichtig: "Wir haben nur diesen Punkt untersucht", so Dr. Darsow. Es könnten also weitere Akupunktur-Punkte nützlich sein.
</p>

<p>
	Dr. Markus Streit aus Bern wies auf den Zusammenhang zwischen Juckreiz und inneren Erkrankungen hin. Wenn die Haut nicht erkrankt ist und es trotzdem juckt, sind oft innere Erkrankungen die Ursache. Am häufigsten ist eine Urämie (eine schwere Nierenerkrankung) die Ursache, gefolgt von Eisenmangel oder Morbus Hodgkin. Bei Kindern indes - so Dr. Elke Weisshaar aus Heidelberg - sind innere Erkrankungen als Ursache für Juckreiz selten. Hier sind es meist Hautkrankheiten, vor allem die atopische Dermatitis.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h4>
	Die neuen Biologics
</h4>

<p>
	"Für mich ist es ethisch nicht vertretbar, einem Patienten mit Knochenveränderungen erst ein Medikament geben zu müssen, bevor ich ihm ein Biologic geben darf", erläuterte Professor Kristian Reich aus Göttingen für mehrere seiner Kollegen. Hintergrund: Wer eines der neuen Medikamente wie <span ipsnoautolink="true">Enbrel</span>, <span ipsnoautolink="true">Raptiva</span> oder <span ipsnoautolink="true">Remicade</span> verschrieben haben möchte, muss laut Zulassung erst andere innerliche Medikamente "durch" haben, die entweder nicht geholfen haben oder zu schwere Nebenwirkungen zeigten, bevor er das teure Neue bekommen kann. Für Professor Professor J. O. Schröder aus Kiel ist klar: "<abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> würde heutige Zulassungskriterien überhaupt nicht mehr erfüllen."
</p>

<p>
	Professor Ulrich Mrowietz rief die Hautärzte und Rheumatologen auf, Mut zu zeigen und die neuen Medikamente zu verschreiben: "Sie müssen sich trauen das zu tun". Dem Argument Regress (Rückforderungen der Krankenkasse, weil der Arzt über sein Budget pro Patient hinaus verschrieben hat) könnte mit einer guten Dokumentation mit Fotos und Berichten entgegengetreten werden. Meist geben die Hersteller den Ärzten mit Formblättern auch eindeutige Hilfen an die Hand.
</p>

<p>
	Welche Biologic eingesetzt wird, ist je nach Schuppenflechte unterschiedlich. "Wenn eine großflächige Psoriasis schnell therapiert werden soll, ist Infliximab das Mittel der Wahl", so Mrowietz. Eine Kombination aus Alefacept und UV-Therapie wirke auch sehr gut, doch sei nicht klar, ob das Krebsrisiko dadurch nicht steigt.
</p>

<p>
	Das größte Problem bei den neuen Biologics sind Infektionen. Professor Schröder rät seinen Patienten immer, dass sie auch bei kleinen Anzeichen für eine Infektion, bei Fieber oder Unwohlsein, auch am Wochenende oder spätabends fix in die Uniklinik kommen, um sich untersuchen zu lassen.
</p>

<h4>
	Lieber zu viel erzählen...
</h4>

<p>
	Dem Hautarzt gegenüber sollte der Patient keinesfalls maulfaul sein - oder vorauseilend sagen, der Arzt hätte bestimmt sowieso keine Zeit. Dinge, von denen man denkt, dass sie den Hautarzt nicht interessieren, gehören oft zur Psoriasis dazu: Gelenkprobleme, Infekte, Mandelentzündungen, andere Entzündungen - ein guter Hautarzt bezieht diese in die Diagnose und Therapie mit ein. Also: Erzählen Sie dem Hautarzt lieber zu viel als zu wenig.
</p>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>

<div>
	<hr style="width:150px; margin:2em auto 1.9em; border:none; border-bottom:1px solid #000;">
</div>

<p>
	<b>Quellen:</b> DDG-Tagung
</p>

<ul>
	<li>
		Seminar "Moderne Aspekte der topischen Psoriasis-Therapie"
	</li>
	<li>
		Wokshop "Psoriasis arthritis - Was Dermatologen wissen sollten"
	</li>
	<li>
		Symposium "Innovative Therapiestrategie zur Behandlung der Psoriasis"
	</li>
	<li>
		Symposium "Psoriasis - Eine Erkrankung und der rasante Forschritt"
	</li>
	<li>
		Workshop "Pruritus" (Juckreiz)
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">67</guid><pubDate>Sun, 24 Apr 2005 06:25:00 +0000</pubDate></item><item><title>Keine Pockenimpfung bei Psoriasis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/alltag-pocken/</link><description><![CDATA[
<p>Wer eine Psoriasis mit sich herumschleppt, sollte um den Pocken-Pieks einen Bogen machen: Neben diversen anderen Krankheiten zählt die Schuppenflechte zu den sogenannten Kontraindikationen der Pocken-Impfung.</p><p>"Zwei Gründe sind zuerst dafür zu nennen", so Dr. Ulf Goebel von der Berliner Charité:</p><ul> 	<li>die extrem schnellere Ausbreitung der Impfviren über die Hautstellen mit der möglichen Folge eines Ekzema vaccinatum (Ekzem, das Pockennarben hinterlässt und in 30% der Fälle tödlich verläuft)</li> 	<li>die Gefahr eines neuen Schubes</li></ul>Er fügt hinzu: "Ich halte allerdings das Gefährdungsrisiko eines bioterroristischen Angriffs mit Pockenviren für eher klein."<p>Nicht nur Psoriatiker sind für die Impfung schlicht untauglich: Wer immunsupressive (<em>das Immunsystem unterdrückende</em>) Medikamente einnimmt, sollte auch nicht geimpft werden. Außerdem auf der Nicht-Liste:</p><ul> 	<li>schwer Rheuma-Kranke</li> 	<li>Krebs-Patienten</li> 	<li>Schwangere</li> 	<li>Aids-Kranke</li> 	<li>Hautkranke mit Krankheiten wie Neurodermitis oder Herpes</li> 	<li>Menschen mit Multipler Sklerose</li> 	<li>Menschen mit Epilepsie</li> 	<li>Menschen mit schwerer Diabetes</li> 	<li>Menschen mit Asthma</li> 	<li>schwer Herz- oder Nierenkranke</li></ul>Wer also nicht geimpft werden sollte, darf sein trautes Heim genießen - er soll zunächst einmal zuhause bleiben.<p><b>Wie sehen Pocken aus?</b></p><p>Der Patient hat Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Zwei bis drei Tage danach treten Papeln mit rötlichem Rand auf. Darauf bilden sich Bläschen. Die trüben sich ein und verkrusten. Zurück bleiben kleine Narben. Von Windpocken unterscheiden sich die Pocken, weil bei letzteren die Bläschen alle auf einen Schlag auftreten.</p><p>Ansteckend ist der Patient vom Beginn des Fiebers bis zum Abfallen der Krusten.</p><p>Das Problem der Erkennung ist aber auch eine eigentliche Errungenschaft: Kaum ein praktizierender Arzt hat bislang einen Pockenkranken gesehen, weil die Krankheit seit 1980 als ausgerottet gilt.</p><ul> 	<li><a href="https://www.hivreport.de/sites/default/files/documents/2003_02_pocken_und_hiv_0.pdf" rel="external nofollow">Darstellung der Deutschen Aids-Hilfe</a> (PDF)</li> 	<li><a href="https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Kuhpocken/Kuhpocken.html?nn=2371230" rel="external nofollow">Informationen vom Robert-Koch-Institut</a></li></ul><i>Zusätzliche Quellen: Medical Tribune 7/2003 und Zeit-Fragen 16.12.2002</i>
]]></description><guid isPermaLink="false">39</guid><pubDate>Fri, 27 Feb 2004 08:50:03 +0000</pubDate></item><item><title>Tropisches G&#xE4;nsebl&#xFC;mchen: Was wurde aus dem Hoffnungstr&#xE4;ger bei Psoriasis?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/forschung-gaenseblue/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2004_02/vernonia-anthelmintica.jpg.a78cabc2c82bc67fd7c36d7788c5df84.jpg" /></p>
<p>
	Anfang der 2000er-Jahre sorgte eine Nachricht für Aufsehen bei Menschen mit Schuppenflechte: Britische Forscher hatten in den Samen eines tropischen Gänseblümchens (Fachname: Vernonia anthelmintica) vielversprechende Wirkstoffe gegen Entzündungen entdeckt. Die Hoffnung war groß, daraus ein wirksames Medikament zu entwickeln. Vielleicht hast auch du schon einmal von dieser Pflanze gehört oder gelesen. Doch was ist aus dieser Hoffnung mehr als 20 Jahre später geworden?
</p>

<h2>
	Die Entdeckung von damals: Ein vielversprechender Start
</h2>

<p>
	Um das Jahr 2000 berichteten Wissenschaftler des King's College in London von ihrer Entdeckung. Die Samen der Pflanze, die in der traditionellen indischen und ayurvedischen Medizin schon lange verwendet wird, enthalten Substanzen, die stark entzündungshemmend wirken.
</p>

<p>
	Die Forscher stellten fest, dass die Extrakte zwei interessante Eigenschaften kombinierten, die für die Psoriasis-Behandlung relevant sind:
</p>

<ol>
	<li>
		Sie hemmen die Entzündung in der Haut, ähnlich wie es Kortison tut.
	</li>
	<li>
		Sie verlangsamen die übermäßige Teilung der Hautzellen, ein Kernproblem der Schuppenflechte.
	</li>
</ol>

<p>
	Die Idee, eine pflanzliche Alternative zu etablierten Medikamenten wie Methotrexat (MTX) oder Kortisonsalben zu finden, klang vielversprechend und wurde von Patientenorganisationen positiv aufgenommen. Ein Pharmaunternehmen sicherte sich die Rechte, um die Forschung voranzutreiben.
</p>

<h2>
	Der Stand heute: Warum gibt es kein Medikament aus dem Gänseblümchen?
</h2>

<p>
	Wenn du heute in der Apotheke nach einem Psoriasis-Medikament aus Vernonia anthelmintica fragst, wirst du leider nicht fündig. Trotz des vielversprechenden Starts hat es dieser Wirkstoff bis heute nicht zur Marktreife als zugelassenes Arzneimittel in Europa geschafft.
</p>

<p>
	Das ist in der Medikamentenentwicklung kein seltener Fall. Der Weg von einer Entdeckung im Labor bis zu einem sicheren und wirksamen Medikament ist extrem lang, teuer und voller Hürden:
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Wirksamkeitsnachweis</strong>: In großen, kontrollierten klinischen Studien am Menschen muss ein Wirkstoff beweisen, dass er deutlich besser wirkt als ein Placebo (ein Scheinmedikament).
	</li>
	<li>
		<strong>Sicherheit</strong>: Nebenwirkungen müssen genauestens untersucht werden. Auch pflanzliche Stoffe können Allergien, Hautreizungen oder innere Schäden verursachen.
	</li>
	<li>
		<strong>Standardisierung</strong>: Um eine gleichbleibende Qualität und Dosis zu gewährleisten, muss der Wirkstoff aus der Pflanze extrahiert und in einer exakten Konzentration verarbeitet werden. Das ist bei Naturstoffen oft eine große technische Herausforderung.
	</li>
</ul>

<p>
	Viele ursprünglich hoffnungsvolle Kandidaten scheitern an einer dieser Hürden. Die Forschung an Vernonia anthelmintica für Psoriasis scheint einer dieser Fälle zu sein.
</p>

<h2>
	Was bedeutet das für dich? Finger weg von Eigenexperimenten!
</h2>

<p>
	Im Internet findest du eventuell Anbieter, die Samen oder Extrakte von Vernonia anthelmintica (manchmal auch Kalijiri oder Bitter Cumin genannt) verkaufen. Hier ist höchste Vorsicht geboten:
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Keine Kontrolle</strong>: Du weißt nicht, welche Konzentration an Wirkstoffen enthalten ist und ob die Produkte mit Schadstoffen verunreinigt sind.
	</li>
	<li>
		<strong>Unbekannte Risiken</strong>: Ohne klinische Studien ist das Risiko von Nebenwirkungen nicht abschätzbar. Die Anwendung auf entzündeter Psoriasis-Haut könnte die Symptome sogar verschlimmern.
	</li>
</ul>

<h2>
	Der Blick über den Tellerrand: Pflanzenheilkunde bei Psoriasis
</h2>

<p>
	Die Geschichte des tropischen Gänseblümchens zeigt, wie komplex das Thema ist. Dennoch bleibt das Interesse an pflanzlichen Therapien, der sogenannten Phytotherapie, bei Psoriasis groß. Einige Ansätze sind besser erforscht, auch wenn sie klassische Therapien meist nur ergänzen und nicht ersetzen können. Dazu gehören zum Beispiel:
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Mahonia aquifolium</strong> (Mahonie): Extrakte aus der Rinde dieser Pflanze sind in einigen Cremes und Salben enthalten. Kleinere Studien deuten auf eine milde antientzündliche und zellteilungshemmende Wirkung hin.
	</li>
	<li>
		<strong>Aloe Vera</strong>: Das Gel der Pflanze kann bei leichter Psoriasis beruhigend und feuchtigkeitsspendend wirken, hat aber keinen Einfluss auf den Krankheitsverlauf selbst.
	</li>
	<li>
		<strong>Weihrauch</strong> (Boswellia serrata): Weihrauchextrakte werden für ihre entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt und vor allem bei Gelenkbeschwerden wie der Psoriasis Arthritis untersucht.
	</li>
</ul>

<h2>
	Fazit: Hoffnung und Realität
</h2>

<p>
	Die Natur ist eine riesige Apotheke, und die Forschung an Heilpflanzen ist wichtig und richtig. Das Beispiel des tropischen Gänseblümchens ist jedoch eine wichtige Lektion: Nicht jede vielversprechende Entdeckung führt zu einem neuen Medikament.
</p>

<p>
	Für deine Behandlung der Schuppenflechte ist es entscheidend, auf geprüfte und zugelassene Therapien zu vertrauen. Wenn du pflanzliche Mittel ergänzend ausprobieren möchtest, sprich unbedingt vorher mit deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt. So könnt ihr gemeinsam sicherstellen, dass es nicht zu unerwünschten Wechselwirkungen mit deiner aktuellen Behandlung kommt und du keine Risiken eingehst.
</p>

<h2>
	Lexikon
</h2>

<p>
	<strong>Phytotherapie</strong>: Die Behandlung von Krankheiten mit pflanzlichen Wirkstoffen oder ganzen Pflanzen. Umgangssprachlich auch als Pflanzenheilkunde bekannt.
</p>

<p>
	<strong>Zytotoxisch</strong>: Wörtlich "zellgiftig". In der Psoriasis-Therapie (z.B. mit MTX) werden zytotoxische Wirkstoffe in niedriger Dosis eingesetzt, um die übermäßige und schnelle Teilung der Haut- und Immunzellen zu bremsen.
</p>

<div>
	<h2>
		<span style='font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, "Segoe UI", Roboto, Helvetica, Arial, sans-serif, "Apple Color Emoji", "Segoe UI Emoji", "Segoe UI Symbol"; font-size: 24.15px;'>Tipps zum Weiterlesen</span>
	</h2>

	<p>
		➔ <strong>Originalmeldung von 2000</strong>: <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/2278324.stm" rel="external nofollow">Daisy 'remedy' for skin disease</a> (BBC)
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Studie</strong>: <a href="https://europepmc.org/article/MED/26045382" rel="external">Wissenschaftlicher Übersichtsartikel zu Vernonia anthelmintica</a> (Englisch): Pharmacological potential of Vernonia anthelmintica (L.) Willd.: An overview (Pharmacognosy Reviews, 2014)
	</p>

	<div>
		<h2>
			Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
		</h2>

		<p>
			<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/pflanzliche-wirkstoffe-schuppenflechte-phytotherapie/" rel="">Welche pflanzlichen Stoffe wirken bei Schuppenflechte?</a>
		</p>

		<p>
			<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/23-alternatives/" rel="">Erfahrungen mit alternativen Therapien bei Psoriasis</a>
		</p>

		<p>
			<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Artikel</strong><span>:</span> <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/weihrauch-entzuendung-schuppenflechte/" rel="">Weihrauch hemmt die Entzündung auch bei Schuppenflechte</a>
		</p>
	</div>
</div>

<p>
	<i></i>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">91</guid><pubDate>Fri, 27 Feb 2004 08:45:00 +0000</pubDate></item><item><title>Aufnahmen vom Haut-Innenleben ohne Messer</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/optische-kohaerenz-tomographie/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_12/haut-ohne-biopsie.jpg.7453b9505acd60c5441e4b3d607401da.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Wer mit größtmöglicher Sicherheit wissen wollte, ob er <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> hat, musste lange unters Messer: Dann wurde bei einer sogenannten <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/psoriasis/diagnose-der-psoriasis" rel="">Biopsie</a> ein kleines Hautstück entnommen. Es gibt eine Alternative, mit der der unangenehme Eingriff unnötig ist. Dr. Julia Weizel hat ein Gerät entwickelt, mit dem unter die Haut geguckt wird.</strong>
</p>

<p>
	An der Hautklinik der Uni Lübeck wird das Gerät zum Beispiel eingesetzt – und in Arztpraxen in ganz Deutschland. Innerhalb von Sekunden sehen die Mitarbeiter der Klinik oder beim Arzt gestochen scharf, was unter der Haut des Patienten los ist. Das Verfahren heißt korrekt "Optische Kohärenz Tomographie" (OCT).
</p>

<p>
	Dabei kann nicht nur gesehen werden, ob es sich um eine Schuppenflechte handelt. Auch der Verlauf einer Therapie ist so kontrollierbar. So ist schnell zu sehen, wenn ein Medikament nicht anschlägt: Dann verändert sich unter der Haut auch nichts. Die Lübecker Dermatologen haben ihr Gerät auch entwickelt, um frühzeitig einen Hautkrebs zu erkennen.
</p>

<p>
	OCT ist die Bezeichnung für ein physikalisches Messverfahren, bei dem infrarotes Vergleichs-Strahl abgeglichen wird, erstellt ein Computer ein zweidimensionales Bild der analysierten Region.
</p>

<p>
	"In der Medizintechnik wird OCT bisher vor allem bei Augenuntersuchungen angewandt, weil das Auge sehr lichtdurchlässig ist", so Dr. Welzel. Den Lübeckern ist es gelungen, ein leistungsstarkes Gerät zu entwickeln, mit dem auch die "blickdichte" Haut untersucht werden kann. Die Strahlung selbst ist für den Menschen unbedenklich; die Untersuchung kann unbegrenzt wiederholt werden.
</p>

<p>
	Das Verfahren ähnelt dem eines Ultraschallgeräts. Beim Ultraschall werden jedoch keine optischen, sondern akustische Reflexionen - eben die Schallwellen - bildlich dargestellt. Auch die Art der Anwendung ist mit einem Ultraschallgerät vergleichbar: Mit einem "Handstück" fährt der Arzt über die Stelle. In Echtzeit entstehen bildschirmfüllend bis zu einem Zentimeter breite und maximal 1,7 Millimeter tiefe Aufnahmen der Haut. Hornhaut, Oberhaut (Epidermis) und Lederhaut (Dermis) grenzen sich voneinander ab, selbst winzige Blutgefäße und Schweißdrüsen sind gut sichtbar.
</p>

<p>
	Dr. Welzel: "Die Hautaufnahmen sind erheblich besser als die von Ultraschallgeräten. Deren Auflösung ist wesentlich geringer und die Bilder sind entsprechend schlechter." Außerdem ist bei dem OCT-Verfahren das Auftragen von kaltem und glibberigem Gel unnötig, das vielen Menschen eine Ultraschalluntersuchung so unangenehm macht und das Bilder verfälschen kann.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Vorteile der optischen Mess-Methode
</h2>

<p>
	Und: Eine Gewebeentnahme kann immer nur einmal durchgeführt werden. Die verdächtige Hautveränderung wird damit aus dem Körper geschnitten. Bei der optischen Diagnose ist dagegen kein Eingriff nötig. Die entsprechende Hautstelle lässt sich jederzeit neu untersuchen.
</p>

<p>
	Das Ausmaß einer Hautveränderung kann exakt beurteilt werden: Die Ärzte können sehr gut feststellen, wie stark eine Entzündung ist, welche Auswirkungen eine Verletzung hat oder ob eine länger andauernde Cortison-Behandlung die Haut über Gebühr ausdünnt.
</p>

<p>
	Der Erfolg einer Therapie ist frühzeitig sichtbar: Beginnt ein Schuppenflechte-Patient eine neue Behandlung, kann der Verlauf mit regelmäßigen Untersuchungen kontrolliert werden. Schlägt die Therapie nicht an, lässt sich das nach kurzer Zeit erkennen und beeinflussen. Dies war bisher nur mit einer mikroskopischen Untersuchung von entnommenem Gewebe möglich.
</p>

<p>
	Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Pflegeprodukten und Kosmetika kann geprüft werden: Welchen Einfluss bestimmte Salben oder Seifen auf die Haut haben, lässt sich mit OCT exakt bestimmen. So haben die Lübecker Dermatologen Probanden 20 Minuten ihre Hände in Wasser bzw. Lauge baden lassen. Danach stellten sie fest, dass seifenfreie Waschstücke – sogenannte Syndets – einen geringeren Quelleffekt auf die Haut haben als Wasser oder Seife und auch nicht mehr so austrocknend wirken wie Seife. Bei Patienten mit berufsbedingten Hauterkrankungen konnte auf diese Weise ermittelt werden, dass sich längeres Tragen von Schutzhandschuhen negativ auf die Haut auswirkt und deshalb mit speziellen Cremes kombiniert werden sollte.
</p>

<p>
	Frühzeitige Diagnose von Hauttumoren ist das Ziel: Schon jetzt kann den Patienten eine Gewebeentnahme erspart werden, wenn es um die Frage "Tumor oder Entzündung?" geht. Auch lässt sich die Ausbreitung eines Hauttumors mit dem OCT-Verfahren bereits bestimmen. Frühzeitiges Erkennen von bösartigem Gewebe ist jedoch erst dann möglich, wenn die Bildauflösung weiter verbessert wird und in den mikroskopischen Bereich vordringt. Erste Versuche mit verfeinerter Technik laufen bereits.
</p>

<p>
	In den ersten Jahren wurde der Prototyp eines OCT-Geräts in der Hautklinik genutzt und seitdem permanent von Physikern und Ingenieuren des Laserzentrums und der damit kooperierenden Lübecker Firma "4optics" modernisiert. Benötigte der Computer anfangs für einen nur vier Millimeter großen Hautscan noch 20 Minuten, so wurde das Verfahren schrittweise für den Einsatz am Patienten tauglich gemacht. Inzwischen, so Dr. Welzel, wird es für systematische Untersuchungen in großem Stil verwandt: "Jährlich analysieren wir mehr als 1000 Hautveränderungen."
</p>

<p style="text-align:right;">
	<em>Uni Lübeck / Uwe Groenewold</em>
</p>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">88</guid><pubDate>Mon, 01 Dec 2003 07:09:00 +0000</pubDate></item></channel></rss>
