<?xml version="1.0"?>
<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Salben, Cremes und Gels zur Behandlung der Schuppenflechte</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/?d=33</link><description>Artikel: Salben, Cremes und Gels zur Behandlung der Schuppenflechte</description><language>de</language><item><title>Salben, Cremes, Lotionen, Gels &#x2013; die &#xDC;bersicht</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/uebersicht/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2021_12/cremetube.jpg.5c7dbb744cedbd82bcc2ec7caedfb176.jpg" /></p>

<p>
	Das ist eine Übersicht, welche <em>äußerlichen</em> Medikamente es gibt und in welcher Darreichungsform sie zu haben sind. Alle sind zur Behandlung einer leichten bis mittelschweren Schuppenflechte gedacht. Und: Sie alle sind rezeptpflichtig.
</p>

<h2>
	Medikamente mit Vitamin D3
</h2>

<p>
	Genau genommen handelt es sich bei den Wirkstoffen um <em>Abkömmlinge</em> von Vitamin D3.
</p>

<table id="tabelle">
	<thead>
		<tr>
			<th>
				Medikament
			</th>
			<th>
				Wirksstoff
			</th>
			<th>
				Creme
			</th>
			<th>
				Salbe
			</th>
			<th>
				Emulsion
			</th>
		</tr>
	</thead>
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				Curatoderm
			</td>
			<td>
				Tacalcitol
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				<span class="ipsEmoji">✅</span>
			</td>
			<td>
				<span class="ipsEmoji">✅</span>
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/vitamind3/calcipotriol-daivonex/" rel="">Daivonex</a>
			</td>
			<td>
				<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/vitamind3/calcipotriol-daivonex/" rel="">Calcipotriol</a>
			</td>
			<td>
				<span class="ipsEmoji">✅</span>
			</td>
			<td>
				<span class="ipsEmoji">✅</span>
			</td>
			<td>
				 
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/vitamind3/vitamind3-silkisvert/" rel="">Silkis</a>
			</td>
			<td>
				Calcitriol
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				<span class="ipsEmoji">✅</span>
			</td>
			<td>
				 
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<h2>
	Medikamente mit Vitamin D3 und Kortison
</h2>

<p>
	Diese äußerlichen Medikamente enthalten den Vitamin-D3-Abömmling Calcipotriol und den Kortison-Wirkstoff Betamethason.
</p>

<table id="tabelle">
	<thead>
		<tr>
			<th>
				Medikament
			</th>
			<th>
				Creme
			</th>
			<th>
				Salbe
			</th>
			<th>
				Gel
			</th>
			<th>
				Schaum
			</th>
		</tr>
	</thead>
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				Calcipotriderm comp
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				<span class="ipsEmoji">✅</span>
			</td>
			<td>
				<span class="ipsEmoji">✅</span>
			</td>
			<td>
				 
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Calcipotriol comp Klinge
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				<span class="ipsEmoji">✅</span>
			</td>
			<td>
				 
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Calcipotriol comp. ratiopharm
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				<span class="ipsEmoji">✅</span>
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				 
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Daivobet
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				<span class="ipsEmoji">✅</span>
			</td>
			<td>
				<span class="ipsEmoji">✅</span>
			</td>
			<td>
				 
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/enstilar-grundlagen/" rel="">Enstilar</a>
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				<span class="ipsEmoji">✅</span>
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/wynzora/" rel="">Wynzora</a> (ab 1. Quartal 2022)
			</td>
			<td>
				<span class="ipsEmoji">✅</span>
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				 
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/vitamind3/xamiol-leo/" rel="">Xamiol</a>
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				<span class="ipsEmoji">✅</span>
			</td>
			<td>
				 
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<h2>
	Medikamente mit Kortison
</h2>

<p>
	Diese äußerlichen Medikamente enthalten nur Kortison-Wirkstoffe. Es sind die beiden gebräuchlisten Schäume und ein Shampoo. Es gibt sehr viele weitere Salben, Cremes usw. mit unterschiedlich starken Kortison-Wirkstoffen. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/kortison/kortison-wirkstoffe/" rel="">Eine ausführliche Liste findest du hier.</a>
</p>

<table id="tabelle">
	<thead>
		<tr>
			<th>
				Medikament
			</th>
			<th>
				Wirksstoff
			</th>
			<th>
				Schaum
			</th>
			<th>
				Shampoo
			</th>
		</tr>
	</thead>
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/schuppenflechte-kopf/clarelux-schaum/" rel="">Clarelux</a>
			</td>
			<td>
				 Clobetasolpropionat
			</td>
			<td>
				<span class="ipsEmoji">✅</span>
			</td>
			<td>
				 
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Clobex
			</td>
			<td>
				 Clobetasolpropionat
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				<span class="ipsEmoji">✅</span>
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Deflatop
			</td>
			<td>
				Betamethasonvalerat
			</td>
			<td>
				<span class="ipsEmoji">✅</span>
			</td>
			<td>
				 
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<p style="text-align: center;">
	<strong>Tipp</strong>: Wir haben auch eine Übersicht von <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/rezeptfreie-mittel-gegen-schuppenflechte/" rel="">frei verkäuflichen Cremes, Salben bei Schuppenflechte</a>.
</p>

<h2>
	Tipps für Salben, Cremes und Co
</h2>

<h3>
	Tipp 1: Anbruchdatum von Medikamenten notieren
</h3>

<p>
	Wer eine neue Packung Medikamente anbricht, sollte das Datum auf der Schachtel notieren. Die aufgedruckte Verfallsfrist "gilt nur für die ungeöffnete Packung", sagt Dr. Martina Köthemann, Apothekerin bei der Techniker-Krankenkasse. "Vor allem Säfte, Salben und Tropfen sind nach Anbruch oft nur noch vier bis sechs Wochen verwendbar", erklärt sie. Generell gilt: Medikamente sollten lichtgeschützt, kühl und trocken gelagert werden. Das Badezimmer ist eher ungeeignet. Rezeptpflichtige Arzneimittel sollten nur für die Dauer der Therapie in der Hausapotheke aufbewahrt werden.
</p>

<p style="text-align:right;">
	<i>Quelle: Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber", ots, 2. März 2005</i>
</p>

<h3>
	Tipp 2: Salben nicht im Auto lassen
</h3>

<p>
	Bei Minusgraden verflüssigen sie sich und sind in ihrer Wirksamkeit beeinträchtigt, schreibt das Apothekenmagazin "Gesundheit". Ähnliche Schäden erleiden auch andere wasserhaltige Cremes, Gele und Emulsionen bei Frosteinwirkung. Eine Nacht im draußen geparkten Auto etwa kann die Arzneimittel verderben. Dies gilt übrigens auch für etliche andere Arzneimittel. Wenn angegeben wird, sie kühl zu lagern, ist damit Kühlschranktemperatur gemeint und nicht Aufbewahrung im Gefrierfach. Impfstoffe etwa verlieren bei Minusgraden erheblich an Wirksamkeit.
</p>

<p style="text-align:right;">
	<em>ots, 05.01.2004</em>
</p>

<h3>
	Tipp 3: Angerührte Cremes halten nicht ewig
</h3>

<p>
	Jedes Jahr verschreiben Deutschlands Hautärzte etwa fünf Millionen Rezepturen – also Salben, Cremes und andere Medikamente, die in der Apotheke angerührt werden. Aber: Die individuell hergestellte Cremes oder Salben sind nur begrenzt haltbar. Sie bleiben nur kurze Zeit mikrobiell einwandfrei.
</p>

<ul>
	<li>
		Wasserhaltige Cremes ohne Konservierungsstoffe sind eine bis vier Wochen lang haltbar – wenn sie in einer Tube oder einer Spenderdose kommen.
	</li>
	<li>
		Konservierte oder wasserfreie Rezepturen können je nach Rezeptur und Verpackung einen Monat bis drei Jahre lang haltbar sein.
	</li>
	<li>
		Wasserhaltige Zubereitungen, die in einer einfachen Salbendose oder einem Weithalsglas abgefüllt sind, sollten am besten mit einem Spatel oder Holzstäbchen entnommen werden - und nicht mit den bloßen Fingern. So werden Verunreinigungen verringert.
	</li>
	<li>
		Tuben aus Kunststoff, die nicht dauerhaft zusammengedrückt werden können, sollten auf dem Kopf stehend gelagert werden.
	</li>
</ul>

<p style="text-align:right;">
	<em>Quellen: ots, 01.08.2008 und 01.09.2008</em>
</p>

<h3>
	Tipp 4: Schädliche Substanzen in vielen Handcremes
</h3>

<p>
	Viele Handcremes enthalten aggressive Bakterienkiller und Allergie auslösende Stoffe. Die Zeitschrift "Ökotest" hatte im Frühjahr 2003 mehrere Produkte getestet.
</p>

<p>
	Mehr als ein Drittel der Testprodukte enthielt so viele schädliche Substanzen, dass die Verbraucherexperten davon abraten. Darunter waren auch teure Marken wie Lancôme und Clarins. Nur ein Produkt – die Neutrogena Handcreme – erhielt die Gesamtnote "sehr gut". Zehn andere wurden mit "gut" bewertet – auch preiswerte Marken wie Mild Handcreme vom Penny Markt, Today von Rewe und Florena.
</p>

<p>
	Fast die Hälfte der Produkte aber fiel durch. In zwei Cremes fanden die Tester bedenkliche Moschus-Verbindungen. Zwei andere enthielten den Bakterienhemmer Triclosan, der die Leberfunktion beeinträchtigen kann. Einige Testprodukte enthielten gesundheitsschädliche Konservierungsmittel und Emulgatoren.
</p>

<p>
	In fast allen Handcremes – auch in "guten" – wurden Duftstoffe gefunden, die Allergien auslösen können.
</p>

<p style="text-align:right;">
	<em>Quellen: Ökotest, AFP u.a., 4. März 2003</em>
</p>

<h3>
	Tipp 5: Viele Hautkranke cremen zu wenig
</h3>

<p>
	Hautkranke benutzen oft zu wenig von der verschriebenen Salbe. Zu diesem Schluss kommen dänische Forscher um Andreas Storm von der Uniklinik in Kopenhagen. In ihrer Untersuchung hatte lediglich ein einziger Patient so viel Creme verwendet wie vom Arzt vorgegeben.
</p>

<p>
	Untersucht wurden Patienten, die erstmals in der Uni-Klinik wegen ihrer Hautkrankheit behandelt wurden. Ihnen wurde eine Salbe oder Creme verschrieben, die sie entweder noch nicht kannten oder in den letzten sechs Monaten nicht verwendet hatten. Je nach Ausmaß des Befalls auf der Haut wurde errechnet, wie viel von der Salbe oder Creme verbraucht werden müsste. Die Hautfläche wurde in handliche Einheiten von Handtellergröße umgerechnet. Je Handteller-Fläche sollten jeweils 25 Milligramm des Mittels angewendet werden. Zehn Tage nach der ersten Untersuchung mussten die Probanden einen Fragebogen beantworten. Darin wurde nach dem Hautbefall, der Behandlungs“treue“ und der Dosis gefragt.
</p>

<p>
	Die Mehrheit der 17 Patienten hatte eine Kortisoncreme verschrieben bekommen. Ihre Stellen waren im Durchschnitt drei Handteller groß. Das Ergebnis: Ein einziger Patient hatte am Ende die erwartete Menge des Mittels verbraucht. Die anderen verwendeten etwa ein Drittel der vorgesehenen Dosis.
</p>

<p>
	Unter den 17 Teilnehmern waren drei mit einer Schuppenflechte. Einer kam nie wieder zu den Ärzten, einer benutzte 31 Prozent der verschriebenen Menge und einer 56 Prozent.
</p>

<p>
	Die Forscher schließen aus ihren Beobachtungen: Die meisten Patienten mit Hautkrankheiten cremen einfach nicht so viel wie sie sollten. Ärzte und Kliniken sollten das Bedenken, wenn äußerliche Therapien nicht anschlagen.
</p>

<p>
	In einer früheren Untersuchung hatten die gleichen Forscher ermittelt, dass ein Drittel der Haut-Patienten ein verschriebenes Mittel beim zweiten Mal nicht wieder verlangen. 
</p>

<p style="text-align: right;">
	<em>Quelle: Journal of American Academy of Dermatology, 06/2008</em>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">1164</guid><pubDate>Wed, 01 Dec 2021 19:43:00 +0000</pubDate></item><item><title>Was Pharmazeuten f&#xFC;r die Haut 2017 tun k&#xF6;nnen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/pharmazeuten-fuer-die-haut-2017-tun-koennen/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2017_03/Fotolia_30730539_S.jpg.75b4554aafd3e14b951b7c4657ec36bd.jpg" /></p>
<p>
	Im März 2017 lud die <i>Gesellschaft für Dermopharmazie (GD)</i> ihre Mitglieder nach München zur Jahrestagung ein. Das Thema „Psoriasis“ wurde aus verschiedenen Blickwinkeln her behandelt. Schwerpunkt war die Frage, wie mit der Altershaut umzugehen sei, weil die Leitlinie dazu aktualisiert wird.
</p>

<h2>
	Entstehung der Psoriasis
</h2>

<p>
	Die GD verleiht jedes Jahr einen Preis für die beste Neuerung auf ihrem Gebiet. Diesmal erhielt Prof. Jörg Prinz den „Innovationspreis“. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/muenchner-forscher-entschluesseln-den-schalter-fuer-schuppenflechte" rel="">Sein Team hatte herausgefunden, wie die Psoriasis genau entsteht</a>. Vereinfacht ausgedrückt ist sie hauptsächlich eine Autoimmun-Reaktion auf pigmentbildende Zellen (Melanozyten). Ein bestimmtes Gen (HLA-C*06:02) präsentiert dem Immunsystem die gleichen Moleküle (Peptide), die auch die Melanozyten produzieren. Die weißen Blutkörperchen (CD8<sup>+</sup> T-Zellen) identifizieren sie als Krankheitserreger und aktivieren das Immunsystem. Da Melanozyten vorwiegend in der Haut vorkommen, ist zu erklären, weshalb die Immunreaktion überwiegend dort stattfindet. Die aktivierenden T-Zellen können im Blut nachgewiesen werden und damit als „Biomarker“ für Psoriasis gelten.
</p>

<p>
	Diese Entdeckung ist deshalb so bedeutungsvoll, weil bei den meisten Hautkrankheiten noch unbekannt ist, wie sie entstehen.
</p>

<h2>
	Ältere Psoriasis-Patienten benachteiligt
</h2>

<p>
	Prof. Matthias Augustin sprach darüber, wie ältere Hautpatienten versorgt werden. Der Fragebogen, wie stark die Lebensqualität durch eine Psoriasis beeinträchtigt ist (<span ipsnoautolink="true">DLQI</span>), ist auf Jüngere ausgelegt. Fragen z.B. nach Einschränkungen bei beruflichen, sportlichen oder sexuellen Aktivitäten betreffen Ältere meist nicht. Deshalb hätte diese Altersgruppe weniger Chancen, einen höheren DLQI zu bekommen und mit einem Biologikum behandelt zu werden. Wir empfehlen in so einem Fall, dem Hautarzt ausführlich aufzuzählen, worin man persönlich durch die Psoriasis eingeschränkt ist.
</p>

<p>
	Es gibt, so Augustin, keinen altersbedingten Unterschied im Schweregrad der Psoriasis. Auch wird er von den Generationen nicht verschieden stark empfunden. Am häufigsten aber leiden die Älteren unter ihrer Kopf-Psoriasis. Hinzu komme, dass im Alter der Juckreiz stärker sei, weil die Haut trockener ist. Psoriasis Arthritis dagegen wäre altersabhängig und werde vor allem in mittleren, berufsfähigen Altersgruppen als schwere Last empfunden.
</p>

<h2>
	Hautkrebs sehr häufig im Alter
</h2>

<p>
	Die häufigste Hautkrankheit, die mit zunehmenden Alter festgestellt wird, sei Hautkrebs, so Augustin. Hauptverantwortlich dafür wäre das veränderte Freizeitverhalten, d.h. die Menschen setzen sich mehr der Sonne aus. Er rechnet damit, dass in Deutschland pro Jahr bis zu 900.000 neue Hautkrebsfälle auftreten. Kritiker dagegen meinen, es würden viel zu viel Hautkrebs-Diagnosen gestellt. Dabei werde nicht deutlich gemacht, wie viele davon letztendlich tatsächlich gefährlich seien.
</p>

<h2>
	Risiken von Biologika
</h2>

<p>
	Professor Kilian Eyerich sprach über neue Biologika bei Psoriasis. Bekanntlich gibt es bei den <span ipsnoautolink="true"><a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/warum-biologika-immer-besser-werden" rel="">IL-17a-Blockern</a></span> ein höheres Risiko, am Hefepilz der Gattung Candida zu erkranken. Es sei unklar, wie viele der Patienten den Pilz schon vorher gehabt hätten. Die bekannt gewordenen Fälle seien aber nicht so schwer gewesen, dass man das Biologikum absetzen musste. Bei wem dagegen eine entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn) bekannt sei, der müsse ein anderes Medikament bekommen.
</p>

<p>
	Eyerich bestätigte noch einmal Sicherheitsdaten aus dem Register PsoBest, die seit langem gesammelt werden: Schwere Infektionen unter Biologika kämen pro 100 Patientenjahre lediglich in 0,5 Fällen vor. Aber, wenn zusätzlich <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> gegeben wird, erhöhe sich das Risiko. Hautkrebs sei keine auffällige Nebenwirkung von Biologika. Auch in der Schwangerschaft müssten TNF-Alpha-Blocker und Ustekinumab (Stelara®) nicht mehr abgesetzt werden.
</p>

<h2>
	Ohne Umweg zum Biologikum
</h2>

<p>
	Er verwies darauf, dass theoretisch zwar immer mehr Biologika bei der Psoriasis „first-line“ verschrieben werden dürften. Das heißt, ohne erst billigere innerliche Medikamente ausprobiert zu haben. Trotzdem müsse der Arzt auswählen. In der Praxis könne nur eine kleine Minderheit Schwerbetroffener sofort mit diesen teuren Medikamenten behandelt werden.
</p>

<p>
	Prof. Eyerich verwies darauf, dass viele Patienten „über die Zeit“ ihr Biologikum nicht mehr nehmen würden. Gründe dafür seien bisher nicht erhoben worden. Generell fehlten wissenschaftliche Standards, um zu entscheiden, ob und wann Biologika abgesetzt werden könnten. Bei Kindern würde man sie sicherlich nicht dauerhaft anwenden.
</p>

<h2>
	Sandelholz-Duft bei Psoriasis meiden
</h2>

<p>
	Psoriatiker sollten auf den Duft von Sandelholz verzichten. Der Duftforscher Professor Hans Hatt verwies <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/fobi2014-psoriasis" rel="">erneut</a> darauf, dass dieser Geruch Rezeptoren aktiviert, die Teilung und Wanderung von Hautzellen beschleunigen. Generell seien in der psoriatischen Haut Duft-Rezeptoren hoch reguliert, die normalerweise niedrig wären.
</p>

<h2>
	Verbesserung der Wirkung in der Haut
</h2>

<p>
	<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2016" rel="">Ein Stoff wirkt in jeder Zubereitung anders</a>: Je nachdem, mit welcher Grundlage (Galenik) er äußerlich aufgetragen wird, dringt er unterschiedlich tief in die Haut ein und entfaltet seine therapeutische Wirksamkeit. Aktuell wurde das in einer Studie für den Sprühschaum <span ipsnoautolink="true">Enstilar</span> nachgewiesen. Mit einer „<a href="http://www.allpresan.de/allpresan/DE/Schaum-Creme-Technologie-Hautpflege/index.php" rel="external nofollow">Verum-Schaum-Creme</a>“ hat der Hersteller von <i>Allpresan</i> es geschafft, die Wirkung von hautverwandten Lipiden (Fetten) deutlich zu verbessern. Im Herbst 2017 soll eine Studie abgeschlossen sein, wie dieser Schaum bei Psoriatikern wirkt.
</p>

<p>
	Prof. Bernhard Homey stellte ein Verfahren vor, das nach seinen Aussagen auch bei der Psoriasis eingesetzt werden könnte: Mit einem <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/ddg.12963" rel="external nofollow">Laser werden „Kanäle“ in die Haut gefräst, durch die Wirkstoffe wie z.B. Calcipotriol besser in die Haut eindringen</a>. Die zu behandelnden Stellen werden vorher photo-dynamisch bestimmt.
</p>

<h2>
	Dermokosmetika verlässlicher als Cosmeceuticals
</h2>

<p>
	Als „Cosmeceuticals“ werden umgangssprachlich Kosmetika bezeichnet, die über die Pflegeeigenschaft hinaus therapeutische Effekte versprechen, z.B. den Juckreiz zu stillen oder die Hautbarriere zu reparieren. Meist wird ihre Wirksamkeit nicht seriös belegt. Die <i>Gesellschaft für Dermopharmazie</i> benutzt deshalb den Begriff der „Dermokosmetika“. Die müssen bestimmte Anforderungen an Qualität und Dokumentation erfüllen, die in den jeweiligen <a href="http://www.gd-online.de/german/persoenlich/leitvorstand.htm" rel="external nofollow">Leitlinien der GD</a> aufgenommen wurden.
</p>

<h2>
	Im Alter ist die Haut anders
</h2>

<p>
	Die Pflege und Therapie der Altershaut war Schwerpunkthema des Treffens. Denn ab Ende März 2017 soll die <a href="http://www.gd-online.de/german/persoenlich/leitvorstand.htm" rel="external nofollow">GD-Leitlinie "Dermokosmetika gegen Hautalterung"</a> aktualisiert werden. Dabei war klar, dass es nur begrenzte Möglichkeiten gibt, eine schon gealterte Haut zu reparieren. Durch vorsorgliche Pflege und vor allem durch Sonnenschutz kann man den Prozess aber verzögern. Nicht nur im Sommer, sondern täglich sollte man sich mit LF 15 bis LF 20 schützen! Schwierig ist es, sich gegen den Einfluss von Schadstoffen in der Luft auf die Haut zu wehren. Dass vor allem Feinstaub die Haut altern lässt, <a href="https://www.picb.ac.cn/picb-dynamic/dermatogenomics/lunwen/2016-wangsijia-3.pdf" rel="external nofollow">weiß man noch nicht lange</a>. Andere Faktoren wie Rauchen, Alkohol, Medikamente, Stress, Hitze oder Kälte sind dagegen eher zu beeinflussen.
</p>

<p>
	Die meisten haben im Alter eine zu trockene Haut und eine gestörte Hautbarriere. Dazu gibt es eine Vielzahl bekannter Tipps, wie Feuchtigkeits- und Fettgehalt erhöht werden können.
</p>

<p>
	Weniger bekannt ist, dass viele alte Menschen einen zu hohen ph-Wert haben. Dadurch können die Enzyme auf der Haut nicht so aktiv sein. Wer den Wert durch basische Mittel korrigieren will, muss die Präparate längere Zeit einsetzen, so Prof. Johannes Wohlrab. Sonst hält die Wirkung nicht an.
</p>

<h2>
	Aufgeschnappt
</h2>

<blockquote>
	<p>
		"Psoriasis ist eine Krankheit der Kälte – in Südafrika oder Mexiko gibt es weniger Fälle", Professor Erhard Proksch
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		"Weizenfreie Kost kann bei Psoriatikern dazu führen, dass sie erscheinungsfrei werden'', Prof. Jörg Prinz
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		"Psoriasis hat weltweit die dritthöchste Krankheitslast", Prof. Jörg Prinz
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		"Ein Erwachsener, der sich täglich zweimal am ganzen Körper pflegt, benötigt im Monat 1 kg Kosmetika", Dr. Petra Staubach
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		"Viel Rotwein hilft nicht gegen Falten. Der Wirkstoff Resveratol hat keine Anti-Aging Effekte", Prof. Christiane Beyerl
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		"Für jede Körperregion sollte ein angepasstes Pflegemittel genommen werden. Gesicht, Schenkel usw. haben unterschiedliche Fettanteile", Prof. Erhard Proksch
	</p>
</blockquote>

<h2>
	Aufgefallen
</h2>

<p>
	Ausgestellt wurden die Pflegeprodukte der <em>Zeitschild Skin Aesthetics</em>. Die Firma wirbt damit, dass sie in der Vergangenheit Kosmetika für andere entwickelt habe, darunter das Psoriatikern gut bekannte Physiogel®. Die jetzt eigene Pflegeserie zielt besonders darauf ab, die Hautbarriere auf neue Weise zu reparieren – ein Problem, das vor allem Neurodermitiker haben. Aber bei bestimmte Formen der Psoriasis ist ebenfalls die Hautbarriere geschädigt. Das <em>AR - Active Relief Serum</em> soll bei starkem Juckreiz und Irritationen schnell wirken.
</p>

<p>
	Ebenfalls auf die Hautbarriere zielen die Produkte der italienischen <em>Firma BioNike,</em> die neuerdings in Deutschland angeboten werden. Psoriatiker könnten das <em>TRIDERM LEN'OIL</em> ausprobieren, das u.a. auch gegen Juckreiz helfen soll. Die Firma wirbt damit, dass ihre Produkte auf Nickelallergie getestet und frei von Gluten sind.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">928</guid><pubDate>Mon, 27 Mar 2017 20:40:00 +0000</pubDate></item><item><title>Enstilar Schaum: Anwendung, Inhaltsstoffe und Wirkung</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/enstilar-grundlagen/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_07/enstilar_schaum.jpg.8f7a085e45d0b907ee74768a6c98005e.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Enstilar</strong> ist ein Schaum zur Behandlung der <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span>. Er enthält die Wirkstoffe Calcipotriol und Betamethason – ist quasi das aufgeschäumte Daivobet oder Xamiol. Er ist seit dem 1. Juli 2016 auf dem Markt.
</p>

<p>
	Das Medikament ist rezeptpflichtig und für Patienten ab 18 Jahren zugelassen. Gedacht ist er für die Behandlung der <span ipsnoautolink="true">Psoriasis vulgaris</span> bei Erwachsenen.
</p>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19547" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_07/enstilar-schaum.jpg.b73fb7f30f17e6bb738a142dabe4decb.jpg" rel="" style="float:left;"><img alt="Enstilar Schaum Sprühdose" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19547" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_07/enstilar-schaum.jpg.b73fb7f30f17e6bb738a142dabe4decb.jpg" loading="lazy"></a>
</div>

<p>
	Die wissenschaftlichen Daten für den Zulassungsantrag lieferten mehrere Studien. Eine solche mit dem Namen "<a href="https://www.clinicaltrialsregister.eu/ctr-search/trial/2014-003072-24/DE" rel="external nofollow">PSO-FAST</a>" beschäftigte sich mit der Wirksamkeit, der Sicherheit, der Linderung des Juckreizes und der Verbesserung des Schlafes. Dabei wurde Enstilar über vier Wochen angewendet. Die Ergebnisse sind unseres Wissens nach noch nirgends veröffentlicht.
</p>

<p>
	Für <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s40261-015-0269-7" rel="external nofollow">eine andere</a> wurden 37 Patienten behandelt. Die Forscher maßen, wie rot, schuppig und dick die Stellen nach vier Wochen der Anwendung mit Enstilar waren. Außerdem interessierte sie sich für die Dicke der Haut insgesamt. Am Ende schlug der neue Schaum die Salbe mit den gleichen Wirkstoffen auf dem Rennen. 11 Patienten meldeten insgesamt 17 Nebenwirkungen – am häufigsten Kopfschmerzen. Auf der Haut gab es nach Angaben der Wissenschaftler keine Nebenwirkungen.
</p>

<p>
	In einer weiteren Studie (siehe Quelle 2) konzentrierten sich Forscher auf die Sicherheit – sprich: ob der Schaum negativ auf die Nebennieren und den Kalzium-Haushalt der Patienten wirkt. Das Ergebnis: Beides geschieht nicht.
</p>

<p>
	Eine negative Wirkung auf den Kalziumhaushalts des Körpers ist zum Beispiel bei <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/daivobet" rel="">Daivobet</a> eine der möglichen Nebenwirkungen, auf die Patienten und Ärzte im Beipackzettel hingewiesen werden.
</p>

<p>
	Schäume gibt es auch in der Behandlung der Psoriasis bereits: <span ipsnoautolink="true">Clarelux</span> ist ein Beispiel dafür. Darin arbeitet jedoch ausschließlich ein Kortison, nämlich Clobetasol Propionate.
</p>

<h2>
	Anwendung von Enstilar
</h2>

<h3>
	Anwendung am Körper
</h3>

<p>
	Das Medikament wird einmal am Tag mit einem Dreisatz angewendet: – schütteln, sprühen, verreiben <img alt=";)" data-loading="true" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/emoticons/default_wink.png" loading="lazy">
</p>

<p>
	Nach dem Schütteln soll Enstilar aus einem Abstand von 3 cm auf die Haut gesprüht werden. Die Dose muss dabei nicht kerzengerade nach oben gehalten werden – alles außer waagerecht sollte funktionieren.
</p>

<p>
	Nach der Anwendung des Schaums sollten die Hände gewaschen werden. Das gilt natürlich nicht, wenn die Hände das Ziel des Medikamentes sind. Nach dem Auftragen von Enstilar sollte man auch nicht gleich duschen oder baden – klingt irgendwie logisch.
</p>

<h3>
	Anwendung auf dem Kopf
</h3>

<div>
	<p>
		Enstilar wird am besten abends vor dem Schlafengehen aufgetragen. So kann es über Nacht gut einwirken. Wenn nötig, wird es am Morgen ausgewaschen.
	</p>

	<ol>
		<li>
			<strong>Haar kämmen</strong>

			<p>
				Für die Anwendung sollte das Haar zuerst gekämmt werden, um lose Hautschuppen zu entfernen.
			</p>
		</li>
		<li>
			<strong>Haar scheiteln</strong>
			<p>
				Vor dem Auftragen sollte das Haar gescheitelt werden. So kommt Enstilar gezielter auf die Kopfhaut und weniger ins Haar.
			</p>
		</li>
		<li>
			<strong>Enstilar auftragen</strong>
			<p>
				Die Dosierung richtet sich nach Größe und Dicke der Schuppenflechte-Stellen.
			</p>
		</li>
		<li>
			<strong>Alternative mit der Fingerspitze</strong>
			<p>
				Alternativ kann Enstilar zuerst auf die Handfläche oder in den Deckel der Dose gesprüht werden. Dann kann man es mit einer Fingerspitze auf die betroffenen Bereiche verteilen. Wichtig: danach die Hände gründlich waschen.
			</p>
		</li>
	</ol>
</div>

<p>
	Doch egal, ob am Körper oder auf dem Kopf – Enstilar kann dafür sorgen, dass die Schuppenflechte nicht so schnell wiederkommt. Dafür wird der Schaum zweimal pro Woche auf die ehemaligen Stellen aufgetragen. Alle drei bis vier Tage dürfte dafür ein guter Abstand sein.
</p>

<h2>
	Wer Enstilar nicht anwenden sollte
</h2>

<p>
	Der Schaum sollte nicht zum Einsatz kommen, wenn jemand
</p>

<ul>
	<li>
		eine erythrodermische oder pustulöse Psoriasis hat
	</li>
	<li>
		eine Störung des Kalziumstoffwechsels hat
	</li>
	<li>
		virusbedingte, mykotische oder bakterielle Haut-Stellen hat – beispielsweise einen Herpes
	</li>
	<li>
		andere Hauterkrankungen wie Ichthyose, Akne vulgaris, Rosacea, Ulzera und Wunden hat
	</li>
</ul>

<p>
	Im Prinzip gilt dann immer: Das soll ein Arzt entscheiden. Das ist auch in der Schwangerschaft oder der Stillzeit der Fall. In der Schwangerschaft sollte Enstilar nur zum Einsatz kommen, wenn der potenzielle Nutzen das potenzielle Risiko rechtfertigt. Stillende Frauen sollten Vorsicht walten lassen. Auf jeden Fall soll Enstilar während der Stillzeit nicht auf die Brust aufgetragen werdem.
</p>

<p>
	In unserem Forum können gern <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/43-fragen-und-tipps/" rel="">Erfahrungen mit dem Medikament</a> ausgetauscht werden.
</p>

<h2>
	Enstilar: Fragen und Antworten
</h2>

<p>
	<strong>Wie schnell wirkt Enstilar?</strong>
</p>

<p>
	Das ist sehr unterschiedlich. Der eine sieht schon in der ersten Woche eine Verbesserung, bei anderen dauert es länger. Das ist normal.
</p>

<p>
	<strong>Was, wenn ich eine Anwendung mal vergesse?</strong>
</p>

<p>
	Das ist nicht schlimm. Verwende Enstilar, sobald du dich wieder daran erinnerst. Die nächste Anwendung ist dann die zur normalen Zeit.
</p>

<p>
	<strong>Wann kann ich die Behandlung beenden?</strong>
</p>

<p>
	Enstilar kann vier Wochen lang täglich angewendet werden. Wenn die Stellen danach immernoch da sind, sprich mit deinem Arzt.
</p>

<p>
	<strong>Nach der Akut-Therapie soll ich Enstilar noch zweimal pro Wochen anwenden, sagt mein Arzt. Was hat es damit auf sich?</strong>
</p>

<p>
	Das heißt Proaktives Management. Dann wird Enstilar zweimal pro Woche auf die Stellen aufgetragen, wo vorher Psoriasis-Stellen waren. <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32950546/" rel="external">Das soll die schubfreie Zeit verlängern.</a> Hintergrund: Selbst wenn keine Psoriaisis-Stellen mehr zu sehen sind, sind in der Haut Entzündungen aktiv.
</p>

<p>
	<strong>Muss dieses proaktive Management immer an den gleichen Wochentagen sein?</strong>
</p>

<p>
	Nein, aber leichter zu merken ist das schon.
</p>

<p>
	<strong>Wie viele Tage Abstand soll zwischen zwei Behandlungstagen sein?</strong>
</p>

<p>
	Am besten sind zwei bis drei Tage.
</p>

<p>
	<strong>Und wie lange das Ganze?</strong>
</p>

<p>
	Bis ein neuer Psoriasis-Schub da ist. Dann sollte Enstilar wieder täglich ran.
</p>

<h2>
	Videos
</h2>

<p>
	Bei YouTube hat ein Anwender seinen Behandlungserfolg mit Enstilar dokumentiert:
</p>

<div>
	<div class="ipsEmbeddedVideo">
		<div>
			<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="113" id="ips_uid_1683_6" src="https://www.youtube.com/embed/_1eoWNMU_nE?feature=oembed" width="200" loading="lazy"></iframe>
		</div>
	</div>
</div>

<p>
	 
</p>

<div>
	 
</div>

<p>
	<strong>Quellen</strong>
</p>

<ol>
	<li>
		"<a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s40261-015-0269-7" rel="external nofollow">Efficacy of an Innovative Aerosol Foam Formulation of Fixed Combination Calcipotriol plus Betamethasone Dipropionate in Patients with Psoriasis Vulgaris</a>" von Catherine Queille-Roussel et.al. in: "Clinical Drug Investigation", April 2015
	</li>
	<li>
		"<a href="https://insights.ovid.com/seminars-cutaneous-medicine-surgery/scms/2014/12/005/fixed-combination-aerosol-foam-calcipotriene-005/13/00062657" rel="external nofollow">Fixed combination aerosol foam calcipotriene 0.005% (CAL) plus betamethasone dipropionate 0.064% (BD) exhibits no impact on the HPA axis and calcium homeostasis in patients with extensive psoriasis vulgaris: a multicentre, single-arm, phase 2, 4-week MUSE study</a>" von Victoria Taraska et.al., vorgestellt beim Las Vegas Dermatology seminar, Herbst 2014
	</li>
	<li>
		"<a href="http://www.edermatologynews.com/fileadmin/content_pdf/san/supplement_pdf/LEO_Poster_summaries_2_17_15b.pdf" rel="external nofollow">Advances in the Treatment of Psoriasis Vulgaris and Actinic Keratosis</a>" (Zusammenstellung mehrerer Arbeiten zu Calcipotriol und Betamethason)
	</li>
	<li>
		Pressemitteilung des Herstellers
	</li>
</ol>

<h2>
	Kurz gemeldet
</h2>

<p>
	<strong>Juni 2020</strong>: Wenn Enstilar nach einer erfolgreichen Behandlung der Schuppenflechte weiterhin zweimal pro Woche prophylaktisch angewendet wird, kann sich die erscheinungsfreie Zeit deutlich verlängern. Das hat eine Studie gezeigt. [<a href="https://www.journalmed.de/news/lesen/57637" rel="external nofollow">Quelle</a>]
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">877</guid><pubDate>Fri, 01 Jul 2016 18:44:00 +0000</pubDate></item><item><title>Was Pharmazeuten f&#xFC;r die Haut 2015 tun k&#xF6;nnen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/apotheker-schuppenflechte/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2015_03/gd-jahrestagung-2015.jpg.9e5a1f8b0b5cfa61f1edd1fb98c36dbf.jpg" /></p>

<p>
	<strong>Wie können Cremes, Lotionen, Sprays oder Salben so verändert werden, dass sie besser wirken oder Patienten sie leichter handhaben können? Was muss ein Apotheker wissen, der sich speziell an Haut-Patienten wendet? Das sind beispielhafte Themen, mit denen sich Dermo-Pharmazeuten im März 2015 in Berlin beschäftigt haben. Wir haben uns umgehört, was Psoriatiker interessieren könnte.</strong>
</p>

<p>
	Pharmazeuten beschäftigen sich damit, wie Arzneimittel wirken, wie sie zusammengesetzt sind und hergestellt werden. Sie sind vor allem in der Industrie tätig, aber ihre Themen betreffen ebenso Apotheker, Pharmazeutisch-Technische Angestellte (PTA) und Ärzte. Auf der 19. Jahrestagung der Gesellschaft für Dermopharmazie ging es um äußerliche Heil- und Pflegemittel für die Haut.
</p>

<h2>
	Weniger Wirkstoff, bessere Verfügbarkeit
</h2>

<p>
	So wurden neue Entwicklungen vorgestellt, durch die Wirkstoffe besser in der Haut freigesetzt und ihre Dosis gesenkt werden kann: Gemische mit Nano-Partikeln werden bisher hauptsächlich in der Hautpflege eingesetzt. Weil dadurch außerdem weniger Hilfsstoffe (z.B. Emulgatoren) notwendig sind, nutzt das vor allem Menschen mit Hautproblemen. Nano-Partikel in Kosmetika sind aber biologisch schwer abbaubar und belasten immer stärker die Umwelt. Mikro-Partikel sind zwar größer, dringen aber immer noch deutlich besser in die entzündete Haut ein, als Wirkstoffe in herkömmlichen Cremes. Andreas Lauterbach von der Uni Braunschweig beschrieb das an einem Beispiel von Retinoid-Mikro-Partikeln. Die wurden in einem Gemisch von Palmöl und Lecithin auf den Haarboden aufgetragen. Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Retinoide" rel="external">Retinoid</a> Tazaroten wird auch bei der Psoriasis äußerlich angewendet.
</p>

<p>
	An der Uni  Tübingen wurde ein Öl-in-Wasser-Gemisch mit dem juckreizstillenden Wirkstoff <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Nonivamid" rel="external">Novamid</a> entwickelt. Wird das Präparat aufgetragen, bildet es einen Film. Der Wirkstoff verbleibt 12 bis 24 Stunden auf der Haut und dringt nur allmählich ein. Der Patient muss das Präparat nur einmal täglich auftragen. Das falle den meisten leichter, so Dr. Dominique Lunter, als wenn sie mehrmals am Tag ans Eincremen denken müssten. Es sei aber noch nicht abzusehen, wann es dieses „Retard-Dermatika“ als Fertig-Arzneimittel geben wird. Man könne es sich leider nicht in der Apotheke herstellen lassen, weil es die dazu notwenigen Substanzen nicht „im Apotheken-Maßstab“ gäbe.
</p>

<p>
	Dagegen könnte das „Thermo-Gel“, das Prof. Christel C. Müller-Goymann von der Uni Braunschweig vorstellte, möglicherweise schon jetzt bei Nagel-Psoriasis eingesetzt werden. Auf der Suche nach einem gemeinsamen Mittel gegen Fuß- und gegen Nagelpilz wurde eine Rezeptur entwickelt, die von beiden gut aufgenommen wird. So etwas gab es bisher nicht, weil der („hydrophile“) Nagel mit Feuchtigkeits- und die („lipidphile“) Haut mit Fett-Creme behandelt werden müssen. Das neu entwickelte Gel dagegen dringt gut in beide Substanzen ein. Dieses Gel, so Prof. Müller-Goymann, sei bis jetzt nur für Apotheken-Anfertigungen geeignet, weil es nicht lange haltbar ist. <a href="https://www.psoriasis-forum-berlin.de/downloads/Thermogel2015.pdf" rel="external nofollow">Die Grundrezeptur hat sie uns zur Verfügung gestellt.</a>
</p>

<p>
	<em>Update 2018</em>: Drei Jahre nach ihrem Vortrag (also 2018) hat sie uns wissen lassen, dass es trotz vieler Versuche nicht gelungen sei, Kortikosteroide wie Hydrocortison, Hydrocortisonacetat, Betamethasonvalerat und Betamethasondipropionat <em>in hoher Konzentration</em> in das Thermo-Gel einzuarbeiten. Weniger als 1 Prozent der Kristalle würden sich in der Grundrezeptur auflösen. Trotzdem wirke das Thermo-Gel z.B. mit 05 % Betamethasonvalerat immer noch besser, als mit BetaGalen®, das den gleichen Wirkstoff in 1-prozentiger Konzentration enthält. Untersuchungen an Modellen hätten gezeigt, dass der Wirkstoff im Thermo-Gel doppelt so gut durch den Nagel drang, als mit dem Fertigarzneimittel. Wissenschaftlich ausgedrückt: Die Permeation, gemessen mit dem Permeations-Koeffizienten ist fast doppelt so hoch. Im Nagelmodell hätte sich sogar 3x mehr Wirkstoff angereichert, als mit dem Fertigprodukt. Aber: BetaGalen® ist nicht für die Behandlung von Nägeln zugelassen, also auch nicht entsprechend zubereitet.
</p>

<h2>
	Zum Lösen der Schuppen
</h2>

<p>
	Im Rahmen einer „Firmen-Präsentation“ hat PD Dr. Petra Staubach (Uni Mainz) eine Untersuchung an 90 Patienten mit Kopf-Psoriasis vorgestellt. Sie sollten vergleichsweise ihre Schuppen entweder mit 10 %-iger Salicylsäure oder mit <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/schuppenflechte-kopf/loyon-soll-im-kampf-gegen-die-schuppen-helfen/" rel="">Loyon</a> ablösen. Beides wirke im Endeffekt gleich gut, wenn auch unterschiedlich schnell. Salicyl in dieser hohen Konzentration sei, so Dr. Staubach, die obere Grenze. Für bestimmte Patientengruppen komme Salicyl auch in niederiger Dosis überhaupt nicht in Frage: Kinder, Frauen im gebärfähigen Alter und Schwangere, alte Menschen und Patienten mit eingeschränkter Nieren- bzw. Leberfunktion. Es habe sich gezeigt, dass für den gleichen Abschuppungs-Effekt doppelt so viel Salicylsäure notwendig wäre, wie von dem Fertigpräparat. Während aber Salicylsäure bei Psoriasis von den Kassen übernommen wird, muss Loyon® selbst bezahlt werden.
</p>

<p>
	Am besten wirke es als Mittel zum Lösen von Schuppen oder Milchschorf auf dem Kopf. Aber man könne damit auch Plaques am gesamten Körper, z.B. auch an Händen und Füßen ablösen. Es nütze nichts, die eingesprühten Plaques zusätzlich mit Plastikfolie luftdicht („okklusiv“) abzudecken, weil es selbst schon einen Film bildet.
</p>

<h2>
	Äußerlich mit Fumärsäure
</h2>

<p>
	Aufgefallen ist uns eine <a href="https://www.dermaviduals.de/deutsch/praeparate/dermaviduals-special/sueuesmoon-lotion-p.html" rel="external nofollow">Lotion, die Fumarsäure</a> enthält. Der Hersteller empfahl es für Psoriatiker und verwies darauf, dass früher Patienten Bäder mit Fumarsäure genommen hätten. Wir hatten 2012 den Apotheker Johannes Ertelt (AureliaSan GmbH,Bisingen) gefragt, was von der äußerlichen Behandlung der Psoriasis mit Fumarsäure zu halten sei. Er hat sich bei einigen Experten umgehört: Prof. Mrowietz hielt eine äußerliche Behandlung für ungefährlich, aber vermutlich nicht besonders effektiv sei. Im <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20398596/" rel="external">Einzelfall</a> hätte es z.B. bei Dimethyl-Fumarat allergische Reaktionen gegeben. Dr. Schaller aus Tübingen warnte vor einer großflächigen Behandlung, z.B. durch ein Bad, weil ein erhöhtes Risiko für Nierenfunktionsstörungen bestünde.
</p>

<h2>
	Cremen und waschen
</h2>

<p>
	Der Apotheker Dr. Joachim Kresken (Viersen) wies darauf hin, dass bei allen Hautkrankheiten auch in der erscheinungsfreien Zeit nach wie vor das alte Motto gelte: „Cremen, Cremen, Cremen“. Eine solide Basispflege schütze immer die Hautbarierre. Wasser dagegen, so Kresken, sei „kein Freund“ der Hautkranken. Damit meinte er natürlich nicht das Wassertrinken, denn das ist für die Haut immer gut.
</p>

<h2>
	Allergie auf Duftstoffe (zu) stark im Fokus
</h2>

<p>
	Obgleich viele darauf achten, Pflegemittel ohne Duftstoffe zu verwenden, zeigt die Erfahrung, so Dr. Petra Staubach, dass der Geruch eines Pflegemittels entscheidend dazu beiträgt, ob Patienten es dann tatsächlich verwenden. Weit verbreitet sei die unglaubliche Annahme, alles Natürliche sei sicher, so Dr. Matthias Vey vom Lobbyverband IFRA (Brüssel). Aber ob eine Duftstoff-Mischung allergisch wirke, hänge nicht davon ab, ob es sich um natürliche oder synthetisch hergestellte Substanzen handelt. Inzwischen seien 26 Duftstoffe identifiziert, bei denen eine Kontaktallergie auftreten könne. Wenn sie eine kritische Menge in Kosmetika oder Haushalts-Produkten überschreiten, müssen sie deklariert werden.
</p>

<p>
	Professor Thomas L. Diepgen (Uni Heidelberg) belegte, dass Duftstoff-Allergien in der öffentlichen Diskussion stark übertrieben dargestellt werden. Europaweit liegen sie bei den Kontaktallergien auf dem 7. Platz, weit hinter Nickel, Thiomersal-Impfstoffe, Cobalt oder Chloride. Studien hätten gezeigt, dass Frauen öfters bei sich Unverträglichkeiten gegenüber Kosmetika feststellen würden als Männer. Aber tatsächlich mussten nur 0,9 Prozent derjenigen, die von einer Riechstoff-Reaktion berichteten, klinisch behandelt werden. Er rät dazu, wenn eine Duftstoff-Allergie festgestellt wurde, dazu unbedingt konkret die auslösende Substanz festzustellen. Nur so sei sicherzustellen, dass auch weniger bekannte Auslöser berücksichtigt werden.
</p>

<h2>
	Die empfindliche Haut
</h2>

<p>
	Ebenfalls stark übertrieben ist es, dass so viele Menschen von sich annehmen, sie hätten eine „empfindliche“ oder sogar „überempfindliche“ (hyper-sensitive) Haut. Das meinte Dr. Walter Wiggert-Alberti vom Studienzentrum bioskin (Hamburg). Daraus hätte die Pflegemittel-Industrie die Konsequenz gezogen und wirbt damit, was in den Produkten alles <span style="text-decoration:underline;">nicht</span> enthalten ist. Eine sensitive Haut sei objektiv nicht messbar, zitierte Tests nicht vergleichbar. Meist basieren Zahlen auf rein subjektive Miss-Empfindungen. Was sich aber messen lasse, seien Haut-Irriationen auf konkrete Stoffe. Frauen und z.B. Rosazea-Patienten reagieren stärker auf Milchsäure.
</p>

<p>
	Man wisse, so Dr. Wiggert-Alberti, dass Kinder wirklich eine empfindliche Haut haben. Das aber hänge vermutlich damit zusammen, dass der Reifegrad der kindlichen Haut noch nicht abgeschlossen sei. Die Annahme, Erwachsene hätten ebenfalls eine sensitive Haut, sei daher als Trend zu bewerten.
</p>

<p>
	Zorica Jovanovic, Ph.D. (Beiersdorf, Hamburg) stellte Produkte mit zwei Wirkstoffen vor, die bekanntermaßen die Empfindlichkeit (<a href="http://www.symrise.com/de/newsroom/artikel/auszeichnung-fuer-symrise-kosmetikforschung-symsitiveR-1609-gewinnt-den-bsb-innovationspreis-2010/" rel="external nofollow">SymSitive®</a>) und die Rötung der Haut (Licochalcon A) verringern können. Obgleich auf eine mögliche <a href="https://pharmawelt.org/2014/07/23/neu-eucerin-ultrasensitive-und-antirotungen/" rel="external nofollow">Wirkung schon im Namen der Produkte </a>hingewiesen wird, handele es sich dabei nicht um Arzneimittel.
</p>

<p>
	Es wurde kurz darüber diskutiert, ob <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paraffin" rel="external">Paraffin in Kosmetika</a> gefährlich sei. Dazu meinte Frau Jovanovic, es hätte bei Beiersdorf zu viele negative Rückmeldungen zu Paraffin-Produkten gegeben. Deshalb würde man, unabhängig von tatsächlichen Risiken, darauf verzichten.
</p>

<h2>
	Häufigkeit von Rosazea
</h2>

<p>
	Nebenbei war zu erfahren, wie Zahlen über die Häufigkeit von Hautkrankheiten zustande kommen. Seit für die Psoriasis die ersten Biologika auf dem Markt kamen, wurde sie als die „am weitesten verbreitete Hautkrankheit in Deutschland“ dargestellt: Man spricht von 1,7 Mio. Betroffenen, d.h. 2,1 Prozent der Bevölkerung sollen Psoriasis haben. Inzwischen werden für andere Hautkrankheiten weit aus höhere Zahlen genannt: So soll es bis zu 4 Mio. Menschen (3 bis 5 Prozent) mit Rosazea geben. Die Häufigkeit der Rosazea ist anhand von Patientendaten bei Berufsgenossenschaften auf die gesamte Bevölkerung hochgerechnet worden. Bei diesen Versicherungsträgern werden aber nur Patienten mit <span style="text-decoration:underline;">Berufs</span>krankheiten geführt. Die Anzahl der Betroffenen wurde im Zusammenhang mit der Vorstellung einer <b>Leitlinie für die äußerliche Behandlung der Rosazea</b> genannt. Erstmals wird für diese Hautkrankheit eine Leitlinie vorgelegt. Die Gesellschaft für Dermopharmazie wird darin „geeignete Produkte“ empfehlen. Die Leitlinie soll demnächst auf der <a href="http://www.gd-online.de" rel="external nofollow">Internetseite der GD</a> veröffentlicht werden.
</p>

<p>
	Auch für andere Hautkrankheiten wurden Zahlen genannt, die über denen der Psoriasis liegen:  Bis zu 5 Prozent der Bevölkerung sollen ein Seborrhoisches Ekzems haben. 20 Prozent aller Kinder in Deutschland leiden vermutlich irgendwann einmal an Neurodermitis (atopische Dermatitis).
</p>

<h2>
	Atopische Dermatitis (Neurodermitis)
</h2>

<p>
	Prof. Andreas Wollenberg (Uni München) berichtete, dass die Haut bei Psoriasis und atopischer Dermatitis mikrobiell anders zusammengesetzt sei, als eine gesunde Haut. Bei Neurodermitikern hätte man überwiegend das Bakterium Staphylococcus aureus gefunden. Das sei dafür bekannt, dass es das Immunsystem anregt. Es gäbe Cremes, die mithilfe nicht krankmachender Keim-Extrakte diese Bakterienart zurückdrängen können. Es sei durch Studien nachgewiesen, dass sich dadurch Entzündungen und Juckreiz verringern.
</p>

<p>
	Prof. Wollenberg wies darauf hin, dass <a href="https://www.eau-thermale-avene.at/gesicht/unsere-pflegelinien/xeracalm-ad" rel="external nofollow">Pierre Fabre</a> und <a href="http://www.larocheposay.de/Artikel/Empfohlene-produkte/a15333.aspx?utm_source=google&amp;utm_medium=cpc&amp;utm_term=lipikar%20baume%20ap&amp;utm_campaign=SEM_BrandFranchises&amp;gclid=CNTYkLSKnMUCFTQatAodrnoALw" rel="external nofollow">La Roche Posay</a> jeweils ein Produkt anbieten würden. Zwar enthielten sie unterschiedliche Keime (Aquaphilus Dolomiae bzw. Vitreoscilla filiformis), würden aber beide den gleichen Effekt haben.
</p>

<h2>
	Hautapotheke.de
</h2>

<p>
	Unter dem Titel "Hautapotheke.de" hat die Gesellschaft für Dermopharmazie ein Netzwerk für Apotheken geschaffen, die sich intensiver um eine "Hautberatung" kümmern. Die Inhaber oder Mitarbeiter dieser Apotheken absolvieren eine Qualifizierung, in der sie über die Therapie verschiedener Hautkrankheiten informiert werden. Auf der Fachtagung wurde den anwesenden Apothekern zum Beispiel ausführlich erläutert, was sie über Psoriasis wissen müssen. Sie arbeiten mit Hautärzten zusammen und beraten anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse. Wer eine solche Apotheke in seiner Nähe sucht, kann auf der <a href="http://hautapotheke.de/netzwerk/uebersicht.html" rel="external nofollow">Internetseite zum Projekt</a> fündig werden.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">678</guid><pubDate>Tue, 24 Mar 2015 16:37:00 +0000</pubDate></item><item><title>F&#xFC;r anger&#xFC;hrte Medikamente aus der Apotheke sind Standards wichtig</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/salbe-apotheke-angeruehrt/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2014_10/salbe-apotheke.jpg.fe5727d38cd9274352a259ad1cead07c.jpg" /></p>

<p>
	Für Haut-Patienten ist es nichts Außergewöhnliches, ein Rezept zu bekommen, nach dem in der Apotheke ein Präparat für sie hergestellt wird. Wirkt das genauso gut wie ein Markenprodukt und ist es genauso sicher?
</p>

<p>
	Salben, Cremes, Gels oder Tinkturen, die in der Apotheke nach ärztlicher Anweisung hergestellt werden, heißen „Rezepturen“. Arzneimittel, die von Pharmafirmen hergestellt werden, sind „Fertigpräparate“. Fast die Hälfte der 16 bis 25 Millionen Rezepturen, die in Deutschland jährlich hergestellt werden, so Professor Wolfgang Gehring vom Städtischen Klinikum in Karlsruhe, werden von Dermatologen verschrieben. Traditionell hat jeder Arzt seine eigene Sammlung, oft noch aus Studienzeiten. Darin hat er vermerkt, welche Kombination von Inhaltsstoffe in welchen Dosierungen bei bestimmten Diagnosen verschrieben werden können. Das sind die so genannten „Individualrezepturen“.
</p>

<p>
	Spätestens seit 2012 die Apotheken-Betriebsordnung verändert wurde, müssen Verschreibungen genau kontrolliert werden. Der Apotheker ist verpflichtet, eine „Plausibilitäts-Prüfung“ durchzuführen, d.h. jede Individual-Rezeptur nach bedenklichen bzw. nicht zugelassenen Stoffen, Dosierungen und tatsächlicher Wirksamkeit zu prüfen. Apotheker beklagen, dass Hautärzte regelmäßig unsinnige und widersprüchliche Rezepturen ausstellen, teilweise mit nicht erlaubten Kosmetika und verbotenen Dosierungen wie 20% Urea. Andere Dermatologen verschreiben falsche Wirkstoffe, wie z.B. das Kortison Betamethason. Das wirkt äußerlich überhaupt nicht und ist zehnmal so teuer wie Betamethason-Valerat. Wenn die Apotheker das beanstanden, wird ihnen erklärt, das stehe so im Computer und könne nicht geändert werden. Der Patient kann nur hoffen, dass der Apotheker seine Rezeptur aufmerksam prüft.
</p>

<h2>
	Argumente für die angerührte Salbe
</h2>

<p>
	Um jedes Risiko auszuschließen, sollten Ärzte vorrangig „Magistral-Rezepturen“ verschreiben. Das sind veröffentlichte Standard-Mischungen, deren Funktion und Wirkung bekannt sind und die aktuellen Qualitäts- und Wissensstandards entsprechen. Weit verbreitet ist das „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_Rezeptur-Formularium" rel="external">Neue Rezeptur-Formularium</a>“ (NRF), hinter dem ein Team von neutralen Pharmazeuten steht. Für Ärzte gibt das Taschenbuch „<a href="http://www.govi.de/product_info.php?info=p4893_Standardisierte-Rezepturen.html" rel="external nofollow">Standardisierte Rezepturen</a>“. Das Zentrallabor Deutscher Apotheker ruft dazu auf, sich an „Rezeptur-Ringversuchen“ zu beteiligen. Damit soll die Qualität einzelner Rezepturen von möglichst vielen Apothekern überprüft werden. Magistral-Rezepturen finden sich auch in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Arzneibuch" rel="external">Arzneibüchern</a> und den <a href="http://www.gd-online.de/german/veranstalt/images2013/GD_Wirkstoffdossiers_30.08.2013.pdf" rel="external nofollow">Leitlinien der Gesellschaft für Dermopharmazie</a>.
</p>

<p>
	Für fast alle Wirkstoffe, die äußerlich bei Psoriasis eingesetzt werden, gibt es solche Magistral-Rezepturen – vom leicht abwaschbaren Dithranol über Teer-Shampoo und PUVA-Creme bis hin zu Kortison und Salicylsäure. Auch <a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ddg.12230_suppl/abstract" rel="external nofollow">gegen Juckreiz gibt es Magistral-Rezepturen</a>, z.B. mit Capsaicin, Polidocanol oder Chloralhydrat.
</p>

<p>
	Mit einer Rezeptur kann die Therapie  individuell genauer eingestellt werden: Je nach Krankheitszustand und Verträglichkeit werden Wirkstoff, Dosierung, Kombinationen und Grundlage angepasst. Es kann z.B. sinnvoll sein, sich mit einer (gegenüber dem Fertigpräparat) niedrigeren Dosierung „einzuschleichen“. Manche vertragen ein Gel besser als eine Creme. Eine Rezeptur ist vor allem dann die einzige Lösung, wenn Fertigpräparate fehlen oder vom Markt genommen werden, wie <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/tarmed-teer-shampoo-wieder-da" rel="">das Teer-Shampoo Tarmed</a>.
</p>

<p>
	Fast alle dieser Anfertigungen sind deutlich billiger als vergleichbare Fertigpräparate, selbst bei kleinen Mengen, so Professor Gehring. So kosten 100 g eines Fertigpräparats mit dem Kortison Beta-Methason-Valerat (0,1%) 30,48 Euro. Die Rezeptur dagegen, je nach Apotheke, zwischen 16,57 € und 19,84 €. Das entlaste das Ärztebudget. Hautpatienten, die sich ihre Pflegemittel in der Apotheke anrühren lassen, würden immer viel Geld sparen, so Prof. Gehring.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">590</guid><pubDate>Thu, 23 Oct 2014 07:08:00 +0000</pubDate></item><item><title>Steinkohlenteer &#x2013; was ist das und wie wird er angewendet?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/teersalben-bei-psoriasis/</link><description><![CDATA[
<p>
	<strong>Steinkohlenteer</strong> ist ein Wirkstoff, der früher häufig zur Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt wurde. Heute ist er ausgesprochen selten, doch er hat Fans<strong>.</strong> Ein Produkt mit Steinkohlenteer ist zum Beispiel das Tarmed Shampoo.
</p>

<p>
	Diese Medikamente sind verschreibungspflichtig.
</p>

<h2>
	Allgemeine Informationen
</h2>

<p>
	Steinkohlenteer-haltige Präparate zur äußerlichen Anwendung werden seit mehr als 100 Jahren zur Behandlung chronischer Hauterkrankungen eingesetzt. Das Destillationsprodukt aus Kohle enthält hunderte Inhaltsstoffe, darunter Benzole, Naphthalin und Phenole. Aufgrund der nicht auszuschließenden krebsauslösenden Wirkung ist der Zusatz von Steinkohlenteer in Kosmetika verboten und in der Medizin eingesetzte Präparate wurden der Verschreibungspflicht unterstellt. Grundsätzlich sollten bei Psoriasis die Präparate nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken eingesetzt werden.
</p>

<h2>
	Anwendungsgebiete
</h2>

<p>
	Steinkohlenteer-haltige Salben können äußerlich bei leichteren Formen von Psoriasis vulgaris und Psoriasis der Kopfhaut (Tarmed Shampoo) angewandt werden. Grundsätzlich sollten die Präparate nur angewandt werden, wenn keine risikoärmeren Wirkstoffe in Frage kommen
</p>

<h2>
	Wirkmechanismus
</h2>

<p>
	Der genaue Wirkmechanismus des Steinkohlenteers ist unbekannt. Beschrieben wird eine Keim-abtötende (antiseptische) und Juckreiz-stillende Wirkung. Außerdem wird eine antientzündliche Wirkung und eine Hemmung der bei Psoriasis überschießenden Zellteilung vermutet. Bei Psoriasis wird die Substanz oft eingesetzt um die Effektivität einer nachfolgenden UV-Bestrahlung zu erhöhen.
</p>

<h2>
	Anwendung
</h2>

<p>
	Die Salbe wird in der Regel einmal täglich dünn auf betroffene Hautpartien aufgetragen. werden. Im Allgemeinen sollte die Behandlung vier Wochen nicht überschreiten. Diese Monotherapie wird aber in den Leitlinien zur Psoriasisbehandlung ausdrücklich nicht empfohlen.
</p>

<p>
	Häufiger werden Steinkohlenpräparate eingesetzt, um den Effekt einer UV-Bestrahlung zu erhöhen. Im Rahmen des so genannten „Goeckermann-Schemas“ schließt sich ein bis mehreren Stunden nach dem Auftragen der Teerzubereitung eine UV-Bestrahlung an. Eine Langzeittherapie nach diesem Schema wird aber nicht empfohlen. Bei Kindern unter 12 Jahren sollten Steinkohlenteer-haltige Präparate nicht eingesetzt werden.
</p>

<h2>
	Wann (und wo) nicht?
</h2>

<ul>
	<li>
		bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der Hilfsstoffe der Salbe bzw. Creme.
	</li>
	<li>
		bei bestimmten Hauterkrankungen (Xeroderma pigmentosum, Nävus-Dysplasie-Syndrom, Basalzellnävus-Syndrom)
	</li>
	<li>
		bei akuten Psoriasisstadien (stark gerötet, nässend) oder Psoriasis pustulosa
	</li>
	<li>
		bei Nierenerkrankungen
	</li>
	<li>
		bei Kindern unter 12 Jahren
	</li>
	<li>
		bei Karzinomen in der Vorgeschichte
	</li>
</ul>

<h2>
	Worauf müssen alle besonders achten?
</h2>

<p>
	Steinkohlenteer erhöht die Lichtempfindlichkeit, was ja bei Psoriasis auch therapeutisch genutzt wird. Dies bedeutet aber auch, dass man während der Behandlung eine direkte Sonneneinstrahlung oder eine UV-Bestrahlung (Höhensonne, Solarium) vermeiden sollte, da sonst sehr schnell ein Sonnenbrand droht. Diese Wirkung besteht auch dann noch eine Weile fort, wenn die Salbe bereits abgewaschen wurde.
</p>

<p>
	In bestimmten Hautregionen wird Steinkohlenteer besonders leicht aufgenommen, so dass das krebsauslösende Risiko hier erhöht ist. Dazu gehören der Genital- und Analbereich (vor allem Hodensack), Achsel, Leistenbeuge und Hautfalten. Hier sollten die Präparate nur mit größter Vorsicht und sehr kurzfristig angewandt werden.
</p>

<p>
	Bei unkontrollierter, regelmäßiger und langjähriger Anwendung muss mit einer krebsauslösenden Wirkung gerechnet werden. Auch die Nierenfunktion kann dann beeinträchtigt werden.
</p>

<p>
	Ein eher praktisches Problem stellt der oft als unangenehm empfundene Geruch und die Verfärbung durch die Präparate dar.
</p>

<h2>
	Schwangerschaft und Stillzeit
</h2>

<p>
	Bei schwangeren und stillenden Frauen dürfen Steinkohlenteer-haltige Präparate nicht angewandt werden.
</p>

<h2>
	Mögliche Nebenwirkungen
</h2>

<p>
	Teerhaltig Präparate können bei wiederholter Anwendung die Haut reizen.
</p>

<p>
	<strong>Gelegentlich</strong> (bei mehr als einem von 1000 Behandelten aber weniger als bei einem von 100)
</p>

<ul>
	<li>
		Teerfollikulitis (Teerakne)
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Selten</strong>: (mehr als einer von 10.000 Behandelten aber weniger als einer von 1000)
</p>

<ul>
	<li>
		Photosensibilisierung
	</li>
	<li>
		Sehr selten (bei weniger als einem von 10.000 Behandelten)
	</li>
	<li>
		Überempfindlichkeitsreaktionen (Kontaktallergien) gegen Steinkohlenteerdestillat
	</li>
	<li>
		Entstehung von Hautkrebs (bei regelmäßiger, langjähriger Fehlanwendung)
	</li>
</ul>

<h2>
	Wechselwirkungen
</h2>

<p>
	Nicht bekannt - andere photosensibilisierende Substanzen (z.B. Johanniskraut) sollten aber sicherheitshalber nicht zusammen mit Steinkohlenteer angewandt werden.
</p>

<h2>
	Was sollte man sonst noch wissen?
</h2>

<p>
	Angesichts wirksamerer, risikoärmerer und praktikablerer Substanzen sollte Steinkohlenteer als Monotherapie <em>(also als einzige angewandte Therapie)</em> nicht mehr eingesetzt werden, heißt es in den Leitlinien.
</p>

<p>
	In Kombination mit UV-B-Bestrahlung können die Präparate in Ausnahmefällen bei Psoriasis eingesetzt werden, wenn sich andere Therapien als wirkungslos erwiesen haben.
</p>

<p>
	<strong>Lagerung</strong>: nicht über 25°
</p>

<p>
	<em>Maria Weiß, Ärztin</em>
</p>

<p>
	Verwendete Literatur:
</p>

<ul>
	<li>
		Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft „<a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-001" rel="external nofollow">Therapie der Psoriasis vulgaris</a>“ (ICD-10, Ziffer L40.0); AWMF-Leitlinien-Register Nr.013/001
	</li>
</ul>

]]></description><guid isPermaLink="false">486</guid><pubDate>Thu, 29 Sep 2011 14:38:00 +0000</pubDate></item><item><title>Kommen Teer-Produkte bald zur&#xFC;ck?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/teer-psoriasis/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2011_06/teer_thumb.jpg.8d5d2ee0b39536a803e671fd2e5f6789.jpg" /></p>

<p>
	Vor 2000 Jahren ahnten die Menschen noch nicht einmal, dass irgendwann motorbetriebene Fahrzeuge auf geteerten Straßen fahren würden. Allerdings wussten sie schon damals um die heilsame Wirkung von Teer bei Hauterkrankungen.
</p>

<p>
	Vor über 100 Jahren erkannte man schließlich den Nutzen für die Behandlung der Psoriasis. Denn die Wirkung des schwarzbraunen Gemisches aus Schiefer, Holz oder Kohle umfasst ein breites Spektrum - nicht nur, dass die Inhaltsstoffe der Masse entzündungshemmend wirken.
</p>

<p>
	Durch die antibakterielle Wirkung verhindert Teer auch mögliche Infektionen. Er hemmt die überschießende Zellteilung und die Verhornung. Außerdem mindert er den Juckreiz. Zwar reicht die Wirkung für schwere Krankheitsverläufe allein nicht aus, dennoch hatten diverse Präparate bald einen festen Platz im Therapieplan.
</p>

<h2>
	Moderne Medizin verdrängt Teerprodukte
</h2>

<p>
	Die Entwicklung von Alternativen in der modernen Medizin rückte die Nachteile der Teerprodukte mehr und mehr in den Vordergrund. Zu nennen sind der unangenehme Geruch oder das Verfärben von Haut und Kleidung. Die Behandlung geht – wie fast jede Medikamenten-Behandlung – manchmal mit Nebenwirkungen einher. Dazu gehören Kontaktdermatitis, Follikulitis und erhöhte UV-Empfindlichkeit, die ein Sonnenbad verbietet - obwohl doch gerade Sonne meist Linderung der Symptome verspricht.
</p>

<p>
	Schlimmer noch als das wogen dann jedoch die Vermutungen, dass Teer krebserregend sei und das Erbgut schädigen könnte.
</p>

<p>
	Zumindest der Krebs-Verdacht wurde jetzt erschüttert: "Steinkohlenteer ist eine effektive Behandlungsmöglichkeit für Psoriasis und Ekzeme, aber mehrere Bestandteile könnten krebserregend sein", schreiben Judith H.J. Roelofzen von der Universitätsklinik in Nijmegen (Niederlande) und Kollegen <a href="http://www.nature.com/jid/journal/v130/n4/pdf/jid2009389a.pdf" rel="external nofollow">in der Zeitschrift "Nature"</a>. "Viele Dermatologen haben die Steinkohlenteer-Behandlung aufgegeben - obwohl unklar ist, wie hoch das Risiko ist."
</p>

<h2>
	Krebsgefahr bei Teer und Kortison
</h2>

<p>
	In einer Untersuchung an 13.200 Patienten mit Psoriasis und Ekzemen wurde die Krebsgefahr von Steinkohlenteer-Präparaten mit der von Kortison-Salben verglichen. Die Teersalbe wurde im Durchschnitt sechs Monate lang angewendet - bei einigen Probanden einen Monat, bei anderen 300 Monate lang. Das Fazit der Forscher: "Die Behandlung mit Steinkohlenteer ist nicht mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden."
</p>

<p>
	Obwohl das Krebsrisiko also bislang nicht bewiesen werden konnten, wurden Teerpräparate seitdem verschreibungspflichtig oder gar vom Markt genommen.
</p>

<p>
	Nun scheint das Schattendasein ein Ende zu haben. Im Jahr 2010 brachte Promius Pharma beispielsweise Scytera auf den US-Markt. Einer der Vorteile des neuen Medikamentes liegt in der neuartigen Darreichungsform als Schaum. Denn ein Schaum trocknet schneller auf der Haut und lässt sich leichter verteilen als etwa Salben oder Cremes.
</p>

<h2>
	Geruch nach Teer bei neuem Produkt minimal
</h2>

<p>
	Solche Eigenschaften sind besonders nützlich bei Körperstellen, an denen zwei Hautschichten aneinander reiben: in der Gegend von Achseln, Leisten, Kniekehlen oder im Genitalbereich, zwischen den Fingern oder Zehen.
</p>

<p>
	Auf der Kopfhaut erschweren die Haare normalerweise eine optimale Wirkung. Hier scheint eine Darreichungsform geeignet, die sich leicht auftragen lässt. Bei Schuppenflechte auf den Handflächen ist es sicher von Vorteil, wenn das Präparat schnell einzieht.
</p>

<p>
	Außerdem soll – sagt der Hersteller – der Geruch nur minimal an Teer erinnern. In der Fachzeitschrift "<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2945847/pdf/jcad_3_9_37.pdf" rel="external nofollow">Clinical an Aesthetic Dermatology</a>" wurde die Wirksamkeit anhand von zwei Beispielen eindrucksvoll dargestellt.
</p>

<h2>
	Vergleich von Teer und Calcipotriol
</h2>

<p>
	Allerdings ergab eine Studie mithilfe von 38 Teilnehmern im Vergleich zu <span ipsnoautolink="true">Calcipotriol</span> weniger beeindruckende Ergebnisse. Die Wirkung beider Produkte war vergleichbar, doch in der Scytera-Gruppe klagten mehr Teilnehmer über die Nebenwirkungen wie Jucken, Hautverfärbungen und den (dennoch) unangenehmen Geruch.
</p>

<p>
	Linda Stein, Dermatologin am Henry Ford Hospital in Detroit, zielt dann auf einem Dermatologie-Seminar der Skin Disease Education Foundation (SDEF) eher auf den geringeren Preis von Scytera ab.
</p>

<p>
	Einem weiteren Teerpräparat der neuen Generation gab die Herstellerfirma Neostrata den Namen Psorent – ein transparentes Gel, das 2,3% Steinkohlenteer enthält und ebenfalls in den USA zu haben ist.
</p>

<h2>
	Aber: Teilweise dürftige Studienlage
</h2>

<p>
	Laut Linda Stein verfärbt Psorent kein gefärbtes Haar, wenn es für <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/schuppenflechte-kopf/kopfhaut" rel="">Kopfpsoriasis</a> benutzt wird. Das Medikament trocknet ebenfalls schnell und wird in einer Flasche mit Pinsel angeboten, so dass der Kontakt mit den Händen unterbunden wird.
</p>

<p>
	Wie bei Skytera scheint die Studienlage bislang recht dürftig – zumindest die Anzahl der Untersuchungen, die der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Glaubt man den Ergebnissen einer Testreihe an 60 Patienten, dann scheint Psorent gegenüber Calcipotriol jedoch gut abgeschnitten zu haben.
</p>

<h2>
	Ergebnisse im Überblick
</h2>

<table>
	<thead>
		<tr>
			<th>
				 
			</th>
			<th>
				Psorent
			</th>
			<th>
				Calcipotriol
			</th>
		</tr>
	</thead>
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				Verbesserung des Psoriasis Area Severity Index (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>)
			</td>
			<td>
				58%
			</td>
			<td>
				37%
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Verbesserung des Psoriasis Area Severity Index (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>) um 75%
			</td>
			<td>
				bei 11 von 27 Patienten (= 41%)
			</td>
			<td>
				bei 0 von 28 Patienten
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Verbesserung des Psoriasis Area Severity Index (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>) um 50%
			</td>
			<td>
				18 von 27 Patienten (=67%)
			</td>
			<td>
				bei 10 von 28 Patienten (= 36%)
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Verschlechterung des Physician Global Assessment (PGA) nach der Behandlung auf den Ausgangswert
			</td>
			<td>
				bei 5 von 22 Patienten (= 23%)
			</td>
			<td>
				bei 14 von 20 Patienten (= 70%)
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<p>
	Tabelle: 60 Patienten wurden über zwölf Wochen entweder mit Psorent oder mit Calcipotriol behandelt.
</p>

<p>
	Quelle: "<a href="http://www.eblue.org/article/S0190-9622(08)02274-3/abstract" rel="external nofollow">A new topically applied liquor carbonis distillate (coal tar) solution helps reduce regression of plaque psoriasis after 12 weeks of treatment</a>" in: Journal of the American Academy of Dermatology 2009;60 (Issue 3, Suppl. 1)
</p>

<p>
	Ob Teerpräparate tatsächlich ihr „Comeback“ feiern werden, wird wohl erst die Zukunft zeigen.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">476</guid><pubDate>Sat, 25 Jun 2011 08:17:00 +0000</pubDate></item><item><title>Volon A-Sch&#xFC;ttelmix - was ist das und wie wird es angewendet?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/volon-a/</link><description><![CDATA[
<p>
	<strong>Volon A Schüttelmix</strong> ist für die äußerliche Behandlung der <span ipsnoautolink="true">Psoriasis pustulosa</span> geeignet, die durch eine Bläschen gekennzeichnet ist. Außerdem wird die Suspension zur Akutbehandlung bei vielen anderen Hauterkrankungen wie nässenden Ekzemen, Kontaktdermatitis und Neurodermitis eingesetzt.
</p>

<p>
	Das Medikament besteht aus zwei Bestandteilen: einem Glukokortikoid (Triamcinolonacetonid) sowie einer Zinkoxid-Suspension. Vor der Anwendung werden die beiden Bestandteile zusammengemixt (deswegen „Schüttelmix“) und man erhält die gebrauchsfertige Suspension.
</p>

<p>
	Dieses Medikament ist rezeptpflichtig.
</p>

<h2>
	Wirkmechanismus
</h2>

<p>
	Das in der Suspension enthaltende Glukokortikoid greift in vielfältiger Weise in die entzündlichen Vorgänge bei Psoriasis ein. Es hemmt zum einen die Proliferation der Hautzellen und normalisiert über diesen Mechanismus die bei Psoriasis vorliegende Verhornungsstörung. Zum anderen hemmt es auch die Einwanderung und Vermehrung verschiedener Entzündungszellen wie Lymphozyten und Granulozyten. Glukokortikoide (auch Kortikosteroide oder kurz „Kortison“ genannt) sind synthetischer Abkömmling des körpereigenen Hormons Kortisol, und gehören zu den stärksten Waffen gegen überschießende Entzündungsprozesse.
</p>

<p>
	Zinkoxid wirkt zusätzlich kühlend, antiseptisch und austrocknend.
</p>

<h2>
	Anwendung
</h2>

<p>
	Bevor man Volon A-Schüttelmix anwendet, muss man selbst die gebrauchsfertige Suspension herstellen.  Dazu wird zuerst die Flasche mit der Zinkoxidsuspension und die Fertigspritze mit der Kristallsuspension geschüttelt. Dann wird der gesamt Inhalt der Fertigspritze in die Flasche gespritzt, die Flasche wieder verschlossen und noch einmal gründlich geschüttelt. Danach wird der Flaschenverschluss durch den Tropfaufsatz ersetzt. Die gebrauchsfertige Suspension ist drei Monate haltbar. Vor jeder Anwendung muss die Flasche erneut kräftig geschüttelt werden.   Die gebrauchsfertige Lösung wird dann ein- bis zweimal täglich sparsam auf die betroffenen Hautpartien getropft und mit dem Finger verstrichen, sodass nur ein hauchdünner Film bleibt. Solange dieser Film sichtbar ist, ist keine erneute Behandlung erforderlich.   Die Dauer der Behandlung hängt vom Krankheitsbild und vom Verlauf ab und reicht von wenigen Tagen bis maximal vier Wochen (dann auf höchstens 20% der Körperoberfläche beschränkt). Hierzu eine Faustregel: Beim Erwachsenen entspricht eine Handfläche (mit Fingern) in etwa 1% der Körperoberfläche.
</p>

<h2>
	Nicht anwenden bei...
</h2>

<ul>
	<li>
		bekannter Überempfindlichkeit gegen eines der Bestandteile
	</li>
	<li>
		Windpocken und anderen Virusinfektionen (z.B. Lippenherpes), Impfreaktionen, Tuberkulose, Syphilis, bakteriellen Infektionen, Pilzerkrankungen im Anwendungsgebiet
	</li>
	<li>
		Rosacea oder rosacea-artiger (perioraler) Dermatitis
	</li>
</ul>

<p>
	Im Vergleich zu Erwachsenen wird äußerlich angewandtes Kortikoid von der kindlichen Haut vermehrt aufgenommen und kann auf diese Weise ins Blut gelangen und hier zu Nebenwirkungen führen. Daher sollte Volon A-Schüttelmix (wie auch allen anderen äußerlichen Kortikoidpräparate) bei Kindern nicht auf großen Hautgebieten, in großen Mengen oder über längere Zeit (mehr als sieben Tage) angewandt werden.
</p>

<h2>
	Gut zu wissen
</h2>

<p>
	Die Anwendung von Volon A-Schüttelmix im Gesicht und in Hautfalten sollte nur kurzfristig erfolgen und nur, wenn andere Therapiemöglichkeiten ausgeschlossen sind.   Volon A-Schüttelmix ist nicht geeignet für die Anwendung bei trockenen chronischen Ekzemen, da es die Haut zusätzlich austrocknet. Dies gilt auch für trockenen Psoriasisherde.   Volon A-Schüttelmix darf auf keinen Fall in die Augen gebracht werden.   Unter einer hochdosierten langdauernden Behandlung kann es unter Umständen zu einem vermehrten Übertritt von Glukokortikoiden ins Blut und damit zu einer Unterdrückung der körpereigenen Kortsion-Produktion in der Nebennierenrinde kommen. Durch entsprechende Hormonuntersuchungen (z.B. freies Cortisol im Urin) kann der Arzt diese Komplikation rechtzeitig erkennen und gegensteuern.
</p>

<h2>
	Schwangerschaft und Stillzeit
</h2>

<p>
	Die Anwendung von Glukokortikoiden sollte in der Schwangerschaft grundsätzlich unterbleiben, da keine Daten über die Sicherheit beim Menschen vorliegen. Bei einer Langzeitanwendung sind kindliche Wachstumsstörungen nicht auszuschließen.   Glukokortikoide gehen in die Muttermilch über. Bei einer Behandlung in höheren Dosen oder über einen längeren Zeitraum sollte daher sicherheitshalber abgestillt werden.
</p>

<h2>
	Mögliche Nebenwirkungen
</h2>

<p>
	Gelegentlich (bei mehr als einem von 1000 Behandelten aber weniger als bei einem von 100)
</p>

<ul>
	<li>
		Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Brennen, Juckreiz, Reizung, allergischer Kontaktdermatitis
	</li>
</ul>

<p>
	Wird die gebrauchsfertige Lösung zu dick aufgetragen oder zu lange angewandt, kann es zu einer verstärkten Austrocknung der Haut mit Gefahr der Bildung von Ekzemen und Einrissen (Rhagaden) kommen.   Bei Langzeitanwendung (mehr als 14 Tage) können lokale Kortikoid-Nebenwirkungen im Bereich der behandelten Haut auftreten. Dazu gehören:
</p>

<ul>
	<li>
		Striae (= „Streifen“ - kleine streifige Narben in der Haut, die durch Verdünnen und Verlust der Elastizität der unteren Hautschicht und Zerstörung der Kollagenfaserns verursacht werden)
	</li>
	<li>
		Hautatrophie (die Haut wird dünner)
	</li>
	<li>
		Teleangiektasien (erweiterte Kapillargefäße der Haut, die dann sichtbar werden)
	</li>
	<li>
		Steroidakne
	</li>
	<li>
		Miliaria („Hitzepickel“ bei Verschluss der Schweißdrüsen)
	</li>
	<li>
		Hypertrichose (vermehrte Behaarung)
	</li>
	<li>
		Follikulitis
	</li>
	<li>
		Pigmentverschiebungen
	</li>
	<li>
		Hautmazeration (Aufweichen der Haut)
	</li>
	<li>
		Rosacea-artige (perorale) Dermatitis
	</li>
	<li>
		Sekundärinfektionen z.B. durch Bakterien, Viren oder Pilze
	</li>
</ul>

<p>
	Bei langdauernder und großflächiger (mehr als 20% der Körperoberfläche) Anwendung muss durch die mögliche vermehrten Aufnahme (Resorption) auch an Glukortikoid-Nebenwirkungen im Gesamtorganismus gedacht werden. Dies gilt insbesondere wenn die Anwendung unter einem abdeckenden Verband (Okklusionsverband) erfolgt.   Dazu gehören:
</p>

<ul>
	<li>
		reaktive Unterfunktion der Nebennierenrinde, die normalerweise körpereigenes Kortison herstellt
	</li>
	<li>
		Anzeichen eines Cushing-Syndroms (Vollmondgesicht, Stammfettsucht mit „Stiernacken“, Muskelschwäche, Osteoporose, arterielle Hypertonie, Stoffwechsellage wie bei einem Diabetes mellitus)
	</li>
</ul>

<p>
	Nach Therapieunterbrechung bilden sich diese Symptome im Allgemeinen schnell und vollständig zurück. In seltenen Fällen springt die Nebennierenrinde nach dem Absetzen nicht gleich wieder an, so dass eine Überbrückung durch die Gabe von Kortikoidtabletten notwendig ist.
</p>

<h2>
	Anwendung bei Kindern
</h2>

<p>
	Aufgrund der vermehrten Aufnahme über die noch dünnere Haut muss hier besonders auf eine Unterfunktion der Nebennierenrinde geachtet werden, die bei Kindern zur Beeinträchtigung des Längenwachstums und der Gewichtsentwicklung führen kann. Außerdem kann hier ein Erhöhung des Hirndrucks mit vorgewölbter Fontanelle und Kopfschmerzen auftreten.   Deswegen wird empfohlen, Kinder nur kurz (maximal 7 Tage) und mit der geringst möglichsten Dosierung zu behandeln und besonders auf mögliche Nebenwirkungen im Gesamtorganismus (so genannte systemische Nebenwirkungen) zu achten.
</p>

<h2>
	Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Wirkstoffen
</h2>

<ul>
	<li>
		Die gleichzeitige Anwendung von Salben und Cremes ist zu vermeiden.
	</li>
	<li>
		Seifenwaschungen sollte man bei der akuten Behandlung möglichst einschränken, um den Therapieerfolg nicht zu gefährden.
	</li>
</ul>

<h2>
	Und sonst noch?
</h2>

<p>
	Volon Schüttelmix ist aufgrund der austrocknenden Wirkung nur für die Behandlung der seltenen Psoriasis pustulosa zu empfehlen. Für die Behandlung anderer <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/psoriasis/formen-der-psoriasis-%E2%80%93-schuppenflechte-im-ueberblick-r1115/" rel="">Psoriasis-Formen</a> stehen andere Kortisonzubereitungen für die äußerliche Anwendung zur Verfügung.
</p>

<p>
	<strong>Lagerung</strong>: Vor Licht und Frost geschützt aufbewahren
</p>

<p>
	<em>Maria Weiß, Ärztin</em>
</p>

<p>
	<strong>Verwendete Literatur</strong>: <abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker"><abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker">Fachinformation</abbr></abbr> Volon Schüttelmix
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">469</guid><pubDate>Thu, 21 Apr 2011 16:33:00 +0000</pubDate></item><item><title>Vitamin-B12-Salbe &#x2013; was ist daraus geworden?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/vitamin-b12/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2010_08/rosasalbe150.jpg.90d7208f467e1bbb54ac8cced6265a43.jpg" /></p>
<p>
	Wer den TV-Beitrag „Heilung unerwünscht“ gesehen hatte, musste glauben, mit einer Vitamin-B12-Salbe (damals: <em>Regividerm</em>) könnten Hautkrankheiten „geheilt“ werden. Auch wenn der Autor Klaus Martens diese Behauptung zwei Tage später in der Sendung "Hart aber fair" zurücknahm und nur noch von „Linderung“ sprach, blieb das Heilversprechen im Gedächtnis haften.
</p>

<p>
	Gegen diese Aussage des Beitrags wurde heftig protestiert: Man sei mit der Hoffnung chronisch kranker Menschen unverantwortlich umgegangen. Menschen würden ihr Geld für ein Präparat ausgeben, dessen Wirkung zweifelhaft, zumindest völlig ungenügend nachgewiesen sei. Manche verdächtigten den Autor der Schleichwerbung. Es gab nur wenig Stimmen, die zur Besonnenheit aufriefen und dieser neuen <span ipsnoautolink="true">Therapiemöglichkeit eine Chance einräumen</span> wollten.
</p>

<h2>
	Name der Vitamin-B12-Salbe geändert
</h2>

<p>
	Seitdem ist vieles passiert: Der Hersteller musste den Namen in <i>Mavena B12-Salbe</i> ändern und eine Entschädigung zahlen, weil selbst Fachanwälten unbekannt war, dass es schon ein Präparat ähnlich klingenden Namens gab. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte behauptet, die Salbe sei ein "Arzneimittel". Der Firma droht ein aufwendiges Zulassungsverfahren, wenn sie das nicht widerlegen kann.
</p>

<p>
	Der Autor des TV-Beitrags wurde vom WDR für alleinverantwortlich befunden und <span ipsnoautolink="true">fristlos entlassen</span>. Man warf ihm unter anderem vor, Informationen unterdrückt zu haben. Martens verwehrt sich gegen Manipulationsvorwürfe und klagt.
</p>

<p>
	Viele Patienten meldeten sich seitdem zu Wort, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/11316-vier-tester-des-original-regividerm-berichten-hier/" rel="">zum Beispiel hier im Psoriasis-Netz</a>. Bei den meisten war die Salbe auch über längere Zeit erfolglos. Hautärzte, die wir darauf angesprochen haben, bestätigten diesen Trend.
</p>

<h2>
	Medienrummel um Vitamin-B12-Salbe
</h2>

<p>
	Aber es gab auch Patienten, bei denen die Salbe gewirkt hat - wenn auch zahlenmäßig deutlich weniger. Der Hersteller selbst berichtete auf einer Veranstaltung in Berlin von eindrucksvollen Fällen, in denen die Vitamin-B12-Salbe erfolgreich gewesen sei. Professor Johannes Wohlrab (Halle) machte den Medienrummel für die vielen Misserfolge verantwortlich. Dadurch seien die Erwartungen der Patienten vermutlich viel zu hoch gewesen. Die Vitamin-B12-Salbe wäre in erster Linie nicht für schwere Fälle, sondern für die leichten oder mittelschweren Formen der Psoriasis und des Atopischen Ekzems.
</p>

<p>
	Professor Regina Fölster-Holst (Kiel) meinte, dass „Neurodermitis durch einen sehr hohen Placeboeffekt gekennzeichnet“ sei, „besonders bei neuen Präparaten“ (<em>Ökotest</em>, Ausgabe Dezember 2009).
</p>

<p>
	Schon jetzt ist klar, dass Menschen mit einer Latex-Allergie die Vitamin-B12-Salbe nicht benutzen sollen, weil sie auf das enthaltene Avocado-Öl allergisch reagieren. Man überlege, so Dr. Hans-Joachim Zeisel von der <em>Mavena Health Care AG</em>, ob man es langfristig durch ein anderes Öl ersetzen oder die Konzentration verringern könne. Rötungen würden durch das Konservierungsmittel (Zitronensäure) hervorgerufen. Das solle geändert werden, versprach Dr. Zeisel. Außerdem vermute man, dass die Haut durch den hohen Fettanteil abgedichtet wird. Bei Neurodermitikern könnten sich durch diese Okklusion verstärkt Bakterien bilden. Gute Erfahrungen, so Dr. Zeisel, lägen auch bei der Behandlung der Knötchenflechte vor, während das chronische Handekzem nicht auf die Salbe ansprechen würde.
</p>

<h2>
	Studien zu Vitamin B12 vorgestellt
</h2>

<p>
	Professor Wohlrab stellte bei Vorträgen in Berlin und <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/muenchen2010" rel="">München</a> die bisher durchgeführten Studien ausführlich vor<sup>1</sup>. Das sind klinische (Phase I- bis Phase III-) Studien mit Psoriasis- und mit Atopisches-Ekzem-Patienten. Eine reine Verträglichkeitsstudie sei mit gesunden Probanden durchgeführt worden. Diese Studien seien wissenschaftlich korrekt gewesen, teilweise Placebo-korrigiert bzw. im halbseitigen Vergleich. Sie hätten belegt, dass Vitamin B12 in Avocadoöl-Grundlage bei der Psoriasis vulgaris vom Plaque-Typ und der Atopischen Dermatitis einen therapeutischen Effekt habe. Relevante Nebenwirkungen seien nicht aufgetreten.
</p>

<p>
	Ein halbes Jahr zuvor hatten Kritiker drei dieser Studien völlig gegensätzlich bewertet: Sie seien „äußerst dürftig: zu klein, zu kurz und zu schlecht“. Als Nebenwirkungen seien Brennen, Juckreiz, Rötung und bei jedem zweiten Patienten Kribbelgefühl und Überwärmung aufgetreten. (<em><a href="http://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/archiv/jahrgang-2009/nr.-6-nov.dez.-2009.php" rel="external nofollow">Gute Pillen-Schlechte Pillen 6/09</a></em>).  „Den behaupteten ,exzellenten‘ Nutzen der Creme ... können wir nicht nachvollziehen.“ (<em><a href="http://www.arzneitelegramm.de/db/regshow1.php3?&amp;wirkstoffcode=del&amp;knr=20100818cb4871b5adf5b366a45ead00a8a5485c&amp;abo=&amp;nummer=1" rel="external nofollow">arznei-telegramms 11/09</a></em>). Genau diese drei Studien werden dagegen von Professor Hans F. Merk (Aachen) als „durchaus interessant“ eingeschätzt. Sie ließen „das Einleiten weiterer größerer Studien sinnvoll erscheinen“ (<em><a href="http://www.dermotopics.de/german/ausgabe1_10_d/vitaminb12salbe1_10_d.html" rel="external nofollow">DermoTopics, Heft 1/2010</a></em>).
</p>

<h2>
	Wirkmechanismus erklärt
</h2>

<p>
	Professor Clemens Allgaier (Leipzig) hat in einem Vortrag in <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/muenchen2010" rel="">München</a> den Wirkmechanismus des Vitamin B12 erklärt. Es sei durch zahlreiche Daten abgesichert, dass Menschen mit Psoriasis in der Haut einen Überschuss an Stickstoff-Monoxid (NO) hätten. Das gelte grundsätzlich für alle entzündlichen Hauterkrankungen. Stickstoff-Monoxid fördert Entzündungen. Das Vitamin B12 bindet dieses Stickstoff-Monoxid. Diese Reaktion sei experimentell belegt. Eine so verringerte NO-Konzentration in der Haut von Patienten mit Psoriasis oder dem atopischen Ekzem führe dazu, dass die Entzündung zurückginge. Vitamin B12 hemme außerdem den Prozess, durch den Enzyme neues Stickstoff-Monoxid bilden. Dazu seien aber sehr hohe Konzentrationen des Vitamin B12 nötig, die durch eine rein äußere Anwendung mit einer Salbe nicht erreicht werden könnten.
</p>

<p>
	Dieser Wirkmechanismus wird z.B. bestätigt in einem Aufsatz zweier Schweizer Ärzte, Dr. Peter Marko und Franz Marty. Sie behaupten, dass „entzündliche Prozesse vermehrt Vitamin B12“ verbrauchen würden. Deshalb käme es zu „einem Vitamin B12-Mangel, der wiederum die Entzündung verstärkt“ (<a href="https://primary-hospital-care.ch/issue/edn/pc-d.2006.23" rel="external nofollow">PrimaryCare 2006;6: Nr. 19-20</a>).
</p>

<h2>
	Effekt von Vitamin B12 bezweifelt
</h2>

<p>
	Professor Merk dagegen bezweifelt, dass der anti-entzündliche Effekt, der in den Studien festgestellt wurde, „auf den Vitamin-B12-Gehalt zurückgeführt werden kann“. Das Vitamin sei im Körper sehr instabil und damit schwer nachweisbar. Mit gleicher Logik „ließe sich der Avocadoöl-Gehalt mit seinen antioxidativ wirkenden Substanzen diskutieren“. Beides sei, so Merk, „spekulativ“ (<em><a href="http://www.dermotopics.de/german/ausgabe1_10_d/vitaminb12salbe1_10_d.html" rel="external nofollow">DermoTopics, Heft 1/2010</a></em>). Professor Wohlrab wies darauf hin, dass auch Stickstoff-Monoxid schwer nachweisbar sei, weil es "äußerst reaktionsfreudig sei und in Milliardstel Sekunden andere Verbindungen aufnehmen würde". Weil man es kaum messen kann, bezweifeln andere Wissenschaftler, ob in der entzündlichen Haut wirklich überschüssiges Stickstoff-Monoxid sei.
</p>

<p>
	Dr. Claudia Schöllmann (Königswinter) und Dr. Joachim Kresken (Viersen) weisen daraufhin, es sei wissenschaftlich nicht belegt, welche Substanz in der Vitamin-B12-Salbe  antientzündlich wirke. Neben dem Hinweis auf das Advocado-Öl halten sie es für möglich, dass „die Grundlage als Ganzes“ diesen Effekt hervorrufe. „In diesem Fall wäre die Salbe wohl eher ein Pflegeprodukt.“ Sie halten es zur Zeit für nicht angemessen, „von einem geprüften ,Therapiekonzept‘ zu sprechen, wie es die Vertriebsfirma tut“ (<em><a href="http://www.dermotopics.de/german/ausgabe1_10_d/vitaminb12salbe1_10_d.html" rel="external nofollow">DermoTopics, Heft 1/2010</a></em>).
</p>

<p>
	Unabhängig davon gibt es eine Sicherheit: An den Inhaltsstoffen sei nach <em>Ökotest (</em>Ausgabe Dezember 2009) nichts auszusetzen. "Selbst die Verpackung ist frei von PVC/PVDC/chlorierten Kunststoffen“.
</p>

<h2>
	Unsere Meinung
</h2>

<p>
	Es war völlig richtig, dass sich alle Beteiligten gegen die Aussage gewehrt haben, eine Vitamin-B12-Salbe könne chronische Hautkrankheiten „heilen“. Nach wie vor ist es unverständlich, wie eine derartige Behauptung alle redaktionellen <a href="http://psoriasis-selbsthilfe.org/offener-brief-wdr-rundfunkrat" rel="external nofollow">WDR-Kontrollinstanzen passieren </a>konnte und sogar im Titel der Sendung auftauchte. Es hätte jedem klar sein müssen, wie die Betroffenen auf so eine sensationelle Aussage reagieren würden.
</p>

<p>
	Bemerkenswert ist, dass die meisten Kritiker im gleichen Atemzug und sehr vehement die vorgelegten Studien abqualifiziert und eine Wirkung der Vitamin-B12-Salbe generell bezweifelt haben. Selbst so angesehene Publikationen wie das <em>arznei-telegramm</em> („<a href="http://www.arzneitelegramm.de/db/regshow1.php3?&amp;wirkstoffcode=del&amp;knr=20100818cb4871b5adf5b366a45ead00a8a5485c&amp;abo=&amp;nummer=1" rel="external nofollow">Vorsicht Desinformation</a>“) oder <em>Gute Pillen-Schlechte Pillen</em> (<a href="http://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/archiv/jahrgang-2009/nr.-6-nov.dez.-2009.php" rel="external nofollow">„Wie ein Wundermittel gemacht wird“</a>) ordneten das Präparat eher in die Kategorie „Scharlatanerie“ ein. Man machte sich nicht mehr die Mühe, genauer zu unterscheiden, ob die Vitamin-B12-Salbe nicht vielleicht doch in bestimmten Fällen wirken könne.
</p>

<h3>
	Wenige Patienten, kurze Zeit
</h3>

<p>
	Die vorgelegten Studien zur Vitamin-B12-Salbe wurden mehrheitlich im Auftrag des Herstellers durchgeführt - mit wenig Patienten und nur über kurze Zeit. Es ist bekannt, dass bei solchen Studien die <a href="http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=55&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=78310&amp;tx_ttnews%5BbackPid%5D=54&amp;cHash=62c993fb86" rel="external nofollow">Ergebnisse meist positiver ausfallen</a> als bei unabhängig finanzierten. Aber wer entscheidet, ob sie lediglich als „dürftige randomisierte Kurzzeitstudien“ (<em><a href="http://www.arzneitelegramm.de/db/regshow1.php3?&amp;wirkstoffcode=del&amp;knr=20100818cb4871b5adf5b366a45ead00a8a5485c&amp;abo=&amp;nummer=1" rel="external nofollow">arznei-telegramms 11/09</a></em>) oder als „wissenschaftliche Belege“ (Wohlrab) zu bewerten sind? Einige wurden von renommierten Dermatologen(-gruppen) durchgeführt. Alle haben der Vitamin-B12-Salbe bestätigt, dass sie (mehr oder weniger gut) wirkt. Es ist zu bezweifeln, dass sich solch bekannte Hautärzte dazu hergeben würden, ein reines Gefälligkeitsurteil abzugeben bzw. eine wissenschaftlich fragwürdige Untersuchung zu veröffentlichen.
</p>

<p>
	Die Professoren Wohlrab und Allgaier wurden von der <em>Mavena Health Care AG</em> beauftragt, den Wirkmechanismus von Vitamin B12 in der entzündeten Haut und die klinischen Studien zu beurteilen. Ihre Ergebnisse haben sie in <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/muenchen2010" rel="">München</a> im Rahmen einer Firmen-Präsentation einem Fachpublikum vorgetragen. Bekanntlich werden bei solchen Firmenseminaren besonders die Vorteile eines Produkts  hervorgehoben.
</p>

<h3>
	Professoren unabhängig?
</h3>

<p>
	Kritiker meinen, dass Professoren nicht mehr unabhängig seien, wenn sie sich ihre Vorträge von der Industrie bezahlen lassen („Mietmäuler“). Es ist aber schwer vorstellbar, dass bei derartigen werbenden Darstellungen zugrundeliegende Fakten verdreht oder verfälscht werden. Wer das versuchen würde, müsste um mehr als seinen guten akademischen Ruf fürchten.
</p>

<p>
	Klar ist, dass <span style="text-decoration:underline;">aktuelle</span> Daten darüber fehlen, in welchen Fällen das Präparat wie gut hilft und in welchen Fällen nicht. Man wird vermutlich nicht erwarten können, dass ein relativ kleines Unternehmen wie <em>Mavena</em> solch umfangreiche und differenzierte Studien finanzieren kann.
</p>

<p>
	Vielleicht wird es zukünftig wissenschaftlich nachgewiesen, welche Substanz nun wirklich in der Vitamin-B12-Salbe wirkt. Wir schätzen sie ähnlich ein wie Psoriasis-Cremes mit Mahonia aquifolium (<span ipsnoautolink="true">Rubisan</span> und <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/belixos-creme/" rel="">Belixos</a>) – als relativ nebenwirkungsfreies Präparat, vor allem für leichte, höchstens mittlelschwere Fälle, das nicht jedem gleich gut hilft. Generell gilt auch hier, dass man es absetzen sollte, wenn nach sechs Wochen keine deutliche Wirkung auftritt.
</p>

<p>
	1 <span style="text-decoration:underline;"><b>Studien</b> zur Vitamin B12-Salbe in der Therapie</span>
</p>

<p>
	a. Verträglichkeitsstudie-Phase I, Dr. R.A. Theodor, PHARAOS GmbH, Ulm
</p>

<p>
	<span style="text-decoration:underline;">Plaque Psoriasis</span>
</p>

<p>
	b. Dosisfindung, Bericht: Dr. M. Parmham, FIRE GMBH, Bonn
</p>

<p>
	c. Phase II vs. Vehikel (monozentrisch), PD Dr. H.J. Schulze, Münster-Hornheide
</p>

<p>
	d. Phase II vs. Referenz , Prof. Dr. P. Altmeyer, Bochum
</p>

<p>
	e. Phase II vs. Vehikel (multizentrisch),  Dr. T. Jones, J &amp; S Studies Inc., Bryan TX, USA; Dr. A. Menter (Dallas), Dr. P. Rich (Portland), Dr. D. Stewart (Clinton), Dr. P. Yamauchi (Santa Monica)
</p>

<p>
	f. Phase III vs. Vehikel (bizentrisch), Markus Stücker, Ulrike Memmel, Mathias Hoffmann, Peter Altmeyer (Bochum), Joachim Hartung (Dortmund)
</p>

<p>
	g. Phase III vs. Vehikel (bizentrisch),  Prof. Dr. P. Altmeyer (Bochum), Prof. Dr. R. Niedner (Potsdam)
</p>

<p>
	<span style="text-decoration:underline;">Atopische Dermatitis (Neurodermitis)</span>
</p>

<p>
	h. Dosisfindung, Bericht: Dr. M. Parmham, FIRE GMBH, Bonn
</p>

<p>
	i. Phase II vs. Vehikel (monozentrisch), PD Dr. H.J. Schulze, Münster-Hornheide
</p>

<p>
	j. Phase III vs. Vehikel (bizentrisch), M. Stücker, C. Pieck, C. Stoerb., P. Altmeyer (Bochum), R. Niedner (Potsdam), J. Hartung (Dortmund)
</p>

<p>
	k. Phase III vs. Vehikel (bizentrisch), Prof. Dr. R. Niedner (Potsdam), Prof. Dr. P. Altmeyer (Bochum)
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">442</guid><pubDate>Wed, 18 Aug 2010 14:28:00 +0000</pubDate></item><item><title>Salbe, Creme, Gel &#x2013; wo ist denn da der Unterschied?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/salbe-creme-gel-wo-ist-da-der-unterschied/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2022_12/creme-salbe-gel-unterschied.jpg.c8c3d5eb510d6dc68640971510e2509d.jpg" /></p>

<p>
	Der Hautarzt schreibt mal eine Creme, mal eine Salbe auf. Auch bei der Hautpflege steht mancher ratlos vor dem Regal – Salbe oder Creme? Lotion oder Emulsion? Und was ist da noch mal der Unterschied? Es kommt auf die Grundlage an. Und, wie immer bei <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span>: Was der einen Haut gut tut, kann für die andere nicht ausreichend sein.
</p>

<h2>
	Creme
</h2>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="19446" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/creme750.jpg.1ebd9f4a95e530fea18b97de6961d1d0.jpg" rel=""><img alt="Creme" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19446" style="height: auto; width: 750px;" width="750" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/creme750.jpg.1ebd9f4a95e530fea18b97de6961d1d0.jpg" loading="lazy" height="495"></a>
</div>

<div>
	Cremes spenden je nach Zusammensetzung Fett und Feuchtigkeit.
</div>

<h2>
	Emulsion
</h2>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="19447" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/emulsion750.jpg.73dc3801628c3e7a7dd9fc1fa2849889.jpg" rel=""><img alt="Emulsion" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19447" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/emulsion750.jpg.73dc3801628c3e7a7dd9fc1fa2849889.jpg" loading="lazy"></a>
</div>

<div>
	Zu den Emulsionen zählen Lotionen, Cremes und Salben. Sie enthalten Fett- und Wasserphasen in unterschiedlichen Anteilen. Wasser-in-Öl-Emulsionen sind fettreicher als Öl-in-Wasser-Emulsionen.
</div>

<h2>
	Fettsalben
</h2>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="19448" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/fettsalbe750.jpg.465b083376941350988f3e757670b03b.jpg" rel=""><img alt="Fettsalbe" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19448" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/fettsalbe750.jpg.465b083376941350988f3e757670b03b.jpg" loading="lazy"></a>
</div>

<div>
	Fettsalben sind wasserfrei. Sie wirken stark fettend und abdeckend.
</div>

<h2>
	Gel
</h2>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="19449" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/gel750.jpg.c4d09713c69a582ea4c19dd558fb966f.jpg" rel=""><img alt="Gel" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19449" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/gel750.jpg.c4d09713c69a582ea4c19dd558fb966f.jpg" loading="lazy"></a>
</div>

<div>
	Fettfreie Hydrogele wirken kühlend und juckreizstillend.
</div>

<h2>
	Lösung
</h2>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="19450" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/loesung750.jpg.ef7c68f62f1ac50691702932421237c2.jpg" rel=""><img alt="Lösung" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19450" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/loesung750.jpg.ef7c68f62f1ac50691702932421237c2.jpg" loading="lazy"></a>
</div>

<div>
	Lösungen wirken kühlend und austrocknend. Sie sind für feuchte Umschläge geeignet – beispielsweise bei Sonnenbrand oder einem akuten Ekzem. Bei der Schuppenflechte werden Lösungen vor allem auf der Kopfhaut angewandt.
</div>

<h2>
	Lotion
</h2>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="19451" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/lotion750.jpg.2fa4b1e627d1b25e057728e1f6cb60bf.jpg" rel=""><img alt="Lotion" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19451" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/lotion750.jpg.2fa4b1e627d1b25e057728e1f6cb60bf.jpg" loading="lazy"></a>
</div>

<div>
	Stark wasserhaltige Öl-in-Wasser-Lotionen wirken kühlend. Wasser-in-Öl-Lotionen wiederum enthalten weniger Wasser, dafür mehr Lipide. Sie sind für trockene Hauterkrankungen im allgemeinen besser geeignet als Öl-in-Wasser-Lotionen.
</div>

<h2>
	Paste
</h2>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="19452" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/paste750.jpg.d73ad63c327fdde0acffa32032b5fb7b.jpg" rel=""><img alt="Paste" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19452" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/paste750.jpg.d73ad63c327fdde0acffa32032b5fb7b.jpg" loading="lazy"></a>
</div>

<div>
	Pasten sind abdeckend, können Flüssigkeit aufnehmen und wirken austrockend. Außerdem hemmen sie Entzündungen.
</div>

<h2>
	Salbe
</h2>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="19453" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/salbe750.jpg.28a14a1f058403384fec795a390d7786.jpg" rel=""><img alt="Salbe" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19453" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/salbe750.jpg.28a14a1f058403384fec795a390d7786.jpg" loading="lazy"></a>
</div>

<div>
	Salben sind fettreiche Emulsionen für die Haut. Sie wirken abdeckend und bleiben länger auf der Haut als Cremes.
</div>

<h2>
	Schüttelmixtur
</h2>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="19454" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/schuettelmixtur750.jpg.c987402a48c78ceda1c4b062c6110f9b.jpg" rel=""><img alt="Schüttelmixtur" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19454" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/schuettelmixtur750.jpg.c987402a48c78ceda1c4b062c6110f9b.jpg" loading="lazy"></a>
</div>

<p>
	Schüttelmixturen enthalten feste, in Flüssigkeit nicht lösliche Bestandteile wie Zinkoxid. Die Mixturen erzielen über die Verdunstungskälte eine Wirkung, die den Juckreiz stillt. Es bleibt ein weißlicher Belag zurück.
</p>

<p style="text-align: center;">
	***
</p>

<p>
	<strong>Ein Lesetipp</strong>: "<a href="https://www.test.de/medikamente/Medikamente-im-Test-aeusserlich-anzuwendende-arzneimittel-2999862-0/" rel="external">Gel, Lotion oder Salbe – passende Wahl zum Haut­typ treffen</a>", Stiftung Warentest, Dezember 2022
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">416</guid><pubDate>Sat, 21 Nov 2009 14:45:00 +0000</pubDate></item><item><title>Teer in der Behandlung der Psoriasis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/teer-ueberblick/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2023_06/gelbe-creme.jpg.b156a979c1e356846a57e0c083125202.jpg" /></p>

<p>
	<strong>Steinkohle-Teer und Schieferöl werden seit über 100 Jahren zur Behandlung von Hautkrankheiten eingesetzt. Hier erfährst Du mehr über die beiden Wirkstoffe und wie sie bei Psoriasis angewendet werden.</strong>
</p>

<h2>
	Teer: Altes Mittel auf dem Rückzug
</h2>

<p>
	Seit mehr als 100 Jahren werden chronische Hautkrankheiten mit Steinkohle-Teer und Schieferöl behandelt. Beides sind keine starken Wirkstoffe und deshalb nicht für schwere oder mittelschwere Formen der Psoriasis geeignet.
</p>

<p>
	Steinkohle-Teer wurde in Deutschland verdächtigt, krebserregende Stoffe zu enthalten. Nachdem es deshalb in Kosmetika völlig verboten wurde, wurden steinkohlenteerhaltige Cremes und Shampoos verschreibungspflichtig. Diese Entscheidung war aber zwischen den Experten stets umstritten. Wegen der öffentlichen Diskussion wurden die teerhaltigen Präparate kaum noch verschrieben. Die Hersteller nahmen sie daraufhin vom Markt.
</p>

<p>
	Bei richtiger Anwendung gilt das Risiko inzwischen als relativ gering. Beide, Teer wie Schieferöl hemmen die übertriebene Zellteilung und Verhornung. Sie wirken entzündungshemmend und lindern den Juckreiz.
</p>

<p>
	Der gereinigte Steinkohle-Teer wird aus Kohle, Holzkohle und Torf gewonnen. Daher auch der intensive Geruch. Teer enthält mehr als 400 Inhaltsstoffe, von denen nicht einmal die Hälfte erforscht ist. Die Medizin arbeitet meist mit Steinkohle-Teer (LCD – liquor carbonis detergens).
</p>

<p>
	Substanzen im Teer hemmen die übertriebene Zellteilung und Verhornung. Sie wirken entzündungshemmend und lindern den Juckreiz. Viele Patienten haben gute Erfahrungen mit Teer gemacht. Oft können sie auf Kortisoncremes oder -salben verzichten, wenn sie stattdessen teerhaltige Präparate auftragen1. In den USA gehört Teer (neben Kortison) zu den am meisten verschriebenen Wirkstoffen bei Psoriasis.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<p>
	Teere machen die Haut besonders empfindlich für UV-Strahlen. Deshalb sollte man sich nicht gleichzeitig intensiv mit Sonnen- oder künstlichem UV-Licht bestrahlen. Das kann zu Sonnenbrand und Blasenbildung führen. In den USA dagegen wird eine Behandlung mit Steinkohle-Teer einer UVB-Therapie vorgeschaltet ("Goeckermann-Schema"). Bei der "Ingram-Methode" werden Teerbad, UVB-Bestrahlung und Dithranol-Paste kombiniert.
</p>

<p>
	Gelegentliche Hautreizungen verschwinden nach kurzer Zeit. Teerhaltige Präparate dürfen nicht bei feucht-entzündlicher bzw. einer pustulöser Psoriasis und nicht auf großen Hautflächen eingesetzt werden. Vorsicht ist außerdem in Körperregionen geboten, die den Wirkstoff vermehrt aufnehmen: z.B. Gesicht, Hautfalten, Leistenbeuge, Hodensack oder um den After. Teerhaltige Produkte dürfen nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden. Kinder unter 12 Jahren sollten nicht damit behandelt werden.
</p>

<p>
	Shampoos mit Teer müssen 10 bis 15 Minuten einziehen, um wirksam werden zu können. Du musst Dir Zeit nehmen (können), wenn Du Dich für einen natürlichen Wirkstoff entscheidest.
</p>

<p>
	Trotz guter Wirkung stört es viele Anwender, dass die Cremes intensiv riechen. Die modernen Zubereitungen synthetischer Teere sind aber hinsichtlich Farbe und Geruch durchaus akzeptabel. Sie eignen sich besonders zur preiswerten Nachbehandlung, wenn die akute Entzündung z. B. durch Kortison abgeklungen ist.
</p>

<p>
	Wegen möglicher erbgutschädigender und krebserregender Effekte von Steinkohle-Teerverbindungen sind die teerhaltigen Shampoos und Cremes in Verruf geraten. Das galt nie für Ölschiefer-Teer. In Tierexperimenten hatte sich gezeigt, dass die im Steinkohle-Teer manchmal vorkommenden Benzpyrene krebserregend sind. Daraufhin wurde Steinkohle-Teer zuerst in Kosmetika verboten, dann als Wirkstoff in Fertigpräparaten rezeptpflichtig.
</p>

<p>
	Diese Entscheidung war aber zwischen Experten stets umstritten. Professor Roland Niedner von der Hautklinik Potsdam sprach von „ unkritischen Krebswarnungen“ und hielt die „sporadische Anwendung des altbewährten Steinkohleteers“ weiterhin für vertretbar. Andere Experten verweisen auf die jahrzehntelangen klinischen Erfahrungen und die zahlreichen Studien an Patienten. Sie halten es „ so gut wie ausgeschlossen“ dass Menschen Krebs bekommen, weil sie mit Teer behandelt wurden.
</p>

<p>
	Die Patientenzeitschrift PSOaktuell wies darauf hin, dass ein Krebsrisiko nur besteht bei „ununterbrochenem Dauergebrauch und an Körperstellen, an denen die Haut den Wirkstoff vermehrt aufnimmt. Meiden sollte Steinkohle-Teer auch, wer an einer angeborenen Geschwulstneigung leidet.
</p>

<p>
	In den USA hat die Gesundheitsbehörde FDA, deren strenge Richtlinien für Nahrungs- und Arzneimittel international als vorbildlich gelten, die freiverkäuflichen Steinkohleteer-Shampoos als "sicher und wirksam" eingestuft.
</p>

<p>
	Nicht mehr erhältlich sind
</p>

<ul>
	<li>
		die Tarmed-Lösung, 4 % Steinkohle-Teer-Lösung, zugelassen für Psoriasis auf der Kopfhaut
	</li>
	<li>
		Berniter Kopfhaut Gel, 0,5 % Steinkohleteer, zugelassen nur für die unterstützende Therapie bei Psoriasis auf der Kopfhaut.
	</li>
	<li>
		LorindenT-Salbe, 1,5 % Steinkohleteer, zugelassen für Psoriasis vulgaris.
	</li>
	<li>
		Teer Linola Fett mit 4% Steinkohlenteer
	</li>
</ul>

<p>
	Hierzulande verschwanden einige der bis dahin frei käuflichen Präparate vom Markt: Poloris-Lotion, Poloris-Fettcreme und Basiter.
</p>

<p>
	Nie in Deutschland zugelassen war und ist die Exorex Lotion mit 1% Steinkohleteerextrakt. In Österreich, Luxemburg, Holland, Spanien und Irland war sie (angeblich) zugelassen zur Behandlung der Schuppenflechte auf Haut und Kopfhaut.
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<h3>
	Rezepturen zum Anrühren in der Apotheke
</h3>

<p>
	Rezepturen (Zubereitungen) mit Konzentrationen von 10 % bis 20 % Steinkohleteer werden wegen des unangenehmen Teergeruchs und der Verfärbung von Haut und Kleidung nur noch in Klinken angewendet.
</p>

<p>
	Als teerhaltiges Shampoo kann man sich vom Arzt eine so genannte „Magistral-Rezeptur“ verschreiben lassen. Im „Neuen Rezeptur Formularium (NRF)“ gibt es einen wirkstoffgenauen Nachbau. Im Gegensatz zu Rezepturen, die sich jeder Arzt selbst zusammenstellt, sind die NRF-Rezepturformeln wissenschaftlich wie praktisch überprüft. Konkret geht die Mischung so:
</p>

<ul>
	<li>
		für eine 5%-ige Lösung:
		<ul>
			<li>
				Steinkohle-Teer-Spiritus 5,0 g
			</li>
			<li>
				Natriumlaurylethersulfat-Lösung 27% 60,0 g
			</li>
			<li>
				Natriumchlorid 6,0 g
			</li>
			<li>
				gereinigtes Wasser zu 100,0 g
			</li>
		</ul>
	</li>
	<li>
		für eine 10%-ige Lösung:
		<ul>
			<li>
				Steinkohle-Teer-Spiritus 10,0 g
			</li>
			<li>
				Natriumlaurylethersulfat-Lösung 27% 60,0 g
			</li>
			<li>
				Natriumchlorid 6,0 g
			</li>
			<li>
				gereinigtes Wasser zu 100,0 g
			</li>
		</ul>
	</li>
</ul>

<p>
	Wir haben <a href="https://www.psoriasis-netz.de/pdf/teer-rezepturen.pdf" rel="">weitere Standard-Zubereitungen mit Teer für Psoriatiker hier gesammelt</a>.
</p>

<h2>
	Schieferöl: wird Teer oft gleichgestellt, hat aber weniger Nebenwirkungen
</h2>

<p>
	Sulfoniertes Schieferöl (Ammonium-Bitumino-Sulfonat) wird aus schwefelreichem Ölschiefer trocken destilliert. Es wird oft mit teerhaltigen Präparaten gleichgestellt, hat aber laut Herstellerangaben andere Eigenschaften und weniger Nebenwirkungen. Im Gegensatz zu Teerprodukten dürfen Kinder damit behandelt werden.
</p>

<p>
	Auch Shampoos mit Schieferöl müssen 10-15 Minuten einziehen, um wirksam werden zu können. Sie müssen sich Zeit nehmen (können), wenn Sie sich für einen natürlichen Wirkstoff entscheiden.
</p>

<p>
	Rezeptfrei sind folgende Schieferöl-Präparate erhältlich:
</p>

<ul>
	<li>
		DERMASENCE Medizinal Shampoo
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/bionatar-shampoo/" rel="">Bionatar Shampoo</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/crino-cordes-n-shampoo/" rel="">Crino Cordes N Shampoo</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/ichthoderm-creme/" rel="">Ichtoderm Creme</a>
	</li>
</ul>

<p>
	Über die Ichthyol Gesellschaft können Mischungen von Schieferöl mit Kortison bezogen werden. Rezepturen (Zubereitungen) mit Konzentrationen von 10% bis 20% Steinkohleteer werden wegen des unangenehmen Teergeruchs und der Verfärbung von Haut und Kleidung nur noch in Klinken angewendet.
</p>

<h2>
	<b>Anmerkungen</b>
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<p>
	1) In einem vierwöchigen Rechts-Links-Vergleich an 30 Patienten wirkte Teer nicht schlechter, als Hydrokortison 1% ("arznei-telegramm" 2003; Jg. 34, Nr. 5. S. 53).
</p>

<p>
	Der Vertreiber von Exorex verweist auf eine kontrollierten Prüfung an 40 Patienten mit Plaque-Psoriasis, die an der Universitäts-Hautklinik in Wien durchgeführt wurde (S. Tzaneva, H. Hönigsmann, A. Tanew im British Journal of Dermatology. Volume 149 / 2003, S. 350 ff.). Danach hat sich dieses steinkohleteerhaltige Präparat klinisch und statistisch dem Wirkstoff Calcipotriol (Daivonex oder Psorcutan Creme) als "ebenbürtig" erwiesen.
</p>

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	Tipps zum Weiterlesen
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<p>
	<span ipsnoautolink="true"><strong>Wie Hautkrankheiten mit Steinkohlenteer behandelt werden können</strong></span><br>
	(<a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-312014/mehr-als-ein-uebler-geruch/" rel="external">Pharmazeutische Zeitung, 31.07.2014</a>)<br>
	Die Pharmazeutische Zeitung gibt einen Überblick zur Behandlung der Schuppenflechte mit Steinkohlenteer. Auch Seborrhoische Dermatitis, Ekzeme und einige Kopfhaut-Probleme können damit therapiert werden – wenn man denn den Geruch mag und ausgiebige Sonnenbäder oder Besuche im Solarium sein lässt.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">313</guid><pubDate>Mon, 22 Aug 2005 06:01:00 +0000</pubDate></item><item><title>Diese Creme sollte die Zellteilung beruhigen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/bonner-inhibitoren/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2004_08/asekretase_uni_bonn_01.jpg.2d6c94cf8551872a71c5db5bf4e443b2.jpg" /></p>

<p></p><p><strong>Der Wirkstoff hatte (und hat) keinen Namen. Klar war: In der Creme wirkten Hemmstoffe ("Metalloproteinase-Inhibitoren"), die dem Psoriatiker helfen könnten. Diese Hemmstoffe stoppen die übertriebene Teilung der Zellen in der Oberhaut.</strong></p><p></p><p>Die "Erfinder" dieser Therapie sitzen an den Universitäten in Bonn und Leeds (England). Was wichtig ist: Giftige Nebenwirkungen haben die Wissenschaftler bislang nicht beobachtet – zumindest in den Zellkulturen, auf die sie die Substanz "losließen".</p><p></p><h2>Hintergrund des Verfahrens</h2><p></p><p>Ihren Auftritt haben sAPP alpha und APP. Beides sind Eiweiße ("Proteine"). Zuerst kommt APP auf die Bühne - oder zwecks besserer Erklärung ins Reagenzglas. Eigentlich spielt sich das Drama aber im Körper ab.</p><p></p><p>Also: APP ist schon da. Plötzlich kommt ein Enzym dazu - und spaltet das APP. Dabei entsteht sAPP alpha. Dies aber ist ein "böser Geist": Es gibt den Zellen den Befehl, sich zu teilen - was biologisch sinnvoll, gelegentlich aber zu viel ist.</p><p></p><p>Also wollten die Wissenschaftler verhindern, dass sAPP alpha überhaupt entsteht. Für diesen Job engagierten sie die oben genannten Hemmstoffe. Und die erfüllten ihn so gut, dass das Verfahren vielversprechend weiterentwickelt werden soll.</p><p></p><p>Nämlich: Innerhalb von 24 Stunden ging die Teilung der Zellen – ein an sich normaler und notwendiger Prozess – um 50 bis 60 Prozent auf den Normalwert zurück. All das beobachteten die Mediziner an Hautstückchen, die sie von fünf Schuppenflechte-Patienten "abgenommen" hatten.</p><p></p><h2>Vorteile der Inhibitoren</h2><p></p><p>Die Vorteile der Hemmstoffe liegen darin, dass sie nicht ewig wirken: Natürlicherweise lässt ihre Wirkung innerhalb von 72 Stunden nach. Außerdem: Selbst als die Wissenschaftler das Fünffache des Wirkstoffs gaben, traten keine giftigen Nebenwirkungen auf.</p><p></p><p>"Die Behandlung mit den Metalloproteinase-Inhibitoren scheint eine neue und sehr vielversprechende therapeutische Option gegen Schuppenflechte zu sein", glaubt daher Professor Volker Herzog von der Uni Bonn. "Wir haben damit sicherlich nicht das Ei des Columbus gefunden – jede Haut reagiert schließlich anders."</p><p></p><p>Außerdem lindern die Substanzen lediglich die Symptome – sie bekämpfen nicht das zugrunde liegende Übel: Die ständige Entzündung der Haut wegen permanenter Angriffe vom körpereigenen Immunsystem, auf die die Keratinozyten mit fieberhafter Teilungsaktivität reagieren.</p><p></p><h2>Weitere Tests folgten</h2><p></p><p>Später sollte der Wirkstoff an Nacktmäusen getestet werden, denen vorher Hautgewebe von Schuppenflechte-Patienten transplantiert wurde. "In Kürze" sollte das Mittel dann bei lebenden Menschen ausprobiert werden. Erfahrungsgemäß vergehen allerdings zwischen dem "Erfinden" der Therapie und ihrer Zulassung zur täglichen Behandlung mehrere Jahre. </p><p></p><p>Einen <a href="http://www.nature.com/jid/journal/v123/n3/full/5602476a.html" rel="external nofollow">Artikel mit den Forschungsergebnissen</a> gab es in "Journal of Investigative Dermatology", Jahrgang 123, Heft 3.</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">311</guid><pubDate>Wed, 25 Aug 2004 05:38:14 +0000</pubDate></item></channel></rss>
