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  • Claudia Liebram
    Claudia Liebram

    Clarelux – der Schaum mit Kortison für den Kopf

    Manchmal muss es Kortison sein, wenn die Schuppenflechte zu arg wird. Auf dem Kopf ist das aber so eine Sache: Salben oder Cremes sind meist fettig, schwer aufzutragen und genauso schwer wieder herauszuwaschen. Deshalb wurden vor einigen Jahren die Lösungen "erfunden". Damit kommt der Wirkstoff in flüssiger Form auf den Kopf. Nachteil: Meist muss ein medizinischer Alkohol beigemischt werden, und der trocknet die Kopfhaut zusätzlich aus.

    Dann kam die Emulsion wie in der Curatoderm Emulsion mit einem Vitamin-D3-Abkömmling als Wirkstoff auf den Markt. Diese enthielt und enthält keinen Alkohol.

    Eine andere Stufe sind die Schaume. Ein Produkt heißt Clarelux und kommt aus dem Hause Pierre Fabre. Der Wirkstoff darin heißt Clobetasolpropionat und ist mit einer Konzentration von 0,05 Prozent enthalten – oder anders ausgedrückt: Es sind 500 Mikrogramm Clobetasolpropionat pro Gramm enthalten. Und daher der korrekte Name Clarelux 500.

    Das Präparat ist rezeptpflichtig.

    In Clarelux ist medizinischer Alkohol ebenfalls enthalten. "Ganz wird man auf Ethanol nicht verzichten können", erklärt eine Vertreterin des Herstellers. "Die wasserunlöslichen Kortisone müssen vor der Anwendung am Körper gelöst werden, sonst kann keine Penetration durch die Haut stattfinden." Dies gelinge entweder über den Fettanteil einer Creme oder Salbe oder eben mit Ethanol. Der Vorteil der Schäume gegenüber der alkohol-wässrigen Lösung sei, dass der aufgetragene Schaum nicht wegfließt.

    "Der Ethanolgehalt weist aber auch einen Vorteil auf: Man benötigt für solche Formulierungen keine Konservierungsstoffe, da Ethanol selbst konservierend wirkt, aber ohne das Risiko einer allergischen Reaktion zu provozieren."

    Wirkung und Nutzen von Clarelux

    Wirkung und Nutzen von Clarelux waren im Oktober 2005 Thema beim 4. Kongress der europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie in London.

    Ein weiterer Schaum war Deflatop. Darin arbeitete vor allem ein anderes Kortison, nämlich Betamethasonvalerat. Das Medikament hieß in anderen Ländern Bettamousse. Betamethasonvalerat wird in die Kortison-Wirkstoffklasse 3 eingestuft, während Clarelux in der stärkeren Wirkstoffklasse 4 "spielt". Nur: Deflatop ist seit Monaten vergriffen und wird in Online-Apotheken auch nicht mehr als lieferbar gelistet.

    Quellen:


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    keine Wundermittel

    Seit 3 Jahren habe ich am Kopf eine sehr starke Schuppenflechte.Vor ungefähr einem Jahr bin ich dann einmal zur Hautärtzin gegangen (war davor schon bei vielen, aber keiner konnte mir helfen). Dort bekam ich zuerst ein Mittel zum Lösen der hartnäckigen Schuppen. Dann ging es weiter mit den oben erwähnten Mitteln: Curatoderm und Clarelux. Meine Hautärztin riet mir, es 2 Wochen lang durchgehend zu nehmen und dann aufzuhören. Dies tat ich dann auch. Es war ca. 2 Wochen lang kein einziges Schüppchen zu sehen, jedoch ist es dann langsam wieder gekommen. Ich habe die 2 Mitteln dann wieder von vorne genommen, aber sie hatten keine Wirkung mehr. Seit dem habe ich meine Schuppenflechte wieder, und sogar stärker und großflächiger als am Anfang.

    Ich hoffe Sie können mit meinen Erfahrungen was anfangen!

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    !!

    Kann leider nur zustimmen!!Dank dem Mittel war bei mir innerhalb einer Woche alles verschwunden. Für so zwei Wochen und dann kamms beinahe doppelt zurück und das Mittel wirkte natürlich nicht mehr!!

    Muss aber sagen waren mal wieder zwei schöne Wochen so ohne Schuppen!!! Hat ich schon seit Jahren nicht mehr! *g*

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    Clarelux

    Hallo! Ich nehme das Mittel jetzt auch schon eine gewisse Zeit aber von einer wirklichen Besserung kann man nun wirklich nicht sprechen. In der Apotheke sagte man mir, dass ich da aber nun wirklich schon das stärkste Mittel habe, was es auf dem Markt gibt. So langsam weiss ich nun wirklich keinen Rat mehr. Das Jucken ist so unangenehm und treibt mich teilweise zur Weißglut. Irgendjemand oder irgendwas muss doch helfen können?? :(

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    Clarelux

    Hi,ich benutze Clarelux seit Jahren intermittierend, d.h. ich setze nach Verschwinden der Schuppen ab bis sie wiederkommen. Funktioniert sehr gut, ich bin sehr zufrieden mit dem Praeparat.

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    Deflatop

    Hallo!Ich nehme den Deflatop Schaum nun seit ein paar Jahren. Und immer, wenn ich ihn auftrage verschwinden die Schuppen komplett für ein paar Tage und es ist ein herrliches Gefühl ohne die Krankheit. Allerdings traue ich mich nicht den Schaum regelmäßig aufzutragen, da mir eine Heilpraktikerin sagte, dass ich davon Asthma bekommen werde, wenn ich 30 bin (bin gerade 22). Nun hab ich sehr viel Angst vor den Nebenwirkungen, fühle mich aber so befreit, wenn ich den Schaum mal wieder anwende, dass ich ihn nicht ganz abschreiben will. Was meint ihr dazu?

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    clarelux schaum

    ich nehme seit heute auch den schaum.wenn die schuppen aufhören ist's doch prima, werde dann auch absetzen und wenn sie wiederkommen wird ein neuer anfang gemacht.die Schuppen und das jucken sind mir "nebenwirkung" genug. habe von meinem arzt erfahren dass kortison auf der kopfhaut recht gut vertragen wird, das will ich mal glauben.:)

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    Hi,den Kopf mit Panthenol Schaum einreiben und das Jucken verschwindet.

    Hallo! Ich nehme das Mittel jetzt auch schon eine gewisse Zeit aber von einer wirklichen Besserung kann man nun wirklich nicht sprechen. In der "Apotheke sagte man mir, dass ich da aber nun wirklich schon das stärkste Mittel habe, was es auf dem Markt gibt. So langsam weiss ich nun wirklich keinen Rat mehr. Das Jucken ist so unangenehm und treibt mich teilweise zur Weißglut. Irgendjemand oder irgendwas muss doch helfen können??"

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    Hallo,

    was ich auch empfehlen kann ist das Xamiol Gel. Ab der dritten Anwendung ist es so gut wie weg. Die Behandlung soll 6-8 Wochen durchgezogen werden....allerdings spielen da die Ärzte nicht mit, da dieses Produkt sehr teuer ist und das Budget der Ärzte sehr angegriffen wird.

    Der einzige Nachteil ist, das man mindestes 4x Haare waschen muss bis es endgültg draußen ist.

    Ich hoffe es wird euch helfen!

    LG Diana

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    Hallo zusammen.

    Habt ihr es schon mal mit Psorimed (Lösung mit Applikator) probiert? Das macht man alle 2 bis 3 Tage und spült es nach spätestens einer halben Stunde wieder ab. Kurz ein paar Tage Pause and again :o) Die Kopfhaut sieht aus, als wäre nie was gewesen. Muss man aber zahlen. 100 ml kosten zwischen 12 und 14 Euro. Lohnt sich aber!

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    Hallo Zusammen,

    also meine Erfahrung mit dem Clarelux Schaum, ist super, ich versuche natürlich auch immer größere Pausen einzulegen, aber bei mir wirkt dieser Schaum bereits ab der 1. Anwendung.

    Das Jucken geht sofort weg und innerhalb 3 Tagen ist eigentlich alles komplett weg :). Habt ihr eine Alternative Salbe etc. für den Kopf ohne Kortison?

    Hab auch schon etliches ausprobiert!

    Danke Melanie

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    Nehme seit 10 tagen deflatop 0,1 schaum gegen extremen haarausfall mit kofjucken. das jucken war kuz weg, kam aber wieder und die haare rieseln weiter wo ich geh und stehe (mit wurzeln)

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    Hallo zusammen, ich nehme Clarelux jetzt seit einem Jahr und habe auch schon vieles, auch Homöopathisch versucht . 2 Tage abends angewendet und die Entzündung und der damit verbundene Juckreiz sowohl die Schuppen sind weg !! Nach ca 3 Tagen fangen die Symptome wieder an ... Also Langzeitbehandlung erforderlich .. Nebenwirkungen wie Haarausfall oder schlechtere blutwerten habe ich keine. Ausprobieren nach Rücksprache mit eurem Doc ... Viel Glück

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    Hallo, im letzten Jahr hatte ich einige große Schuppenflechtestellen auf der Kopfhaut. Von der Hautklinik bekam ich eine ölige Flüssigkeit mit Salicylsäure, die nichts brachte außer einem unangenehmen Ölfilm im Haar.

    Als immer mehr Kopfhaut befallen und große krustige Bereiche auf meinem Kopf waren und ich zunehmenden Haarausfall feststellte, bekam ich vom mitbehandelnden Hautarzt dann Clarelux.

    Der aufgetragene Schaum brannte höllisch für ca. 1 Minute auf der befallenen Fläche. Aber dann ließen das durch die Schuppenflechte verursachte Brennen und Jucken nach. Auch hiermit gab es einen Film im Haar, allerdings nicht ölig oder irgendwie sichtbar. Am folgenden Tag habe ich den Schaum wieder aufgetragen, wieder heftiges Brennen für ca. 1 Minute. Nach 3 Tagen Anwendung lösten sich nach und nach die krustigen Schuppen, das Brennen und Jucken war erstmal weg. Ich habe dann Clarlux nicht mehr aufgetragen.

    3 oder 4 Wochen später ging es wieder los. Wieder den Schaum benutzt, wieder Linderung und die Flächen gaben erstmal Ruhe.

    Bei der nächsten Rückkehr der Schuppenflechte war wieder ein sehr großer Teil der Kopfhaut betroffen, mehr als je zuvor, wieder mit Haarausfall. Ziemlich verzweifelt fing ich wieder an Clarelux aufzutragen, mehr als im Beipackzettel empfohlen, an 3 aufeinander folgenden Abenden. Und dann zögerte ich die Haarwäsche tagelang so lange es ging hinaus, damit der Film auf der Kopfhaut möglichst lange nachwirken konnte. Wie kann man nur, werdet ihr sicher denken, aber es hat was gebracht.

    Seit ca. einem 3/4 Jahr habe ich jetzt keine Schuppenflechte mehr auf dem Kopf oder am Haaransatz und die Haare sind auch wieder nachgewachsen. 2 milde Dauerwellen seitdem und Haarfärben nimmt die Kopfhaut auch nicht übel.

    Also ich kann Clarelux nur empfehlen. Jeder muss für sich ausprobieren wie viel er pro Anwendung benutzt und wie oft er es anwendet, natürlich in Absprache mit dem Arzt.

    Ich wünsche euch viel Erfolg.

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    Hallo Lieschen, ich bin auch ganz verzweifelt, im Dez.2014 wurde bei mir Neurodermitis und Röschenflechte festgestellt. Habe seelischen Kummer und der soll wohl mit Stress daran schuld sein. Die Salbe für den Körper hat geholfen, auf dem Kopf die Schuppen wurden immer mehr und ich habe extremen Haarausfall bekommen, die Haare fallen aber ohne Wurzel aus. War jetzt noch mal beim Hautarzt und habe diesen Schaum Clarelux bekommen. Habe heute das zweite Mal aufgetragen. Es brennt höllisch. Die Schuppen lösen sich ziemlich schnell. Aber die Haare fallen und fallen. Am Oberkopf ist es schon eine Glatze. Du hast geschrieben, das deine Haare wieder nachgewachsen sind, wie lange hat das denn so gedauert? Und wann hörte das mit dem Haarausfall auf? Wie lange hattest du da den Schaum genommen? Dein Beitrag macht mir ja etwas Mut, ich hoffe jetzt ganz Doll, das es mir auch hilft und die Haare auch wieder wachsen. Dir weiterhin alles Gute.

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    hallo, ich habe seit ein jahr auch sehr starken schuppenflechte und habe vieles probiert. half aber nichts. ich möchte auch das clarelux benutzen. muss man nach dem auftragen bestimmte Zeit warten und es danach auswaschen?

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    Blöde Geschichte...komme aus Österreich, hab' zig Apotheken abtelefoniert - die 10. hatte es zum Glück noch lagernd. Benötige ich eh nur ca. alle 6 Monate da es bei mir verdammt gut wirkt, hoffentlich ist's bis dahin wieder lieferbar.

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    Das einzige, was mir seit 15 Jahren hilft, ist dieser Schaum! Warum wird der Produktionsfehler nicht schneller behoben? Ich habe in diesem Jahr wieder zich Sachen ausprobiert, NİCHTS hilft mir, ich will endlich diesen Schaum wieder. Bitte behebt den Fehler, bitte bitte!

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    Auch Deflatop Schaum ist nicht mehr verfügbar. Wird nicht mehr hergestellt :-(

    Er hat mir so gut geholfen.

    Alles was gut hilft wird scheinbar vom Markt genommen um mit weniger guten Produkten noch mehr zu verdienen.

    Das macht mich alles so wütend.

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    • Claudia Liebram
      By Claudia Liebram
      Unter den Salben sind solche mit Kortison bei den meisten Psoriatikern am wirksamsten – aber auch am meisten gefürchtet. Schuppenflechte-Stellen gehen mit Kortisonsalben schnell weg. Die Salben sind – richtig angewandt – ein gutes Mittel und vor allem wichtig, um erst einmal die Entzündung der Haut abzuschwächen. Doch die Angst vor Nebenwirkungen ist groß, und sehr oft sagen Betroffene Nein zum Kortikoid – aus eben jener diffuser Angst.
      Die Angst stammt nicht von ungefähr: Als Kortisonsalben in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts aufkamen, waren sie "Wunderwaffen", noch mit wenig Erfahrung eingesetzt, die Nebenwirkungen vernachlässigt, weil der Erfolg ja so gut war. Mittlerweile sind Kortisonsalben der sogenannten vierten Generation auf dem Markt. "Diese Kortisonsalben bringen heute kaum noch Nebenwirkungen", versichert Professor Roland Niedner. "Nur im Gesicht muss man sehr, sehr vorsichtig damit sein."
      Die "Ärzte Zeitung" widmete dem Thema im Jahr 2003 einen Artikel. Danach wurden in den 60-er und 70-er Jahren immer stärkere Kortisonsalben entwickelt. Die damalige falsche Anwendung hätte die Kortisonsalben-Therapie bei Patienten und auch bei vielen Ärzten "in Misskredit gebracht". Seit Mitte der 80-er Jahre stünden aber Kortisonsalben der inzwischen vierten Generation zur Verfügung. Die würden nicht mehr zur gefürchteten "Verdünnung" der Haut (fachmännisch: Atrophie) führen.
      Ärzte müssten vor der Verordnung wissen:
      Wie stark ist das Kortikoid? Wie stark ist die Konzentration? Welche Trägersubstanz kommt zum Einsatz? (Heißt: Worin ist das Kortison untergemischt?) Wie groß sind die Hautstellen, wo die Salbe hinkommt? Wie lange soll die Kortisonsalbe angewendet werden? Kortisonsalben – wie lange?
      Roland Niedner war Deutschlands "Kortisonpapst". Er forschte daran, kann die Stärke der verschiedenen Kortison-Präparate und -Wirkstoffe vermutlich im Schlaf sagen und ist dennoch realistisch: "Kortisonsalben sollten nicht zu lange angewendet werden, sonst ist die Psoriasis schwerer weiterzubehandeln."
      Der Arzt und Wissenschaftler, der am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam arbeitete, hat jahrelang von seinen Kollegen keine Nebenwirkungen berichtet bekommen. Dennoch kennt er sie und weiß sie einzuschätzen:
      Die Verdünnung der Haut geht nach der Anwendung wieder weg. Das gleiche gilt für eine Akne oder eine periorale Dermatitis, die der Akne ähnelt. Eine übermäßige Behaarung der Stellen, wo Kortison geschmiert wurde, verschwindet ebenfalls nach einiger Zeit. Andere Nebenwirkungen wie Pseudo-Narben oder eine Hyperpigmentierung sind ebenfalls später nicht mehr zu sehen. Die schwerste Nebenwirkung von zuviel Kortison ist eine Ausweitung der kleinen Blutgefäße unter der Haut, die meist auch deutlich zu sehen ist. Die sind nur mit Laserverfahren zu entfernen. "Glück" für alle Menschen mit einer Psoriasis auf dem Kopf: Dort wurden noch nie Nebenwirkungen von Kortisonsalben oder -lösungen beobachtet. Gaaaaaanz vorsichtig sollte man aber mit der Anwendung von Kortisonsalben an den Ohren sein: Die zählen noch zum Gesicht, wo mit Kortison sehr, sehr, sehr sparsam umgegangen werden sollte.
      Grundregeln für Kortison
      Grundregeln von Roland Niedner sind:
      Beginne mit dem stärksten Präparat. (Zur Stärke siehe Übersicht) Lass dir von jedem Wirkstoff (siehe Übersicht) ein bis zwei Präparate verschreiben, um testen zu können, was am besten wirkt. Berücksichtige dein Alter. Je älter man ist, um so dünner ist die Haut schon an sich. Dann sind die Blutgefäße auch brüchiger. Begrenze die Therapiedauer. Schleich dich aus der Behandlung aus. Setze Kortisonsalben nach längerer Anwendung, also vier Wochen und länger, nie, nie und niemals nie auf einmal ab. Das heißt: Nimm die Salben dann zunächst nur noch jeden zweiten Tag, später jeden dritten, dann jeden vierten und so weiter und so fort. Für Roland Niedner liegt die durchschnittliche Grenze der Behandlung mit Kortisonsalben bei vier Wochen.
      Sein Tipp für das Präparat Daivobet, eine Mischung aus Kortison und Vitamin D3 (Calcipotriol): Man nehme 14 Tage Daivobet, dann längere Zeit Daivonex, und dann noch einmal eine Woche Daivobet.
      In der Genitalgegend ist Kortisonsalbe immer Abwägungssache. Eine Patientin berichtete von guten Erfolgen mit Linoladiol. Mit einer Tube davon sei sie über ein Vierteljahr gekommen, und sie habe es angewendet, obwohl sie ansonsten felsenfest Kortison ablehnt. An dieser empfindlichen Stelle aber wollte sie "Klarheit".
      Salbe oder Creme?
      Kennst du die Frage vom Arzt: "Wollen Sie 'ne Salbe oder 'ne Creme"? Dahinter verbirgt sich nicht nur eine Frage nach einer Annehmlichkeit. Denn: Kortison wirkt, in gleicher Konzentration in Salben eingearbeitet, besser als in Creme. In (alkoholischer) Lösung eingearbeitet, ist die Wirkung noch schwächer.
      Wer auf seine Stellen zunächst die Kortisonsalbe aufträgt und sie dann mit Folie abdeckt, erhöht die Wirkung um das fünf- bis zehnfache. Insbesondere an Händen und Füßen ist die Wirkung enorm, weil dort Kortisonsalben schlechter eindringen als an anderen Körperteilen. Aber: Das ist schon eine "Holzhammer-Methode", mit der man vorsichtig umgehen sollte. Sie sollte höchstens einige Tage (vorzugsweise Nächte) angewendet werden und dann auch mit dem "Ausschleichen" der Kortisonsalbe beendet werden. Ein Tipp für die Hände: Es gibt in der Apotheke Folien-Handschuhe, die die Behandlung "bequemer" machen.
      Kortisonsalben der "vierten Generation"
      Wirkstoff: Hydrocortison-Aceponat; Handelsname: Retef Wirkstoff: Hydrocortison-Buteprat; Handelsname: Pandel Wirkstoff: Hydrocortison-Butyrat; Handelsname: Alfason Wirkstoff: Methylprednisolon-Aceponat; Handelsname: Advantan Wirkstoff: Prednicarbat; Handelsname: Dermatop Kortison kann Allergien auslösen
      Kontaktekzem, Quaddeln, Juckreiz und zunehmende Rötung oder anaphylaktischer Schock – das Spektrum der Allergie-Symptome ist breit. Verschiedene Kortison-Arten reagieren dabei auch noch untereinander. Wer mehr darüber wissen möchte, lese den kompletten Bericht der Medical Tribune Online.
      Wie gut dringt Kortison-Salbe wo ein?
      (fachmännisch: Penetrationsverhältnisse und Atrophieverhältnisse für Dermokortikoide, nach Feldmann/Maibach)
      Wo? Wie stark?
      Kopfhaut: 3,5 Stirn: 6,0 Kieferwinkel: 13 Rücken: 1,7 Achselhöhle: 3,6 Unterarm dorsal (außen): 1,1 Unterarm ventral (innen): 1 Handfläche: 0,8 Skotum (Geschlechtsteilgegend): 43,0 Knöchel: 0,4 Fußsohle: 0,1 https://www.psoriasis-netz.de/medikamente/kortison/kortison-wirkstoffe.html Quellen:
      Forschung und Praxis (177/1994) Vortrag von Professor Niedner in Berlin (Januar 2003) u.v.a.
    • Redaktion
      By Redaktion
      Hier findest du eine Liste von Kortisonsalben und ihren Wirkstoffen. Manchmal sind es auch Lösungen oder Lotionen. Angegeben ist auch die Stärke bzw. Konzentration des enthaltenen Kortisons.
      Wirkstärke Klasse I – schwach wirksam
      Wirkstoff Konzentration in %
      Handelsname (Beispiele)
      erhältlich als Hydrocortison 0,100 Hydrocutan mild S   0,250 Dermo Posterisan S     RatioAllerg Hydrocortison C     Systral Hydrocort Lo   0,333 Sanatison Mono 1/3% S   0,500 Hydrocortison Wolff 0,5 % Lo, C     Hydrocutan S     Hydroderm HC 0,5% C     Munitren H fettend/fettarm S, C   1,000 Dermallerg-ratiopharm C     Sanatison Mono 1% S     Hydrocortison Wolff 1% C, Lo     Hydrogalen L, Lo, C, S     Remederm HC Widmer C Hydrocortisonacetat 0,250 Ebenol 0,25% Salbe S     Fenistil Hydrocortison S     Soventol HC C   0,330 Posterine Corte S   0,500 velopural OPT S   1,000 Ebenol 1% S     hydrocort von ct S     Hydrocortison POS N 1% S     Hydrocortison POS N 2,5% S     Hydrocutan C, S Prednisolon 0,100 Alferm Salbe S   0,200 Lygal Kopftinktur N L   0,250 Prednisolon AS S     Prednisolon LA C, S   0,400 Linola-H N C     Linola H Fett N S Prednisolonacetat 0,500 Dontisolon D Mundheilpaste P     Inflanefran AS S Fluocortinbutylester 0,750 Vaspit C, S, FS Triamcinolonacetonid 0,012 Arutrin-Spray Spray   0,0125 Volonimat Spray Spray Dexamethason-21-isonicotinat 0,025 Dexa Loscon mono L Dexamethason 0,020 Solutio Cordes Dexa N L   0,025 Dexagalen crinale L   0,030 Cortidexason crinale L   0,050 Dexamethason LAW C, S Clocortolonpivalatplus -caproat 0,030 Kabanimat S, C Klasse II 
      Wirkstoff Konzentration  in %
      Handelsname erhältlich als Clobetasonbutyrat 0,050 Emovate C, S Hydrocortisonaceponat 0,100 Retef C, S Dexamethason 0,100 Cortidexason N S, FS Dexamthason plus-sulfobenzoat je 0,050 Duodexa N S Alclometason-dipropionat 0,050 Delonal S, C Flumetasonpivalat 0,020 Cerson C, S, L Triamcinolonacetonid 0,025 Extracort-N C, S     Volonimat N C, S Fluoprednidenacetat 0,050 Decoderem Salbe S   0,100 Decoderm Creme C, P Hydrocortisonbutyrat 0,100 Alfason S, C, Crelo, CreSa, L, Lo     Laticort 0,1 % C, S Hydrocortisonbuteprat 0,100 Pandel S, C Clocortolonpivalatplus -caproat 0,100 Kaban S, C Desonid 0,100 Sterax 0,1% C Betamethasonvalerat 0,050 Betnesol V crinalite L     Betnesol V mite S, C Triamcinolonacetonid 0,050 Volon A Spray N Spray   0,100 Delphicort S, C     Kortikoid ratiopharm C, FS     Triamgalen Lo, L, C, S     Triam Lichtenstein C, S     Triamcinolon Wolff C     Volon A (antibiotikafrei) S, HS, C, Lo Methylprednisolonaceponat 0,100 Advantan S, C, FS, L, M Prednicarbat 0,250 Dermatop S, FS, C, L Fluocinolonacetonid 0,010 Jellisoft C Desoximetason 0,050 Topisolon mite S Klasse III – stark wirksam
      Name des Wirkstoffs Konzentration in %
      Handelsname erhältlich als Mometasonfuroat 0,100 Ecural S, FC, L     Monovo C, E, S     Momegalen FC, S, L     Momecutan FC, S, L Betamethasonpentanoat 0,100 Cordes Beta C, S Betamethasonvalerat 0,100 Bemon S     Betagalen C, Lo, L, S     Betnesol-v crinale L     Betnesol-v 0,1 % S, C, Lo     Celestan-v S     Cordes Beta C, S     Deflatop Sch     Soderm C, S, L, Lo, Lö Fluticasonpropionat 0,050 Flutivate C Betamethason- dipropionat
      0,050 Diprosone C, L, S     Diprosis G, S Betamethason- dipropionat + Calcipotriol
      0,050 + 50 μg Enstilar Spray     Daivobet G, S Fluocinolonacetonid 0,025 Flucinar C, S     Jellin C, S Diflorasondiacetat 0,010 Florone crinale L Desoximetason 0,050 Topisolon S Fluocinonid 0,050 Topsym L, C, S Amcinonid 0,100 Amciderm C, FS, Lo, S Diflucortolonvalerat 0,100 Nerisona C, FS, S Klasse IV – sehr stark wirksam
      Name des Wirkstoffs Konzentration in % Handelsname erhältlich als Clobetasolpropionat 0,050 Clobegalen S     Dermoxinale L     Dermoxin S, C     Karison C, S, FS     Karison crinale L     Clarelux C, S, E, L, Schaum     Dermovate S Erläuterung der Abkürzungen
      C = Creme
      E = Emulsion
      FC = Fettcreme
      FS = Fettsalbe
      G = Gel
      HS = Haftsalbe
      L = Lösung
      Lo = Lotion
      M = Milch
      P = Paste
      S = Salbe
      Sch = Schaum
      T = Tinktur
      Stand vom 17.01.2013
      Quellen: Prof. Roland Niedner, Rote Liste, Hersteller
      https://www.psoriasis-netz.de/medikamente/kortison/kortison-index.html
    • Rolf Blaga
      By Rolf Blaga
      Nagelpsoriasis ist mehr als nur ein kosmetisches Problem: Die Fuß- oder Fingernägel sind dann brüchig, bröselig, verformt, verfärbt – auf jeden Fall nicht so, dass man sie gern länger zeigt und schon gar nicht groß verwendet. Nur ist das im Alltag schwierig.
      Wichtig ist: Die Schuppenflechte der Nägel ist nicht ansteckend. Auf jeden Fall sollte ein Hautarzt die Diagnose stellen. Er kann mit einer Laboruntersuchung am besten herausfinden, ob es sich um einen Nagelpilz handelt oder eben die Schuppenflechte der Nägel.
      Mit einer Behandlung sollte lieber früher als später begonnen werden, denn Nägel brauchen sehr lange, um ordentlich nachzuwachsen. Bis die Erkrankung verschwunden ist, vergehen meist mehrere (um nicht zu sagen viele) Monate. Am Anfang wird man es sicherlich mit einem Nagellack versuchen – dazu weiter unten mehr.
      Aufbau eines Nagels

      Aufbau eines gesunden Nagels
      Auf dem Nagelbett befindet sich das Hyponchium, das für die Verbindung zur Nagelplatte sorgt. Die ist 0,5 bis 0,7 Millimeter dick. Sie wird an drei Seiten vom Nagelfalz begrenzt. Der Nagel wächst von der Nagelmatrix aus. Der weiße Halbmond ist der vordere, sichtbare Teil der Matrix. Unter der Haut ist der hintere Teil, geschützt vom Nagelhäutchen.
      Symptome der Nagelpsoriasis
      Tüpfelnägel: Der Fingernagel ist nicht mehr schön eben, sondern wird wellig. Er sinkt punktförmig ein, wie Tüpfel. Die Tüpfel bleiben sichtbar und wachsen mit dem Nagel aus. Aber Vorsicht: Tüpfel können auch durch andere Ekzeme, Infektionen oder Pilzbefall entstehen.
      Ölfleck: Ein anderes Zeichen für eine Nagelpsoriasis ist ein Ölfleck. Der findet sich meist am Rand des Nagels, dort, wo sich die Nagelplatte vom Nagelbett abhebt. Dieser Ölfleck ist meist gelbbraun oder rot, wobei das Rot zum Nagelrand hin oft abnimmt. Das alles ist ein Zeichen dafür, dass zu viele nicht ausgewachsene Zellen an die Oberfläche der Haut unter dem Nagel schießen. Diese Zellen drücken von unten gegen den Nagel, so dass der sich abhebt. Aber noch mal Achtung: Auch hier kann wieder eine Pilzinfektion im Spiel sein. Verschiedene Pilzinfektionen nämlich sehen ähnlich aus. Was noch komplizierter ist: Pilz und Psoriasis können auch nebeneinander vorhanden sein.
      Krümelnägel: Unter dem Nagel stapeln sich Schuppen. Im Laufe der Zeit heben sie das Nagelbett an. Die Nagelplatte wird krümelig. Gerade dieses Symptom ist es, das Betroffene vor anderen Menschen am liebsten verstecken würden.
      Begleiterscheinungen sind gelegentlich Schmerzen oder Druckempfindlichkeit.
      Fakten
      Grundsätzlich gibt es mehr Schuppenflechte an den Finger- als an den Fußnägeln.
      Eine schwere Psoriasis der Nägel gilt als „Vorbote“ der Psoriasis arthritis (Gelenk-Psoriasis). Ausgeprägte Formen der Nagelpsoriasis sind nicht mit rein äußerlichen Behandlungen abzuheilen. Wer schnell mit einer innerlich wirkenden Therapie beginnt, kann verhindern, dass sich die Nägel erheblich verschlimmern.
      Das gilt besonders bei der Psoriasis pustulosa: Bei ihr heilt die Nageldeformation am schwersten ab. Eine frühzeitige innerliche Therapie bremst vermutlich eine aufziehende Psoriasis arthritis ab. Trotz langer Behandlungszeiten schaffen es nur einige Biologika, dass lediglich bei der Hälfte der Betroffenen die Nägel völlig verheilt sind. Das größte Problem: Bei der Behandlung einer Schuppenflechte der Nägel müssen alle Beteiligten geduldig sein und dürfen nicht zu schnell aufgeben.
      Aktuelle Erhebungen gehen davon aus, dass 70 Prozent der Patienten mit Psoriasis arthritis eine Nagel-Beteiligung haben und 40 Prozent bis 50 Prozent der Haut-Psoriatiker. Eine Nagelpsoriasis ohne Hautbeteiligung ist möglich, aber eher selten. Am häufigsten kommen Tüpfelnägel und abgelöste Nagelplatten vor.
      Eine Nagelpsoriasis ist gut im Rheumascan (Xiralite) zu erkennen. Manchmal ist eine Biopsie des Nagelbettes zur eindeutigen Klärung der Diagnose notwendig.
      Welche Therapie angebracht ist, hängt davon ab, wie schwer der Nagel betroffen ist. Dafür sind inzwischen verschiedene Messmethoden entwickelt worden. International wird der NAPPA-Score (Nail Assessment in Psoriasis and Psoriatic Arthritis) verwendet. Man zählt die jeweiligen krankhaften Veränderungen auf den Nägeln und erfragt die körperlichen, psychischen und sozialen Belastungen der Erkrankung. Die Gewichtung aller Faktoren bestimmt den Schweregrad einer Nagelpsoriasis. Der Wert kann auch dann hoch sein, wenn die Schädigungen am Nagel zwar nicht extrem stark, die Lebensqualität aber erheblich beeinträchtig ist.
      Probleme im Alltag
      Gelbliche, bröckelnde und verformte, abgehobene Nägel sehen für andere Menschen unästhetisch aus, ganz gleich, ob die Hände oder die Füße gemeint sind. Betroffene versuchen, vor allem ihre Fingernägel vor scheelen Blicken zu verbergen und meiden deshalb soziale Kontakte bis hin zur Partnersuche. Greifen (Fingernägel) und Laufen (Zehennägel) werden zur Qual. Ganz gewöhnliche Verrichtungen in Alltag, Beruf und Sport fallen schwer und verursachen Schmerzen. Patienten mit schweren Nagelschädigungen sind länger krankgeschrieben, leiden erheblich an ihrer Situation und neigen zu Angst-Erkrankungen oder Depressionen.
      Es war lange nicht bekannt, dass Nägel, Sehnenansatz am Knochen (Enthese) und Knochenhaut anatomisch miteinander verbunden sind. Darüber wurde erst geforscht, als auffiel, dass Nagelveränderungen bei Patienten mit Psoriasis Arthritis deutlich häufiger vorkommen als bei denen ohne. Der Nagel ist funktional gleichzeitig mit Haut und Knochen verbunden. Vereinfacht dargestellt, kommt erst die Sehnenentzündung, dann die Nagelpsoriasis und schließlich die Psoriasis arthritis. Die Gelenk-Schuppenflechte ist um so ausgeprägter, je schlimmer die Nägel betroffen sind. Aufgrund der Erfahrungen mit anderen Begleiterkrankungen geht man davon aus, dass sich eine Psoriasis Arthritis weniger heftig entwickelt, wenn die Nagelpsoriasis frühzeitig behandelt wird.
      Bisher war es selten möglich, eine Nagelpsoriasis völlig abzuheilen. Meist dauerte es monatelang, bis deutliche Verbesserungen sichtbar wurden. Mit Cremes, Salben, Tinkturen oder Lotionen dringt ein Wirkstoff nur schwer oder überhaupt nicht in den Nagel ein. Auch durch intensives Einmassieren wird der Nagel nicht durchlässiger. Mit einem harnstoffhaltigen Nagellack kann man den Nagel meist nur weicher machen, damit hinterher ein Wirkstoff besser eindringen kann. Die Wirkung wird deutlich verstärkt, wenn ein Mittel unter luftdicht verschlossener Folie (Okklusiv-Verband) z.B. über Nacht einziehen kann.
      Andere Erkrankungen der Nägel
      Nicht jeder dicke, verhornte, bröselige Fingernägel ist einer, der eine Nagelpsoriasis birgt. Manchmal fällt es dem Arzt schwer, die Diagnose Nagelpsoriasis zu stellen. Das Problem ist, dass Nagelveränderungen bei Pilzinfektionen, Ekzemen, inneren Krankheiten bis hin zu Tumoren gleich aussehen können. Eine Pilzinfektion ist die häufigste Nagelerkrankung, die allein oder aber mit der Schuppenflechte zusammen auftreten kann. Schwierig wird es für den Arzt, wenn jemand keine Haut-Erscheinungen hat, sondern nur Veränderungen an Hand- und Fußnägeln.
      Nagelveränderungen gibt es auch wegen Ekzemen, Mangelernährung, Pilzen, Allergien zum Beispiel gegen Nagellack oder gegen Medikamente. Sprich: Wer den Verdacht hat, er hätte eine Nagelpsoriasis, sollte den Doktor erst mal nach einem Pilztest fragen. Erst wenn der negativ ist, sollte man sich tiefergehend mit der Nagelbehandlung beschäftigen.
      Um die Verwirrung zu steigern: Nagelpilz und Nagelpsoriasis können auch gleichzeitig auftreten.
      Nagelpsoriasis behandeln
      In schweren Fällen mussten die Dermatologen schon immer innere Medikamente geben. Nicht jedes davon wirkt direkt auf die Nägel bzw. nicht auf alle Formen der Nagelpsoriasis. Am besten helfen starke Präparate, die aber auch schwere Neben- und Wechselwirkungen haben können.
      Heute ist es der Medizin möglich, selbst eine schwere Nagelpsoriasis erfolgreich zu behandeln. Es liegen Studien vor, die genau beschreiben, wie und bei welcher Form ein Medikament hilft. Der Arzt kann also gezielter therapieren. Es sind vor allem neue, hochwirksame Biologika, auf die eine Nagelpsoriasis reagiert. Die Angst vor schwerwiegenden Nebenwirkungen ist überwiegend unbegründet: In Deutschland liegen bei allen innerlich wirkenden Schuppenflechte-Medikamenten die schwerwiegenden Nebenwirkungen unter 1 Prozent. Nur bei den Infekten lagen die Biologika etwas höher als die übrigen Medikamente. Das ergab eine aktuelle Sicherheitsanalyse aus dem Patienten-Registers „PsoBest“. Wer seine Blutwerte regelmäßig kontrollieren lässt, kann diese Medikamente beruhigt nehmen.
      Äußerliche Behandlungen
      Bei schwach ausgeprägten Veränderungen der Nägel kann eine äußerliche Behandlung sinnvoll sein. Studien dazu sind häufig mit nur wenigen Patienten und nicht nach streng wissenschaftlichen Maßstäben durchgeführt worden.
      Harnstoff (Urea) ist zu 15 Prozent im speziell für die Nagelpsoriasis entwickelten Nagellack Onypso enthalten. Nach sechs Monaten waren bei fast allen Patienten 43 Prozent der Nageldefekte zurückgegangen. Außerdem gibt es die Salbe Onyster mit 40 Prozent Urea. Sie löst den Nagel ab. Dadurch kann dann das Nagelbett direkt behandelt werden. Schwefel-/Schachtelhalm ist im Sililevo-Nagellack enthalten, der erfolgreich an Patienten mit Psoriasis-Nägeln getestet wurde. Seine Grundlage ist Hydroxypropylchitosan, kurz HPCH. Die Wirkung kann durch Clobetasol 0,05 Prozent, einem stark wirksamen Kortison, verstärkt werden. Als Rezeptur bezahlt das die Krankenkasse, den Lack pur nicht. Kortison gilt auch bei mittelschwerer bis schwerer Nagelpsoriasis als äußerliches „Mittel erster Wahl“. Verwendet werden stark bis sehr stark wirksame Kortisone, oft in Kombination mit 3 Prozent Salicylsäure oder mit Calcipotriol (z.B. Daivobet). Dazu wird zum Beispiel täglich ein Tropfen einer Kortison-Tinktur auf die Nagelwurzel und/oder das Nagelbett aufgetragen. Die Behandlung kann bis zu acht Monate dauern. Der Nagelzustand verbessert sich deutlich, verschlechtert sich aber meist wieder, wenn die Therapie abgesetzt wird. Bei schweren Fällen wird Kortison in das Nagelbett eingespritzt – mit einer normalen Spritze oder Impfpistole bei lokaler Betäubung. Und ja, das ist so schmerzhaft wie es sich anhört. Calcipotriol (Vitamin D 3 Analogika) wird empfohlen als Kombination mit einem Kortison (siehe oben), entweder abwechselnd („Tandem-Therapie“) oder als Mixtur. Die Wirkung kann gesteigert werden, wenn erst Salbe aufgetragen und dann über Nacht ein abschließender Verband z.B. aus Folie aufgezogen wird Tacrolimus (Protopic) hat in einer Studie nach nur zwölf Wochen Nägel vollständig abgeheilt. Es darf nur „off-label“ verschrieben werden, weil es nicht für die Behandlung der Schuppenflechte zugelassen ist. Alte oder nicht praktikable äußerliche Therapien
      5-Fluorouracil (Efudix) ist ein Zellwachstums-Hemmer, der nicht mehr zur Behandlung der Nagelpsoriasis empfohlen wird. Dithranol (Cignolin) ist bei der Nagelpsoriasis unwirksam. UV-Bestrahlungen werden bei der Nagelpsoriasis immer seltener eingesetzt, weil sie sehr zeitaufwendig sind. Den UV-Punktstrahler („Blue Point“) muss man vier bis sechs Wochen lang, möglichst täglich, auf die Nagelplatte einwirken lassen. Man bestrahlt mit UVB + UVA. PUVA arbeitet nur mit UVA. Der Nagel wird vorher mit Psoralen lichtempfindlich gemacht. Nur für PUVA liegen mehrere Studien vor, in denen sich die Nägel um 50 Prozent verbesserten. In einer Studie wurden psoriatische Nägel erfolgreich mit dem Excimer-Laser behandelt. Interferenzstrom hat sich als Therapie für die Nagelpsoriasis nicht durchgesetzt, obgleich es erste erfolgversprechende Ergebnisse gab. Therapie mit Röntgenstrahlen "Verstümmelungsbehandlung" mit Entfernung der psoriatischen Nagelveränderungen und anschließender Weiterbehandlung. Es gab einen grausigen Bericht im Pso-Magazin von einem Patienten, der sich von beiden großen Zehen die Nägel entfernen ließ. Zweimal pfuschten die Ärzte, der dritte operierte schließlich richtig, entfernte auch alle Nagelzellen, kürzte einen Endknochen, zog Hornhaut von unten hoch und vernähte alles. Der Patient hat keine Schmerzen mehr, keine Gelenkschmerzen und keine Schuppen. Der Arzt gibt zu Bedenken: An den Fingern braucht man die Nägel zum Greifen. Sein Rat: abends, nach Duschen oder Baden, wenn die Haut unter den Nägeln ohnehin aufgeweicht ist, Schuppen mit einem selbst zurechtgefeilten Haken entfernen; mit Spritze mit abgesägter Kanüle Eucerin dazwischen auftragen. Nagelpsoriasis würde diese schönen Finger- und Fußnägel nicht so schön aussehen lassen Innerliche Behandlung
      Bei schweren Nagelveränderungen ist häufig eine innerliche Therapie nötig – egal, wie stark die Haut von einer Schuppenflechte befallen ist. So werden auch deutliche Einschränkungen der Lebensqualität vermieden. Eine Psoriasis arthritis kann auf diese Weise ebenfalls "mitbehandelt" werden.
      Methotrexat (MTX) gilt als innerliches „Mittel der ersten Wahl“. Solide Studien zeigen, dass sich die Nägel nach 6 bis 12 Monaten um etwa 40 Prozent verbessern können. Kortison, in den Nagel gespritzt, galt lange als wirksamstes Mittel, v.a. bei Tüpfel und Nagelwurzel-Befall. In verschiedenen Studien wurde Triamcinolon-Acetonid injiziert, aber unterschiedlich häufig und lange. Nach 9 bis 12 Monaten besserten sich die Nägel. Die Injektion ist unangenehm, es muss örtlich betäubt werden und es besteht die Gefahr von Gewebsschwund bis hin zum Einriss der Sehne. Mit Kortison wird kaum noch behandelt, seitdem es wirksamere Medikamente gibt. Ciclosporin verbessert die Nagelpsoriasis erfahrungsgemäß, ohne dass es bisher Studienergebnisse gibt. Meistens wird es zusätzlich zu einer äußerlichen Behandlung verschrieben. Es können Wechsel- und schwere Nebenwirkungen auftreten. Deshalb wird es zurückhaltend verschrieben. Fumarsäureester (Fumaderm und Skilarence) ist bisher nur in einer sehr kleinen Studie darauf untersucht worden, wie es auf eine starke Nagelpsoriasis wirkt. Nach 12 Monaten verbesserten sich die Nägel um 50 Prozent. Eine weitere Verbesserung war nur noch schwer zu erreichen. Viele Ärzte setzen es zusätzlich zu einer äußerlichen Therapie ein. Acitretin (Neotigason, Acicutan) ist wissenschaftlich kaum inbezug auf Nagelpsoriasis untersucht worden. In einer Studie ergab sich nach 6 Monaten bei 41 Prozent der Patienten eine mittlere Besserung. Bei 25 Prozent heilten sie vollständig oder nahezu vollständig ab. Wird gerne mit PUVA kombiniert. Es können schwere Nebenwirkungen auftreten. Deshalb wird es zurückhaltend verschrieben. Biologika sind am besten darauf untersucht worden, wie erfolgreich sie auf die Nagelpsoriasis wirken. Sie werden grundsätzlich erst dann verschrieben, wenn andere Therapien nicht anschlagen. Infliximab (Remicade) spricht am schnellsten und wirkungsvollsten auf die Nagelpsoriasis an. Schon nach sechs Wochen sind deutliche Nagelverbesserungen sichtbar, nach 22 Wochen fast 90-prozentige. Innerhalb eines Jahres waren bei 50 Prozent der Patienten die Nägel vollständig oder nahezu vollständig abgeheilt. Bei Etanercept (Enbrel) waren das 30 Prozent. Die anderen Biologika sind ebenfalls etwas wirkungsvoller als konventionelle innerliche Medikamente. Neue Biologika werden oft in eigenen Studien speziell bei Nagelpsoriasis getestet. Darüber hier bald mehr. Tipps für Betroffene
      Pflegen: Nägel kurz halten, vorsichtig schneiden und möglichst feilen; in schweren Fällen medizinische Fußpflege beim Podologen. Ausgiebig und täglich in lauwarmen Salzwasser (z.B. Stassfurter Badesalz, Totes Meer Salz) einweichen. Danach vor allem die Haut an der Nagelwurzel und den Seitenrändern ausreichend rückfetten – praktischerweise mit einer Lotion. Waschen: Unter den Nägeln mit einem Papiertaschentuch abtrocknen, um Feuchtigkeit aufzunehmen. Dann rückfetten (s.o). Schützen: Beim Umgang mit Nässe und aggressiven Materialien in Beruf und Haushalt (Abwasch, Putzen) Handschuhe tragen. Vermeiden: Nägel vor Reibung, Druck oder Quetschung bewahren, Nagelhäutchen nicht abreißen, keinen acetonhaltigen Nagellackentferner benutzen, Nägel nicht als Werkzeug einsetzen. Erleichtern: Unter Arbeitshandschuhen dünne baumwollene tragen. Schuhe, die nicht auf befallene Zehen-Nägel drücken. Leichtes, weites Schuhwerk, das nicht drückt, tragen. Verschönern: Verdickungen und von Querrillen von erfahrenen Kosmetikerinnen (Podologen) abfeilen oder abfräsen lassen. Geglättete Oberfläche mit medizinischem Lack (z.B. Sililevo oder Onypso) stabilisieren. Entstellte oder zerfallende Nägel mit künstlichen Fingernägeln überdecken. Welche Erfahrungen hast du mit der Behandlung der Psoriasis an den Nägeln? Oder möchtest du erfahren, wie es anderen Betroffenen damit geht? Unsere Community ist dafür der richtige Ort.
      Gekürzte Fassung eines Artikels, der erstmals in der Zeitschrift PSOaktuell, Ausgabe 2/2013, erschienen ist.
      Tipps zum Weiterlesen
      Bei Nagel-Psoriasis häufig auch Pilz dabei – Behandlungserfolg fraglich
      (gesundheit.com, 1. Dezember 2014)
      In einem Tagungsbericht geht es um Nagelpilz und Nagelpsoriasis – angeblich wäre in 20 Prozent der Fälle beides gleichzeitig zu finden. Die sonst bei Nagelpilz gern eingesetzte innerliche Therapie mit einem Anti-Pilz-Mittel sei aber nicht so oft von Erfolg gekrönt – nämlich nur in 30 Prozent der Fälle. Und die Nagelpsoriasis würde davon auch nicht unbedingt besser. [lesen]
      Unter künstlichen Nägeln können Probleme heranwachsen
      (20 Minuten Online, 20.03.2013)
      Künstliche Fingernägel sind nicht ungefährlich. Dermatologen beobachten immer mehr Komplikationen - beispielsweise Infektionen unter dem Nagel oder Kontaktallergien. [lesen]
      Starke Nagel-Psoriasis macht anfälliger für Pilzinfektion
      (hautstadt.de, 19.04.2012; nicht mehr im Netz verfügbar)
      Bei einer Studie mit Menschen mit Nagel-Psoriasis zeigte sich bei 62 Prozent der Teilnehmer eine Pilzbesiedlung der Nägel. Allerdings ist es wie fast immer: Es gibt auch eine Studie, die etwas anderes sagt, zumindest, wenn man sich die Arten der Pilze ansieht. Das steht am Ende des Artikels.
      Welche Krankheiten Fingernägel verraten
      (Apotheken-Umschau, 14.04.2010)
      Veränderungen an den Fingernägeln können alles bedeuten – manchmal auch eine Psoriasis. Die Apotheken Umschau erklärt die Möglichkeiten in Wort und Bild. [lesen]
      Nagelpsoriasis – was wann wie helfen kann
      (Psoriasis Forum Berlin e.V., 2013)
      PDF-Datei eines Artikels mit ausführlichen Informationen [lesen]
      Nagelprothetik bei Psoriasis
      ("Flotte Feile")
      Jessica Dlling vom Nagelstudio "Flotte Feile" zeigt das Ergebnis ihrer Arbeit bei einem Fall von Nagel-Psoriasis. [ansehen]
      Bilder
      Hier siehst du, wie eine Schuppenflechte am Nagel oder an mehreren Nägeln aussehen kann. Es sind keine schönen Bilder, deshalb zeigen wir sie so klein – du kannst sie aber großklicken.
       
    • streamer0028
      By streamer0028
      Hallo ihr lieben, habe mittelschwere Pso, und naja dachte auch auf einen selbstversuch. Mal schauen was besser ist und auch auf lange sicht.
      Zu Regividerm: Manche sagen ja es funktioniert (eventuell auch nur basieren auf eine Verbesserung der generellen PSO) und manche sagen es geht garnet.
      Zu meiner Haut: Also habe wie auch millionen andere PSO sehr stark auch an den Armen und auch durch Verbesserungen der PSO waren diese Stellen immer schlecht und immer am Bluten habe gestern morgen damit angefangen:
      Clobetasol 0,05% Salbe gegen die Originale Regividerm Salbe, mal schauen was sich so im Laufe der Tage und Wochen verändert. Werde alle paar Tage reinschreiben wie es läuft. Werde es so benutzen wie auf der Packung beschrieben und naja wenns bei der Cortison Salbe gut is sollte man es ja auch ein paar Tage absetzetn und schauen wie es dann nochmals erscheint.
      Also bis dahin....
      mfg streamer
    • norkai
      By norkai
      Guten Tag,
      da ich die Biologika Simponi und Cimzia absetzen musste, da mein Immunsystem verrückt spielte, sprich ein Infekt nach dem anderen, habe ich seit nunmehr knapp 3 Monaten nur MTX gespritzt. Nach knapp 2 1/2 Monaten kamen die Beschwerden in den Gelenken und auch Schuppenflechte zurück. Nun schleiche ich seit 3 Tagen das Präparat Otezla ein, welches seine volle Wirkung leider erst nach mehreren Monaten entfallten soll. Zum ersten Mal in meinem Krankheitsverlauf habe ich seit knapp 5 Tagen so etwas wie einen Schub (habe u.a. Beschwerden beim Auftreten, Laufen, geschwollener Zeh, Gelenk unter im vorderen Mittelfuß). Arcoxia, welches ich bei Bedarf nehmen kann, hilft leider auch nicht, sodass ich mich telefonisch an die Urlaubsvertretung meiner Rheumatologin gewandt habe. Dort erklärte man mir, dass man einen Cortisonstoß geben könnte, sprich eine hohe Dosis Cortison, welche dann langsam wieder ausgeschlichen wird. Den Akuttermin könnte ich in zwei Tagen wahrnehmen. 
      Meine Frage ist, wer hat Erfahrungen mit einem Cortisonstoß? Ist es wirklich sinnvoll oder soll ich evtl. noch zuwarten bis der Schub evtl. von allein nachlässt? Was ist, wenn die Cortisonwirkung nachlässt und das Otezla noch nicht wirkt? Gewöhnt sich der Körper evtl. an das Cortison und benötigt bei jedem neuen Schub wieder eine Stoß? Überwiegen die Nebenwirkungen der Wirkung?

Willkommen

Willkommen in der Community für Menschen mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Ohne Werbung, ohne Tracking, aber mit ganz viel Herz 💛

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