Jump to content
  • Rolf Blaga
    Rolf Blaga

    Xamiol – das Daivobet-Gel für den Kopf

    Seit Anfang 2009 gibt es zur Therapie der Schuppenflechte auf der Kopfhaut das Präparat Xamiol. Dabei handelt es sich um die Kombination eines Vitamin D3-Analogon mit einem Kortison.

    Für die Behandlung der Psoriasis auf der Haut gibt es diese Wirkstoffkombination schon seit langem – in Daivobet. Das gab es aber lange nur in Salbenform. Es war für den Kopf aber nicht wirklich geeignet. Außerdem soll es nur vier Wochen angewendet werden – ausnahmsweise acht Wochen. Danach wird üblicherweise nur noch mit einem Wirkstoff, dem Vitamin-D3-Analogon, weiterbehandelt.

    Das ist bei Xamiol anders: Es ist ausdrücklich für eine dauerhafte Therapie vorgesehen. In Ein-Jahres-Studien sind dabei keine wesentlichen Nebenwirkungen festgestellt worden.

    Das Gel enthält die Wirkstoffe Calcipotriol und Betamethason. Gel wurde als Grundlage genommen, weil es technisch nicht anders möglich war, beide Wirkstoffe „kopfhaut-freundlich“ anders miteinander zu verbinden.

    Studienergebnisse

    Professor Kristian Reich (Hamburg) stellte auf der 21. Fortbildungswoche für Dermatologen in München 2008 die Ergebnisse der Zulassungs-Studie vor:

    • Danach wirke das Kombinationspräparat schon nach zwei Wochen. Nach acht Wochen sei bei ca. 70 Prozent der Patienten die Kopf-Psoriasis vollständig oder nahezu abgeheilt.
    • Die Kombination wirke eindeutig besser und schneller, als wenn man nur einen der beiden Wirkstoffe verwende. Ein Placebo-Gel zeige dagegen nur geringe Wirkungen. Reines Calcipotriol wurde einmal als Gel und zum anderen als Lösung getestet. In beiden Fällen wirkte es schlechter und langsamer gegenüber der Kombination von Calcipotriol mit Betamethason.
    • Nach einem Jahr sei immer noch bei 70 Prozent der Patienten die Kopf-Psoriasis vollständig oder nahezu abgeheilt.
    • Weniger als vier Prozent der Patienten würden die  Therapie abbrechen, weil das Präparat bei ihnen nicht wirke.
    • In der Kurz- wie in der Langzeit-Therapie würden beim Gel geringe Nebenwirkungen auftreten. Kortisontypische Effekte wie Hautverdünnung oder Nachlassen der Wirkung seien nicht aufgetreten. Juckreiz und Verletzungen durch Kratzen seien aber auch bei diesem Präparat weiterhin das größte Problem, wenn auch auf niedrigerem Niveau.
    • Über 4.000 Patienten seien in sechs klinischen Studien untersucht worden. Die Ergebnisse waren bei allen nahezu einheitlich und damit stabil.
    • Das Gel wird einmal täglich aufgetragen, ohne den Kopf vorher zu entschuppen. Es ist geruchsfrei und einfach auszuwaschen.

    Unser Kommentar

    Die Psoriasis auf der Kopfhaut ist für den Patienten oft eine große Belastung: Die Plaques reichen manchmal bis ins Gesicht hinein und sind zusammen mit den aufgekratzte Stellen für alle sichtbar. Es juckt mörderisch. Man kann nicht jede Frisur tragen. Schwarze Kleidung ist tabu. Wo man geht und steht, fallen Schuppen hin. Die Behandlung ist unpraktisch, zeitaufwendig und wirkt nur begrenzt. Nach wie vor erdulden viele Patienten „Salbenschmiererei“ und „Kopfkappe“. Viele Ärzte experimentieren mit selbst zusammengestellten Rezepturen. Es gibt keine vereinbarten „Leitlinien zur Behandlung der Psoriasis auf der Kopfhaut“. Patient und Arzt versuchen oft über Jahre, mit „Versuch und Irrtum“ herauszufinden, was hilft.

    Selbstverständlich kann man auch mit einem reinen Betamethason-Gel sehr gute Wirkungen erzielen. Betamethason gehört zur Wirkstoffklasse III der stark wirksamen Kortikoide. Unter Dermatologen ist umstritten, ob und wie stark Kortison der Kopfhaut schadet. Die vorgestellten Studien verneinen das für das Kombinationspräparat. Das trifft aber nur für den Zeitraum von einem beobachteten Jahr zu.

    Es fällt auf, dass immer mehr (teure) Psoriasis-Medikamente als „Dauer-Therapie“ angeboten werden. Bis vor einigen Jahren war es noch selbstverständlich, dass man ein Medikament absetzt oder sich ausschleicht, wenn die Haut erscheinungsfrei ist. Wer zukünftig Xamiol® über mehrere Jahre anwenden will, sollte sich auf jeden Fall regelmäßig auf langfristige Nebenwirkungen kontrollieren lassen.

    Es ist nicht ganz korrekt zu behaupten, das Präparat wäre an „4.000 Patienten“ ausprobiert worden. In dieser Zahl sind auch diejenigen Probanden enthalten, die in Vergleichsgruppen waren. Tatsächlich haben etwas mehr als 2.900 Patienten das Kombinationspräparat gegen die Kopf-Pso getestet.

    Der Verbrauch ist nicht ganz ohne: Xamiol Gel gibt es in 60-g-Flaschen. Die Vergleichsgruppe hat in der 8-Wochen-Studie wöchentlich 20 g Calcipotriol, in der Jahresstudie 12,8 g bekommen. Das sind im Quartal mindestens drei Flaschen, die jeweils 71,22 Euro kosten.

    Wie bei ähnlichen Präparaten gegen die Kopfpsoriasis sollen (eigentlich) nur die betroffenen Hautstellen behandelt werden. Wer es selbst macht, wird längere Zeit vor dem Spiegel stehen. Den Hinterkopf kann man allein nur mit einer entsprechenden Spiegelkonstruktion behandeln. Eine Flüssigkeit verführt dazu, sie zeitsparend auf die gesamte Kopfhaut aufzutragen. Die Wirkstoffe gelangen so auch auf die gesunde Haut. Außerdem steigt der Verbrauch des Präparats, so dass man vermutlich mit drei Flaschen pro Vierteljahr nicht auskommt.

    Wie bei den teuren Biologika argumentieren die Hersteller damit, dass der Patient das Recht einfordern muss, alle zugelassenen Medikamente verschrieben zu bekommen – auch die teuren. Die vorgelegten Studien argumentieren, dass die Kombination von Calcipotriol und Betamethason besser wirken sollen, als wenn nur einer der beiden Wirkstoffe angewendet wird. Xamiol kam genau zu einem Zeitpunkt auf den Markt, ab dem der Wirkstoff Calcipotriol nicht mehr patentgeschützt ist.

    Quellen

    • Mittagsseminare während der 21. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie, Juli 2008, München

    Bildquellen

    • Juckreiz am Kopf: Fotoplaner / Fotolia.com

    User Feedback

    Recommended Comments

    Taclonex

    Seit ca. einem halben Jahr nutze ich die Creme: Taclonex. (calcipotriene 0.005% and betamethasone deprpionate 0.064%)Ich habe sie von einem amerikanischen Hautarzt verschrieben bekommen. Wir leben voruebergehend in Texas und sind auch ueber eine amerikanische Krankenversicherung versichert. Die Creme kostet mich 40 Dollar Eigenbeteiligung. Ein Witz, denn sie kostet insgesamt 535 Dollar!!! Mit der Creme komme ich ein halbes Jahr hin. Sie hilft fantastisch, habe ueberhaupt keine Probleme mehr. Fuer die Kopfhaut habe ich von einem deutschen Hautarzt Deflatop verschrieben bekommen. Bei mir ist es allerdings auch nicht ganz so schlimm. Hoere ich aber auf, den Schaum zu gebrauchen, schmerzt es sogar, wenn ich es wieder anwende. Als, jeden Tag ein bisschen!!!Ich schiebe jetzt schon panik, wenn ich dieses Taclonex in Deutschland nicht bekommen kann. Darum versuche ich bis Juni (dann kommen wir wieder fuer immer nach Deutschland) so viele Packungen wie moeglich zu besorgen! Bisher habe ich auch im Internet nicht die Info bekommen, ob die Creme auch in Deutschland verschrieben wird. ICH HOFFE ES DOCH GANZ STARK!!!

    Link to comment
    Share on other sites

    XAMIOL

    wirkt bei mir echt gut, fast alles weg, jedoch merke ich wenn ich es ein paar tage nicht anwende kommt es wieder :( ich wünschte es würde für immer verschwinden!!!

    Link to comment
    Share on other sites

    Nicht ganz überzeugt

    Also, ich bin von dem Präparat nicht wirklich überzeugt.

    Beim ersten Mal habe ich es drei bis vier Wochen benutzt. Die Schuppen wurden zwar etwas weniger, aber das Ergebnis war nicht viel besser als bei einem Schuppenschampoo - das wesentlich billiger ist.

    Der Knaller kam dann, nachdem ich mit Xamiol aufgehört hatte: Da hatte ich auf einmal nicht mehr massenhaft kleine Schuppen, sondern ich bekam riesige, juckende weiße Plaggen auf der Kopfhaut.

    Der zweite Hautarzt, den ich ein halbes Jahr später besucht habe, hat mir genau dasselbe Präparat verschrieben. Entweder gibt es nichts "Besseres" auf dem Markt, oder die Herstellerfirma zahlt den Ärten üppige Vermittlerhonorare.

    Link to comment
    Share on other sites

    NICHT GANZ ÜBERZEUGT (Teil 2, ca. 10 Wochen später)

    Mittlerweile habe ich eine zweite "Kur" von ca. sechs Wochen hinter mir.

    In den ersten vier Wochen habe ich das Produkt täglich auf die von Psoriasis betroffenen Kopfhautstellen aufgetragen. Nach vier Wochen war ich zur Kontrolle bei der Hautärztin. Das Ergebnis war recht verblüffend: fast alle Stellen waren weg. In den nächsten beiden Wochen habe ich das Produkt dann nur noch zwei Mal wöchentlich auf die hartnäckigsten Stellen aufgetragen. Das war bis ca. Ende Februar.

    In der Zeit, als ich Xamiol verwendete, traten extreme Müdigkeit und in den letzten Wochen auch eine innere Unruhe sowie depressive Verstimmungen auf. Ich kann natürlich nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, ob das Nebenwirkungen des Xamiol sind/waren. Es ist aber auffällig, dass diese "Symptome" allmählich verschwanden, nachdem ich das Präparat abgesetzt hatte.

    Seit Ende Februar habe ich das Mittel nicht mehr verwendet. Was soll ich sagen? Trotz der sechswöchigen Kur sind die Schuppen/Schuppenflechte wieder da, jetzt nicht nur auf der rechten Hälfte des Kopfes, sondern auch links, teilweise sogar wesentlich schlimmer als vorher. Und aufgrund der merkwürdigen Nebenwirkungen möchte ich nicht erneut damit anfangen :-(

    Link to comment
    Share on other sites

    komisch fettig

    mein hautarzt versprach mir durch das "gel" verbesserten komfort in der anwendung, da ich biher immer eine creme hatte - leider behielt er nicht recht. auch nach zweimaligem haare-waschen sehen meine (blonden) haare fettig und ungepflegt aus. die erhoffte wunderwirkung blieb bislang ebenfalls aus.

    Link to comment
    Share on other sites

    habe xamiolgel in der uniklink 14 tage abends aufgetragen und morgens mit clobex shampoo gewaschen meine kopf psoriasis war ich los und kann wieder ohne mich zu schämen zum frisör.

    Link to comment
    Share on other sites

    Habe 4 Wochen lang jede Nacht Xamiol angewendet. Nach 2 Wochen war das Jucken wesentlich weniger geworden, am Ende der Kur aber wieder fast wie zu Beginn.

    Habe dann eine kurze Pause gemacht, 2 Wochen Diprosalic angewendet um die Psori zu reduzieren nach einer Woche wieder mit Xamiol weiter gemacht. Diesmal nur 2 mal wöchentlich um den Haarwaschstress zu reduzieren:

    Ich habe langes Haar; das Auswaschen war fast unmöglich. Nach 4, 5-maligem shamponieren waren die Haare dann in trockenem Zustand immer noch völlig fettig. (Habe nun gemerkt, dass das Shampoo unbedingt auf das trockene Haar aufgetragen werden muss, so brauchts nur noch 3x Shampoo)

    Der Zustand der Kopfhaut ist sosolala; nicht wirklich gut, aber das Jucken hält sich wenigstens momentan in Grenzen.

    Was mich aber wirklich beunruhigt, ist mein sonstiges Befinden:Während der 4 Wochen Intensivkur war ich die ganze Zeit unglaublich müde. Nach einer Woche Kur hat mich ein Erkältungsvirus erwischt, und mich ungewohnt lange geplagt.Ich habe an den Tagen nach der Anwendung völlig verspannte Nacken- und Rückenmuskulatur, mit Kopfschmerzen. Auch habe ich seit nunmehr 7 Monaten eine Muskelzerrung die nicht zu heilen scheint und eine Muskelansatzentzündung die je länger je schlechter wird… Ob da Nebenwirkungen auf die Muskulatur entstehen können?

    Link to comment
    Share on other sites

    Ich habe gelesen, dass Xamiol für Kinder unter 18 Jahren nicht geeignet ist. Aber warum hat meine Tochter (4 Jahre alt) das bekommen? Was kann ich jetzt machen? Benutzen oder lassen?

    Link to comment
    Share on other sites

    Warum Ihre Tochter Xamiol trotzdem bekommen hat, können wir nicht wissen. Am besten ist es, wenn Sie einmal bei Ihrem Arzt anrufen – vielleicht hat er ja einen Grund. Bei deutlich älteren Kindern ab 12 Jahren wurde Xamiol schon untersucht, da schien es unproblematisch. Aber Ihre Tochter ist ja doch deutlich jünger.

    Link to comment
    Share on other sites

    NEIN, die Kombination von Calcipotriol und dem starken Kortison Betamethason hilft nicht gegen Haarausfall. Wer aber bei der Behandlung der Kopfhaut Haare verliert, kann normalerweise damit rechnen, dass das nach der Behandlung wieder aufhört. Weitere Information unter Suche "HAARAUSFALL".

    Xamiol® heißt jetzt Daivobet®-Gel. Das gibt es mit und ohne speziellen Applikator zum besseren Auftragen auf die Kopfhaut. Wir haben im Psoriasis-Netz darüber mehrmals darüber berichtet. Weitere Information unter Suche "DAIVOBET". Die Wirkstoffkombination gibt es auch als Schaum unter dem Namen Enstilar®.

    Seit einigen Jahren raten Dermatologen, das Mittel nicht mehr abzusetzen, sondern dauerhaft anzuwenden. Selbst, wenn die Kopf-Psoriasis weg ist, sollte man 2 x wöchentlich das Präparat auftragen. Damit würde man den nächsten Schub (der auf jeden Fall kommt!) abmildern und die lebenslange Zufuhr von Kortison verringern. Das entspricht der Erfahrung mit Neurodermitikern, die kaum ohne äußerliches Kortison auskommen.

    Der erste Bericht aus den USA ist insofern unglaublich, weil dort die gleiche Wirkstoff-Kombination 535 US-Dollar kosten soll, in Deutschland aber z.B. 120 g Gel 135,47 Euro. Verschreibungspflichtig ist es allemal.

    Es ist leider typisch, dass Wirkstoffe, die bei einem Psoriatiker gut helfen, bei anderen weniger gut oder überhaupt nicht anschlagen. Melden tun sich immer diejenigen, bei denen es nicht hilft. Aber in den Studien mit sehr vielen Patienten hat es der überwiegenden Zahl sehr gut geholfen. Insofern hilft nur Ausprobieren!

    Link to comment
    Share on other sites


    Join the conversation

    You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.
    Note: Your post will require moderator approval before it will be visible.

    Guest
    Add a comment...

    ×   Pasted as rich text.   Paste as plain text instead

      Only 75 emoji are allowed.

    ×   Your link has been automatically embedded.   Display as a link instead

    ×   Your previous content has been restored.   Clear editor

    ×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.


  • Similar Content

    • Claudia Liebram
      By Claudia Liebram
      Psoriasis und Apps – das war zumindest im deutschsprachigen Raum bislang eine eher glücklose Kombination. Im AppStore von Apple beispielsweise fand sich bis zum Herbst 2015 nur ein zwar offensichtlich ausgereiftes Programm, das aber auch schon länger nicht mehr aktualisiert worden war. Mit 4,49 Euro war es auch für App-Verhältnisse recht teuer.
      Die Marktlücke nutzte die Firma Leo Pharma: Sie bot seit Herbst 2015 die My Psoriasis App an. Später aber wurde auch diese App eingestellt.
      Der Name deutete es an: Die App wurde international entwickelt, ist in mehreren Sprachversionen und eben auch auf Deutsch erhältlich – und zwar in sehr gutem Deutsch.
      „Verfolgen Sie den Einfluss von Psoriasis auf Ihr Leben. Nutzen Sie die MyPso App, um ausgewählte Symptome über eine gewisse Zeit aufzuzeichnen“, erklärte sich die App beim Start gleich selbst. Die Symptome konnten Juckreiz, Schmerz, Entzündung, Trockenheit, Schulung, Stress oder „Andere“ sein. „Andere“ muss sich der Nutzer dann aber fortan selbst merken, denn weiter gefragt wird nicht, was damit gemeint ist.
      Gefragt wurde nach dem Geschlecht und nach Plänen – und zwar, wie lange man seine Psoriasis aufzeichnen wollte. Dabei half eine Erinnerungsfunktion. Die App fragte sogleich, wann man bitte erinnert werden wollte – wer gern lange im Bett liegt, sollte da eher nicht 7 Uhr angeben, und die Abfrage muss auch nicht jeden Tag erfolgen. Es ist auch möglich, sich einfach nur „jeden Montag“ daran erinnern zu lassen, dass man ja mal alles rund um seine Schuppenflechte vermerken könnte. So sinkt auch die Gefahr, dass man irgendwann auf die Meldungen des Smartphones nicht mehr reagiert, weil sie zu oft kommen. Eine Erinnerung an die Therapie kann auf die gleiche Weise eingerichtet werden.
      Der wichtigste Bildschirm, der einem öfter begegnete, enthielt die drei wichtigsten Funktionen: Man konnte Fotos hinzufügen, die Symptome und die Auslöser aufzeichnen.
      Für jedes Symptom wurde gefragt, wie stark es ist – auf einer Skala von 1 bis 4. Es folgte ein Punkt, bei dem man ruhig ehrlich sein konnte: Wird die Therapie wie vorgesehen angewendet? „Ja, meistens“, „Nein selten“ oder „Ich nutze keine Therapie“ – da waren die Programm-Erfinder realistisch.
      Die Testerin gab als ein Symptom ihren Juckreiz an, der für sie eines der quälendsten Probleme an der Psoriasis ist. Dazu passte dann der Hinweis „Kratzen kann die Heilung beeinträchtigen“ nebst einem Verweis auf weitere Informationen.
      Die Foto-Funktion ist selbst erklärend umgesetzt. Der Nutzer gibt noch auf einer Zeichnung an, welches Körperteil er da gerade fotografiert hat.
      Schwieriger war dann schon der nächste Bildschirm: „Was hat Ihrer Ansicht nach heute Ihre Psoriasis-Symptome ausgelöst?“, wird gefragt. Platz ist für 3 Auslöser. Wer hier klar angeben kann, welcher Auslöser sein Favorit ist, dürfte schon einen großen Schritt weiter sein.
      Der folgende Bildschirm forderte zum „Teilen“ auf – was zuerst zu einem kleinen Schrecken führt: Soll ich das jetzt alles auf Facebook oder Twitter teilen? Nein, gemeint war eine Funktion, die stark an die App „MyTherapy“ erinnert, die wir bereits vor längerer Zeit vorstellten: Der Nutzer konnte einen Bericht mit dem Verlauf seiner Erkrankung und einem Foto per Mail verschicken – ob an sich selbst oder an einen Arzt, blieb ihm selbst überlassen.
      Doch auch ohne das „Teilen“ zeichnete die App Woche für Woche auf, wie es einem mit seinen Symptomen erging. Kurven, wie man sie schon aus der Health-App von Apple kennt, ließen die Veränderungen schnell ersichtlich werden.
      Der Nutzer der MyPsoriasis App sollte sich auch nicht mehr allein fühlen: Er konnte sich bzw. seine Symptome und Auslöser mit denen von anderen Nutzern vergleichen.
      Der Hinweis auf ein Internetangebot des App-Anbieters schloss die App ab, gefolgt von Informationen über das Programm des Anbieters für Patienten, über die Firma und die Nutzungsbedingungen.
      Insgesamt entlockte uns die App schon ein „Nicht schlecht“ – und wir haben schon einige Apps getestet und alsbald wieder vom Smartphone gelöscht.
      Vorschläge zur Verbesserung
      An seine Therapie konnte sich der Nutzer lediglich einmal täglich erinnern lassen. Viele Therapien aber sind zwei- oder mehrmals am Tag anzuwenden – schon die Vitamin-D3-Creme des App-Anbieters oder auch Tabletten wie Otezla oder Fumaderm. Noch komplizierter wird es spätestens bei Therapien, die alle zwei Wochen oder gar alle drei Monate angewendet werden. Wünschenswert wäre in diesem Bereich eine Funktion gewesen, die den Nutzer an die nötigen Laborkontrollen erinnert.
      Bei den Auslösern war der psychologische Aspekt etwas unterentwickelt – lediglich Stress konnte angegeben werden. Vielleicht wäre ein eigener Dokumentations-Bereich zum psychischen Befinden oder auch nur zur Gefühlslage eine Idee, auch wenn die Darstellung eines zeitlichen Zusammenhangs zur eventuellen Verschlechterung der Psoriasis sicherlich eine Herausforderung ist.
      Der Vergleich mit anderen Nutzern ist nett – aber es blieb unklar, auf welcher Datenbasis das geschieht. Sind es die Nutzer der deutschsprachigen App? Oder von allen internationalen Versionen von Kanada bis nach Dänemark?
      Die Nutzungsbedingungen waren sehr lang – da wäre es schön gewesen, wenn man sich die auf „Knopfdruck“ per E-Mail zuschicken lassen könnte, wie es in anderen Programmen möglich ist. Dann kann man sie auch mal am „großen“ Bildschirm lesen.
      Anderes – und der Datenschutz
      Schade ist, dass Patientenverbänden Kraft und Geld für solche Apps fehlt, sondern eine Pharmafirma die Lücke füllt. Ihre Gesundheitsdaten wähnt die Testerin bei Patientenverbänden (zumindest im Bereich der Psoriasis) sicherer als sonstwo auf der Welt. Welche Daten im Hintergrund von einer App abgefragt werden, lässt sich für einen Laien schon gar nicht erahnen. Leo Pharma versicherte, dass Daten anonymisiert an Unternehmen weitergegeben werden, die an der Verbesserung der MyPsoriasis-App beteiligt waren – namentlich zwei Firmen in Dänemark. Aber auch “Pflegefachkräfte sowie andere Unternehmen im Konzern von Leo Pharma“ konnten mit den Daten versorgt werden.
      Leo Pharma erklärte in den Nutzungsbedinungen, dass die Daten ausschließlich in anonymer Form verarbeitet werden. Angaben zum Geschlecht, Triggerfaktoren, Auslösern, Therapie-Abbrüchen oder Symptomen wurden demnach „nur zu statistischen Zwecken verarbeitet, sie sind nicht individuell zuordenbar.“
      Sehr wichtig war Leo Pharma, dass der Nutzer für das, was er aus der App folgert, selbst verantwortlich ist. In den Nutzungsbedingungen wurde zum Beispiel darauf hingewiesen, dass die App keine Interpretationen oder Berechnungen liefert.
      An keiner Stelle in der App wies die Firma auf ihre Produkte hin – sie dürfte es ohnehin nicht, versuchte es aber auch nicht versteckt.
      Ein Nachteil wie bei den meisten Apps ist ihr Lebenszyklus. Wenn der Anbieter entscheidet, die App nicht länger auf dem Markt zu behalten, sind irgendwann auch all die mühsam eingegeben Daten nutzlos. Fragt sich, wann Apple, Google und Co. die Lücke nutzen und die Lifelogging-Funktionen ihrer Gesundheits-Apps aufbohren und das Vertrauen und die Daten der Nutzer gewinnen.
      Screenshots von der My Psoriasis App
      Wie die App aussah und funktionierte, haben wir in Screenshots festgehalten:
      Noch ein Hinweis: Dieser App-Test wurde vom Anbieter weder angeregt noch anderweitig irgendwie begleitet. Er basiert ausschließlich auf unserer eigenen Initiative.
    • TeilZeitEnqel
      By TeilZeitEnqel
      ( mit webcam gemacht in echt sieht es ein bisschen roter aus )
      Hallo , also seit dem ich Daivobet und Xamiol ( hoffe mal es ist richtig geschreiben ) benutze habe ich fast keinen juckreiz mehr und die haut schuppt auch nichtmehr so und meine stellen sind verblasst ... aber ich hab ein problem seit ein paar monaten bekomme ich komische flecken auf den arm die sich auch immer mehr ausbreiten das sieht aber nicht aus wie schuppenflechte vllt ist das ne allergie von den Salben ich werden mal die nächsten tage zum hautarzt gehen ! ( siehe bild )
      kennt ihr noch andere salben die ebenfalls so gut wirken ? schwarzkrümmelöl habe ich gehöhrt soll wunder bewirken ?
      ich muss aber noch dazu sagen in meiner familie hat niemand schuppenflechte außer ein paar haben trockene haut also keine erbkrankheit ich habe die hoffnung noch nicht ganz aufgegeben das die kranheit durch was anderes ausgelöst wird und mir eines tages jemand helfen kann : / - früher als kind als meine haut noch nomal war wollte ich mich nie eincremen nach dem duschen und eines tages stieg ich aus der dusche und hatte nach dem abtrocknen überall rote punkte was dann später zur schuppenflechte wurde finde ich sehr komisch !
    • till_topf
      By till_topf
      Hallo,
      ich hoffe hier kann mir jemand helfen. Ich wohne im Raum Köln/ Düsseldorf/ Neuss und die zwei Hautärzte die es bei mir im Ort gibt, verschreiben Xamiol keinem Kassenpatienten. Angeblich würde das nicht gehen, gäbe es nur für Privatpatienten.
      Ist das wirklich so?????
      Ich habe zwei Proben testen dürfen und es wirkt so toll, bin zum ersten Mal fast symptomfrei.
      Kennt jemanden einen Arzt in meiner Gegend der Xamiol auch schnöden Kassenpassienten verschreibt?
      Herzlichen Dank und ein schönes Wochenende
      till_topf
    • streamer0028
      By streamer0028
      Also mal wieder ein neuer Versuch mit dem 'neuen' Medikament Xamiol.
      Nachdem die ganze Zeit Probleme vorgekommen sind mit dem Produkt habe ich es mir heute direkt von der Apotheke geholt und naja große Packung und hoffentlich auch große Wirkung. Hoffen wir es ma hab es mir ma jetzt an versch Stellen am Kopf eingerieben mal schauen was die Tage bringen.
      Zur Info nochma:
      Xamiol Gel 0,5mg/g - 60g Packung - Leo Pharma
      Calciportiol und Betamethason
      Also ich werde euch ma über die nächsten Tage und Wochen auf dem laufenden halten...
      mfg streamer

Willkommen

Willkommen in der Community für Menschen mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Ohne Werbung, ohne Tracking, aber mit ganz viel Herz 💛

×
×
  • Create New...

Important Information

We have placed cookies on your device to help make this website better. You can adjust your cookie settings, otherwise we'll assume you're okay to continue.