<?xml version="1.0"?>
<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Neues &#xFC;ber Schuppenflechte und Psoriasis arthritis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/page/18/?d=33</link><description>Artikel: Neues &#xFC;ber Schuppenflechte und Psoriasis arthritis</description><language>de</language><item><title>"Ohne meinen Arzt w&#xE4;re ich wohl nicht mehr am Leben"</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/ohne-meinen-arzt-waere-ich-wohl-nicht-mehr-am-leben/</link><description><![CDATA[
<p>
	<strong>Christine Schröder verdankt ihrem Internisten ihr Leben. Bei ihr wurden Symptome der Psoriasis arthritis im (!) Herzen festgestellt. Ihren Weg durch Arztpraxen und Kliniken schildert sie in ihrem Erfahrungsbericht.</strong>
</p>

<p>
	Seit meiner Kindheit war ich von einer <span ipsnoautolink="true">Psoriasis vulgaris</span> an zwei kleinen Stellen am Arm und am Kopf betroffen. Meine Mutter und ihr Vater litten ebenfalls an Psoriasis, waren bzw. sind aber wesentlich stärker betroffen.
</p>

<p>
	Zusätzlich zu den starken Auswirkungen an der Haut gesellte sich bei meiner Mutter ab dem 40 Lebensjahr auch eine schwere <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span>, Fingergelenke, Schultergelenk, Hüftgelenk dazu.
</p>

<p>
	Nach jahrelangen Schmerzen und erfolglosen Therapieversuchen des Orthopäden wird sie seit einem Jahr vom Internisten mit einer Kombinationstherapie von <span ipsnoautolink="true"><abbr title="Methotrexat">MTX</abbr></span> und Cortison behandelt, und ist nun nahezu schmerzfrei.
</p>

<p>
	Bis zum Herbst 1997 hatte ich bis auf die bereits erwähnten zwei kleinen Stellen mit der Psoriasis absolut keine Probleme.
</p>

<p>
	Im Winter 1997 zog ich mir eine eitrige Zungengrund-Angina mit hohem Fieber zu.
</p>

<p>
	Nach erfolgter antibiotischer Therapie blühte die Psoriasis plötzlich in Form einer <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/psoriasis/psoriasis-guttata-symptome-ausloeser-behandlung-r1117/" rel="">Psoriasis punctata</a> auf. Kurz darauf bekam ich Probleme mit dem Herzen. Ich hatte Symptome der Angina pectoris. Schmerzen in der Brust, die in den linken Arm ausstrahlten.
</p>

<p>
	Mein damaliger praktischer Arzt probierte zur Beseitigung der Schmerzen den Einsatz von Nitrolingual-Spray. Die Schmerzen verschwanden sofort. Da ich zu diesem Zeitpunkt erst 30 Jahre alt war, war mein Arzt ratlos und schickte mich zum Kardiologen. Dieser machte eine Echokardiographie und ein Belastungs-EKG. Anschließend erklärte er mir, dass ich 100 Prozent gesund sei, und ich zur Klärung der Ursache einen Psychologen aufsuchen solle. Falls die Schmerzen wieder aufträten, sollte ich ein starkes Schmerzmittel nehmen.
</p>

<p>
	Vier Wochen später hatte ich, nach unzähligen vorangegangener Attacken, bei einer Sportveranstaltung (war nur Zuschauer) einen so heftigen Brustschmerz, dass ich ohnmächtig wurde. Gleich darauf bekam ich Kammerflimmern und musste von dem anwesenden Turnierarzt reanimiert werden.
</p>

<p>
	Im Krankenhaus wurde festgestellt, dass ich einen Herzinfarkt erlitten hatte. Bei der darauffolgenden Herzkatheter-Untersuchung konnte aber keine Verengung der Herzkranzarterien entdeckt werden. Die Cholesterin-Werte waren völlig in Ordnung.
</p>

<p>
	Mein Hausarzt lehnte daraufhin jegliche Behandlung ab und ich wechselte zu einem Internisten, der mich zur kardiologischen Diagnostik in eine Spezialklinik einwies. Bei einem weiteren Herzkatheter konnten auch keine Anzeichen einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) entdeckt werden. Es wurde dann aufgrund des vorangegangenen Kammerflimmerns ein Defibrillator (Gerät, daß bei zu schnellem Herzschlag einen Stromstoß in das Herz abgibt) implantiert. Eine Ursache für den Infarkt konnte nicht gefunden werden.
</p>

<p>
	Kurz nach der Entlassung aus dem Krankenhaus bekam ich Luftnot bei körperlicher Anstrengung. Es wurde schließlich so schlimm, dass ich mich eines Tages mit letzter Kraft in die Praxis meines Internisten schleppte. Als ich versuchte, der Arzthelferin zu sagen, was mir fehlte, kamen aus meinem Mund nur röchelne und brodelnde Geräusche. Meine Lippen und Nagelbetten waren blau verfärbt.
</p>

<p>
	Der Arzt stellte sofort fest, dass ich ein Lungenödem hatte und konnte im letzten Augenblick die entsprechenden Maßnahmen ergreifen. Ich bekam daraufhin wasserausschwämmende Medikamente. Ein weiterer Krankenhausaufenthalt mit unzähligen Herzkatheter-Untersuchungen konnte wieder keine Ursache aufdecken.
</p>

<p>
	Nach vielen ergebnislosen Wochen im Krankenhaus war ich psychisch und physisch völlig am Ende. Ich wollte nur noch nach Hause. Die Krankenhausärzte waren natürlich absolut dagegen. Ich war inzwischen zu einem begehrten Forschungsobjekt geworden.
</p>

<p>
	Ich schilderte die Situation und meine Verfassung meinem Internisten, und er erklärte sich damit einverstanden, die Behandlung zu übernehmen, da der stationäre Aufenthalt keinerlei Erfolg zeigte.
</p>

<p>
	Sechs Monate später bekam ich einen Perikarderguss (Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel), der notfallmäßig punktiert werden mußte, da er das Herz abdrückte. Aus dem gewonnenen Punktat konnte dann endlich die Diagnose gestellt werden. Es wurden Psoriasis-Antigene und autoimmune Antikörper gefunden. Ich hatte also im Herzen die gleiche Entzündung wie die Patienten mit einer Psoriasis arthritis in den Gelenken.
</p>

<p>
	Mein Arzt versuchte dann zwecks Therapie, Kollegen oder Literatur ausfindig zu machen, die ihm eventuelle Ratschläge oder Orientierungsmöglichkeiten bieten könnten. Er musste jedoch feststellen, dass es weder Literatur noch Kollegen gab, die ihm hätten weiterhelfen können.
</p>

<p>
	Da ich ihn anflehte, mich nicht wieder ins Krankenhaus zu schicken, startete er zunächst einen Versuch mit Kortison in steigender Dosis. Später kam noch <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> hinzu, schließlich auch Imurek. Mein Zustand verschlechterte sich jedoch zusehends. Im Januar 2000 liefen dann die Vorbereitungen für meine Aufnahme auf die Transplantationsliste des Herzzentrums. Ich konnte zu dieser Zeit keine Treppen mehr steigen, war trotz aller Medikamente kurzatmig, meine Lippen waren ständig blau.
</p>

<p>
	Mein Arzt sah aber eine letzte eventuelle Chance. Er schlug mir das Medikament <span ipsnoautolink="true">Remicade</span> vor und ich willigte ein. Da ich mich in kritischem Zustand befand, suchte mein Arzt nach einer Klinik, in der das Medikament unter intesivmedizinischen Bedingungen gegeben werden könnte. Er erhielt jedoch nur Absagen. Keiner wollte das Risiko eingehen, erstmals einem Herzpatienten das Medikament zu verabreichen.
</p>

<p>
	Die Zeit drängte aber allmählich, und da mein Arzt selbst vier Jahre lang eine Intensivstation geleitet hatte, schuf er schließlich in seiner Praxis intensivähnliche Voraussetzungen, um mir am 17. Februar 2000 die erste Infusion zu geben. Was kaum jemand geglaubt hatte, trat ein. Drei Wochen nach der Infusion konnte ich wieder ein fast normales Leben führen. Ich konnte sogar wieder Radfahren und Reiten. Es war wie ein Wunder.
</p>

<p>
	In der Zwischenzeit hat sich ein Infusionsintervall von sechs bis sieben Wochen eingestellt. Am Ende der 6. bzw. 7. Woche stellt sich jeweils wieder eine Herzschwäche ein, die bis zum Wirkungsbeginn der Infusion weiter fortschreitet. Zwei bis drei Wochen nach der Infusion kann ich aber wieder ein normales Leben führen.
</p>

<p>
	Eine Transplantation konnte gottlob vermieden werden. Zur unterstützenden Therapie wurde jetzt <span ipsnoautolink="true">Fumaderm</span> angesetzt. Ohne den mutigen Einsatz meines Arztes, der für mich Kopf und Kragen riskiert hat, wäre ich wohl nicht mehr am Leben. Die Aussichten auf den Erfolg einer evtl. Transplantation waren ohnehin gering, da aufgrund der autoimmunen Ursache der Erkrankung mein Körper ein fremdes Herz sicher abgestoßen hätte.
</p>

<p>
	Meinem Arzt bin ich für seinen unermüdlichen Einsatz unendlich dankbar, denn ich habe zwei kleine Kinder, die nun wieder eine fast gesunde Mutter haben.
</p>

<p>
	<em>Christine Schröder</em>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">724</guid><pubDate>Mon, 15 Mar 2004 10:16:00 +0000</pubDate></item><item><title>"Wen es st&#xF6;rt, der soll nicht hingucken"</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/wen-es-stoert-der-soll-nicht-hingucken/</link><description><![CDATA[
<p>
	<strong>Uwe A. empfiehlt, den Urlaubsort im Sinne der Psoriasis zu wählen. Ansonsten macht er sich aus Blicken von Fremden nicht viel. Der Erfahrungsbericht eines Betroffenen.</strong>
</p>

<p>
	Erstmals trat die <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> bei mir während der Schulzeit auf, ich war etwa 15 Jahre alt. Sämtliche Salben und <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c40-bestrahlung" rel="">Bestrahlungen</a> halfen bisher nicht. Sie kam und ging und kam und ging... Merkwürdigerweise habe ich die stärksten Probleme im Sommer – wenn ich mal wieder befallen bin – obwohl doch UV-Licht zur Besserung beitragen soll?!?
</p>

<p>
	Vor etwa 5 Jahren machte ich Ende August eine Woche Urlaub auf Korfu/Griechenland. Ich hatte zu dem Zeitpunkt die Schuppe nur an den Ellenbogen und an den Knien. Während des Urlaubs kümmerte ich mich überhaupt nicht darum (zu Hause hatte ich bis dahin mit einer teerhaltigen Creme gekämpft). Ich schmierte mich lediglich mit Sonnenmilch ein und verbrachte fast jeden Tag am Strand, viel baden und viel Sonne. Abends noch eine Dusche im Hotel. Nach einer Woche waren die fast weg, und sie blieben es auch lange Zeit.
</p>

<p>
	Die letzten Jahre machten wir Urlaub in der Türkei. Leider hatten wir jedesmal das Pech, Stein-Strände zu erwischen, das hieß: Urlaub am Pool. Der Schuppe hat dies nicht geholfen, leider kann ich nun nicht sagen, ob der Urlaub in der Türkei hilft oder nicht, da ich ja nicht im Meer war, so wie auf Korfu. Wäre natürlich toll, denn ein Urlaub dort kostet nicht mehr als 500.- bis 800.- für 14 Tage Halbpension, wenn man in der Nebensaison fährt, und die Buchung von Flug und Hotel auch mal selbst in die Hand nimmt.
</p>

<p>
	Meine Empfehlung für alle, die es probieren möchten: Hotel Hane, Türkei Side/Kumköy, 3-Sterne, Tel.-Nr. und Fax-Nr. über die Auslandsauskunft erfragen, liegt direkt an einem sauberen Sandstrand (bei meinem ersten Urlaub dort, hatte ich gerade keine Symptome, danach sind wir immer Last-Minute zu anderen Orten geflogen), Kosten ca. im Sommer (Nachsaison) 60-70 DM pro Doppelzimmer!!! pro Nacht inkl. Halbpension, also 30-35 DM pro Nase!!!
</p>

<p>
	Im letzten Jahr (April/Mai) verbrachte ich fast 5 Wochen im Krankenhaus wg. <span ipsnoautolink="true">Morbus Crohn</span> (chron. Darmentzündung). Wurde erst im Januar 1999 diagnostiziert, muss ich aber lt. Arzt schon viele Jahre haben. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt auch mit der Schuppenflechte zu tun. Im Krankenhaus wurde wg. des Crohns eine sogenannte Schub-Therapie durchgeführt, d.h., Kortison in hohen Dosen, anfangs 60 mg/Tag! Die Dosis wurde anfangs wöchentlich, dann 14-tägig verringert. Nach 7 Monaten war ich auf 0. Angenehmer Nebeneffekt: die Schuppenflechte verschwand vollständig in dieser Zeit.
</p>

<p>
	Bis März diesen Jahres. Da bekam ich mal wieder eine <span ipsnoautolink="true">Mandelentzündung</span> und bereits eine Woche nach den ersten Schluckbeschwerden war sie wieder da. Da dies lt. Hautarzt als einer der Auslöser bekannt ist, und da ich gleich 2 mal innerhalb 2 Monaten damit zu tun hatte (als Kind ebenfalls oft), habe ich mir die Mandeln entfernen lassen (bin gerade 2 Tage aus dem Krankenhaus). Nun kann ich erst einmal nur hoffen.
</p>

<p>
	Zur Zeit sind bei mir die Hände am schlimmsten betroffen, sämtliche Salben helfen (wie immer) nicht. Ich schmiere sie mir täglich mehrmals mit Melkfett (sehr billig, sehr ergiebig) ein, da die Haut sonst überall aufreißt. Leider hat das zur Folge, dass ich fast den ganzen Tag mit Handschuhen rumrennen muss, weil ich sonst alles anschmiere.
</p>

<p>
	Psychisch macht mir die Schuppe eigentlich nicht zu schaffen (außer, dass natürlich die Beschwerden nerven).
</p>

<p>
	Wen es stört, der soll nicht hingucken. Ich lasse mich nicht zu Hause einsperren, nur weil anderen es nicht gefällt; ich laufe auch nicht im Sommer mit langen Sachen, Schal und Mütze rum, sondern in Shorts und T-Shirts, auch ins Freibad gehe ich.
</p>

<p>
	<em>Uwe A. (31)</em>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">769</guid><pubDate>Sun, 14 Mar 2004 20:09:00 +0000</pubDate></item><item><title>Schuppenflechte &#x2013; ein Wechselbad der Gef&#xFC;hle!</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/schuppenflechte-ein-wechselbad-der-gefuehle/</link><description><![CDATA[
<p>
	<strong>Manfred Puderbach hatte zunächst einen Schock. Ein Leben lang mit der Schuppenflechte? Die Psoriasis ist für ihn ein Wechselbad der Gefühle. Seine Hoffnung auf Besserung aber ist ungebrochen. Der Erfahrungsbericht eines Betroffenen.</strong>
</p>

<h2>
	Der Schock
</h2>

<p>
	Mit zweiundzwanzig Jahren begann meine "Karriere" als Psoriatiker. Der erste Besuch bei einem Dermatologen verlief weder hilfreich noch besonders informativ. Er meinte: "Das beste Mittel gegen Psoriasis ist, nichts mehr essen!" Auch die Aussage, ich müsse ein Leben lang mit der <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> leben, war für mich damals ein Schock.
</p>

<p>
	Es folgten einige Jahre Behandlung mit verschiedenen Medikamenten, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dithranol/dithranol-information" rel="">Cignolin</a>, Salicylpräparate, Teer und Balneotherapeutika, um nur einige zu nennen.
</p>

<h2>
	Das Tote Meer
</h2>

<p>
	Von Freunden erfuhr ich vom <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/totesmeer" rel="">Toten Meer</a>. Einem "Medikament ohne Nebenwirkungen". Sofort stellte ich einen Antrag auf eine Heilklimatherapie.
</p>

<p>
	Ich bekam von meiner Krankenkasse eine Absage. Daraufhin fuhr ich persönlich zur Geschäftsstelle der Krankenkasse und musste mir anhören, wie teuer so eine Behandlung sei. Nach einer Diskussion und einer Untersuchung beim "Vertrauensarzt" (heute Medizinischer Dienst) konnte ich im April 1988 zum ersten Mal an das Tote Meer nach Israel reisen. Der Erfolg war beachtlich, wie sich nach vier Wochen herausstellte.
</p>

<h2>
	Gelenke
</h2>

<p>
	Nicht nur meine Haut war zu 99 Prozent erscheinungsfrei, auch die seit einiger Zeit aufgetretenen <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/psoriasis-arthritis-grundlagen/psoriasis-arthritis-%E2%80%93-wenn-gelenke-wehtun-r1119/" rel="">Gelenkschmerzen</a> waren nach diesem vierwöchigen Aufenthalt am Toten Meer kein Thema mehr.
</p>

<p>
	Noch eine Besonderheit ist festzustellen: Meine Haut war über sechs Monate erscheinungsfrei. Eine vorher nie erreichte Dauer.
</p>

<p>
	Ich fühlte mich wie neugeboren. Bei allen Aufenthalten in Israel habe ich immer neue Erfahrungen gewonnen und mit anderen Betroffenen diskutiert: Wie gehen andere mit der Schuppenflechte um? Was kann ich davon für mich umsetzen?
</p>

<p>
	Doch musste ich auch erfahren, wie unberechenbar die Psoriasis sein kann. Natürlich folgten auch wieder Monate des Unbehagens über das eigene Aussehen! Unsicherheit und schwindendes Selbstbewusstsein waren die Begleiter des Alltags.
</p>

<p>
	Momentan glaube ich, meine Psoriasis mit einer nicht mehr ganz neuen, aber dennoch sehr wirksamen Therapieform im Griff zu haben. Ich mache eine ambulante Tomesa-Therapie, bade in einer Totes-Meer-Solelösung und werde gleichzeitig mit <span ipsnoautolink="true">UV-B</span> bestrahlt. Ob mir künftig in dieser Beziehung ein Wechselbad der Gefühle erspart bleibt? Meine Hoffnung ist ungebrochen!
</p>

<p>
	<em>© Manfred Puderbach, Psoriasis Selbsthilfegruppe München e.V.</em>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">752</guid><pubDate>Sun, 14 Mar 2004 19:54:00 +0000</pubDate></item><item><title>"Die Schuppe ist ein Teil von Dir"</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/die-schuppe-ist-ein-teil-von-dir/</link><description><![CDATA[
<p>
	<strong>Christina S. kann über Reaktionen auf ihre offensichtliche Schuppenflechte schon schmunzeln. Bis dahin war es aber ein weiter Weg. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.</strong>
</p>

<p>
	Ich bekam meine "Schuppe" mit 15 Jahren.Ich hatte einen ziemlich starken Sonnenbrand, vor allem auf dem Rücken und an den Beinen. Ich war zu dieser Zeit gerade auf Klassenfahrt (meine Abschlussfahrt, die ich nie in meinem Leben vergessen werde) und fast jeder hatte eine Sonnenallergie. Also, dachte ich, habe ich auch so was, als ich vereinzelt rote Flecken bekam.
</p>

<p>
	Wieder zu Hause machte ich mir auch keine Gedanken mehr darüber. Als ich ein paar Tage später morgens aufstand, hatte ich am ganzen Körper diesen "Ausschlag". Besonders schlimm an den Beinen und auf dem Rücken, wie vorher der Sonnenbrand.
</p>

<p>
	Ich war am Boden zerstört und ging direkt zum Hausarzt, von dem bekam ich Ultralan-Milch und nach ein paar Tagen war alles weg. Ich habe dann auch aufgehört, mich mit der Milch einzureiben. Nach ein paar Tagen war es noch schlimmer als vorher. Zu der Zeit konnte ich mit dem Begriff <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/kortison" rel="">Kortison</a> noch nichts anfangen.
</p>

<p>
	Ich war von Kopf bis Fuß zu. Für mich brach eine Welt zusammen. Ich war 15 Jahre, hatte endlich die Schule hinter mir und noch ein paar Wochen frei bis ich meine Ausbildung anfangen sollte und dann so was. Also, wieder zum Arzt, diesmal zum Hautarzt.
</p>

<p>
	Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich einmal einen Großteil meiner Zeit bei irgendwelchen Ärzten verbringe, hätte ich es nicht geglaubt.
</p>

<p>
	Von diesem Arzt bekam ich eine Salbe, ich weiß schon gar nicht mehr welche. Bei meiner Haut blieb alles beim alten. Danach ging es von einem zum anderen, aber nichts half.
</p>

<p>
	Unter dem Motto "nie die Hoffnung aufgeben" ging es zum nächsten, ich lebte eben noch mit der Illusion, dass die Schuppe wieder weg geht. Diesmal ging ich ambulant in die Uniklinik nach Homburg/Saar (ca. 30 km ein Weg). Dort sollte ich dann dreimal pro Woche zur <span ipsnoautolink="true">Lichttherapie</span> kommen.
</p>

<p>
	Nach 2 Wochen war meine Bestrahlungszeit "schon" bei 25 Sekunden, als man feststellte, dass ich nicht nur auf Sonne, sondern auch auf die Bestrahlung allergisch reagierte.
</p>

<p>
	Ich wollte und konnte nicht jedes Mal von meinen Eltern verlangen, ca. 1 1/2 Stunden hin und her zu fahren, für ein paar Sekunden. Also wurde ich stationär eingewiesen, "nur für 4 Wochen" wie man mir versicherte. Zum Glück war mein zukünftiger Arbeitgeber bereit, den Beginn meiner Ausbildung zu verschieben.
</p>

<p>
	Nach 4 Wochen war ich immer noch im Krankenhaus und musste auch noch feststellen, was es bedeutet, wahre Freunde zu haben. Ich wollte nicht mehr, ich war am Ende, was auch meine Haut zu spüren bekam.
</p>

<p>
	Nach Absprache mit meinem Arzt durfte ich einmal pro Woche tagsüber und am Wochenende nach Hause. Ich musste dann zu unzähligen Untersuchungen, unter anderem musste ich auch eine <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/entfernung-der-mandeln-kann-psoriasis-bessern-vielleicht" rel="">Mandeloperation</a> über mich ergehen lassen, weil dadurch angeblich meine Schuppe besser wird, was ich bis heute nicht bestätigen kann.
</p>

<p>
	Bei der Blinddarmoperation spielte ich dann nicht mehr mit. Nach drei langen Monaten wurde ich endlich entlassen. Mit der Schuppe an den Unterschenkeln, Armen und am Kopf.
</p>

<p>
	Danach ging es wahllos von einem Doktor zum anderen und keiner konnte nur irgendwie zur Linderung beitragen. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr, was sich auch nicht negativ auf meine Haut ausübte.
</p>

<p>
	Im März 1993 bekam ich zum ersten mal mit meine Gelenken Probleme. Als ob ich nicht schon genug gestraft wäre. Da man aber dafür auch noch keine Lösung zur Linderung gefunden hat, habe ich mich auch damit abgefunden.
</p>

<p>
	Von Mitte September bis Mitte Oktober 1993 bin ich dann ans <a href="https://www.psoriasis-netz.de/category/therapien/totesmeer" rel="">Tote Meer</a> nach Israel zu Kur. Meine letzte Hoffnung. Es lagen 4 Wochen harte Arbeit vor mir.
</p>

<p>
	Bei 50 Grad jeden Tag ca. 8 Stunden in der Sonne liegen ist nicht gerade ein Vergnügen. Als ich nach 4 Wochen nach Hause kam, war zwar nicht alles weg, aber zum erstenmal seit Beginn meiner Schuppe hatte ich wieder Hoffnung. Und natürlich auch mehr Selbstbewusstsein. In Israel ist mir klar geworden, wie viele Menschen es gibt, die dagegen ankämpfen und noch schlimmer belastet sind als ich.
</p>

<p>
	Eine Woche nach meiner Rückkehr kam dann ein neuer Schub und alle Mühe war umsonst.
</p>

<p>
	Und wieder von einem Doktor zum nächsten. Ernährungsumstellung, Bestrahlung, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels" rel="">Salben</a>, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/tabletten-spritzen/tabletten-und-spritzen-%E2%80%93-die-uebersicht-r1125/" rel="">Tabletten</a>... Um alle Mittel auszuführen würde ich Stunden brauchen.
</p>

<p>
	Letztes Jahr war ich wieder in Israel. Von Mitte Juli bis Mitte August. Die Zeit war noch härter. Wir hatten ca. 60 Grad im Schatten und am Nachmittag 40 Grad Wassertemperatur. Nach 2 Wochen hatte ich wieder einen neuen Schub und dann wurde festgestellt, dass meine Haut schlechter wird, sobald ich Gelenkschmerzen bekomme. Wieder was dazu gelernt!
</p>

<p>
	Bis zum Ende meiner Kur hatte ich aber fast alles weg, aber es war zu heiß, die Haut konnte nicht richtig abheilen. Fünf Tage nach meiner Rückkehr war wieder alles beim alten. Schade!
</p>

<p>
	Seit der Kur bin ich aber wieder intensiv bemüht, meine Schuppe zu besiegen und es wird von Tag zu Tag besser! Vor allem aber habe ich wieder mehr Selbstbewusstsein bekommen! Seit Anfang des Jahres bin ich in einer Selbsthilfegruppe, was mir auch sehr geholfen hat.
</p>

<p>
	Die Schuppe geht nie wieder ganz weg, sie ist ein Teil von Dir! Wenn Du Dir das immer wieder sagst, geht es Dir besser. Ich dachte immer "Streng Dich an und dann geht's auch wieder weg". Das ist der falsche Weg. Ich bin ich, und wer mich so nicht akzeptiert, hat auch meine Freundschaft nicht verdient.
</p>

<p>
	Natürlich habe ich auch schon meine Erfahrungen mit der "Außenwelt" gemacht. Hier nur zwei Beispiele: Ich war mal wieder beim Hautarzt und dachte, da es dort viele "Leidgenossen" gibt, kann man ruhig mit sommerlicher Kleidung auftreten. Als ich im Wartezimmer betrat, verstummten die Gespräche und die Blicke blieben auf mir hängen. Ich ließ mich auf dem letzten freien Sitzplatz nieder und versteckte mich hinter einer Zeitung um die Reaktionen zu beobachten. Und tatsächlich, die Dame zu meiner rechten und zu meiner linken rutschten von mir weg. Da ich meinen Humor nicht verloren habe, musste ich hinter meiner Zeitung sehr darüber schmunzeln.
</p>

<p>
	Die zweite Geschichte finde ich aber noch besser! Ich arbeite in meiner Freizeit in der Gastronomie. Bis auf meine Hände konnte ich immer alles so gut wie möglich verstecken. Ein Gast rief mich an seinen Tisch und fragte, ob ich sadomasochistisch veranlagt wäre. Total entsetzt fragte ich, wie er auf diese Idee käme und er meinte ganz locker, dass meine Hände aussähen, als ob ich Zigarettenkippen darauf ausdrücken würde. Ich habe ja schon vieles gehört, aber da war ich so geschockt, dass ich keine Antwort geben konnte. Es macht mir sonst immer "Spaß", irgendwelche Geschichten zu erfinden und ich bin bestimmt nicht "auf den Mund gefallen", aber da war selbst ich sprachlos.
</p>

<p>
	Es gibt jede Menge solcher Geschichten, die bestimmt jedem schon passiert sind. Über Kommentare zum Erfahrungsaustausch würde ich mich sehr freuen.
</p>

<p>
	<em>Christina S. (22, Saarland)</em>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">747</guid><pubDate>Sun, 14 Mar 2004 17:45:00 +0000</pubDate></item><item><title>Schuppenflechte - und trotzdem Spa&#xDF; am Leben</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/schuppenflechte-und-trotzdem-spass-am-leben/</link><description><![CDATA[
<p>
	<strong>"Schuppenflechte und trotzdem Spaß am Leben." Sie dachte zunächst, sie würde im Rollstuhl enden. Mehrere Aufenthalte am Toten Meer haben ihr geholfen. Sie hat gelernt, mit der Schuppenflechte umzugehen. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.</strong>
</p>

<p>
	Mit 19 Jahren zeigten sich nach einer eitrigen Angina auf meinem linken Handrücken die ersten Pünktchen. Zuerst dachte ich an Mückenstiche und beachtete die roten stecknadelgroßen Tüpfchen nicht. Da sie aber nicht verschwanden und sogar größer wurden, suchte ich einen Arzt auf. Er brachte mir schonend bei, das sei <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span>, die mich fortan zeitlebens begleiten und die sogar am ganzen Körper auftreten könne.
</p>

<h2>
	Diagnose
</h2>

<p>
	Ich war ziemlich verwirrt, da ich bis zu diesem Zeitpunkt von Schuppenflechte noch nie gehört hatte. Nun konsultierte ich noch einen Hautarzt mit der Hoffnung, der praktische Arzt hätte sich geirrt. Aber dieser stellte die gleiche Diagnose: "Psoriasis". Für mich war die Bestätigung bitter, da ich gerade ein Jahr verheiratet war. Wie würde wohl mein Mann reagieren?
</p>

<p>
	Nach 14 Tagen gesellten sich am linken Bein noch ein paar Stellen dazu. Nun hatte ich mich damit abgefunden, mit ein paar Fleckchen zu leben, da sich die Schuppenflechte nicht weiter ausbreitete.
</p>

<p>
	Mit 20 1/2 Jahren bekam ich einen Sohn. Während der ersten Schwangerschaftsmonate bildeten sich die Flecken ganz zurück, wahrscheinlich durch die Hormonumstellung. Ich war froh, die Psoriasis los zu sein, doch die Freude war nicht von langer Dauer.
</p>

<h2>
	Verschlimmerung
</h2>

<p>
	1973 gebar ich Zwillinge. Nach dem Aufenthalt in der <a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen/kliniken/" rel="">Klinik</a> explodierte meine Haut förmlich. Mein Körper war übersät von Schuppenflechte. Ich therapierte mit <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dithranol/dithranol-information" rel="">Cignolin</a>, das ich am Abend auftrug und am morgen mit lauwarmem Öl abwusch. Zusätzlich sonnte ich mich im Garten oder mit künstlicher Sonne. Nach einigen Wochen war ich beschwerdefrei.
</p>

<p>
	Die nächsten Jahre vergingen mit einigen Flecken an den Ellenbogen, Knien und kleinen Flecken an den Beinen, die ich immer wieder mit Cignolin abheilte.
</p>

<h2>
	Gelenke
</h2>

<p>
	Im Alter von ca. 28 Jahren gesellte sich zur Psoriasis die  <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span><span style="display: none;"> </span>; sämtliche Knochen und Rippen und sogar die Kauknochen schmerzten mich.
</p>

<p>
	Ab diesem Zeitpunkt verlor die "sichtbare Schuppenflechte" bei mir an Bedeutung. Ich bekam Panik und sah mich schon im Rollstuhl und drei kleine Kinder ohne mütterliche Versorgung. Gegen starke Medikamente wehrte ich mich. Ich behandelte mit viel Wärme, zog nachts drei Jacken, Kniewärmer und bei Hitze im Hochsommer nur noch Kleidung mit langen Ärmeln an. Auch Moorbäder und Gymnastik wandte ich an. So konnte ich die Schmerzen ertragen.
</p>

<h2>
	Totes Meer
</h2>

<p>
	Im Januar 1981 fand ich in einer Zeitung das Angebot eines Reiseveranstalters: "Bei Psoriasis ans <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/totesmeer" rel="">Tote Meer</a>". Ich setzte mich sofort mit dem Veranstalter in Verbindung. Im März trat ich meine erste Reise ans Toten Meer an. Nach vierwöchigem Aufenthalt in Israel flog ich abgeheilt und fast schmerzfrei nach Hause. Ich war nun sehr zuversichtlich, nicht im Rollstuhl enden zu müssen, da ich im Toten Meer für meine Gelenke eine wunderbare Besserung erfahren hatte. Für mich war Israel wirklich das heilige und heilende Land. Die nächsten zehn Aufenthalte am Toten Meer bezahlte ich selbst mit Unterstützung meiner Eltern.
</p>

<p>
	Als 1986 mein Vater verstarb, blühte meine Flechte durch den Schmerz wieder auf. 1987, 91 und 93 verbrachte ich jeweils vier Wochen in Hautkliniken in Deutschland. Zweimal hatte ich guten, einmal weniger guten Erfolg.
</p>

<p>
	Nun begleitet mich meine Psoriasis schon seit 27 Jahren. Wenn ich beim Schreiben dieser Zeilen so zurückdenke, habe ich gut gelernt, mit ihr umzugehen und zu leben.
</p>

<p>
	Mit welchen Menschen man zusammenlebt, spielt sicher auch eine große Rolle. Ich hatte Glück, dass meinen Partner meine "Psoriasis" nie gestört hat. Er hat mich immer getröstet und mir beteuert, dass ich eben etwas Besonderes bin. Nicht jeder hat so schöne rote Tüpfchen. Auch durch meine Verwandten und Bekannten erfuhr ich niemals Abneigung.
</p>

<p>
	<em>© M. S., Psoriasis Selbsthilfegruppe München e.V.</em>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">776</guid><pubDate>Sun, 14 Mar 2004 14:09:00 +0000</pubDate></item><item><title>"Psoriasis ist keine Krankheit, sondern ein Zustand"</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/psoriasis-ist-keine-krankheit-sondern-ein-zustand/</link><description><![CDATA[
<p>
	<strong>Alex wollte partout nicht zum Militärdienst, musste aber. "Deshalb habe ich die Schuppenflechte bekommen", meint er heute. "Psoriasis ist keine Krankheit, sondern ein Zustand." Der Erfahrungsbericht eines Betroffenen.</strong>
</p>

<p>
	Jeder, der <span ipsnoautolink="true">Psoriasis</span> hat und glaubt, das ist eine Krankheit, möge bitte aufstehen. Jeder, der weiß, das Psoriasis keine Krankheit, sondern nur ein Zustand ist, der möge bitte sitzen bleiben. Jeder der nun sitzt, hat gewonnen.
</p>

<p>
	Ich habe meinen Liebling seit 15 Jahren. Ich war damals beim Bundesheer, als dieser Zustand mich befing. Ich muss zugeben, damals habe ich anders gedacht als heute. Darum war es ziemlich schlimm am ganzen Körper (münzgroße Herde). Ich muss wohl wie ein Leopard ausgesehen haben. Das schlimmste aber war, wenn ich mich bückte, so rissen diese Herde auf es tat weh und ich fing sogar an zu bluten.
</p>

<p>
	Nach 1/2 Jahr Bundesheer hielt ich es nicht mehr aus und ging ins Heeresspital. Dort wurde ich mit den ersten Anti-Psoriasis-Salben konfrontiert. Als erstes bekahm ich Salicylvaseline, ca. zwei Wochen lang (um schuppenfrei zu sein), danach eine starke Teersalbe, um die Herde abzukillen. Ich hatte Erfolg. Und zum Schluss hatte ich noch ein Gespräch mit dem damaligen Chefartzt Dr. Weißnichtmehr, der Folgendes zu mir sagte: "Das, was Sie haben, ist keine Krankheit, sondern lediglich eine Überreaktion des Körpers. Ihr Immunsystem ist stärker und schneller als ein herkömmliches. An den Stellen, wo Sie die Schuppen haben, regeneriert sich die Haut 10x schneller als normal."
</p>

<p>
	Naja, ich muss zugeben, dieses Gespräch hab' ich nicht besonders ernst genommen, denn zwei Wochen später wieder zurück in meiner Einheit war alles wieder beim Alten. Ich quälte mich die letzten paar Wochen durch und fertig. (Ich weiß, damals wollt ich absolut nicht zum Bundesheer, darum hab ich Psoriasis auch bekommen. Ich hab mich dagegen gewehrt, aber es nicht aus meinem Körper und Geist rausgelassen.)
</p>

<p>
	Als ich mit dem Heer fertig war, hat damals meine Mutter zu mir gesagt, wir müssen etwas dagegen unternehmen. Durch Zufall hat sie erfahren, dass es in Ungarn speziell dafür einen Badeort gibt, wo dieser Zustand behandelt wird. Also auf nach Ungarn hieß es damals für mich.
</p>

<p>
	Der Ort, wo wir hinfuhren, heißt <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/urlaub-reisen-wellness/harkany-ungarn" rel="">Harkany</a> an der ungarisch-slowakischen Grenze. Dort existiert ein Schwefelbad. Das Wasser ist sehr weich, aber es stinkt nach Schwefel. Seit damals habe ich meinen Liebling nur mehr am Ellenbogen.
</p>

<p>
	Es gibt in Ungarn noch andere Bäder wie in Lenti, (Österreich -Slow.Ungar Grenze) – das Wasser ist sehr weich und riecht leicht nach Petroleum und Schwefel.
</p>

<p>
	Vielleicht will der eine oder andere es mal ausprobieren und Baden fahren. Schaden tut es sicherlich nicht, und die Gegend ist wunderschön und sehr günstig. Aber alles nützt nichts, wenn man seine Einstellung dazu nicht ändert. Denn dann kommt sie wieder mit voller Vielfalt, diese liebe Hure von Schuppenflechte.
</p>

<p>
	Ich wünsch euch noch allen einen schupp-schupp-freien Tag. Solong
</p>

<p>
	<em>Alex</em>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">791</guid><pubDate>Sun, 14 Mar 2004 12:11:00 +0000</pubDate></item><item><title>"Zerm&#xFC;rben lasse ich mich nicht so schnell"</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/zermuerben-lasse-ich-mich-nicht-so-schnell/</link><description><![CDATA[<p>
	<strong>Larissa kann ohne Medikamente weder Haushalt und Familie versorgen noch zur Arbeit gehen. Von der Krankenkasse fühlt sie sich im Stich gelassen. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.</strong>
</p>

<p>
	Seit mehr als 20 Jahren leide ich an Gelenkschmerzen, v.a. in der linken Schulter, die regelmäßig auf meine angeblich degenerierte Wirbelsäule und die durch meinen Beruf - ich bin Krankenschwester - entstehenden Belastungen zurückgeführt wurden. 'Therapie' hieß also: "Schlucken Sie mal dieses oder jenes Schmerzmittel", "Gehen sie zur Krankengymnastik", Überlegen Sie sich, ob sie nicht besser den Beruf wechseln".
</p>

<p>
	Ziemlich unbefriedigend, fand ich. Aber was sollte ich machen?
</p>

<p>
	Während der ersten Schwangerschaft vor 14 Jahren kamen plötzlich Hauterscheinungen dazu, die als ,hormonbedingt' eingestuft wurden: meine Fußsohlen wurden trocken und dort bildeten sich schmerzhafte, tiefe, oft blutende Risse.
</p>

<p>
	Bis 1992 änderte sich an diesem Bild trotz ständiger Salbentherapie nichts, dann erschienen als Folge einer Antibiotika-Therapie plötzlich kleine Bläschen in meinen Handinnenflächen und unter den Fußsohlen.
</p>

<p>
	Die Diagnose hieß: Allergie. Die Therapie bestand aus weiteren Salben, inzwischen kortisonhaltig, brachte aber auch kaum Linderung. Ungefähr ein Dutzend Hautärzte habe seitdem ,verschlissen' und ebensoviele unterschiedliche Diagnosen gehört, die letzte – nach PE 1996 – war 'Neurodermitis'.
</p>

<p>
	Noch immer mit Kortisonsalbe, fuhr ich dann im letzten Sommer zu einer ambulanten Badekur an die Nordsee, wurde dort sehr überraschend mit einer mir bis dahin völlig unbekannten Therapie konfrontiert (heißer Schlick, direkt auf den befallenen Hautstellen) und erlebte zum ersten Mal eine deutliche Besserung.
</p>

<p>
	Noch 4 Wochen nach der Heimreise war meine Haut praktisch symptomfrei, obwohl ich ganz bewusst seit Beginn dieser Behandlung auf eine reine Fettsalbe umgestiegen war. Danach erschien das Ekzem allerdings langsam wieder.
</p>

<p>
	Im Mai diesen Jahres erkrankte ich an einem Virusinfekt, in dessen Verlauf plötzlich alle Gelenke rheumatische Veränderungen aufwiesen, besonders schlimm waren die Knie- und Fingergelenke sowie (mal wieder) meine linke Schulter betroffen. Zudem breitete sich das Ekzem schlagartig über den gesamten Körper aus, einzige Ausnahme Oberarme und Gesicht. Der Verdacht auf Lupus erythematodes stand im Raum, hat sich aber zum Glück nicht bestätigt, dafür hieß es dann '<span ipsnoautolink="true">Psoriasis pustulosa</span> plantaris mit Gelenkbeteiligung'.
</p>

<p>
	Dank Kortison – diesmal nicht nur in der Salbe – sind die Hauterscheinungen zurückgegangen, zur Zeit sind wie immer die Fußsohlen betroffen, dazu gibt es einige Herde an den Unterschenkeln und -armen, in den Handinnenflächen sowie einen am Rücken.
</p>

<p>
	Schlimm ist nur, dass die Schmerzen in den Gelenken kaum zurückgehen. Ohne Medikamente bin ich nicht in der Lage, meinen 5-Personen-Haushalt zu versorgen, an 'zur Arbeit gehen' ist überhaupt nicht zu denken. Außerdem habe ich durch die Kortisoneinnahme leider ziemlich viel an Gewicht zugelegt, das ich gern wieder loswürde, schaffe es aber allein nicht.
</p>

<p>
	Aus diesen Gründen rät mir mein Hausarzt zu einer erneuten Kur, diesmal stationär, und wenn möglich wieder in Horumersiel (oder einem anderen Ort, an dem es diese Schlickpackungen gibt).
</p>

<p>
	Leider spielt meine Krankenkasse da überhaupt nicht mit. Alle haben zwar Verständnis für meine Situation, aber eine Kur wird bisher nicht genehmigt. Eher würde man mir auf unbestimmte Zeit eine Haushaltshilfe genehmigen, ich könne ja auch einen vorläufigen Rentenantrag stellen – und den Entzug, wenn ich irgendwann dann doch mal medikamentenabhängig geworden bin, zahlt man sicher auch... Ich bin sauer!
</p>

<p>
	Heute morgen hat man mir – nach langen Kampf – zumindest einen Kurantrag für die BfA mitgegeben. Ich habe ihn auch ausgefüllt und werde ihn abschicken, obwohl ich genau weiß, daß der Rentenversicherungsträger bei Psoriasis nicht zuständig ist (wovon meine Krankenkasse angeblich ebensowenig weiß wie von der Möglichkeit, bei dieser Erkrankung auf die 4-jährige Sperrfrist zu verzichten!)
</p>

<p>
	Ich bin mal gespannt, wie das weitergeht. Zermürben lasse ich mich durch diese Hinhalte-Taktik nicht so schnell.
</p>

<p>
	Mit freundlichen Grüßen
</p>

<p>
	<em>Larissa (39)</em>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">772</guid><pubDate>Sun, 14 Mar 2004 12:07:00 +0000</pubDate></item><item><title>"Zwei Wochen nach der Mandel-OP war ich fast beschwerdefrei"</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/zwei-wochen-nach-der-mandel-op-war-ich-fast-beschwerdefrei/</link><description><![CDATA[<p>
	<strong>Vera Bachmann hat nach einigen Jahren zwar die Schuppenflechte in den Griff bekommen, dafür aber jetzt mit den Gelenken zu kämpfen. Und: Sohnemann ist auch erkrankt. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.</strong>
</p>

<p>
	Mit 24 Jahren brach die <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> bei mir ganz plötzlich aus. Betroffen war mit Ausnahme der Fußsohlen, der Handinnenflächen und des Brustbereichs der ganze Körper.
</p>

<p>
	Die Gründe für den Ausbruch waren: Stress, über Jahre ständig entzündete Mandeln und erbliche Veranlagung. Im Alter von 26 Jahren wurden mir dann die Mandeln operativ entfernt.
</p>

<p>
	Zwei Wochen nach der OP war ich fast beschwerdefrei. Einzig die Ellenbogen und einige Stellen im Gesicht (am Haaransatz und rund um die Nase ) waren noch betroffen. Hinzugekommen ist bei mir, vor kurzer Zeit erst festgestellt, eine rheumatische Erkrankung, die ich mit der Schuppenflechte durchaus in Verbindung bringe.
</p>

<p>
	Leider hat mein ältester Sohn (10 Jahre) seit Februar diesen Jahres mit der Schuppenflechte zu kämpfen. Er hat sie sehr massiv. Seine Handinnenflächen sind so kaputt, dass er kaum in der Lage ist, Schnürsenkel zu binden.
</p>

<p>
	Durch regelmäßiges Baden in Ölbädern mit ganz normalem Olivenöl, jährlichem Urlaub an der Ostsee und gesunder Ernährung (viel Obst und Gemüse, cholesterinarme Fette) hat sich die Schuppenflechte in den letzten 6 Jahren von Jahr zu Jahr gebessert.
</p>

<p>
	Die betroffenen Fußsohlen bereiten ihm beim Gehen Schmerzen. Zur Zeit geht er 3 mal wöchentlich zur Bestrahlung, reibt sich täglich mit Optiderm-Creme ein, die Hände und Füße behandelt er mit Advantan-Salbe.
</p>

<p>
	Mein Sohn geht scheinbar eher locker mit der Schuppenflechte um. Auch seine Schulkameraden haben mit der Krankheit, zum Glück, keine Probleme. Ich hoffe für ihn, dass es nach dem Schulwechsel im Sommer so bleibt.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">756</guid><pubDate>Sun, 14 Mar 2004 09:57:00 +0000</pubDate></item><item><title>"Ich k&#xFC;mmere mich nicht so sehr drum"</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/ich-kuemmere-mich-nicht-so-sehr-drum/</link><description><![CDATA[<p>
	<strong>"Es gibt schlimmere Krankheiten." T-Shirts oder Röcke lassen zwar sehen, womit sie sich herumplagt, doch Sabine W. schenkt der Psoriasis nicht viel Beachtung. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.</strong>
</p>

<p>
	Ich hatte als Kind und Jugendliche nie Probleme mit der Haut, auch in der Pubertät nicht.
</p>

<p>
	Mit 28, da trennte sich mein langjähriger Freund von mir, aus heiterem Himmel. Damals traten erstmals Flecken auf, an den Ellenbogen. Aber es war Spätherbst, und ich dachte, das könnte bei der Jahreszeit schon mal vorkommen. Aus der Apotheke holte ich mir eine Fettsalbe. Nach zwei Monaten war auch alles wieder weg.
</p>

<p>
	Ein halbes Jahr später schlug die <span ipsnoautolink="true">Psoriasis</span> dann richtig zu: Ellenbogen, Kniekehlen und der Kopf sind bis heute befallen. Nicht schlimm, aber so, dass man es mitbekommt, wenn ich T-Shirts oder Röcke trage.
</p>

<p>
	Ich kümmere mich allerdings auch nicht so sehr drum. Gibt schlimmere Krankheiten. Eine Eucerin-Salbe aus der Apotheke glättet alles, so gut es geht. Das reicht mir.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">788</guid><pubDate>Sun, 14 Mar 2004 09:55:00 +0000</pubDate></item><item><title>Mit ganzer Leidenschaft Eisenbahner &#x2013; und Betroffener</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/mit-ganzer-leidenschaft-eisenbahner-und-betroffener/</link><description><![CDATA[
<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19389" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2011_07/1680298637_dietmarschulzklein.jpg.7ddd0ec35e65e7233d490e8f7f9f4df7.jpg" rel="" style="float:left;"><img alt="Dietmar Schulz" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19389" style="height: auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2011_07/1680298637_dietmarschulzklein.jpg.7ddd0ec35e65e7233d490e8f7f9f4df7.jpg" loading="lazy"></a><strong>Dietmar Schulz ist ein Profi in Sachen Psoriasis. Er glaubt, sich mit seiner Schuppenflechte in Einklang gebracht zu haben – unter anderem mit Erfahrungsaustausch. Der Bericht eines Betroffenen.</strong>
</div>

<p>
	Ich gehöre zu denjenigen Psoriatikern, welchen diese Krankheit nicht nur Hautveränderungen bescherte, sondern darüber hinaus auch noch <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/psoriasis-arthritis-grundlagen/psoriasis-arthritis-%E2%80%93-wenn-gelenke-wehtun-r1119/" rel="">Gelenkentzündungen</a> und als Folge Gelenkdeformationen.
</p>

<p>
	Ich bin in Berlin aufgewachsen und habe dort die Schulzeit verbracht. Um mein Berufsziel Lokführer zu verwirklichen, machte ich eine Lehre ab 1960 bei der DB im Ausbesserungswerk (AW) Weiden. Nach der Lehrzeit kam ich 1963 nach München, wo ich erst im AW Freimann arbeitete und ab 1965 wurde ich im Betriebswerk München Hbf zum Lokführer ausgebildet. Ich war bis 1971 im Fahrdienst tätig und wechselte dann in die Disposition von Lok und Triebfahrzeugführern. Auch diese Tätigkeit bedeutete Schichtdienst rund um die Uhr.
</p>

<h2>
	Beginn meiner Schuppenflechte
</h2>

<p>
	Ende der sechziger Jahre bemerkte ich raue Stellen am Ellbogen und den Knien und suchte nach einiger Zeit meinen Hausarzt auf. Der diagnostizierte <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span>, womit ich nichts anfangen konnte und überwies mich zu einer Hautärztin.
</p>

<p>
	Die verordnete mir eine Salbe und eine Folie (ca. 60 mal 80 cm groß), die mir damals Kopfzerbrechen bereitete. Diese sollte ich nach dem Auftragen auf die Stellen an Ellbogen und an Knien auflegen. Eine Erklärung dafür oder was Schuppenflechte ist bekam ich nicht. Die Erfahrung, dass eine Aufklärung über eine chronische Krankheit und ihre Auswirkung nicht erfolgt, machen viele Betroffene leider bis heute.
</p>

<p>
	Im Jahre 1973 gab mir meine spätere Ehefrau den Rat, doch einmal eine <a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen/kategorie/kliniken/hautkliniken-uni/" rel="">Uni-Klinik</a> aufzusuchen. Ihr Glaube und ihre Idee war wohl dort könne man mir bestimmt helfen. In München gibt es zwei medizinische Fakultäten mit jeweils einer Hautklinik. Ich suchte die Hautklinik am Biederstein (TU München) auf.
</p>

<p>
	Bei der Untersuchung wurde ich auch dem damaligen Direktor, Prof. Dr. Borelli, vorgestellt. Von ihm bekam ich den Rat, mich stationär behandeln zu lassen. Bei der Terminabsprache auf der Station fragte der Oberpfleger, in welches Bett ich mich legen möchte. Erschrocken, dass ich gleich dableiben solle, machte ich klar, dass ich aus beruflichen Gründen erst in ein paar Tagen kommen könne. Ahnungslos, wie lange so eine Behandlung dauert, verbrachte ich schließlich sechs Wochen in der Klinik, mit gutem Erfolg.
</p>

<h2>
	Behandlung der Haut
</h2>

<p>
	Ich war weiter ambulant in der Uni-Klinik Biederstein in Behandlung. Mein behandelnder Oberarzt Prof. Chlebarov riet mir zu einer Klimaheilbehandlung in der Klinik in Davos (Prof. Borelli war Chef in München und Davos). 1978 kurz nach der Geburt meiner zweiten Tochter fuhr ich dorthin.
</p>

<p>
	Dort von der behandelnden Hautärztin befragt, ob ich Zeit mitgebracht hätte, meine Antwort: "Sonst würde ich nicht hier sein". Darauf stellte sie fest, in meinem Zustand würde die stationäre Behandlung 10 Wochen dauern. Meine Frage an meinen Zimmerkollegen, ob es Verkürzung gebe, beantwortete er mit "Nein, nur Verlängerung!".
</p>

<p>
	Der Erfolg war gut. Aber eine Wiederholung war 1981 und 1983 (für 9 bzw. 8 Wochen) nötig.
</p>

<p>
	Hier in München behandelte ich mich ambulant mit Pflegesalben, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dithranol/dithranol-information" rel="">Cignolin</a> und bade mit Spezialzusätzen. Weiter machte ich einmal im Jahr eine ambulante <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c40-bestrahlung" rel="">UV-B-Bestrahlung</a> beim Dermatologen (ca. sieben Wochen je fünf mal die Woche). Seit 1993 behandle ich mit <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/vitamind3/calcipotriol-daivonex" rel="">Vitamin-D-Salbe</a>. Bei mir zeigt sich jedoch der Erfolg erst, wenn ich zweimal täglich die Salbe anwende. Die Hauterscheinungen werden sehr blass. Zwei bis vier Wochen nach dem Absetzen stellt sich aber leider der vorherige Zustand wieder ein.
</p>

<h2>
	Meine Probleme mit den Gelenken
</h2>

<p>
	Im Jahre 1974 wurde mein rechtes Knie dick. Die Behandlung bei einem Orthopäden brachte keine Besserung. Erst die Überweisung zum Internisten und punktieren des Knies brachte eine Verbesserung. Der Internist stellte dabei eine Schleimbeutelentzündung fest, die operiert wurde. Viele Jahre wurden immer wieder Punktionen nötig, nicht nur am rechten Knie, auch das linke Knie wollte behandelt werden. Erst nach einer Röntgenbehandlung 1985 an beiden Knien kehrte bis 1997 Ruhe ein.
</p>

<h3>
	Verschlimmerung
</h3>

<p>
	1986 war ein großer Einschnitt in meinem Leben. Im Mai bekam ich einen Gelenkschub bei dem von der Haarspitze bis zum Fußnagel alles, was Gelenk hieß, wehtat. Ich begab mich in die Behandlung eines Internisten / Rheumatologen. Einer dieser Spezialisten sollte stets bei Gelenkbeteiligung die Diagnose und den Behandlungsplan erstellen.
</p>

<p>
	Diverse ambulante Behandlungen und stationäre Klinikaufenthalte begleiteten seither mein Leben. Spezialkliniken wie: Rheumaklinik Oberammergau, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen/tomesa-fachklinik/" rel="">Tomesa Bad Salzschlirf</a>, Sanaderm Bad Mergentheim und am <a href="https://www.psoriasis-netz.de/category/therapien/totesmeer" rel="">Toten Meer in Israel</a>.
</p>

<p>
	Inzwischen habe ich über zwei Jahre in Kliniken verbracht. Das bedeutet Medikamente, Krankengymnastik, Pflege der Haut usw. und wie für viele chronisch Erkrankte, Einschränkungen in der Freizeit und die eingeschränkte Teilnahme am familiären, kulturellen und sportlichen Leben.
</p>

<p>
	Immer wieder wird von Mitbürgern der Satz gebraucht: Medikamente nehme ich nicht! Wenn ich so denken und handeln würde, könnte ich bestimmt einen Teil meiner Gelenke nicht mehr benützen.
</p>

<p>
	Trotz der intensiven Behandlung ambulant und stationär, war mein Gesundheitszustand im Jahre 1991 so angegriffen, dass ich Ende 1991 pensioniert wurde. Heute rückblickend hatte dies einen positiven Einfluss, ich komme zur Zeit mit weniger Medikamenten aus.
</p>

<h2>
	Selbsthilfe für Psoriasis-Betroffene
</h2>

<p>
	Schon in meinem Berufsleben habe ich mich in der Gewerkschaft und als Interessenvertreter des Personals (Personalrat - Betriebsrat) engagiert. Dieses sich engagieren wollen und können bestimmte bis heute mein Leben.
</p>

<p>
	Ich fing 1984 an, aktiv in der <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/selbsthilfe" rel="">Selbsthilfe</a> mitzuarbeiten und anfangs erledigte ich Aufgaben im Hintergrund. Eines Tages war keiner bereit, die erste Geige zu spielen, so übernahm ich diese Aufgabe. Meine Gedanken und Ideen wollte ich nicht nur örtlich, sondern auch bundesweit umsetzen. Zusammen mit weiteren Aktiven mussten wir aber erkennen, dass unser selbstständiges Engagement zwar von den Förderern (LH München, Land Bayern und AOK) und Betroffenen anerkannt, aber vom amtierenden Vorstand des Bundesverbandes so nicht geteilt wurde. Auch nach langer Diskussion und Versuchen, eine einvernehmliche Lösung zu finden (insgesamt 2 Jahre), kam diese nicht zustande. Die Folge war die Gründung der <span ipsnoautolink="true">PSM (heute PIM)</span>. und dies war der richtige Weg. (Nachzulesen in den Infobriefen der PSM.)
</p>

<h2>
	Rückblick
</h2>

<p>
	Ich habe einen weiten Bogen gespannt und bin stichpunktartig auf Beruf und Krankheit eingegangen. Persönlich habe ich mit den Mitmenschen, vor allem auch mit meiner Familie, jedoch nur gute Erfahrungen gemacht. An dieser Stelle möchte ich mich bei meiner Familie für Unterstützung und Verständnis bedanken.
</p>

<p>
	Bedingt durch Beruf, Erkrankung und mein Engagement war ich oft nicht so zur Stelle wie viele andere. Seelische Ausgeglichenheit ist für uns Psoriatiker sehr wichtig. Deshalb mache ich auch Entspannungsübungen und versuche im täglichen Leben positiv mit Stress umzugehen. Meine Hobbys – Modelleisenbahn, Computer, Lesen und Reisen – helfen mir dabei.
</p>

<h2>
	Resümee
</h2>

<p>
	Mein umfangreiches Wissen über Schuppenflechte und meine Ideen setzen voraus immer wieder Informationen zu sammeln, sich weiterzubilden, Angebote wahrzunehmen und über neue Ideen zu diskutieren. Dieses Wissen weiterzugeben ist eine Aufgabe der Selbsthilfe, genauso wie Zuhören und Beraten.
</p>

<p>
	Abschließend möchte ich betonen, dass in einem Verein wie PSM Mitglied zu sein zweierlei bedeutet. Für das Team (mich eingeschlossen) ist die Betreuung jedes Mitgliedes und jeder Person, die informiert werden möchte eine Aufgabe, die wir, soweit es uns möglich ist, zu erfüllen suchen. Dafür unterstützen unsere Mitglieder unsere Arbeit, Mühen und Ideen finanziell durch Beitrag und Spenden.
</p>

<p>
	<strong>An alle, die dies lesen</strong>: Das Team und ich sind auf Ihre Meinung angewiesen. Nur, wenn wir Ihre Rückmeldung bekommen, können wir gestalten, was Sie benötigen.
</p>

<p>
	<em>© Dietmar Schulz (55), Psoriasis Selbsthilfegruppe München e.V.</em>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">755</guid><pubDate>Sun, 14 Mar 2004 09:53:00 +0000</pubDate></item><item><title>"Ich lebe einfach gerne"</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/ich-lebe-einfach-gerne/</link><description><![CDATA[
<p>
	<strong>"Am Besten fühle ich mich in den Momenten, in denen ich meine Psoriasis einfach vergesse", sagt Franziska. Ihre Tipps: ein Nordseeurlaub und Fußreflexzonenmassagen. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.</strong>
</p>

<p>
	Ich lebe bereits seit 13 Jahren mit meiner Psoriasis und habe schon viel mitgemacht und ausprobiert.
</p>

<p>
	Salizyl, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dithranol/dithranol-information/" rel="">Cignolin</a>, <span ipsnoautolink="true">Lichttherapie</span>, Teer, Schwefel, diverse Diäten (keine Milchprodukte, kein Fleisch, keine Süßigkeiten), Gänseblümchentee, Akupunktur, Heilbeterin, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/totesmeer" rel="">Totes Meer</a>, Reiki, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/inhaltsstoffe/urea-harnstoff" rel="">Salben mit Harnstoff</a>, Salben ohne Harnstoff, selbstgemischte Salben, Fußreflexzonenmassage, bis hin zu meinem ständigen Begleiter, dem <a href="https://www.psoriasis-netz.de/category/medikamente/kortison" rel="">Cortison</a>. Seit diesen 13 Jahren spielte ich für meine Ärzte das "Versuchskaninchen" und testete fast sämtliche neuen Wundermittel. Ohne langanhaltenden Erfolg.
</p>

<p>
	Meiner Meinung nach wird es diesen Erfolg auch niemals geben, ohne jetzt pessimistisch zu sein. Ich mußte zwangsweise lernen, mit meiner <span ipsnoautolink="true">Psoriasis</span> zu leben, sie war und ist nun mal mein ständiger Begleiter, manchmal stärker präsent, manchmal fast unsichtbar. Ich bin ein lebensfroher und unternehmenslustiger Mensch, der jedoch im Sommer mit langen Ärmeln zur Arbeit geht und auch die Badeseen meidet. Dies liegt einfach an dem Gefühl, mich nicht rechtfertigen zu müssen für etwas, wofür ich gar nichts kann.
</p>

<p>
	Die meisten Nichtbetroffen können sich gar nicht vorstellen, wie sehr man nur unter der Frage leidet :"Was hast Du denn da?!" oder warum man nur Sex im Dunkeln haben möchte. Man ist nie frei, selbst wenn man das Gefühl hat, man sei normal, ist dieses Gefühl stark antrainiert. Natürlich kläre ich jeden, der mich fragt, gerne auf, aber jedesmal muss ich dafür meine "Lebensgeschichte" darlegen, nur um nicht "ekelig" auf meine Umwelt zu wirken.
</p>

<p>
	Am Besten fühle ich mich in den Momenten, in denen ich meine Psoriasis einfach vergesse. Ich liebe Winterspaziergänge in dicken, langen Klamotten, die den Schutz bieten, den ich für mich einfach brauche. Dass Psoriasis viel mit dem eigenen Wohlbefinden, Stimmungen und Stress zu tun hat, merke ich daran, im Winter geht es mir gut, im Sommer habe ich T-Shirt-Stress und mir geht es schlecht.
</p>

<h2>
	Erscheinungsformen
</h2>

<p>
	In meinen 13 Psoriasis-Jahren habe ich mehrere "Arten" von Schuppenflechte durchlebt. Kreisförmige Ausbildung, einreißende, blutende Punkte, geschlossene Flächen an Rücken, Brust, Bauch, kleine Pusteln. Gerade als junge Frau fühlt man sich dann sehr unattraktiv. Erst Anfang diesen Jahres erlitt ich einen Schub, bei dem mein ganzer Körper flächendeckend befallen war, ich zog mich noch nicht einmal mehr vor meinem Freund aus, mit dem ich bereits seit 2 1/2 Jahren zusammen bin. Aber zum Glück verschwinden solche Schübe ja auch "einfach" wieder.
</p>

<h2>
	Totes Meer / Borkum
</h2>

<p>
	Über meine Kur am Toten Meer kann ich nur sagen, man braucht harte Nerven, aber immerhin war ich 7 Monate beschwerdefrei. Ich würde jedoch trotzdem so schnell nicht wieder dort hin fahren, das Klima ist körperlich anstrengend und die viele Zeit, die man dann mit seiner Krankheit verbringen kann, versetzt einen in nachdenkliche Stimmungen. Auch die anderen Sitten müssen einem liegen. Ich würde höchstens nur noch mal mit meinem Freund dorthin fahren.
</p>

<p>
	Ich war auch schon mal in Kur in einem Klinikum auf Borkum, dort wurde ich mit Salbe verätzt und in den Bestrahlungskabinen verbrannt.
</p>

<p>
	Anstelle einer Kur empfehle ich jedem lieber einen Nordseeurlaub im Sommer.
</p>

<h2>
	Meine Alternative: Fußreflexzonenmassage
</h2>

<p>
	Obwohl ich fast wöchentlich zu Cortison greife, suche ich immer nach alternativen Therapiemöglichkeiten. Dadurch wurde die Fußreflexzonenmassage zu meinem zweiten ständigen Begleiter. Nach meinem diesjährigen schlimmen Schub entschloss ich mich zu dieser Therapie, da der bekannte "Verschlimmerungseffekt", der mich bis dahin von dieser Therapie abgehalten hat, nicht mehr eintreffen konnte. Die Fußreflexzonenmassage regt die Lymphtätigkeit an, der Stoffwechsel wird angeregt (z.B. regelmäßiger Stuhlgang), Schlackestoffe werden schneller abtransportiert und ausgeschieden (alles Gifte für die Haut) und das Nervenkostüm wird gestärkt. Stress, Sorgen, Depressionen sind nämlich sehr schädlich für die Haut.
</p>

<p>
	Zum Ende hin kann ich nur sagen, jeder muss für sich einen Weg finden, ich kann leider nicht über meinen eigenen Schatten springen und verstecke lieber meine Krankheit. Jedoch durch meinen Freund und vor allem durch meine Mama, die mich durch diese 13 Jahre gebracht hat (sie hat alles mit mir ausprobiert und gemeinsam mit mir gelitten und geweint), ist es mir möglich, manchmal meine, was war es noch gleich, zu vergessen und mich ganz normal zu fühlen.
</p>

<p>
	Ich lebe einfach gerne, und ich hoffe, dass die meisten von Euch dieses Gefühl auch noch "erlernen".
</p>

<p>
	<em>Franziska (23)</em>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">754</guid><pubDate>Sun, 14 Mar 2004 09:49:00 +0000</pubDate></item><item><title>Geliebt auch mit Sch&#xF6;nheitsfehlern</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/geliebt-auch-mit-schoenheitsfehlern/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2004_03/frau-mit-tollem-hut.jpg.e660ad6d6f15cf579baee20d140dd976.jpg" /></p>

<p>
	<strong>"Viele Menschen machen einen Bogen um uns, als seien wir Aussätzige." Sie wurde von der Psoriasis im Schlaf überrascht. Heute sagt sie: "Ich habe das Glück gehabt, von meiner Familie auch mit meinen Schönheitsfehlern geliebt und gestützt zu werden." Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.</strong>
</p>

<p>
	Ich wurde von der Krankheit buchstäblich im Schlaf überrascht. Abends bin ich noch mit tadelloser Haut ins Bett gegangen, am nächsten Morgen wachte ich mit lauter roten Flecken an den Unterarmen auf. Tags zuvor hatte ich Erdbeeren gegessen. Das wird eine Allergie sein, dachte ich damals, ging aber doch zum Arzt.
</p>

<h2>
	Diagnose
</h2>

<p>
	Der schüttelte den Kopf. Das ist <span ipsnoautolink="true">Psoriasis</span>, erklärte er, mit einer Allergie hat das nicht das geringste zu tun. Für mich war das, was ich angeblich haben sollte, ein böhmisches Dorf. Zu deutsch heißt das Schuppenflechte sagte der Arzt. Typisch dafür sind größere rote Flecken mit einer silbrigen Schuppenschicht darauf.
</p>

<p>
	Auf die Frage, woher das komme, musste er mir die Antwort schuldig bleiben. Man weiß nur, dass eine erbliche Veranlagung vorhanden ist, die oft durch äußere Anlässe zum Aufflackern gebracht wird, durch eine Krankheit zum Beispiel, durch hormoneIIe Umstellungen im Körper aber auch durch Überanstrengung (Stress) oder einen Trauerfall. Nichts von all dem traf scheinbar bei mir zu, wie übrigens auch bei vielen Patienten, die die Krankheit wie der Blitz aus heiterem Himmel trifft und das dazu noch in den besten Jahren zwischen 15 und 35. Aber auch Kinder und ältere Menschen sind gegen das plötzliche Auftreten nicht gefreit.
</p>

<p>
	Wann bin ich denn das wieder los, fragte ich den Arzt voller Ahnungslosigkeit. Die Antwort traf mich wie ein Schlag vor den Kopf. Dies werden sie aller Wahrscheinlichkeit nach nie wieder los. "Nur wenn Sie großes Glück haben, gehören Sie zu den wenigen, bei denen das Krankheitsbild so plötzlich, wie es gekommen ist, auch wieder verschwindet."
</p>

<p>
	Für mich, damals eine junge Frau mit zwei kleinen Kindern, begann nun der Weg "Mit der Krankheit zu leben". Immer wieder haben sich seither neue Schübe eingestellt, bei denen an immer wieder anderen Körperstellen die Flecken mit dem weißlichen Schuppenbelag und den typisch roten Rändern auftraten. Besonders schlimm war das an den Armen, im Gesicht oder am behaarten Kopf. Dann wagte ich mich nicht mehr unter Menschen. Zur Zeit bin ich wieder mal gut dran, weil ich die Stellen nur am Rücken habe. So sieht man mir nicht immer an was mir das Leben schwermacht, weil ich trotz dieser chronischen Krankheit fröhlich und aufgeschlossenen geblieben bin.
</p>

<h2>
	Therapie
</h2>

<p>
	Womit bin ich gegen die Krankheit zu Felde gezogen. Was hat mir geholfen. Ich war im Laufe der Jahre bei vielen Ärzten und habe viele Mittel ausprobiert, aber letztlich habe ich dabei am eigenen Leib erfahren, was mein Doktor mir von vornherein prophezeit hatte, dass man Psoriasis nie heilen, sondern nur mildern kann.
</p>

<p>
	Knappe zwei Stunden kostet mich die Prozedur, die ich an meiner Haut allabendlich durchführe, damit Brennen und Juckreiz während der Nacht erträglich sind. Das ziehe ich auch durch, wenn es abends mal spät geworden ist und ich todmüde bin.
</p>

<p>
	Zuerst nehme ich ein Salz- oder Ölbad. Danach wird die Haut abgetupft und <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c40-bestrahlung/" rel="">bestrahlt</a>. Den Apparat dazu habe ich mir angeschafft, als bekannt wurde, dass ultraviolette Strahlen einer bestimmten Wellenlänge bei Psoriasis günstig sind.
</p>

<p>
	Anschließend wird eine Salbe aufgetragen, oft nur Vaseline; wenn's gerade mal wieder schlimmer ist, mit Zusätzen wie Teer, Schwefel, Salyzylsäure oder auch <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/kortison" rel="">Kortison</a>. Darüber kommt eine Folie, damit nicht alles am Nachtzeug kleben bleibt. -Anmerkung: Manche Kranke können in einer Nacht eine ganze Müllschaufel voller Schuppen verlieren.
</p>

<p>
	Der nächste Tag beginnt gIeich wieder mit dem Eincremen am Morgen. Eine Weile habe ich es auch mit Tabletten (<span ipsnoautolink="true">Tigason</span>) versucht. Aber da stellte sich bald eine Leberschädigung ein, so daß sie abgesetzt werden mußten.
</p>

<h2>
	Tipps
</h2>

<p>
	Auch an gutgemeinten Tipps von Laien fehlte es nie. Ich versuchte einiges: Ich schmierte mir einen Roggenmehlbrei auf die Haut und wachte am nächsten Morgen in einer Menge Brotkrümel auf. Eine Mischung von ausgelassenem Schweinedarmfett mit Schöllkrautsaft brachte auch keinen Erfolg. Sogar eine Kur mit Stierhoden habe ich versucht, die habe ich mir immer vom Schlachthof geholt. Mal süßsauer, mal gebraten – auf 80 Stück habe ich es gebracht, dann konnte ich die glitschigen Dinger nicht mehr sehen.
</p>

<p>
	Begeistert hat mich eine <a href="https://www.psoriasis-netz.de/category/therapien/totesmeer" rel="">Kur am Toten Meer</a>, dessen Salzgehalt, zehnmal höher ist als der unseres Meerwassers und Sonne gibt es da, jede Menge Sonne. Sonne ist für mich und meine Leidensgenossen so wichtig wie Luft zum Atmen.
</p>

<p>
	Wer im Sommer viel draußen sein kann, hat eine echte Chance von seiner lästigen Schuppenflechte wenigstens bis zum Winter verschont zu bleiben. Aber nicht nur der häufig bedeckte Himmel in unseren Breiten macht es den Psoriatikern schwer, den nötigen Sonnenschein zu erhaschen. Baden und Sonnenkuren am Toten Meer, auf Teneriffa, in <a href="https://www.psoriasis-netz.de/gallery/album/1416-rosentritt-klinik-in-bad-rappenau" rel="">Bad Rappenau</a>, in <a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen/fachklinik-bad-bentheim/" rel="">Bad Bentheim</a> und Oberammergau haben mir geholfen. Vier bis sechs Wochen lang war alles weg, aber nach ca. drei Monaten war alles wieder da und die Gelenke schmerzten auch.
</p>

<h2>
	Leben mit Psoriasis
</h2>

<p>
	Mit meiner chronischen Krankheit – Haut und <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/psoriasis-arthritis-grundlagen/psoriasis-arthritis-%E2%80%93-wenn-gelenke-wehtun-r1119/" rel="">Gelenke</a> – lebe ich jetzt inzwischen 40 Jahre. Bei der Barmer Ersatzkasse bin ich seit 50 Jahren versichert. Viermal war ich mit Kostenübernahme der Barmer und zweimal durch die BfA in stationärer Behandlung. Die Kostenübernahme für den Aufenthalt am Toten Meer verdanke ich einer größeren Schenkung, die einer Selbsthilfeorganisation zugute kam mit der Auflage, mir den Aufenthalt am Toten Meer zu ermöglichen.
</p>

<p>
	Oft werden wir in den Freibädern angestarrt oder mißtrauisch gefragt, ob das ansteckend sei. Viele Menschen machen einen Bogen um uns, als seien wir Aussätzige. Darum sei es hier noch einmal mit aller Deutlichkeit gesagt: Dieses Hautleiden ist nicht ansteckend. Auch das Badewasser kann nicht verschmutzt werden. Niemand braucht sich zu fürchten oder zu ekeln.
</p>

<p>
	Ich habe das Glück gehabt, von meiner Familie auch mit meinen Schönheitsfehlern geliebt und gestützt zu werden. Das ist durchaus nicht immer der Fall. Ich kenne viele Betroffene, deren Partner sich wegen der Schuppenflechte haben scheiden lassen. Verständlich, dass diese Betroffenen Minderwertigkeitsgefühle entwickeln, sich isolieren und verstecken.
</p>

<p>
	<em>© Berta Raab, Psoriasis Selbsthilfegruppe München e.V.</em>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">753</guid><pubDate>Sun, 14 Mar 2004 09:47:00 +0000</pubDate></item><item><title>Leben mit Psoriasis auch im jugendlichen Alter</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/leben-mit-psoriasis-auch-im-jugendlichen-alter/</link><description><![CDATA[<p>
	<strong>Jens W. gehört zu den jüngeren Psoriatikern. "Die Gesellschaft ist grausam, wenn man nicht zur Norm gehört." Er ruft dennoch vor allem jüngere auf, sich nicht hängenzulassen. Der Erfahrungsbericht eines Betroffenen.</strong>
</p>

<p>
	Bei mir ist die Krankheit erstmals im Alter von 17 Jahren aufgetreten. Ich dachte mir erst nichts dabei, als ich eine kleine errötete Stelle an meinem linken Oberarm feststellte. Ich schmierte diese Stelle mit mit einer Fettsalbe ein (Lanolin), worauf das auch nach kurzer Zeit wieder verschwand.
</p>

<p>
	Jedoch war die "Unsichtbarkeit" nur von kurzer Dauer und die die Errötung tauchte wieder auf, nun half auch das Schmieren mit der Fettsalbe nichts mehr. Die Stelle wurde von Tag zu Tag größer und ich schmierte und schmierte. Es half einfach nichts.
</p>

<p>
	Zwei Wochen später trat das gleiche Symptom auch auf meinem rechten Oberarm auf, worauf ich meinen Hautarzt konsultierte. Der hielt das erst für ein sebhorroisches Ekzem und verschrieb mir eine Spiritusmixtur, um das zu bekämpfen. Mittlerweile breitete sich diese Errötung auch auf meinem Kopf aus und mein Arzt verschrieb mir auch für die Kopfhaut eine Mixtur, die hochprozentigen Alkohol enthielt.
</p>

<p>
	Man kann sich vorstellen, dass ein 17-jähriger Junge, voll im Alter der pubertären Eitelkeit, die wunden Stellen auch mit Kratzen bekämpfen wollte...
</p>

<p>
	Ich habe abends im Bad gestanden und habe mir die verschriebene Mixtur auf die Kopfhaut geträufelt und einmassiert, was das Zeug hielt. Vor Schmerzen liefen mir die Tränen, da die wundgekratzten Stellen verständlicherweise überempfindlich auf den Spiritus reagierten. Es brannte wie Feuer!
</p>

<p>
	Daraufhin tat ich fast zwei Jahre gar nichts dagegen. Es kamen immer mehr Stellen dazu. Die Oberarme waren mittlerweile ziemlich großflächig befallen, wurden aber durch ein T-Shirt noch abgedeckt und somit konnte ich mich noch in die Öffentlichkeit trauen.
</p>

<p>
	Ich war Anfang zwanzig, als ich mit meinem Zivildienst im Sozialen Hilfsdienst begann. Zu dieser Zeit war auch schon mein oberer Rücken, die Ellenbogen, die Knie und die Schienbeine von der <span ipsnoautolink="true">Psoriasis</span> befallen. Im Laufe der Zeit begann ich auch gute Freundschaft zu den Pflegeschwestern zu schließen. Einer dieser Schwestern habe ich mich anvertraut und habe ihr die erkrankten Stellen gezeigt, worauf sie sofort die Psoriasis diagnostizierte, da ihre Tochter das auch hat.
</p>

<p>
	Ich wusste zuerst gar nichts damit anzufangen und habe nachgehakt, was das denn sei. Die Schwester erklärte mir den Begriff und auch ziemlich viel, was damit zusammenhängt. Sie riet mir dazu, in Totem Meersalzwasser zu baden, was ich dann auch tat. Es stellte sich nach einiger Zeit wirklich eine Linderung ein, natürlich aber keine Heilung.
</p>

<p>
	Ich konsultierte wieder einen Hautarzt, der mich dann mit Kortison behandelte und mir Betadermic verschrieb. Eine <a href="https://www.psoriasis-netz.de/category/medikamente/kortison" rel="">kortisonhaltige Salbe</a>, die mir sehr half, jedoch für eine Dauerbehandlung nicht empfehlenswert war und ist. Nach zwei verschmierten Tuben ging auch die Wirkung zurück und half letztlich gar nicht mehr.
</p>

<p>
	Ich gab die Hoffnung auf. Durch totale Vernachlässigung meiner Krankheit und Nichtbeachtung wurde es noch viel schlimmer, jedoch machte es mir persönlich nichts aus, da es auch nicht juckte.
</p>

<p>
	Nur, eines Tages war ich nach langer Zeit mal wieder in ein Schwimmbad gegangen. Es war früh morgens. Als ich schon eine Weile schwamm, orderte mich der Bademeister zu sich und meinte, ich solle doch unverzüglich das Schwimmbad verlassen. Ohne sich meine Meinung anzuhören, wies er mich aus dem Bad.
</p>

<p>
	Von diesem Tag an ging ich nicht mehr mit kurzen Ärmeln oder kurzen Hosen aus dem Haus. Auch Mädchen wollten oft nichts mehr mit mir zu tun haben, als sie von meiner Krankheit erfuhren.
</p>

<p>
	Ich resignierte total und zog mich zurück.
</p>

<p>
	Heute bin ich 23 Jahre alt, habe mich nach meinem Zivildienst mit 21 1/2 Jahren sofort selbständig gemacht und lebe seither unter ständigem Druck und Stress. Als ich mich selbständig machte und mich natürlich auch krankenversichern wollte, habe ich einen Mitarbeiter einer großen Versicherungsgesellschaft zu mir gebeten. Als wir gemeinsam den Vertrag für die Versicherung ausfüllten, fragte er mich nach chronischen Krankheiten. Ich sagte ihm ganz selbstbewusst, dass ich Psoriasis habe und er antwortete mir doch tatsächlich, dass wir das in dem Vertrag nicht erwähnen sollten. Was wir dann auch nicht taten. Er meinte, dass ich unter diesen Umständen wohl kaum eine Versicherung finden würde, die mir Schutz bieten würde.
</p>

<p>
	Nach einiger Zeit bekam ich dann auch einen Internetzugang und machte mich mit der Materie vertraut und stieß auf Suchmaschinen, bei denen ich einfach mal den Begriff Psoriasis oder auch Schuppenflechte eingab. Hunderte von Seiten und Treffern kamen dabei heraus und ich bin seither immer am Ball. Das Internet hat mir noch mehr geholfen, mich mit der Krankheit vertraut zu machen und vieles darüber zu lernen.
</p>

<p>
	Ich habe die Psoriasis bis heute nicht in den Griff bekommen, da ich unter extremen Stress auch extrem aufblühe. Jetzt, in diesem Moment und dieser Zeit, versuche ich mit all meinen Freunden darüber zu reden, damit zumindest der psychische Druck der Verheimlichung von mir fällt, und ich bin sehr positiv davon überrascht, wie meine wirklichen Freunde damit umgehen können und ich sehe, dass es eigentlich gar nichts mit dem Menschen in einem zu tun hat, wie man äußerlich erscheint.
</p>

<p>
	Ich habe seit einem halben Jahr eine Freundin, der es absolut gar nichts ausmacht, mich mit der Psoriasis zu sehen und das baut mich unbeschreiblich auf! Ich behandele erkrankte Stellen mit <a href="https://www.psoriasis-netz.de/inhaltsstoffe/totes-meer-salz" rel="">Totes-Meer-Salz-Salbe</a> und es bekommt mir sehr gut. Ich kann es nur empfehlen.
</p>

<p>
	Weiterhin denke ich, dass ich mich auch im kommenden Sommer auch wenigstens wieder mit T-Shirt auf der Straße sehen lassen werde und es wird mir ziemlich egal sein, wie die Gesellschaft darauf reagiert.
</p>

<p>
	Ein kleines Nachwort:
</p>

<p>
	Ich möchte mal sagen, dass es mich ziemlich aufregt, dass angeblich so sehr viele Menschen in Deutschland unter Psoriasis leiden, sich aber anscheinend keiner traut, so unter das Volk zu gehen. Es wäre doch wirklich mal ein Anfang, wenn sich wenigstens einige Leute zu ihrem Leiden bekennen würden! Man muss sich doch nicht verschanzen. Lasst Sonne an eure Haut! Sie dankt es Euch, nicht nur in Eurem eigenen Schrebergarten, wo Euch vielleicht keiner sehen kann!
</p>

<p>
	Ich unterhalte mich oft mit einer Freundin, die Krankenschwester ist. Sie sagt, die Gesellschaft ist grausam, wenn man nicht zur Norm gehört! Und sie hat recht. Aber wir müssen das ändern!
</p>

<p>
	Auch junge Leute sind aufgerufen. Lasst Euch nicht hängen, ich werde es auch nicht mehr tun!
</p>

<p>
	<em>Jens W. (23, Rhein-Main-Gebiet)</em>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">741</guid><pubDate>Sun, 14 Mar 2004 09:11:00 +0000</pubDate></item><item><title>"Mit der richtigen Einstellung zur Krankheit schafft man es irgendwie"</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/mit-der-richtigen-einstellung-zur-krankheit-schafft-man-es-irgendwie/</link><description><![CDATA[
<p>
	<strong>Matthias R. kennt seine Haut nicht anders als mit den Schuppen. In seinem Bericht beleuchtet er Aspekte vom Alltag bis zur Partnerschaft. Der Erfahrungsbericht eines Betroffenen.</strong>
</p>

<h2>
	Die Krankheit
</h2>

<p>
	Als ich auf Eurer Homepage die Beiträge einzelner Betroffener gelesen habe, standen mir teilweise die Tränen in den Augen. Rückblickend auf mein persönliches Schicksal muss ich feststellen, dass es mich Gott sei Dank nicht so hart getroffen hat. Zwar frage ich mich auch des öfteren, was ich verbrochen haben muss, damit Gott mir dies antun durfte, aber ich war noch nie verzweifelt oder mutlos.
</p>

<p>
	Ich bin jetzt 38 Jahre alt und habe die <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> seit 33 Jahren. Mitunter sind 90 Prozent meiner Haut befallen, Finger- und Fußnägel teilweise in Auflösung begriffen, und die Gelenke spüre ich auch des öfteren.
</p>

<p>
	Trotzdem habe ich mir den Lebensmut nicht nehmen lassen. Mit der richtigen Einstellung zur Krankheit schafft man es irgendwie. Mein größter Vorteil, wenn man das so nennen kann, ist, dass die Krankheit bei mir schon im Alter von fünf Jahren ausgebrochen ist. Ich kenne, seitdem ich meine Welt bewusst wahrnehme, im Prinzip nichts anderes. Ich stelle es mir schlimmer vor, wenn die Krankheit z.B. mit Beginn der Pubertät auftritt oder zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr, wenn man schon im beruflichen Leben steht und man plötzlich seinen Job nicht mehr ausüben kann. Ich hatte es da besser, ich musste die Planung meines Lebens schon immer unter der Berücksichtigung meiner Psoriasis in Angriff nehmen. Aber, sei es wie es sei, man muss sich mit der Krankheit abfinden. Heilungsmöglichkeiten gibt es nicht, man kann nur die Auswirkungen lindern und durch eine entsprechende Lebensweise die Entfaltungsbedingungen minimieren. Und da kann man viel falsch machen. Deshalb will ich hier allen Betroffenen meine 33jährige Psoriasiserfahrung kundtun.
</p>

<h2>
	Die Ärzte
</h2>

<p>
	Wie bei allen Krankheiten, kommt es darauf an, einen Arzt zu finden, zu dem man Vertrauen hat. Dabei ist es nicht immer unbedingt erforderlich, sich nur mit Chefärzten, Oberärzten, Medizinalräten oder sonstigen höheren Koryphäen abzugeben. Die versuchen meistens, ihre eigenen Behandlungsmethoden durchzusetzen. Außerdem sind sie regelmäßig in der Forschung tätig, was dazu führen kann, dass man schnell zum Versuchskaninchen für alle möglichen neuen Medikamente oder Behandlungsverfahren wird. Gegen Neuerungen habe ich grundsätzlich nichts einzuwenden, nur möchte ich mir selbst aussuchen, wie ich meine Krankheit behandle. Gerade Neulinge mit wenig Erfahrung neigen dazu, alles zu glauben, was einem der Arzt erzählt.
</p>

<p>
	Mein Lebensmotto: Ich habe die Krankheit seit über 30 Jahren. Solange praktizieren die meisten Ärzte nicht einmal. Also erzählt mir nichts. Das soll natürlich nicht heißen, dass ich schlauer als die Doktoren sein will. Im Gegenteil, ich habe zu meinem Arzt ein ausgesprochen gutes Verhältnis und nehme auch seine Ratschläge gern an und probiere mal 'ne neue Salbe aus, wobei ich unter Umständen später feststelle, dass diese besser als meine bisherige ist. Das Ganze geschieht jedoch auf einer gleichberechtigten Ebene. Er weiß, wie lange ich schon die Krankheit habe und akzeptiert auch, wenn ich mal anderer Meinung bin.
</p>

<p>
	Letztlich behandele ich meine Schuppe innerhalb bestimmter Grenzen, die mein Arzt vorgibt, selbst. Die Grenze ist für mich deshalb kein Problem, weil ich sie mir selbst genauso setzen würde.
</p>

<p>
	Zwei Beispiele:
</p>

<ul>
	<li>
		Anwendung von <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/kortison" rel="">kortisonhaltigen Präparaten</a> – nur kleine Flächen und nur, wenn unbedingt notwendig.
	</li>
	<li>
		Steigerung bei <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c40-bestrahlung" rel="">Bestrahlungszeiten</a> – nur soweit, dass leichte Hautrötung auftritt usw.
	</li>
</ul>

<p>
	Da ich meinen Körper und die Gefahren der Anwendung bestimmter Heilmethoden und -mittel kenne, kann ich selbst am besten über die Vorgehensweise entscheiden.
</p>

<p>
	Also, nehmt Euch einen Arzt, der Eure Meinung akzeptiert. Lasst nicht alles mit Euch anstellen, was der Arzt will.
</p>

<p>
	Was auch wichtig ist und für mich eine Voraussetzung für die Auswahl meines Hautarztes war, ist, dass ich nicht wegen jedem Rezept stundenlang im Wartezimmer sitzen muss. Mein Arzt verdient mit mir eine Menge Geld, da ich ihn sehr oft konsultieren muss. Da muss es auch möglich sein, dass ich bevorzugt behandelt werde und eben nicht so lange warten muss. Ich muss mich nicht wegen jedes Medikaments vom Doktor begutachten lassen (wie das die Krankenkassen teilweise vorschreiben). Meine Schuppenflechte ist nächste Woche noch die selbe wie heute. Sie sieht beschi... aus, juckt und streut des öfteren vor sich hin.
</p>

<h2>
	Beruf
</h2>

<p>
	Die Wahl meines Ausbildungsberufes war ein langwieriges und schweißtreibendes Unterfangen, und so war der Start in das Berufsleben auch nicht der optimalste. An sich war ja die Lehrstellensuche in der DDR kein Problem. Irgendeine Lehrstelle hat man immer bekommen. Traumberuf war natürlich Autoschlosser. Das wollten in der DDR wohl alle jungen Männer werden. Wegen des Kontaktes mit Ölen, Fetten und Schmutz war das bei mir aber nicht möglich.
</p>

<p>
	Die Armee hat mich gar nicht erst genommen. Obwohl ich drei mal zur Musterung erscheinen musste. Die Militärärzte dachten wahrscheinlich, dass die Krankheit irgendwann mal verschwindet. Lästig waren nur die Blicke der anderen jungen Männer, die mit mir in einer Reihe und unbekleidet auf die Untersuchung warteten. Nachdem einer mich fragte, was ich denn für eine Krätze hätte, habe ich ihm bloß mitgeteilt, dass ich zwar beschissen aussehe, aber bestimmt nicht zur Armee muss, wie er. So kam es dann auch.
</p>

<p>
	Also habe ich mich erst einmal zum Fachverkäufer für Möbel/Polsterwaren ausbilden lassen. Die Tätigkeit war hinreichend schmutzfrei, nur der Verdienst war das Letzte, für diesen doch recht anstrengenden Job. Das beste waren die vielen jungen Verkäuferinnen, mit denen ich zu tun hatte. Wir hatten da so einen dunklen Lagerkeller...
</p>

<p>
	Trotz des Kellers habe ich mich entschlossen zu studieren. Mein Studium zählt zu der schönsten, aber - in Bezug auf meine Schuppenflechte - auch zu der schwersten Zeit meines Lebens. Wir waren in einem Internat untergebracht und schliefen zu dritt in einem Zimmer. Meine Zimmerbewohner waren intelligente und prächtige Menschen und haben niemals ein böses Wort über meine Krankheit, die morgendlichen Schuppen vor meinem Bett oder die blutige Nachtwäsche verloren. Duschen (Gemeinschaftsdusche) bin ich aber nur nachts gegangen. Die Körperpflege war also nur sehr schwerlich zu betreiben. Das Resultat war eine trockene, rissige, blutende und juckende Haut. Ich bin jedes Wochenende nach Hause gefahren, habe stundenlang gebadet und mich gepflegt, um dann am Montag früh wieder nach Weimar zu fahren. Ich kann mich erinnern, dass ich im Hörsaal meistens vorn saß, damit ich die Beine ausstrecken konnte. Ich konnte sie manchmal vor Schmerzen nicht einknicken, weil die Haut wie ein Panzer war und eingerissen wäre. Ausgehalten habe ich das nur auf Grund meiner Jugend und weil ich es unbedingt wollte. Ich habe es nicht nur ausgehalten, ich habe mit dem Prädikat sehr gut abgeschlossen.
</p>

<p>
	Nach dem Studium bin ich im öffentlichen Dienst gelandet. Das war wohl meine beste Entscheidung in Bezug auf meine Krankheit. Der Job ist absolut sauber. Irgendwelche äußerlichen Reizeinflüsse, bis auf den andauernd zunehmenden Stress, sind nicht vorhanden. Mein Arbeitsplatz ist relativ sicher. Auch wenn ich alle zwei bis drei Jahre zur Kur fahre, muss ich nicht befürchten, entlassen zu werden. Ich bin mittlerweile schwerbeschädigt und damit fast unkündbar. Beamter wollte ich nicht mehr werden, nachdem ich die Höhe meiner privaten Krankenversicherung erfahren hatte.
</p>

<p>
	Mein Tip an alle, die vor der Entscheidung stehen: Meidet Jobs, wo Ihr mit Schmutz, Ölen, Farben, Verdünnungen, Chemikalien und aggressiven Stoffen aber auch Hitze und Staub in Berührung kommt. Sucht Euch sogenannte Berufe in der Verwaltung, der Forschung, als Arzt, Anwalt, Computerspezialist usw...
</p>

<h2>
	Krankenhaus und Kuren
</h2>

<p>
	In meinen Jugendjahren bin ich zweimal jährlich in die Klinik eingerückt. Jedesmal so zwischen vier und sechs Wochen. So ist insgesamt ein Krankenhausaufenthalt von über zwei Jahren zusammengekommen. In der DDR war das kein Thema. Der Arbeitsplatz war sicher. Ich selber hatte damit auch keine Probleme. Im Krankenhaus war ich schon Stammgast mit gewissen Privilegien und Freiheiten.
</p>

<p>
	Heute möchte ich das aber nicht mehr erleben. Außerdem kann ich es mir nicht mehr leisten, solange von meiner Arbeit fernzubleiben. Die aufzuarbeitenden Rückstände wären gar nicht mehr beherrschbar und der Stress dann so groß, dass ein neuer Schub die Folge wäre.
</p>

<p>
	Früher bin ich alle zwei bis drei Jahre jeweils fünf Wochen nach Bulgarien zur Kur gefahren. Der Erfolg war durchschlagend. Ich war jedesmal vollständig für mehrere Monate erscheinungsfrei.
</p>

<p>
	Nach der Wende war ich in Borkum und Bad Bentheim zur Kur. Wer jemals vor der Wiedervereinigung im Sanatorium in Heiligendamm gewesen ist, kann sich den Kulturschock vorstellen, den ich erlitten habe. In Borkum musste ich im Einzelzimmer schlafen, der Empfangsraum ließ mich glauben, ich sei in einem Grandhotel. Das Essen wurde von freundlichen Kellnern serviert, dafür waren die Portionen vornehm klein. Nachdem ich zwei Tage mit hungrigem Magen den Mittagstisch verlassen hatte, teilte mir eine gute Seele mit, dass ich soviel nachbestellen kann, wie mein Magen verträgt. Man würde mich deswegen nicht öffentlich im Speisesaal ächten.
</p>

<p>
	Hier muss ich übrigens meiner Krankenkasse, der DAK, ein großes Kompliment machen. Die BfA, die eigentlich der zuständige Träger für Kuren ist, ist bislang auf Grund ihrer Unflexibilität und der umständlichen Beantragungsmodalitäten nicht fähig, mir eine Kur zu dem Zeitpunkt anzubieten, an dem ich sie wegen meines Gesundheitszustandes brauche. Die Beantragung muss in der Regel ein halbes Jahr vor Kurantritt erfolgen. Wie soll ich wissen, wie meine Haut in einem halben Jahr aussieht? Da kann es passieren, dass ich gar keinen Befund habe. Die Kur wäre dann rausgeworfenes Geld. Ich brauche die Kur, wenn es mir schlecht geht, und dann so schnell wie möglich.
</p>

<p>
	Meine Krankenkasse hat sich bereiterklärt, die Kosten zu übernehmen, wenn das Sanatorium auch als Krankenhaus zugelassen ist und Akuteinweisungen aufnimmt. Das ist zum Beispiel in Bad Bentheim der Fall, welches ich im übrigen auch sehr empfehlen kann. Meine Kasse hat das natürlich nicht ganz freiwillig getan. Nachdem ich aber persönlich in der Geschäftsstelle aufgetaucht bin und mehrere Stunden intensiv verhandelt hatte, wurde dieses Problem zur Zufriedenheit aller gelöst. Die Behandlung im Sanatorium unterscheidet sich übrigens nicht im geringsten gegenüber den Patienten, die über die BfA eingewiesen worden sind.
</p>

<h2>
	Die Medikamente
</h2>

<p>
	Wir sind uns also einig (so bitter das auch ist), dass die Schuppe derzeit noch nicht heilbar ist. Das heißt jedoch nicht, dass man sie so hinnehmen muss, wie sie ist. Es gibt viele Möglichkeiten, die Krankheit zu lindern und das Auftreten der Herde in gewissen Teilen des Körpers ganz zu verhindern.
</p>

<p>
	Für die tägliche Hautpflege verwende ich schon seit Jahren Melkfett. Das gibt es mit verschiedenen Zusatzstoffen. Ich bevorzuge Sanddorn oder Arnika. Ersteres hat den Vorteil, dass es noch recht angenehm riecht. Vor dem Eincremen praktiziere ich etwas, was wohl nicht jedermanns Sache sein dürfte. Bei mir funktioniert es aber. Ich wetze mir die Schuppen mit einem scharfen Messer vom Leib. Natürlich muss man dabei sehr vorsichtig sein und das Messer immer vom Körper wegführen. Außerdem geht das nicht, wenn die Schuppe gerade sehr entzündet ist. Bei 90% Befall lässt aber der Entzündungsgrad meiner Haut rapide nach, und die Areale werden sehr flach. Ich vermute, der Schuppe fehlt dann die Kraft, noch weiter zu produzieren. Bis jetzt ging es auch ohne Verletzungen ab. Diese Prozedur hat außerdem noch den Vorteil, dass die Haut ordentlich durchblutet wird. Danach dusche ich so kalt wie möglich. Dadurch soll die Produktion körpereigener Kortisone angeregt werden.
</p>

<p>
	Für die Entschuppung des Kopfes verwende ich eine sogenannte Kopfkappe, bestehend aus einer 20%igen Salicylsäure-Wasseremulsion. Die lasse ich abends zwei Stunden einwirken und danach kämme ich die Schuppen mit einem sog. Staub- oder auch Läusekamm aus. Danach wird das Haar gewaschen. Die Salicylsäureemulsion ist einwandfrei auswaschbar. Hinterher riecht auch nichts mehr, wie zum Beispiel bei den Teeremulsionen. Die sind meines Erachtens unzumutbar. Ich habe mir mal so ein Zeugs auf die Birne geschmiert. Nach drei Stunden wollte ich es auswaschen. Die Emulsion ging raus, nur der Geruch wurde immer schlimmer. Selbst nach zehnmaligem Waschen. Ich habe drei Tage wie ein Straßenarbeiter kurz vor Feierabend gerochen. Wer im Arbeitsprozess steht und vielleicht noch viel mit Menschen zu tun hat, sollte darauf verzichten. Es sei denn, die Wissenschaft erfindet mal etwas, was wirklich geruchsneutral ist. Das, was derzeit angeboten wird, stinkt immer (auch wenn's auf der Verpackung bestritten wird).
</p>

<p>
	Auf die noch angefeuchtete Kopfhaut trage ich dann eine Kortisoncreme dünn auf. Wichtig: Creme und dünn!!! Auch die lässt sich hervorragend auswaschen. Dafür gibt es in der Apotheke zusätzlich schuppenhemmende Shampoos. In der Regel genügt bei mir eine wöchentlich zweimalige Behandlung um den Kopf relativ schuppenfrei zu halten.
</p>

<p>
	Kleinere Stellen im Gesicht und an den Händen bekämpfe ich mit einer kortisonhaltigen Salbe. Auch hier sollte wieder dünn und nur punktuell aufgetragen werden.
</p>

<h2>
	Noch einige Bemerkungen zu Kortison
</h2>

<p>
	Die Diskussionen in den Medien sind ja ziemlich verwirrend und oftmals auch beängstigend. Auch hier gilt meines Erachtens der Satz. Das Maß macht das Gift. Ich bin grundsätzlich gegen eine innere Anwendung (außer in Notfällen). Für die Schuppenflechte reicht die äußerliche Anwendung meistens aus. Dabei sollte man sehr sparsam sein. Ich wende die Salben bzw. Cremes einmal an und lasse dann zwei Tage Pause. Natürlich muss das jeder für sich selbst einschätzen. Klar, Kortison hat Nebenwirkungen, aber wenn die sog. homöopathischen Wirkstoffe nicht helfen, hat man mitunter keine andere Wahl. Ich möchte die Zeit meines Lebens als halbwegs ordentlich anzuschauender Mensch rumlaufen, dafür nehme ich das Risiko von Nebenwirkungen halt in Kauf.
</p>

<p>
	Die Behandlung meiner Fingernägel habe ich aufgegeben. Es hilft hier sowieso nichts.
</p>

<p>
	Einen absoluten Horror habe ich vor den harten Medikamenten, die innerlich angewandt werden müssen. Sie haben ausnahmslos starke Nebenwirkungen und zerstören auf Dauer die Organe. Ich habe selbst noch zu DDR-Zeiten an einer Studie mit Sandimmun teilgenommen. Das Präparat legt das Immunsystem lahm und wurde eigentlich zur Verhinderung von Abstoßungseffekten nach Organtransplantationen entwickelt. Irgendjemand hat dann festgestellt, dass davon auch die Schuppenflechte unterdrückt wird. Es hat auch wunderbar funktioniert, nur meine Leber hat ziemlich gelitten. Außerdem hatte ich derart furchtbare Panikattacken, dass ich mitunter dachte, mein letztes Stündlein hätte geschlagen. Es war, als hätte ich den Teufel mit dem Beelzebub austreiben wollen. Meine Nerven sind auch heute nach zehn Jahren nicht mehr die stabilsten. Ich lasse seitdem die Finger von solchen Medikamenten wie <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>, Tigason u.a...
</p>

<h2>
	Bestrahlung
</h2>

<p>
	In der DDR gab es die Möglichkeit einer wirksamen UV-Bestrahlung erst recht spät. Ich glaube, es muss so gegen 1980 gewesen sein. Die Bestrahlungsgeräte waren recht abenteuerlich und nur in größeren Kliniken vorhanden.
</p>

<p>
	Die ersten Geräte arbeiteten mit kleinen Glasröhren, ähnlich wie bei der Höhensonne, und entwickelten mehr Hitze als UV-Licht. Ich erinnere mich an meine erste Behandlung. Sie erfolgte in der Uniklinik Jena. Ich hatte eine Überweisung meines behandelnden Hausarztes in der Hand und sollte mich in der Uni bei einem Doktor melden. Die Bestrahlungsabteilung befand sich im Kellergeschoß, welches die Atmosphäre eines heruntergekommenen Gefängnistraktes für Schwerverbrecher ausstrahlte. Der Doktor machte auf mich den Eindruck, dass er in der Freud'schen Abteilung besser aufgehoben wäre. Er brachte mich zu einer Krankenschwester, die mir befahl, mich zu entkleiden, danach habe ich eine mit Heftpflaster zugeklebte Höhensonnenbrille aufgesetzt bekommen. Zu sehen war also nichts mehr. Sie führte mich zu dem Gerät, unter dem man liegen musste. Die Strahler waren mit starken Filtergläsern verdeckt. Ich hatte ziemlichen Schiss, weil mir Leidensgenossen schon schlimme Sachen über die Bestrahlung erzählt hatten, und musste vorerst feststellen, dass es so schlimm ja gar nicht war. Zu dem Zeitpunkt waren allerdings die Filtergläser noch geschlossen. Als die sich öffneten, wanderte ich vom gemäßigten mitteleuropäischen Kellerklima in die Sahara. Ich hatte das Gefühl, auf meinem Bauch Spiegeleier braten zu können. Nach ca. fünf Bestrahlungen habe ich mich getraut, die Brille kurz zu heben und mich umzuschauen. Und siehe da, über meinem Kopf war ein Ventilator angebracht, den man nur einzuschalten brauchte, und schon wurde wenigstens das geschundene Haupt etwas gekühlt. Das medizinische Personal hatte es allerdings nicht für nötig befunden, mich von dieser Vorrichtung in Kenntnis zu setzen.
</p>

<p>
	Soweit zu früher.
</p>

<p>
	Heute ist das natürlich Geschichte (Gott sei Dank). Dafür muss man höllisch aufpassen, dass man sich nicht das Fell verbrennt. Ich mache einmal im Jahr eine sog. Balneo-UVB-Bestrahlung. Dabei bade ich vorher ca. 20 min in Salzwasser vom Toten Meer und gehe dann mit noch durchfeuchteter Haut (wichtig) in die Bestrahlungskabine. Neben der entspannenden Wirkung hilft es meiner Haut wirklich sehr gut.
</p>

<p>
	Im übrigen empfehle ich, zwischen den Bestrahlungen immer ein Jahr auszusetzen, um das Risiko von Hautkrebs zu minimieren. Ganz ohne Nebenwirkungen geht es halt auch hier nicht ab.
</p>

<p>
	Die Bestrahlungszeiten erhöhe ich nach meinem eigenen Gefühl und Beratung mit dem Doc. Ich bin ein sehr dunkler Typ und werde schnell braun. Die Zeit sollte so gewählt werden, dass immer nur eine leichte Hautrötung auftritt. Dann stellt sich der Behandlungserfolg in der Regel nach ca. 4 - 5 Wochen ein. Übrigens gibt es jetzt neue Strahler mit einer Wellenlänge von 311 Nanometern. Diese haben den Vorteil, dass keine Hautrötung mehr auftritt und trotzdem der gewünschte Effekt erzielt wird.
</p>

<h2>
	Das tägliche Leben
</h2>

<p>
	Wie für alle Menschen sind natürlich auch für Psoriatiker Alkohol und Nikotin sehr schädigend und sollten gemieden werden. Ebenso wie stark gewürztes Essen und so vieles mehr. Obwohl ich es am eigenen Leib auch wirklich nachvollziehen kann, halte ich mich nicht daran. Ich lebe ziemlich intensiv und kann von den Lastern des Lebens nicht lassen. Aber ich stehe innerlich auch dazu und jammere nicht rum, wenn nach einem Alkoholexzess ein Schub auftritt.
</p>

<p>
	Wichtig sind innerliche Ruhe und Ausgeglichenheit zwischen Körper und Seele. Das ist natürlich in unserer heutigen Zeit leicht gesagt. Das ganze Leben ist eine einzige Anforderungssituation, im Beruf ist vollster Einsatz gefragt, dazu kommen die existentiellen Sorgen und Nöte.
</p>

<p>
	Also, ich gebe zu, auch mir gelingt es nicht immer, die Ruhe zu behalten. Aber ich bin überzeugt, dass unsere psychische Situation Hauptursache des Krankheitsverlaufes ist. Ich habe mich vor zwei Jahren von meiner Frau getrennt. Das ist mir nicht leicht gefallen. Ich hatte Angst vor der Zukunft. Würde ich nach 13 Jahren Ehe alleine klarkommen? Ist dieser Schritt richtig usw.? Kurz bevor ich ausgezogen bin, hatte ich Totalbefall. Ich lebte in einer einzigen Stresssituation. Zu Hause gingen wir uns aus dem Weg und sprachen nicht miteinander. Ich hatte tausend Dinge im Kopf, war schon wieder feige und wollte einen Rückzieher machen.
</p>

<p>
	Nach meinem Auszug habe ich mir eine nette kleine Wohnung eingerichtet. Ich war zunehmend zufriedener, habe viel geschlafen und gelesen und niemand ging mir auf den Wecker. Meine Kinder besuchten mich regelmäßig. Es herrschte das erste mal seit Jahren Harmonie. Innerhalb von vier Wochen war meine Schuppenflechte ohne Medikamente oder Behandlungen weg.
</p>

<p>
	Aber der Mensch neigt leider dazu, unzufrieden zu sein und sich seine Defizite selbst zu organisieren. Das fing an, als ich wieder auf Brautschau gegangen bin. Die erste war eine absolute Traumfrau. Sie war 30 und ich war mit meinen 37 Jahren so verknallt wie das letzte Mal mit 16. Als sie mir ihre Lebensziele, nämlich großes Haus, tolles Auto und Familie mit vielen Kindern offerierte, wurde ich munter; die Schuppenflechte aber auch. Nun kann ich ja deshalb aber die Frauen nicht meiden, zumal sie mich ganz gern mögen. Wahrscheinlich muss ich mir eine suchen, die nicht so anstrengend ist!?
</p>

<p>
	Was mich anstinkt, ist, dass ich mein Leben immer so organisieren und durchplanen muss. Ich kann niemals spontan in den Urlaub fahren, wenn gerade der Zustand meiner Haut dies nicht zulässt. Ich muss ihn also planen und ca. fünf Wochen vor Urlaubsbeginn dafür sorgen, dass die Schuppenflechte weg ist. Also renne ich zur UV-Bestrahlung oder gehe in die Klinik. Man will ja schließlich am Badestrand nicht für Massenaufläufe sorgen oder gejagt werden, um im Zirkus ausgestellt zu werden.
</p>

<p>
	Wäschewaschen ist auch nicht so einfach. Ich habe festgestellt, dass meine Haut es nicht mag, wenn ich andauernd die Waschmittel wechsle. Also habe ich mich auf das preiswerte Unamat von Aldi und einen Weichspüler von Norma eingeschossen. Im übrigen habe ich überhaupt die Erfahrung gemacht, dass nicht immer die teuren Waschmittel die besten sind.
</p>

<p>
	Die tägliche Körperpflege betreibe ich mit unparfümierter Kernseife. Dieser ganze pH-neutrale Schnickschnack von Superwaschlotionen bringt mir überhaupt nichts.
</p>

<p>
	Was gibt's noch zu sagen? Mein Wasserverbrauch gleicht wegen der Notwendigkeit einer gesteigerten Körperpflege dem eines Kernkraftwerkes und die Kernseifenindustrie macht wegen mir gigantische Umsätze.
</p>

<h2>
	Ehe und Partnerschaft
</h2>

<p>
	Trotz meiner Behinderung hatte ich während meiner wilden Jugendjahre nie Probleme, Mädchen kennenzulernen. Es ist auch nie ein unschönes Wort in der ersten Nacht gefallen. Ursache war jedoch eine umfassende Vorbereitung des Ganzen. Ich habe niemals mit einer Frau das erste mal geschlafen, wenn ich Totalbefall hatte. Der Schock wäre wohl zu groß gewesen. Ich habe es immer solange herausgezögert, bis ich die Schuppe mal wieder los hatte. Neben dem Nachteil, dass man seine Hormone kontrollieren musste, hatte dies aber auch den Vorteil, dass man keine vorschnellen One-Night-Stands mit schalem Nachgeschmack zu befürchten brauchte. Die Frauen hielten mich immer für einen anständigen, verantwortungsbewussten jungen Mann (was ich aber gar nicht war).
</p>

<p>
	Erzählt habe ich aber immer vorher, dass ich eine Schuppenflechte habe. Wenn der Zustand meiner Haut sich dann mit den Monaten wieder verschlechtert hatte, konnte sich meine Freundin langsam daran gewöhnen.
</p>

<p>
	Im übrigen habe ich die Erfahrung gemacht, dass Frauen in dieser Beziehung sehr tolerant sein können. Ich nehme an, das liegt daran, dass Frauen nicht derart visuell orientiert sind, wie wir Männer und mehr Wert auf innere Qualitäten legen. Leider verschwindet diese gute Eigenschaft infolge des allgemeinen Schönheitswahns zusehends.
</p>

<p>
	Während des Studiums habe ich meine spätere Frau kennengelernt. Sie brachte ihre Tochter mit in die Ehe. Sie war noch sehr klein und ich hatte sie sowohl vom Gesetz her als auch von meinen Gefühlen als eigenes Kindes angenommen. Ein leibliches Kind wollte ich eigentlich wegen meines Erbdefektes nicht. Nach langen Überlegungen haben wir uns doch dazu entschlossen. Meine zweite Tochter ist gesund, aber ich danke für jeden Tag, an dem das so bleibt.
</p>

<p>
	Meine Ehe ist zwar mittlerweile gescheitert, aber meine Hauterkrankung hatte damit nichts zu tun, und ich rechne es meiner Exfrau sehr hoch an, dass sie für meine Erkrankung immer Verständnis gezeigt hat. Zwar gab es auch mal Ärger, wenn in der Wohnung meine weiße Hinterlassenschaft herumlag und ich zu faul war, den Staubsauger zur Hand zu nehmen, aber Ursache für unsere Trennung war mehr der übliche Beziehungsstress.
</p>

<p>
	Nun bin ich Single und kann sagen, dass mir das recht gut gefällt. Ich habe mehr Zeit für mich und die Pflege meiner Haut. Durch die Ruhe bin ich auch wesentlich entspannter als früher, was sich positiv auf die Schuppenflechte auswirkt. Es sei denn, ich renne wieder mal auf Brautschau.
</p>

<p>
	Das soll nun nicht heißen, dass sich alle zum Singleleben bekennen sollen. Aber, wenn es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit dem Partner kommt, die nicht lösbar sind, hat es keinen Sinn, sich aus falschem Pflichtgefühl aufzureiben und zusammenzubleiben. Wo keine Harmonie herrscht, leidet die Haut. Das trifft auf gesunde Mensche zu, auf uns aber besonders.
</p>

<p>
	Allen, die sich bis hierher durchgearbeitet haben, danke ich für die Geduld. So lang sollte mein Werk eigentlich gar nicht werden. Es ist auch über einen langen Zeitraum entstanden. Anfänglich wollte ich das Thema zum Inhalt meiner eigenen Homepage machen, habe mich dann aber immer nicht getraut, da ich der Auffassung bin, dass es vielleicht doch nicht die Akzeptanz in der nichtbetroffenen Bevölkerung erreicht.
</p>

<p>
	So konnte ich aber wenigstens meine Sicht der Dinge einmal betroffenen Leidensgenossinnen und -genossen nahebringen.
</p>

<p>
	<em>Matthias R.</em>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">700</guid><pubDate>Sun, 14 Mar 2004 08:55:00 +0000</pubDate></item><item><title>Tipps und Tricks aus dem Leben eines Psoriatikers</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/tipps-und-tricks-aus-dem-leben-eines-psoriatikers/</link><description><![CDATA[
<p>
	<strong>Mike B. hat viele Wege beschritten, um seiner Psoriasis Herr zu werden. Welche ihm halfen und welche in die Irre führten, beschreibt er in seinem Erfahrungsbericht.</strong>
</p>

<h2>
	Allgemein
</h2>

<p>
	Im Alter von 17 Jahren hatte sich die <span ipsnoautolink="true">Psoriasis vulgaris</span> bewogen, meinen Körper permanent zu frequentieren. Der behandelnde Arzt wusste damals ('79) nicht , worum es sich handelte, und diagnostizierte auf ein allgemeines Ekzem, dem er mit Kalzium-Spritzen Herr zu werden versuchte. Nach einigen Monaten wurde es mir zu bunt ( ! ) und ich begab mich zu einem "Spezialisten" nach Münster. Er erkannte zwar die Krankheit, wusste sich allerdings keinen besseren Rat, als mir Kortison in den Allerwertesten zu jagen, was ich leider erst nach einigen Monaten gewahr wurde.
</p>

<h2>
	Totes Meer
</h2>

<p>
	Bis zum Jahre '83 wusste ich überhaupt nicht, wie mir geschah, was Psoriasis überhaupt darstellt, warum ich, und so fort ... über einen Bekannten bekam ich den Hinweis, dass ein Klinikum am <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/totesmeer" rel="">Toten Meer</a> in Israel aufgebaut wird (Dr. Shimshoni) . Die Krankenkasse (Hamburg Münchener) weigerte sich damals, eine Kur zu bewilligen. Nachdem mein Vater mit dem Instanzenweg und Austritt gedroht hat, willigte die KK ein, einen Zuschuss von 100,- DM/Tag zu gewähren. Das war zwar noch nicht kostendeckend (auch damals nicht), ermöglichte mir aber einen Aufenthalt im gelobten Land.
</p>

<p>
	Tiefster Punkt der Erde (- 380 Meter), dadurch "gefilterte" Einstrahlung bessere UV-Bandbreite, Mineralien des Toten Meeres (es ist nicht das Salz, sondern Magnesium, Kobalt, Bitumen/Teer), trockene Luft, etc. Nach 4 Wochen war ich - bis auf die Fingernägel - erscheinungsfrei. Nach 3 Monaten zurück in Deutschland war ich wieder auf meinem alten Stand. Zurückblickend kann ich heute sagen, dass ich noch niemals in meinem ganzen Leben soviel geballte Information und Hilfe erfahren habe (und ich bin Informatiker). Dadurch, dass sich dort das unHAUTwesen der ganzen Welt konzentriert, versucht jeder jedem zu helfen und das Wissen zu teilen.
</p>

<p>
	Diese Maßnahme habe ich im Laufe der Zeit noch 4 mal wiederholt , allerdings als Rehabilitationsmaßnahme, da ausländische Kuren normalerweise nicht unterstützt werden. Nach meinem Schulabschluss und dem Studium war es allerdings nicht mehr möglich, ans Tote Meer zu fahren, weil
</p>

<ul>
	<li>
		in der freien Wirtschaft Kur- bzw. ReHa Maßnahmen nicht toleriert werden.
	</li>
	<li>
		die Nebenkosten, wie Getränke (8 Liter Flüssigkeit zusätzlich am Tag), EZ Zuschlag und Eigenanteil pro Tag auch schon sehr hoch sind (ca. 2.500,--DM)
	</li>
	<li>
		von einem Toten Meer nicht mehr die Rede sein kann:
		<ul>
			<li>
				der Jordan wird für Bewässerungszwecke voll abgegraben
			</li>
			<li>
				der Kanal zum Mittelmeer wurde nicht fertiggestellt
			</li>
			<li>
				die Stalagmiten müssen regelmäßig herausgesprengt werden
			</li>
			<li>
				die Konzentration wird immer stärker (ätzender)
			</li>
			<li>
				durch die hohe Temperatur kann nur noch früh morgens gebadet werden
			</li>
		</ul>
	</li>
</ul>

<p>
	Daher versuche ich seit '94, meinen Jahresurlaub in der Sonne zu verbringen. Wobei sich als positiv erwiesen hat, wenn der Urlaub mit FKK verbunden ist (Gran Canaria, Mallorca, Lanzarote). USA oder Türkei stellen für FKKler natürlich ein Handicap dar.
</p>

<h2>
	UV-Lichttherapien
</h2>

<p>
	In den 20 Jahren bin ich in Deutschland ca. 2000 mal <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c40-bestrahlung" rel="">künstlich bestrahlt</a> worden (Hautärzte, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen/kliniken/hautkliniken-reha/tomesa-fachklinik/" rel="">Tomesa-Fachklinik in Bad Salzschlirf</a>, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen/kliniken/hautkliniken-uni/klinik-fuer-hautkrankheiten-muenster/" rel="">Uni-Klinik-Haut in Münster</a>). Jeder muss für sich selbst entscheiden, was der "Weg des geringsten Widerstandes" sein könnte.
</p>

<h2>
	Medikamente, Arzneien, Lotionen, Körperpflege
</h2>

<p>
	Die Liste der Medikamente auf dieser Seite sind sehr ausführlich und bedürfen eigentlich keiner weiteren Ergänzung. Da sich das Krankheitsbild bei jedem Schuppi anders darstellt, bedarf es individueller Erfahrungen, was hilft und was nicht.
</p>

<h2>
	Tipps und Tricks
</h2>

<ul>
	<li>
		Ölbad Cordes F (85% Erdnussöl = besser verträglich als Hermal-Öle),
	</li>
	<li>
		Kamillenbad ROBUGEN zur Beruhigung der Haut
	</li>
	<li>
		TotesMeerBadeSalz mischen mit Öl und/oder KamillenZusatz. ( ALDIs Bezugsquelle : Prodime Markenprodukte, Postfach 550148, 44209 Dortmund )
	</li>
	<li>
		falls es im Gesicht zu arg wird: Cortisonhaltige Salbe (Triancinolonum Acetonatum 0,1g + Basiscreme DAC 99,9g)
	</li>
	<li>
		gegen den Juckreiz: Teersalbe ( Liq. Carbonis Detergens 10g + Basiscreme DAC 90g)
	</li>
	<li>
		zum Fetten: Basiscreme DAC 100g
	</li>
	<li>
		BIOMIN Mineral Körperlotion (mit Mineralien aus dem Toten Meer = kein SALZ !!, ca. 20-30 DM, sehr ergiebig; das Salz ist generell NICHT für den Heilungserfolg ausschlaggebend; es sei denn, man ist im Urlaub, hat Sonne und badet und duscht sehr viel. ) Der Heilerfolg mit dem TotenMeer beruht auf den gelösten MINERALIEN im Wasser = höchste Konzentration auf der Welt; Bitumen (gelöster Teer), Magnesium, Mangan, etc.)
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/fumaderm/" rel="">Fumarsäure</a>: hart und gefährlich
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Neotigason</span>: schwierig, die richtige Dosis zu finden. Sie muss im Anfang hoch genug sein, um eine Reaktion zu zeigen, hat dann aber auch krasse Nebenwirkungen, wie: Abpellen der Hand- und Fußflächen, Platzen der Lippen, Nasenbluten etc.
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dithranol/dithranol-information" rel="">Psoralon</a> (MinutenTherapie 0,5%): schwierig in der realen Welt anzuwenden. Wird aufgetragen auf die befallenen Stellen. Die gesunde Haut wird verbrannt. ALLE Gegenstände, die mit der Creme in Kontakt kommen, verfärben sich dunkelbraun. Schwierig wieder runterzubekommen in der Dusche. Dusche verfärbt sich auch. Wenn die Creme nicht vollständig entfernt wird (mit der Stoppuhr nach 5 Minuten), verbrennt auch die befallene Haut.
	</li>
</ul>

<p>
	Ein Wort noch zu Salben, Cremes und Lotionen: Da in Deutschland alle Medikamente, Arzneimittel wie Lebensmittel behandelt werden, müssen sie mindestens 2 Jahre haltbar sein. d.h. es ist jede Menge Konservierungsstoff enthalten. Generell gilt: KEINE Konservierungsstoffe, KEINE Farbstoffe, KEIN Parfüm sollte in diesen Produkten enthalten sein.
</p>

<p>
	SCHMIER-Mittel basieren immer auf Öl-Wasser oder Wasser-Öl-Emulsionen.
</p>

<p>
	Leider ist das Buch von Jean Pütz aus der HOBBYTHEK Serie: "Cremes und sanfte Seifen" nicht mehr erhältlich, wo alles über die Funktionsweise sowohl chemisch als auch biologisch sehr gut erklärt wird. Mit Anleitung, Bezugsquellen und Rezepten zum SelberMachen.
</p>

<h3>
	Deodorant
</h3>

<p>
	Da Schuppenflechte vor keiner Körperstelle halt macht .... Ich vertrage kein einziges Deo. Deshalb verwende ich einen Salzstein ( Alaun ), der wirklich optimal hilft. Den gibt es in Drogerien und in der Apotheke.
</p>

<h3>
	Rasur
</h3>

<p>
	Ich trage wegen der Psoriasis einen Vollbart.
</p>

<h3>
	Literatur
</h3>

<ul>
	<li>
		Akerberg, Katja: Die Haut, Spiegel des Stoffwechsel (Ullstein Taschenbuch)
	</li>
	<li>
		Burkhardt, Dietlinde: Rat und Hilfe bei Schuppenflechte (Südwest Verlagsges.)
		<p>
			Nahrung
		</p>
	</li>
</ul>

<p>
	In der 3.000-jährigen Geschichte im Umgang mit Psoriasis ist den Wissenschaftlern kein Zusammenhang mit Nahrungsmitteln aufgefallen. Ich persönlich vermeide Schweinefleisch, harte Getränke (Whiskey, Congnac), scharfe Gewürze, und Knoblauch.
</p>

<p>
	Weitere interessante Gebiete, die von mir erprobt wurden, allerdings zu keinem positiven Ergebnis geführt haben:
</p>

<ul>
	<li>
		Schwarzkümmelöl (ägyptisches)
	</li>
	<li>
		Honig, Blütenpollen, Gelee Royal
	</li>
	<li>
		Kombucha
	</li>
	<li>
		Bachblütentherapie
	</li>
	<li>
		Eigenurin / Fremdurin
	</li>
	<li>
		Arsen
	</li>
	<li>
		Eigenblut
	</li>
	<li>
		Akupunktur
	</li>
	<li>
		Fuß-ReflexzonenMassage
	</li>
	<li>
		Transzendentale Meditation TM
	</li>
	<li>
		Yoga, Hata Yoga
	</li>
	<li>
		Ayruveda
	</li>
	<li>
		Fernheilung durch Auspendeln
	</li>
	<li>
		Energietransfer durch Wunderheiler
	</li>
	<li>
		Brennesseltee, Lebertran, Nachtkerzenöl
	</li>
	<li>
		Bioresonanz Sensibilisierung
	</li>
</ul>

<p>
	<em>Mike B. (37)</em>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">763</guid><pubDate>Sun, 14 Mar 2004 08:19:00 +0000</pubDate></item><item><title>"Ich trage im Sommer trotzdem kurze Hosen oder R&#xF6;cke"</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/ich-trage-im-sommer-trotzdem-kurze-hosen-oder-roecke/</link><description><![CDATA[
<p>
	<strong>Bei Sandra ist die Schuppenflechte meist von Herbst bis Frühling schlimm – meist auch, wenn sie Stress bei der Arbeit hat oder bei Prüfungen. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.</strong>
</p>

<p>
	Bei mir hat die <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> an einer kleinen Stelle auf der Kopfhaut begonnen. Damals war ich ca. 8 Jahre. Aber aus welchem Grund, weiss ich bis heute nicht. Ich habe damals von dem Hautarzt ein teerhaltiges Shampoo bekommen und eine kortisonhaltige Salbe. Hatte aber bald keine Lust mehr die Sachen anzuwenden, weil meine Haare durch das Shampoo ziemlich stanken und ein Rückgang der Schuppen trotz der Salbe nicht ersichtlich war.
</p>

<p>
	Ich bin dann zu einer anderen Hautarztpraxis gewechselt. Dort hat man mir aber ebenfalls <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/kortison" rel="">Kortisonsalben</a> gegeben und ich musste ein paar Mal in der Woche zur <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c40-bestrahlung" rel="">Bestrahlung</a> erscheinen. Man hat mir dann mit einem Bestrahlungskamm die Kopfhaut bestrahlt (war aber aufgrund der Dicke meiner Haare nicht sonderlich erfolgreich) und ich musste in die Ganzkörperbestrahlungskammer stehen (war aber aufgrund meiner sehr hellen und somit sehr empfindlichen Haut auch nicht das Richtige).
</p>

<p>
	Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Schuppenflechte bereits an der ganzen Kopfhaut, vereinzelt an den Schienbeinen und Waden und an den Hüftknochen.
</p>

<p>
	War danach noch bei zwei weiteren Hautärzten und habe noch meine Erfahrungen mit <span ipsnoautolink="true">Fumaderm</span> gemacht. Die Nebenwirkungen waren schrecklich. Ich konnte nachts nicht schlafen, mein Gesicht und teilweise mein Körper waren röter als eine reife Tomate, angeschwollen, heiß und hat gejuckt. Da bin ich selber vor mir im Spiegel erschrocken, habe das Medikament dann nach ein paar Tagen wieder abgesetzt.
</p>

<p>
	Ein Buch zur <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/ernaehrung" rel="">Ernährung bei Psoriasis</a> hatte ich mir auch gekauft. Die in dem Buch beschriebenen Hauptauslöser (z.B. Alkohol, Nüsse, Gewürze ...) konnte ich von vornherein ausschliessen. Habe eine Zeitlang keine Schokolade, Chips und Säfte gegessen bzw. getrunken, hat aber nichts gebracht.
</p>

<p>
	Bei mir ist es meist schlimm von Herbst bis Frühling. Meist auch wenn ich jetzt Stress bei der Arbeit habe oder bei Prüfungen in den letzten Jahren.
</p>

<p>
	In Kur war ich noch nie. Bin aber im November in den Süden in Urlaub ans Meer gefahren und habe dort gebadet. Nach zwei Tagen waren die befallenen Stellen am Körper so gut wie weg.
</p>

<p>
	Zur Zeit nehme ich lediglich ph5-Eucerin-Lotion und selbstgemachte Ringelblumensalbe (heilt die Entzündung schneller weg). Und seit ein paar Monaten nehme ich an einem Yoga-Kurs teil, ich hoffe, es hilft ein wenig zum Stressabbau.
</p>

<p>
	Ich denke, es ist wichtig zu lernen, die Krankheit zu akzeptieren und mit Ihr zu leben. Ich trage im Sommer trotzdem kurze Hosen oder Röcke manchmal gehe ich auch ins Schwimmbad. Für mich ist es auch besser, wenn nicht ständig Kleidung an den befallenen Stellen aufliegt oder reibt.
</p>

<p>
	Viele Grüsse von Sandra (24)
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">762</guid><pubDate>Sun, 14 Mar 2004 08:17:00 +0000</pubDate></item><item><title>Mein Leben und Erleben mit Schuppenflechte</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/aktive-aufklaerung-ueber-die-schuppenflechte-an-vielen-orten/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2025_10/erfahrungsbericht-psoriasis-mann.jpg.d464013d892a9cc8a7b3d26a932c301c.jpg" /></p>
<p>
	Passen Sport und Psoriasis zusammen? Sollte man sich als "Schuppi" outen, indem man offen zeigt, was man hat? Der Erfahrungsbericht eines Betroffenen.
</p>

<h2>
	Wie alles begann
</h2>

<p>
	Bei mir trat die Schuppenflechte erstmals so 18/19 Jahren mit 1977 auf dem Kopf auf. Ich besuchte die letzte Klasse des Gymnasiums und war bereits für die Bundeswehr gemustert. Diese störte meine <span ipsnoautolink="true">Kopfpsoriasis</span> nicht, und so leistete ich mit einem "Schuppenhelm" unter dem Stahlhelm meinen Grundwehrdienst. Während dieser Zeit gab es die ersten Nagelveränderungen und auch die erste kleine Stelle auf dem Rücken. Im nachhinein führe ich letztere auf den mechanischen Reiz (<span ipsnoautolink="true">Köbner-Effekt</span>) eines Metallrings des Koppeltragegestells zurück. Meine Kopfhautpsoriasis war stark ausgeprägt, und die Schuppen bildeten eine dicke Kruste. Wenn ich die Schuppenkruste mit dem Kamm oder den Fingernägeln von der Kopfhaut entfernte, so nässte oder blutete diese häufig, was meinem Kopfkissen anzusehen war.
</p>

<p>
	Die Psoriasis am Körper breitete sich allmählich aus. Ich machte mit <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dithranol/dithranol-information/" rel="">Cignolin</a> meine Erfahrungen: Verfärbte Wäsche und vermutlich wegen Überdosierung und/ oder nicht vollständigem Abwaschen der Salbe hatte ich verbrennungsähnliche Hautveränderungen mit Blasenbildung, Ablösen und Nässen der behandelten Hautstellen.
</p>

<p>
	Eine Hautärztin in Darmstadt gab mir ganz neue und angeblich "prima" Tabletten zum Einnehmen mit. Da ich auf meine Nachfrage nicht genauer über diese Tabletten und ihre Wirkung und mögliche unerwünschte Nebenwirkungen informiert wurde, beendete ich diese Therapie. Bei den Tabletten handelte es sich um ein Retinoidpräparat das im Prüfungsstadium war.
</p>

<h2>
	Totes Meer
</h2>

<p>
	Die Zeit zwischen dem Abschluss meines Physikstudiums und dem Berufseinstieg bei MBB in Ottobrunn nutzte ich 1985 zu einer ersten vierwöchigen Klimaheilbehandlung am <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/totesmeer" rel="">Toten Meer</a> in Israel. Obwohl es Ende Februar bis Ende März in "Ein Bokek" relativ kühl und teilweise bewölkt war (einmal regnete es sogar und Dr. Shimshoni bestrahlte auch schon mal künstlich), kam ich erscheinungsfrei und knackig braun wie noch nie nach Deutschland zurück. Doch leider schon sehr bald zeigte sich die Psoriasis wieder und breitete sich zum alten, großflächigen Erscheinungsbild (Psoriasis geographica) wieder aus. Bereits im Herbst des gleichen Jahres fuhr ich in meinem Urlaub erneut für vier Wochen ans Tote Meer, mit dem gleichen Ergebnis wie das erste mal.
</p>

<h2>
	Fumarsäureester
</h2>

<p>
	Ein Urlaub im Frühjahr 1986 auf Lanzarote brachte vorübergehende Besserung, im September 86 war dann allerdings ein Klinikaufenthalt in der Riefenbachklinik Bad Harzburg notwendig. Ein vierwöchiger Klinikaufenthalt zeigte keine Wirkung, die in der Klinik begonnene "<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/fumaderm" rel="">Fumarsäuretherapie</a>" setzte ich zuhause fort und erreichte auch erst da nach langsamer Dosissteigerung die Höchstdosis von 3 x 2 magenlöslichen Kapseln täglich. Nach etwa drei Monaten konnte ich ohne andere Therapien ein fast völliges Verschwinden der Schuppenflechte beobachten. Bei den regelmäßigen Laborkontrollen zeigte sich eine starke Abnahme der Leukozytenzahl bis auf Werte um 2500 pro mm¸, die mich zu einem Abbruch der Fumarsäureester-Therapie veranlasste.
</p>

<p>
	Die Leukozytenzahl stieg wieder an, es zeigte sich bei mir allerdings auch ein bis dahin nicht gekannter starker Psoriasis-Schub der Haut. Ich begann also nach sechs Wochen wieder mit der Fumarsäureester-Einnahme, wobei ich nun nicht mehr die Höchstdosis einnahm. Ich machte quasi eine "Schaukeltherapie" zwischen vertretbaren Laborwerten (mittlerweile war ich zusätzlich auf eine Lymphopenie mit Werten zwischen 5% und 10% aufmerksam geworden) und zufriedenstellendem Hautbefund.
</p>

<p>
	Im September 1991 fuhr ich das dritte mal für vier Wochen ans Tote Meer. Ich erhoffte mir vor allem eine positive Wirkung auf meine seit 1984 bestehenden und in letzter Zeit verschlimmerten Gelenkschmerzen in den Finger- und Zehengelenken (re. Fuß). Die Besserung trat leider nicht im erhofften Maße ein.
</p>

<h2>
	Auslassversuch mit Folgen?
</h2>

<p>
	Einen weiteren Medikamenten-Auslassversuch unternahm ich im Dezember 1994. Ein bevorstehender Aufenthalt in der Fachklinik SANADERM schien mir eine günstige Gelegenheit, um einen etwaigen Schub nach dem Absetzen der Fumarsäureester zu verhindern. So setzte ich allmählich (ausschleichend) die Fumarsäureester ab (seit Ende 1992 nehme ich das Fertigpräparat Fumaderm ein).
</p>

<p>
	Eine neunwöchige Sole-Fototherapie kombiniert mit <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dithranol/dithranol-information/" rel="">Dithranol</a> und gegen Ende des Aufenthaltes auch mit Meladininebädern (<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/behandlung/lichttherapie" rel="">Bade-PUVA</a>) brachte nicht den gewünschten Erfolg. Im Sommer 1995 traten erstmalig Gelenkbeschwerden in der linken Schulter und im rechten Oberarm auf. In der Sprechstunde einer Berliner Rheumaklinik empfahl man mir eine Therapie mit <span ipsnoautolink="true"><abbr title="Methotrexat">MTX</abbr></span> oder aber wieder die Fumarsäureester-Therapie zu beginnen, da ich in der Vergangenheit relativ gute Erfahrungen mit ihr gemacht habe. Ich entschied mich für die mir "vertraute Fumarsäuretherapie". Die Schulterschmerzen verschwanden wieder. Im September 95 lief ich trotz leichter Arthritis-Probleme am rechten Fuß meinen ersten Marathon in 3:50 Stunden.
</p>

<h2>
	Tiefen und Höhen
</h2>

<p>
	Nach einem schweren Jahr 1997 mit bis dahin nicht gekannten Muskel- und Gelenkschmerzen, die mir zeitweise das Joggen unmöglich machten und zu einem Hinken auch beim Gehen führten, geht es mir zur Zeit recht gut. Eine starke Hautverschlechterung, die nach einer Grippeschutzimpfung im Herbst 98 auftrat, ist nach dreimonatiger ambulanter Sole-Fototherapie (Kieler Modell), Behandlung mit <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/vitamind3/calcipotriol-daivonex" rel="">Calcipotriol</a> (Daivonex, Psorcutan ) und 14 Tagen Spanienurlaub fast verschwunden. Das Laufen klappt fast wieder wie zu Marathonzeiten und ich Laufe regelmäßig beim Lauftreff ca. zweimal die Woche 10 km in einer Stunde mit.
</p>

<h2>
	Selbsthilfeengagement
</h2>

<p>
	Seit Herbst 1985 bin ich in der Psoriasis-Selbsthilfe ehrenamtlich aktiv. Im Frühjahr 1998 wurde ich zum Sprecher der <span ipsnoautolink="true">Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft</span> (PSOAG) berufen. Gerne teile ich mit anderen Aktiven meine Erfahrungen zur Organisation, Gründung und zur "alltäglichen" ehrenamtlichen Arbeit. Neben einigen Enttäuschungen überwiegen die vielen positiven Erfahrungen, die mir nicht nur helfen, mit meiner Schuppenflechte besser umzugehen, sondern die auch allgemein mein Leben mitprägen.
</p>

<h2>
	Sport und/oder Psoriasis?
</h2>

<p>
	Als Jugendlicher war ich unsportlich und einer der Schlechtesten im Fach "Leibeserziehung" in der Schule. Ausnahme war der Schach-"Sport", den ich in einem Schachverein ausübte. Ihn ließ ich später zugunsten des Badmintonspielens und des Laufens "einschlafen". Bei diesen beiden Sportarten und bei dem von mir erst gegen Ende der Schulzeit erlernten Schwimmen traten "Gewissensnöte" durch die Schuppenflechte auf. Waren die Psoriasisstellen im Alltag für gewöhnlich gut durch die Kleidung verdeckt und fielen kaum auf, so brachte mich der Sport in innere Konfliktsituationen.
</p>

<p>
	Mit welchem Schuppenflechtenausmaß traue ich mich noch ins Schwimmbad oder an einen Badesee? Beim Badminton und Laufen konkurrierte der Wunsch, nicht mit den Schuppi-Stellen aufzufallen, mit dem unerträglichen Wärmestau einer langen Sportkleidung in der Halle oder im Sommer. So war es für mich oft eine Herausforderung im Frühjahr wieder erstmals eine kurze Hose zum Lauftreff anzuziehen. Heute zwingt mich das Laufen immer wieder dazu, meine Schuppenflechte nicht zu verleugnen und mich offen zu ihr zu bekennen. Darüber hinaus ist das Laufen für mich ein sehr guter Ausgleich für die tägliche geistige Beanspruchung und Ansatzpunkt für soziale Kontakte. Die Körpererfahrung beim Sport prägt mit meine Einstellung zum Körper, beweist mir meine physische Leistungsfähigkeit im Vergleich zu "gesunden" Nichtpsoriatikern und stärkt so mein Selbstbewußtsein. Dies lässt mich hoffentlich recht lange immer weiterlaufen, trotz der zeitweiligen, oben beschriebenen "Gewissensnöte" und lästiger Schmerzen aufgrund der Gelenk-, Sehnenansatz und Muskelbeteiligung bei der Psoriasis.
</p>

<h2>
	"Outen" als Schuppi
</h2>

<p>
	Rückblickend kann ich sagen, dass ich niemals mit meiner Psoriasis auf Ablehnung gestoßen bin oder verletzende Erfahrungen in der "Öffentlichkeit" machen musste. Dies mag zum Teil Glück sein, andererseits am von mir gut eingeschätzten "Risiko" liegen. Ich stellte nie meine Schuppenflechte provokativ zur Schau. Vielmehr besuchte ich nicht mit jedem Hautzustand ein Schwimmbad, sondern nur wenn es für mich vertretbar erschien. Vorgezogen habe ich bei größerem Schuppenausmaß wenig besuchte Badestellen an Seen oder bin mit personeller "Verstärkung" zum Baden gegangen. Bei Badminton und Lauftreff setzte ich auf die bestehenden sozialen Beziehungen und auf aktive Aufklärung über die Schuppenflechte, z.B. dass sie nicht ansteckend ist.
</p>

<p>
	Trotz allem besteht bei mir keine Normalität bezüglich des Zeigens meiner Schuppenflechte. Jedes Frühjahr, wenn die Zeit der kurzen Sachen beginnt, kommt auch wieder verstärkt die Zeit des Abwägens, des zu meiner Haut stehens und des "outens" als Schuppi. Dies nicht nur in der Freizeit, sondern auch am Arbeitsplatz gegenüber Kollegen, Vorgesetzten und nun bei mir auch gegenüber Schülern. So unaufmerksam sie oft im Unterricht sind, so genau mustern sie doch die Kleidung des Lehrers, entdecken Schuppen und "Schorf" hinter den Ohren und am Haaransatz - und sprechen dies im Gegensatz zu manchem Erwachsenen auch unverblümt an.
</p>

<p>
	Trotz meiner langen "Psoriasiskarriere" gibt es für mich immer wieder neue Situationen und Fragestellungen im Zusammenhang mit der Schuppenflechte. Unabhängige Selbsthilfe und eine unabhängige Informationszeitschrift wie <em>PSOaktuell</em> sind da für mich eine wesentliche Säule eines effektiven Gesundheitswesens und nicht mehr wegzudenkende Ergänzung der ärztlichen Versorgung.
</p>

<p>
	<em>Bernhard P.</em>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">713</guid><pubDate>Sun, 14 Mar 2004 08:05:00 +0000</pubDate></item><item><title>Husten hilft beim Blutabnehmen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/beim-blutabnehmen-husten/</link><description><![CDATA[<p></p><p>Husten sorgt beim Blutabnehmen für weniger Schmerz. Das hat ein Test an der Universität Greifswald ergeben, berichtet die "Ärzte Zeitung". Am besten sei es, während des Stichs wegzugucken und gleichzeitig zu husten. Die Mediziner hatten den Probanden bei dem Test Blut aus einer Handvene entnommen, einmal ohne, einmal mit "Hustentrick". Im zweiten Fall gaben die Testpersonen an, weniger Schmerzen gespürt zu haben. </p><p></p><p><i>Quelle: dpa, 16.02.2004</i></p>]]></description><guid isPermaLink="false">72</guid><pubDate>Fri, 05 Mar 2004 06:19:47 +0000</pubDate></item><item><title>Psoriasis an H&#xE4;nden und F&#xFC;&#xDF;en &#x2013; wie behandeln?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/schuppenflechte-hand-fuss-behandlung/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2004_02/psoriasis-an-der-hand.png.705ca1d516151f878740af8f4598ac71.png" /></p>

<p>
	<strong>Bei der Schuppenflechte an der Hand kann jedes Zugreifen wehtun. Eine Schuppenflechte am Fuß schubbert bei jedem Schritt. Wenn die Psoriasis an der Fußsohle sitzt und so richtig "blüht", ist jedes Auftreten mit Schmerzen verbunden. Wie kann die Hauterkrankung an diesen Stellen behandelt werden?</strong>
</p>

<p>
	Im Ärztelatein heißt die <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span>, die sich nur an Händen und Füßen zeigt, Psoriasis palmoplantaris oder Pustulosis palmoplantaris. Eine eindeutige Diagnose ist schwer zu stellen. Einfacher wird es nur, wenn die Psoriasis auch an anderen Stellen des Körpers zu finden ist.
</p>

<p>
	Bei der Psoriasis palmoplantaris sind die Stellen gerötet. Eine Schuppung ist ebenfalls ein Zeichen dafür - aber sie tritt nicht immer auf. Bei der pustulösen Variante finden sich keinerlei Keime in diesen Pusteln.
</p>

<p>
	Die schmerzhafteste Folge der Psoriasis an Händen und Füßen sind sicherlich die Rhagaden – Einrisse, die oft auch sehr tief gehen und lange bleiben.
</p>

<p>
	Alles in allem schränkt die Psoriasis palmoplantaris das berufliche Leben des Betroffenen ein. Der Alltag wird ebenfalls nicht leichter: Vom Geschirrspülen bis zur Toilette ist immer Vorsicht geboten.
</p>

<p>
	Wer sicher gehen will, ob das, was er an Händen und Füßen hat, eine Psoriasis ist, muss vom Arzt ausschließen lassen, dass es nicht Krankheiten sind wie
</p>

<ul>
	<li>
		Ekzeme
	</li>
	<li>
		Allergien (Radfahrer z.B. können gegen Gummi allergisch sein; ansonsten z.B. Allergien gegen Formaldehyd)
	</li>
	<li>
		bakterielle Infektionen oder
	</li>
	<li>
		Pilzerkrankungen
	</li>
</ul>

<p>
	Zur Behandlung an Händen und Füßen wirken gut:
</p>

<ul>
	<li>
		PUVA-Bestrahlung lokal
	</li>
	<li>
		Teer (insbesondere im Winter, über Nacht; z.B. Lorinden Teersalbe oder Teer mit Kortison)
	</li>
	<li>
		UVA-1-Kaltlicht-Bestrahlung für stark entzündliche Formen
	</li>
	<li>
		Kortison, wenn es nicht anders geht
	</li>
	<li>
		Fumarsäureester (<span ipsnoautolink="true">Fumaderm</span>) selten
	</li>
	<li>
		für sehr schwere Fälle Retinoide, Cyclosporin und <span ipsnoautolink="true"><abbr title="Methotrexat">MTX</abbr></span>
	</li>
</ul>

<p>
	Zur Reinigung empfehlen sich Produkte aus der Aqeo-Reihe (Apotheke), Waschsyndets ohne Parfüm und Wofacutan - ein altes DDR-Produkt.
</p>

<h2>
	Schuppenflechte und ihre Behandlung allgemein
</h2>

<p>
	"Die Schuppenflechte ist eine Bombe", so Dr. Elisabeth Rowe. "Sie schlummert in einem und kommt durch einen Auslöser von außen zum Ausbruch."
</p>

<p>
	Behandelt wird sie mit
</p>

<ul>
	<li>
		Kortison (innerlich und äußerlich)
	</li>
	<li>
		Dithranol (äußerlich)
	</li>
	<li>
		Teer (äußerlich)
	</li>
	<li>
		Salicylsäure (äußerlich)
	</li>
	<li>
		Harnstoff (äußerlich)
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Calcipotriol</span> (äußerlich)
	</li>
	<li>
		Fumarsäure (innerlich)
	</li>
	<li>
		Retinoide (innerlich und äußerlich)
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true"><abbr title="Methotrexat">MTX</abbr></span> (innerlich)
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Ciclosporin</span> (innerlich und äußerlich)
	</li>
	<li>
		Biologika
	</li>
	<li>
		physikalischen Therapie (Interferenzstrom, UVA-, UVB-, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/behandlung/lichttherapie" rel="">PUVA</a>-Bestrahlung, Klimakuren)
	</li>
</ul>

<h2>
	Die Therapien im Einzelnen
</h2>

<h3>
	Kortison
</h3>

<table>
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				<strong>Vorteile</strong>
			</td>
			<td>
				<strong>Nachteile</strong>
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				wirkt schnell
			</td>
			<td>
				nur zeitlich begrenzt anzuwenden
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				einfach anzuwenden, komfortabel
			</td>
			<td>
				höhere Infektionsgefahr
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				kann auch bei und gerade in der Schwangerschaft genutzt werden
			</td>
			<td>
				Hautverdünnung
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				systemische Effekte (auf das Innere des Körpers) bei großflächiger Anwendung (Nebennierenrinde wird aufgeschwemmt)
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				Behaarung nimmt zu
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				man wird dicker
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				Rebound-Phänomen (starkes Aufflammen der Psoriasis nach dem Absetzen) möglich
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<p>
	Möglich ist auch eine Kombinationstherapie. Dann wird drei Tage die Kortisoncreme verwendet und vier Tage eine Salbe oder Creme ohne Kortison.
</p>

<p>
	<strong>Wichtig</strong>: Nach langem Gebrauch sollte man Medikamente mit Kortison immer "ausschleichen". Das heißt: Die Therapie wird langsam abgesetzt, nicht auf einmal. Die Creme oder Salbe wird also immer seltener genommen.
</p>
<iframe allowfullscreen="" class="ipsEmbed_finishedLoading" data-embedauthorid="25452" data-embedcontent="" data-embedid="embed6205330077" id="ips_uid_6054_6" scrolling="no" src="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/kortison/kortison-wirkstoffe/?do=embed" style="overflow: hidden; height: 410px; max-width: 502px;" loading="lazy"></iframe>

<h3>
	Harnstoff
</h3>

<p>
	<strong>Vorteil</strong>: keine Nebenwirkungen
</p>

<p>
	<strong>Beispielmittel</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/nubral" rel="">Nubral</a>, Basodexan
</p>

<h3>
	Teer
</h3>

<p>
	<strong>Vorteil</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		keine schlimmen Nebenwirkungen
	</li>
	<li>
		über die Konzentration gut steuerbar
	</li>
	<li>
		in der Schwangerschaft nutzbar
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Nachteil</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		färbt
	</li>
	<li>
		riecht
	</li>
</ul>

<p>
	Zusatz<i>:</i>
</p>

<ul>
	<li>
		Kombination mit UVB-Bestrahlung möglich
	</li>
	<li>
		Krebsgefahr eher gering; seit 1920 (als Teer erstmals eingesetzt wurde) kein einziger Fall
	</li>
	<li>
		verschreibungspflichtig
	</li>
</ul>

<h3>
	<span ipsnoautolink="true">Dithranol</span> (Cignolin)
</h3>

<p>
	<strong>Vorteile</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		keine schlimmen Nebenwirkungen
	</li>
	<li>
		über Konzentration gut steuerbar
	</li>
	<li>
		in der Schwangerschaft nutzbar
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Nachteil</strong>: färbt alles, mit dem es in Berührung kommt
</p>

<h3>
	Salicylsäure (zum Schuppenlösen)
</h3>

<p>
	<strong>Nachteil</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		Resorption (Körper nimmt es <em>zu</em> gut auf) - giftig für Nieren; also nicht großflächig anzuwenden
	</li>
	<li>
		nicht für Kinder geeignet
	</li>
</ul>

<h3>
	<span ipsnoautolink="true">Calcipotriol</span> (Vitamin D3)
</h3>

<p>
	Beispielpräparate: Daivonex, Curatoderm
</p>

<p>
	<strong>Vorteil</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		einfache Anwendung
	</li>
	<li>
		komfortabel
	</li>
	<li>
		auch als Lösung z.B. für die Ohren zu haben
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Nachteil</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		nur zeitlich begrenzt einsetzbar
	</li>
	<li>
		nicht großflächig einsetzbar - an Händen und Füßen aber problemlos
	</li>
	<li>
		wegen Einfluss auf den Knochenstoffwechsel nicht ewig einsetzbar
	</li>
</ul>

<h3>
	Fumarsäureester
</h3>

<p>
	<strong>Vorteil</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		einfache Anwendung
	</li>
	<li>
		auch bei Gelenkerscheinungen einsetzbar
	</li>
	<li>
		auch im entzündlichen Stadium einsetzbar
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Nachteil</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		kann die Niere angreifen (ein Todesfall beschrieben); Nierenwerte müssen kontrolliert werden
	</li>
	<li>
		Blutbild muss kontrolliert werden
	</li>
</ul>

<p>
	Medikamente: Fumaderm und <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/skilarence-dimethylfumarat-almirall/" rel="">Skilarence</a>
</p>

<h3>
	Retinoide
</h3>

<p>
	<strong>Vorteil</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		einfache Anwendung
	</li>
	<li>
		auch bei Gelenkerscheinungen einsetzbar
	</li>
	<li>
		auch im entzündlichen Stadium einsetzbar
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Nachteil</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		kann die Niere angreifen; Nierenwerte müssen kontrolliert werden
	</li>
	<li>
		Blutdruck kann steigen
	</li>
	<li>
		in der Schwangerschaft nicht einsetzbar
	</li>
	<li>
		kann die Schleimhäute angreifen
	</li>
</ul>

<p>
	<em>Medikament: <span ipsnoautolink="true">Neotigason</span></em>
</p>

<h3>
	<span ipsnoautolink="true"><abbr title="Methotrexat">MTX</abbr></span>
</h3>

<p>
	<strong>Vorteil</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		auch bei Gelenkerscheinungen einsetzbar
	</li>
	<li>
		auch im entzündlichen Stadium einsetzbar
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Nachteil</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		Blutbild muss kontrolliert werden
	</li>
	<li>
		Leberwerte müssen kontrolliert werden
	</li>
	<li>
		in der Schwangerschaft nicht einsetzbar
	</li>
</ul>

<h3>
	<span ipsnoautolink="true">Ciclosporin A</span>
</h3>

<p>
	Beispielpräparate: Sandimmun (innerlich), Tacrolimus (äußerlich)
</p>

<p>
	<strong>Vorteil</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		einfache Anwendung
	</li>
	<li>
		auch bei Gelenkerscheinungen einsetzbar
	</li>
	<li>
		auch im entzündlichen Stadium einsetzbar
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Nachteil</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		Blutbild muss kontrolliert werden
	</li>
	<li>
		Leberwerte müssen kontrolliert werden
	</li>
	<li>
		in der Schwangerschaft nicht einsetzbar
	</li>
	<li>
		Blutdruckwerte müssen kontrolliert werden
	</li>
	<li>
		Krebsrisiko
	</li>
	<li>
		Schleimhautwucherungen möglich
	</li>
</ul>

<h3>
	<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/interferenzstrom/interferenz-index" rel="">Interferenzstrom</a>
</h3>

<p>
	<strong>Vorteil</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		einfach anzuwenden
	</li>
	<li>
		auch im entzündlichen Stadium einsetzbar
	</li>
	<li>
		auch in der Schwangerschaft einsetzbar
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Nachteil</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		zeitaufwendig
	</li>
	<li>
		2x/Tag Anwendung nötig, und das an jedem Tag
	</li>
</ul>

<h3>
	<span ipsnoautolink="true">Lichttherapie</span><span style="display: none;"> </span>
</h3>

<p>
	<strong>Vorteil</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		einfach anzuwenden
	</li>
	<li>
		auch im entzündlichen Stadium einsetzbar
	</li>
	<li>
		in der Schwangerschaft eingeschränkt einsetzbar (nur PUVA lokal)
	</li>
	<li>
		so gut wie keine Nebenwirkungen
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Nachteil</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		zeitaufwändig
	</li>
	<li>
		Kosten
	</li>
</ul>

<p>
	<i>Zusatz: Neu sind Bestrahlungsgeräte zum Mieten - damit kann man die Wirkung gut testen.</i>
</p>

<h3>
	Klimakuren
</h3>

<p>
	<strong>Vorteil</strong>:
</p>

<ul>
	<li>
		einfach anzuwenden
	</li>
	<li>
		auch in der Schwangerschaft einsetzbar
	</li>
	<li>
		so gut wie keine Nebenwirkungen
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Vor- und Nachteil:</strong>
</p>

<ul>
	<li>
		psychosoziale Aspekte
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Nachteil</strong>: Kosten
</p>

<p>
	<b>"Chronisch Kranke sind in Deutschland schlecht behandelt."</b>
</p>

<p>
	<i>Quelle: Vortrag von Dr. Elisabeth Rowe, niedergelassene Dermatologin in Berlin-Zehlendorf (Internetseite der Praxis: <a href="https://www.dermatologischeszentrum.berlin/" rel="external nofollow" target="_blank">www.dermatologischeszentrum.berlin</a></i>
</p>

<h2>
	Tipp zum Weiterlesen
</h2>

<p>
	<strong>An den Füßen und darunter: Was Ärzte woran erkennen können</strong><br>
	(<a href="https://www.schwesterfraudoktor.de/2022/02/05/zeigt-her-eure-f%C3%BC%C3%9Fe/" rel="external nofollow">Blog "Schwesterfraudoktor", 05.02.2022</a>)<br>
	Dr. Ulrike Koock ist Hausärztin. In ihrem Blog hat sie aufgeschrieben, was so alles hinter diversen Problemen an den Füßen stecken kann. Das ist sogar unterhaltsam zu lesen.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">4</guid><pubDate>Fri, 27 Feb 2004 06:16:00 +0000</pubDate></item><item><title>Psoriasis spricht gegen Nikotinpr&#xE4;parate</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/nikotinpflaster/</link><description><![CDATA[<p></p><p>Rauchen schadet. Und so ist jede Raucherentwöhnung sinnvoll. Die von der WHO empfohlene Behandlung mit Nikotin-Präparaten steht im Vordergrund. Andere Arzneimittel haben sich kaum bewährt oder bedürfen weiterer Untersuchungen.</p><p></p><p>Von der Behandlung mit Nikotin-Präparaten profitierten in den vergangenen zehn Jahren nahezu 30 Millionen Raucher. Die therapeutische Effektivität wurde an mehr als 34800 Rauchern in mehr als 188 Studien erprobt und in mehreren Metaanalysen fixiert. Damit kann die Behandlung des abhängigen Rauchers mit Nikotin-Präparaten (Pflaster, Kaugummi, Nasalspray, Sublingual-Tabletten, in einigen Ländern auch Inhaler) bedenkenlos durchgeführt werden. Raucher mit einer starken physischen Abhängigkeit haben die größten Vorteile von einer Therapie mit Nikotinpräparaten.</p><p></p><p>Die Behandlung mit Nikotinpräparaten läuft über zwei bis drei Monate: Pflaster geben bis zu 1,5 mg Nikotin pro Stunde über die Haut ab. Optional ist die Behandlung mit Pflastern geringerer Stärke (1 oder 0,5 mg/ Stunde).</p><p></p><p>Von Kaugummis mit einer Stärke von 4mg können bis zu 16 Stück pro Tag eingesetzt werden. Die erfolgreiche und für den Patienten weitgehend symptomlose Anwendung von Nikotin-Kaugummis hängt vom langsamen Gebrauch über 30 Minuten ab: Der Anwender kaut ein- bis zweimal im Backenzahnbereich darauf, wartet dann 30 Sekunden und wiederholt das Gleiche anschließend auf der anderen Wangenseite.</p><p></p><p>Das schnelle Kauen setzt so viel Nikotin binnen weniger Minuten frei, dass Übelkeit, Speichelfluss, Würgreiz und Sodbrennen auftreten können. Anstelle des Kaugummis kommt auch eine Sublingualtablette in Frage, was für Zahnprothesenträger von Vorteil ist. Ein Nasalspray setzt pro Hub 0,5 mg Nikotin frei. Es werden je ein Hub pro Nasenloch empfohlen (entspricht 1 mg Nikotin) und zwei bis maximal drei Dosen pro Stunde empfohlen.</p><p></p><p>Der Arzt muss bei der Führung des Ex-Rauchers abschätzen, wie schnell sich das Verlangen nach einer Zigarette verliert, um die Behandlung nicht zu zeitig abzusetzen oder die Nikotinzufuhr zu schnell zu reduzieren.</p><p></p><p>Kein Nikotinpräparat erreicht die mit dem Zigarettenrauchen erzielten Plasmaspiegel, weil die Freisetzung des Alkaloids aus den entsprechenden Präparaten verzögerter als aus der Zigarette erfolgt. Am schnellsten erfolgt sie noch aus dem Nasalspray.</p><p></p><p>Damit wird verständlich, warum sich zu Behandlungsbeginn die zu verabreichenden Nikotindosen nach dem Grad der Abhängigkeit (Fagerström-Test), der Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten und dem CO-Wert richten sollten. Insgesamt ist die Nikotin-Ersatztherapie in Verbindung mit der ärztlichen Beratung des Rauchers das geeignete Instrument für die Raucherentwöhnung. Die Effektivität der Entwöhnung steigt auf das Zwei- bis Dreifache, wenn die Raucher zur Entwöhnung bereit sind. Pflaster sind zwar leichter zu handhaben als Kaugummi oder Nasalspray, jedoch können sie in geringerem Maße als insbesondere das Nasalspray ein plötzliches Verlangen (Craving-Effekt) unterdrücken.</p><p></p><p>Zwar liegen nur wenige Studien zur kombinierten Anwendung von zwei verschiedenen Nikotin-Formen (Pflaster plus Kaugummi oder Nasalspray beziehungsweise Kaugummi plus Nasalspray) vor. Doch ist die Unterdrückung des plötzlich aufkommenden Rauchwunsches bei zahlreichen entwöhnungswilligen (dissonanten) Ex-Rauchern der entscheidende Punkt, wenn die einmal begonnene Entwöhnungsbehandlung versagt.</p><p></p><p>Die ärztliche Führung ist während einer Entwöhnung wichtig. Während der Einnahme von Nikotinpräparaten sollten die Patienten nicht rauchen, ausgenommen zur Linderung von Schmerzen (harm reduction).</p><p></p><p>Auf Grund der teilweise falschen Vorstellungen von den Nikotinwirkungen auf das Herzkreislauf-System geben die Fachinformationen Kontraindikationen an und sprechen Warnhinweise aus, die einer Revision bedürfen. Die vasokonstriktorischen Wirkungen beim Rauchen und die begleitende Gewebehypoxämie sind mehr den inhalierten Stoffen und dem Kohlenmonoxid (CO) als dem Nikotin zuzuschreiben.</p><p></p><p>Aus diesem Grunde ist auch die Nikotin-Anwendung während der Schwangerschaft neu zu diskutieren. Frischer Myokardinfarkt, Herzrhythmusstörungen, kürzlich erfolgter apoplektischer Insult, instabile Angina pectoris und chronisch-generalisierte Hauterkrankungen (<strong>Psoriasis</strong>, chronische Dermatitiden, Urtikaria) werden als Kontraindikationen genannt.</p><p></p><p>Als relative Kontraindikationen gelten bisher die stabile Angina pectoris, hochgradige Hypertonie, zerebrovaskuläre Erkrankungen, Vasospasmen, schwere Herzinsuffizienz, Hyperthyreoidismus, insulinabhängiger Diabetes mellitus, akute Magen-Darmulzerationen sowie schwere Hautirritationen.</p><p></p><p>Für den Kaugummi kommen hinzu: Entzündungen im Mund-Rachen-Ösophagusbereich, Nieren- und Leberschäden und Fruktose-Intoleranz. Gegen das Nasalspray sprechen Nasenbluten und chronische Nasenerkrankungen. Vorerst sollten Schwangere und Stillende Nikotin-Ersatzprodukte nicht anwenden, obwohl das Nasalspray bei der Gefahr des Weiterrauchens während der Schwangerschaft erwogen wird.</p><p></p><p>Zahlreiche Raucher verlieren während des jahrelangen Rauchens aus verschiedenen Ursachen an Körpergewicht, wobei Zigarettenrauchen nicht als Anorektikum anzusehen ist. Unter Nikotin ist ein erhöhter Leptinspiegel nachzuweisen, der das Körpergewicht möglicherweise reduziert.</p><p></p><p>Raucher sorgen sich häufig um die Veränderungen des Körpergewichts nach dem Rauchstopp, jedoch gleichen sich die vorübergehenden Gewichtsveränderungen durch diätetische Maßnahmen oder von selbst innerhalb von wenigen Jahren aus. Besonders Frauen, die unter Stress-Situationen vermehrt essen oder die sich in der Perimenopause befinden, sind für eine Gewichtszunahme prädestiniert. Mit Beginn der Entwöhnungsbehandlung sollten die Patienten diätetische Hinweise mit auf den Weg bekommen und eine erhöhte physische Aktivität anstreben.</p><p></p><p>Bei dem seit zehn Jahren in den USA therapeutisch genutzten Antidepressivum Bupropion handelt es sich um einen relativ schwachen Aufnahmehemmer für Noradrenalin und Dopamin, welcher nicht die Monoaminoxidase hemmt. Der für den Rauchstopp verantwortliche Mechanismus ist noch unklar. Der Abbau von Bupropion zu Hydroxybupropion läuft über das Cytochrom P450-Isoenzym 2B6.</p><p></p><p>Die bisher veröffentlichten placebo-kontrollierten Bupropion-Studien führten ebenso wie Nikotin zu einem erfolgreichen Rauchstopp, der bei Kombination Bupropion plus Nikotinpflaster eine Effektivität von nahezu 50 Prozent erreichte. Offensichtlich senkt Bupropion die Entzugssymptome und die nach dem Rauchstopp auftretende Gewichtszunahme.</p><p></p><p>Während bei der Raucherentwöhnung mit Nikotinpräparaten ein Rauchstopp unmittelbar mit dem Beginn der Nikotinverabreichung vereinbart wird, kann der mit Bupropion zu behandelnde Raucher unter der täglichen Einnahme von 150 mg vorerst weiterrauchen. In der zweiten Behandlungswoche sucht er sich einen Tag für den Rauchstopp aus. Zu diesem Zeitpunkt wird dann die Tagesdosis auf 300 mg erhöht. Die Behandlung dauert sieben bis neun Wochen.</p><p></p><p>Unter Bupropion treten allerdings häufiger unerwünschte Wirkungen als unter Nikotinpräparaten auf: Etwa zwölf Prozent der Patienten klagten über Schlaflosigkeit und etwa acht Prozent über einen trockenen Mund. Unter anderem wurden auch unerwünschte Wirkungen am kardiovaskulären System beobachtet. Die bisher ausschließlich im Ausland gesammelten Erfahrungen mit Bupropion bedürfen weiterer Studien, wenn die Überlegenheit gegenüber der Nikotinbehandlung nachgewiesen werden soll.</p><p></p><p><em>Quelle: "Zeitschrift für Umweltmedizin"</em></p>]]></description><guid isPermaLink="false">179</guid><pubDate>Mon, 23 Feb 2004 01:34:35 +0000</pubDate></item><item><title>Rauchen verboten, trinken auch nicht erlaubt...</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/alltag-rauchen-trink/</link><description><![CDATA[
<p></p><p><strong>In einer italienischen Studie wurde untersucht, welcher Zusammenhang zwischen Rauchen bzw. Alkoholkonsum einerseits und der Erkrankung an Psoriasis vulgaris andererseits besteht.</strong></p><p></p><p>404 Psoriasis-Patienten – die Erkrankungsdauer lag bei maximal zwei Jahren, das Durchschnittsalter betrug 35 Jahre – wurden zu ihrem Nikotin- und Alkoholkonsum befragt. 616 Patienten mit anderen Hauterkrankungen dienten als Kontrollgruppe.</p><p></p><p>Raucher und Ex-Raucher hatten <a href="https://jamanetwork.com/journals/jamadermatology/fullarticle/478130" rel="external">in dieser Studie</a> ein höheres Psoriasis-Risiko als Patienten, die nie geraucht hatten. Das Risiko (Odds ratio) betrug: 1,9 (Ex-Raucher), 1,5 (bis 15 Zigaretten täglich), 1,8 (16 bis 24 Zigaretten täglich) und 2,4 (mehr als 24 Zigaretten täglich). Patienten, die mehr als 15 Zigaretten täglich rauchten, hatten ein sehr hohes Risiko für eine pustulöse Psoriasis (OR 10,5). Die Assoziation zwischen Rauchen und Psoriasis war für Frauen stärker als für Männer.</p><p></p><p>Zwischen Auftreten einer Psoriasis und Alkoholkonsum fand sich bei Frauen keine Verknüpfung, bei Männern eine mäßige, dosisabhängige Assoziation. </p><p></p><p>In diesem Zusammenhang erscheinen auch die Ergebnisse <a href="https://jamanetwork.com/journals/jamadermatology/fullarticle/478129" rel="external">einer finnischen Studie</a> interessant: Danach war das erhöhte Mortalitätsrisiko von Patienten mit mäßiger bis schwerer Psoriasis hauptsächlich eine Folge schweren Alkoholmissbrauchs.</p><p></p><p><strong>Fazit</strong>: Je höher der Zigarettenkonsum liegt, um so höher ist offenbar das Psoriasis-Risiko. Alkohol scheint als Psoriasis-Auslöser keine so sichere Rolle zu spielen. </p><p></p><p><em>Quelle: Praxis-Depesche 6/2000</em></p>
]]></description><guid isPermaLink="false">180</guid><pubDate>Mon, 23 Feb 2004 01:27:58 +0000</pubDate></item><item><title>Wetter und Gesundheit</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/alltag-wetter/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2004_02/wetterfuehligkeit.jpg.4f1e7787188405a1a3f0888d82ffdb4c.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Für viele Befindlichkeitsstörungen und Beschwerden, ja sogar Krankheiten, wird das Wetter verantwortlich gemacht; in den meisten Fällen aber völlig zu Unrecht. Denn im Prinzip macht das Wetter nicht krank.</strong>
</p>

<p>
	Man weiß zwar schon sehr lange, dass der menschliche Organismus vom Wetter und den äußeren klimatischen Bedingungen beeinflußt wird, aber als direkter Krankheitsverursacher taugt unser Wetter nicht. Es gibt sehr wohl wetterbedingte Reaktionen des Körpers, die sich dadurch erklären lassen; dass der Organismus bemüht ist, sich den jeweiligen Veränderungen anzupassen. So wie die körperlichen Funktionen sich auf den Tag-Nacht-Rhythmus einstellen, so reagieren sie auch auf jahreszeitliche und wetterabhängige Veränderungen So fehlen zum Beispiel in den Wintermonaten die ultravioletten Strahlungen des Sonnenlichtes weitgehend, was zur Folge hat, dass die Abwehrkräfte des Körpers nachlassen und daher vermehrt Infektionskrankheiten auftreten. Ebenso können starke Regenfälle und hohe Luftfeuchtigkeit eine größere Zahl von Erkältungskrankheiten auslösen, was aber nur eine indirekte Folge des Wetters ist.
</p>

<h2>
	Ein geschwächter Körper ist empfänglicher für Wettereinflüsse
</h2>

<p>
	Im Ganzen gesehen, kann man sagen, dass ein gesunder Organismus mit dem Wetterwechsel im Laufe eines Jahres recht gut fertig wird. Ein geschwächter Körper dagegen kann durch Wettereinflüsse für Krankheiten empfänglicher werden, was daran zu sehen ist, dass es bestimmte Krankheiten gibt, die zu bestimmten Jahreszeiten häufiger auftreten (siehe Tabelle). In erster Linie sind dies Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Atemwegsinfektionen, aber auch neurologische Erkrankungen, wie Migräne und Kopfschmerzen und entzündliche Erkrankungen, wie etwa rheumatische Beschwerden können wetterabhängig auftreten.
</p>

<p>
	Ebenso verhält es sich mit den anderen genannten Beschwerden und Krankheiten. Kopfschmerzen, wie sie zum Beispiel an den berüchtigten "Föhntagen" am Alpenrand vermehrt auftreten, werden zwar von diesem warmen Fallwind, der vom Gebirge kommt, ausgelöst, aber die Ursache liegt beim betroffenen Menschen selbst. Auch Beschwerden wie Magen- , Nieren- oder Gallenkoliken treten bei wetterfühligen Menschen relativ häufig auf, wenn sie dazu neigen oder eine Schwachstelle in diesem Bereich haben.
</p>

<h2>
	Feuchte und kalte Witterung begünstigt Rheuma-Schübe
</h2>

<p>
	Auch rheumatische Beschwerden – wie die <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> – können sich wetterabhängig verschlimmern, besonders bei feuchter und kalter Witterung. Dies beruht auf Störungen im vegetativen Nervensystem, durch welche sich die Entzündungsvorgänge verstärken und dadurch auch zu stärkeren Schmerzen führen. So spüren viele Rheumatiker einen Wetterumschlag schon Tage vorher in ihren Knochen und Gelenken.
</p>

<h2>
	Wetterfühligkeit vorbeugen
</h2>

<p>
	Wer sich und seine Reaktionen auf Wetterveränderungen und Wetterlagen kennt, der kann dementsprechend vorbeugen. So können Kopfschmerzgeplagte rechtzeitig ein leichtes und verträgliches Schmerzmittel einnehmen und Rheumapatienten entsprechende entzündungshemmende Medikamente. Auch für die Kreislaufschwachen kann eine leicht herzstärkende und kreislaufstabilisierende Arznei vor oder bei einer Wetterveränderung schlimmere Beschwerden vermeiden helfen. Dies ist besonders im Frühjahr anzuraten, da die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit ja auch eine wetterbedingte Erscheinung ist und mit der Umstellung des Organismus zusammenhängt. Hier kann man unterstützend eingreifen, zum Beispiel mit Vitaminen und pflanzlichen Immunstärkern. Wer anfällig für Koliken ist, der kann Magen und Darm kräftigen mit Hilfe einer guten Naturarznei, zum Beispiel aus Artischocken oder anderen pflanzlichen Bestandteilen.
</p>

<p>
	Auch Schlaflosigkeit und Nervosität lassen sich mit pflanzlichen Beruhigungsmitteln, die es in der Apotheke in großer Auswahl gibt, gut beheben. So muss eigentlich niemand unter dem Wetter leiden, wenn er die verschiedenen Jahreszeiten in seinen Tagesablauf mit einplant und dementsprechend sein Gesundheitsvorsorge-Programm am jeweiligen Wetter orientiert.
</p>

<h2>
	Wetterbedingte Krankheiten nach Jahreszeiten
</h2>

<p>
	nach Prof. Dr. Volker Faust
</p>

<h3>
	Frühling
</h3>

<ul>
	<li>
		Mandelentzündung
	</li>
	<li>
		Masern
	</li>
	<li>
		Röteln
	</li>
	<li>
		Keuchhusten
	</li>
	<li>
		Ischias
	</li>
	<li>
		Lungenentzündung
	</li>
	<li>
		Ekzeme
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span>
	</li>
	<li>
		Allergien
	</li>
</ul>

<h3>
	Sommer
</h3>

<ul>
	<li>
		Durchfälle
	</li>
	<li>
		Heuschnupfen
	</li>
	<li>
		Asthma
	</li>
	<li>
		Niedriger Blutdruck
	</li>
	<li>
		Koliken
	</li>
	<li>
		Thrombosen
	</li>
	<li>
		Kinderlähmung
	</li>
	<li>
		Infarkte
	</li>
	<li>
		Unfallbereitschaft
	</li>
</ul>

<h3>
	Herbst
</h3>

<ul>
	<li>
		Gelbsucht
	</li>
	<li>
		Scharlach
	</li>
	<li>
		Asthma
	</li>
	<li>
		Leberentzündungen
	</li>
	<li>
		Pocken
	</li>
	<li>
		Rheuma
	</li>
	<li>
		Keuchhusten
	</li>
	<li>
		Ischias
	</li>
</ul>

<h3>
	Winter
</h3>

<ul>
	<li>
		Bluthochdruck
	</li>
	<li>
		Angina pectoris
	</li>
	<li>
		Bronchitis
	</li>
	<li>
		Diphterie
	</li>
	<li>
		Schlaganfall
	</li>
	<li>
		Rachitis
	</li>
	<li>
		Herzkrankheiten
	</li>
	<li>
		Schilddrüsenerkrankungen
	</li>
</ul>

<p>
	<i>Quelle: Apotheken-Kurier 4/99</i>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">37</guid><pubDate>Mon, 23 Feb 2004 01:20:00 +0000</pubDate></item><item><title>Arztbesuch w&#xE4;hrend der Arbeitszeit?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/arztbesuch-arbeitszeit/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2004_02/warten.jpg.9b111e6c7ced2a6f49eac96125c7bcc9.jpg" /></p>
<p>
	<b>Den Arzttermin gibt es nur selten zur gewünschten Zeit. Für Werktätige kann das ein Problem sein. </b>
</p>

<p>
	Generell ist das Fernbleiben von der Arbeit wegen eines Arztbesuchs nur erlaubt, wenn die Beschäftigung für den Arbeitnehmer unzumutbar ist. Das betont Jobst-Hubertus Bauer, Rechtsanwalt in Stuttgart und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins.
</p>

<p>
	Ein Arbeitnehmer kann sich zum Beispiel bei akuten Beschwerden freistellen lassen oder wenn bei längerem Warten eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes droht. Ansonsten muss er dem Experten zufolge versuchen, einen Termin außerhalb der Arbeitszeiten zu bekommen. Ist das nicht möglich, sollte er seine Abwesenheit so kurz wie möglich halten. "Für Arbeitnehmer ist es ratsam, sich vom Arzt bescheinigen zu lassen, dass der Termin während der Arbeitszeit wahrgenommen werden musste", rät Bauer.
</p>

<p>
	Eine Freistellung könne der Beschäftigte auch dann verlangen, wenn sein Arzt nur wenige freie Termine hat und nicht bereit ist, eine Behandlung außerhalb der üblichen Sprechzeiten vorzunehmen. Der Arbeitgeber dürfe in einem solchen Fall nicht auf einem Arztwechsel bestehen.
</p>

<p>
	"Die Wahl des Arztes ist Vertrauenssache und hat Vorrang vor den Interessen des Arbeitgebers. Wichtig ist jedoch, dass der Arbeitnehmer sich vor dem Termin vom Arbeitgeber eine entsprechende Erlaubnis holt", sagt der Rechtsanwalt.
</p>

<p>
	Auch für Vorsorge- und Routineuntersuchungen gibt es demnach eine Befreiungsmöglichkeit, obwohl hier keine medizinische Notwendigkeit besteht. Hat allerdings eine solche Untersuchung Zeit, bis zum Beispiel ein wichtiges Firmenprojekt fertiggestellt ist, ist es dem Arbeitnehmer zuzumuten, solange zu warten, wie Bauer betont. Hier gilt es zudem ebenfalls, möglichst einen Termin außerhalb der Arbeitszeiten auszumachen.
</p>

<p>
	Solange für den Arbeitnehmer der Arztbesuch während der Arbeitszeit unumgänglich ist, verhält er sich vertragsgerecht. Der Arbeitgeber kann ihn daher nicht abmahnen. Die Möglichkeit, ohne Lohnverluste zum Arzt zu gehen, ist allerdings nicht unbegrenzt. "In manchen Tarifverträgen ist die bezahlte Abwesenheit ausdrücklich auf einige Stunden pro Monat beschränkt", sagt der Experte. Ist der Arbeitnehmer hingegen so krank, dass er arbeitsunfähig ist, erhält er ohnehin Lohnfortzahlung.
</p>

<p>
	<i>Quelle: ddp, 20.02.2004</i>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">65</guid><pubDate>Fri, 20 Feb 2004 09:42:23 +0000</pubDate></item><item><title>Vor dem Wechsel in die private Krankenversicherung rechnen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/alltag-privatwechsel/</link><description><![CDATA[<p>
	Wer viel verdient, möchte oft in die private Krankenkasse wechseln. Dabei locken vor allem die vielen Leistungen, die inklusive sind, und der niedrige Beitrag, der den Wechsel vor allen jungen Menschen schmackhaft macht. Allerdings ist der Wechsel in die private Versicherung auch ein Wechsel fürs Leben. Die Rückkehr in die gesetzliche Kasse ist nur in Ausnahmefällen möglich.
</p>

<p>
	Das entscheidende Kriterium für den Wechsel ist bei den meisten immer noch der Beitrag. Aber nicht jede private Kasse ist gleich günstig. Während einzelne Kassen mit Beiträgen von 200 Euro für 30-jährige Arbeitnehmer werben, verlangen andere auch schon einmal über 400 Euro. Vergleichen kann also bares Geld wert sein. Die wichtigste Regel dabei: Die im Vergleich zur Kasse gesparten Beiträge sollten nicht ausgegeben, sondern getrennt angelegt werden, um damit die hohen Beiträge im Alter finanzieren zu können.
</p>

<p>
	Denn ab Mitte 50 liegen die Prämien der Privaten weit über denen der gesetzlichen Versicherung. Die einzige Sparmöglichkeit ist dann der Verzicht auf viele Leistungen - aber wer will das im Alter riskieren, wenn eher schwerere Krankheiten drohen?
</p>

<p>
	Ebenfalls wichtig: In der privaten Kasse wird der Beitrag immer unabhängig von der Höhe des Einkommens fällig. So gibt es beispielsweise keine kostenlose Familienversicherung. Vor allem der Kinderwunsch kann dann für Privatversicherte teuer werden, denn jedes Kind und eventuell auch der Partner kostet eine zusätzliche Prämie. Auch das muss vor dem Wechsel berücksichtigt werden.
</p>

<p>
	Eine Möglichkeit, günstige Prämien zu erhalten, ist die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung - ähnlich, wie es in der Autoversicherung gang und gäbe ist. So werden die monatlichen Prämien gesenkt und der Versicherte kann einige hundert Euro im Jahr sparen, wenn er gesund bleibt und keine Arztrechnungen aus eigener Tasche zahlen muss.
</p>

<p>
	Interessant kann auch das Angebot der privaten Krankenversicherer sein, nachträglich Prämien zu erstatten. Viele Gesellschaften bieten eine Prämienrückerstattung von ein bis drei Monatsbeiträgen an, wenn ein oder mehrere Jahre lang keine Rechnungen eingereicht wurden. Der Vorteil dieses Modells: Anders als bei der Selbstbeteiligung entscheidet der Versicherte selbst, ob er die private Kasse in Anspruch nimmt oder nicht. Und das besondere Bonbon dabei: Der Versicherte bekommt die vollen Monatsbeiträge ersetzt - also seinen Anteil und den vom Chef.
</p>

<p>
	Auch bei diesen Leistungen gilt: Der Vergleich und die genaue Information sind wichtig. Denn die privaten Krankenversicherer unterscheiden die Leistungen nach verschiedenen Bausteinen, zu denen die ambulanten, stationären, Zahn- und Krankentagegeld-Tarife zählen. Aus diesen Einzelleistungen muss der Versicherte den kompletten Krankenversicherungsschutz zusammen setzen.
</p>

<p>
	Entscheidend sind beim Wechsel neben dem Beitrag und den angebotenen Leistungen auch die Rahmendaten der Versicherung: Wie hoch sind die Verwaltungskosten? Wie gut ist der Service? Wie schnell werden die Kosten erstattet? Antworten auf solche Fragen gibt es im Internet. Bei einigen Angeboten werden Versicherungen auf Herz und Nieren geprüft. Jeder Wechselwillige kann nachschauen, wie seine Gesellschaft abschneidet.
</p>

<p>
	<i>Quelle: ddp, 19.02.2004</i>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">122</guid><pubDate>Thu, 19 Feb 2004 08:32:00 +0000</pubDate></item><item><title>&#xD6;l-Schmierer wegen schwerer Psoriasis vom Prozess verschont</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/loik-le-floch-prigent-prozess/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2004_02/Loik_Le_Floch-Prigent.jpg.4563ae97f998d1d19dd80ee021fa27d9.jpg" /></p>
<p></p><p><strong>Nein: Benzin oder Erdöl helfen nicht wundersamerweise gegen Schuppenflechte. Dies ist eine Geschichte eher am Rand des Themas dieser Seite.</strong></p><p></p><p>Vielmehr stand im Jahr 2004 in Paris ein Psoriatiker vor Gericht. Der Mann heißt Loik Le Floch-Prigent und war einmal Chef des Ölkonzerns Elf. Angeklagt war er gemeinsam mit anderen Managern wegen Schmiergeld an Politiker, damit sein Konzern ungehindert gute Geschäfte machen konnte. Le Floch-Prigent und sein Kollege Alfred Sirven nannten  vor Gericht auch "Ross und Reiter" - also die Namen derer, die sich von ihnen schmieren ließen. Nur über die Höhe der Zahlungen waren sie sich nicht einig: Der eine sagte, etwa fünf Millionen Dollar seien jährlich an Parteien geflossen. Der andere hielt diese Zahl für "deutlich zu niedrig".</p><p></p><p>Mit Schmieren kam Le Floch-Prigent in eigener Sache offenbar nicht sehr weit: Den Anfang des Prozesses musste er versäumen. Der 59-Jährige blieb am ersten Verhandlungstag in seiner Zelle. Er entschuldigte sich mit "Gesundheitsproblemen" - konkret leidet er an einer Schuppenflechte und psychischen Problemen. Zu den wichtigsten Teilen des Prozesses wollte er jedoch erscheinen.</p><p></p><p>Später wurde Le Floch von der Haft verschont - wegen seiner schweren Schuppenflechte.</p><p></p><p style="text-align:right;"><em>cl</em></p>]]></description><guid isPermaLink="false">624</guid><pubDate>Wed, 18 Feb 2004 13:41:04 +0000</pubDate></item></channel></rss>
