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<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Therapien gegen Schuppenflechte und Psoriasis arthritis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/?d=33</link><description>Artikel: Therapien gegen Schuppenflechte und Psoriasis arthritis</description><language>de</language><item><title>Leitlinie f&#xFC;r die Behandlung der Psoriasis aktualisiert</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/leitlinie-fuer-die-behandlung-der-psoriasis-aktualisiert-r1372/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2025_09/leitlinie-plan.jpg.a2484e599a7f9e8da38ee62a9097a21f.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Im Sommer 2025 wurde ein wichtiges Dokument für die Behandlung der Schuppenflechte in Deutschland grundlegend aktualisiert: die sogenannte <a href="https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-001l_S3_Therapie-Psoriasis-vulgaris_2025-08.pdf" rel="external nofollow">S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris</a>. Wir stellen sie kurz vor – und die Unterschiede zur bisherigen Version.</strong>
</p>

<p>
	Eine Leitlinie ist so etwas wie ein Navigationssystem für Hautärztinnen und Hautärzte. Sie fasst das beste verfügbare medizinische Wissen zusammen und gibt klare, verlässliche Empfehlungen, wie eine Psoriasis heute optimal behandelt werden kann. Sie wird von einem großen Expertenteam, darunter Patientenvertretern, entwickelt.
</p>

<h2>
	Gemeinsam die beste Entscheidung treffen
</h2>

<p>
	Eine Leitlinie ist kein starres Gesetz, sondern eine fundierte Entscheidungshilfe. Sie beschreibt den aktuellen Goldstandard der Behandlung, von dem im Einzelfall auch abgewichen werden kann und muss. Deine Ärztin oder Dein Arzt sollte die Empfehlungen nutzen, um mit Dir gemeinsam die beste Therapiestrategie zu finden. Dieser Prozess nennt sich "gemeinsame Entscheidungsfindung" (Shared Decision Making).
</p>

<p>
	Dabei werden nicht nur die medizinischen Fakten aus der Leitlinie berücksichtigt, sondern auch Deine persönlichen Wünsche und Lebensumstände:
</p>

<ul>
	<li>
		Bevorzugst Du eine Tablette oder eine Spritze?
	</li>
	<li>
		Wie wichtig ist Dir ein besonders schneller Wirkungseintritt?
	</li>
	<li>
		Hast Du neben der Psoriasis noch andere Erkrankungen, die bei der Medikamentenwahl eine Rolle spielen?
	</li>
</ul>

<h2>
	Die Medikamente im Überblick: Was ist neu und was hat sich bewährt?
</h2>

<p>
	Die vielleicht wichtigste Nachricht der neuen Leitlinie ist die Erweiterung und Neubewertung der verfügbaren Medikamente. Die Therapie wird dadurch noch wirksamer und individueller.
</p>

<h3>
	Bekannte Therapien, neues Wissen
</h3>

<p>
	Die seit Längerem bekannten innerlichen Therapien, oft als "konventionelle Systemtherapien" bezeichnet, spielen weiterhin eine Rolle. Dazu gehören Wirkstoffe wie Methotrexat (MTX), Ciclosporin, Acitretin und Fumarsäureester. Die neue Leitlinie hat die Sicherheitshinweise für diese Medikamente weiter präzisiert.
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Methotrexat</strong> (MTX): Bleibt eine wichtige Option, insbesondere wenn auch die Gelenke betroffen sind (Psoriasis arthritis). Die Empfehlungen zur Überwachung der Leber- und Blutwerte wurden bestätigt.
	</li>
	<li>
		<strong>Ciclosporin</strong>: Wird aufgrund möglicher Nebenwirkungen auf Nieren und Blutdruck eher für eine kurzfristige Behandlung gesehen.
	</li>
	<li>
		<strong>Acitretin</strong>: Die Hinweise zur Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter bleiben extrem streng, da der Wirkstoff das ungeborene Kind schwer schädigen kann. Neu wurde explizit eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) als Gegenanzeige aufgenommen.
	</li>
	<li>
		<strong>Fumarsäureester</strong> (Dimethylfumarat): Das bekannte Präparat Fumaderm wird seit Ende 2024 nicht mehr hergestellt. Das Nachfolgepräparat Skilarence mit dem alleinigen Wirkstoff Dimethylfumarat ist aber weiterhin verfügbar.
	</li>
</ul>

<p>
	Die größte Veränderung betrifft die modernen, zielgerichteten Therapien. Mussten früher in der Regel erst die konventionellen Therapien versucht werden, empfiehlt die neue Leitlinie bei besonders schweren Verläufen nun den direkten Einsatz von hochwirksamen Biologika oder neuen "kleinen Molekülen".
</p>

<p>
	Das Behandlungsziel wurde ebenfalls angehoben: Angestrebt wird heute eine fast vollständige Erscheinungsfreiheit, also eine Verbesserung des Hautbildes um mindestens 90 Prozent (ein sogenannter <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 90).
</p>

<h3>
	Die Neuen im Team – Bimekizumab und Deucravacitinib
</h3>

<p>
	Zwei neue Wirkstoffe in der Leitlinie erweitern die Behandlungsmöglichkeiten:
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Bimekizumab</strong>: Dies ist ein hochwirksames Biologikum, das als Spritze verabreicht wird. Es blockiert gleich zwei entzündungsfördernde Botenstoffe (IL−17A und IL−17F) und gehört laut den aktuellen Vergleichsstudien zu den effektivsten verfügbaren Therapien. Als spezifische Nebenwirkung können häufiger harmlose, aber lästige Pilzinfektionen im Mund- und Rachenraum (Candida) auftreten, die aber gut behandelbar sind.
	</li>
	<li>
		<strong>Deucravacitinib</strong>: Dies ist eine neuartige Tablette aus der Gruppe der sogenannten TYK2-Inhibitoren. Sie stellt eine wirksame orale Alternative zu den Biologika-Spritzen dar und füllt eine wichtige Lücke. Für viele von uns mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis, die eine Spritzentherapie scheuen, ist dies eine wichtige neue Option.
	</li>
</ul>

<h3>
	Biosimilars verständlich erklärt: Gleichwertig und bewährt
</h3>

<p>
	Biosimilars sind Nachfolgeprodukte von Biologika, deren Patentschutz abgelaufen ist. Man kann sie sich wie hochwertige "Generika" für diese komplexen Medikamente vorstellen. Sie sind in Wirksamkeit, Qualität und Sicherheit dem Originalpräparat gleichwertig, was durch strenge Zulassungsverfahren der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) geprüft wird.
</p>

<p>
	Die neue Leitlinie von 2025 positioniert sich hierzu noch klarer als die Vorgängerversion: Sie bestätigt, dass Biosimilars und Originalpräparate austauschbar sind und die Empfehlungen für beide gleichermaßen gelten.
</p>

<p>
	Neu ist, dass nun auch für den weit verbreiteten Wirkstoff Ustekinumab (Originalpräparat Stelara) Biosimilars verfügbar sind. Zuvor gab es diese bereits für Infliximab, Etanercept und Adalimumab. Dies trägt dazu bei, die Behandlungskosten zu senken und den Zugang zu hochwirksamen Therapien für mehr Menschen zu sichern.
</p>

<h2>
	Sicherheit an erster Stelle
</h2>

<p>
	Die Sicherheit der Medikamente hat oberste Priorität. Die neue Leitlinie bestätigt das gute Sicherheitsprofil vieler moderner Therapien, für die mittlerweile umfangreiche Langzeitdaten aus Studien und Registern vorliegen. Die Empfehlungen zur Überwachung, zum Beispiel durch regelmäßige Blutkontrollen, wurden für alle Medikamente überprüft und bestätigt.
</p>

<p>
	Es gibt keine grundlegend neuen Erkenntnisse zu schweren Nebenwirkungen bei den bereits länger zugelassenen Medikamenten. Die Langzeitsicherheit vieler Biologika und "small molecules" wird als gut eingeschätzt.
</p>

<h2>
	Antworten für besondere Lebenslagen
</h2>

<p>
	Psoriasis betrifft Menschen in allen Lebensphasen und oft auch mit Begleiterkrankungen. Die neue Leitlinie gibt hierzu detailliertere und spezifischere Hilfestellungen als je zuvor.
</p>

<h3>
	Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen
</h3>

<p>
	Die aktuelle Leitlinie richtet sich ausschließlich an Erwachsene. Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Psoriasis erfordert spezielles Wissen und wird in eigenen Leitlinien von Kinder- und Jugendärzten sowie spezialisierten Hautärzten behandelt. Es gibt aber auch für diese Altersgruppe wirksame und sichere zugelassene Therapien.
</p>

<h3>
	Familienplanung, Schwangerschaft und Stillzeit
</h3>

<p>
	Für Frauen mit Psoriasis und Kinderwunsch gibt es sehr gute Nachrichten. Die neue Leitlinie bestätigt, dass eine sichere und wirksame Behandlung während der Planung, der Schwangerschaft und der Stillzeit möglich ist. Eine gute Kontrolle der Psoriasis ist sogar wichtig, da eine stark entzündliche Erkrankung sich negativ auf die Schwangerschaft auswirken kann.
</p>

<p>
	Bestimmte Medikamente wie Methotrexat und Acitretin sind in dieser Zeit absolut tabu.
</p>

<p>
	Die Leitlinie empfiehlt das Biologikum Certolizumab pegol als Therapie der ersten Wahl, wenn während der Schwangerschaft eine innerliche Behandlung notwendig ist. Aufgrund seiner Molekülstruktur geht es kaum auf das ungeborene Kind über.
</p>

<h2>
	Wenn weitere Erkrankungen dazukommen (Komorbiditäten)
</h2>

<p>
	Die Psoriasis ist eine systemische Erkrankung, die oft mit anderen gesundheitlichen Problemen einhergeht. Die neue Leitlinie gibt detaillierte Empfehlungen, welche Medikamente bei bestimmten Begleiterkrankungen besonders geeignet oder eher zu meiden sind.
</p>

<p>
	<strong>Psoriasis arthritis</strong>: Wenn neben der Haut auch die Gelenke betroffen sind, ist die Wahl des richtigen Medikaments entscheidend, um Gelenkschäden zu verhindern. Die Leitlinie listet eine Reihe von Biologika und auch Methotrexat als wirksame Optionen auf, die sowohl auf die Haut als auch auf die Gelenke wirken. Aufgrund der Komplexität wird für detaillierte Empfehlungen auf eine eigene, in Entwicklung befindliche Leitlinie für <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> verwiesen.
</p>

<p>
	<strong>Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen</strong> (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa): Da sich die Entzündungsmechanismen ähneln, ist die Wahl der Therapie hier besonders wichtig. Bestimmte Biologika (TNF-Blocker, IL-12/23- und IL-23-Blocker) wirken sowohl gegen die Psoriasis als auch gegen die Darmentzündung und sind daher die erste Wahl. Sogenannte IL-17-Blocker (z.B. Secukinumab, Ixekizumab, Bimekizumab) sind hier ungeeignet, da sie die Darmerkrankung verschlimmern können.
</p>

<p>
	<strong>Krebserkrankungen in der Vorgeschichte</strong>: Die Entscheidung für eine innerliche Therapie wird immer individuell und in enger Absprache mit dem behandelnden Onkologen getroffen. Die neue Leitlinie unterscheidet nun klarer: Liegt eine Krebserkrankung mehr als fünf Jahre zurück und gilt als geheilt, können die meisten Psoriasis-Medikamente wieder normal eingesetzt werden. Bei einer kürzer zurückliegenden oder aktiven Krebserkrankung ist die Auswahl eingeschränkter, aber eine wirksame Behandlung der Psoriasis ist dennoch möglich.
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Depression</strong>: Psoriasis kann die Psyche stark belasten. Die meisten wirksamen Psoriasis-Therapien verbessern auch depressive Symptome, da es den Betroffenen mit besserer Haut einfach besser geht. Bei den Wirkstoffen Apremilast und Brodalumab wird zur Vorsicht geraten, wenn bereits eine schwere Depression oder Suizidgedanken in der Vorgeschichte bekannt sind.
	</li>
	<li>
		<strong>Diabetes mellitus</strong>: Bei Patienten mit Diabetes, insbesondere in Kombination mit Übergewicht oder einer Fettleber, sollten die Wirkstoffe Methotrexat und Ciclosporin mit Vorsicht eingesetzt werden, da sie den Stoffwechsel oder die Leber zusätzlich belasten können. Biologika und die neuen "small molecules" gelten hier als sichere Alternativen.
	</li>
	<li>
		<strong>Herzerkrankungen</strong>: Bei einer koronaren Herzkrankheit (KHK) sind die meisten modernen Therapien wie Biologika oder MTX gut geeignet. Bei einer fortgeschrittenen Herzschwäche (Herzinsuffizienz) müssen sogenannte TNF-Blocker (z.B. Adalimumab, Infliximab, Etanercept) gemieden werden, da sie die Herzfunktion verschlechtern können. Andere Biologika-Klassen sind hier unproblematisch.   
	</li>
	<li>
		<strong>Nierenerkrankungen</strong>: Die meisten Biologika werden nicht über die Nieren abgebaut und können daher auch bei eingeschränkter Nierenfunktion sicher eingesetzt werden. Bei den älteren Tabletten wie Methotrexat, Ciclosporin und Fumarsäureestern ist bei schwerer Nierenschwäche Vorsicht geboten oder sie sind kontraindiziert.
	</li>
	<li>
		<strong>Neurologische Erkrankungen</strong>, z.B. Multiple Sklerose, <abbr title="Multiple Sklerose"><abbr title="Multiple Sklerose">MS</abbr>:</abbr> Hier ist die Wahl des Medikaments entscheidend. TNF-Blocker sind bei <abbr title="Multiple Sklerose"><abbr title="Multiple Sklerose">MS</abbr></abbr> absolut ungeeignet, da sie die Erkrankung auslösen oder verschlimmern können. Andere Wirkstoffklassen wie IL-17-, IL-23-Blocker oder die neuen Tabletten (Apremilast, Deucravacitinib) gelten als sicher. Fumarsäureester sind sogar zur Behandlung der <abbr title="Multiple Sklerose"><abbr title="Multiple Sklerose">MS</abbr></abbr> zugelassen und damit eine gute Option für Patienten, die an beiden Erkrankungen leiden.
	</li>
	<li>
		<strong>Virushepatitis</strong> (Hepatitis B und C): Vor Beginn einer innerlichen Therapie wird standardmäßig auf eine Hepatitis-Infektion getestet. Sollte eine chronische Hepatitis vorliegen, ist eine Behandlung der Psoriasis trotzdem sicher möglich. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit einem Leberspezialisten (Hepatologen), der gegebenenfalls eine antivirale Schutztherapie einleitet.
	</li>
	<li>
		<strong>Tuberkulose</strong> (TB): Vor dem Start einer Biologika-Therapie wird immer ein Test auf eine versteckte (latente) Tuberkulose-Infektion gemacht. Das Risiko einer Reaktivierung ist unter den neueren Biologika (IL-17- und IL-23-Blocker) deutlich geringer als unter den älteren TNF-Blockern. Falls ein Risiko besteht, wird vor Therapiebeginn eine vorbeugende Antibiotikabehandlung durchgeführt, sodass die Psoriasis-Therapie sicher gestartet werden kann.
	</li>
	<li>
		<strong>Impfungen</strong>: Grundsätzlich werden alle von der STIKO empfohlenen Impfungen auch für Psoriasis-Patienten angeraten. Unter einer innerlichen Therapie sollten Impfungen mit Lebendimpfstoffen (z.B. Masern, Mumps, Röteln) vermieden werden. Totimpfstoffe (z.B. Grippe, Tetanus, COVID-19) sind jederzeit sicher möglich und empfohlen, auch wenn die Impfantwort eventuell etwas schwächer ausfällt.
	</li>
</ul>

<h2>
	Im Detail: Was sich für Anwender von Medikamenten ändert
</h2>

<p>
	Auch bei den Medikamenten, die schon länger zur Verfügung stehen, gibt es wichtige neue Erkenntnisse und angepasste Sicherheitshinweise. Hier sind die wichtigsten Updates im Überblick:
</p>

<h3>
	Acitretin
</h3>

<p>
	<strong>Gelenke im Blick</strong>: Ihr Arzt wird Dich nun gezielter nach Gelenk- oder Wirbelsäulenbeschwerden fragen, da das Medikament hier in seltenen Fällen Auswirkungen haben kann.
</p>

<p>
	<strong>Wichtig für Diabetiker</strong>: Früher galt Diabetes als klarer Grund, Acitretin nicht zu nehmen. Die neue Leitlinie erklärt genauer, warum Vorsicht geboten ist: Das Medikament kann die Wirkung von Insulin verstärken und so zu Unterzuckerung führen. Deshalb sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen jetzt besonders wichtig.
</p>

<p>
	<strong>Wechselwirkung mit Cholesterinsenkern</strong>: Wenn Du Medikamente zur Senkung Deiner Blutfettwerte einnehmen, solltest Du wissen, dass die Kombination mit Acitretin das Risiko für Muskelschäden erhöhen kann. Sprich hierzu unbedingt mit Deinem Arzt.
</p>

<h3>
	Ciclosporin
</h3>

<p>
	Dieses Medikament unterdrückt das Immunsystem stark und wird oft für eine schnelle Besserung eingesetzt.
</p>

<p>
	<strong>Genauerer Nieren-Check</strong>: Da Ciclosporin die Nieren belasten kann, empfiehlt die Leitlinie nun, nach mehr als einem Jahr Therapie die Nierenfunktion mit einem genaueren Test (einer sogenannten GFR-Messung) zu überprüfen.
</p>

<p>
	<strong>Hautkrebs-Vorsorge nach der Therapie</strong>: Nach dem Absetzen von Ciclosporin ist eine sorgfältige Hautkrebsvorsorge besonders wichtig, vor allem, wenn Du in der Vergangenheit viele Lichttherapien erhalten hast.
</p>

<h3>
	Methotrexat (MTX)
</h3>

<p>
	MTX ist eine der am häufigsten eingesetzten Tabletten- oder Spritzentherapien.
</p>

<p>
	<strong>Spritze oft wirksamer als Tablette</strong>: Die Leitlinie stellt nun klarer heraus, dass bei einer Dosis von mehr als 15 mg pro Woche die Spritze unter die Haut (subkutan) besser wirkt. Der Grund: Der Wirkstoff wird vom Körper besser aufgenommen als bei einer Tablette.
</p>

<p>
	<strong>Sicherheit an erster Stelle</strong>: Die wichtigste Regel bei MTX ist die Einnahme nur einmal pro Woche. Die neue Leitlinie macht hier keine Kompromisse mehr: Wenn ein Patient diese Regel nicht sicher versteht, darf ihm das Medikament nicht mehr verschrieben werden. Eine tägliche Einnahme kann lebensgefährlich sein.
</p>

<p>
	<strong>Auf diese Nebenwirkungen achten</strong>: Ihr Arzt könnte Dich nun explizit auf zwei mögliche, seltene Nebenwirkungen hinweisen: schmerzhafte Entzündungen der Mundschleimhaut und eine spezielle Form der Lungenentzündung (Pneumonitis). Melde Dich sofort bei Deinem Arzt, wenn Du trockenen Husten oder Atemnot bemerkst.
</p>

<h3>
	TNF-Blocker
</h3>

<p>
	Diese Gruppe von Biologika (z.B. Adalimumab, Etanercept, Certolizumab pegol, Infliximab) gehört zu den am längsten bewährten Spritzentherapien.
</p>

<p>
	<strong>Wichtige Änderung bei Operationen</strong>: Das ist eine der wichtigsten neuen Sicherheitshinweise: Eine große Auswertung mehrerer Studien hat gezeigt, dass das Risiko für Infektionen nach einer Operation unter TNF-Blocker-Therapie fast doppelt so hoch ist. Früher wurde die Therapie oft fortgesetzt. Die neue Leitlinie rät nun klar dazu, vor einer geplanten OP mit dem Arzt zu besprechen, ob das Medikament pausiert werden sollte.
</p>

<p>
	<strong>Herzschwäche</strong>: Die Leitlinie verwendet nun einen präziseren Begriff für eine bestimmte Form der Herzschwäche, bei der diese Medikamente nicht eingesetzt werden dürfen.
</p>

<h3>
	Apremilast
</h3>

<p>
	Diese Tablette wirkt gezielt auf ein bestimmtes Enzym in den Entzündungszellen.
</p>

<p>
	<strong>Fokus auf die Psyche</strong>: Die neue Leitlinie betont stärker, dass Apremilast in seltenen Fällen Depressionen oder Suizidgedanken auslösen kann. Wenn solche Symptome neu auftreten oder sich verschlimmern, soll die Behandlung abgebrochen werden.
</p>

<h3>
	Bimekizumab
</h3>

<p>
	Dieses neue, hochwirksame Biologikum blockiert gleich zwei Entzündungs-Botenstoffe.
</p>

<p>
	<strong>Spezifische Nebenwirkung</strong>: Weil das Medikament so stark wirkt, können Pilzinfektionen (Candida), meist harmlos im Mund- und Rachenraum, häufiger auftreten als bei vergleichbaren Medikamenten. Diese sind aber in der Regel einfach zu behandeln.
</p>

<h3>
	Ixekizumab
</h3>

<p>
	Ein weiteres bewährtes Biologikum aus der Klasse der IL-17-Blocker.
</p>

<p>
	<strong>Gute Nachrichten zur Langzeitsicherheit</strong>: Hier gibt es beruhigende Neuigkeiten. Zwei neue, sehr große Sicherheitsstudien haben bestätigt, dass das Medikament auch über viele Jahre hinweg ein sicheres Profil hat und keine neuen oder unerwarteten Nebenwirkungen aufgetreten sind.
</p>

<h3>
	Certolizumab pegol und Schwangerschaft
</h3>

<p>
	Die beste Nachricht für Frauen mit Kinderwunsch: Dies ist eine der wichtigsten und positivsten Änderungen. Die neue Leitlinie empfiehlt das Biologikum Certolizumab pegol nun ganz klar als die beste Option für Frauen, die eine Schwangerschaft planen oder bereits schwanger sind. Durch seine besondere Molekülstruktur gelangt so gut wie kein Wirkstoff von der Mutter zum ungeborenen Kind. Das gibt eine hohe Sicherheit für Mutter und Kind.
</p>

<h2>
	Was die Leitlinie nicht sagt – und ist
</h2>

<p>
	Früher gab es in der Leitlinie für jedes Medikament eine Aussage, wie viel Zeit es braucht, bis es beim Durchschnitt der Anwender wirkt. Daraus konnten wir oft beantworten, wenn jemand fragte "Wie lange muss ich warten, bis mein Medikament wirkt?". Diese Aussagen sind nicht erst in dieser Leitlinie verschwunden.
</p>

<p>
	Vage heißt es jetzt nur noch:
</p>

<ul>
	<li>
		Bei Medikamenten mit langsam einsetzender Wirkung sollte nach 16 bis 24 Wochen ein Fazit gezogen werden, ob die erwünschte Wirkung erreicht ist.
	</li>
	<li>
		Bei den schnell wirkenden Medikamenten sollte das Fazit nach zehn bis zwölf Wochen gezogen werden.
	</li>
</ul>

<p>
	Welches Medikament ein langsames und welches ein schnelles ist – dazu sagt die Leitlinie nichts.
</p>

<p>
	Während die Leitlinie das "Was" und "Wie" der medizinischen Behandlung exzellent für Ärzte aufbereitet, fehlen für Betroffene oft die Antworten auf die "Was-wäre-wenn"- und "Wie-mache-ich-das-konkret"-Fragen des täglichen Lebens mit der Erkrankung. Das kann und will eine Leitlinie aber auch nicht.
</p>

<p>
	Zur Leitlinie gehört immer ein <a href="https://register.awmf.org/assets/guidelines/013_D_Dermatologische_Ges/013-001a1_S3_Therapie-Psoriasis-vulgaris_2025-08.pdf" rel="external nofollow">Anhang mit Empfehlungen zu Basistherapie, topischer Therapie, Phototherapie und anderen Therapien</a>. Die Forschung zur Psoriasis hat sich in den letzten Jahren allerdings ganz überwiegend mit innerlichen Therapien beschäftigt. Deshalb ändert sich in diesen Empfehlungen erfahrungsgemäß wenig – und so heißt es in dem Anhang auch:
</p>

<p>
	"Im Bereich der topischen Therapie und Fototherapien sind keine neuen Therapieoptionen seit der Erstellung der Leitlinienfassung 2015 verfügbar geworden. Studien, die die Einschätzung der Interventionen relevant verändern würden, sind ebenfalls nicht publiziert worden."
</p>

<p>
	Heißt: Seit zehn langen Jahren gibt es weder neue Wirkstoffe zur äußerlichen Behandlung noch Neues in Sachen Lichttherapie – und Studien dazu wurden auch nicht publiziert. Keine gute Nachricht für all die, die kein innerliches Medikament anwenden wollen, können oder brauchen.
</p>

<h2>
	Am Ende geht's auch ums Geld
</h2>

<p>
	Auch wenn die Leitlinie ein Biologikum als Firstline-Medikament ausweist, gibt es für die Ärzte noch eine Hürde: Sie haben <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__12.html" rel="external nofollow">per Gesetz ein Wirtschaftlichkeitsgebot</a>. Das heißt: Sie müssen prüfen, ob es Therapien gibt, die günstiger und trotzdem ausreichend wirksam sind. Erst wenn es die nicht gibt oder die aus anderen Gründen nicht infrage kommen, können sie ein Biologikum aufs Rezept schreiben. Einen <em>Anspruch</em> auf ein Biologikum gibt die Leitlinie deshalb nicht her.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1372</guid><pubDate>Thu, 04 Sep 2025 16:30:00 +0000</pubDate></item><item><title>Ergotherapie wird f&#xFC;r Menschen mit Psoriasis arthritis einfacher</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/ergotherapie-wird-fuer-menschen-mit-psoriasis-arthritis-einfacher-r1290/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_03/IMG_0498.jpeg.6d4ea92dbd3be32198b6a9daba541252.jpeg" /></p>
<p>
	Ab 1. April ist es für Menschen mit Psoriasis arthritis einfacher, eine Ergotherapie verordnet zu bekommen, die zu ihrem aktuellen Gesundheitszustand passt. Ärzte können dann eine Ergotherapie verordnen, ohne genau auf das Rezept zu schreiben, welche Therapieform es sein soll. 
</p>

<p>
	Das heißt: Die Ärzte stellen ein sogenanntes Blankorezept mit der Diagnose aus. Erst der Therapeut entscheidet, welches Heilmittel er anwendet – und wie oft. 
</p>

<p>
	Die Blankoverordnung gibt es ab 1. April für drei Diagnosegruppen: für Erkrankungen der Wirbelsäule, Gelenke und Extremitäten wie die Psoriasis arthritis sowie für wahnhafte und affektive Störungen und für Demenz. Mit diesen Erkrankungen sind 20 Prozent der Fälle in der Ergotherapie abgedeckt.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<p>
	Die Behandlung je Verordnung kann bis zu 16 Wochen dauern. Jeder Behandlungstermin kann zwischen 30 und 180 Minuten lang sein. Innerhalb dieser Zeit können verschiedene Heilmittel angewendet werden. Die Ergotherapeuten können die Anwendungen in 15-Minuten-Intervalle einteilen.
</p>

<p>
	Bei Psoriasis arthritis sind das vorrangig eine motorisch-funktionelle Behandlung, eine Behandlung mit einer ergotherapeutischen Schiene oder eine Gruppentherapie mit motorisch-funktioneller Behandlung. Ergänzend können thermische Anwendungen zum Einsatz kommen.
</p>

<p>
	Am Ende bekommen die Ergotherapeuten für ihre Arbeit genausoviel Geld wie für die „normale“ Ergotherapie und zusätzlich eine Pauschale je Blankoverordnung. Für die Vor- und Nachbereitung sowie für die Dokumentation gibt‘s zusätzlich etwas.
</p>

<p>
	<em>cl</em>
</p>

<p>
	<strong style="color:#c0392b; font-size:16.1px; text-align:left">Tipps zum Weiterlesen</strong>
</p>

<p>
	<strong>➜ Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/18481-ergotherapie/" rel="">Erfahrungen mit Ergotherapie bei Psoriasis arthritis</a>
</p>

<p>
	<strong>➜ Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/35662-langfristiger-heilmittelbedarf-unbekannt/" rel="">Erfahrungen mit der Verordnung eines langfristigen Heilmittelbedarfs</a>
</p>

<p>
	➜ <strong>Artikel</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/rehabilitation-klinik/reha-antrag-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Reha-Antrag bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis – so geht‘s</a>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1290</guid><pubDate>Thu, 28 Mar 2024 07:54:00 +0000</pubDate></item><item><title>Wer zahlt was bei Therapie und Reha?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/wer-zahlt-was-bei-therapie-und-reha-r1202/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2023_02/zuzahlung-geld.jpg.904d1c6a3cb10fcf7f72342d1615a84f.jpg" /></p>

<p>
	<strong>Hier erklären wir, was Krankenkasse oder Rentenversicherung bei der Therapie der Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis bezahlen und was nicht.</strong>
</p>

<p>
	Die tatsächlichen Leistungen der Sozialversicherungen bleiben nicht gleich. Wenn ein Sozialgesetz geändert wird, geschieht das aus politischen Gründen. Einzelne konkrete Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen werden – nach sachlichen Erwägungen – im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zwischen Ärzten und Krankenkassen ausgehandelt. Im Zweifelsfall frag sicherheitshalber bei Deiner Krankenkasse oder der Unabhängigen Patientenberatung nach.
</p>

<h2>
	Welche Psoriasis-Therapie zahlt die gesetzliche Krankenkasse?
</h2>

<p>
	Grundsätzlich gilt, dass die Kasse alle für die Schuppenflechte zugelassenen Therapien und Medikamente bezahlen muss.
</p>

<ul>
	<li>
		Dazu gehören <strong>äußerlich aufzutragende Wirkstoffe</strong>, <strong>wenn sie verschreibungspflichtig sind</strong>. Rezeptfreie dagegen werden nicht erstattet. Cremes mit Mahonia aquifolium, Weihrauch und teer- oder schieferölhaltige Präparate müssen die Patienten selbst bezahlen. Ausnahmen: Das Teer-Shampoo Tarmed oder gleichartige Rezepturen. Außerdem zahlen die Kassen bei Psoriasis salizylsäurehaltige Zubereitungen.
	</li>
	<li>
		<strong>Calcineurin-Inhibitoren</strong> (Elidel, Protopic) sind nicht bei der Psoriasis zugelassen. Sie dürfen nur verschrieben werden, wenn der Patient gleichzeitig an einem atopischen Ekzem (Neurodermitis) leidet. Vorsicht: Diese Wirkstoffgruppe ist innerhalb der Dermatologie umstritten.
	</li>
	<li>
		<strong>UV-Bestrahlung und PUVA</strong> als Selektive Ultraviolette Phototherapie darf der niedergelassene Arzt abrechnen (EBM Abrechnungsziffer 30430).
	</li>
	<li>
		Eine ambulante <strong>Balneophototherapie</strong> (außerhalb eines Klinikaufenthalts) wird von den Kassen übernommen. Sie muss aber vorher genehmigt werden. Laser-Bestrahlung müssen die Patienten stets selbst bezahlen.
	</li>
	<li>
		Bei <strong>Heimbestrahlungsgeräten</strong> beteiligt sich die Kasse eventuell an den Kosten. Ein Bestrahlungskamm wird zu 100 % übernommen. Bei größeren Geräten muss der Patient nachweisen, dass eine Bestrahlung in der Arztpraxis für ihn persönlich nicht zumutbar ist (beruflich bedingt, zu lange Anfahrt, körperliche Behinderung o.ä.).
	</li>
	<li>
		Alle <strong>innerlich wirkenden Präparate</strong> sind rezeptpflichtig. Sie werden deshalb grundsätzlich von der Kasse bezahlt. Biologika übernehmen die Kassen unter Umständen nur dann, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind: Zum Beispiel, wenn andere Medikamente nicht angemessen gewirkt haben oder der Patient sie nicht verträgt. Inzwischen dürfen viele Biologika aber direkt verschrieben werden, d.h. es müssen nicht erst andere (billigere) Medikamente ausprobiert werden. Das gilt für Patienten, die sehr schwer von der Schuppenflechte betroffen sind.
	</li>
	<li>
		<strong>Alternativen</strong>, wie z.B. naturheilkundliche Mittel oder eine Ichthyo-Therapie (Knabberfische) werden grundsätzlich nicht erstattet. Es gibt aber einige gesetzliche Krankenkassen, die als freiwillige Leistung durchaus alternative Behandlungen bezahlen. Wer sich dafür interessiert, kann Einzelheiten bei Krankenkassen oder der UPD erfragen bzw. im Internet recherchieren.
	</li>
	<li>
		Die <strong>Behandlung in einer naturheilkundlich ausgerichteten Klinik</strong> dagegen kann sehr wohl übernommen werden. Das setzt aber voraus, dass der Patient dort (stationär) eingewiesen ist.
	</li>
	<li>
		<strong>Homöopathische Leistungen</strong> werden nur dann erstattet, wenn sie von einem Vertrags- („Kassen“-) Arzt mit entsprechender zusätzlicher Ausbildung erbracht werden.
	</li>
</ul>

<h2>
	Welche erstattungsfähigen Maßnahmen gibt es bei Psoriasis arthritis?
</h2>

<p>
	Schon bei den ersten Anzeichen von Gelenkbeschwerden ist es dringend geraten, vom Arzt feststellen zu lassen, ob es sich um eine Psoriasis Arthritis (PsA) handelt. Wer sich zu spät behandeln lässt riskiert, dass die Gelenke für immer kaputt gehen. Bei Verdacht sollte man möglichst zu einem Rheumatologen gehen. Da es aber nicht so viele davon gibt, wissen inzwischen auch viele Dermatologen, wie man eine Psoriasis Arthritis diagnostiziert.
</p>

<p>
	Alle zugelassenen, schulmedizinischen <strong>Medikamente gegen Psoriasis arthritis</strong> werden von den Krankenkassen bezahlt. Das trifft ebenfalls auf die r<strong>adioaktive Bestrahlung der Gelenke</strong> (Radiosynoviorthese; RSO) zu. Naturheilkundliche Mittel (von Weihrauch bis zum Teufels­krallenwurzel-Trockenextrakt) müssen dagegen immer privat bezahlt werden.
</p>

<p>
	Die Kosten für eine <strong>Kältekammer-Therapie</strong> übernimmt die Kasse nur, wenn sie innerhalb eines Krankenhaus-Aufenthalts stattfindet. Wer ambulant in die Kältekammer will, muss das mit seiner Kasse persönlich aushandeln. Es gibt Kassen, die erstatten einen Teil der Kosten, wenn eine medizinische Verordnung durch den behandelnden Arzt. vorliegt.
</p>

<p>
	Obgleich Bewegung bei PsA extrem wichtig ist, werden <strong>physiotherapeutische Maßnahmen</strong> (Massagen, Physiotherapie) nur sparsam verschrieben. Der Arzt kann aber „<strong>Rehabili­tationssport</strong>“ oder „<strong>Funktionstraining</strong>“ verschreiben. Die Krankenkassen genehmigen dann 50 Anwendungen für 18 Monate. Man kann sich bei der eigenen Kasse danach erkundigen, ob zusätzlich private sportliche Aktivitäten bezuschusst werden. Trainiert werden müssen vor allem die Muskeln, um die Gelenke zu entlasten. Damit ist nicht Ausdauertraining gemeint.
</p>

<h2>
	Werden die Ausgaben für Hautpflege erstattet?
</h2>

<p>
	<strong>Nein</strong>, da sie vom Gemeinsamen Bundesausschuss nicht als „verordnungsfähige Arzneimittel“ angesehen werden. So diene z.B. Harnstoff (Urea) der Pflege und nicht der Therapie. Dermatologen dagegen sprechen bei Pflegemitteln von „Basis-Therapie“, mit der Hautkrankheiten und Schübe abgemildert werden können.
</p>

<p>
	Ausnahme: Wenn die Schuppenflechte als Berufskrankheit anerkannt ist (s.u.), muss die gesetzliche Unfallversicherung auch die Ausgaben für Pflegemittel übernehmen.
</p>

<h2>
	Wer muss nichts zuzahlen?
</h2>

<p>
	Für alle gesetzlich Versicherten gilt eine Höchstgrenze für Zuzahlungen: 2% des Brutto­einkommens. Schwerwiegend chronisch Kranke müssen sogar nur 1% ihres Brutto­einkommens zuzahlen. Das betrifft Rezepte für Medikamente, Heilmittel und häusliche Krankenpflege sowie Krankenhausaufenthalte. Wer dennoch mehr aufwenden muss, kann sich von der Krankenkasse von der Zuzahlung befreien lassen: Entweder ab dem Zeitpunkt, von dem ab die Summe erreicht ist für den Rest des Jahres. Oder für ein ganzes Jahr im voraus, wenn man den Höchstbetrag der Kasse vorab überweist.
</p>

<p>
	Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind von Zuzahlungen zu rezeptpflichtigen Medika­menten völlig befreit. Bei Kindern unter 12 Jahren werden auch rezeptfreie Medikamente von den Kassen übernommen, wenn sie ärztlich verordnet wurden.
</p>

<p>
	Es kann sein, dass man für ein bestimmtes Arzneimittel nichts zuzahlen muss. In dem Fall hat eine Krankenkasse mit einer Pharmafirma einen Rabattvertrag ausgehandelt. Der Patient bekommt dann den verschriebenen Wirkstoff in Form des Präparates dieser Firma.
</p>

<h2>
	Wer gilt als „schwerwiegend“ chronisch krank?
</h2>

<p>
	Psoriatiker werden von den Krankenkassen nicht automatisch als „Chroniker“ eingestuft. Sie müssen das beantragen. Dazu gibt es direkt vom Arzt eine Bescheinigung.
</p>

<p>
	Der G-BA hat sich darauf festgelegt, dass die 1 % – Regelung nur für „schwerwiegend“ chronisch Kranke gelten soll. Das sind Patienten, die wegen derselben Krankheit dauerhaft in Behandlung sind und mindestens einmal im Quartal den Arzt aufsuchen müssen. Psoriatiker müssen
</p>

<ul>
	<li>
		zu 60 % behindert oder erwerbsgemindert sein oder
	</li>
	<li>
		in Pflegestufe zwei oder drei eingestuft sein oder
	</li>
	<li>
		auf eine kontinuierliche medizinische Versorgung angewiesen, um zu verhindern, dass ihre Lebensqualität dauerhaft beeinträchtig ist.
	</li>
</ul>

<p>
	Für Psoriatiker, die weder schwer behindert noch pflegebedürftig sind, heißt es, ihrem Arzt deutlich zu machen, wie stark ihre Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigt wäre, wenn sie nicht ärztlich versorgt werden. Der dafür vorgesehene (DLQI-) Fragebogen ist lückenhaft und berücksichtigt kaum die Einschränkungen von älteren Patienten. Deshalb sollte man dem Arzt ausführlich seine persönlichen Einschränkungen darstellen. Das können zum Beispiel sein:
</p>

<ul>
	<li>
		Wer deutlich sichtbare Plaques hat, traut sich nicht, am öffentlichen Leben teilzu­nehmen, weil er nicht angestarrt oder abgelehnt werden will (individuelle Beispiele wie Sport, Kultur, Vereinsleben, einkaufen und bezahlen).
	</li>
	<li>
		Wer deutlich sichtbare Plaques hat, ist gehemmt, neue Partner oder Freunde kennen zu lernen, wirkt oft unattraktiv auf andere und wird offen gemobbt oder ausgegrenzt.
	</li>
	<li>
		Wer unter Juckreiz leidet, schläft nachts schlecht, ist am nächsten Tag unaus­geschlafen und weniger leistungsfähig bzw. macht Fehler.
	</li>
	<li>
		Wer unter Juckreiz leidet, kratzt sich die Stellen blutig, versucht diese offenen Wunden zu verbergen und muss mit Infektionen rechnen.
	</li>
	<li>
		Wer unter Psoriasis arthritis leidet, kann sich viel schlechter oder kaum noch bewegen, kann viele notwendigen Handgriffe im Haushalt, aber auch bei der Freizeitbeschäftigung nicht oder nur eingeschränkt und unter Schmerzen ausführen.
	</li>
</ul>

<h2>
	Gibt es für Rentner oder Arbeitslose Spezialregelungen bezüglich der Kostenerstattung?
</h2>

<p>
	Empfänger von Arbeitslosengeld II dürfen gegenüber dem Jobcenter bzw. der Bundesagentur für Arbeit einen Mehrbedarf geltend machen, wenn das zur medizinischen Grundversorgung erforderlich ist. Es gab bisher (nur) einen einzigen Fall eines Neurodermitikers, der vor Gericht den Mehrbedarf erstritten hatte. Psoriatiker sollten das zum Beispiel mit den hohen Ausgaben für harnstoffhaltigen Pflegemittel oder besondere Diäten versuchen.
</p>

<p>
	Empfänger von Arbeitslosengeld I oder Rentner sollten alle Belege über Praxisgebühren, Zuzahlungen für „erstattungsfähige“ Medikamente, Heilmittel, Hilfsmittel, häusliche Krankenpflege, Haushaltshilfe und stationäre Unterbringung sammeln. Wenn sie mehr als 2 % bzw. 1 % ihres ALG oder ihrer Rente ausgegeben haben, sollten sie sich sofort von der Krankenkasse für den Rest des Jahres von allen Zuzahlungen befreien lassen.
</p>

<h2>
	Wie sieht es mit Rehabilitationsmaßnahmen innerhalb Deutschlands aus?
</h2>

<p>
	Reha-Maßnahmen, deren Zweck es ist, die „Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen“, werden von der Deutschen Rentenversicherung durchgeführt. Sie müssen dort beantragt werden. Reha-Maßnahmen, deren Zwecke es ist, den „allgemeinen Gesundheitszustand wieder herzustellen“, werden von der gesetzlichen Krankenkasse finanziert. Sie müssen dort beantragt werden.
</p>

<p>
	Die Versicherungsträger lehnen nach unserer Erfahrung viele Reha-Anträge erst einmal ab. Aber wenn der Patient Widerspruch einlegt, steigt die Chance, dass der Reha-Antrag bewilligt wird. Wir raten den Antragsstellern, beim Reha-Antrag oder dem Widerspruch sich nicht nur vom Hautarzt, sondern vor allem von der gewünschten Reha-Klinik beraten zu lassen. Die Kliniken wissen am besten, bei welchen Begründungen ein Antrag nur schwer abgelehnt werden kann. Sollten auf dem Reha-Antrag mehrere Krankheiten aufgeführt werden, muss Psoriasis oder Psoriasis Arthritis unbedingt als erste oder zweite genannt werden. Sonst kann es passieren, dass man in der Klinik auf die ersten beiden genannten Krankheiten, nicht aber auf Schuppenflechte behandelt wird.
</p>

<p>
	Psoriasis Patienten müssen nicht, wie andere, vier Jahre warten, bis sie eine neue Reha-Maß­nahme beantragen können. Anträge können jederzeit gestellt werden, wenn es „aus gesund­heitlichen Gründen dringend erforderlich ist“ (§40 SGB V bzw. §12 SGB VI).
</p>

<h2>
	Wer entscheidet über den Antrag?
</h2>

<p>
	Eine Reha-Maßnahme wird dann beantragt, wenn der Hautarzt sie entsprechend verordnet. Meist wird bei Reha-Maßnahmen nach Aktenlage entschieden. Aber manche Antragsteller müssen sich beim Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) oder dem der Renten­versicherung vorstellen. Wenn der begutachtende Arzt kein Dermatologe ist, kann allein das ein Grund sein, Widerspruch gegen eine Ablehnung einzulegen. Kein fachfremder Arzt kann aktuell darüber informiert sein, was in den vergangenen Jahren über die Psoriasis und ihren Einfluss auf die Lebensqualität bekannt geworden ist.
</p>

<h2>
	Wie sieht es mit Kuraufenthalten im Ausland aus?
</h2>

<p>
	Schon seit Jahren gibt es den Begriff „Kur“ nicht mehr im Sozialgesetzbuch, auch wenn er in Prospekten der Anbieter von Gesundheitsreisen weiterhin verwendet wird.
</p>

<p>
	Die Deutsche Rentenversicherung genehmigt keine Reha-Maßnahmen am Toten Meer. Die Krankenkassen dagegen zahlen Aufenthalte am Toten Meer. Wir raten aber, sich vor der Beantragung bei Veranstaltern zu erkundigen, die solche Reisen organisieren. Sie kennen sich am besten darin aus, welchen Begründungen sich die Kassen nicht verschließen können.
</p>

<p>
	Ein Arztbesuch in einem EU-Land wird immer übernommen. Dafür reicht die Versichertenkarte. Die stationäre Behandlung in einem Krankenhaus eines EU-Landes muss vorher genehmigt werden.
</p>

<p>
	Es ist möglich, sich bis zu drei Wochen in einer Kurklinik im EU-Ausland behandeln zu lassen. Bekannt sind preisgünstige Angebote aus Polen, Tschechien, Kroatien, Slowakei oder Ungarn. Reise, Unterkunft und Verpflegung müssen vom Patienten immer selbst bezahlt werden. Aber die Krankenkasse beteiligt sich an den Therapiekosten. Ein Antrag auf „Zuschuss zu einer ambulante Vorsorgemaßnahme ist möglich, wenn
</p>

<ul>
	<li>
		der ausgewählte Kurort staatlich und kassenärztlich anerkannt ist,
	</li>
	<li>
		der Hautarzt bescheinig hat, dass die Kur notwendig und zu befürworten ist.
	</li>
</ul>

<p>
	Dieser Zuschuss wird aber erst nachträglich gezahlt, muss also vorher ausgelegt werden. Dazu muss man die Rechnung der Kurklinik mit genauer Aufstellung der bezahlten Anwendungen einreichen.
</p>

<h2>
	Welche Vorteile hat man bei der Reha, wenn man privat versichert ist?
</h2>

<p>
	Private Krankenkassen haben Psoriatiker nicht gerne als Mitglied. Sie sind teuer. Wer als Vorerkrankung „Psoriasis“ angibt, muss mit Risikozuschlägen meist zwischen 30 % und 80 % rechnen. Ist man aber erst einmal privat versichert, wird man in einer Reha-Klinik als Privat-Patient behandelt. Mit allen bekannten Vorteilen. Viele Therapie- und Diagnose-Möglichkeiten werden dann in der Klinik gemacht. Aber vorsichtig: Privatpatienten dürfen sich erst dann in einer Klinik anmelden, wenn sie vorher die Zusage ihrer privaten Krankenversicherung haben, dass die Kosten übernommen werden.
</p>

<h2>
	Psoriasis als Berufskrankheit
</h2>

<p>
	Zwischen 1995 und 2010 gab es in Deutschland 130 Fälle, in denen Psoriasis als Berufskrankheit anerkannt wurde. Das ist dann möglich, wenn wenn sie erstmals durch berufliche Einwirkungen am Arbeitsplatz ausbricht; aber auch wenn sie sich beruflich bedingt verschlimmert oder deutlich verändert. Dazu gehört immer der Nachweis, dass sie sich in der „arbeitsfreien Zeit“ deutlich bessert. Wer das an sich beobachtet hat, sollte das unbedingt der Hautärztin berichten und dokumentieren lassen.
</p>

<p>
	Wenn die Schuppenflechte als beruflich verursacht anerkannt ist, ist nicht mehr die gesetzliche Krankenkasse, sondern die gesetzliche Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) für die Behandlungskosten zuständig. Die wesentlichen Vorteil: Es müssen alle notwendigen medizinischen Leistungen übernomen werden und nicht nur die finanziell vertretbaren. Auch die Pflegemittel (als „Basis-Therapie“) müssen bezahlt werden. Der Patient muss keine Zuzahlungen leisten.
</p>

<h2>
	Wer informiert oder berät über die Erstattung von Mitteln bei chronischen Kranken?
</h2>

<p>
	Patienten können sich helfen lassen von:<br>
	 <br>
	<strong>Unabhängige Patientenberatung Deutschlands</strong><br>
	Telefon 08000 11 77 22 (kostenloser Anruf)<br>
	Türkisch (08000 11 77 23) und Russisch (08000 11 77 24) jeweils montags und mittwochs von 10.00 bis 12.00 sowie von 15.00 bis 17.00 Uhr.<br>
	 <br>
	Örtliche <strong>Verbraucherzentrale Patientenberatung</strong>
</p>

<p>
	örtliche <strong>Kassenärztliche Vereinigung</strong> – Patientenberatung
</p>

<p>
	<a href="https://www.stiftung-gesundheit.de/" rel="external nofollow">Stiftung Gesundheit e.V. </a>(Telefon 0800 073 24 83 , kostenloser Anruf, Mo.–Fr. 9-17 Uhr)
</p>

<p style="text-align: center;">
	<span class="ipsEmoji">〰️</span><span class="ipsEmoji">〰️</span><span class="ipsEmoji">〰️</span><span class="ipsEmoji">〰️</span>
</p>

<p>
	<span style="color:#c0392b;"><strong>Tipp</strong></span>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/" rel="">In unserem Forum</a> haben Betroffene schon viel Erfahrung auch in Sachen Zuzahlung, Reha usw. aufgeschrieben. Dort kannst du stöbern oder <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/128-rechtliches-und-soziales/?do=add" rel="">selbst eine Frage stellen</a>.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">1202</guid><pubDate>Tue, 21 Feb 2023 18:59:00 +0000</pubDate></item><item><title>Mit Cannabis gegen die Schmerzen &#x2013; ein Erfahrungsbericht</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/mit-cannabis-gegen-die-schmerzen-%E2%80%93-ein-erfahrungsbericht-r1159/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2021_10/cannabis-schmerzen-psoriasis-arthritis.jpg.ebf5ed8dc5ba0933353732282cc44b80.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Ariane hat gegen ihre Schmerzen vieles versucht. Erfolg hatte sie nicht. Was ihr hilft, ist noch immer mit Vorurteilen behaftet: Sie nutzt Cannabis. Hier schildert sie ihre Erfahrungen.</strong>
</p>

<p>
	Ich hatte mit allen herkömmlichen Mitteln, die mir auf Rezept zur Verfügung standen, keinen wirklichen Erfolg erfahren. Somit habe ich für mich das Zepter selbst in die Hand genommen und auf eigene Faust experimentiert. Damit bin ich über gewisse Kontakte in der Grauzone gelandet und habe mich in den Augen vieler "kriminell" gemacht. Ich kann mich auch mit niemandem normal darüber austauschen. Ich traue mich ja nicht einmal mit meiner Ärztin darüber zu reden.
</p>

<p>
	Also: Ich habe einen wirklichen Erfolg mit Cannabis erlebt! Die Schmerzen sind bis auf ein paar Tage im Monat so gut wie weg, ich kann sehr gut damit schlafen. Ich nehme, wenn ich es zur Verfügung habe, zur Nacht zwei Züge pur aus einer 5 Zentimeter großen Pfeife.  Dort krümel ich ungefähr eine fingernagelgroße (vom kleinen Finger) Portion von der Blüte rein. Erst einmal nehme ich nur einen tiefen Zug. Den versuche ich so lange wie möglich in der Lunge zu behalten. Manchmal reicht das auch schon, das ist bei mir tagesbedingt. Dann gehe ich zu Bett – und schlafe damit wie ein Baby, was ich viele Jahre davor nicht mehr konnte.
</p>

<p>
	Ich habe die beste entspannede und schmerzstillende Wirkung bei den Sorten Amnesia Haze und Silver Haze, aber das wird wahrscheinlich von Patient zu Patient anders sein.
</p>

<p>
	Ich setze mir auch Kopfhörer auf mit Entspannungsmusik und beginne eine kleine Reise durch meinen Körper zu den Schmerzen, in die ich dann bewußt atme. Dabei strecke ich die Gelenke langsam über den Schmerz etwas hinaus, was mir für den nächsten Tag deutlich mehr Bewegungsfreiheit verschafft, vorallem schmerzfrei! Das hat mir noch keine andere erlernte Entspannungsmeditation gebracht, leider!
</p>

<p>
	Nun kann ich mir Cannabis nicht regelmäßig besorgen und habe mir alternativ das CBD Öl gekauft, was leider nicht den Effekt, was die Schmerzfreiheit betrifft, bringt, aber als Einschlafhilfe durchaus nicht zu verachten ist.
</p>

<p>
	Ariane
</p>

<p style="text-align: center;">
	<em>Ein Gedanken- und Erfahrungsaustausch in den Kommentaren ist willkommen.</em>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1159</guid><pubDate>Wed, 27 Oct 2021 18:43:00 +0000</pubDate></item><item><title>Mit Cannabis gegen Schuppenflechte &#x2013; ein Erfahrungsbericht</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/mit-cannabis-gegen-schuppenflechte-ein-erfahrungsbericht/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2020_01/gruene-wand.jpg.687c57bf0007182a1d731b52d7926103.jpg" /></p>

<p>
	<strong>Ein Betroffener behandelt seine Psoriasis mit einer Kombination aus "Hasch-Keks" und CBD-Öl. Hier sein Erfahrungsbericht.</strong>
</p>

<p>
	Ich wohne in Köln, bin 51 Jahre alt und habe Psoriasis am ganzen Körper, von Kopf bis unterm Fuß. Ich habe anfangs jede Menge Medikamente bekommen – Salben, Tabletten usw., das Übliche halt. Geholfen hatte eigentlich nichts wirklich, da man es in den ersten neun Jahren falsch diagnostizierte – und das bei vier verschiedenen Ärzten. Neurodermitis ist ja ähnlich. Erst als ich auf eigene Kappe eine Biopsie machen ließ, hatte sich mein Verdacht bestätigt: <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> (Köbner-Syndrom).
</p>

<p>
	Mittlerweile habe ich seit fast einem Jahr keinen Schub mehr bekommen und meine Psoriasis ist kaum noch sichtbar. Aber das habe ich mir selber und keinem Arzt zu verdanken. Dabei nehme ich nicht mehr die üblichen Medikamente wie viele andere.
</p>

<p>
	Ich habe zwei Implantate in der Halswirbelsäule, neun Bandscheibenvorfälle im Lebenswirbel-Bereich mit drei Operationen und 12 verschiedene Allergien, darunter auf Medikamente wie Penicilin.
</p>

<p>
	Da ich mittlerweile weiß, wodurch die Psoriasis bei mir ausbricht, kann ich sie auch gut bekämpfen, denn bei mir wird sie hauptsächlich durch Stress ausgelöst. Durch die Allergien steht bei mir der Körper unter Dauerstress steht und wenn dann psychischer Stress dazu kommt, bricht es aus.
</p>

<p>
	Ich habe das dann in 3 Stufen unterteilt:
</p>

<ul>
	<li>
		Stufe 1: Hautrötungen am ganzen Körper, als wenn ich ne Landkarte in Rot am ganzen Körper hätte
	</li>
	<li>
		Stufe 2: Ich bekomme überall von Kopf bis Fuß Pusteln. Es juckt, als wenn ich Flöhe am ganzen Körper hätte. Überall, wo die Flüssigkeit dieser Pusteln hinkommt, bekomme ich innerhalb von Minuten noch mehr Pusteln. Das ist Horror pur.
	</li>
	<li>
		Stufe 3: Meine Haut wird wie Pergament, schuppt sich nicht nur - sondern bricht auf bis es Blutet und das schlimmste daran: Es heilt nicht.
	</li>
</ul>

<p>
	Beim letzten Schub vor einem Jahr habe ich mit Kortisonsalbe und Tabletten zwei Monate gebraucht, bis es einigermassen abgeheilt war.
</p>

<p>
	Meine eigene Medikation dagegen ist :
</p>

<ul>
	<li>
		ein Cannabis-Keks mit 1 Gramm Cannabis 2 Stunden vor dem Schlafengehen. Das sorgt dafür, dass ich mich tagsüber nicht mehr so aufrege. Der Stress wird extrem gedämpft und ich schlafe seither viel besser.
	</li>
	<li>
		5 Tropfen CBD-ÖL 10% auf einen Zuckerwürfel am Abend dazu. Das sorgt bei mir dafür, dass die Heilungsrate der Haut enorm steigt.
	</li>
</ul>

<p>
	Nach eigenem Selbsttest kann ich sagen: sagenhaft. Ich habe nach drei Monaten Einnahme richtigen Stress mit der Agentur für Arbeit gehabt und bekam einen Schub. Es waren schon die ersten zwei bis drei Pusteln da – aber mehr kam nicht (wow!) und innerhalb von vier bis fünf Stunden heilten diese schon wieder ab. Am nächsten Tag war es kaum noch zu sehen.
</p>

<p>
	Die wenigsten wissen, dass man bestimmte Cannabinoide sowieso im Körper hat, <a href="https://www.diepresse.com/4626913/wenn-der-eigene-korper-cannabinoid-produziert" rel="external nofollow">die unser menschlicher Körper selbst produziert</a>, wenn auch nur in sehr geringen Mengen. Und: Cannabinoide werden auch <a href="https://www.heise.de/newsticker/meldung/Forscher-untersuchen-Cannabinoide-als-Antibiotika-Alternative-207917.html" rel="external nofollow">für den Einsatz als Antibiotikum</a> untersucht.
</p>

<p>
	Von den Grünen hätte ich zum Beispiel viel mehr Druck auf die Regierung erwartet, alleine schon weil man aus einem Hektar Hanf <a href="https://cannabis-special.com/hanf-rettet-waelder-boeden-und-die-atmosphaere/" rel="external nofollow">so viel Cellulose (Papier) herstellen kann wie aus vergleichbar vier Hektar Mischwald</a>.
</p>

<p>
	Cannabis auf Rezept zu bekommen ist hier in Deutschland ein regelrechter Staatsakt. Erstmal muss man einen Arzt finden, der das überhaupt verschreibt, denn Versicherungen drohen ihnen mit Regresspflicht. Ich habe in Köln mehr als 20 Ärzte abgeklappert.
</p>

<p>
	Würde die Regierung Cannabis auch als Medikament anerkennen, könnte es jeder Arzt verschreiben und man könnte es wie jedes andere Betäubungsmittel-Rezept einfach aus der Apotheke holen und die Krankenkassen wären verpflichtet, das zu bezahlen.
</p>

<p>
	Morphin als Schmerzmittel  zu bekommen war einfacher!
</p>

<p>
	Ich hatte zu meinem Glück eine Schmerzthrapeutin, die diese Arbeit für mich übernommen hat, da ich nebenbei auch noch chronischer Schmerzpatient bin. Aber selbst sie sagte mir im Vorfeld, das von 400 Anträgen 398 abgelehnt worden sind, teilweise mit absurden Begründungen.
</p>

<p>
	Beim Antrag muss man Fragen beantworten wie:
</p>

<ul>
	<li>
		Welche Krankheiten hatten Sie in Ihrem Leben? <em>(recht einfach)</em>
	</li>
	<li>
		Welche Medikamente haben Sie in Ihrem Leben schon eingenommen? <em>(Woher soll ich das denn noch wissen? Ich habe so viele Medikamente gehabt, ich hätte selber eine Apotheke aufmachen können und die wollen jetzt die Namen haben? Selbst die Krankenkasse speichert nur die letzten 10 Jahre.)</em>
	</li>
</ul>

<p>
	Von solchen Fragen hat man einige dabei, bei denen ich nur mit dem Kopf schütteln kann.
</p>

<p>
	Die Chance, Cannabis auf Rezept zu bekommen, ist also ausgesprochen gering. Hinzu kommt, dass die Kranken meistens nicht arbeiten und dadurch auch wenig Geld haben und sich keinen Anwalt nehmen können, um sich zu wehren. Damit erstickt man dann mehr als 90 Prozent der Fälle im Keim.
</p>

<p>
	Und selbst wenn die Krankenkasse das genehmigt, heisst das nicht, dass sie das auch bezahlt – dazu braucht man dann einen Antrag auf Kostenübernahme. Wenn der nicht bewilligt wird, bekommt man ein Privatrezept und man muss es  aus eigener Tasche zahlen. Apotheken nehmen für ein Gramm 25 Euro. Bei mir würde das bedeuten, dass ich 700 Euro im Monat dafür zahlen müsse. Mit Hartz4!
</p>

<p>
	In Holland kostet medizinischer Hanf 6 bis 6,50 Euro, je nach Sorte auch bis zu 10 Euro. Der Unterschied zwischen normalem und medizinischem Hanf besteht darin, dass medizinischer Hanf unter Laborbedingungen steril gezüchtet wird, was das Ganze teuer macht.
</p>

<p>
	Den sogenannten Schwarzmarkt hingegen finde ich Mist:
</p>

<ol>
	<li>
		Man muss sich mit Leuten einlassen - mit denen man im normalen Leben eigentlich gar nichts zu tun haben will
	</li>
	<li>
		Man weiß vorher nie, woher das Grün eigentlich kommt
	</li>
	<li>
		Man weiss nicht, ob es mit Pestiziden besprüht oder welche Chemie benutzt wurde, um die Pflanze schneller wachsen zu lassen.
	</li>
	<li>
		Man macht sich dabei auch noch kriminell.
	</li>
</ol>

<p>
	Es ist also wahrhaftig nicht leicht, Cannabis als Medikament zu bekommen.
</p>

<p>
	Doch ich will die Droge auf keinen Fall runterspielen. Meine Forderung: Es muss es unter strenger Kontrolle freigegeben werden, so dass man es nicht unter 21 Jahren unter Vorlage des Ausweises bekommt. Erst dann ist der Körper ausgewachsen und die Psyche ist bis dahin auch normalerweise stabil.
</p>

<p>
	Außerdem sollte man registriert werden, damit man die Menge kontrollieren kann. Wer mehr als 60 Gramm im Monat braucht, müsste dann zum Beispiel ein ärztliches Attest vorlegen, aus dem die exakte Menge hervorgeht. Das würde auch den Handel außerhalb verhindern. Die Strafen dafür gehören empfindlich erhöht – zum Beispiel beim ersten Mal ein Jahr auf Bewährung, beim zweiten Mal zwei Jahre Gefängnis ohne Bewährung. Dann würde der Schwarzmarkt von alleine verschwinden.
</p>

<p>
	Das wäre ähnlich wie in den USA, wo mittlerweile schon Milliarden Umsätze mit legalem Cannabis gemacht werden.
</p>

<p>
	<em>KJ</em>
</p>

<hr>
<p>
	<strong>Anmerkung der Redaktion</strong>: Uns ist bewusst, dass Cannabis als Medizin derzeit irgendwo zwischen Hype und Verteufelung angesiedelt ist. Mit Erfahrungsberichten wie diesem wollen wir so sachlich wie möglich die Sicht von Betroffenen zur Diskussion stellen. Nutzt gern die Kommentarfunktion oder <a href="https://www.psoriasis-netz.de/tags/Cannabis/" rel="">unser Forum</a>.
</p>

<div>
	<a href="https://datawrapper.dwcdn.net/a9bkb/1/" rel="external nofollow">https://datawrapper.dwcdn.net/a9bkb/1/</a>
</div>

]]></description><guid isPermaLink="false">1057</guid><pubDate>Wed, 15 Jan 2020 15:36:00 +0000</pubDate></item><item><title>Hom&#xF6;opathie bei Schuppenflechte &#x2013; so ist der aktuelle Stand</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/schuppenflechte-und-homoeopathie/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2017_10/globuli-lhomoeopathie.jpg.a3f7479b40e9651ba3f3af55648d1542.jpg" /></p>
<p>
	Immer wieder wird gefragt, ob Homöopathie bei Schuppenflechte helfen könnte. Es gibt viele Ratschläge und Hinweise dazu im Internet. Aber uns ist nur eine einzige <span style="text-decoration:underline;">wissenschaftliche</span> Studie aus 2008 bekannt, in der untersucht wurde, ob und wie erfolgreich eine homöopathische Behandlung sein kann. Die Patienten wurden zwei Jahre lang begleitet und immer wieder befragt. Die 45 teilnehmenden Ärzte mussten ein zertifiziertes Training in klassischer Homöopathie und mehr als drei Jahre Erfahrung in ihrer Arbeit haben. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur 24 Prozent der Psoriatiker gaben an, erfolgreich behandelt worden zu sein. Aber es war nicht eindeutig nachzuweisen, welchen Anteil die Globuli daran hatten.
</p>

<p>
	Am Anfang stand eine ausführliche ärztliche Besprechung – durchschnittlich 127 Minuten, also mehr als zwei Stunden lang – gefolgt von eine Analyse des Falls. Der erste Fragebogen wurde dem Patienten von ihrem Studienarzt ausgehändigt. Die Patienten sandten ihn vor der Behandlung in einem versiegelten Umschlag direkt zum Studienzentrum. Von dort bekamen sie nach drei, zwölf und 24 Monaten Folge-Umfragebögen zugesandt.
</p>

<p>
	Die Teilnehmer sollten ganz allgemein den Erfolg einer homöopathischen Behandlung bei verschiedenen Krankheiten bewerten. Von den insgesamt 3.981 Patienten hatten 82 eine Psoriasis. Die Forscher wollten ausdrücklich nicht untersuchen, <em>welches</em> homöopathische Mittel wie gut bei einer konkreten Krankheit wirkt.
</p>

<h2>
	Ergebnisse der Homöopathie-Studie
</h2>

<ul>
	<li>
		Bei 34,4 Prozent der Patienten mit Schuppenflechte verbesserte sich die Krankheit um mindestens 10 Prozent.
	</li>
	<li>
		24 Prozent fühlten sich als geheilt oder um 50 Prozent und mehr gebessert.
	</li>
	<li>
		Die Patienten bekamen 83 unterschiedliche Globuli in verschiedenen Potenzen.
	</li>
	<li>
		Das Durchschnittsalter betrug 41,6 Jahre.
	</li>
	<li>
		Parallel zur homöopathischen Behandlung durften die Patienten ihre bisherigen Medikamente weiterhin anwenden.
	</li>
	<li>
		Die deutlichste Besserung der Diagnosen und medizinischen Beschwerden wurde in den ersten drei Monaten beobachten. Die Schuppenflechte besserte sich dabei aber langsamer als die anderen Krankheiten.
	</li>
	<li>
		28 Prozent der Patienten setzten die homöopathische Behandlung am Ende der Studie fort.
	</li>
</ul>

<p>
	Schweregrad und Lebensqualität bewerteten die Patienten auf einer Skala von 1 bis 10  – am Anfang und am Ende der Studie. Objektive Psoriasis-Messgrößen wie <span ipsnoautolink="true"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr></span> oder <span ipsnoautolink="true">DLQI</span> wurden nicht erhoben. Es wurde auch nicht dokumentiert, ob die homöopathische Behandlung bei schwer Betroffenen genauso erfolgreich war wie in leichteren Fällen. Eine Kontrollgruppe, die Schein-Globuli nahm, gab es nicht.
</p>

<p>
	Fast alle Patienten hatten neben der Schuppenflechte andere Krankheiten, und auch die waren meist chronischer Natur. Die Krankheiten waren zuvor meist schulmedizinisch behandelt worden und bestanden zwischen 2,8 und 28,1 Jahren.
</p>

<p>
	Neben der Psoriasis plagten die Teilnehmer vor allem
</p>

<ul>
	<li>
		Migräne (11 Prozent)
	</li>
	<li>
		Heuschnupfen (9,8%)
	</li>
	<li>
		Psoriasis arthritis (7,3 Prozent)
	</li>
	<li>
		Bluthochdruck (6,1 Prozent) und
	</li>
	<li>
		chronische Nasennebenhöhlen-Entzündung (6,1 Prozent).
	</li>
</ul>

<h2>
	Homöopathie nur therapiebegleitend erfolgreich?
</h2>

<p>
	Von einer "erfolgreichen" Behandlung spricht man überhaupt erst dann, wenn sich die Psoriasis um mindestens  50 Prozent verbessert hat (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 50). Das erreichten in der Studie nur 24 Prozent der beteiligten Psoriatiker. Dieser Wert liegt am untersten Ende der Erfolge, die Wissenschaftler für Placebos herausgefunden haben: Bei 20 bis 50 Prozent der Patienten wirken Placebos – selbst wenn vorher angekündigt wurde, dass es sich um ein Scheinmedikament handelt. Ganz davon abgesehen, dass heutige Psoriasis-Medikamente bei der großen Mehrheit der Patienten Verbesserungen von 75, 90 oder sogar 100 Prozent erreichen. Andersherum zeigt die Studie, dass die homöopathische Behandlung bei 76 Prozent der Patienten die Psoriasis überhaupt nicht oder nur gering verbessert hat.
</p>

<p>
	Problematisch ist vor allem, dass die Patienten neben den homöopathischen Mitteln auch ihre bisherigen Medikamente weiter verwenden durften. Das heißt im Klartext, die homöopathischen Mittel sind in dieser Studie lediglich als therapie<span style="text-decoration:underline;">begleitende</span> Maßnahme eingesetzt worden. Wissenschaftlich wurde nicht sauber geklärt, welches der Präparate im Endeffekt die Verbesserung bewirkt hat.
</p>

<p>
	Die Autoren weisen folgerichtig darauf hin, dass die Studie nicht beweist, dass es die Globuli waren, die auf die Schuppenflechte gewirkt haben. Sie zeige lediglich, dass bei einem Teil der Patienten die typische homöopathische Behandlung mit intensiver Befunderhebung, langen Gesprächen und Mut machendem Optimismus erfolgreich war – wenn auch nur subjektiv gemessen.
</p>

<h2>
	"Nicht mehr als Placebo"
</h2>

<p>
	Das bestätigte Professor Claudia Witt, die wesentlich an dieser Untersuchung beteiligt war. Sie sagte in einem Interview mit der 3sat-Sendung „nano“ am 27.10. 2010, „dass Homöopathie nicht mehr als ein Placebo ist“. Zwar gehe es den Patienten danach besser, aber es „gibt keine einzige Studie, in der überprüft wird, inwieweit die Erwartungshaltung der Patienten auf das Studienergebnis einwirkt.“
</p>

<p>
	Diese Aussage ist deshalb so beachtlich, weil Professor Witt an der Berliner Charité eine Stiftungsprofessur zur Erforschung der „Komplementär“-Medizin hatte. Die wurde mit fünf Millionen Euro über fünf Jahre von der Karl und Veronica Carstens-Stiftung bezahlt, einer der einflussreichsten Lobby-Organisationen zur Förderung von Naturheilkunde und Homöopathie.
</p>

<h2>
	Erfahrungen einer Heilpraktikerin
</h2>

<p>
	In der "Allgemeinen Homöopathischen Zeitung" <a href="https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-2008-1044060" rel="external nofollow" target="_blank">schildert Gabriele Willig</a> aus Ilmenau, <em>Doktor der Agrarwissenschaften</em> (?), den Fall eines Patienten, der eine "klassische" Schuppenflechte mitbrachte – auf dem Kopf, an Ellenbogen, Knien und Unterschenkeln. Sie kam zu dem Schluss, dass der Mann sich zum größten Teil selbst einschränkte. Die Schuppenflechte "erfüllte die Funktion eines äußeren Panzers, der einen Austausch mit der Umwelt verhinderte". Er habe praktisch nur verstandesmäßig gelebt und sich von seiner Gefühlswelt abgekoppelt. Nach einer homöopathischen Behandlung könne er seine Gefühle erleben und ausdrücken. Die Beziehung mit der Familie habe "eine ganz andere Qualität" erhalten. In Stresssitautionen flamme die Psoriasis allerdings immer wieder auf.
</p>

<p>
	Dr. sc.agr. Willig erhebt an keiner Stelle einen weitergehenden Anspruch als die Schilderung eines Einzelfalls.
</p>

<h2>
	Interessante Artikel zum Thema Homöopathie
</h2>

<p>
	<a href="https://www.abendblatt.de/wirtschaft/article126602669/Das-Millionengeschaeft-mit-den-Globuli.html" rel="external nofollow" target="_blank">Zahlen zu Heilpraktikern und Homöopathie</a><br>
	(Hamburger Abendblatt, 05.04.2014)<br>
	Das Hamburger Abendblatt beschäftigt sich mit Homöopathie. Interessant sind nicht die unkritisch hingenommenen Aussagen der Heilpraktiker, sondern dass es mal ein paar Zahlen gibt:
</p>

<div class="ipsClearfix">
	<section class="ipsType_richText ipsType_normal" data-controller="core.front.core.lightboxedImages">
		<ul>
			<li>
				Eine Heilpraktiker-Praxis macht im Schnitt 50.000 Euro Umsatz im Jahr - macht 4.167 Euro pro Monat. Umsatz, nicht Gewinn. Kosten, Steuern etc. gehen davon noch ab.
			</li>
			<li>
				Im Jahr 2012 wurden in Deutschland homöopathische Mittel im Wert von 500 Millionen Euro verkauft. (Im Vergleich: 32 Milliarden Euro Umsatz hat die Pharmaindustrie im Jahr 2011 in Deutschland gemacht. Quelle: "Pharma-Daten 2012", <a href="http://www.bpi.de/fileadmin/media/bpi/Downloads/Internet/Publikationen/Pharma-Daten/Pharmadaten_2012_DE.pdf" rel="external nofollow" target="_blank">Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie</a> e.V., Seite 33
			</li>
		</ul>

		<div>
			<p>
				<a href="https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/homoeopathie-kerosin-im-kuegelchen-1.1536531" rel="external nofollow" target="_blank">Kerosin im Kügelchen</a><br>
				(Süddeutsche Zeitung, 29.11.2012)
			</p>

			<p>
				Viele Menschen halten die Homöopathie für ein besonders sanftes Heilverfahren, das angeblich die Heilkräfte der Natur nutzt. Aufgrund der sogenannten Potenzierung der Ausgangsstoffe sind Nebenwirkungen unwahrscheinlich. Doch wenn diese Verdünnung zu schwach ist, kann es gefährlich werden.
			</p>

			<p>
				Alternativmedizin-Forscher Edzard Ernst legt sich mit Prinz Charles an<br>
				(Zeit Wissen, 28.01.2012)<br>
				Edzard Ernst erforscht die Alternativmedizin mit wissenschaftlichen Methoden – und ernüchternden Resultaten. Damit hat er sich viele Feinde gemacht, bis ins britische Königshaus. Als seine Universität ihn loswerden wollte, kam es zum Machtkampf.
			</p>

			<p>
				<a href="https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/streit-um-homoeopathie-tierischer-placeboeffekt-a-743592.html" rel="external nofollow" target="_blank">"Aber es wirkt doch auch bei Tieren"</a><br>
				(Spiegel online, 04.02.2011)<br>
				Homöopathie-Anhänger haben ein Lieblingsargument: Homöopathie wirke auch bei Kindern und Tieren, und die könnten sich nichts einbilden. Das aber könnte ein Irrtum sein.
			</p>
		</div>
	</section>
</div>

<h2>
	Weitere Lese- und Gucktipps zum Thema
</h2>

<ul>
	<li>
		Diskussionen in unserem <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/45-homoeopathie/" rel="">Forum: Homöopathie bei Schuppenflechte – Erfahrungen</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.youtube.com/watch?v=pU3sAYRl4-k" rel="external nofollow" target="_blank">"Homöopathie wirkt*"</a> – Video vom ZDF Magazin Royale
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.gwup.org/images/stories/pdf/themen/gwup%20homopathie-broschuere-lores.pdf" rel="external nofollow" target="_blank">"Homöopathie" – was sie will und was sie kann</a>. Übersicht der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.
	</li>
	<li>
		<a href="https://youtu.be/NrhpKNebaKo" rel="external nofollow" target="_blank">Homöopathie - Heilung oder Humbug?</a> – Doku im SWR, 29.01.2020
	</li>
	<li>
		<a href="https://youtu.be/7tEoehixGvk" rel="external nofollow" target="_blank">Homöopathie-Gesetz: Deutschlands schlechtestes Gesetz</a> – maiLab, 12.07.2019
	</li>
	<li>
		Buch <a href="https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-54946-9" rel="external nofollow">"Homöopathie - die Fakten [unverdünnt]"</a> (2018)
	</li>
	<li>
		das Buch "<a href="https://blog.gwup.net/2019/01/01/jetzt-auf-deutsch-schmuh-schein-medizinischer-unfug-von-professor-edzard-ernst/" rel="external nofollow" target="_blank">SCHMU - Schein-Medizinischer Unfug</a>" (2019)
	</li>
	<li>
		das Buch <a href="https://www.springer.com/de/ueber-springer/medien/pressemitteilungen/medizin/heikel-oder-heilend-homoeopathie-neu-gedacht-/292550" rel="external" target="_blank">"Heikel oder heilend: Homöopathie neu gedacht"</a> (2015)
	</li>
	<li>
		<a href="https://netzwerk-homoeopathie.info" rel="external nofollow" target="_blank">Informationsnetzwerk Homöopathie - Wir klären Sie auf, Sie haben die Wahl</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/regasinum-antallergicum-wenig-bekannt-einige-erfolge" rel="">Regasinum antallergicum</a> – wenig bekannt, einige Erfolge
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Quelle</strong>
</p>

<ul>
	<li>
		Claudia Witt u.a.: "<a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1468-3083.2009.03116.x" rel="external nofollow" target="_blank">Homeopathic treatment of patients with psoriasis--a prospective observational study with 2 years follow-up</a>" im "Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology", Mai 2009
	</li>
</ul>
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<p>
	 
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">958</guid><pubDate>Mon, 30 Oct 2017 11:30:00 +0000</pubDate></item><item><title>Hom&#xF6;opathie: Glaube, Liebe, Hoffnung</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/homoeopathie-wirkung/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2017_10/zuckerkuegelchen.jpg.c715aac976746b380637f15279a01875.jpg" /></p>
<p>
	Homöopathie ist in unserem Kulturkreis die beliebteste Therapie-Alternative: Immer mehr Patienten lassen sich damit behandeln. Die auflagenstarken Kundenzeitschriften von Apotheken und Krankenkassen preisen Homöopathika an. Einiges davon wird von Krankenversicherungen erstattet. Die Zahl der Ärzte mit entsprechender Zusatzqualifikation steigt an. Seit einigen Jahren werden Hahnemanns Theorien in der medizinischen und pharmakologischen Ausbildung deutscher Universitäten gelehrt. Gleichzeitig aber müssen homöopathische Präparate in den USA <a href="https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2016-11/homoeopathie-naturheilkunde-heilpraktiker-alternativmedizin-arzneimittel-postfaktisch/komplettansicht?print" rel="external nofollow" target="_blank">Warnhinweise </a>tragen: „Keine nachgewiesene Wirkung“ oder „Wirkung wird in homöopathischen Theorien des 18. Jahrhunderts behauptet“.
</p>

<p>
	Wissenschaftler versuchen seit Jahren herauszubekommen, warum Homöopathie bei Patienten hilft – widersprechen doch deren Grundlagen völlig den Naturgesetzen: Wenn in einer Flüssigkeit kein Wirkstoff mehr nachzuweisen ist (ab D24 oder C12), könne pharmakologisch nichts mehr im Körper wirken, sagen die Forscher. Es könne nicht plausibel erklärt werden, wie sich zum Beispiel die gesamte Wassermenge des Atlantiks Informationen aus einem Tropfen der „Ur-Tinktur“ merken könne. Unlogisch sei, dass die Wirkung umso stärker sein solle, je höher verdünnt werde: Niemand könne zum Beispiel mit „homöopathischem Kaffee“ die Wirkung des Koffeins erhöhen. Es sei objektiv unmöglich, durch Schütteln und Reiben nur jeweils gewünschten Substanzen zu aktivieren: Schließlich enthalte das Lösungsmittel – zum Beispiel Wasser – eigene Substanzen (Natrium, Kalzium, Eisen), die nicht aktiviert werden sollen. Als Therapie-Prinzip wäre „Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen“ weder durch medizinische, noch durch naturwissenschaftliche Erkenntnisse gestützt (Impfen ist keine Heilung). Trotzdem steigt die Zahl derjenigen, die sich lieber homöopathisch behandeln lassen. Warum?
</p>

<h2>
	Stiftungsprofessur fand nicht mehr als Placebo-Wirkung
</h2>

<p>
	Immer wieder wurden Studienergebnisse veröffentlicht, die beweisen sollten, dass Globuli wirken. Die Karl und Veronica Carstens-Stiftung hat an der Berliner Charité eine Stiftungsprofessur finanziert, um das erforschen zu lassen. Nach vierjähriger Wissenschaftsarbeit und 5 Mio. Euro Förderungsgelder erklären Institutsleiter Professor Stefan Willich und Professor Claudia Witt: „Bisher ist nicht eindeutig belegt, dass sich homöopathische Arzneimittel von Placebo unterscheiden“. („Die Placebo-Republik“, Martin Lambeck, skeptiker 4/2013)
</p>

<p>
	Selbst Studien, die beachtlich waren und gute Ergebnisse für die Homöopathie brachten, ließen sich nicht wiederholen. Je hochwertiger die vorgelegten Studien waren, desto schwerer war es möglich, irgendeinen Effekt der Homöopathie nachzuweisen.
</p>

<p>
	Professor Edzard Ernst hat sich vom überzeugten Homöopathen zum weltweit renommiertesten Kritiker entwickelt. „<a href="https://www.zeit.de/2010/50/Homoeopathie" rel="external nofollow" target="_blank">Die Datenlage nach 200 Jahren Homöopathie und etwa 200 klinischen Studien ist eindeutig negativ</a>". Niemand zählt die Zahl der „Therapie-Abbrecher“, also derjenigen, die vergeblich versucht haben, sich mit homöopathischen Mitteln zu kurieren. Bekanntgemacht werden nur erfolgreiche Behandlungen.
</p>

<h2>
	Im schlimmsten Fall werden Krankheiten verschleppt
</h2>

<p>
	<a href="https://www.nhmrc.gov.au/file/14825/download?token=40ze36WK" rel="external nofollow" target="_blank">Die australischen Gesundheitsbehörde NHMRC hat 1.800 Homöopathie-Studien ausgewertet.</a> In keinem einzigen Fall konnte bewiesen werden, dass ein Mittel gegen konkrete Krankheiten hilft. Im Gegenteil, so die Behörde, könnten Patienten ihre Gesundheit gefährden, wenn sie auf wissenschaftlich geprüfte Medikamente verzichten. Trotzdem wird immer wieder über beeindruckende Behandlungserfolge berichtet. Wie passt das zusammen?
</p>

<p>
	Die Homöopathie gilt als „sanfte“ Medizin. Das macht sie interessant für alle, die schlechte Erfahrungen mit den Nebenwirkungen von Medikamenten gemacht oder Angst davor haben. Diese Patienten suchen nach nebenwirkungsfreien Alternativen.
</p>

<p>
	Pharmakologen bezweifeln, dass es so etwas gibt. Für sie steht ein Mittel, das keine Nebenwirkungen hat, unter dem dringenden Verdacht, auch keine Hauptwirkung zu haben. Ohne Hauptwirkung aber könnten selbst Globuli die Selbstheilungskräfte nicht mobilisieren. Weshalb fühlen sich Patienten nach einer homöopathischen Behandlung dennoch besser? Die Gründe sind in seriösen sozial-wissenschaftlichen Studien erarbeitet worden, haben aber nichts mit den Zuckerkügelchen zu tun.
</p>

<h2>
	Homöopathie wendet sich Kranken intensiv zu
</h2>

<p>
	Patienten geht es besser oder sie werden sogar gesund, weil der Homöopath sich ihnen intensiv zuwendet – er nimmt sich viel Zeit (vor allem bei der Erst-Anamnese), fragt ausführlich nach, versteht ihre Sorgen, fühlt mit und strahlt die Überzeugung aus, helfen zu können. Es ist belegt, dass Patienten eine Behandlung desto besser bewerten und eine Therapie desto eher anschlägt, je intensiver sich der Arzt mit ihnen beschäftigt und je optimistischer er sich über die Erfolgsaussichten äußert — völlig unabhängig davon, womit behandelt wird.
</p>

<p>
	Der Schlüssel des Erfolges der Homöopathie liegt also vor allem im Versagen der Schulmedizin: Weil Ärzte sich viel zu wenig Zeit für ihre Patienten nehmen (können) und meist keine persönliche, vertrauensvolle Beziehung aufbauen (können), wenden sich Patienten an diejenigen, die genau das tun.
</p>

<p>
	Zuwendung spüren selbst Tiere: In einer <a href="https://www.zeit.de/2010/50/Homoeopathie-fuer-Tiere" rel="external nofollow" target="_blank">britischen Tierforschungs-Studie</a> bekamen Hunde entweder ein Homöopathikum oder ein Scheinpräparat gegen Angst vor Sylvesterknallern. In beiden Gruppen verringerte sich die Angst bei gleich vielen Hunden.
</p>

<h2>
	Placebo-Erforschung mit erstaunlichen Ergebnissen
</h2>

<p>
	Die wissenschaftliche Erforschung des Placebo-Effekts hat in den letzten Jahren Erstaunliches zu Tage gebracht: Schwangeren wurde erzählt, ein Medikament helfe gegen Übelkeit, obgleich es pharmakologisch genau das Gegenteil bewirken müsste. Schein-Operationen am Knie, ausgeschaltete Herzschrittmacher und Pillen ohne Wirkstoff gegen Schmerzen – in diesen und vielen anderen Fällen führte allein der Glaube an die Wirksamkeit bei 20 bis 50 Prozent der Probanden zu messbaren Effekten.
</p>

<p>
	Placebo-Effekte können deutlich messbare Reaktionen in Gehirn, Rückenmark, Immunsystem, Verdauungstrakt oder Herzkranz-Gefäße auslösen. Unsere Krankheiten lassen sich durch rein psychische Beeinflussung manipulieren. Selbst bei Patienten, die wissen, dass sie ein Scheinmedikament bekommen, sind Wirkungen nachweisbar. Deshalb kann Homöopathie auch bei denjenigen anschlagen, die nicht an die Wirkung der Globuli glauben.
</p>

<p>
	Ein weiterer Grund, weshalb wissenschaftlich nicht beweisbare Therapien erfolgreich sein können, ist der Zeitpunkt. Wenn es dem Patienten nach einer Behandlung besser geht, wird vermutet, das habe die Behandlung bzw. das Präparat bewirkt. Muss es aber nicht: Patienten gehen oft erst dann zum Homöopathen, wenn sie schon einen längeren Leidensweg hinter sich haben. Oft ist dann aber der Höhepunkt der Krankheit überschritten. Viele Krankheiten und Beschwerden werden ganz von allein besser.
</p>

<h2>
	Neurodermitis geht oft von selbst zurück
</h2>

<p>
	Neurodermitis zum Beispiel entwickelt sich bei 90 Prozent der Betroffenen von selbst zurück (spätestens nach der Pubertät) – mit oder ohne Behandlung. Diese Selbstheilung gibt es aber bei lebenslangen und lebensgefährlichen Krankheiten nicht. Bei solchen Krankheiten stößt die Homöopathie an ihre Grenzen. Das ist nicht nur ein erhebliches Risiko für alle, die es dennoch versuchen. <a href="https://www.tagesspiegel.de/wissen/wirksam-oder-nicht-das-zaehe-ende-der-homoeopathie/1882928.html" rel="external nofollow" target="_blank">Für Komplementär-Mediziner Professor Willich ist das sogar ein „Kunstfehler“, wenn ein Arzt schwere Erkrankungen nur homöopathisch behandeln würde</a>.
</p>

<p>
	Ein Therapieerfolg ist erfahrungsgemäß umso größer, je aufgeschlossener und positiver der Patient dem Therapeuten und seinem Konzept gegenüber eingestellt ist. Viele suchen nach einer Alternative, weil sie persönlich unzufrieden mit der Schulmedizin sind oder ihr grundsätzlich nicht mehr vertrauen. Wer deshalb Homöopathie als Weg für sich gefunden hat, hat gute Chancen, dass sie auch hilft.
</p>

<p>
	Bestimmte Menschen sind davon fasziniert, dass die Homöopathie sich gerade nicht mit Vernunft und Wissenschaft erklären lässt. Sie glauben daran, weil sie unbedingt daran glauben wollen. Davon lassen sie sich weder durch rationale Argumente noch durch Gegenbeweise abbringen.
</p>

<h2>
	"Medikamenten-Gläubigkeit" wird mit Globuli anerzogen
</h2>

<p>
	Bei uns darf jeder glauben, was er will. Aber in diesem Fall begibt man sich voll in die Hände des Homöopathen. Denn der entscheidet allein. Es ist nicht vorgesehen, dass man als mündiger Patient dem Arzt oder dem Heilpraktiker kritische Fragen stellt oder mitentscheidet. Im Gegenteil besteht die Gefahr der „Medikamenten-Gläubigkeit“, weil es für jede Gelegenheit ein Globuli geben soll.
</p>

<p>
	Nicht nur in der Medizin wäre es verheerend, wenn immer mehr Menschen nur noch das akzeptieren, was sie persönlich für plausibel halten. Letztendlich zählen dann nicht mehr Vernunft und Naturgesetze, sondern nur noch persönliche Anschauungen, eigene Erfahrungen und das subjektive Bauchgefühl.
</p>

<p>
	Alle, die so denken, sind leichter durch vermeintliche Heilsbringer zu verführen und zu manipulieren - so geschehen zum Beispiel bei den zahlreichen Anhängern des Dr. Matthias Rath, die fest davon überzeugt waren, mit Vitaminen Krebs und Aids heilen zu können.
</p>

<h2>
	Homöpathie ist auch ein Geschäft
</h2>

<p>
	Über einen Aspekt wird meist nicht so offen geredet: Homöopathie wird auch deshalb den Patienten nahegelegt, weil sie für die beteiligte Hersteller, Apotheken, Ärzte und Heilpraktiker ein gewinnbringendes Geschäft ist. Neben den Honoraren sind es vor allem die homöopathischen Arzneimittel. Der Apothekenumsatz mit Homöopathika <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/526032/umfrage/apothekenumsatz-mit-rezeptfreien-phytopharmaka-und-homoeopathika/" rel="external">lag 2023 in Deutschland bei rund 76 Millionen Euro</a> (<em>verordnete</em> Homöopathika, also nicht die einfach so gekauften). Die Hersteller der Homöopathika arbeiten mit den gleichen Methoden wie große Pharmafirmen – als Lobbyisten, als Veranstalter von Weiterbildung, als Sponsoren der Unis usw. 1978 trat das Arzneimittelgesetz in Kraft. Darin wurde festgelegt, dass homöopathische Arzneimittel zugelassen werden dürfen, ohne das vorher ihre Wirkung geprüft werden muss. Wesentlichen Einfluss hat dabei der damalige CDU-/CSU Bundestagsfraktions-Vorsitzenden Karl Carstens. Die erwähnte Stiftung trägt heute seinen Namen.
</p>

<p>
	Verrechnet dagegen scheinen sich die Krankenkassen zu haben. Mehrere Kassen erstatten homöopathische Arzneimittel als freiwillige Zusatzleistung. Sie hatten sich erhofft, damit zusätzlich gesundheitsbewusste Mitglieder anzulocken. Nun hat eine Langzeituntersuchung der Techniker Krankenkasse gezeigt, dass <a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/09/22/homoeopathie-mit-hoeheren-kassen-ausgaben-verbunden" rel="external nofollow" target="_blank">Homöopathie-Nutzer 20 Prozent mehr Ausgaben verursachen</a>, als andere Versicherte. Nicht wegen höherer Therapiekosten, sondern weil sie häufiger krankgeschrieben werden. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) forderte anlässlich des Deutschen Ärztetages 2017, <a href="https://www.tagesspiegel.de/berlin/homoeopathie-zuckerschlecken-ohne-mich/13976556.html" rel="external nofollow" target="_blank">den Krankenkassen müsse es künftig untersagt werden, homöopathische Leistungen zu erstatten.</a>
</p>

<p>
	Wer sich mit dem Thema ausführlicher beschäftigen will, dem sei das Buch „<a href="https://www.sueddeutsche.de/wissen/buch-die-homoeopathie-luege-erfolgsgeschichte-trotz-fehlender-substanz-1.1554849" rel="external nofollow" target="_blank">Die Homöopathie-Lüge</a>“ von Christian Weymayer und Nicole Heißmann empfohlen. Trotz des provokanten Titels ist es ein sachlich argumentierendes Aufklärungsbuch mit sehr vielen Fakten. Wer nur kurz die wichtigsten  Argumente benötigt, dem sei das Faltblatt für Patienten "<a href="https://www.inh-shop.de/wp-content/uploads/2017/10/INH_SBKG_Praxisflyer_V4_Download.pdf" rel="external nofollow" target="_blank">Warum es keine Homöopathie in unserer Praxis gib</a>t" empfohlen. Für begrenzte Zeit kann man sich die TV-Dokumention "<a href="http://www.mdr.de/investigativ/homoeopathie-story-100.html" rel="external nofollow" target="_blank">Homöopathie: Wer heilt hat recht?</a>" (MDR 2017) in der Mediathek ansehen.
</p>
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<p>
	 
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">957</guid><pubDate>Mon, 30 Oct 2017 11:05:00 +0000</pubDate></item><item><title>Sodermatec &#x2013; Behandlung mit einer Sonde</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/sodermatec-behandlung-mit-einer-sonde/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2015_03/sodermatec-sonde.jpg.8b4bda6a080a8ae0af9d125b23ed76e3.jpg" /></p>

<p></p><p>Die Sodermatec-Sonde führte ein Schattendasein — ihr Erfinder warb nicht unseriös für sie und fiel dadurch auch nicht sehr auf. Später war seine Internetseite "in Überarbeitung", und nun ist sie ganz verschwunden.</p><p></p><p>Wir haben die Wirkung des Geräts getestet. Davon stammen diese Fotos. Vorher-nachher-Bilder gibt es absichtlich nicht: Die Wirkung war nicht wirklich überzeugend. Aber das ist bei der Psoriasis bei vielen Therapien so, und was dem einen nicht hilft, kann beim anderen super anschlagen.</p><p></p><p>Ein bisschen mehr über den Test ist im Blog "<a href="https://www.psoriasis-netz.de/blog/605-sodermatec-sonde-der-test/" rel="">Sodermatec-Sonde – der Test</a>" nachzulesen.</p><p></p><p>Eine ganz plastische Vorführung zeigen wir in diesem Video:</p><p></p><div>
<div class="ipsEmbeddedVideo"><div><iframe width="200" height="113" frameborder="0" allowfullscreen="" data-embed-src="https://www.youtube.com/embed/1yIZosi46iI?feature=oembed"></iframe></div></div></div>
]]></description><guid isPermaLink="false">820</guid><pubDate>Wed, 11 Mar 2015 10:55:11 +0000</pubDate></item><item><title>Philips stellt Bestrahlungsger&#xE4;t BlueControl ohne UV-Licht vor</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/philips-bluecontrol/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2014_10/philips-bluecontrol.jpg.82cbb41c5456b48137be547250107174.jpg" /></p>

<p>
	Der Elektronik-Hersteller Philips hat ein Gerät für die Behandlung der Psoriasis vorgestellt: Das "BlueControl" arbeitet mit gepulstem blauen LED-Licht auf einer Wellenlänge von 453 Nanometern und nicht, wie andere Psoriasis-Bestrahlungsgeräte mit UV-Licht.
</p>

<p>
	Um die Wirkung und Sicherheit seines Gerätes zu untermauern, hat Philips mit der Uni-Klinik Aachen zwei Studien durchgeführt. In der ersten Studie wurden 40 Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Schuppenflechte untersucht. Ihre Hauterscheinungen besserten sich innerhalb der vier Wochen Behandlungszeit deutlich. Eine zweite klinische Studie wurde mit 47 Patienten über einen Zeitraum von 4 Monaten durchgeführt. Die Hälfte der Patienten wurde 3 Monate lang mit dem blauen LED-Licht (453 Nanometer) einer Intensität von 200 mW/cm<sup>2</sup> bestrahlt, die andere Hälfte mit einer niedrigeren Intensität von 100 mW/cm<sup>2</sup>. Die tägliche Dosis betrug 90 Joule pro Quadratzentimeter. Nach 30 Minuten Behandlungszeit schaltet sich das Gerät ab.
</p>

<p>
	Bei der ersten Studie in 2011, <a href="http://www.karger.com/Article/FullText/333364" rel="external nofollow">veröffentlicht in der Zeitschrift „Dermatology,“</a>  ergab sich, dass pulsierendes, sichtbares Blaulicht Rötung, Infiltration (Einwanderung von Immunzellen) und Schuppung verringert. Die Forscher schreiben: "Die Daten zeigen eine kontinuierliche Verbesserung des Hautzustands während der Behandlung und eine Verschlechterung nach Beendigung des Blaulichttherapie.“
</p>

<p>
	Am Ende der zweiten Studie, so der Hersteller, wären die Psoriasis-Symptome bei den Probanden <span style="text-decoration:underline;">durchschnittlich</span> um die Hälfte reduziert - bei einigen deutlich besser, bei anderen weniger stark. Die positiven Effekte der Blaulicht-Therapie seien (im Vergleich zu der unbehandelten Kontrollgruppe) sehr deutlich. Nebenwirkungen gäbe es überhaupt keine. 98 Prozent der Patienten hätten die 3 Monate Behandlungszeit durchgehalten, was als Anzeichen für die gute Wirkung genommen wird. Die Angaben stammen von einer <a href="http://www.newscenter.philips.com/de_de/standard/news/healthcare/20140930_Philips_BlueControl_lindert_Schuppenflechte.wpd#.VD4zzRbDa3Q" rel="external nofollow">Presseerklärung</a> des Herstellers. Die <a href="http://www.karger.com/Article/Abstract/430495" rel="external nofollow">zugrundeliegende Studie</a> erschien im Juni 2015.
</p>

<p>
	Einen Einsatz des Medizingerӓts direkt am Auge sollten die Patienten vermeiden. Ein Infrarot-Temperatursensor verhindert allerdings ohnehin, dass die LED-Lampen eingeschaltet werden, wenn das Gerät nicht auf der Haut aufliegt. Alle Probanden erhielten neben der Blaulicht-Bestrahlung eine Feuchtigkeitscreme.
</p>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19403" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_10/philips-bluecontrol-unten.jpg.678f53bb765a5c8bf77f208afa1842d0.jpg" rel="" style="float:left;"><img alt="Philips BlueControl" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19403" style="height: auto;" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_10/philips-bluecontrol-unten.jpg.678f53bb765a5c8bf77f208afa1842d0.jpg" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png"></a>
</p>

<p>
	Die Anwendung ähnelt Geräten zur Schmerzlinderung: Das "Philips BlueControl“ wird auf die Psoriasis-Stellen an Armen, Beinen, Ellenbogen und Knien gelegt und mit einem Halteband festgezurrt. Dann tun 40 blaue LEDs ihren Dienst – batteriebetrieben und damit mobil nutzbar. Man muss dabei nicht still sitzen, sondern kann während dessen fernsehen, kochen, tippen oder lesen.
</p>

<p>
	Das „Philips BlueControl“ wird als Medizinprodukt der Klasse II a eingestuft – also als Gerät mit einem mittleren Risikopotential. In der gleichen Klasse sind zum Beispiel Ultraschallgeräte, Kontaktlinsen und Zahnkronen zu finden.
</p>

<p>
	Professor Matthias Born von Philips erklärt die Wirkweise so: "Untersuchungen belegen, dass die Therapie mit blauem LED-Licht die schnelle Zellteilung verlangsamt und die Entzündungsprozesse reduziert.“
</p>

<p>
	"Gepulstes Blaulicht“ kommt auch beim deutlich aufwändigeren DermoDyne-Verfahren – der so genannten Lichtimpfung – zum Einsatz. Dabei wird ein <a href="http://www.derma.de/de/news/uebersicht/detail/archive/2012//browse/4/article/2111/1048/" rel="external nofollow">Lichtspektrum von 400 bis 500 Nanometern</a> verwendet. Damit dürfte das Philips-Gerät in der gleichen Liga spielen. Herkömmliche UV-B-Bestrahlungsgeräte, die bei der Psoriasis-Behandlung eingesetzt werden, arbeiten mit einem Lichtspektrum von 311 Nanometern.
</p>

<p>
	Der Öffentlichkeit wurde das Gerät beim <a href="http://www.eadvamsterdam2014.org" rel="external nofollow">23. Kongress der European Academy of Dermatology &amp; Venereology im Oktober 2014</a> vorgestellt. Ab November soll es in Deutschland frei zu kaufen sein, ausschließlich bei der <a href="http://www.drhoenle.de" rel="external nofollow">Dr. Hönle Medizintechnik GmbH</a>. Philips nannte uns als unverbindlichen Verkaufspreis (UVP) 499 Euro (Januar 2015). Das Gerät muss privat bezahlt werden, solange es noch nicht im <a href="https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/home.action" rel="external nofollow">Hilfsmittel-Verzeichnis des GKV-Spitzenverbandes</a> aufgenommen worden ist.
</p>

<h3>
	<span style="font-size:14px;line-height:17.280000686645508px;">Erste Einschätzung</span>
</h3>

<p>
	Lediglich zwei Studien mit insgesamt nur 87 Patienten sind keine beeindruckenden Zahlen - aber für Medizinprodukte durchaus üblich.
</p>

<p>
	Im Prospekt der Firma heißt es, dass sich bei den Patienten innerhalb von 12 Wochen die leichte oder mittelschwere Psoriasis durchschnittlich um 50 % verbessert habe. Das ist für eine völlig nebenwirkungsfreie Therapie ein guter Wert. Andere Therapien mit mehr oder weniger starken Nebenwirkungen weisen durchaus bessere Ergebnisse auf, wirken aber nicht bei jedem Patienten. Bei der ersten Studie wurde noch darauf hingewiesen, dass sich die Psoriasis-Stellen wieder verschlechtert hätten, als die Bestrahlungstherapie endete. Den bisherigen Veröffentlichungen der zweiten Studie können wir nicht entnehmen, ob die Patienten danach eine Zeit lang erscheinungsfrei geblieben sind oder eine Dauer-Therapie notwendig ist.
</p>

<p>
	Da immer nur einzelne Plaques bestrahlt werden können, ist das Gerät für diejenigen Patienten geeignet, die nur an wenigen Körperstellen betroffen sind und die nicht großflächig bestrahlt werden sollten. Der Akku reicht für zwei bis maximal drei Behandlungen (eine Stunde). Weil das Verfahren keinerlei Nebenwirkungen hat, müssten auch Kinder damit behandelt werden können, sofern sie nur vereinzelte Psoriasis-Stellen haben.
</p>

<p>
	In der <a href="http://www.newscenter.philips.com/asset.aspx?alt=&amp;p=http://www.newscenter.philips.com/pwc_nc/main/standard/resources/healthcare/2014/BlueControl/Blue-Control-Media-Backgrounder.pdf" rel="external nofollow">englischsprachigen Pressemitteilung</a> ist die Rede davon, dass das Gerät "voraussichtlich innerhalb des nächsten Jahres in die Gesundheitsversorgungssysteme in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden integriert wird.“ Im deutschen Gesundheitssystem können herkömmliche Bestrahlungsgeräte nur dann vom Arzt verschrieben und den Kassen bezahlt werden, wenn sie im Hilfsmittel-Katalog aufgenommen werden. Philips hat das beantragt. Aber es bleibt abzuwarten, ob ein Gerät mit relativ wenig Probanden in den Studien und einer begrenzten Einsatzmöglichkeit auf einzelne Plaques bisherigen UV-Geräten gleichgestellt wird.
</p>

<p>
	Dr. Jan Wilkens hatte schon 2001 ein Bestrahlungsgerät mit blauem Licht vorgestellt - hauptsächlich für Neurodermitiker. Das Psoriasis-Netz berichtete zuletzt davon unter dem Titel "<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/dermodyne-krankenkasse" rel="">Lichtimpfung für Kinder jetzt auch im Krankenhaus</a>". Auf Anfrage begrüßt es Wilkens, dass es jetzt endlich einen Durchbruch bei der Bestrahlung mit blauem Licht gäbe. Er verwies darauf, dass das Philips-Gerät immer nur sehr kleine Areale bestrahlen könne. Das Dermodyne®-Gerät, das er entwickelt habe, erfasse dagegen den gesamten Körper. Erfolgreich ist Wilkens' Blaulicht-Therapie bisher aber leider nur bei Neurodermits.
</p>

<div style="text-align:right;">
	<em>Claudia Liebram, Rolf Blaga</em>
</div>

]]></description><guid isPermaLink="false">589</guid><pubDate>Fri, 03 Oct 2014 17:43:00 +0000</pubDate></item><item><title>Schwedenkr&#xE4;uter und Sheabutter helfen bei mir</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/schwedenkraeuter-und-sheabutter-helfen-bei-mir/</link><description><![CDATA[<p>
	Kathi bekam in der Schwangerschaft die Diagnose <span ipsnoautolink="true">Psoriasis pustulosa</span>. Nach diversen Versuchen mit Kortisonsalben hat sie eine Kombination gefunden, die ihre Pusteln weniger werden lässt. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.Ich habe in der Jugend Neurodermitis gehabt, und das war schon übel. Im 4. Monat meiner Schwangerschaft habe ich die Diagnose pustulöse Schuppenflechte bekommen. Ich habe diverse Salben mit Kortison bekommen, aber es gab nur Linderung, keine Heilung. Ich bin auf eine Kombination aus Schwedenkräutern und Sheabutter umgestiegen – und das wirkt Wunder. Ich führe die Behandlung seit sechs Wochen durch und die tiefen Wunden heilen und die Pusteln werden weniger. Sollte jemand Interesse haben kann er / sie sich gerne melden.
</p>

<p>
	Ganz ohne Chemie, denn durch die Neurodermitis weiß ich, dass die Haut durch Cortison nur dünner wird. Ist allerdings nur etwas für Leute die Schmerzen abkönnen, hochgradig alkoholhaltig (wird aber nur äußerlich angewendet) und brennt daher fies.
</p>

<p>
	<em>Kathi</em>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">694</guid><pubDate>Sun, 22 Jun 2014 11:03:00 +0000</pubDate></item><item><title>Wie ich eine Erythrodermie in den Griff bekomme</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/wie-ich-eine-erythrodermie-in-den-griff-bekomme/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2014_03/bei-erythrodermie.jpg.b909ea24ccc34957bfbce76cb3e9f41d.jpg" /></p>
<p>
	"Waldfee" hat (leider) Erfahrung mit einer Psoriasis-Form, die den gesamten Körper in Beschlag nimmt. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.
</p>

<p>
	Erythrodermie, diese Höchstform der Pso, hatte ich bisher dreimal. Dabei ist der gesamte Körper rot wie ein Krebs, Schuppen überall, Fieber und geschwollene Beine und Füße. Dazu ein Krankheitsgefühl wie bei einer Grippe.
</p>

<p>
	Beim ersten Mal war ich gerade in der Hautklinik Leutenberg, konnte deshalb sofort behandelt werden: Ganzkörperumschläge (lange Männerunterhosen und Unterhemden) mit grünen Tee aller 2 Stunden, Beine gewickelt, Bettruhe , später Infusionen mit hochdosiertem Vitamin C.
</p>

<p>
	Der Spuk dauerte ein paar Tage, dann waren das Fieber und die Rötung weg, die Schuppung wurde weniger.
</p>

<p>
	Danach erfolgte die in der Klinik übliche Behandlung. Prima.
</p>

<p>
	Zu Hause bekam ich diese Sache noch zweimal. Ich sollte jedesmal ins Krankenhaus, aber ich habe mit der Leutenberg-Methode (Grüne-Tee-Umschläge usw., Bettruhe...) es zu Hause geschafft! Ohne Kortison.
</p>

<p>
	Ich habe gedacht, das ist es wert, darüber zu berichten.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">711</guid><pubDate>Sun, 23 Mar 2014 07:55:00 +0000</pubDate></item><item><title>Interessante Artikel &#xFC;ber alternative Heilmethoden</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/interessante-artikel-ueber-alternative-heilmethoden/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2013_09/zeitungen.png.251b2d0ea63807ae59618dbe9c27f738.png" /></p>

<p>
	Hier weisen wir auf Artikel hin, die wir rund um das Thema "alternative" Heilmethoden interessant finden.
</p>

<p>
	<a href="http://scienceblogs.de/kritisch-gedacht/files/2014/06/prof1401_wiss_c_BERTELSEN-1-2.pdf" rel="external nofollow">„Selbsttäuscher und Geschäftemacher“</a><br>
	(profil-wissen, 19.03.2014)<br>
	Der Zahnmediziner Hans-Werner Bertelsen kritisiert alternative Heilmethoden – nicht einfach platt und auch nicht kategorisch. Viele sind für ihn mittelalterliche Methoden, für die es heute entweder eine simple Erklärung oder eine moderne Alternative zur "Alternative" gibt.
</p>

<p>
	Interessant, weil Vertreter beider Richtungen auch <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/" rel="">in unserem Forum</a> immer wieder mal auftauchen:
</p>

<blockquote class="ipsQuote">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents ipsClearfix" data-gramm="false">
		<p>
			<strong>Sind Ihrer Meinung nach alle Anbieter komplementärer Methoden Scharlatane oder Geschäftemacher?</strong>
		</p>

		<p>
			Bertelsen: Nein, auf der einen Seite finden Sie die braven Selbsttäuscher und auf der anderen die bösen Geschäftemacher.
		</p>
	</div>
</blockquote>

<p>
	<a href="https://www.tagesspiegel.de/wissen/psychologie-das-kann-doch-nicht-wahr-sein/9149432.html" rel="external nofollow">Starrköpfe überzeugen - nur wie, verdammt noch mal?</a><br>
	(Tagesspiegel, 29.11.2013)<br>
	Impfungen, Homöopathie, Mondlandung - hach, es gibt so viele schöne Themen, über die man mit manchen Menschen einfach nicht reden kann: Sie sind von etwas überzeug (oder vom Gegenteil) und lassen sich dann auch nicht von Nachweisen, von Fakten beirren. Oder der Chef, der einen immer in Grund und Boden diskutieren kann. Wie kommt das? Und wie kann man ihnen doch mal irgendwann parieren?
</p>

<p>
	<a href="https://www.derstandard.at/story/1379291182398/schoenheit-durch-schnecken---ein-werbegag" rel="external nofollow">Schneckenschleim - der neue Hype</a><br>
	(Der Standard, 18.09.2013)<br>
	Schleim von Schnecken soll bei Hautproblemen helfen - unter anderem natürlich bei Schuppenflechte. Was ist dran?
</p>

<p>
	<a href="https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/medikamente/tid-33680/heilung-oder-humbug-alternative-heilmethoden_aid_1101089.html" rel="external nofollow">Alternative Heilmethoden im Check</a><br>
	(Focus, 16.09.2013)
</p>

<blockquote class="ipsQuote">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents ipsClearfix" data-gramm="false">
		<p>
			<span>Die zehn wichtigsten Therapieformen im Check: wie sie funktionieren, was sie kosten und was Forscher über Wirkung und Risiken der ganzheitlichen Verfahren heute wissen. Was ist drin, was ist dran?</span>
		</p>
	</div>
</blockquote>

<p>
	<a href="https://www.stern.de/gesundheit/hirschhausens-sprechstunde-starthilfe-fuer-scharlatane-3441132.html" rel="external nofollow">Wie Sie erfolgreich zum Scharlatan werden</a><br>
	(stern.de, 20.09.2011)<br>
	In sieben Schritten schnurstracks zum Wunderheiler - Eckart von Hirschhausen sagt, wie.
</p>

<p>
	<a href="https://www.nrz.de/region/niederrhein/angelika-dickel-zuechtet-weinbergschnecken-id2301526.html" rel="external nofollow">Schleim von Weinbergschnecken soll gegen Schuppenflechte helfen</a><br>
	(NRZ, 22.12.2009)<br>
	"Manche meinen, es würde sogar gegen Schuppenflechte helfen. Weil der Schleim natürliches Antibiotikum, Proteine, Vitamine und Glykolsäure enthalte."
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">834</guid><pubDate>Mon, 16 Sep 2013 08:48:00 +0000</pubDate></item><item><title>Was Patienten mit Psoriasis am besten hilft</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/was-patienten-mit-psoriasis-am-besten-hilft/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2013_08/therapievergleich.jpg.029660b517ea182d0e2ad4651cf98635.jpg" /></p>

<p>
	<em>Dies ist die deutsche Fassung eines Beitrags im Blog von 23andMe. Die Autorin ist Mitgründerin der Internetplattform CureTogether.</em>
</p>

<p style="text-align:center;">
	<strong>Von Alexandra Carmichael</strong>
</p>

<p>
	Menschen mit Psoriasis berichten, dass ihrer Haut einfache "Dinge" wie Sonnenlicht, Salzwasser und die Vermeidung von Stress am besten helfen. Das wird jetzt von einer neuen Studie von CureTogether bestätigt – einer kostenlosen Plattform, die von der Firma 23andMe betrieben wird und Menschen erlaubt, Informationen über ihre Gesundheit und Therapien mit anderen Menschen zu teilen.
</p>

<p>
	Psoriasis ist eine der am häufigsten vorkommenden Autoimmunerkrankungen in den Vereinigten Staaten. Betroffen sind schätzungsweise sieben Millionen US-Amerikaner und 125 Millionen Menschen weltweit. Typisch für die Krankheit sind juckende, schuppige Stellen. Eine milde Psoriasis kann einfach nur ärgerlich sein, doch in schwererem Fällen kann sie sowohl schmerzhaft als auch entstellend oder kräftezehrend sein.
</p>

<p>
	Die richtige Behandlung zu finden, kann schwer sein. Die Betreiber von CureTogether baten Menschen mit Psoriasis, die Effektivität von 34 unterschiedlichen Therapien zu bewerten.
</p>

<p>
	Die Befragten gaben an, dass UV-Therapie, Meerwasserbäder und Sonnenlicht zu den wirksamsten Behandlungen gehören – gefolgt von der Vermeidung von Stress und diversen Auslösern, der Anwendung von Calcipotriol (Dovonex, in Deutschland Daivonex) und T-Gel (in Deutschland nicht verfügbar). Verbreitete Behandlungen wie Bäder mit Haferflocken oder Bittersalz sowie <span ipsnoautolink="true"><a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c37-nahrung/vitamin-d-mangel" rel="">Vitamin D</a></span> (als Nahrungsergänzung) dagegen sind bei den befragten Patienten am wenigsten wirksam.
</p>

<p>
	Die Daten sind das Ergebnis einer vierjährigen Studie von CureTogether. 275 Menschen mit Psoriasis berichteten über ihre Symptome und darüber, welche Therapien ihnen am besten geholfen haben.  (…)
</p>

<p>
	CureTogether will mit den "nackten Daten" zur Diskussion anregen und neue Erkenntnisse für die weitere Forschung beitragen.
</p>

<h4>
	Die Top 10 der wirksamsten Behandlungen der Psoriasis
</h4>

<ol>
	<li>
		UV-B-Bestrahlung
	</li>
	<li>
		Kortison-Spritzen
	</li>
	<li>
		Baden im Meer / in Salzwasser
	</li>
	<li>
		Sonnenlicht
	</li>
	<li>
		Kortisonsalben
	</li>
	<li>
		Vermeiden von Auslösern ("Triggern")
	</li>
	<li>
		Vermeiden von Stress
	</li>
	<li>
		Calcipotriol (in den USA: Dovonex®)
	</li>
	<li>
		UV-A-Bestrahlung
	</li>
	<li>
		Teershampoo (T-Gel®)
	</li>
</ol>

<div style="text-align:center;">
	*****
</div>

<div>
	 
</div>

<p>
	Die Firma <a href="https://www.23andme.com" rel="external nofollow">23andeMe</a> bietet Gentests für Jedermann an. Über das Für und Wider kann man leidenschaftlich streiten. Es ist aber auch ganz anschaulich <a href="http://www.ctrl-verlust.net/23andme-wie-ich-fur-todkrank-erklart-wurde-und-mich-wieder-gesund-debuggte/" rel="external nofollow">in diesem Beitrag im Blog "ctrl-Verlust"</a> aufgeschrieben.
</p>

<p>
	<a href="http://curetogether.com/" rel="external nofollow">CureTogether</a> ist eine Community zum Thema Gesundheit – wobei mehr das Sammeln und Aufbereiten von Daten im Vordergrund steht, und das im eher positiven Sinne. Manchmal recht komplizierte Grafiken und Tabellen zeigen dann z.B., welche Symptome, Therapien, Nebenwirkungen oder Auslöser bei einer bestimmten Krankheit verbreitet sind – eben beispielsweise bei Psoriasis.
</p>

<p>
	Im <a href="http://blog.23andme.com/23andme-research/what-patients-say-works-for-psoriasis/" rel="external nofollow">Original-Beitrag</a> findet sich ein Link zu einer (erklärungsbedürftigen) Grafik. Die X-Achse (also waagerecht, nach rechts) zeigt die Verbreitung einer Therapie, die Y-Achse (also nach oben) die Wirksamkeit. Je weiter oben links eine Therapie ist, um so wirksamer ist sie. Je weiter sie unten rechts ist, um so beliebter ist eine Therapie - aber auch um so unwirksamer.
</p>

<p>
	Was hilft wie gut? Wir haben unter den Nutzern unserer Community eine Umfrage gestartet – zunächst einmal zur Wirksamkeit von <a href="https://www.psoriasis-netz.de/topic/19312-wie-gut-wirkt-welche-aeusserliche-therapie/" rel="">äußerlichen Therapien</a>.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">552</guid><pubDate>Tue, 20 Aug 2013 13:23:00 +0000</pubDate></item><item><title>Buchbesprechung: "Schuppenflechte: Selbstheilung ohne Medikamente"</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/marianne-seboek-schuppenflechte/</link><description><![CDATA[
<p>
	Marianne Sebök schildert ihren ganz persönlichen „Weg zur Heilung einer unheilbaren Krankheit“. In dem 2011 erschienen Buch beschreibt sie, mit welchen Methoden sie „seit sechs Jahren symptom- und beschwerdefrei“ geworden ist. Sie beruft sich dabei auf Ansätze, die vor allem in den 80-er Jahren die Alternativ-Medizin prägten: „Krankheit als Chance“, „Selbstheilungskräfte mobilisieren“, „Gesund durch positives Denken“, „Heilung durch Visualisierung“, „Haut als Spiegel der Seele“, „Man ist, was man isst“.
</p>

<p>
	Sie beschreibt, sie sei „ein Jahr [...] erfolglos mit Kortison gegen Hautpilz behandelt worden“. Der Arzt habe sie nicht darüber aufgeklärt, dass man den Wirkstoff nur kurzfristig anwenden dürfe. Ihre Haut fühlte sich an „wie dünnes Pergamentpapier“. Erst als 75 Prozent ihrer Hautfläche mit „roten Flecken“ bedeckt waren und unerträglich juckte, ging sie zu einem anderen Hautarzt. Der diagnostizierte „Schuppenflechte“ und bot ihr Kortisonsalbe an oder Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken. Das lehnte sie ab, denn sobald die „abgesetzt werden, entfaltet der nächste Schub mit doppelter Kraft seine Wirkung“. Sie akzeptierte eine Balneo-Fototherapie, brach die aber nach 12 Behandlungen ab, weil sie „keine Linderung“ erkennen konnte. Der nächste Hautarzt bot ihr ein „Biologikum“ an. Das wollte sie nicht, wegen der möglichen Nebenwirkungen“.
</p>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_right" data-fileext="jpg" data-fileid="19394" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2013_04/seboek.jpg.678af20f27e632cd2e9e00ef27145d3e.jpg" rel="" style="float: right;"><img alt="Marianne Sebök" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19394" data-ratio="139.50" style="height: auto; width: 200px;" width="200" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2013_04/seboek.jpg.678af20f27e632cd2e9e00ef27145d3e.jpg" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png"></a>Die Autorin vermutet, dass die Schuppenflechte ein Warnsignal ihres Körpers sei, ihre bisherige Lebenssituation zu verändern: „mit weniger Druck und Stress, Zeit für mich selbst, für meinen Körper und mein Wohlbefinden, um wieder neue Energie zu tanken und den Alltag vergessen zu können“. Deshalb kündigte sie ihren Job und konzentrierte sich darauf, die Selbstheilungskräfte ihres Körpers zu mobilisieren.
</p>

<p>
	Bei der Psoriasis, so Marianne Sebök, „greift [das Immunsystem] die Zellen der Oberhaut [...] an. [...] Es verkennt einfach die normale Richtung und müsste sich nur wenden, um wieder funktionsfähig zu sein“. Daraus leitet sie ab, dass das Immunsystem in seiner Aktivität gestärkt werden müsse. Sie hat daraufhin ihre Ernährung völlig umgestellt, bewegt sich ausgedehnt an der frischen Luft, nimmt sich für alles viel Zeit und erlaubte sich, auch mal nichts zu tun. Weil Rauchen das Immunsystem schwäche, verzichtet sie letztendlich völlig auf die geliebten Zigaretten.
</p>

<p>
	Marianne Sebök meint, dass „Schuppenflechte [...] das sichtbare Symptom einer sehr umfangreichen Übersäuerung des Körpers“ sei. Die Haut übernehme „teilweise die Arbeit der Nieren und des Darms, um sich von den angehäuften Giftstoffen zu befreien“. Diese „angestauten Giftstoffe“ müssten ausgeschleust, der Körper entsäuert und Mineralstoffe hinzugefügt werden: zum Beispiel durch frisch gepresste Säfte aus ungespritztem Obst- oder Gemüse, junge Brennnessel- oder Löwenzahnblätter, Samen, Sprossen, Naturkörnern, Nüsse, enzymreiche Frucht- und Gemüsekonzentrate, Aloe-Vera-Gel-Getränke und Trinken von viel Wasser. Ihr „Herd blieb kalt“, d.h. es gibt nur noch Rohkost. Sei verzichtet auf säurebildende Lebensmittel wie Alkohol, Süßigkeiten, Backwaren, Fleisch, Wurst und Fertiggerichte und statt Kaffee trinkt sie Brennnessel-, Zinkraut- oder Schachtelhalm-Tees. Selbst bewusstes Ausatmen, so Sebök, könne den Körper entgiften.
</p>

<p>
	Immer wieder weist sie darauf hin, wie langsam und mühselig es für sie war, ihre Lebensgewohnheiten so extrem umzustellen. Im Sinne des „positiven Denkens“ lautet ihre Botschaft: „Sie allein besitzen die Macht, Ihre Wünsche und Träume zu realisieren. [...] Erlauben sie keine Zweifel und lehnen Sie alle Einwände, warum gesund werden nicht funktionieren sollte, entschieden ab. [...] Eine wesentliche Voraussetzung, um gesund zu werden, ist der starke Wille“. Sie hatte für sich entschieden, Eigenverantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen, d.h. den Heilungsvorgang nicht aus der Hand zu geben, sondern als persönliche Herausforderung anzunehmen. „Lassen Sie sich nicht mehr auf dieses gefährliche Spiel mit einem unsichtbaren Gegner ein.“
</p>

<p>
	Am Schluss weist sie darauf hin, dass sie nicht behauptet, „die Schuppenflechte für immer besiegt“ zu haben. Aber sie „lebe in einem beschwerdefreien Zustand“.
</p>

<h2>
	<strong>Kommentar</strong>
</h2>

<p>
	Man kann sich mit der Autorin freuen, dass sie nicht mehr unter ihrer Psoriasis zu leiden hat. Sie ist zu beglückwünschen, weil ihr mühsamer Weg zu einer gesunden Lebensweise bei ihr dazu geführt hat, erscheinungsfrei zu werden - und es nach Jahren immer noch zu sein. Das Ziel ihres Buches ist es, andere zu ermutigen, ebenso zu handeln, wie sie es getan hat. Das Buch wendet sich an Patienten, die der wissenschaftlich fundierten Medizin („Schulmedizin“) nicht (mehr) trauen. Es ist vor allem das Gefühl, nicht wirklich „geheilt“ zu werden und man starke Nebenwirkungen befürchtet.
</p>

<p>
	Während Sebök für ihre Methode eine „Erstverschlimmerung“ hinnimmt, bricht sie eine schulmedizinische Balneo-Fototherapie schon nach 12 Bestrahlungen ab. Sie bedient das längst widerlegte Klischee vom „bösen Kortison“, ohne zu sagen, dass man sich langsam ausschleichen muss und sich eine Pergamenthaut wieder zurück entwickelt. Andere äußerliche Wirkstoffe (Dithranol, Calcipotriol, Weihrauch, Mahonia Aquifolium etc.) hat sie erst gar nicht ausprobiert – bis auf Aloe Vera.
</p>

<p>
	Innerliche Wirkstoffe werden alle über ein Kamm geschoren: Wer sie absetzt, riskiere einen starken Schub. Das kann, muss aber nicht bei jedem sein, wenn richtig dosiert wurde. Biologika können tatsächlich schwere Nebenwirkungen haben. Davor fürchten sich verständlicherweise viele Patienten. Wer aber sehr schwer an Psoriasis erkrankt ist, wird heilfroh sein, wenn ihm geholfen wird.
</p>

<p>
	Natürlich müssen die Patienten vom Arzt genau beobachtet werden, ob sich bei ihnen die mehr oder weniger seltenen Nebenwirkungen zeigen. Aber jeder wird akzeptieren, dass Patienten diese Risiken ablehnen.
</p>

<p>
	Kann denen das vorliegende Buch wirklich helfen? Bekanntlich ist die Autorin nicht die erste, die verspricht, dass Psoriasis ohne Medikamente heilbar sei. Das gleiche behauptet zum Beispiel <a href="https://www.psoriasis-netz.de/topic/7753-healing-psoriasis-dr-pagano/" rel="">Dr. John O. A. Pagano in „Healing Psoriasis“</a>. Er verfolgt seit vielen Jahren ein sehr ähnliches Konzept wie Marianne Sebök. Sein Buch wird gut verkauft; die Methode selbst aber konnte sich (außerhalb seiner Anhängerschaft) nie als anerkanntes Therapiekonzept für Psoriasis etablieren. Erfolge bleiben Einzelfälle.
</p>

<p>
	Auch andere propagierte Ernährungsvorschläge waren bei manchen erfolgreich, bei anderen wiederum nicht. Es gibt nicht „die einzig richtige Psoriasis-Diät“. Speziell auf die Psoriasis bezogen sollte man solche Lebensmittel meiden, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen innere Entzündungsprozesse oder Juckreiz fördern können. Die Autorin dagegen plädiert für säurefreie Kost, weil für sie Psoriasis ein Zeichen von „Übersäuerung des Körpers“ ist. (Sind Obst und Obstsäfte säurefrei?) Auch Dr. Klaus Hoffmann geht zum Beispiel seit vielen Jahren davon aus, dass Krankheiten wie Rheuma sich deshalb entwickeln, weil wir uns falsch ernähren und unser <a href="http://epages2.euro-web.net/epages/44028849.sf/de_AT/?ObjectPath=/Shops/44028849/Products/1001" rel="external nofollow">Säure-Basen-Haushalt</a> gestört ist. Dieser Zusammenhang ist wissenschaftlich nicht bewiesen, auch wenn eine säurefreie Diät Einzelnen geholfen hat. Es ist fraglich, ob die Erklärung auch für Kleinkinder gilt und für Kulturen mit völlig anderen Ernährungsgewohnheiten.
</p>

<p>
	Wer sich gesund ernährt und seine Psoriasis nicht unnötig durch provozierende Nahrungsmittel anfeuert, kann eine medizinische Therapie damit auf jeden Fall positiv unterstützen. Allein durch eine Diät erscheinungsfrei zu werden, ist wohl eher selten. Wenn jemand parallel zur Diät noch weitere „Heilungsversuche“ unternimmt, ist es kaum nachzuweisen, was letztendlich gewirkt hat. Bei jeder einseitigen Diät muss genau darauf beachtet werden, dass es nicht zu Mangelerscheinungen kommt. Dieses Problem wird von der Autorin nicht klar angesprochen.
</p>

<p>
	Marianne Sebök behauptet, sie müsse ihren Körper „entgiften“, um die Haut von dieser Funktion zu entlasten. Es ist völlig unbewiesen, dass die Psoriasis dadurch entsteht, dass andere Organe des Körpers nicht mehr richtig funktionieren. Kräutertees sowie Obst und Gemüse können vermutlich nur in kleinen Mengen und langsam wirken. Gesichert ist dagegen, dass man durch Fastenkuren oder Darmsanierungen das Immunsystem und die Entzündungsprozesse im Körper und damit eine Psoriasis positiv beeinflussen kann.
</p>

<p>
	Es fällt auf, dass die Autorin im gesamten Buch nur die Haut als betroffenes Organ erwähnt und deshalb vereinfachend nur von „Schuppenflechte“ spricht. Schon seit Jahren weiß man, dass Psoriasis auch an Gelenken und Weichteilen (Psoriasis arthritis), an Finger- und Fußnägeln oder auf Fuß- und Handflächen auftreten kann. Außerdem kann Psoriasis zu weiteren, teilweisen schweren Krankheiten führen („Komorbiditäten“). Diese Krankheit ist in Wirklichkeit nicht mit einfachen Erklärungen abzutun. Die Seele spiegelt sich nicht nur in der Haut ab, sondern im ganzen Körper.
</p>

<p>
	Problematisch ist die Aussage von Marianne Sebök, eine Psoriasis könne dadurch zurückgedrängt werden, indem das Immunsystem gestärkt wird. Immer wieder werden uns Mittel angeboten, mit denen das Immunsystem gekräftigt werden soll (z.B. Colostrum). Wissenschaftlich erwiesen ist, dass das Immunsystem bei Psoriatikern zu aktiv ist und deshalb gebremst werden muss. Die Autorin dagegen geht davon aus, dass lediglich die „Richtung“, in der das Immunsystem aktiv ist, geändert werden müsse. Das ist wissenschaftlich zwar unlogisch, hat aber offensichtlich nicht dazu geführt, die Psoriasis bei ihr aufblühen zu lassen. Wir raten generell von allen Präparaten ab, die das Immunsystem stärken sollen. Unsere Bedenken haben wir uns von naturkundlich orientierten Ärzten bestätigen lassen.
</p>

<p>
	Natürlich ist es richtig, auf die Warnsignale des Körpers zu achten, wenn man ihn überfordert. Es ist bekannt, dass (negativer) Stress eine Psoriasis auslösen kann. Aber Marianne Sebök suggeriert, sie hätte ihre Psoriasis verhindern oder abmildern können, wenn sie nur früh genug auf die ersten „roten Flecken“ reagiert hätte. Die Behauptung, dass jede Krankheit ihre sozial-psychologischen Ursachen hat (<a href="http://www.narayana-verlag.de/homoeopathie/pdf/Krankheit-als-Weg-Ruediger-Dahlke-Thorwald-Dethlefsen.01892_3Unfaelle.pdf" rel="external nofollow">Detlefsen/Dahlke</a>) ist zu einseitig und inzwischen widerlegt. Damit kann z.B. nicht erklärt werden, weshalb Kleinkinder erkranken.
</p>

<p>
	Eigentlich weiß man nicht wirklich, was genau bei der Autorin dazu geführt hat, dass die Psoriasis zurückgegangen ist. Sie wird es auf die totale Änderung ihres Lebensstils zurückführen. Aber auch auf ihren Willen, gesund zu werden. Seit einigen Jahren weiß man, welche Macht das Gehirn über den Körper hat. Menschen können mit einfachen Mitteln so beeinflusst werden, dass sie ohne Wirkstoff oder sogar mit kontra-produktiven Wirkstoffen gesund wurden. Der Placebo-Effekt beträgt zwischen 30 und 50 Prozent. Es ist nicht auszuschließen, dass die „Selbstheilungskräfte“ der Autorin vor allem „Auto-Suggestionskräfte“ waren.
</p>

<p>
	Es wäre schön, ist aber unwahrscheinlich, dass viele Psoriatiker es ihr nachmachen und damit ihre Krankheit loswerden können. Nicht jeder kann seinen Job kündigen, um die beschriebene Zeit für die eigene Gesundwerdung zu haben. Wer Zeit hat, besitzt meist nicht so viel Geld, um alle die gesunden Dinge zu kaufen, die im Buch beschrieben werden. Schließlich erscheint es schwer, vor allem im von ihr propagierten Alleingang, die nötige Willenskraft und den überzeugenden Glauben an sich selbst zu entwickeln. Wer das nicht durchhält, ist verdächtig, selbst Schuld daran zu sein, dass die Psoriasis nicht weggeht.
</p>

<p>
	Man sollte die Analysen der Autorin nicht wortwörtlich nehmen. Ihr Heilsversprechen im Titel des Buches nimmt sie am Ende sowieso wieder zurück. Das Buch ist nicht das „Neue Testament“ für Psoriatiker. Aber es kann denjenigen nutzen, die Ratschläge für eine gesunde Lebensweise suchen.
</p>

<p>
	"<a href="http://www.narayana-verlag.de/Schuppenflechte-Selbstheilung-ohne-Medikamente/Marianne-Seboek/b10964" rel="external nofollow">Schuppenflechte - Selbstheilung ohne Medikamente</a>" von Marianne Sebök, ISBN 978-3-941706-82-8, 18 Euro
</p>

<p>
	<strong>Mehr zum Thema</strong>
</p>

<ul>
	<li>
		Der Verlag stellt eine <a href="http://www.narayana-verlag.de/homoeopathie/pdf/Schuppenflechte-Selbstheilung-ohne-Medikamente-Marianne-Seboek.10964.pdf" rel="external nofollow">Leseprobe</a> bereit.
	</li>
	<li>
		Im Bayerischen Rundfunk wurde Marianne Sebök in einer Radiosendung vorgestellt.
	</li>
	<li>
		In unserer Community wurde <a href="https://www.psoriasis-netz.de/topic/17969-marianne-seboek/" rel="">über das Buch diskutiert</a>. Wir freuen uns über jede Meinung!
	</li>
</ul>

<p>
	Bei YouTube bietet der Verlag ein Video an:
</p>

<div class="ipsEmbeddedVideo">
	<div>
		<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="150" id="ips_uid_8145_6" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/index.html" width="200" data-embed-src="https://www.youtube.com/embed/KOY4hITzW_U?feature=oembed"></iframe>
	</div>
</div>

]]></description><guid isPermaLink="false">543</guid><pubDate>Sun, 28 Apr 2013 13:35:00 +0000</pubDate></item><item><title>Bundesamt r&#xE4;t von "Wundermittel" MMS ab</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/von-mms-wird-abgeraten/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2012_07/apotheke_tropfen.jpg.92d7a708085dcb29d4516da126109f77.jpg" /></p>

<p>
	Wer über Jahre eine chronische Erkrankung wie die <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> mit sich herumschleppt, wird vermutlich irgendwann von Bekannten oder Verwandten auf dieses und jenes Wundermittel hingewiesen. Darunter dürfte ziemlich oft MMS sein.
</p>

<p>
	Vom „Miracle Mineral Supplement“ werden diverse Geschichten erzählt. Fast alle klingen wie Märchen. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) holt die Verfechter in die Realität zurück: Es <a href="https://www.bfr.bund.de/cm/343/bfr-raet-von-der-einnahme-des-produkts-miracle-mineral-supplement-mms-ab.pdf" rel="external nofollow">rät von der Einnahme ausdrücklich und dringend ab</a>.
</p>

<p>
	Demnach wird MMS als Lösung in kleinen Flaschen angeboten. Oft wird ein weiteres Fläschchen dazu verkauft. Das enthält eine verdünnte Säure, die den Inhalt der ersten Flasche „aktivieren“ soll.
</p>

<h3>
	Gemeldete Nebenwirkungen von MMS
</h3>

<p>
	Dem BfR liegen Meldungen aus dem Ausland vor. Darin berichten MMS-Anwender von
</p>

<ul>
	<li>
		Bauchschmerzen
	</li>
	<li>
		Übelkeit
	</li>
	<li>
		Erbrechen
	</li>
	<li>
		Durchfall
	</li>
	<li>
		Blutdruckstörungen
	</li>
	<li>
		erheblichem Flüssigkeitsverlust
	</li>
</ul>

<p>
	Äußerlich in falscher Dosierung aufgetragen, kann MMS die Haut und Schleimhaut laut BfR reizen oder gar verätzen. Dabei muss nicht einmal der Anwender die Mischung falsch ansetzen – manchmal kann eine als gebrauchsfertig deklarierte Lösung ab „Werk“ falsch gemischt sein.
</p>

<p>
	In MMS steckt Natriumchlorit. Das starke Oxidationsmittel sollte nicht mit Natriumchlorid – landläufig Kochsalz genannt – verwechselt werden. Aus erst genanntem Natriumchlorit und der hinzugemixten Säure entsteht Chlordioxid – eine Säure, die stark reagiert. Das BfR schreibt, dass es sich bei MMS „nicht um eine sinnvolle Ergänzung der Ernährung mit Mineralstoffen handelt“.
</p>

<p>
	Gesundheitsbehörden anderer europäischer Länder sowie in Kanada und den USA raten ebenfalls von der Anwendung von MMS ab.
</p>

<p>
	Am 30. Mai 2014 veröffentlichte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eine <a href="https://www.bfarm.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2014/pm08-2014.html" rel="external">Warnung vor der Anwendung von Miracle Mineral Supplement </a>(MMS). Gesundheitsämter der Bundesländer zogen nach – beispielsweise <a href="http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/spektrum/news/2014/07/10/gesundheitsamt-warnt-vor-wundermittel-mms/13304.html" rel="external nofollow">das von Mecklenburg-Vorpommern</a>.
</p>

<div>
	<div class="ipsEmbeddedVideo">
		<div>
			<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="113" id="ips_uid_809_7" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/index.html" width="200" data-embed-src="https://www.youtube.com/embed/ILuZOR7E8Ws?feature=oembed"></iframe>
		</div>
	</div>
</div>

<p>
	Im <a href="https://www.youtube.com/channel/UCyHDQ5C6z1NDmJ4g6SerW8g/" rel="external nofollow">maiLab</a> war das Miracle Mineral Supplement auch Thema.
</p>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<p>
	<strong>Was Behörden und Facebook (nicht) tun</strong>
</p>

<p>
	Mehr zum Thema MMS haben die Kollegen von Medwatch aufgeschrieben. <a href="https://medwatch.de/tag/mms/" rel="external nofollow">Übersicht ansehen</a>
</p>

<p>
	<strong>"Miracle Mineral Supplement (MMS): Erhebliche Gesundheitsgefahr"</strong>
</p>

<p>
	Zusammenfassung vom Verbraucherzentrale Bundesverband [<a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/miracle-mineral-supplement-mms-erhebliche-gesundheitsgefahr-11044" rel="external nofollow">lesen</a>]
</p>

<p>
	<strong>MMS und Jim Humble – die Fakten</strong>
</p>

<p>
	<a href="http://www.gesundheit.ch/mms/" rel="external nofollow">Artikel lesen</a>
</p>

<p>
	<strong>Werbung für MMS auseinandergenommen</strong>
</p>

<p>
	(Blog "Unser täglich Spam", 30.03.2014)
</p>

<p>
	Im Blog "Unser täglich Spam" geht es um – wen wundert es: Spam. Die blumigen, viel versprechenden Mails werden sozusagen seziert. Jetzt ist dem Autoren eine Spam-Mail zum Mineral MMS untergekommen – dem Mittel, das auch bei uns immer wieder mal durchs Forum geistert. <a href="http://spam.tamagothi.de/2014/03/30/das-medizinische-wunder-mms-ist-wieder-lieferbar/" rel="external nofollow">Artikel lesen</a>
</p>

<p>
	<strong>MMS ist giftige Chlorbleiche – na und?</strong>
</p>

<p>
	(Spiegel online, 04.03.2014)
</p>

<p>
	"Spiegel online" berichtet über das Mittel MMS und seine Anhänger. Letztere schlagen Warnungen in den Wind. Auf einer Esoterik-Messe huldigen sie lieber dem Erfinder Jim Humble. <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/mms-quacksalber-werben-auf-kongress-in-hannover-a-967307.html" rel="external nofollow">Artikel lesen</a>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">515</guid><pubDate>Mon, 16 Jul 2012 14:33:00 +0000</pubDate></item><item><title>Nach welcher Zeit sollte eine Besserung zu sehen sein?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/wann-sollte-eine-besserung-zu-sehen-sein/</link><description><![CDATA[<p>
	<img alt="Stoppuhr" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileid="19467" data-ratio="66.67" style="height: auto; width: 300px; float: left;" width="600" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_12/stoppuhr.jpg.fc395907cc3076e55fabc68e07df3135.jpg" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png"><strong>Geduld ist für einen Menschen mit Psoriasis extrem wichtig - und fällt doch so schwer. Es gibt aber Anhaltspunkte, nach wie vielen Wochen (!) ein Medikament dann doch zu einer Besserung geführt haben sollte.</strong>
</p>

<h4>
	Cremes, Salben, Gels...
</h4>

<ul>
	<li>
		<strong>Kortisonsalben</strong> der Klassen II bis IV: nach zwei bis vier Wochen
	</li>
	<li>
		Salben oder Cremes mit einer Kombination aus <strong>Vitamin-D3</strong>-Abkömmling <strong>und Kortison</strong> (zum Beispiel Diavobet®, Psorcutan Beta®): nach vier Wochen
	</li>
	<li>
		Cremes mit <strong>Vitamin-D3-Abkömmlingen</strong> (zum Beispiel Psorcutan®, Daivonex®, Silkis® etc.): nach vier bis sechs Wochen
	</li>
</ul>

<h4>
	Lichttherapien
</h4>

<ul>
	<li>
		<strong>UVB</strong> mit 311 nm, 5-mal pro Woche angewendet: nach 6 bis 8 Wochen
	</li>
	<li>
		<strong>PUVA</strong>, 4-mal pro Woche angewendet: nach 6 bis 8 Wochen
	</li>
</ul>

<h4>
	Innerliche Medikamente
</h4>

<ul>
	<li>
		<strong>Adalimumab</strong> (Humira®): nach 4 bis 8 Wochen
	</li>
	<li>
		<strong>Infliximab</strong> (Remicade®): nach 10 Wochen
	</li>
	<li>
		<strong>Ciclosporin</strong>: nach 10 bis 12 Wochen
	</li>
	<li>
		<strong>Etanercept</strong> (Enbrel®): nach 12 Wochen
	</li>
	<li>
		<strong>Methotrexat</strong>: nach 12 bis 16 Wochen
	</li>
	<li>
		<strong>Acitretin</strong>: nach 12 bis 16 Wochen
	</li>
	<li>
		<strong>Fumarsäureester</strong> (zum Beispiel Fumaderm®): nach 12 bis 16 Wochen
	</li>
</ul>

<p>
	"Besserung" heißt bei einer mittelschweren oder schweren Psoriasis, dass der <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> (sehr grob gesagt: die Psoriasis) nach dem oben genanntem Zeitraum um 50 Prozent zurückgeht und der Lebensqualitäts-Wert unter 5 liegt (Stichwort DLQI).
</p>

<p>
	<strong>Quelle</strong>: Professor Kristian Reich und Professor Ulrich Mrowiez, Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft 2007 sowie vorgetragen bei der Jahrestagung der Norddeutschen Dermatologischen Gesellschaft 2008 und Psoriasis-Leitlinie 2011
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">685</guid><pubDate>Sat, 14 Apr 2012 20:07:00 +0000</pubDate></item><item><title>Berlin: Alternativ-Mediziner kooperieren</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/berlin-alternativmediziner-kooperieren/</link><description><![CDATA[
<p>
	<img alt="Pflanzen" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileid="19385" data-ratio="75.00" style="height: auto; width: 200px; float: left;" width="200" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2011_01/kamillenkapsel_gr.jpg.34d5c168249083ca8664a28bac72039c.jpg" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png">Die Abteilung und Hochschulambulanz für Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus und die Charité Ambulanz für Prävention und Integrative Medizin (CHAMP) kooperieren. Beide Einrichtungen erweitern die Behandlungsmaßnahmen der  Schulmedizin durch nicht-schulmedizinische Therapien, sofern dafür wissenschaftliche Studienergebnisse oder eigene Studien vorliegen. Forschungsergebnisse und langjährige Erfahrungen der jeweiligen Ärzte-Teams werden miteinander abgestimmt, so dass jetzt noch besser darüber informiert werden kann, welche "komplementären" Therapien geeignet sein könnten.
</p>

<p>
	Umgangssprachlich bezeichnet man alle Therapiekonzepte als „Alternativ-Medizin“, die nicht zur „konventionellen Schulmedizin“ zählen. Dazu gehören Verfahren der Naturheilkunde, deren Wirkungen nachweisbar und wissenschaftlich erklärbar sind - beispielsweise die von einzelnen Heilpflanzen. Unter diesem Oberbegriff werden aber auch Therapien genannt, die umstritten sind und deren Wirkungen nicht oder nicht sicher nachzuweisen sind - wie Homöopathie. Schließlich werden unter diesem Begriff auch Behandlungsmethoden genannt, deren Wirkung zweifelhaft, nicht erwiesen oder sogar auszuschließen ist, wie Bio-Energetik, Magnetfeld-Therapie bis hin zur Germanischen Neuen Medizin.
</p>

<p>
	„Komplementärmedizin“ oder „Integrative Medizin“ meint aber etwas anderes: Beide Kliniken haben sich in der Vergangenheit <span style="text-decoration:underline;">nicht</span> damit beschäftigt, die Schulmedizin zu ersetzen, d.h. alternative Behandlungsmöglichkeiten herauszufinden. In den jetzt kooperierenden Einrichtungen arbeiten keine Heilpraktiker, sondern Ärzte, die gesetzliche und standesrechtliche Vorschriften beachten müssen. Sie kennen die konventionellen Behandlungskonzepte für verschiedene Krankheiten, bedienen sich aber weiterer Maßnahmen und Mittel, um die Schulmedizin zu ergänzen und zu unterstützen.
</p>

<p>
	Die Klinik für Naturheilkunde gibt es in Berlin seit 1995 an unterschiedlichen Standorten. Sie gehört jetzt zum <a href="http://naturheilkunde.immanuel.de/home/" rel="external nofollow">Immanuel-Krankenhaus in Berlin-Wannsee</a> und  ist die älteste ihrer Art in Deutschland. Patienten können sich stationär oder ambulant mit klassischen Naturheilverfahren behandeln lassen oder ihre Selbstheilungskräfte durch Mind-Body-Medizin fördern. Die <a href="http://www.hochschulambulanz-naturheilkunde.de/" rel="external nofollow"><em>CHAMP</em></a> wurde 2007 vom <a href="http://epidemiologie.charite.de" rel="external nofollow"><em>Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie</em></a> gegründet. Patienten können sich beraten ("Gesundheits-Coaching") und behandeln lassen. Außerdem werden Kurse angeboten - zum Beispiel zum Fasten, zur Raucherentwöhnung, zur Entspannung und Stressbewältigung oder zur Stärkung von Wirbelsäule und Muskulatur bei Rückschmerzen. Im Seminarzentrum finden Vorträge zur Gesundheitsförderung statt, um Patienten gezielt zur natürlichen Selbsttherapie zu ermuntern.
</p>

<p>
	Beide Einrichtungen bieten ein breites Spektrum zusätzlicher Behandlungsmöglichkeiten an. Einen Teil der Leistungen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen, vor allem bei stationärem Aufenthalt oder den Präventionskursen.
</p>

<p style="text-align:right;">
	<em>Foto: mashe - Fotolia.com</em>
</p>

<div>
	 
</div>

]]></description><guid isPermaLink="false">457</guid><pubDate>Mon, 31 Jan 2011 11:43:00 +0000</pubDate></item><item><title>Interessante Artikel zur Traditionellen Chinesischen Medizin</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/interessante-artikel-zur-traditionellen-chinesischen-medizin/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2010_12/zeitungen.png.c5c0c8f73e2ce1e6d05934f51bbdb011.png" /></p>

<p><a href="http://tcm-dermatologie.com/chinesische-heilkraeuter.htm" rel="external nofollow">Chinesische Heikräuter in der Behandlung von Hautkrankheiten</a>Dr. Katrin Schumacher über die Behandlung von Hauterkrankungen mit chinesischen Heilkräutern nach der chinesischen Dermatologie</p><p><a href="https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/paul-unschuld-ueber-kunstprodukt-akupunktur-naturarznei-qigong-a-909595.html" rel="external nofollow">Fernöstliche Heilkunst: TCM</a>(Spiegel online, 31.07.2013)Was Therapeuten im Westen als Traditionelle Chinesische Medizin verkaufen, hat mit ihren Ursprüngen wenig zu tun, sagt der Medizinhistoriker Paul Unschuld.</p><p><a href="https://www.deutschlandfunk.de/schwerpunktthema-yin-und-yang-akupunktur-und-heilkraeuter.709.de.html?dram:article_id=88957" rel="external nofollow">Traditionelle Chinesische Medizin in Deutschland</a>(Deutschlandfunk, 14.12.2010)Die Traditionelle Chinesische Medizin ist eine Heilkunde, die sich schon seit der Antike in China entwickelt hat. Sie gehört hierzulande zum Bereich der Alternativ- und Komplementärmedizin und erlebt seit den 1970er-Jahren einen Boom.</p><h4>Weitere Links zur TCM</h4><a href="https://www.agtcm.de/patienten/index.htm" rel="external nofollow">Arbeitsgemeinschaft Traditionelle Chinesische Medizin</a>www.agtcm.de<p><a href="http://www.naturheilpraxis-dimmling.de/" rel="external nofollow">Dr. rer. nat. Friedrich Dimmling</a>Praxis für Chinesische Medizin, Berlin-Kreuzbergwww.naturheilpraxis-dimmling.de</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">837</guid><pubDate>Tue, 14 Dec 2010 09:47:47 +0000</pubDate></item><item><title>Alternative Methoden &#x2013; welche nutzen, welche nicht?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/alternativmedizin-psoriasis/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2010_09/alternative-therapien-schuppenflechte.jpg.50fe0e196962a50d6fa1185418372f59.jpg" /></p>

<p>So vielseitig die Gesichter der Psoriasis sind, so viele verschiedene Behandlungsmöglichkeiten existieren. Es gibt unzählige Wirkstoffe in diversen Darreichungsformen. Dennoch kann oft bestenfalls eine Linderung erreicht werden. Deshalb greifen Patienten oftmals zu Alternativmethoden, um ihr Leiden zu mindern. Eine Gruppe von Dermatologen aus den USA hat sich nun die Mühe gemacht, Wirksamkeitsstudien über diese Verfahren zusammenzustellen und auszuwerten.</p><h3>Vitamine, Kräuter, Mineralstoffe</h3><h4>Neemextrakt</h4>In einer Studie wurden die Patienten als Basistherapie mit 5%iger Teersalbe mit 3%iger Salicylsäure behandelt. Eine Hälfte erhielt zusätzlich dreimal täglich eine Kapsel mit Neemextrakt, die andere bekam Kapseln ohne Wirkstoff. Nach zwölf Wochen hatte sich der <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr> Score der Neemgruppe um 9,47 Punkte verbessert, in der Placebogruppe war es mit 4,74 Punkten nur die Hälfte. Nebenwirkungen gab es keine.<h4>Aloe vera</h4>Ebenfalls wirksam zeigte sich eine Feuchtigkeitscreme, die 0,5 Prozent Aloe Vera enthielt. 60 Patienten waren dreimal täglich über einen Zeitraum von vier Wochen damit behandelt worden. Der durchschnittliche <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr>-Score sank in der Aloe-Gruppe von 9,7 auf 2,2, in der Placebogruppe von 8,9 auf 8,2. Nebenwirkungen wurden nicht vermerkt. Aber: Aloe Vera <em>im Gel</em> bewirkte keinerlei Verbesserung. Man vermerkte sogar Nebenwirkungen wie trockene Haut, Stechen, Wundsein, Fissuren und Erytheme. Weitere mögliche Begleiterscheinungen von Aloe können laut Angaben der Dermatologen allergische Reaktionen sein.<h4>Mahonia aquifolium (Berberitze)</h4>Mahonia aquifolium enthält ebenfalls Wirkstoffe, die gegen Entzündungen wirken. Bei 171 Patienten wurde 12 Wochen lang jeweils eine Psoriasis-Plaque entweder mit Berberitze oder Placebo behandelt. Während in der in der Placebogruppe kein Effekt zu beobachten war, sank der <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr>-Wert in der Wirkstoffgruppe um durchschnittlich 3 Punkte. In Deutschland ist der Wirkstoff in <a href="https://www.psoriasis-netz.de/?s=Rubisan" rel="">Rubisan</a> (10 %) und in <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/belixos-creme" rel="">Belixos</a> (1,6%) auf dem Markt.<h4>Inositol</h4>Patienten mit einer bipolaren Störung werden oft mit Lithium behandelt, welches die Symptome einer gleichzeitig vorhandenen Psoriasis verschlechtert. Wird zusätzlich <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Inosit" rel="external">Inositol</a> (6 Gramm pro Tag) eingesetzt, konnte eine Verbesserung erreicht werden.<h4>Vitamin D, Zinksulfat, Selen, Vitamin B12, Oleum Harvathensis</h4>Kaum oder gar keine signifikanten Ergebnisse im Vergleich zu Placebo zeigten die Behandlungen mit Vitamin D (1 Mikrogramm pro Tag), Zinksulfat (220 mg), Selen (200 Mikrogramm pro Tag), mit Vitamin B12/Acocadocreme oder Oleum Harvathensis - einer Mischung aus verschiedenen Kräuterölen.<h3>Fischöl</h3>In fetten Seefischen kommen Omega-3-Fettsäuren (EPA: Eicosapentaensäure; DHA: Docosahexaensäure) vor, die positive Effekte auf viele Körperfunktionen haben sollen. Einfach fetten Fisch zu essen allerdings bringt laut den Ergebnissen einer Studie bei Schuppenflechte nichts. Das Einreiben mit Fischöl zeigte geringfügige positive Auswirkungen auf die Dicke der Plaques, die Erytheme blieben davon ausgeschlossen. Mehr Erfolge brachten Fischölkapseln, allerdings nur in hoher Dosierung. Während eine Tagesdosis von 3 Gramm EPA und 1,8 Gramm DHA keine Wirkung hervorrief, bewirkten 15 Gramm EPA verteilt auf zehn Kapseln täglich einen signifikant geringeren Juckreiz und weniger Erytheme.<p>Durch die Kombination von zehn Fischölkapseln (3,6 g EPA, 2,4 g DHA) täglich mit UVB Bestrahlung nahmen Erytheme und die Dicke der Plaques ab. Das Abschuppen ging einfacher vonstatten.</p><p>Auch der Umfang der befallenen Oberfläche (BSA) verringerte sich um 45 Prozent, bei Placebo um 22. Noch bessere Ergebnisse erzielten Infusionen mit Omega-3-Fettsäuren: Eine Infusion von Omega-3-Fettsäuren (2,1 Gramm EPA, 21 Gramm DHA) täglich über zehn Tage verminderte den Schweregrad der Erytheme und Plaques bis zu 76 Prozent. Die Infusion einer Lösung mit 4,2 Gramm EPA und DHA senkte den <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr>-Wert der Probanden um 11,2 Punkte. Bei 37 Prozent wurde eine 50%ige Verringerung (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr>-50) erreicht.</p><h3>Klimatherapien und Salz vom Toten Meer</h3>Erfolge erzielten hoch- aber auch niedrig dosierte Spa-Salzbäder in Kombination mit UVB-Bestrahlungen, wobei das mit 25 Prozent hochkonzentrierte Heilwasser noch besser wirkte <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr> 50 erreichten 86% der Probanden.<p>Kaum messbare Verbesserungen dagegen wurden mit Lotionen oder Bäder mit Salz vom Toten Meer errreicht. Auch in Kombination mit UVB war nur ein geringer Effekt im Vergleich mit der Placebogruppe zu verzeichnen. Diese Studien liefen wie gesagt in den USA - in Deutschland sind die Erfahrungen deutlich anders.</p><p>Allerdings - so die Autoren - müsse bei UV-Behandlungen das erhöhte Risiko für Hautkrebs in Betracht gezogen werden.</p><h3>Psychotherapien</h3><i>Meditationen</i>, auch in Kombination mit Visualisierung der möglichen Heilung, bewirkten eine deutliche Abnahme der Symptome.<p>Bei <i>Hypnose</i> zeigte sich, dass beeinflussbare Menschen mehr profitierten als welche, die nicht so leicht zu beeinflussen sind.</p><p><i>Phototherapien plus Audiotherapie Kassetten mit Anleitung zur Stressreduktion</i> führten dazu, dass die Patienten früher eine Symptomlinderung verspürten als die Kontrollgruppe, die allein mit Phototherapie behandelt wurde.</p><p><i>Psychotherapie</i> inklusive eines Trainings zum Stressmanagement bewirkte leichte Verbesserungen, Biofeedback oder Entspannungstechniken dagegen wirkten sich im Vergleich zu Placebo (keine Behandlung) kaum auf die Schwere der Krankheit aus.</p><h3>Chinesische Medizin und Akupunktur</h3>Als wirksam erwies sich eine recht ungewöhnliche Art der Behandlung: Man entnahm den Patienten 200 Milliliter Blut, behandelte es mit Magnetismus, Hochfrequenzstrahlung und ionisiertem Sauerstoff. Anschließend wurden jeweils acht Milliliter in die Bereiche der betroffenen Hautstellen zurück injiziert. Das Ergebnis: Punktuelle Heilung bei 72,7 Prozent der behandelten Hautstellen, in der Placebogruppe waren es 32,3.<p>In einer anderen Studie erhielten die Teilnehmer ein für Psoriasis entwickeltes Präparat namens „Yin Xie Ping“ als Granulat (zwei mal täglich 4,5 Gramm). Die Placebogruppe wurde mit dem Psoriasismittel „Xiao Yin Pian“ (7 Tabletten, drei mal täglich) versorgt: Symptome und Anzeichen der Krankheit verbesserten sich in der „Yin Xie“- Gruppe um 91 Prozent und in der „Xiao Yin“- Gruppe um 86,67 Prozent. Allerdings: Die Inhaltsstoffe der Präparate wurden nicht genannt. Die Autoren der zusammenfassenden Studie weisen darauf hin, dass mehrere chinesische Heilmittel lebertoxische Nebenwirkungen zeigen können.</p><p>Akupunktur erwies sich als wirkungslos.</p><h3>Ein Wort noch</h3>Zu all diesen Daten und Fakten betonen die Autoren folgendes: Oftmals waren die durchgeführten Untersuchungen von nicht ausreichender Qualität, was die Anzahl der Probanden oder das Studiendesign betraf. So sollten wissenschaftliche Studien stets randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert sein, was nicht immer der Fall war.<p>Zudem nutzten die meisten Untersuchungen den <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr>-Score zur Ergebnisbetrachtung. Nach Ansicht der Autoren ist dieser Wert nicht ausreichend aussagekräftig.</p><p>Außerdem wurden die Alternativverfahren oftmals in Kombination mit traditionellen Standardtherapien getestet, was den Ergebnissen die Allgemeingültigkeit nimmt.</p><p>Nicht zuletzt sollten die möglichen Nebenwirkungen der Therapien berücksichtigt werden. Dies erfolgte in den Aufsätzen oft nicht. Fazit der Forscher: Es werden mehr Qualitäts-Studien mit besserem Design benötigt, wenn der Wert alternativer Verfahren für die Zukunft einschätzbar werden soll.</p><p> </p><div>Quelle: Nana Smith, Alex Weymann, Francisco A. Tausk und Joel M. Gelfand: "<a href="https://www.jaad.org/article/S0190-9622(09)00501-5/abstract" rel="external nofollow">Complementary and alternative medicine for psoriasis: A qualitative review of the clinical trial literature</a>". In: Journal of the American Academy of Dermatology, November 2009</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">445</guid><pubDate>Tue, 21 Sep 2010 17:24:42 +0000</pubDate></item><item><title>Regasinum antallergicum &#x2013; wenig bekannt, einige Erfolge</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/regasinum-antallergicum-wenig-bekannt-einige-erfolge/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2009_07/ampulle175.jpg.af63c9fc0a77d69c552de0d910f74e1c.jpg" /></p>

<p>
	Seit einiger Zeit sorgt Regasinum antallergicum für Diskussionsstoff in den Psoriasis-Foren. Betroffene berichten über bemerkenswerte Auswirkungen des Mittels auf die schuppenden Hautstellen - obwohl das Medikament eigentlich für den Einsatz bei Allergien gedacht ist.
</p>

<p>
	Wissenschaftliche Untersuchungen gibt es bisher nicht. Warum kann das homöopathische Allergiemittel bei Schuppenflechte wirksam sein?
</p>

<p>
	Homöopathie sorgt seit jeher für Zwist zwischen Schul- und Alternativmedizinern. Die einen reden von Geldschneiderei, von Pseudo- und Parawissenschaft. Die anderen glauben, dass die hoch verdünnten Substanzen – ähnlich wie ein Impfstoff - das Immunsystem aktivieren und so den Körper zu einem Selbstheilungsprozess anregen. Streng wissenschaftlich scheint dies aufgrund der äußerst geringen Wirkstoffmengen zwar unwahrscheinlich. Doch sind gewisse positive Ergebnisse nach homöopathischen Behandlungen kaum abzustreiten.
</p>

<p>
	Sowie bei Regasinum antallergicum, das laut dem Heilpraktiker Adolf Erstfeld (1) seit Jahrzehnten erfolgreich gegen Heuschnupfen, allergisches Asthma sowie gegen atopische Ekzeme (Neurodermitis) eingesetzt wird. Nun scheint sich das Spektrum der mit Regasinum behandelbaren Krankheiten auf Schuppenflechte zu erweitern. Das zumindest berichten einige begeisterte Patienten, welche die heilsamen Effekte an der eigenen Haut zu spüren bekamen.
</p>

<p>
	Rein zufällig entdeckte nämlich ein Hamburger Arzt bereits vor mehr als 20 Jahren, dass sich das Hautbild von Psoriatikern, die gleichzeitig unter einer Allergie litten und mit Regasinum dagegen behandelt wurden, eindeutig verbesserte. Er begann, mit dieser „Nebenwirkung“ zu experimentieren. So fand der Allgemeinmediziner heraus, dass die normale subcutane Injektion („unter die Haut“) nur lokal wirksam war, während eine Spritze in die Muskulatur des Hinterteils nahezu alle Körperoberflächen erreichte. Auch die Kombination mit dem Lokalanästhetikum Lidocain als "Bote" für die systemische Verteilung der Wirkstoffe schien von Vorteil zu sein.
</p>

<p>
	Lange Zeit blieben die Erkenntnisse des Arztes im Verborgenen. Inzwischen jedoch haben einige der Patienten ihre Erfahrungen mit jener Therapie im Internet veröffentlicht. Sie melden einen Rückgang von Hautschuppen und Nagelpsoriasis binnen weniger Tage, teilweise sogar über Nacht. Zwar wird dieser Effekt nicht als dauerhaft beschrieben. Sobald sich ein neuer Schub ankündigt, müsse die Injektion wiederholt werden. Das sei - je nach Schweregrad der Erkrankung - etwa alle zwei bis sechs Monate der Fall. Doch auf lange Sicht wird die nebenwirkungsfreie Behandlung äußerst positiv bewertet.
</p>

<p>
	Wie aber kann es sein, dass ein Allergiemittel die Symptome von Schuppenflechte beeinflusst?
</p>

<p>
	Die Erklärung findet sich womöglich in der Kombination der verschiedenen Inhaltsstoffe von Regasinum:
</p>

<ul>
	<li>
		Apis mellifica Dil. D4: Das verdünnte Gift der Honigbiene dient in erster Linie der Therapie von Halsentzündungen und Schwellungen, wird allerdings ebenfalls bei Röteln, Insektenstichen, Hautausschlägen beziehungsweise –entzündungen sowie Rheuma eingesetzt. Rheumatische Erkrankungen werden - wie Psoriasis - den Autoimmunkrankheiten zugeordnet.
	</li>
	<li>
		Aralia racemosa Dil. D3: Haupteinsatz sind allergiebedingte Erkrankungen der Atmungsorgane, Katarrhe der Nase und Bronchien sowie rheumatische Erkrankungen.
	</li>
	<li>
		Naja tripudians Dil. D8: Ein hoch verdünntes Schlangengift gegen trockenen Reizhusten, Heiserkeit, gegen Erkrankungen des Zentralen Nervensystems, des Herzens - und der Haut.
	</li>
	<li>
		Acidum formicum Dil. D6: Die Ameisensäure wirkt bei Neigung zu krankhaften Symptomen, beispielsweise bei allergischer Gefäßregulation oder entzündlichen Hauterkrankungen wie Milchschorf und Neurodermitis.
	</li>
</ul>

<p>
	Argumente für eine eventuelle biologische Wirksamkeit von Regasinum bei Psoriasis wären
</p>

<ol>
	<li>
		dass eine allergische Komponente als Ursache nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden kann und
	</li>
	<li>
		dass die Einzelsubstanzen – zumindest der homöopatischen Theorie nach - das Immunsystem und den Hautzustand beeinflussen.
	</li>
</ol>

<p>
	Auf die Begeisterung der Betroffenen angesprochen, wiegeln behandelnde Ärzte allerdings ab: Ja, bei etwa der Hälfte der Patienten würde das Mittel wirken, sofern es in Abhängigkeit von Körpergewicht und Schweregrad verabreicht wird - und nein, eine 100-prozentige Garantie gäbe es nicht. Ebenso wenig wie die genaue Ursache der Schuppenflechte bekannt sei, wisse man, woher der Effekt rühre. Wie bei allen homöopathischen Mitteln müsse man zunächst mit einer Erstverschlimmerung rechnen, die aber wieder verschwinden würde.
</p>

<h2>
	Fazit
</h2>

<p>
	Wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit existieren nicht. Es handelt sich bisher lediglich um viel versprechende Erfahrungsberichte.
</p>

<p>
	Allerdings scheinen die Risiken einer Therapie mit Regasinum antallergicum klein. Das Medikament kostet nicht viel und zeigt kaum bis gar keine Nebenwirkungen.
</p>

<p>
	Wer die Regasinum-„Kur“ ausprobieren möchte, sollte seinen Hausarzt darauf ansprechen.
</p>

<h2>
	Fakten
</h2>

<p>
	<strong>Mittel</strong>: Regasinum antallergicum - homöopathisches Medikament gegen allergisches Asthma und Heuschnupfen (sowie Hautsymptome).
</p>

<p>
	<strong>Hersteller</strong>: ROWA Wagner GmbH
</p>

<p>
	<strong>Anwendung</strong>: Injektion in Kombination mit Lidocain intramuskulär (in den Po). Ab 80 Kilogramm Körpergewicht sollten zwei Ampullen (+ Lidocain) injiziert werden. Diese Art der Anwendung macht eine Eigenbehandlung unmöglich und erfordert den Besuch beim Arzt, zumal Lidocain verschreibungspflichtig ist.
</p>

<p>
	<strong>Nebenwirkungen</strong>: höchstens eine Rötung an der Einstichstelle
</p>

<p>
	<strong>Gegenanzeigen</strong>: Allergie gegen Bienenstiche.
</p>

<p>
	<strong>Kosten</strong>: pro sechs Ampullen etwa 6 Euro + Lidocain + Praxisgebühr + Kosten für die Injektionen.
</p>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		(1) <a href="http://naturheilkunde-online.de/content/5/173/heuschnupfen" rel="external nofollow">Fachartikel</a> von Adolf Erstfeld, Heilpraktiker
	</li>
	<li>
		Interview mit einen anwendenden Arzt, Daten liegen der Redaktion vor    
	</li>
</ul>

]]></description><guid isPermaLink="false">392</guid><pubDate>Sun, 05 Jul 2009 18:59:00 +0000</pubDate></item><item><title>Lichtimpfung f&#xFC;r Kinder jetzt auch im Krankenhaus</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/dermodyne-krankenkasse/</link><description><![CDATA[
<p>
	Jahrelang bemühte sich Dr. Jan Wilkens darum, dass das von ihm entwickelte Bestrahlungsverfahren "DermoDyne-Lichttherapie" als schulmedizinsche Therapie anerkannt wird. Er und seine Mitstreiter waren fest davon überzeugt, eine nebenwirkungsarme Bestrahlungsmethode gefunden zu haben, um erfolgreich das atopischen Ekzem (sog. "Neurodermitis") und die Haut-Psoriasis zu behandeln. Meist mussten Patienten diese Therapie meist aus eigener Tasche bezahlen. Später gab es für Kinder eine Möglichkeit, im Rahmen eines Klinikaufenthalts mit dieser "Lichtimpfung" auf Kosten der gesetzlichen Krankenkasse behandelt zu werden.
</p>

<p>
	Wir haben die Bestrahlung mit blauem Licht immer wohlwollend verfolgt, auch wenn sich <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/8866-finger-weg-von-der-optomed-lichttherapie/" rel="">im Forum des Psoriasis-Netzes</a> einige enttäuschte Neurodermitiker gemeldet haben. Es wäre doch zu schön, wenn es möglich wäre, auch Psoriasiskranke mit UV-freiem Licht zu bestrahlen.
</p>

<p>
	Dr. Wilkens war vor allem mit seinen Erfolgen beim atopischen Ekzem in die Öffentlichkeit getreten. Es gäbe aber inzwischen auch "Psoriasispatienten, die erfolgreich und nachhaltig mit der DermoDyne Lichtimpfung behandelt wurden", erklärte Dr. Wilkens einmal. Eine überzeugende Studie fehlt aber bis heute. Das Geld dafür sei ihm vom Brandenburger Forschungsministerium und einer Hamburger Bank vorenthalten worden, so Wilkens. An der Uni Mainz lief eine Studie, durch die erforscht werden sollte, wie die "Lichtimpfung" tatsächlich wirkt.
</p>

<p>
	Es habe sich gezeigt, so Dr. Wilkens, dass vor allem Kindern sehr gut auf die Therapie ansprechen würden. Zufriedene Eltern und Patienten hätten Geld gespendet, um der Kinder-Klinik Hochried Behandlungsgeräte zur Verfügung zu stellen. Gemeinsam mit Professor Dr. Dietrich Abeck habe er etwa 20 Patienten mit der Lichtimpfung erfolgreich behandelt. Darunter wären auch einige Kinder mit Psoriasis gewesen. Prof. Dr. Abeck ist ein anerkannter Kinder-Dermatologe, der weit über die Grenzen Münchens bekannt ist. Zeitweise war es möglich, sich mit der "DermoDyne-Lichttherapie" behandeln zu lassen, ohne dafür extra privat zu bezahlen. Die Bestrahlung war Teil der Therapie bei Kindern und Jugendlichen in der <a href="https://www.klinikhochried.de/de/" rel="external nofollow" title="Klinik Hochried">Klinik Hochried</a>.
</p>

<p>
	An anderen Behandlungsorten musste in jedem Einzelfall geprüft werden, wer die Kosten übernimmt. Die Berufsgenossenschaften zahlten meist dann, wenn die Psoriasis berufsbedingt aufgetreten ist. Einige private und gesetzliche Krankenkassen sowie Beihilfestellen hatten diese Therapie in Fällen bezahlt, bei denen andere schulmedizinischen Verfahren ausgeschöpft worden sind. Wir rieten stess, sich darüber vorher bei den Behandlern vor Ort beraten zu lassen.
</p>

<p>
	Dr. Wilkens wurde von Einigen heftig kritisiert: Dr. Ina Hadshiew (Kopf- und Hautzentrum der Uniklinik Hamburg-Eppendorf) <a href="https://www.neurodermitis-bund.de/nachrichtenleser-aktionen/verleihung-der-goldenen-kratzhand-durch-den-dnb-an-stern-tv-rtl-und-guentherjauch.html" rel="external nofollow" title="wirft ihm zum Beispiel vor">warf ihm zum Beispiel vor</a>, "mit dem Leid der Patienten nicht unerheblich Kasse" zu machen. Es gäbe nur eine einzige, völlig unzureichende Studie, die bei lediglich zehn Ekzem-Patienten Erfolge nachweise. Der Deutsche Neurodermitiker Bund (DNB) reihte Wilkens in die Kategorie der "Quacksalber" ein. Weil Wilkens seine Therapie zweimal bei "stern-tv" vorstellen durfte, strafte der DNB die Redaktion mit der "<a href="https://www.neurodermitis-bund.de/nachrichtenleser-aktionen/verleihung-der-goldenen-kratzhand-durch-den-dnb-an-stern-tv-rtl-und-guentherjauch.html" rel="external nofollow" title="Goldenen Kratzhand">Goldenen Kratzhand</a>" ab. Durch die Fernseh-Sendung wären falsche Hoffnungen geweckt und verzweifelte Patienten in ein "finanzielles Abenteuer gelockt" worden. Die Argumente von Experten, die diese Therapie seit langem kritisieren und ablehnen, hätte man den Zuschauern vorenthalten.
</p>

<p>
	Aber es gab auch andere Stimmen: Professor Jean Krutmann (Uni Düsseldorf) bezeichnet die Methode als "interessantes neuartiges phototherapeutisches Verfahren". Er forderte aber "weitere, umfangreichere, wissenschaftlich fundierte Untersuchungen", da nicht ausreichend nachgewiesen war, wie erfolgreich die DermoDyne-Therapie tatsächlich sei. (1) Dr. Karl-Christian Appl (Hautschutzzentrum Berlin der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege) arbeitete seit 2004 mit der DermoDyne-Lichtimpfung. Er war mit den Erfolgen bei Patienten mit Psoriasis an Händen und Füßen zufrieden. Wie schon erwähnt, arbeitete auch der renommierte Kinder-Dermatologe, Professor Abeck mit Wilkens zusammen.
</p>

<p>
	Es konnte wohl niemand bestreiten, dass diese Therapie bei Hautkranken half. Wie bei anderen Therapien gab es aber auch Patienten, denen sie nicht half oder bei denen sich die Krankheit dabei verschlimmerte. Seriös anerkannt werden kann die Lichtimpfung erst dann, wenn genaue Angaben vorliegen, so wie man das auch von anderen Studien kennt. Große Firmen können solche Untersuchungen finanzieren. Kleine oder mittelständischen Betrieben fehlt dafür aber meist das Geld. Daran ist vor einigen Jahren schon der Hersteller von "Interferenzstrom-Geräten" gescheitert - eine ebenfalls hoffnungsvolle Therapie.
</p>

<p>
	Dr. Wilkens starb im Februar 2018. Seither ruht alles Geschehen rund um die Therapie.
</p>

<p>
	(1) "Dermo Dyne Therapie / ,Lichtimpfung'", Entwurf eines Positionspapier der Arbeitsgruppe Photodermatologie der Deutschen Gesellschaft für Photobiologie, Prof. Jean Krutmann
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">309</guid><pubDate>Sat, 21 Feb 2009 04:58:00 +0000</pubDate></item><item><title>Expertenchat: Behandlungsmethoden bei Psoriasis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/expertenchat-behandlungsmethoden-bei-psoriasis/</link><description><![CDATA[<p>
	<strong>Am 29. Oktober 2009 war </strong><a href="https://www.psoriasis-netz.de/weltpsoriasistag" rel=""><strong>Welt-Psoriasis-Tag</strong></a><strong>. Dr. Katharina Wippel-Slupetzky beantwortete Fragen zur Behandlung der <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span>. Sie war damals Funktionsoberarzt an der Medizinischen Universitätsklinik für Dermatologie in Wien. Hier ist das Protokoll des Chats.</strong>
</p>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19463" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/Wippel-Slupetzky.jpg.3111c1b03a10cba2c0d25ad0708f3a51.jpg" rel="" style="float: left;"><img alt="Dr. Katharina Wippel-Slupetzky" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19463" data-ratio="75.33" style="height: auto; width: 150px;" width="150" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2014_11/Wippel-Slupetzky.jpg.3111c1b03a10cba2c0d25ad0708f3a51.jpg" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png"></a><strong>Guten Abend Frau Wippel-Slupetzky, vielen Dank dafür, dass Sie uns heute abend als Expertin für den Themenchat Psoriasis zur Verfügung stehen. Möchten Sie sich zu Beginn kurz vorstellen?</strong>
</div>

<p>
	Mein Name ist Dr. Katharina Wippel-Slupetzky, ich arbeite an der Wiener Uni. Mein Spezialgebiet ist die Psoriasis, v.a. Therapie mit <span ipsnoautolink="true">Biologika</span>.
</p>

<p>
	<strong>Meine Hautärztin sagt, ich muss mit <span ipsnoautolink="true">Nagelpsoriasis</span> leben lernen, gibt es wirklich keine Therapie?</strong>
</p>

<p>
	Bei manchen unserer Patienten hilft die Therapie mit TNF-alpha-Blockern sehr gut. Das ist eine Form der Biologika. Problematisch könnte die Bewilligung sein, wenn nur ausschließlich die Nägel befallen sind.
</p>

<p>
	<strong>Wie lange kann man die <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/dermovate-salbe" rel="">Dermovate-Salbe</a> auftragen?</strong>
</p>

<p>
	Ab drei Wochen durchgehende Therapie können Nebenwirkungen wie Hautverdünnung eintreten, Gewöhnungseffekt sehen wir keinen. Ich empfehle 2x täglich für 1 Woche, dann langsam ausschleichen.
</p>

<p>
	<strong>Was können Ihrer Meinung nach die Patientenorganisationen und die daran angeschlossenen <a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen/kategorie/selbsthilfegruppen/" rel="">Selbsthilfegruppen</a> tun, um die Psoriasis einer noch breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen?</strong>
</p>

<p>
	Artikel in Zeitungen, Homepages, Info vor allem von praktischen Ärzten, da herrscht noch großer Bedarf, Fernsehbeiträge, Infostände an belebten Straßen...
</p>

<p>
	<strong>Welche Therapie würden Sie bei <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span>, die hauptsächlich die Finger betrifft (geringe Schwellung, Schmerzen nur bei Bewegung) empfehlen?</strong>
</p>

<p>
	Basistherapie erfolgt mit sogenannten nichtsteroidalen Schmerzmitteln, wie Voltaren etc. Aufpassen vor Fortschreiten, rechtzeitig einschreiten, sonst sind dauerhafte Schäden möglich.
</p>

<p>
	<strong>Können die Einschränkungen wirklich vollständig beseitigt werden?</strong>
</p>

<p>
	Schmerzmittel sind auch antientzündlich, eine unterstützende Physiotherapie ist sicher auch wichtig.
</p>

<p>
	<strong>Ich rauche seit 2 Jahren und vor ungefähr 6 Monaten habe ich Psoriasis bekommen, nun bin ich in Behandlung, aber es wirkt nix. kann es wirklich durch das rauchen sein, dass sich nix bessert oder liegt es daran, dass die Behandlung nicht hilft?</strong>
</p>

<p>
	Rauchen ist generell schlecht, es gibt aber keinen direkten Zusammenhang mit Psoriasis wie z.B. bei Alkohol. Ich würde eine Therapieumstellung empfehlen, wenn nach 6 Monaten keine Besserung eintritt.
</p>

<p>
	<strong>Welche Nebenwirkungen sind bei Biologica, z.B. <span ipsnoautolink="true">Enbrel</span>, zu erwarten?</strong>
</p>

<p>
	Lokalreaktion an Einstichstelle, höhere Infektneigung wie Bronchitis, Nasennebenhöhlenentzündung. Vorher sollte unbedingt eine Tuberkulose ausgeschlossen werden, weil sonst eine Reaktivierung möglich ist.
</p>

<p>
	<strong>Darf man Humira mit Kortisontabletten kombinieren?</strong>
</p>

<p>
	Wir haben zahlreiche Dauerpatienten, die keine Probleme haben. <span ipsnoautolink="true">Humira</span> sollte als Einzeltherapie wirken. Ich halte nichts von Kortisontabletten bei Psoriasis, weil nach dem Absetzen oft ein starker Schub kommt. Wenn Humira nicht wirkt, würde ich lieber eine Umstellung auf eine andere Therapie erwägen.
</p>

<p>
	<strong>Ist Kortisoncreme (Jellin) für die Kopfhaut schädlich, ich meine nur für die Kopfhaut?</strong>
</p>

<p>
	Alles relativ, Kortison lokal wirkt sehr gut entzündungshemmend, trotz dem keine Dauertherapie auf ewig. Ich empfehle bei Kortison egal ob lokal oder zum Einnehmen auszuschleichen...
</p>

<p>
	<strong><a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/daivobet" rel="">Psorcutan beta</a> wirkt bei mir sehr gut, gibt es die Wirksubstanzen auch in einer angenehmeren Zubereitung als Vaseline?</strong>
</p>

<p>
	Das ist eine fertig hergestellte Salbe, es spricht aber nichts gegen eine Mischung mit neutralen Grundlagen.
</p>

<p>
	<strong>Wie lange darf man Humira spritzen – länger als 5 Jahre?</strong>
</p>

<p>
	Es ist als Dauertherapie ausgelegt. Nach dem Absetzen kommt die Psoriasis wahrscheinlich wieder. Die längsten Erfahrungen hat man derzeit aus der Rheumatologie und Gastroenterologie, wo es schon länger verwendet wird.
</p>

<p>
	<strong>Darf das Medikament Colofac retard bei einer Behandlung mit Enbrel eingenommen werden?</strong>
</p>

<p>
	Bei Biologika gibt es keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.
</p>

<p>
	<strong>Wie häufig ist gleichzeitiges Auftreten von Psoriasis und Neurodermitis?</strong>
</p>

<p>
	Psoriasis und Neurodermitis äußerst selten, weil gegensätzliche Mechanismen im Immunsystem zu Grunde liegen. Ich habe es noch nicht gesehen bei unseren Patienten. Es schließt sich aber nicht aus.
</p>

<p>
	<strong>...und gleichzeitig Psoriasis und Vitiligo?</strong>
</p>

<p>
	Vitiligo ist häufig bei Schilddrüsenerkrankungen, aber nicht klassisch bei Psoriasis.
</p>

<p>
	<strong>Was kann man bei Vitiligo tun?</strong>
</p>

<p>
	Bestrahlen mit UV-Licht hilft manchmal, ebenso Cortison lokal oder ein anderer lokaler Immunmodulator, z.B. Protopic. Aber generell ist sie eher mühsam zu behandeln, weil sie sehr hartnäckig ist.
</p>

<p>
	<strong>Mein Freund hat Psoriasis und das ist bei Stress sehr arg! Was kann er tun?</strong>
</p>

<p>
	Zum Hautarzt gehen, Stressabbau mit Sport etc. Stress ist ein typischer Trigger und leider nicht vermeidbar, aber man kann ihn sich bewusst machen! Je nach Ausprägung kann die Therapie ja eventuell auch nur im Schub angewendet werden.
</p>

<p>
	<strong>Kann man lokales Kortison lebenslang nehmen?</strong>
</p>

<p>
	Mit Pausen ja, aber nicht durchgehend, weil sonst lokale Nebenwirkungen möglich sind.
</p>

<p>
	<strong>Hat es Sinn, bei Psoriasis <span ipsnoautolink="true">Hausmittel</span> anzuwenden? Oder hat das nur Placebo-Effekte?</strong>
</p>

<p>
	Dazu gibt es keine wirklichen Beweise, oft sind Hausmittel nur überliefert wirksam. Ich glaube an eine Placebowirkung.
</p>

<p>
	<strong>Wenn eine lokal angewandte Salbe erfolgreich ist, kann der Erfolg eventuell dauerhaft sein und die Psoriasis besiegen?</strong>
</p>

<p>
	Psoriasis ist nach heutigem Stand der Medizin (noch) nicht heilbar. Es gibt aber verschiedene Formen der Psoriasis. Bei manchen tritt sie nur schubweise auf, z.B. nach Infekten, bei Stress, andere haben sie ständig... Das lässt sich leider schwer voraussagen.
</p>

<p>
	<strong>Welches Shampoo kann mein Freund am besten verwenden? Er hat es auf der Kopfhaut, vorne und an den Seiten.</strong>
</p>

<p>
	Ich empfehle gerne Squamasol, Desquaman und begleitend eine Cortisonlösung. Bei starken Schuppen können Salicylölhauben alle zwei Tage über Nacht helfen.
</p>

<p>
	<strong>Wie kann ich einem sechs Jahre alten Kind begreiflich machen, dass es Psoriasis hat und es (leider immer noch) eventuell von anderen Kids gemieden wird deswegen?</strong>
</p>

<p>
	Gespräche, Geduld, viel Einfühlungsvermögen, keine leichte Aufgabe, aber es gibt auch in der Kindheit Therapiemöglichkeiten! Enbrel sollte bald zugelassen werden für Kinder z.B.
</p>

<p>
	<strong>Kann die Psoriasis durch die Umwelt negativ beeinflusst werden?</strong>
</p>

<p>
	ist da Umweltverschmutzung gefragt? Darüber weiß ich nichts. aber von Staubbelastung etc. Schlecht sind Alkohol, Übergewicht, Stress. Es gibt meines Wissens keinen Zusammenhang wie z.b. bei Allergie.
</p>

<p>
	<strong>Wie wirksam ist die Blaulichtkammer?</strong>
</p>

<p>
	Meinen Sie UV-Bestrahlung? UVB und <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/behandlung/lichttherapie" rel="">PUVA</a> sind sehr effektiv, aber auch keine Heilung auf Dauer. Problematisch ist oft der Zeitaufwand.
</p>

<p>
	<strong>Welchen Zusammenhang zwischen Psoriasis und Allergien, z.B. Heuschnupfen, Nahrungsmittelallergien, gibt es?</strong>
</p>

<p>
	Keinen. Es betrifft ganz andere Mechanismen im Immunsystem.
</p>

<p>
	<strong>Wie schädlich ist Bestrahlung in langer Sicht?</strong>
</p>

<p>
	Nebenwirkungen sind z.B. Hautalterung, das Auftreten von Basaliomen, anderen Hauttumoren.
</p>

<p>
	Es ist gezielte Bestrahlung mit Sonnenlichtteilen, hat aber eben auch deren schlechte Wirkung. Man spricht da von kumulativer Dosis, sprich die Summe aller Sonnenbestrahlungen, und die sollte ein bestimmtes Maß nicht überschreiten
</p>

<p>
	<strong>Wikipedia sagt: Autoimmunschwäche. Wie kann man das Immunsystem stärken?</strong>
</p>

<p>
	Gesunde Lebensweise, kein Alkohol, kein Rauchen, kein Übergewicht. Aber: Autoimmunschwäche stimmt nicht ganz...
</p>

<p>
	<strong>Also keine Zivilisationsgifte!? Kann man sich da vor wirklich schützen?</strong>
</p>

<p>
	Vor Alkohol ja, beim Rauchen kann man viel vermeiden.
</p>

<p>
	<strong>Kann man Psoriasis allein über die <a href="https://www.psoriasis-netz.de/category/ernaehrung" rel="">Ernährung</a> zum Abheilen bringen?</strong>
</p>

<p>
	Nein, aber man sieht oft, dass Psoriasis besser wird, wenn Übergewichtige abnehmen.
</p>

<p>
	<strong>Kann die Psoriasis auch im doch recht hohen Alter von 80 noch auftreten?</strong>
</p>

<p>
	Sie kann in allen Lebensaltern auftreten, es gibt zwar Häufigkeitsgipfel, aber wie gesagt, leider ist jedes Alter möglich.
</p>

<p>
	<strong>Schadet Waschen der Psoriasis?</strong>
</p>

<p>
	Nein, nur starke mechanische Irritation wie Abbürsten. Ich empfehle rückfettende Ölbäder, Duschöle.
</p>

<p>
	<strong>Sollte man nicht eher das Immunsystem schwächen, da es ja bei Psoriasis zu gut arbeitet?</strong>
</p>

<p>
	Die meisten Systemtherapien unterdrücken das Immunsystem in gewisser Weise, gesunde Lebensweise ist bei Psoriasis aber sehr empfehlenswert. Bei der Psoriasis ist das Immunsystem chronisch aktiviert, aber deshalb noch nicht zu "stark".
</p>

<p>
	<strong>Nimmt die Schuppenflechte tendenziell zur Weltbevölkerung zu? Gibt es Orte oder Gegenden, an welchen sie vermehrt anzutreffen ist?</strong>
</p>

<p>
	Statistisch gesehen sind ca. 2 bis 3 Prozent der Gesamtbevölkerung betroffen. Es gibt ethnische gruppen, wo sie sehr selten ist, z.B. bei Asiaten, Indianern. Häufig ist sie bei Kaukasiern, v.a. Nordamerika, Europa (da stark Skandinavien)...
</p>

<p>
	<strong>Gibt es preiswerte Pflegemittel (nicht Apotheke)? Die tägliche Ganzkörperpflege ist extrem teuer.</strong>
</p>

<p>
	Körperlotionen für trockene Haut, rückfettende Salben, da gibt es auch in Drogeriemärkten gute Produkte. Mn kann sich auch 500ml-Rezepte-bewilligen lassen, damit kommt man länger aus und zahlt nicht mehr.
</p>

<p>
	<strong>Kommt es bei Psoriasis auch zu Schäden an inneren Organen?</strong>
</p>

<p>
	Es gibt Hinweise, dass es zu einem gehäuften Auftreten auch von Gefäßverkalkungen kommen kann, wobei es viele Psoriatiker mit Begleiterkran kungen gibt wie Diabetes, erhöhter Blutdruck, Übergewicht, die das per se begünstigen. Aber man vermutet trotzdem, dass die chronische Entzündung auch in dem Fall einen negativen Einfluss haben könnte.
</p>

<p>
	<strong>Wenn ich richtig informiert bin, chatten wir "in Austria". In Deutschland ist das Budget der Ärzte so beschränkt, dass man nicht mal genug "Heilsalbe" bekommt!</strong>
</p>

<p>
	In Österreich muss man 500 ml über den Chefarzt bewilligen lassen, das belastet das Budget des einzelnen Arztes nicht.
</p>

<p>
	<strong>Hallo! Ich verwende eine angemischte Salbe mit Triamcinolonacetonid, die ich gut vertrage, wenn ich die hin und wieder nehme, kann ich die dann auch über Jahre hinweg nehmen?</strong>
</p>

<p>
	Das ist Kortison, dafür gilt dasselbe wie vorher schon geschrieben.
</p>

<p>
	<strong>Wie kommt man im Winter am besten an UV-Licht? Ich habe gehört, das soll helfen. Kann es denn auch durch die Haare am Kopf dringen?</strong>
</p>

<p>
	Die Kopfhaut ist leider schlecht zugänglich, es sei denn, die Haare sind sehr kurz. UV-Bestrahlungen werden von vielen Hautärzten und Spitälern angeboten. Ich rate ab von Eigenbestrahlungsversuchen a la Solarium, da man da die Dosis schlecht dokumentieren kann. Und eine Nebenbemerkung: Sonnenbrand kann einen Psoriasis-Schub auslösen.
</p>

<p>
	<strong>Was bringen heimische Salzbäder? Welche Dosis braucht man für ein Vollbad und genügt auch normales Speisesalz oder muss es Salz aus dem Toten Meer sein?</strong>
</p>

<p>
	Salzbäder können unterstützend wirken, es gibt viele unterschiedliche Präparate mit genauen Dosierungshinweisen – ist unterschiedlich je nach Präparat. Kein Speisesalz, sondern Meersalzbäder.
</p>

<p>
	<strong>Solarium soll doch eh nicht helfen. Ist da nicht das UV entschärft, welches uns hilft?</strong>
</p>

<p>
	Solarium verwendet UVA, bei P-UVA wird auch mit UVA bestrahlt, nur dass man da vorher noch lichtsensibilisierende Tabletten einnimmt, damit kann man UV-Dosis geringer halten.
</p>

<p>
	<strong>Kann eine Schwangerschaft eine Psoriasis auslösen, wenn man da z.B. Stress hat? Oder andersrum: Könnte eine Schwangerschaft die Psoriasis zum "Verschwinden" bringen?</strong>
</p>

<p>
	Da gibt es unterschiedliche Berichte. Ich hatte gerade kürzlich eine Patientin, die knapp vor dem Geburtstermin eine besondere Form, nämlich eine Psoriasis pustulosa entwickelt hat. Doch in der Schwangerschaft sind viele Therapien nicht zugelassen. Da kann man nur UV-Licht und Cyclosporin bzw. Cortison einsetzen bei schweren Formen.
</p>

<p>
	<strong>Habe heute in einem Bericht gesehen, dass es wohl auch Injektionen sind. Habe leider den Namen vergessen (was mit E...). Wissen Sie, was das ist?</strong>
</p>

<p>
	3 von den 4 zugelassenen Biologikatherapien (<span ipsnoautolink="true">Raptiva</span>, Enbrel , Humira ) werden als Injektionen verabreicht. Dabei handelt es sich einerseits um TNF-alpha-Blocker, andererseits um eine Substanz, die eine Untergruppe von weißen Blutkörperchen beeinflusst. TNF-alpha ist ein Entzündungsbotenstoff in unserem Körper, der bei Psoriasis verstärkt auftritt. Indem man ihn blockiert, kann man die Psoriasis zum Stillstand bringen.
</p>

<p>
	<strong>Schrieben Sie nicht vorhin, dass das nicht so toll ist? Im Bericht kam das anders herüber.</strong>
</p>

<p>
	Ich behandle mehr als 300 Patienten dauerhaft mit Biologika und halte es für eine sehr gute, effektive und anwenderfreundliche Therapie.
</p>

<p>
	<strong>Werden Biologikatherapien in Zukunft eher kostengünstiger ausfallen?</strong>
</p>

<p>
	Die Herstellung ist leider teuer, aber da wird sich sicher etwas ändern müssen – vielleicht durch die Entwicklung anderer Biologika, die kostengünstiger sind. Aber das ist Zukunftsmusik. Daher gilt auch die notwendige Bewilligung über Chefarzt, und es muss genaue Richtlinien geben, wann Biologika bewilligt werden.
</p>

<p>
	<strong>Was passiert, wenn man Psorcutan (beta) auf mehr als 30 Prozent des Körpers bei der Behandlung aufträgt?</strong>
</p>

<p>
	Das Problem ist der Calcipotriol-Anteil. Eine zu großflächige Anwendung kann den Calciumspiegel erhöhen.
</p>

<p>
	<strong>Und was bedeutet das? Ich nehme extra Calcium zu mir! Ist das falsch?</strong>
</p>

<p>
	Bei zu exzessiver Anwendung von Calcipotriol, sprich mehr als 100 Gramm (=1 große Tube) pro Woche kann es zu einer Hyperkalziämie kommen, die nach dem Absetzen aber schnell wieder verschwindet. Ich würde es nicht mit zusätzlichen Calciumtabletten kombinieren, es sei denn, Sie tragen die Salbe nur ganz lokalisiert auf. Prinzipiell ist Psorcutan nicht für eine Ganzkörperbehandlung geeignet.
</p>

<p>
	<strong>Wie lange darf man Humira verwenden? Ist das zeitlich begrenzt?</strong>
</p>

<p>
	Humira ist als Dauertherapie vorgesehen. Langzeitauswirkungen nach z.B. 30 Jahren weiß man nicht. Nach dem Absetzen kommt die Psoriasis schrittweise wieder in den meisten Fällen.
</p>

<p>
	<strong>Was halten Sie von Klimatherapien bei einer starken Psoriasis – Badekuren am Toten Meer z.B. Oder – eher seltener leider – im Hochgebirge?</strong>
</p>

<p>
	Badekuren am Toten Meer können gut helfen, werden aber nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt, soweit ich weiß. Vom Hochgebirge erwarte ich mir keinen Einfluss.
</p>

<p>
	<strong>Jellin Creme nur auf dem Kopf eingerieben – ist dies schädlich für die Kopfhaut? Es wirkt nämlich und hält die Kopfhaut tagelang von Schuppen frei.</strong>
</p>

<p>
	Ich verwende dieses Präparat nicht bei meinen Patienten. Kortison auf Dauer täglich über viele Jahre bringt Nebenwirkungen. Immer wieder mal angewendet, ist es kein Problem.
</p>

<p>
	<strong>Welche Nebenwirkungen hat den Kortison, wenn man es zu lange benutzt?</strong>
</p>

<p>
	Es kann zu Hautverdünnung führen, Gefäße schimmern durch, man neigt an den Stellen auch zu blauen Flecken nach Minimaltrauma, die Haut sieht wie "Papier" aus, es wachsen vermehrt Haare.
</p>

<p>
	<strong>Frau Wippel-Slupetzky, vielen Dank für die vielen wertvollen Informationen! Haben Sie noch ein Resumé, dass Sie den Usern mit auf den Weg geben wollen?</strong>
</p>

<p>
	Viele Fragen betrafen doch die Dauertherapie mit Kortison, gezielt angewendet eine gute, effektive Therapie, aber nicht ununterbrochen. Eine gesunde Lebensweise ohne Alkohol, Normalgewicht ist gut. Und: Bei schwerer Psoriasis sollte jeder zum Hautarzt gehen, da helfen dann doch nur sogenannte Systemtherapien.
</p>

<hr>
<p>
	<strong>Tipp</strong>: In unserer Community ist der <a href="https://www.psoriasis-netz.de/chatbox/room/1-chatlobby/" rel="">Chat</a> immer geöffnet. Freitags ab 20 Uhr ist meist jemand anzutreffen – und zu anderen Zeiten auch immer mal.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">614</guid><pubDate>Sun, 02 Nov 2008 11:38:00 +0000</pubDate></item><item><title>AHIT-Therapeuten sehen Ursache der Schuppenflechte im Darm</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/ahit/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2008_05/bauch-darm.jpg.2c5b9be6c2ca3d7705680b152ea36dae.jpg" /></p>

<h4>
	Was leistet die Autohomologe Immuntherapie (AHIT)?
</h4>

<p>
	In Fachkliniken wie Neukirchen oder Leutenberg wird bei den Patienten überprüft, ob die <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> sich verbessern könnte, wenn man den Darm saniert. Dr. John G. Ionescu und Dr. Silke Herold weisen immer wieder darauf hin, dass das Immunsystem und die Darmflora zusammenhängen und chronische Hautkrankheiten beeinflussen können. Radikaler ist die Aussage der FBM-PHARMA Pharma Gesellschaft für biologische Medizin mbH" (FBM-PHARMA) aus Ludwigshafen: Die "Ursache für die Psoriasis liegt im Darm". Die Firma beruft sich auf die Erkenntnisse von Dr. Horst Kief. Wer sich mit der von ihm entwickelten Autohomologen Immuntherapie (AHIT) behandeln lassen würde, könne bei der Psoriasis mit "außergewöhnlichen Erfolgen" rechnen. Wir haben das recherchiert.
</p>

<h4>
	AHIT und Psoriasis
</h4>

<p>
	Der Hersteller FBM-PHARMA schreibt in einer Presseerklärung vom April 2008 (<em>inzwischen nicht mehr online verfügbar</em>), dass "bisher unbekannte, überraschende Gemeinsamkeiten der immunologischen Fehlsteuerung bei Psoriasis-Patienten" entdeckt worden seien. Mediziner des Ärztehauses Pfingstweide hätten "Hunderte von Testergebnissen verglichen". Es hätte sich herausgestellt, "dass Patienten mit Psoriasis [...] häufig an einer chronischen Unverträglichkeit einer Gruppe eigener Darmbakterien leiden". Diese Unverträglichkeit könne "durch ein für jeden Patienten individuell herzustellendes Medikament nach dem [...] 'AHIT-Prinzip' aufgehoben werden".
</p>

<p>
	Versprochen wird, dass sich die Symptome nach sechs Wochen bessern würden und nach wenigen Monaten viele der Betroffenen bereits völlig beschwerdefrei seien. Dr. Horst Kief spricht sogar von "Rückfallfreiheit der Patienten". Insgesamt, so eine Patienteninformation der Firma, seien "18.000 Patienten in Deutschland erfolgreich mit der AHIT-Therapie behandelt" worden.
</p>

<p>
	Der Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland e.V. fordert vehement, dass AHIT eine anerkannte, von den Krankenkassen zu erstattende Therapie wird. Der Verein bezeichnete AHIT auf seiner Internetseite lange als "nach wie vor die erfolgreichste ambulante Behandlungsmethode bei Neurodermitis, aber auch bei allen Formen der Allergien, Asthma und auch der Schuppenflechte (Psoriasis)". Der Verein führe mit allen Therapien, die er empfiehlt, eine "Qualitätssicherung" durch. Mehr als 3000 Patienten hätten sich dem schon unterzogen. Mit Dr. Kief würde man seit mehr als 22 Jahren zusammen arbeiten. Dadurch sei man von der Wirksamkeit der Behandlung mit der AHIT völlig überzeugt.
</p>

<p>
	Im Januar 2018 sandte die Firma FBM Pharma erneut eine Pressemitteilung aus, in der die AHIT-Therapie beworben wurde. Dort war die Rede davon, dass in Ludwigshafen bislang mehrere hundert Patienten auf diese Weise therapiert worden seien.
</p>

<h4>
	Was ist Autohomologe Immuntherapie (AHIT)?
</h4>

<p>
	Für den Laien ist es nicht leicht zu durchschauen, was AHIT eigentlich ist. Der Hersteller FBM-PHARMA erklärt, dass "bestimmte Bestandteile, wie weiße Blutkörperchen oder Antikörper [...| aus dem Blut bzw. dem Urin" des Patienten gewonnen werden. Dieser "Steuersubstanzen des Immunsystems [werden] konzentriert, aktiviert und zu pharmazeutischen Präparaten aufbereitet". Jeder Patient bekommt ein "Rezepturarzneimittel", das individuell auf seine Diagnose und sein Alter abgestimmt sind.
</p>

<p>
	Wikipedia bezeichnet AHIT als "Sonderform der Eigenbluttherapie zur Behandlung von Krankheiten, die u. a. auf eine Fehlfunktion des Immunsystems zurückzuführen sind". (<em>Der Eintrag ist inzwischen nicht mehr erreichbar.</em>) In einer nur für Ärzte zugänglichen Erklärung von Dr. Kief beschreibt er, dass "zelluläre und Plasmaphasen aus ozonisiertem Blut" separiert oder "abgetrennte Phasen mit Ozon" bearbeitet werden. Die modernste Form sei, "zelluläre Blutphasen gezielt zu kultivieren", um sie krankheitsbezogen zu stimulieren und zu einem Medikament aufzuarbeiten (1). Um diese "autologe Blutkulturen" entwickeln zu können, so Dr. Kief in einer weiteren Veröffentlichung wird ein "Kulturtransformationsstest (KTT)" durchgeführt. Die Blutzellen werden danach untersucht, mit welchen "verschiedenen Antigenen bakterieller, viraler oder allergener Natur sie kontaminiert wurden" (2).
</p>

<p>
	Medikamente nach dem AHIT-Prinzip sollen bei Krankheiten helfen, deren Ursache ein Immundefekt ist, wie z.B. Neurodermitis, Asthma, Bronchitis, Allergien, Psoriasis und Rheuma. Dr. Kief behauptet darüber hinaus, dass AHIT eingesetzt wird, "um einen nachhaltigeren Effekt bei malignen Erkrankungen zu erzielen" - also bei Krebs (3). Die "Lösung des Krebsproblems" ist der Untertitel eines Buches von Erika Herbst. Sie ist Leiterin einer "Selbsthilfegruppe Mündige Bürger", die sich gegen die Schulmedizin organisiert hat. In ihrem Buch "Die Heilkunst von Morgen" behauptet sie: "Mit der Autohomologen Immuntherapie können alle Erkrankungen des Immunsystems, aber auch Zivilisationskrankheiten mit Aussicht auf Erfolg behandelt werden". Darunter zählt sie laut <a href="https://nlnv.de/" rel="external nofollow">www.nlnv.de</a> auf: "obstruktive Lungenerkrankung wie Asthma bronchiale, spastische Bronchitis, chronisches Emphysem Neurodermitis, Aids, Krebs usw."
</p>

<h4>
	Was kostet AHIT?
</h4>

<p>
	Jeder Patient muss zuerst seine "persönlichen Erreger und Auslöser" feststellen lassen. Dieser "Kulturtransformations-Test" koste etwa 500 Euro. Für die dann folgende Behandlung, die "große AHIT", muss man ca. 2.500 Euro bezahlen. Der inzwischen ehemalige Vorsitzende des Bundesverbandes Neurodermitis e.V. e.V., Jürgen Pfeifer, geht in einem Schreiben an uns von "einmalige Kosten in Höhe von ca. 4.000 Euro" aus. Es bleibt offen, für welchen Fall diese Zahlen gelten: Die "übliche Behandlungsdauer" beträgt nach Herstellerangaben sechs bis zwölf Monate. In "schweren Fällen bei sehr lange bestehenden Erkrankungen" könne es bis zu zwei Jahre dauern.
</p>

<h4>
	Kritik zu AHIT
</h4>

<p>
	1993 haben Dr. Horst Kief und Dr. Helmut Christ Psoriasis-Patienten vergleichsweise mit Fumarsäure und AHIT behandelt. Dabei zeigte sich die Fumarsäure-Therapie der AHIT deutlich überlegen (4). Dr. Christ hat inzwischen eine <a rel="" title="eigene Methode zur Psoriasis-Therapie">eigene Methode zur Psoriasis-Therapie</a> auf den Markt gebracht.
</p>

<p>
	Das Tumorzentrum München hat AHIT laut dem inzwischen entfernten Wikipedia-Eintrag als "unwirksame Krebstherapie" eingeordnet.
</p>

<p>
	Zu beiden Aussagen ließ uns die FBM-PHARMA wissen, dass "die AHIT der heutigen Generation mit Eigenbluttherapie keine Gemeinsamkeit" habe "und der Vergleich mit der Fumarsäure [...] von daher völlig wertlos" sei. Im Übrigen würde Dr. Christ heute ebenfalls mit AHIT arbeiten. Es sei zwar wahr, dass AHIT vor 16 Jahren bei der Krebstherapie unwirksam gewesen sei. Es sei aber "falsch, irreführend und sogar schädigend", wenn man von der Wirkungslosigkeit der Methode bei Krebs damals auf eine Wirkungslosigkeit bei Hautkrankheiten heute schließen würde. Schließlich sei das Verfahren seit 1993 weiterentwickelt worden. Leider ist weder den aktuellen Patienten- noch den Ärzteinformationen auf der Hersteller-Seite eindeutig zu entnehmen, dass es eine grundsätzliche Weiterentwicklung gab und worin sie besteht.
</p>

<p>
	Das Landessozialgericht Hessen kam in einem <a href="http://www.jusmeum.de/urteil/lsg_hes/b65ab8170812911d84ab224e37a8c1671b465a15d75f3479d2b3d2a95f633566" rel="external nofollow">Urteil aus dem Jahr 1994</a> zu dem Schluss, dass ein "Wirkungsnachweis für die AHIT nach Dr. Kief (bisher) nicht erbracht" sei. Selbst, wenn sie in Einzelfällen erfolgreich sei, handele es sich dabei um eine "Außenseitermethode", für die die gesetzliche Krankenkasse nicht zahlen müsse.
</p>

<p>
	Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen (GB-A) lehnte es laut Wikipedia-Eintrag ab, AHIT als Kassenleistung anzuerkennen und habe die Methode "<a href="https://www.symptome.ch/threads/erika-herbst-die-loesung-des-krebsproblems-die-heilkunst-von-morgen.78286/page-2" rel="external nofollow" title="förmlich in der Luft zerrissen">förmlich in der Luft zerrissen</a>". Die im Juni 2007 vorgelegte Studie bezeichnete der GB-A als "unseriös".
</p>

<h4>
	Unsere Meinung
</h4>

<p>
	Wir freuen uns für jeden Patienten, der für seinen Fall eine Therapie gefunden hat, die keine oder wenig Nebenwirkungen hat und ihn von der Last seiner Krankheit befreit. Aber es muss "hieb- und stichfest" nachgewiesen sein, dass es diese Methode war, die das bewirkt hat und nicht nur der Zufall oder ein Placebo-Effekt. Einzelne Erfahrungsberichte reichen uns nicht aus. Nicht nachgewiesene Erfolgszahlen machen uns misstrauisch. Nicht, wer heilt hat Recht, sondern wer die Wirkung seiner Methode oder seines Präparat wissenschaftlich untermauern kann.
</p>

<p>
	Die Presseerklärung, die uns als Psoriatiker auf AHIT aufmerksam gemacht hat, ist marktschreierisch, sensationsheischend und bleibt stets unkonkret: Es sei "die" Ursache für Psoriasis gefunden, als ob es nicht längst auch andere plausible Erklärungen gäbe. "Bisher unbekannte Gemeinsamkeiten" seien entdeckt worden, als ob die Psoriasis-Forschung bisher noch nichts geleistet hätte. "Hunderte Testergebnisse" seien verglichen worden und "außergewöhnliche Erfolge" seien zu verzeichnen. Genauer wird Pressetext nicht. Auch an anderen Stellen gibt es keine gesicherten Zahlen: Es ist nicht veröffentlicht, wie gut AHIT bei wie vielen Menschen mit Psoriasis geholfen hat, d.h. wie sich die <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>-Werte verändert haben. Es bleibt offen, wie vielen Patienten AHIT kaum oder gar nicht geholfen hat. Es ist zahlenmäßig nicht belegt, was "Rückfallfreiheit" im Falle der Psoriasis-Patienten bedeutet. Wer nur ein wenig im Internet recherchiert, wird auf <a href="https://www.neurodermitis.ch/Diskussionsrunde_4/838.html" rel="external nofollow" title="enttäuschte AHIT-Patienten">enttäuschte AHIT-Patienten</a> und <a href="https://www.allum.de/krankheiten/alternative-therapien/eigenblutbehandlung-ahitr-bei-neurodermitis" rel="external nofollow" title="kritische Ärzte">kritische Ärzte</a> stoßen.
</p>

<p>
	Skeptisch sind wir immer dann, wenn eine Therapie als "allmächtig" dargestellt wird, als ein Mittel z.B. gegen "alle" Krankheiten des Immunsystems - selbst schwere, tödlich verlaufende wie Krebs oder Aids!
</p>

<p>
	AHIT ist eine teure Therapie, weil sie privat bezahlt werden muss. Der Hersteller verweist zwar darauf, dass eine schulmedizinische Behandlung von Psoriatikern deutlich mehr Geld kosten kann. Das aber zahlt die Krankenkasse. Vor allem aber kann sich der Patient relativ sicher sein, welche Wirkungen und Nebenwirkungen die Therapien haben. Er riskiert nicht, in eine eventuell wirkungslose Therapie aus eigener Tasche fehlinvestiert zu haben.
</p>

<p>
	AHIT gibt es seit 1986. Seitdem ist es nicht gelungen, auch nur eine renommierte Fachgesellschaft oder eine medizinische Koryphäe davon zu überzeugen, dass AHIT wirkt.
</p>

<p>
	Die einseitige Parteinahme des Bundesverbandes Neurodermitis e.V. e.V. für AHIT widerspricht jedem Ehrenkodex von Patienten-Selbsthilfe und rückt ihn in die Nähe von Sektierern. Der Verein diffamiert Kritiker an AHIT als Handlanger "der etablierten Schulmedizin und der Pharmazie" (5). Obgleich es sich nicht um eine medizinische Vereinigung handelt, wurde eine "Qualitätssicherung" entwickelt, um Therapie-Empfehlungen auszusprechen. Auf der Internetseite werden aber hauptsächlich Methoden empfohlen, die außerhalb der Schulmedizin angesiedelt und <a href="https://www.neurodermitis.net/wissenswertes/psoriasis/" rel="external nofollow" title="wissenschaftlich nicht nachgewiesen">wissenschaftlich nicht nachgewiesen</a> sind. Völlig unglaubwürdig wurde der Verein durch seine Behauptung, dass es sich bei AHIT um "nach wie vor die erfolgreichste ambulante Behandlungsmethode" bei Neurodermitis und Psoriasis handelt.
</p>

<p>
	Dr. Kief sitzt im <a href="https://www.neurodermitis.net/verband/wissenschaftlicher-beirat/" rel="external nofollow">Wissenschaftlichen Beirat des Bundesverbandes Neurodermitis</a> e.V.
</p>

<p>
	Wir misstrauen der Autohomologen Immuntherapie und ihren Befürwortern, lassen uns aber gerne eines Besseren belehren.
</p>

<p>
	<strong>Quellen</strong>:
</p>

<p>
	(1) AHIT® - Autologe Immuntherapie, Dr. med. Horst Kief, August 2006, S.4
</p>

<p>
	(2) Der Kulturtransformationstest (KTT), Dr. med. Horst Kief, ohne Datum, S.1
</p>

<p>
	(3)  Der Kulturtransformationstest (KTT), Dr. med. Horst Kief, ohne Datum, S.1
</p>

<p>
	(4) Erfahrungsheilkunde - Zeitschrift für die ärztliche Praxis, Band 42, Heft 9/1993
</p>

<p>
	(5) Jürgen Pfeifer in einer E-Mail ans Psoriasis-Netz vom 13. März 2009 und im Internetangebot des Bundesverbandes Neurodermitis e.V. (inzwischen entfernt)
</p>

<p>
	<strong>Zum Weiterlesen</strong>
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.psiram.com/de/index.php/Autologe_Immuntherapie" rel="external nofollow">"Autologe Immuntherapie" bei Psiram</a>
	</li>
</ul>

<h4>
	Diskutieren Sie mit!
</h4>

<p>
	In unserem Forum wird über die AHIT-Therapie diskutiert. Auch die Anbieter-Firma meldete sich bereits zu Wort. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/topic/799-ahit-therapie/" rel="" title="Lesen Sie mit, diskutieren Sie mit.">Lesen Sie mit, diskutieren Sie mit.</a>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">308</guid><pubDate>Wed, 21 May 2008 07:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Dr. Christ DermaChic: Ein ganzer Baukasten zur Behandlung</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/drchristdermachic/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2007_07/ultraschall-gel-arm.jpg.88a9d92ede548a2d2f96ac5679c317f2.jpg" /></p>

<p></p><p>Eine Behandlungsmethode wurde im Juli 2007 mit viel Werbeaufwand der Öffentlichkeit vorgestellt: die "Dr. Christ DermaChic-Methode". Das Psoriasis-Netz war bei der Premiere in Berlin dabei.</p><p></p><p>Die Veranstaltung begann mit viel Brimborium: Untermalt mit gefühlvoller Musik wie dem "Bolero" von Maurice Ravel wurden die Besucher der "Welt-Premiere" in kleinen Gruppen durch einen dunklen Zeltgang geführt. An mehreren Stationen erklärte man ihnen mit Lichteffekten und sanfter Stimme, was Hautkrankheiten seien und dass den Patienten trotz vieler Therapien bisher nicht wirklich geholfen werden könne. Unter dem Slogan "Ein Licht am Ende des Tunnels" wurden sie schließlich in den Vortragssaal eingelassen, um zu hören, dass es jetzt doch eine Lösung gäbe.</p><p></p><p>Zuerst sprach der Begründer der Dr. Christ DermaChic-Methode, Dr. Helmut Christ. Er war Allgemeinmediziner in Bisingen/Hohenzollern. "Meine Methode kommt völlig ohne Kortison aus. In der Regel erfahren auch diejenigen Patienten eine schnelle und erfolgreiche Linderung, die für Schulmediziner ,austherapiert' sind. Das Konzept ist ganzheitlich, weil es aus mehreren Bausteinen besteht. Jeden dieser Baustein kann man zwar auch einzeln bei Hautkrankheiten anwenden. Aber erst im aufeinander abgestimmten Verbund drängen sie die Hauterkrankung dauerhaft zurück und verbessern die Lebensqualität." Das Konzept sei absolut nebenwirkungsfrei.</p><p></p><h3>Erster Baustein: Ultraschall und Gel</h3><p></p><p>Die Basis der Dr. Christ DermaChic-Methode war die Behandlung mit Ultraschall und einem therapeutischem Gel. "Mit dem Ultraschall wird die obere Hautschicht, die Epidermis, aufgelockert", erklärte Dr. Christ. "Normalerweise wirkt die Epidermis wie eine Backsteinmauer. Trägt man Cremes, Salben oder Lotionen auf, können sie nicht sehr tief eindringen. Unser Ultraschallgerät massiert ganz leicht die kranken Hautstellen. Dadurch erwärmen sie sich. Das erweitert die Gefäße und die Zell-Zwischenräume. Wenn man jetzt etwas aufträgt, gelangt es dorthin, wo die Entzündungen sitzen. Wir nehmen dazu ein Gel. Das ist sowieso notwendig, weil sonst der Ultraschall nicht wirkt. Für jede Hautkrankheit haben wir ein eigenes Gel mit entsprechenden Wirkstoffen." Enthalten sind:</p><p></p><ul><li>Monoethylfumarat, ein Fumarsäure-Abkömmlung</li><li>Liposomen (Lecithin)</li><li>Nachtkerzen-Öl</li><li>Silber</li><li>Urea</li><li>Vitamin C und Vitamin E</li></ul><p></p><p>Erfolge seien oft schon nach wenigen Behandlungen sichtbar: Der Juckreiz vergehe oft schon nach einigen Stunden. "Die Hautveränderungen brauchen länger", so Dr. Christ damals: "Nach fünf bis sechs Behandlungen verbessert sich die Haut deutlich. Eine Kopfhaut-Psoriasis beginnt schon nach zwei Tagen abzuheilen. Dicke Plaques und stark entzündeten Psoriasis-Stellen sind innerhalb einer Woche zurückgegangen. Eine Psoriasis an Händen und Füßen verblasst nach zwei Wochen. Unsere Methode kann die Hautkrankheit zwar nicht heilen, aber der Patient kann sie damit in den Griff bekommen."</p><p></p><h3>Zweiter Baustein: Meeresschlick</h3><p></p><p>Hartnäckige dicke Psoriasis-Stellen mussten vorbehandelt werden. Sie wurden mit Meeresschlick aus der Nordsee aufgeweicht. Der sollte die Schuppen lösen und die Haut glätten. Das geschah das mit einem Schlickverband. Das muss man sich wie eine Mullbinde vorstellen, die durch Schlick gezogen wurde. Sie ist feucht und kühlt so die Haut gleichzeitig beim Verdunsten. </p><p></p><p>Später, so Martin Gojny von der "La Mer Cosmetics AG", sollte man den Schlick auch in 5 kg-Packungen selbst auftragen können. Martin Gojny berichte darüber, wie sein Vater Meeresschlick als Heilmittel entdeckt und weiter entwickelt hat: "Der Schlick regeneriert die Haut und wirkt, wenn auch weniger stark, auf die Gelenke. Er stillt außerdem den Juckreiz. Wir gewinnen unseren Meeresschlick weit ab vom Strand an Stellen im Boden, wo er seit Jahrtausenden liegt. Da kommt keine Umweltverschmutzung hin."</p><p></p><h3>Dritter Baustein: Ernährungsplan</h3><p></p><p>Die Ernährungsrichtlinien der vorgestellten Methode wurden auf der Veranstaltung nicht besprochen und konnten nur eingesehen werden. Sie waren auf den ersten Blick sehr umfangreich und empfahlen beispielsweise das Weglassen von Eiern, Milch, Schokolade, Nüssen oder Tomaten. Später wurde uns erklärt, dass es sich um die Diät nach Dr. Schäfer handelt. Die rät, solche Lebensmittel wegzulassen, die im Körper zu viel Fumarsäure verbrauchen würden.</p><p></p><h3>Vierter Baustein Pflegecreme</h3><p></p><p>Die "Creme-Complex PS" wurde auf der Veranstaltung nicht vorgestellt. Nach Herstellerangaben glichen die Inhaltsstoffe der Creme für die Psoriasis denen des Gels. Zusätzlich war Shea-Butter enthalten. Die Creme enthielt laut Hersteller keinerlei synthetische Konservierungsmittel und chemische Duftstoffe. Sie wird empfohlen zur "Basis-Pflege nach der Ultraschall-Behandlung mit Gel-Complex PS."</p><p></p><h3>Fünfter Baustein: Vitalstoff-Mischung</h3><p></p><p>Zum Behandlungskonzept gehörte es, sich ausreichend mit Vitaminen, Mineral- und Spurenelemente zu versorgen. Dr. Norbert Maurer (Wien) hatte dafür seine Erkenntnisse in die neue Methode eingebracht: "Studien zeigen, dass in der Bevölkerung ein Vitalstoff-Mangel herrscht. Der Körper braucht diese Stoffe, erzeugt sie aber nicht selbst. Vitalstoffe schützen zum Beispiel die Haut, erneuern sie und beugen ihrer Alterung vor. Sie können Entzündungen hemmen und Krebs verhindern. Dem Psoriatiker fehlen oft Zink, Kupfer, Selen ungesättigte Fettsäuren und Omega-3-Fettsäuren." Psoriasiskranken sollten außerdem Vitamine A, C, D, E und B 9 (Folsäure) zugeführt werden. Wir behandeln Hautkrankheiten mit hoch dosierten Präparaten."</p><p></p><h3>Sechster Baustein: Biologische Informationstherapie</h3><p></p><p>Diesen Teil der Therapie stellte Dr. Ulrich Warnke vor. Patienten, die sich nach der Dr. Christ DermaChic - Methode behandeln lassen, empfahl er das "BIONMED"-Gerät. "Damit können körperliche Magnetfelder erzeugt werden, um fehlgeleitete Informationen in den Zellen zu reparieren."</p><p></p><p>"Elekromagnetische Felder steuern alle körperlichen Prozesse. Jede Verletzung bedeutet, dass ein elektromagnetisches Feld verändert ist. Aber es ist möglich, veränderte Zellinformationen wieder in ihren Ursprungszustand zurück zu führen ('Dedifferenzierung'): So wie man die Daten auf einer mit Viren verseuchten Festplatte wieder herstellt. Genau das macht das Biomed-Gerät. Es erzeugt ein Magnetfeld, dessen Stärke und Frequenz abhängig vom Krankheitsbild ist. Dabei wird nicht nur Kraft, sondern auch Zeit übertragen. Mit dem Rückgriff in die Vergangenheit kann man die Zelle in ihren früheren Zustand versetzen. Körpereigene Felder geben Informationen für gesunde Zellen weiter. Nur durch diesen Baustein ist es möglich, langfristig die Therapie abzusichern", so Dr. Warnke.</p><p></p><h3>Kosten der Anwendung</h3><p></p><p>Helmut Schick, Geschäftsführer der Derma Schick GmbH (Rottweil), erklärte das Geschäftsmodell: "Es soll möglich werden, sich nach dieser Methode bei einem Arzt behandeln oder darin einweisen zu lassen. Das zahlt noch nicht die gesetzliche Krankenkasse. Wer mag, der kann dann die Behandlung selbst zu Hause machen. Wer es gleich ausprobieren will, kann die Produkte im Internet bestellen. Die Therapie soll bezahlbar sein. Den Patienten kostet es 30 Euro im Monat."</p><p></p><p>Auf Nachfrage erklärte Schick, wie sich die 30 Euro zusammen setzen: Das Starterpaket (Ultraschall-Gerät, Gel, Schlickbinde und Ernährungsplan) würde komplett 900 Euro kosten. Man könne die Summe in 36 Monatsraten abzahlen. Das wären dann 30 Euro monatlich. Eine Besucherin wollte wissen, ob sie ihr Geld zurückbekäme, wenn die Behandlung nicht wirke. Das bestätigte Schick.</p><p></p><h3>Praktische Erfahrungen</h3><p></p><p>Dr. Rainer Spichalsky ist Allgemeinmediziner und Naturheilkundler in Friedberg (Hessen) und behandelt Neurodermitis-, Psoriasis- und Rosacea-Patienten nach der vorgestellten Methode. "Die einzelnen Bausteine werden seit über zehn Jahren erfolgreich angewendet", erklärte er. Ihr großer Vorteil für ihn: Sie kämen völlig ohne Kortison aus. Kortison hätte mannigfaltige Nebenwirkungen. Seine Patienten hätten sich selbst überzeugt, wie erfolgreich die Therapie sei: Wenn sie einzelne Stellen unbehandelt ließen, wäre der Unterschied deutlich zu erkennen gewesen.</p><p></p><h3>Unser Fazit</h3><p></p><p>Kurz könnte man sagen: Das Starterpaket - die Behandlung mit Ultraschall, Gel und Meeresschlick-Verband - ist einen Versuch wert. Schon die Ernährungstipps, die sich auf Dr. Schäfer berufen, sind umstritten und wissenschaftlich bisher nicht belegt. Alle anderen Bausteine werden von der Schulmedizin mehr oder weniger abgelehnt.</p><p></p><p><strong>Die lange Version unseres Fazits</strong></p><p></p><p>Die "Erfinder" der Methode sagten einerseits: "Wir versprechen Ihnen keine Heilung". Das klingt seriös. Als gefragt wurde, ob es auch Patienten gäbe, bei denen das Verfahren nicht anschlägt, behauptet Dr. Christ, das wäre in seiner Praxis noch nicht vorgekommen. Nach der Veranstaltung wurde uns mitgeteilt, von ca. 500 Patienten sei es bei neun von zehn Fällen zu einer "deutlichen Linderung der Symptome" gekommen. Das sind Ergebnisse, wie sie alle andere Psoriasis-Therapien nicht liefern können. Dort liegt die Erfolgsquote zwischen 40 bis maximal 70 Prozent. Dr. Helmut Christ und Dr. Rainer Spichalsky, die ihre Patienten damit behandeln, wirken persönlich glaubwürdig. Die beschriebenen Fälle bezweifeln wir nicht.</p><p></p><h4>Angstmache vor Schulmedizin</h4><p></p><p>Auf der Veranstaltung in Berlin wurden Drohkulissen aufgebaut, um die "Dr.Christ DermaChic-Methode" als herausragende, nebenwirkungsfreie Alternative dastehen zu lassen. Man knüpfte zum Beispiel immer wieder an die "Kortison-Abneigung" vieler Patienten an: Jeder wisse, wie schädlich Kortison sei. Dr. Spichalsky sprach davon, dass es zu spontanen Knochenbrüchen kommen könne, wenn jemand über Jahre Kortison auf die gleiche Stelle auftrage. Darauf angesprochen korrigierte Dr. Spichalsky einige Tage später seine Aussage: Knochenbrüche riskiere nur derjenige, der Kortison (innerlich) einnehme. Es wurde nicht erwähnt, wie berechtigt eine kurzfristige, äußerliche (!) Kortison-Behandlung beispielsweise bei einer hochgradigen Entzündung sein kann. Heutige Kortisonpräparate sind außerdem vielschichtiger und damit kaum noch gefährlich.</p><p></p><p>Dr. Christ behauptete, Biologic-Patienten hätten in 10 bis 20 Jahren ein deutlich höheres Risiko an Krebs zu erkranken. Diese Warnung vor Biologics ist wissenschaftlich nicht belegt. Auf Nachfrage verweist er auf "zurzeit kontrovers geführte Diskussionen" und die Beipackzettel. Dort steht aber nur, dass "nach derzeitiger Kenntnis ein mögliches Risiko nicht ausgeschlossen" sei.</p><p></p><p>Irreführend war es auch, wenn Dr. Christ davor warnte, die Psoriasis mit Laser zu behandeln, weil dadurch neue Schübe entstehen könnten ("Köbner-Effekt"). Ein UV-Laser ist kein abtragender Laser.</p><p></p><h4>Wirkt es wirklich?</h4><p></p><p>Wir wissen nicht, ob es stimmt, dass äußerlich aufgetragene Wirkstoffe nicht tief genug in die Haut eindringen. Unsere Erfahrung ist, dass Cremes mit Kortison, Vitamin-D-3-Analogika, Dithranol oder Teer sehr wohl wirken. Nur leider nicht lang anhaltend. Bisher kannten wir nur die "Iontophorese" als ein medizinisches Verfahren, durch das Arzneistoffe besser von der Haut aufgenommen werden. Wenn Ultraschall wirklich so wirkt wie beschrieben, könnte man damit zukünftig auch schulmedizinische Wirkstoffe auf die Haut auftragen. Aber in einer sehr viel geringeren Dosis. Das müsste die Krankenkassen freuen!</p><p></p><p>Meeresschlick klingt gesund und jeder, der einmal am (Toten) Meer sich damit eingeschmiert hat, kann das allgemein bestätigen. Es ist uns aber nicht gelungen, beim Hersteller herauszufinden, welche Inhaltsstoffe genau enthalten sind.</p><p></p><p>Der Ernährungsplan ist einer von vielen, wie sie für Psoriatiker angeboten werden. Grundsätzlich unterstützt eine gesunde Ernährung immer eine laufende Therapie. Aber bisher ist es wissenschaftlich nicht nachgewiesen, welche Lebensmittel die Psoriasis tatsächlich fördern oder klein halten.</p><p></p><p>Die Pflegecreme enthält, wie viele auf dem Markt, sinnvolle und wertvolle Inhaltsstoffe. Da sie aber nur in 100 ml bzw. 200 ml - Packungen angeboten wird, wird die Pflege größerer Hautareale ziemlich teuer.</p><p></p><p>Seit Jahren wird sehr viel Geld mit Menschen verdient, die befürchten, zu wenig wichtige Vitamine, Mineral- und Spurenelemente aufzunehmen. Diese "orthomolekulare Medizin verwendet gesichertes medizinisches Wissen in einer Weise, die wissenschaftlich nicht haltbar ist" (Stiftung Warentest, Die andere Medizin, 5. Auflage, S. 245). Erinnert sei an die widerlegten Aussagen von Dr. Rath, mit Vitamin-Hochdosierungen wären schwerere Krankheiten zu heilen. Vitalstoffe sind teuer. Auf Nachfrage räumte Dr. Maurer ein, dass es noch keinen speziellen Vitalstoff-Mix für Psoriatiker gäbe. Der sei in Erprobung.</p><p></p><p>Die "biologische Informationsmethode" gehört ebenfalls zu den höchst umstrittensten Behandlungsverfahren. Die Aussage, dass Zellen durch neue Informationen manipuliert werden können, entspricht dem Traum der Menschheit nach einem "Jungbrunnnen". "Die ... Grundlagen des Verfahrens halten einer naturwissenschaftlichen Analyse nicht stand. Richtig ist, dass ... im Organismus elektromagnetische Signale entstehen ... Diese haben jedoch keine bisher nachgewiesene direkte Bedeutung für die Steuerung anderer Organfunktionen." Überprüfte Geräte gäben keine messbaren Schwingungen ab und unterschiedliche Schulen würden sich widersprechen. (Stiftung Warentest, Die andere Medizin, 5. Auflage, S. 113 zum Thema "Biokommunikations-Theorien").</p><p></p><h4>Geschäftemacherei oder seriöses Angebot</h4><p></p><p>Über Geld wurde auf der Veranstaltung erst auf Nachfrage gesprochen. Geworben wurde damit, dass die Methode "nur 30 Euro pro Monat" kosten würde. Hinterher gab Helmuth Schick an, dass der Preis die monatliche Rate für das Starterpaket ist. Nicht enthalten sind Pflegeprodukte, Vitalstoffe, das Bionmed-Gerät, weitere Schlickbinden und die Einweisung durch einen geschulten Arzt. Wer sich darauf einlässt, muss sich finanziell für drei Jahre binden oder 900 Euro auf einen Schlag ausgeben. Die Praxis wird zeigen, ob jemand sein Geld zurück bekommt, wenn die Methode bei ihm nicht wirkt.</p><p></p><p>Es blieb auch unklar, ob wirklich jeder Patient sein eigenes Gerät benötigt. Wenn es so schnell hilft wie beschrieben, könnten sich Betroffene zusammenschließen und ein Gerät teilen.</p><p></p><p>Die Firma Derma Schick GmbH wird nach eigenen Angaben jetzt versuchen, Ärzte dafür zu gewinnen, die Dr. Christ DermaChic - Methode in ihrer Praxis anzubieten. Bislang sind diese Praxen an einer Hand abzuzählen. Vermutlich sind Heilpraktiker, Naturheilkundler und ähnliche Heilberufe eher bereit, sich auf diesen Ansatz einzulassen, als schulmedizinisch orientierte Dermatologen.</p><p></p><p>Der Name "Dr. Christ DermaChic" hat uns zuerst abgeschreckt. Das klingt nicht wie eine seriöse Therapie, sondern eher wie der nächste Wellness- oder Schönheitschirurgie-Hype, der durchs Dorf getrieben wird. Auf der Veranstaltung haben wir vermutet, dass die Methode vom Namen des Geldgebers "Schick" abgeleitet sein könnte. Zwar ist der Name das Letzte, wonach man eine neue Methode beurteilen sollte. Aber da die Firma mit einer PR-Agentur zusammen arbeitet, wird man sich schon überlegt haben, welche Patientengruppen mit diesem Namen angesprochen werden können.</p><p></p><p>Das Psoriasis-Netz tut sich immer etwas schwer, Therapien gerecht zu werden, die nicht durch wissenschaftliche Studien untermauert sind - vor allem dann, wenn der Patient alles selbst bezahlen muss und es sich um höhere Geldbeträge handelt. </p><p></p><p>Inzwischen ist Dr. Christ verstorben und seine Methode obsolet. Den Bericht darüber lassen wir bewusst im Netz: Wie Patienten angesprochen werden, was ihnen versprochen wird, darin ist ein Muster zu erkennen.</p><p></p><p><em>Claudia Liebram / Rolf Blaga</em></p><p></p><h3>Links zum Thema</h3><p></p><ul><li>Meeresschlick-Produkte: <a href="http://www.dermamare.de/" rel="external nofollow">www.dermamare.de</a></li></ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">306</guid><pubDate>Sat, 14 Jul 2007 12:17:47 +0000</pubDate></item><item><title>Patienten sollten Heilpraktiker immer nach Qualifikation fragen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/heilpraktiker-fragen/</link><description><![CDATA[
<p></p><div><a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2015_04/3937880054_03.MZZZZZZZ1.jpg.fe67175a7edcbb9b6eceba744a6fdef0.jpg" style="float:left;" data-fileid="19481" data-fileext="jpg" rel=""><img data-fileid="19481" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" alt="Buch" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2015_04/3937880054_03.MZZZZZZZ1.jpg.fe67175a7edcbb9b6eceba744a6fdef0.jpg" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png"></a></div><p></p><p>Patienten sollten sich die Qualifikation von Heilpraktikern vor der Behandlung erklären und nachweisen lassen. Bisher ist der Zugang zu dem Beruf jedem möglich, der das 25. Lebensjahr vollendet hat. Darauf weisen die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf und die Stiftung Warentest in Berlin im Ratgeber "Ihr gutes Recht als Patient" hin. Grundsätzlich dürften Heilpraktiker alle Arten von Untersuchungen bis hin zu operativen Eingriffen vornehmen.</p><p></p><p>Eine Fachkundeprüfung finde nur durch das Gesundheitsamt statt, heißt es weiter. Die Anforderungen seien regional sehr unterschiedlich. Für Akupunktur und Homöopathie gebe es teilweise intensive Ausbildungen der Fachgesellschaften. Letztendlich muss der Heilpraktiker selbst festlegen, ob er qualifiziert ist, eine bestimmte Behandlungsmethode anzuwenden.</p><p></p><p>Wichtig: Für schwerwiegende Fehler können Heilpraktiker haftbar gemacht werden.</p><p></p><p>Bei Problemen mit Heilpraktikern sollten sich Patienten an das Gesundheitsamt wenden.</p><p></p><p><i>Quelle: dpa/gms, 19.10.2005</i></p><p></p><p>Mehr über den Ratgeber "Ihr gutes Recht als Patient" findest du <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/broschueren/recht/ihr-gutes-recht-als-patient">in unserem Marktüberblick</a>.</p><p></p><p><strong>Deine Meinung zum Thema Heilpraktiker?</strong> <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/forum/23-alternative-methoden/">Diskutiere in unserem Forum darüber!</a></p>
]]></description><guid isPermaLink="false">77</guid><pubDate>Sun, 30 Oct 2005 03:01:44 +0000</pubDate></item></channel></rss>
