<?xml version="1.0"?>
<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Forschung f&#xFC;r Menschen mit Schuppenflechte</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/page/2/?d=33</link><description>Artikel: Forschung f&#xFC;r Menschen mit Schuppenflechte</description><language>de</language><item><title>M&#xFC;nchner Forscher finden Schalter f&#xFC;r Schuppenflechte</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/muenchner-forscher-entschluesseln-den-schalter-fuer-schuppenflechte/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2015_12/melanocyte.jpg.71a07c7c22d41d16ec7cfa39ff9ddb28.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Was passiert im Körper, wenn es zu einer <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> kommt? Forscher der Hautklinik an der Universität München wollen jetzt eine heiße Spur haben. </strong>
</p>

<p>
	"Die Psoriasis ist eine Reaktion des Immunsystems gegen die pigmentbildenden Zellen der Haut", erklärt Professor Jörg Prinz von der Universitäts-Hautklinik der Ludwig-Maximilian-Universität München. „Das erklärt den hautspezifischen Charakter der Schuppenflechte, da diese Melanozyten vorwiegend in der Haut vorkommen.“
</p>

<p>
	Seit langem sind Wissenschaftler wie Prinz den Ursachen der Erkrankung auf der Spur. Offenbar spielt das Immunsystem der Haut einen bösen Streich. T-Zellen – weiße Blutkörperchen im Kampf gegen Krankheitserreger – greifen Zellen der Haut an und lösen die Entzündung aus. Doch welche Zellen zum Opfer werden, das war bisher unbekannt.
</p>

<h2>
	Versuche mit echtem Psoriasis-Gewebe
</h2>

<p>
	Nicht mit Tierversuchen, sondern mit menschlichem Psoriasis-Hautgewebe haben die Forscher  die Art der attackierten Zellen bestimmt – zweifelsfrei, wie sie meinen. Ihr Ergebnis: Es sind die pigmentbildenden Zellen.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
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		</p>
	</div>
</div>

<p>
	Das Team um Jörg Prinz und Klaus Dornmair will auch den komplizierten Mechanismus der Erkrankung weitgehend aufgeklärt haben. Bisher war bekannt: Wer für die Krankheit empfänglich ist, trägt bestimmte Varianten bestimmter Gene in seinen Zellen. Das Hauptrisiko-Gen für die Psoriasis heißt HLA-C*06:02. Es ist eines von vielen HLA-Genen. Sie codieren die Bauanleitung für HLA-Moleküle, die auf der Oberfläche aller Zellen sitzen. Die HLA-Moleküle wiederum präsentieren den T-Zellen Teile von Krankheitserregern. Die T-Zellen erkennen daraufhin den Krankheitserreger und werfen die Maschine für Immunantworten an.
</p>

<h2>
	Gefahr erkannt – und Attacke!
</h2>

<p>
	Die Münchner Forscher meinen: Die Risikovariante von HLA-C*06:02 präsentiert Teile von Molekülen, die die Melanozyten selbst produzieren und die von den T-Zellen erkannt werden.
</p>

<p>
	Prinz sieht einen „vollkommen unbekannten und unerwarteten autoimmunen Aktvierungsweg bei der Psoriasis”. Er spricht denn auch von einer „bahnbrechenden Entdeckung“, denn erstmals sei ein Krankheitsmechanismus für eine Autoimmunerkrankung derart umfassend aufgeklärt worden. Das sei beispielhaft für die Erforschung anderer entsprechender Leiden.
</p>

<p>
	Die Aufklärung der Psoriasis als T-Zell-vermittelte Autoimmunreaktion gegen Melanozyten bietet den Patienten „nun erstmalig einen Ansatz zur Erklärung ihres Krankheitsbildes“. Prinz hofft, dass diese Erkenntnisse auch die soziale Wahrnehmung der Psoriasis verändern und Unsicherheiten und ablehnende Reaktionen vermindern.
</p>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		"<a href="http://jem.rupress.org/content/212/13/2203" rel="external nofollow">Melanocyte antigen triggers autoimmunity in human psoriasis</a>", in: Journal of experimental medicine 2015, Vol. 212, Nr. 13
	</li>
	<li>
		Pressemitteilung der Ludwig-Maximilian-Universität München
	</li>
</ul>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
	</p>

	<p>
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	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">853</guid><pubDate>Mon, 14 Dec 2015 17:36:00 +0000</pubDate></item><item><title>Welche Themen f&#xFC;r Psoriasis-Forscher am wichtigsten sind</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/welche-themen-fuer-psoriasis-forscher-am-wichtigsten-sind/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2015_08/forschungslabor.jpg.3cfaf827ca3a2d56f4342347d02f4ed4.jpg" /></p>
<p>
	Dass in Sachen <span ipsnoautolink="true">Psoriasis</span> noch viel geforscht werden muss, wird spätestens jeder Betroffene am eigenen Leib spüren: Die Ursache der Erkrankung – was genau das Immunsystem dazu bringt, außer Rand und Band zu geraten – ist zum Beispiel bis heute nicht geklärt. Also werden die Symptome behandelt – heutzutage schon sehr gezielt mit Medikamenten, die tief im Immunsystem des menschlichen Körpers ansetzen.
</p>

<p>
	Forscher aus aller Welt haben nun überlegt, wo sie den größten Bedarf an Forschung sehen, welches Thema ihrer Meinung nach am drängendsten ist. Dazu hat das International Psoriasis Council (kurz: IPC) die Wissenschaftler immer wieder anonym zu virtuellen Diskussions- und Abstimmungsrunden eingeladen. Am Ende stand eine Liste fest, über die dann noch einmal abgestimmt werden musste.
</p>

<p>
	Für die wichtigsten Psoriasis-Experten der Welt sind dies die Top 5 der drängendsten Fragen:
</p>

<ul>
	<li>
		Kann eine frühe, aggressive Therapie das Fortschreiten der Erkrankung beeinflussen?
	</li>
	<li>
		Wo gibt es welche Biomarker, die mit der Psoriasis einhergehen?
	</li>
	<li>
		Wie sieht eine "Landkarte" aus, mit der die Gene gefunden werden können, die mit der Psoriasis verbunden sind?
	</li>
	<li>
		Wie können Psoriasis-Register (<em>wie das deutsche <a href="https://www.psobest.de/" rel="external nofollow">PsoBest</a></em>) umgesetzt werden? Wie sieht es mit der Machbarkeit aus? Welche klinischen Ziele werden erwartet? Welche Ergebnisse gibt's?
	</li>
	<li>
		Wie wirksam und sicher sind innerliche Medikamente gegen Psoriasis bei Kindern?
	</li>
</ul>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
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		</p>
	</div>
</div>

<p>
	Die Liste der wichtigsten Schwerpunkte für die künftige Erforschung der Autoimmunerkrankung ist 21 Plätze lang. Auf den letzten 3 Plätzen der "Forschungs-Liste" finden sich:
</p>

<ul>
	<li>
		die Verwendung von Biosimilars im Bereich der Psoriasis – also von "Nachbauten" der so genannten Biologics, deren Patente in nächster Zeit ablaufen
	</li>
	<li>
		eine bessere Definition der wichtigsten Botenstoffe und ihre Signalwege bei der Entstehung der Psoriasis
	</li>
	<li>
		eine bessere Definition der Wirkung einer frühen Therapie und Kontrolle der Psoriasis, um langfristig psychologische Folgeerscheinungen zu vermeiden
	</li>
</ul>

<p>
	Die komplette Liste stellte das IPC <span ipsnoautolink="true">auf seiner Internetseite</span> bereit. Die Forscher veröffentlichten ihre Erkenntnisse im <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/bjd.13980" rel="external nofollow">British Medical Journal</a>.
</p>

<p>
	Das International Psoriasis Council gibt es seit dem Jahr 2004. Es arbeitet weltweit und soll eine unabhängige Non-Profit-Organisation sein, die sich den Neuerungen rund um die Psoriasis widmet – von Forschung über Weiterbildung bis zur Patientenversorgung. Um die Arbeit zu finanzieren, gibt es unter anderem <span ipsnoautolink="true"><a href="https://psoriasiscouncil.org/about/corporate-members/" rel="external nofollow">Firmenmitgliedschaften</a></span> von großen Pharma-Herstellern wie AbbVie, Pfizer, Novartis, Celgene oder Leo. Einzelne Projekte werden von den Firmen zusätzlich bezahlt.
</p>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
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	</p>

	<p>
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	</p>

	<p>
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	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">818</guid><pubDate>Wed, 12 Aug 2015 09:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Neues und Bew&#xE4;hrtes zur Psoriasis im Jahr 2015</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2015/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_12/hintergrund-header.jpg.92f32c3fc3b6d71bbc0af8d2a00f04c4.jpg" /></p>
<p>
	Auf der Hautärzte-Tagung der DDG im Jahr 2015 wurde wieder einmal viel Interessantes rund um die Psoriasis berichtet: Auffällig ist der Wechsel hin zur Dauer-Therapie, nicht nur bei innerlichen Wirkstoffen. Selbst das Ausschleichen bei Kortison wurde in Frage gestellt. Inzwischen ist nachgewiesen, dass eine Psoriasis sich bessern kann, wenn die Mandeln entfernt oder Zahnfleisch-Entzündungen behandelt werden. Als schwer ausrottbarer Mythos gilt die Warnung vor Beta-Blockern. Fumaderm dagegen erwies sich in einer Untersuchung auch nach 12 Jahren als wirkungsvolles und sicheres Medikament. In Einzelfällen wurde Psoriasis als Berufskrankheit anerkannt.
</p>

<p>
	Alle zwei Jahre, um den 1. Mai herum, lädt die Fachgesellschaft der Hautärzte, die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), zur Tagung ein. Viele Jahre fand das in Dresden statt, dieses Jahr aber im neuen CityCube Berlin. Wir dürfen dankenswerter Weise daran teilnehmen, um Informationen weiterzugeben, die Patienten interessieren könnten.
</p>

<h2>
	Keine Behandlungspausen mehr?
</h2>

<p>
	Für die Psoriasis galt bisher, dass nur bei Bedarf behandelt wird. Ist der Patient mehr oder weniger erscheinungsfrei, wird der Wirkstoff abgesetzt – bis zum nächsten Schub (Intervall-Therapie). So sind die meisten Hautärzte auch bei innerlich wirkenden Stoffe vorgegangen. Nur bei Fumarsäureester und Methotrexat gab es schon immer viele Patienten, die ohne Unterbrechung behandelt wurden. Bei den Biologika hieß es von Anfang an, dass sie dauerhaft gegeben werden sollten. Skeptiker verdächtigen die Pharmafirmen, sie würden dieses Vorgehen unterstützen, um noch mehr Präparate zu verkaufen. Der Sinneswandel beruht aber auf der relativ neuen Erkenntnis, dass die Entzündung der Psoriasis weitere schwere Krankheiten fördert.
</p>

<p>
	Deshalb haben viele Referenten gefordert, Psoriasis-Patienten „lebenslang“ zu behandeln – unabhängig davon, wie schwer sie betroffen sind. Um schwere Begleiterkrankungen zu verhindern oder abzumildern, so Professor Peter Altmeyer, solle die „risikoreiche Entzündungslast im Körper gering“ gehalten werden. Professor Matthias Augustin sprach sich bei einer schweren Psoriasis gegen jede Therapie-Pause aus. Professor Kristian Reich dagegen würde prüfen, ob der Wirkstoff niedriger dosiert oder in größeren Zeitabständen gegeben werden kann, wenn ein Patient ein Jahr erscheinungsfrei ist.
</p>

<p>
	Schon 2014 wurde in München für das äußerlich wirkende <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/daivobet" rel="">Daivobet Gel</a> eine <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/fobi2014-psoriasis" rel="">Erhaltungs-Therapie empfohlen</a>. Auch wenn keine Plaques mehr vorhanden sind, sollten die bekannten Stellen 2x wöchentlich weiter behandelt werden. In einer <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/ddg.12396_suppl" rel="external nofollow">Übersichtsarbeit</a> wird dieses Vorgehen für die Kombination Calcipotriol und dem starken Kortison Betamethason als wirkungsvoll und kostengünstig herausgestellt. „Vermutlich“, so die Autoren, wirke das Calcipotriol der Hautverdünnung durch Kortison entgegen. Da sei bisher aber noch nicht nachgewiesen.
</p>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19493" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2015_05/eincremen.jpg.1c05fb6b4ac888dd57ba31d30293389d.jpg" rel="" style="float:left;"><img alt="Eincremen" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19493" style="height: auto; width: 300px;" width="300" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2015_05/eincremen.jpg.1c05fb6b4ac888dd57ba31d30293389d.jpg" loading="lazy" height="225"></a>
</div>

<p>
	Professor Reich bestätigte auf Nachfrage, dass man bei äußerlich angewendetem Kortison nicht mehr völlig ausschleichen sollte, wenn der Patient erscheinungsfrei geworden ist. Inzwischen gelte auch dafür, die Dosis zu reduzieren und den Zeittakt zu verlängern, aber nicht auf Null Kortison zu setzen. Sonst komme die Psoriasis schneller wieder. Aus der Behandlung des Atopischen Ekzems (Neurodermitis) wisse man, dass  bleibender Kortison-Schäden nicht zu erwarten sind.
</p>

<p>
	Professor Altmeyer machte darauf aufmerksam, dass Biologika zwar dauerhaft eingesetzt werden, aber im Laufe der Zeit schwächer wirken würden. Niemand wisse bisher, was danach komme.
</p>

<h2>
	Psoriasis fördert weitere Entzündungen
</h2>

<h3>
	Mandeln entfernen?
</h3>

<p>
	Bisher wurde nur <em>vermutet</em>, dass eine Psoriasis sich verbessert, wenn die Mandeln entfernt werden. Jetzt weiß man mehr über die Zusammenhänge zwischen Mandeln und Haut. Wenn Streptokokken eine Mandelentzündung (Angina) verursachen, so wandern Linolsäuren (CLA) in die Haut, anstatt in die Leber oder die Nieren. Bei einem Drittel der Psoriatiker verschlechtert sich daraufhin der Hautzustand.
</p>

<p>
	Professor Ulrich Mrowietz wies auf eine aufwendige <a href="https://www.jimmunol.org/content/188/10/5160.long" rel="external nofollow">Untersuchung aus Island</a> hin. Bei 70 Prozent der Psoriasis-Patienten verbesserte sich der <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> nach zwei Monaten deutlich, nach dem die Mandeln herausgenommen wurden. Bei niemanden wurde sie durch die Operation schlimmer. Das entspricht auch den <a href="https://www.psoriasis-netz.de/tags/forums/Mandeln/" rel="">Erfahrungsberichten in der Psoriasis-Community</a>. In Südost-Asien sei das die erste Maßnahme bei der pustulösen Form an Händen und Füßen (Psoriasis pustulosa palmoplantaris). Professor Mrowietz meinte, HNO-Ärzte würden bei Erwachsenen nicht gerne die Mandeln entfernen. Vermutlich seien ihnen die Zusammenhänge zur Psoriasis noch nicht so bekannt. Vielleicht hilft ein Hinweis auf die <a href="https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/4700" rel="external nofollow">Doktorarbeit einer HNO-Ärztin</a> aus Aschersleben?
</p>

<h3>
	Zahnfleisch-Entzündung behandeln?
</h3>

<p>
	Es ist schon <a href="https://europepmc.org/article/MED/22347541" rel="external">seit 1820 bekannt</a>, dass Zahnfleisch-Entzündungen (Parodontitis) und Rheumatoide Arthritis miteinander zusammenhängen. Für die Psoriasis wird das erst seit einigen Jahren vermutet. Professor Mrowietz erklärte, dass sich bei der Parodontitis die gleichen Entzündungsparameter zeigen, wie bei der Psoriasis. Beide würden sich gegenseitig verstärken („triggern“). Die Entzündung finde in einer „hoch aktiven Zone mit kompetenten Immunsystem“ statt. Ihre schwere Form führe zu Knochenabbau und Zahnverlust.
</p>

<p>
	<a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1365-2133.2012.11126.x" rel="external nofollow">Psoriasis komme bei Patienten mit Parodontitis häufiger vor</a>, als in der Normalbevölkerung. Auch umgekehrt konnte gezeigt werden, dass <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22703187/" rel="external">Psoriatiker eher gefährdet</a> sind, daran zu erkranken. Raucher und Übergewichtige hätten ein <a href="https://www.tandfonline.com/doi/full/10.3109/00016350903583678" rel="external nofollow">zusätzliches Risiko</a>.
</p>

<p>
	Viele merken nicht, dass sie eine Zahnfleisch-Entzündung haben. <a href="https://www.netdoktor.at/krankheit/parodontitis-und-parodontose-7400" rel="external nofollow">Typische Symptome</a> fallen erst auf, wenn sie dauerhaft auftreten. Die Diagnose erfordert meist eine aufwendige Untersuchung mit einer Sonde. Wie bei anderen Begleiterkrankungen kann vermutet werden, dass eine Behandlung der Parodontitis auch die Psoriasis verbessert – und umgekehrt.
</p>

<h3>
	Begleiterkrankungen (Komorbiditäten)
</h3>

<p>
	Dr. Marc Alexander Radtke bezeichnet die Psoriasis als „Gatekeeper“ (Türhüter) für weitere Krankheiten. Selbst bei leichteren Formen seien Unterschiede im Immunsystem gefunden worden. Es gelte, Begleit-Erkrankungen früh zu erkennen und gezielt zu behandeln. Vor allem bei der Psoriasis arthritis gebe es nur ein kurzes Zeitfenster für Diagnose und Behandlung. Schon nach zwei bis vier Jahren entwickele ein bedeutender Teil der Patienten Schädigungen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden könnten.
</p>

<p>
	Psoriatiker benötigten eine lebenslange Betreuung, um Komorbiditäten kontrollieren zu können. Sie sollten sich alle 12 Monate (bei schwerer Pso alle 6 Monate) auf eine Fettstoffwechsel-Störung (Lipid-Stoffwechsel-Störung = Dyslipidämie) untersuchen lassen. Außerdem regelmäßig nach Blut-Hochdruck (arterielle Hypertonie), Adipositas und Diabetes.
</p>

<h3>
	Stress und Depression
</h3>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19494" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2015_05/traurig.jpg.cc0d1d79457aba95a002955a39cbb537.jpg" rel="" style="float:left;"><img alt="Traurig – mit Psoriasis" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19494" style="height: auto; width: 300px;" width="300" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2015_05/traurig.jpg.cc0d1d79457aba95a002955a39cbb537.jpg" loading="lazy" height="447"></a>
</div>

<p>
	Professor Kai G. Kahl erklärte, dass bei der Depression fast die gleichen Begleit-Erkrankungen auftreten wie bei der Psoriasis. Er erklärte das neurobiologisch: Psoriatiker seien oft eingeschränkt bei den Aktivitäten des täglichen Lebens wie auch in ihren sozialen Beziehungen. Sie nähmen ihre Krankheit besorgt wahr und hätten Angst vor dem nächsten Schub. Das <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22211355/" rel="external">beeinflusse Psyche und Persönlichkeit</a> und mache Stress. Wird der chronisch, ist das Gehirn nicht mehr in der Lage, die nötige Energie (Glukose) selbst aufzubringen und greift in den Insulin-Haushalt ein. Das wiederum fördert die Neigung zu kohlenhydrat- und fettreicher Ernährung, Alkohol- und Nikotin. Stress aktiviere die gleichen Botenstoffe, wie eine Entzündung und könne damit auf Dauer eine Depression auslösen. Bei den Hautkranken mit Depression, Ängsten und Selbstmordgefährdung stehen die Psoriatiker weit vorne.
</p>

<p>
	Aber auch die Entzündung der Psoriasis könne zur Depression führen – unabhängig vom Stress. Entsprechende Bio-Marker seien im Gehirn nachweisbar. Deshalb sei es denkbar, so Professor Kahl, dass die Therapie der Psoriasis ebenfalls eine Depression verbessere.
</p>

<p>
	Psychotherapeutisch biete sich, neben Medikamenten, eine Therapie des Akzeptierens und das Engagierens (Acceptance-and-commitment-treatment) an: „Du hast zwar eine Psoriasis, aber was hält dich davon ab, das zu machen, was du willst?“. Es gehe darum, die Menschen zu befähigen, trotz der Krankheit ihren eigenen Lebenssinn zu finden, d.h. gesund und zielgerichtet zu leben.
</p>

<h2>
	Mythen über Medikamente
</h2>

<p>
	Es müsse genau hingeschaut werden, so Professor Reich, ob ein Medikament gegen eine andere Krankheit die Psoriasis triggert. Genauso wenig wie Spinat besonders viel Eisen enthält, genauso wenig würden Beta-Blocker generell eine Psoriasis verursachen oder verschlimmern. Zwar <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/keine-betablocker-bei-psoriasis-oder-doch" rel="">wisse man das schon seit einigen Jahren</a>, aber selbst in den aktuellen Psoriasis-Leitlinien würde das noch so behauptet. Tatsächlich aber würden Beta-Blocker eine Psoriasis nur in einzelnen Fällen verschlechtern.
</p>

<p>
	Bei Lithium, oft zur Behandlung von psychisch Kranken eingesetzt, sei es sehr zweifelhaft, ob es eine Psoriasis auslöst oder antreibt. Während der Wirkstoff Chloroquin, der gegen Malaria eingesetzt wird, deutlich auf die Psoriasis wirke.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
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		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Fumaderm-Therapien langfristig ausgewertet
</h2>

<p>
	Mediziner der Universitätsklinik Bochum hatten die Akten von 879 Patienten ausgewertet, die seit 12 Jahren mit Fumarsäureester (FSE) behandelt wurden. Das, so Dr. Heinrich Dickel, sei die erste Langzeit-Untersuchung, die länger als drei Jahre umfasst. Einige Patienten seien zusätzlich mit <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> oder UV-Licht behandelt worden. FSE habe über diese Zeit nicht an Wirkung verloren, unabhängig von der jeweiligen Psoriasis-Form. Wenn FSE abgesetzt und dann wieder eingesetzt wurde, wirkte es genau so gut wie vorher. Denn anders, als z.B. bei den Biologika, würden keine Anti-Körper gebildet. Über diesen langen Zeitraum hätte es keine schweren (so genannte „oppurtunischen“) Infektionen gegeben. Deshalb bestätigte Dr. Dickel dem Fumarsäure-Gemisch „ein gutes Sicherheitsprofil“.
</p>

<p>
	Die <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/fumaderm-wann-besteht-ein-toedliches-risiko" rel="">aktuellen Meldungen</a> über den Wirkstoff Dimethyl-Fumarat, der in Fumaderm enthalten ist, wurden auf der Tagung nicht problematisiert. Auf Nachfrage bemerkte Professor Altmeyer, ein PML-Risiko gebe es schließlich für alle immunsuppressiven Wirkstoffe, vor allem bei <abbr title="Multiple Sklerose"><abbr title="Multiple Sklerose">MS</abbr></abbr>-Medikamenten. Durch regelmäßige Blutkontrollen könne das aber ausgeschlossen werden.
</p>

<h2>
	Psoriasis als Berufskrankheit
</h2>

<p>
	Professorin Vera Mahler berichtete, dass es zwischen 1995 und 2010 in Deutschland 130 Fälle gab, in denen Psoriasis als Berufskrankheit anerkannt wurde. Sechs Betroffene davon wurden wegen ihrer Berufsunfähigkeit als „rentenberechtigt“ eingestuft.
</p>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19495" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2015_05/bauarbeiter.jpg.57561fbb267a0665d1c0a9adc5276c20.jpg" rel="" style="float:left;"><img alt="Bauarbeiter" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19495" style="height: auto; width: 300px;" width="300" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2015_05/bauarbeiter.jpg.57561fbb267a0665d1c0a9adc5276c20.jpg" loading="lazy" height="348"></a>
</div>

<p>
	Zwar sei Psoriasis genetisch bedingt, aber <span ipsnoautolink="true">unter bestimmten Bedingungen</span> könne sie als Berufskrankheit <a href="http://dgaki.de/wp-content/uploads/2010/05/Bamberger_Merkblatt_ger.pdf" rel="external nofollow">g</a>elten. Zum Beispiel, wenn sie erstmals durch berufliche Einwirkungen am Arbeitsplatz ausbricht; aber auch, wenn sie sich beruflich bedingt verschlimmert oder deutlich verändert. Wer das an sich beobachtet, solle das unbedingt der Hautärztin berichten und dokumentieren lassen.
</p>

<p>
	Grundlage ist die <strong>Berufskrankheiten-Verordnung</strong>, eine Liste der offiziell anerkannten Berufskrankheiten. Die jeweils aktuelle Version findet sich auf der <a href="https://www.baua.de/DE/Home/Home_node.html" rel="external nofollow">Internetseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin</a>. Psoriasis wäre nach Ziffer 5101 zu überprüfen. Ein wesentlicher Hinweis ist, dass sie sich in der „arbeitsfreien Zeit“ deutlich bessere. Wirklichkeitsfremd sei, so Prof. Mahler, dass dem eine sechswöchige, durchgehende Arbeitspause zugrunde gelegt werde. Das geht heutzutage eigentlich nur durch Krankschreibung.
</p>

<p>
	Berufsbedingt entstehe eine Psoriasis an „Kontaktstellen“,meist an den Händen (Köbner-Effekt). Typisch sei die „ekzematisierte Psoriasis“. Eine Berufskrankheit werde auch dann anerkannt werden, wenn die Arbeit lediglich eine wesentliche <span style="text-decoration:underline;">Teil</span>-Ursache sei. Die Krankheit schütze nicht vor einer beruflich erworbenen Kontakt-Allergie. Es dauere bei Psoriatikern nur manchmal etwas länger, bis die ausbreche.
</p>

<h2>
	Neue Medikamente
</h2>

<h3>
	Apremilast (Otezla)
</h3>

<p>
	Über das hinaus, was das Psoriasis-Netz <span ipsnoautolink="true">bisher schon über Apremilast geschrieben</span> hat, gab es weitere Informationen:
</p>

<p>
	Apremilast sei für Patienten, die nicht auf TNF-Alpha-Blocker ansprechen oder sie nicht benutzen wollen bzw. können („Second-Line Medikament“), so Professor Mrowietz. Die Wirkung sei schwächer, als die des neuen IL-17a-Bloker Secukinimab (Cosentyx®) und würde über ein Jahr nachlassen. Vor allem die Magen-Darm-Probleme würden sich im Laufe der Therapie verbessern. Gewichtsverluste, auf die der Hersteller hinweist, seien bei nur 6 Prozent der Patienten beobachtet worden. Generell hätte es im Beobachtungszeitraum von fünf Jahren keinen Abbruch wegen der Nebenwirkungen gegeben.
</p>

<p>
	Dr. Michael Sebastian berichtete über deutliche Verbesserung der Nagel-, Kopf und Palmoplantaris-Psoriasis. Einige Patienten hätten auf Apremilast extrem gut angesprochen, andere nicht („Non-Responser“). Der Wirkstoff sei eine zusätzliche Chance für an sich „aus-therapierte“ Patienten. Eine regelmäßige Blutbild-Kontrolle sei nicht nötig.
</p>

<h3>
	Secukinumab (<span ipsnoautolink="true">Cosentyx</span>)
</h3>

<p>
	Über das hinaus, was das Psoriasis-Netz <span ipsnoautolink="true">bisher schon über Secukinumab geschrieben</span> hat, gab es weitere Informationen:
</p>

<p>
	Das Biologikum, so Professor Reich, zeige erst nach 16 Wochen seine volle Wirksamkeit. Es scheine auch die Psoriasis arthritis sehr gut zu beeinflussen. Wenn die Behandlung unterbrochen wird, wirke es bei Wiederaufnahme genau so gut wie vorher. Im Gegensatz zu anderen Biologika werden bei Secukinumab kaum Anti-Körper gebildet.
</p>

<p>
	Es gebe keine Sicherheitsbedenken, so Professor Mrowietz. Aber es könnte sich die Zahl der Leukozyten verringern, so dass eine Neutropenie möglich ist. Bei manchen Patienten hätten sich die Schleimhäute mit dem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Candida_albicans" rel="external">Hefepilz Candida</a> infiziert. Genau zu beobachten sei, ob Patienten unter dieser IL-17a-Therapie später einen Morbus Crohn (MC) entwickeln. Professor Ulrich Amon schließt Secukinumab für MC-Patienten aus.
</p>

<h3>
	Biosimilars
</h3>

<p>
	Es sei kein Problem, vom Original-Biologikum Infliximab (Remicade) auf das Biosimilar zu wechseln. Dr. Sandra Philipp berichtete, dass bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis über ein Jahr lang keine signifikanten Unterschiede festgestellt wurden. Beide angebotenen Präparate (Remsima, Inflectra) sind identisch und werden vom gleichen Produzenten geliefert.
</p>

<h2>
	Bestrahlungstherapie
</h2>

<p>
	Die angekündigten Studien zum <a href="https://www.psoriasis-netz.de/?s=Dermodyne" rel="">sichtbaren Licht (Dermodyne)</a> parallel in verschiedenen Behandlungszentren kommt erst einmal nicht zustande. Es war vorgesehen, die Blaulicht-Therapie bei Neurodermitis-Patienten zu vergleichen mit einer äußerlichen Behandlung (erst Kortison, dann Tacrolimus). Die positiven Erfahrungsberichte sollten wissenschaftlich untermauert werden.
</p>

<p>
	Aus unterschiedlichen Gründen haben aber fast alle Therapiezentren, die sich daran beteiligen wollten, die Geräte nicht installiert oder nicht in Betrieb genommen. Lediglich in Wien bei Professor Adrian Tanew und in Mainz bei Dr. Detlef Becker wird das Verfahren angewendet. Die geplante Studie wurde von deren Universitätsgremien als „Arzneimittel-Studie“ eingeordnet. Die damit verbundenen Anforderungen und Kosten sind aber für die beiden Zentren zu hoch.
</p>

<p>
	Professor Tanew ist davon überzeugt, dass die Therapie mit Blaulicht wirkt, wenn auch langsam. Er könne sich aber nicht erklären, weshalb sie funktioniert. In Wien werde es jetzt nur eine einfache Studie mit Blaulicht geben.
</p>

<p>
	Nachtrag: <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ddg.15211" rel="external nofollow">Erst 2023 wurde eine Blaulicht-Studie veröffentlicht,</a> bei festgestellt werden sollte, wie sie auf die Atopische Dermatitis (AD), bekannt als Neurodermitis, wirkt. Ernüchterndes Ergebnis: Nur der Juckreiz konnte verringert werden und nur mit einem bestimmten Blaulicht-Spektrum. Die AD verbesserte sich kaum. Die Autoren schreiben die Blaulicht-Therapie trotzdem noch nicht ab: Durch die Bestrahlung gingen die Aktiväten des Interleukin 31 messbar zurück. Das ist vornehmlich für den Juckreiz verantwortlich. Es wirkt aber auf auf weitere Entzündungsauslöser. Durch häufigere, intensivere Bestrahlung könnten eventuell doch Effekte nachgewiesen werden. In ihrer "AD-Blue-Study" hätten kaum schwer AD-Betroffene teilgenommen, nicht alle Patienten seien therapietreu geblieben und bei mehr Teilnehmern seien Ergebnisse statistisch sicherer.
</p>

<h2>
	Hautkrebs
</h2>

<p>
	Empört reagierten viele Referenten auf den Vorwurf des TV-Magazins „Kontraste“, <a href="http://www.tagesschau.de/inland/hautkrebs-101.html" rel="external nofollow">Hautkrebs-Screening sei nutzlos und teuer</a>. Die Früherkennung führe nicht dazu, dass sich die Zahl der Todesfälle verringert. Stattdessen würden mehr Hautkrebs-Diagnosen gestellt, obgleich unklar sei, wie viele davon tatsächlich gefährlich werden würden.
</p>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19492" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2015_05/hautkrebscheck.jpg.37f9d5187851e408ff5301f4d53a673d.jpg" rel="" style="float: left;"><img alt="Betty Heidler" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19492" style="height: auto; width: 300px;" width="300" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2015_05/hautkrebscheck.jpg.37f9d5187851e408ff5301f4d53a673d.jpg" loading="lazy" height="216"></a> Auch die Hammerwerferin Betty Heidler lässt sich auf Hautkrebs untersuchen
</div>

<p>
	Der Pressesprecher des Berufsverbandes BVDD, Dr. Ralph von Kiedrowski, meinte, die Sterblichkeit sei tatsächlich genau so hoch wie vor Einführung der Früherkennung. Allerdings verdoppele sich die Erkrankungsrate bei Hautkrebs alle zehn Jahre. Das läge auch daran, dass die Bevölkerung immer älter würde. Freya Trautmann (Uniklinik Dresden) hat ermittelt, dass Screening Teilnehmer länger überleben. Die Ursache sei aber vermutlich nicht eine frühere Diagnose bzw. frühzeitige Behandlung, sondern die Veränderung des Lebensstils. Patienten, die zum Screening gehen, verhalten sich wahrscheinlich inbezug auf die Hautkrebs-Gefahr bewusster.
</p>

<p>
	Andere Experten gestehen dagegen ein, dass die <a href="http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/praevention/article/884437/hautkrebs-screening-datenlage-miserabel.html" rel="external">Datenlage „miserabel“</a> sei. Selbst die Meldequoten seien je nach Region und Tumortyp unterschiedlich. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin fordert einen „<a href="http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/praevention/article/883871/nach-kritik-tv-aerzte-zweifeln-hautkrebsscreening.html" rel="external">klaren Nutzennachweis</a>“. Bis dahin sollte die Bevölkerung nicht ermuntert werden, zum Haut-Screening zu gehen.
</p>

<h2>
	Tipps
</h2>

<ul>
	<li>
		Bei Kopf-Psoriasis empfiehlt Prof. Reich zwei Nächte lang eine Kappe mit Eucerin 5 % - Shampoo + Creme (Kortison oder kombiniert mit Calcipotriol). Salicyl sei nicht für alle Patientengruppen geeignet, alkoholische Tinkturen würden austrocknen, Daivobet Gel sei schwer auszuwaschen und <span ipsnoautolink="true">Clarelux-Schaum</span> würde spannen.
	</li>
	<li>
		Bei manchen Psoriasis-Formen sind die Stellen feucht und damit schwer einzucremen. Prof. Reich empfiehlt, sie kurz mit dem Fön zu trocknen.
	</li>
	<li>
		Bei Nagel-Psoriasis empfiehlt Prof. Reich eine Kombinationsbehandlung: erst <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/onypso" rel="">Onypso</a>-Lösung (Harnstoff) auftragen, nach kurzer Wartezeit Clobegalen®-Lösung (Kortison) und danach Daivobet Gel (Kortison + Calcipotriol) – alles luftdicht über Nacht einwirken lassen.
	</li>
	<li>
		Wer es schafft, 5 kg abzunehmen, könne seinen Therapie-Erfolg verdoppeln, so Prof. Augustin mit Hinweis auf eine italienische Studie. Bei Abnehmer-Programmen ohne Begleitung (Coaching) würden die meisten nach einer Zeit in alte Verhaltensweisen zurückfallen, so Dr. Sascha Gerdes.
	</li>
	<li>
		In Deutschland hätten diejenigen Psoriasis-Patienten die besten Erfolge, so Prof. Mrowietz, die ihre Therapie ausführlich mit der Ärztin bzw. dem Praxispersonal besprochen hätten.
	</li>
	<li>
		Ob ein Wirkstoff für einen konkreten Psoriasis-Patienten tatsächlich geeignet ist, sollte frühesten sechs Monate nach Therapie-Beginn entschieden werden. Spätestens nach 4 bis 6 Wochen aber sollte das Präparat sichtbar ansprechen, so Dr. Andreas Körber.
	</li>
</ul>

<h2>
	Produkte
</h2>

<ul>
	<li>
		Wer versuchen will, ob seine Krankenkasse das <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/geraete/philips-bluecontrol-2-0/" rel="">Bestrahlungsgerät BlueControl</a> bezahlen würde, kann selbst oder über den behandelnden Arzt Antragsunterlagen bei <a href="http://www.drhoenle.de" rel="external nofollow">Hönle</a> anfordern. Parallel dazu bietet die Firma eine dreimonatige Testphase an. Wer das Gerät danach kauft, bekommt die Miete beim Preis angerechnet.
	</li>
	<li>
		Präparate mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sulfonierung" rel="external">sulfoniertem</a> Öl aus schwefelreichem Schiefer werden oft mit teerhaltigen gleichgestellt. Sie haben aber, so der Hersteller Ichthyol Gesellschaft, andere Eigenschaften und weniger Nebenwirkungen. Die Ichthyol Gesellschaft stellte ihre seit langen Jahren bekannten <span ipsnoautolink="true">Präparate in modernem Design</span> vor. Das Crino Cordes® N Shampoo wird nicht vor Herbst 2015 lieferbar sein. Auf der Tagung war außerdem <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/bionatar-shampoo/" rel="">Bionatar</a> vertreten, das <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/s10-mitmachen/bionatar-shampoo-im-test" rel="">von Psoriasis-Netz-Nutzern getestet</a> wurde.
	</li>
	<li>
		Die <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/letisr-anti-roetungen-pflegecreme" rel="">Creme letiSR</a> ist eigentlich für Rosazea entwickelt, eignet sich aber für alle, die Rötungen im Gesicht haben. Die Haut wird leicht getönt, was streifenfrei aufzutragen und vor allem sehr unauffällig ist.
	</li>
	<li>
		Tarmed, das teerhaltige Shampoo, wird noch vor dem Sommer 2015 auf dem deutschen Markt kommen, hieß es am Firmenstand von GSK. Dann darf dieses Fertigpräparat wieder verschrieben werden. Man kann sich das Shampoo aber auch <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/tarmed-teer-shampoo-wieder-da" rel="">als Rezeptur verschreiben</a> lassen.
	</li>
	<li>
		Leo wird Daivobet-Gel ab Herbst 2015 in einer völlig anderen "Applikation" anbieten. Details wurden nicht genannt, aber wir vermuten eine <span ipsnoautolink="true">Flasche mit Spender</span>. Damit wäre (nicht nur) unsere jahrelang geäußerten Kritik endlich erfolgreich: Die Plastikflasche ist viel zu steif, um das Gel herauszudrücken – besonders bei Gelenkproblemen. Die Öffnung ist viel zu scharfkantig, weil man sie selbst aufschneiden muss.
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Fumaderm</span> ist in Tübingen relativ erfolgreich gegen <a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Alopecia_areata" rel="external nofollow">krankhaften Haarausfall</a> eingesetzt worden, so Dr. Katharina Meier.
	</li>
</ul>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">733</guid><pubDate>Mon, 18 May 2015 11:33:00 +0000</pubDate></item><item><title>Chronischer Schmerz spricht Gehirn anders an als kurzer</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/chronischer-schmerz-spricht-gehirn-anders-an-als-kurzer/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2015_03/eeg.jpg.8b6fdd7fbb3c0b08e498d2aed7b8638d.jpg" /></p>
<p>
	Mit Schmerzen schützt sich der Körper. Für Wissenschaftler sind sie ein schwieriges Phänomen – auch, weil der Schmerz von vielen Dingen beeinflusst wird. Bleiben Schmerzen lange, wird das ein chronischer Schmerz – und eine eigene Krankheit, die oft schwer zu behandeln ist. Forscher haben jetzt Menschen ins Gehirn geguckt, während die Schmerzen hatten.
</p>

<p>
	Die Mediziner wollten wissen: Was passiert im Gehirn, wenn Schmerzen unterschiedlich lange dauern? Wie wirken Placebo-Medikamente auf das Gehirn?
</p>

<p>
	Also bekamen 41 Probanden eine Art Badekappe mit 64 Elektroden aufgesetzt. Mit einem Elektroenzephalogramm (kurz: EEG) wurde während des gesamten  Versuchs die Aktivität der Nervenzellen gemessen. 10 Minuten lang schickten die Forscher den Studienteilnehmern schmerzhafte Hitze auf die Hand – immer unterschiedlich stark. Mit der anderen Hand bedienten die Probanden einen Schieberegler, der den Forschern zeigte, wie stark der Schmerz gerade auf einer Skala von 1 bis 100 empfunden wurde.
</p>

<h2>
	Schmerz in anderen Bereichen des Gehirns
</h2>

<p>
	„Schon über wenige Minuten veränderte sich die subjektive Schmerzwahrnehmung der Teilnehmer", <a href="https://academic.oup.com/cercor/article/25/11/4407/2367240" rel="external nofollow">berichtet Professor Markus Ploner</a> von der TU München. Die Tester meldeten unterschiedlich starke Schmerzen, obwohl die Forscher gerade gar nichts an der Hitze verändert hatten.
</p>

<p>
	Der Blick ins Gehirn zeigte den Wissenschaftlern: „Dauert ein Schmerz länger an, wandelt er sich offensichtlich von einem reinen Wahrnehmungsprozess zu einem mehr emotionalen Prozess. Diese Erkenntnis ist hochinteressant für die Diagnose und Therapie von chronischen Schmerzen, bei denen der Schmerz über Monate und Jahre andauert“, so Ploner.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<p>
	Schon vorher war klar: Kurze Schmerzen sind eher die Sache von sensorischen Hirnbereichen. Die neuen Experimente zeigten: Lang anhaltende Schmerzen fordern auch emotionale Hirnbereiche heraus.
</p>

<h2>
	Placebo ändert Wahrnehmung der Schmerzen
</h2>

<p>
	<span ipsnoautolink="true">Ein zweites Experiment</span> der Münchner Schmerzforscher bewies: Allein schon die Erwartung von Schmerzen beeinflusst die Wahrnehmung. 20 Probanden wurden unterschiedlich starke, auf jeden Fall aber schmerzhafte Laser-Pulse auf zwei Areale auf dem Handrücken geschickt. Beim zweiten Mal wurden die Bereiche vorher jedoch eingecremt. Die Forscher erzählten den Testern, dass die Creme die Schmerzen lindern soll. Prompt gaben die Probanden auch an, dass die Creme die Schmerzen gelindert hatte. Nur: Sie enthielt gar keinen Wirkstoff.
</p>

<p>
	Die Wissenschaftler fanden diesen Placebo-Effekt auch im Gehirn wieder: Obwohl die Probanden die gleichen Laser-Pulse und damit die gleichen Schmerzreize erhielten, feuerten die Nervenzellen beim zweiten Durchlauf ein anderes Muster von Signalen.
</p>

<p>
	„Unsere Ergebnisse zeigen, wie unterschiedlich unser Gehirn sogar objektiv gleiche Schmerzreize verarbeitet", so Ploner. "Dieses komplexe neurologische Phänomen ‚Schmerz‘ im Gehirn systematisch zu kartieren und besser zu verstehen, ist eine große Herausforderung – für eine bessere Therapie von Schmerzpatienten aber dringend notwendig.“, meint Ploner.
</p>

<div>
	<hr style="width:150px; margin:2em auto 1.9em; border:none; border-bottom:1px solid #000;">
</div>

<p>
	<em>Gerade bei Psoriasis arthritis sind Schmerzen oft ein Problem. Wie gehst du damit um? Hast du einen Tipp? </em><span ipsnoautolink="true"><a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/14-psoriasis-arthritis/" rel="">Nutze unser Forum</a></span><em>.</em>
</p>

<div>
	<h2>
		Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Artikel</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/mit-cannabis-gegen-die-schmerzen-%E2%80%93-ein-erfahrungsbericht-r1159/" rel="">Mit Cannabis gegen die Schmerzen – ein Erfahrungsbericht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Bilder</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/gallery/image/30863-koerperlicher-schmerz-bei-gpp/" rel="">Wie sich ein Künstler die Schmerzen bei der Generalisierten Pustulösen Psoriasis vorstellt</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/14921-erfahrungen-gesucht-wie-kann-ich-mit-meinen-gelenkschmerzen-leben/" rel="">Wie kann ich mit meinen Gelenkschmerzen bei Psoriasis arthritis leben?</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">677</guid><pubDate>Sun, 15 Mar 2015 13:25:00 +0000</pubDate></item><item><title>Ein k&#xF6;rpereigener Stoff kann Schuppenflechte lindern</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/koerpereigener-signalstoff-kann-schuppenflechte-lindern/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2015_03/il4-hautdicke-schema.png.ddb17e452044cd3bc53f8f5871108ede.png" /></p>
<p>
	Mit neuen Wirkstoffen soll die <span ipsnoautolink="true">Psoriasis</span> immer besser zu behandeln sein. Jeder Wirkstoff braucht im Körper ein Ziel, an dem er ansetzt. "Alte" Medikamente nahmen sich gleich das ganze Immunsystem als Angriffspunkt vor. Neue Medikamente sind da wählerischer: Sie wollen nur ein oder zwei Ziele im Körper treffen. Forscher haben ein neues solches Ziel näher untersucht: Interleukin 4, kurz: IL-4.
</p>

<p>
	Bekannt war, <em>dass</em> der Signalstoff IL-4 Entzündungen hemmen kann. Unklar war, <em>wie</em> er das tut und wie wichtig er für das Immunsystem ist. Das haben die Wissenschaftler der TU München und der Universität Tübingen nun gezeigt. Sie nutzten dafür ein Tiermodell und eine Studie mit echten Patienten.
</p>

<p>
	Eigentlich wehrt sich der Körper mit Entzündungen gegen Eindringlinge. Blut und Flüssigkeit fließen dort hin, wo Gewebe infiziert wurde – und es werden Botenstoffe ausgeschüttet, die Immunzellen zum Ort der Infektion lotsen sollen. So können Erreger effektiv bekämpft werden. Wie gesagt: eigentlich. Manchmal aber werden Immunreaktionen des Körpers falsch koordiniert oder fehlgeleitet. Das Ergebnis sind Entzündungen, für die es gar keine "Zündung" von außen gab. Das Gewebe wird dann trotzdem geschädigt. Das ist bei Psoriasis so, aber auch bei anderen Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose oder Arthritis.
</p>

<h2>
	Genaue Arbeit von IL-4 untersucht
</h2>

<p>
	Der Botenstoff IL-4 ist <a href="http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=pharm4_50_2002" rel="external">schon länger</a> als Kandidat für eine Psoriasis-Behandlung im Gespräch. „Um an IL-4 mit einem Standard-Medikament ansetzen zu können, müssen wir aber den genauen Wirkmechanismus kennen", erklärt Professor Tilo Biedermann von der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie. "Das ist uns jetzt gelungen.“
</p>

<p>
	Die Wissenschaftler nutzten zuerst Zellen von Menschen und Mäusen, um die molekulare Wirkung von IL-4 auf Entzündungen zu entschlüsseln. Hierbei entdeckten die Wissenschaftler, dass IL-4 spezielle Immunzellen auf natürliche Weise hemmt: Es hindert die Zellen daran, die beiden Signalstoffe IL-23 und IL-17 herzustellen und abzugeben.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<p>
	„Die Entdeckung ist sehr interessant: IL-23 dient im Körper nämlich dazu, spezielle T-Zellen zu aktivieren und dadurch eine Entzündung auszulösen. IL-4 kann diesen Weg offensichtlich effektiv blockieren“, sagt Biedermann. In Experimenten mit Mäusen zeigte sich dann auch, dass die Gabe von IL-4 über genau diesen Mechanismus verhindert, dass in der Haut Entzündungen entstehen.
</p>

<h2>
	IL-4 rauf – IL-17 und IL-23 runter
</h2>

<p>
	Die Erkenntnisse aus dem Tiermodell wurden von den Wissenschaftlern auch in einer Patientenstudie überprüft. 22 Patienten, die an Schuppenflechte litten, bekamen über sechs Wochen IL-4 unter die Haut gespritzt. Tilo Biedermann und seine Kollegen untersuchten dann Proben aus den betroffenen Hautbereichen der Patienten vor und nach der Therapie.
</p>

<p>
	Die Ergebnisse bestätigten die vorherigen Experimente: Vor der IL-4-Therapie hatten die Studienteilnehmer hohe Werte von IL-23 und IL-17 in ihrer entzündeten und juckenden Haut – nach der erfolgreichen Therapie waren die beiden Stoffe kaum mehr nachweisbar. Die Folge: Die Entzündungen und die schuppigen Hautveränderungen waren verschwunden.
</p>

<p>
	„Unsere Studienergebnisse zeigen, dass IL-4 sehr selektiv und erfolgreich Entzündungen eindämmen kann. Dieser Therapieansatz könnte deshalb auch sehr interessant für andere Autoimmunerkrankungen sein“, erklärt Biedermann. „Außerdem verstehen wir jetzt besser wie IL-4 als wichtiger ‚Checkpoint‘ des Immunsystems funktioniert und können seine Bedeutung in Zukunft besser einordnen und nutzen“.
</p>

<p>
	Wer sich als Betroffener schon länger mit der Schuppenflechte befasst und eines der jüngeren Medikamente anwendet, dem mögen <a href="http://www.chemgapedia.de/vsengine/vlu/vsc/de/ch/16/im/cytokine/interleukine/interleukine.vlu.html" rel="external nofollow">Interleukine</a> bekannt vorkommen. Mehrere neuere Arzneimittel setzen an Interleukinen an – <span ipsnoautolink="true">Stelara</span> beispielsweise an Interleukin 12 und 23 oder <span ipsnoautolink="true">Cosentyx</span> an Interleukin 17A.
</p>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://idw-online.de/de/news626364" rel="external nofollow">Pressemitteilung der TU München</a>
	</li>
	<li>
		"<a href="https://www.pnas.org/content/112/7/2163.abstract" rel="external nofollow">IL-4 abrogates TH17 cell-mediated inflammation by selective silencing of IL-23 in antigen-presenting cells</a>" in: PNAS, 17.02.2015 (Vol 112, Nr. 7)
	</li>
</ul>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">674</guid><pubDate>Tue, 03 Mar 2015 15:03:00 +0000</pubDate></item><item><title>Entfernung der Mandeln kann Psoriasis bessern &#x2013; vielleicht</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/entfernung-der-mandeln-kann-psoriasis-bessern-vielleicht/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2014_12/hno-arzt.png.715fdae52a5b8cb671955e6ec4581523.png" /></p>
<p>
	<strong>Wer immer wieder eine Infektion mit Streptokokken ausbrütet und Schuppenflechte hat, hört zuweilen den Rat, sich die Gaumenmandeln entfernen zu lassen. Was ist da dran?</strong>
</p>

<h2>
	Erste Studie
</h2>

<p>
	Im Sommer 2006 stellten Münchner Mediziner um Professor Jörg Prinz das Ergebnis ihrer Forschung und Erfahrung dar: Sie hatten solche Psoriasis-Patienten untersucht, die ihre Schuppenflechte durch eine Streptokokken-Angina bekommen hatten. Dabei stellten sie fest, dass sich in den Mandeln („Tonsillen“) dieser Psoriatiker die gleichen Lymphozyten („T-Zellen“) befinden wie in den psoriatischen Haut. Durch molekular-biologische Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass diese T-Zellen von den Mandeln „gezielt in die Haut einwandern“. Wenn die Mandeln entfernt werden, wird „der Nachschub von krankheitsvermittelnden T-Zellen unterbunden“. Die Psoriasis kann dadurch positiv beeinflusst werden.
</p>

<p>
	Die Forscher wiesen damals deutlich darauf hin: Die Besserung war nur nachgewiesen für Fälle, in den die Schuppenflechte durch eine Angina verursacht wurde.
</p>

<h2>
	Zweite Studie: Besserung der Psoriasis bei 70 Prozent
</h2>

<p>
	Im Herbst 2014 veröffentlichten US-Forscher eine Studie. Sie wollten wissen, ob sich eine Besserung der Schuppenflechte nach der Entfernung der Mandeln wissenschaftlich beweisen lässt. Sie schauten sich die Datenlage dazu an.
</p>

<p>
	April W. Armstrong von der Universität von Colorado in Denver (USA) und ihre Kollegen durchforsteten medizinische Studien und Veröffentlichungen der letzten 53 Jahre. Sie wollten feststellen, ob die Mandel-Operation (Fachbegriff: Tonsillektomie) eine Psoriasis bessert. Durchsucht wurden die Datenbanken Medline, Cinahl, Cochrane, Embase, Web of Science und OVID-Datenbanken.
</p>

<p>
	Schlussendlich kamen 20 Artikel in die engere Auswahl. Darin wurden die Fälle von insgesamt 545 Psoriasis-Patienten erwähnt, denen die Mandeln entfernt worden waren oder entfernt werden sollten. 410 davon unterzogen sich wirklich der Operation. Danach besserte sich die Schuppenflechte bei 290 von ihnen – <strong>also bei 70 Prozent der Operierten</strong>. Einige berichteten von einer längerfristigen Besserung, bei anderen kam die Psoriasis später wieder.
</p>

<p>
	15 der 20 gefundenen Artikel hatten für die Forscher einen Nachteil: Es waren Einzelfallberichte oder Studien, in denen eine Kontrollgruppe fehlte.
</p>

<p>
	Das Fazit der Forscher: <strong>Die Entfernung der Mandeln kann eine Option für Patienten mit einer hartnäckigen Schuppenflechte und wiederkehrenden Mandelentzündungen sein</strong>. Sie fordern aber Studien, in denen Patienten nach einer Mandel-Operation langfristig beobachtet werden – also Monate und Jahre später erneut befragt werden, wie es ihnen und ihrer Haut geht. Dann erst könne der Nutzen einer Entfernung der Mandeln eindeutig belegt werden.
</p>

<h2>
	Dritte Studie: Lebensqualität steigt nach Mandel-Operation
</h2>

<p>
	Schwedische Forscher konzentrierten sich in einer Studie auf den Aspekt der Lebensqualität. Sie untersuchten 29 Patienten mit einer Plaque-Psoriasis, die in der Vergangenheit immer wieder eine Verschlechterung ihrer Schuppenflechte nach einer Streptokokken-Infektion erlebt hatten. 15 Patienten wurden die Mandeln entfernt, 14 nicht. Zwei Jahre danach wurden sie nach ihrer Lebensqualität, nach Stress (konkreter: mit Psoriasis verbundenem Stress) und nach der Schwere ihrer Schuppenflechte befragt. Diejenigen, bei denen die Mandeln entfernt worden waren, zeigten eine Verbesserung ihrer Lebensqualität um 50 Prozent. Der mit der Psoriasis verbundene Stress war um 60 Prozent zurückgegangen. Und: 87 Prozent der operierten Patienten meinten, dass sich die Entfernung der Mandeln für sie gelohnt hat. Das nüchterne Fazit der Forscher: "Eine Tonsillektomie kann die Lebensqualität bei ausgewählten Patienten mit Plaque-Psoriasis verbessern."
</p>

<div>
	<hr style="width:150px; margin:2em auto 1.9em; border:none; border-bottom:1px solid #000;">
</div>

<p style="text-align: center;">
	<em><span class="ipsEmoji">👉</span> In unserem Forum berichten Betroffene von ihren <a href="https://www.psoriasis-netz.de/search/?tags=Mandeln&amp;type=forums_topic&amp;updated_after=any&amp;sortby=newest&amp;search_and_or=or" rel="">Erfahrungen mit einer Mandel-Operation</a>.</em>
</p>

<div>
	<hr style="width:150px; margin:2em auto 1.9em; border:none; border-bottom:1px solid #000;">
</div>

<h2>
	Mandeln entfernen: Gibt es Nebenwirkungen?
</h2>

<p>
	Kann es langfristig zu Nebenwirkungen führen, wenn man sich die Mandeln entfernen lässt? In Dänemark wurden die Daten aller Kinder ausgewertet, denen zwischen 1979 und 1999 die Mandeln entfernt wurden. Es zeigte sich, dass sie langfristig wesentlich anfälliger für Atemwegs- und Infektionskrankheiten sowie für Allergien waren. Es kann, muss aber nicht sein, dass das auch auf diejenigen zutrifft, die sich wegen ihrer Psoriasis die Mandeln haben entfernen lassen.
</p>

<p>
	In Dänemark wurden die Registerdaten von über 60.000 Kindern ausgewertet, denen bis zum 9. Lebensjahr die Mandeln des Rachens (Adenotomie) oder des Gaumens (Tonsillektomie) oder beide entfernt wurden. Das berichtete die <a href="https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4907065?nlid=123363_3081&amp;src=WNL_mdplsnews_180621_MSCPEDIT_DE&amp;uac=126328CZ&amp;faf=1" rel="external nofollow">Online-Plattform MedScape im Juni 2018</a>. Diese Kinder erkrankten später 2- bis 3-mal so oft an den oberen Atemwegen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Infektionskrankheiten und Allergien kamen bei ihnen ebenfalls öfters vor, wenn auch nicht so häufig wie Atemwegs-Erkrankungen.
</p>

<p>
	Untersucht wurde außerdem, ob bestimmte Krankheiten vermieden werden konnten, wenn die Mandeln herausgenommen wurden. Schlafstörungen und Halsentzündungen kamen in dieser Gruppe seltener vor. Nebenhöhlen- und Mittelohr-Entzündungen dagegen häufiger. Nach Psoriasis wurde in dieser Auswertung nicht gefragt.
</p>

<p>
	MedScape zitiert <a href="https://www.stern.de/gesundheit/kinderkrankheiten/tools-service/experte-fuer-kindergesundheit--reinhard-berner-3761108.html" rel="external nofollow">Prof. Reinhard Berner</a>. Der weist darauf hin, dass die Gaumenmandeln ein Organ des Immunsystems sind. Sie verhindern, dass Bakterien und Viren über die Atemluft oder die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Wenn sie entfernt werden, fällt dieser Filter des Immunsystems weg. Natürlich, so Berner, gebe es Erkrankungen der Mandeln, die trotzdem operiert werden müssen. Dabei seien Nutzen und Risiko stets abzuwägen.
</p>

<p>
	Die bisherigen Mandel-OP-Studien zur Psoriasis haben alle ihre Schwächen. Meist sind zu wenig Patienten untersucht worden. Aber tendenziell sagen sie aus, dass sich bei 70 Prozent der Operierten die Schuppenflechte verbessert habe. Eine aufwendige Untersuchung aus Island zeigte darüberhinaus, dass sich bei niemanden durch die Entfernung der Mandeln die Psoriasis verschlechtert hat.
</p>

<p>
	Professor Jörg Prinz weist auf eine Besonderheit hin: Nur bei Patienten, die eine genetische Konstellation HLA-Cw6-positiv haben, konnte eine Streptokokken-Angina als Auslöser für eine Psoriasis nachgewiesen werden. Diesen Patienten würde er empfehlen, sich die Mandeln entfernen zu lassen. Ob man zu dieser Gruppe gehört, kann man durch eine Gen-Diagnostik – einer sogenannten quantitativen Echtzeit-PCR – im Labor feststellen lassen.
</p>

<div>
	<h2>
		Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Fakten</strong>: im <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2015" rel="">Bericht von der Fachärzte-Tagung 2015</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Forum</strong><span>:</span> <a href="https://www.psoriasis-netz.de/search/?tags=Mandeln&amp;type=forums_topic&amp;updated_after=any&amp;sortby=newest&amp;search_and_or=or" rel="">Erfahrungen von Betroffenen mit dem Erfolg einer Mandel-OP</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Erfahrungsbericht</strong>: "<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/zwei-wochen-nach-der-mandel-op-war-ich-fast-beschwerdefrei/" rel="">Zwei Wochen nach der Mandel-OP war ich fast beschwerdefrei</a>"
	</p>

	<div>
		<hr style="width:150px; margin:2em auto 1.9em; border:none; border-bottom:1px solid #000;">
	</div>
</div>

<p>
	Quellen
</p>

<ul>
	<li>
		Studie 1 aus München: <span ipsnoautolink="true">Deutsches Ärzteblatt</span> vom 24.07.06; <a href="http://www.jimmunol.org/content/176/11/7104.abstract" rel="external nofollow">Journal of Immunology</a> 2006,176:7104-7111
	</li>
	<li>
		Studie 2: "<a href="http://www.eblue.org/article/S0190-9622(14)02058-1/abstract" rel="external nofollow">Effect of tonsillectomy on psoriasis: A systematic review</a>", April W. Armstrong et. al. in: Journal of American Academy of Dermatology, 19.11.2014
	</li>
	<li>
		Studie 3 aus Schweden:  "<a href="https://www.medicaljournals.se/acta/content/abstract/10.2340/00015555-2562" rel="external nofollow">Patient-reported Outcomes and Clinical Response in Patients with Moderate-to-severe Plaque Psoriasis Treated with Tonsillectomy: A Randomized Controlled Trial.</a>" in: Acta dermato-venerologica; November 2016
	</li>
</ul>

<p>
	Quellen zum Thema Nebenwirkungen der Mandeln-Entfernung
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://jamanetwork.com/journals/jamaotolaryngology/article-abstract/2683621" rel="external">Association of Long-Term Risk of Respiratory, Allergic, and Infectious Diseases With Removal of Adenoids and Tonsils in Childhood</a>, Sean G. Byars et.al., Juni 2018
	</li>
	<li>
		<a href="https://ediss.sub.uni-hamburg.de/handle/ediss/4700" rel="external nofollow">Tonsillektomie zur Fokussanierung bei der Psoriasis, der atopischen Dermatitis und der chronischen Urtikaria</a>, Dissertation Wiebke Schulze, Hamburg 2012
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.jimmunol.org/content/188/10/5160.long" rel="external nofollow">Improvement of Psoriasis after Tonsillectomy Is Associated with a Decrease in the Frequency of Circulating T Cells That Recognize Streptococcal Determinants and Homologous Skin Determinants</a>, Ragna Hlin Thorleifsdottir et,al. Mai 2012
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">652</guid><pubDate>Sun, 14 Dec 2014 17:45:00 +0000</pubDate></item><item><title>Neues und Bew&#xE4;hrtes zur Psoriasis im Jahr 2014</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/fobi2014-psoriasis/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2014_07/fobi2014.jpg.3db2d0fba957f048b85d7c4af5228429.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Einmal im Jahr gibt es für Hautärzte eine Woche, in der sie so viel Wissen in ihrem Fachgebiet tanken können wie kaum sonst. In diesem Jahr war das die Fortbildungswoche in München. Das Psoriasis-Netz war zu Gast.</strong>
</p>

<h2>
	Beobachtungen
</h2>

<ul>
	<li>
		Es gibt immer wieder neue Erkenntnisse über die <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> – nicht zuletzt auch deshalb, weil die Pharmafirmen sehr viel Geld in ihre Erforschung stecken.
	</li>
	<li>
		Einige Referenten meinten, dass für (viele) Psoriatiker das Zeitalter der „Erscheinungsfreiheit“ begonnen haben könnte. Das jedenfalls ließen die Studienergebnisse des neuen Biologikums mit dem Wirkstoff Secukinumab erwarten.
	</li>
	<li>
		Verstärkt hat sich die Ansicht, Psoriatiker nicht nur solange zu behandeln, bis ihr aktueller Schub abgeheilt ist („Intervall-Therapie“). Stattdessen wird jetzt auch für äußerlich wirkende („topische“) Stoffe propagiert, sie dauerhaft einzusetzen („Langzeit-Therapie“).
	</li>
	<li>
		Als Neuigkeit wurde eine Lösung vorgestellt, mit der Haut- und Kopfhaut-Plaques nicht durch chemisch wirkende Stoffe gelöst werden, sondern durch rein physikalische Mechanismen („Caramba für die Schuppen“).
	</li>
	<li>
		Bei den Psychologen fiel uns auf, dass ganz selbstverständlich von typischen Charaktereigenschaften von Psoriatikern bzw. von Neurodermitikern gesprochen wurde. Deutet sich hier eine Renaissance der Theorie aus den 80-er Jahren an, dass jeder Krankheit typische Charaktereigenschaften zugeordnet werden können?
	</li>
	<li>
		Wie immer, gab es am Rande viele für Patienten interessante Hinweise, zum Beispiel auf ein Schrittzähler-Portal für Psoriatiker. Dazu am Ende mehr.
	</li>
</ul>

<h2>
	Innerliche Therapien
</h2>

<h3>
	Biologika
</h3>

<ul>
	<li>
		Das Biologikum Secukinumab wurde als „Psoriasis Therapie 3.0“ (Professor Stefan Beissert) und als „Einstieg in die praktische Erscheinungsfreiheit“ (Professor Thomas Luger) vorgestellt. Der Interleukin-Blocker wirkt besonders schnell und erreicht nach drei Monaten bei über der Hälfte der Patienten eine 90-prozentige Abheilung, bei einem Viertel sogar eine 100-prozentige. Diese Werte ändern sich auch nach einem Jahr kaum.
	</li>
	<li>
		Wird die Therapie mit Secukinumab beendet, verschlechterte sich die Haut erst nach einem halben Jahr um 20 Prozent. Wird das Biologikum nach einer Unterbrechung erneut gegeben, lässt die Wirkung nicht nach, weil kaum Antikörper gebildet werden. Mögliche Nebenwirkungen sind vor allem Infekte (wie bei allen Biologika, wenn auch deutlich weniger) und Kopfschmerzen.
	</li>
	<li>
		Secukinumab steht kurz vor der Zulassung für die Plaque-Psoriasis. Das Präparat ist nicht explizit für die Psoriasis vulgaris an Händen und Füßen, an den Nägeln und in der pustolösen Ausprägung zugelassen – doch der Hersteller Novartis hat bereits jetzt, vor der Zulassung, zu diesen einzelnen Themen eigene Studien durchführen lassen. Er nennt noch keinen Handelsnamen.
	</li>
</ul>

<h3>
	Methotrexat (<abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>)
</h3>

<ul>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true"><abbr title="Methotrexat">MTX</abbr></span> wirkt gespritzt (Injektion, Pen) deutlich besser als in Tablettenform. Während andere innerlichen Psoriasis-Medikamente nach 12 Wochen ihre volle Wirkung zeigen, dauert es bei <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> 24 Wochen.
	</li>
	<li>
		Zu <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> muss unbedingt Folsäure eingenommen werden, um langfristig die Leber-Verträglichkeit zu gewährleisten. Sonst, so Professor Markus Braun-Falco, bestände das Risiko eines (tödlichen) Leberversagens. Professor Diamant Thaci verwies darauf, dass die Folsäure-Tablette 24 Stunden nach dem <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> eingenommen werden müsse. Das heißt nicht, „irgendwann am nächsten Tag“. Man könne sie aber später, d.h. am übernächsten Tag einnehmen.
	</li>
	<li>
		Eine Leber-Biopsie wird nicht mehr gemacht, weil die Ergebnisse nicht zuverlässig waren.
	</li>
	<li>
		Professor Thaci bestätigte, dass kein erhöhtes Missbildungs-Risiko bestünde, wenn ein Mann unter laufender <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>-Therapie ein Kind gezeugt hat. Das sei absolut kein Abtreibungsgrund. Frauen dagegen müssen unbedingt verhüten und drei Monate vor der Zeugung mit <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> aussetzen; besser, so Thaci, seien sechs Monate.
	</li>
	<li>
		Generell empfiehlt er, <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> dauerhaft als Langzeit-Therapie einzusetzen – wenn es gut wirkt und vertragen wird. Wenn <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> abgesetzt wird, verschlechtere sich die Psoriasis nach zwei bis sechs Monaten.
	</li>
	<li>
		<abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> wird mit anderen Psoriasis-Therapien und -Medikamenten kombiniert, um deren Wirkung zu verbessern.
	</li>
</ul>

<h2>
	Äußerliche Therapien
</h2>

<h3>
	Glukokortikoide (Kortison)
</h3>

<p>
	Es gibt kein Präparat, so Professor Peter Elsner, das bei längerer Anwendung die Haut überhaupt nicht verdünnt („Atrophie“). Aber die vierte Generation der Glukokortikoide (beispielsweise der Wirkstoff Methylprednisolonaceponat) mache das deutlich geringer, würde besser von der Haut aufgenommen werden und wirke schneller. Wenn die äußerliche Kortisonbehandlung abgesetzt wird, geht auch die Atrophie zurück.
</p>

<p>
	Wer sich genauer informieren will: DDG-Leitlinie: "<a href="https://register.awmf.org/assets/guidelines/013_D_Dermatologische_Ges/013-055kp_S1_Kontaktekzem_2022-01.pptx" rel="external nofollow">Topische Dermatotherapie mit Glukokortikoiden</a>“
</p>

<h3>
	Vitamin-D3-Analoga
</h3>

<p>
	PD Dr. Thomas Rosenbach plädierte dafür, die Kombination von Calcipotriol mit Betamethason (<span ipsnoautolink="true">Daivobet</span>) nicht nur akut einzusetzen und dann aufzuhören, wenn der Patient erscheinungsfrei ist. Stattdessen rät er danach zu einer Erhaltungs-Anwendung an festen Tagen (z.B. sonnabends und sonntags). Bei einem nächsten Schub könne dann mit geringer dosierem Kortison behandelt werden. Trotz dauerhafter Anwendung würden keine typischen Kortison-Nebenwirkungen auftreten. Das habe ein 52-Wochen-Vergleich mit Placebo ergeben. Calcipotriol, so Rosenbach, arbeite den typischen Nebenwirkungen des Kortison wie der Hautverdünnung entgegen.
</p>

<p>
	Rosenbach rät davon ab, die Kombination nach ersten Abheilungen durch reines Calcipotriol (Daivonex®) zu ersetzen. Das sei lange nicht so wirksam.
</p>

<h3>
	Rezepturen
</h3>

<ul>
	<li>
		Mehrere Referenten wiesen darauf hin, dass die in der Apotheke hergestellten Rezepturen meist deutlich billiger sind, als Fertigpräparate – oft auch in kleineren Mengen. Damit würde nicht nur das Budget des Arztes weniger belastet werden. Es sei auch möglich, so Professor Wolfgang Gehring, den Patienten ausprobieren zu lassen, ob er Creme, Salbe, Lotion oder Gel bevorzuge. Dr. Petra Staubach wies darauf hin, dass das vom Markt genommene <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/tarmed-teer-shampoo-wieder-da" rel="">Teer-Shampoo Tarmed</a> weiterhin als Rezeptur verschrieben werden darf.
	</li>
	<li>
		Beide Referenten appellierten an die Hautärzte, möglichst <a href="http://www.gd-online.de/german/fgruppen/magistral/dr/leitlinienmagistral_dr.htm" rel="external nofollow">Magistralrezepturen</a> zu verschreiben. Das sind Standard-Mischungen, deren Funktion und Wirkung bekannt sind und oft den Fertig-Arzneimitteln entsprechen.
	</li>
	<li>
		Staubach schätzt eine <a href="http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=50630" rel="external">Chloral-Hydrat Rezepturcreme</a> als „tolle Option“ gegen Juckreiz im Alter.
	</li>
</ul>

<h2>
	Lichttherapien
</h2>

<ul>
	<li>
		Dr. Kamran Ghoreschi verwies darauf, dass in einer Studie die Bestrahlung mit UVB Schmalband (311 nm) den innerlichen Wirkstoffen (<abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>, Humira®, Enbrel® und Stelara®) nicht unterlegen war. Sie sei eine echte Alternative. Nur wirke das UV-Licht eben nicht auf die Gelenke. Es gebe nur wenig Studien, ob UVB-Schmalband Hauttumore verursacht. Alle würden das verneinen.
	</li>
	<li>
		Ghoreschi verwies darauf, dass PUVA in Kombination mit anderen Mitteln hochwirksam sein könne. Aber Licht neutralisiere die Wirkung von Vitamin-D3-Analoga. Die müssten deshalb zwei Stunden vor oder nach einer Licht-Therapie aufgetragen werden.
	</li>
	<li>
		Hinlänglich bekannt sei, dass während einer PUVA-Therapie kein Ciclosporin eingenommen werden darf. Dadurch würde das Hauttumor-Risiko um das 100- bis 1000-Fache steigen.
	</li>
	<li>
		Bade-PUVA habe den Vorteil, dass die Lichtsensibilität durch das Psoralen nach 30 bis 60 Minuten nachlässt, während sie bei der oralen Behandlung länger anhält und man sich vor Sonne schützen müsse.
	</li>
	<li>
		Patienten müssten darüber aufgeklärt werden, dem Arzt mitzuteilen, welche pflanzlichen (meist rezeptfreien) Arzneimittel sie nehmen. Viele Pflanzen könnten die Lichtempfindlichkeit erhöhen.
	</li>
	<li>
		Prof. Steffen Emmert erinnerte an die Leitlinien „<a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-029" rel="external nofollow">Empfehlungen zur UV-Photo-Therapie und Photo-Chemo-Therapie</a>“. Ausdrücklich wies er darauf hin, dass Anti-Oxidantien nicht gegen Hautkrebs wirken!
	</li>
</ul>

<h2>
	Psychodermatologie
</h2>

<ul>
	<li>
		Immer mehr junge Hautpatienten, so Professor Wolfgang Harth, kämen mit mit psychischen Störungen in die Praxis. Kinder mit Juckreiz seien bisher relativ selten gewesen. Belastungen wie Leistungsdruck, Schönheitsansprüche, Wut oder Unruhe würden sich über die Haut äußern.
	</li>
	<li>
		Eine von den vielen Entspannungs-Methoden sollte jeder Hautpatient beherrschen. Aber, so Harth, gerade Psoriatiker kämen meist nach einigen Sitzungen nicht mehr.
	</li>
	<li>
		Er empfindet Psoriasis-Patienten als depressiver und verzweifelter, mit größerer Neigung zum Alkohol als z.B. Neurodermitiker.
	</li>
	<li>
		Professor Uwe Gieler erklärte, Psoriatiker mit Juckreiz würden eher zu Depression, Alkoholsucht, Sozial-Phobie (meiden gesellschaftliche Zusammenkünfte) und Selbstmordgedanken neigen.
	</li>
	<li>
		Dr. Eva Peters meinte, Neurodermitiker seien aggressiver, angespannter und erregbarer als andere Hautpatienten.
	</li>
	<li>
		Bei einer Befragung von fast 4000 Haut-Patienten stellte sich heraus, dass sie gegenüber Nicht-Hautkranken doppelt so häufig von psychischen Erkrankungen (Depressionen, Ängste, Selbstmordversuche) betroffen sind. Patienten-Schulungen dagegen würden nicht nur den Hautzustand und den Schweregrad verbessern, sondern auch die Lebensqualität erhöhen.
	</li>
	<li>
		<div>
			Die Psychotherapeutin Dr. Judith A. Bahmer hat eine <a href="https://www.der-privatarzt.de/artikel/serie-psoriasis-und-psyche-pad-02-21-dermed" rel="external nofollow">Arbeit über Psoriatiker geschrieben</a>. Darin kommt sie zu dem Ergebnis, dass es Psoriasis Patienten an positiven Affekten mangele, d.h. sie sich nicht freuen könnten. Ziele, die sie sich selbst setzen, würden nicht zu ihren unbewussten Bedürfnissen passen. Bahmer spricht von einer „erlernten Hilflosigkeit“ der Psoriatiker. Nach Stress seien sie nur noch schlecht zu motivieren, ein Vorhaben erneut anzufangen. Das alles, so die Psychotherapeutin, führe dazu, dass sie sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen würden.
		</div>
	</li>
</ul>

<div>
	 
</div>

<div>
	<div>
		<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
			<p>
				<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
			</p>
		</div>
	</div>
</div>

<h2>
	Vermischtes
</h2>

<h3>
	Psoriasis arthritis
</h3>

<p>
	Professor Frank Behrens berichtete über einen Test, bei dem die gleichen Patienten einem Dermatologen und einem Rheumatologen vorgestellt wurden. Der Hautarzt diagnostizierte bei 3 Prozent eine Gelenkbeteiligung, der Rheumatologe dagegen bei 20 Prozent.
</p>

<p>
	Hinweise, dass eine Psoriasis arthritis vorliegen könne, seien vor allem die Nagelbeteiligung, Psoriasis in der Analfalte, auf der Kopfhaut, am Haaransatz oder im Gesicht. Eher keine Gelenkbeteiligung sei bei Patienten zu vermuten, die eine pünktchenförmige Psoriasis (Psoriasis guttata) hätten oder an Händen und Füßen (Psoriasis vulgaris palmoplantaris) betroffen seien. Das gelte nicht für die pustulöse Form an Händen und Füßen.
</p>

<p>
	Je später der Patient mit einer Psoriasis arthritis zum Arzt gehe, desto geringer ist die Chance, die Krankheit gut behandeln zu können.
</p>

<h3>
	Fettleibigkeit (Adipositas)
</h3>

<p>
	Problematisch sei, so Professor Rolf-Markus Szeimies, dass in Deutschland die Zahl der Fettsüchtigen ständig steigt, auch bei Kindern. Schon jetzt seien 13,6 % der Männer, 12,3 % der Frauen fettleibig. Der Schweregrad einer Psoriasis Arthritis stehe im direkten Verhältnis zum Body Mass Index. Durch Abnehmen konnte eine deutliche <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>-Reduktion festgestellt werden.
</p>

<p>
	Professor Markus Braun-Falco wies darauf hin, das dicke Patienten sich unter den Falten nur schwer mit Kortison-Cremes behandeln könnten, weil Falte auf Falte liege.
</p>

<h3>
	Juckreiz (Pruritus)
</h3>

<p>
	Ein Medikament (z.B. hochdosiertes Anti-Histaminikum) gegen Juckreiz muss spätestens nach zehn Tagen wirken, so Professor Marcus Maurer. Was bis dahin nicht anschlägt, wirke auch danach nicht.
</p>

<h3>
	Zahlen
</h3>

<p>
	Professor Michael Sticherling stellte in seinem Vortrag einige Mythen und Fakten zur Psoriasis klar: Es stimme nicht, dass immer mehr Menschen an Psoriasis erkranken. Der Anteil in der Bevölkerung liege konstant bei 2,5 Prozent (<em>Prof. Augustin spricht von 2,1 Prozent</em>). Auch bei Kindern gebe es nicht mehr Psoriasis-Fälle. Richtig sei, dass in der Öffentlichkeit mehr über Psoriasis informiert werden würde.
</p>

<p>
	Für ein Drittel der Patienten sei Psoriasis eine schwere Krankheit, weil sie mittelschwer (moderat) bzw. schwer betroffen seien. 2/3 der Patienten dagegen hätten lediglich eine leichte Form der Psoriasis. Andererseits hätten 2/3 aller Psoriatiker ihr Leben lang mehr oder weniger häufig Schübe und nur 1/3 selten.
</p>

<p>
	Richtig sei ebenfalls, dass viele Menschen mit Psoriasis zu dick seien. Je nach Untersuchung hätten sie ein 2- bis 6-faches Risiko für Adipositas. Ebenso stimme es, dass Psoriatiker mehr Begleiterkrankungen hätten als Gesunde: Psoriasis arthritis, metabolisches Syndrom, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Nikotin- und Alkoholsucht, Depressionen.
</p>

<h3>
	Neue Produkte
</h3>

<ul>
	<li>
		Es gibt seit Juli 2014 ein neues Produkt, mit dem hartnäckige Schuppen gelöst werden können, um danach mit einem Wirkstoff oder einer Lichttherapie die Psoriasis zu behandeln: <a href="http://www.loyon-schuppen.de" rel="external nofollow">Loyon</a> ist eine Mischung des medizinischen Silikonöls Dimeticon mit einem Mittel, das die Haut weich und geschmeidig macht (Emolliens). Das heißt Cetiol® CC. Im Unterschied zu bisherigen Mitteln werden die Schuppen rein physikalisch gelöst. Professor Ulrich Hennge bezeichnet es als „Caramba für die Schuppen“, weil es sich, wie Caramba-Öl ausbreitet (Spreitverhalten) und in die Plaques eindringt (Kriecheigenschaft). Rein physikalisch wird der Zusammenhalt der Schuppen, ihre Oberflächen-Spannung, zerstört und sie zerfallen in Einzelteile. Das Präparat wirkt nicht pharmakologisch.

		<p>
			Das Mittel wirke sehr schnell, so Professor Matthias Augustin, bleibe nicht in den Haaren hängen, es gäbe keine Unverträglichkeiten und es sei gut geeignet für Kinder und Schwangere, für die Salicylsäure nicht in Frage käme.
		</p>
	</li>
	<li>
		Zur Behandlung der juckenden und schuppenden Kopfhaut mit Mahonia aquifolium kann das Kosmetikum <span ipsnoautolink="true">Belixos Liquid</span> angewendet werden. Hautcremes mit dem gleichen Wirkstoff werden schon seit vielen Jahren bei leichter Psoriasis eingesetzt. Das Präparat für die Kopfhaut soll durch eine spezielle Emulsion („Bio-Colloid“) schnell und tief einziehen, ohne zu verlaufen. (<em>Update Dezember 2024: Das Produkt gibt es nicht mehr.</em>)
	</li>
	<li>
		Für den gesamten Körper ist das Medizinprodukt <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/iso-urea-md-baume-psoriasis/" rel="">ISO-Urea MD Baume Psoriasis</a> gedacht. Harnstoff (Urea) soll Schuppen lösen und erschweren, dass sich neue bilden. Ein speziell entwickeltes synthetisches <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ceramid" rel="external">Ceramid</a> (Procerad®) repariert die gestörte Hautbarriere und wirkt gegen Entzündungen. <strong>Dieses Produkt wurde im Psoriasis-Netz den Nutzern zum Testen angeboten.</strong>
	</li>
	<li>
		Ebenfalls gegen harnäckige Psoriasis-Plaques auf dem Kopf oder am Körper wirkt die <span ipsnoautolink="true">Nodé K Emulsion</span>, mit Salicyl- und Glykol-Säure sowie Karitébutter (auch bekannt als Sheabutter). (<em>Update Dezember 2024: Das Produkt gibt es nicht mehr.</em>)
	</li>
	<li>
		Eine „Anti-Juckreiz“-Maske aus Bioprodukten wie Papaya, Hafer, Kokosöl, Grüntee und Niemblätter für Gesicht und Körper wird unter dem Namen <a href="https://caricol.com/caricol-derma/" rel="external nofollow">CariCare</a> (früher <em>Caricol-derma) </em>angeboten.
	</li>
	<li>
		Bestrahlungskabinen beim Hautarzt sind bisher immer für den ganzen Körper gedacht. Neu ist die Möglichkeit, mit Rollos von unten und oben nur einen Teil des Körpers zu bestrahlen, wie z.B. beim <a href="http://www.drhoenle.de/ovb65qamkhrjhoenle-cms_extract.l33853.html?BUTTON_REC_ID=33853" rel="external nofollow">dermalight 2000</a>. Damit werden nur die Teile mit UV-Licht bestrahlt, die wirklich betroffen sind. Nichts für Patienten, die streifenlos gebräunt sein wollen <span class="ipsEmoji">😉</span>
	</li>
</ul>

<h3>
	 Bewegung im Alltag
</h3>

<p>
	Professor Peter Schwarz kündigte ein „neues Medikament“ an, um das Herzinfarkt-Risiko und den Blutzucker zu senken, das Risiko auf viele moderne chronische Krankheiten zu reduzieren und die Lebensqualität zu steigern. Das "Medikament" seien 10.000 bis 13.000 Schritte pro Tag. Eigentlich, so Schwarz, sind wir am Tag von 24 Stunden nur 20 Minuten aktiv in Bewegung. Sport sei etwas für Menschen, die sich sonst wenig bewegen. Entscheidend für die Gesundheit bzw. die Prävention aber seien die Alltags-Bewegungen: beim Telefonieren herumlaufen, Rolltreppen und Lifts ignorieren usw. Er wies auf das Schrittzähler-Portal Pso-Fit® der Pharmafirma Leo hin. Wer sich dort aktiv beteilige, wäre eher motiviert, sich dauerhaft mehr zu bewegen.
</p>

<h3>
	Düfte
</h3>

<p>
	Ein noch wenig erforschtes Gebiet sind die Riechrezeptoren, die es nicht nur in der Nase gibt, sondern z.B. auch in Spermien, der Prostata, dem Gehirn und der Haut. Ein Experte auf diesem Gebiet ist Professor Hanns Hatt („Das Maiglöckchen-Phänomen“). Wird der Veilchenduft-Rezeptor in Prostatazellen aktiviert, so Hatt, reduziere das die Teilungsrate von Tumorzellen und stoppe ihr Wachstum. Der Sandelholz-Rezeptor in Hautzellen dagegen steigere die Zellteilung und erhöhe die Wundheilung. Für die Hemmung der Zellteilung gebe es ebenfalls Riechrezeptoren. Die müssten in Zukunft mehr erforscht werden.
</p>

<p>
	Unvergesslich sein Hinweis auf die Entdeckungen des Neurologen Alan Hirsch (Chicago): Füllige Frauen erscheinen (nur) für Männer rund sechs Kilo leichter, wenn sie <span ipsnoautolink="true">Parfums mit einer  Blumen-/ Gewürzduft-Mischung</span> benutzen. Darüber hinaus hat Hirsch festgestellt, dass Frauen, die nach rosa Grapefruit-Saft riechen, auf Männer bis zu sechs Jahren jünger wirkten.
</p>

<h3>
	Zum Schluss ein Dank
</h3>

<p>
	Auch diesmal durften wir als Patientenvertreter kostenlos am Fortbildungskongress der deutschsprachigen Hautärzte teilnehmen. Dafür bedanken wir uns an dieser Stelle auch einmal öffentlich bei Professor Thomas Ruzicka, der unser Engagement auf diese Weise seit vielen Jahren unterstützt.
</p>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">582</guid><pubDate>Tue, 29 Jul 2014 15:45:00 +0000</pubDate></item><item><title>Hier werden Studienteilnehmer gesucht</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2013_10/haut-unter-lupe.jpg.59635e2d52e1e9d65dc5e73b608914d8.jpg" /></p>
<h2>
	Online-Befragungen
</h2>

<h3>
	PodPso: Kann ein Podcast das Leben mit Schuppenflechte erleichtern?
</h3>

<p>
	In dieser Studie vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Standort Lübeck, soll untersucht werden, ob ein speziell entwickelter Podcast Betroffenen dabei helfen kann, das Leben mit Schuppenflechte zu erleichtern. Der Podcast vermittelt in leicht verständlicher Sprache Wissen über die Erkrankung, Ernährung, Bewegung und den Umgang mit Stress und seelischer Belastung. Ziel ist herauszufinden, ob sich durch das Anhören des Podcasts in erster Linie die Lebensqualität aber auch das Wohlbefinden, das Wissen über die Erkrankung und die Sicherheit im Umgang mit der eigenen Gesundheit verbessern.
</p>

<p>
	Die Ergebnisse sollen zeigen, ob sich ein solches Hörprogramm für Menschen mit Schuppenflechte positiv auf ihre gesundheitsbezogene Lebensqualität auswirkt.
</p>

<p>
	<a class="simple-button-plugin" href="https://drks.de/search/de/trial/DRKS00038504/details" style="display:inline-block;background-color:#27AE61;border:1px solid #27AE61;color:#fff !important;padding:5px 10px;border-radius:5px;font-size:14px;text-decoration: none !important; cursor: pointer;" target="_blank" rel="external nofollow">Mehr über die Studie</a>
</p>

<h3>
	Ernährungsverhalten von Menschen mit Schuppenflechte (oder mit anderen Hauterkrankungen)
</h3>

<p>
	Für eine Doktorarbeit an der Uni-Hautklinik Frankfurt am Main interessiert Forscher das Ernährungsverhalten von Menschen mit Psoriasis, wahlweise auch mit anderen Hautkrankheiten. "Das Ziel meiner Doktorarbeit ist es den eigen empfundenen Einfluss der Ernährung auf Ihre Erkrankung näher zu untersuchen", schreibt die Studierende. Die BEantwortung soll etwa 15 Minuten dauern. "Es gibt hier keine richtigen oder falschen Antworten", ermuntert die Autorin die potenziellen Teilnehmer.
</p>

<p style="text-align: center;">
	<a class="simple-button-plugin" href="https://derma.survey.imi-frankfurt.de/start/" rel="external nofollow" style="display: inline-block; background-color: rgb(39, 174, 97); border: 1px solid rgb(39, 174, 97); padding: 5px 10px; border-radius: 5px; font-size: 16px; cursor: pointer; color: rgb(255, 255, 255) !important; text-decoration: none !important;" target="_blank">Zur Online-Umfrage</a>
</p>

<h3>
	Psoriasis arthritis frühzeitig erkennen
</h3>

<p>
	Wie nützlich ist für Menschen mit Schuppenflechte ein Fragebogen zur Früherkennung von Psoriasis arthritis? Das wollen die Experten herausfinden, die auf DermaValue neben <a href="https://www.psa.dermavalue.com/de/?utm_campaign=psonetz" rel="external nofollow">nützlichen Informationen zur Erkrankung</a> mehrere Selbsttests anbieten.
</p>

<p>
	Für eine Studie dazu werden Interessierte gesucht, die den Früherkennungs-Fragebogen namens GEPARD beantworten und später an einer Folge-Umfrage teilnehmen.
</p>

<p style="text-align: center;">
	<a class="simple-button-plugin" href="https://my.dermatools.net/en/Public/RegisterSurvey/80792741-4870-49a1-88ef-d969dca004b0?utm_campaign=psonetz" rel="external nofollow" style="display: inline-block; background-color: rgb(39, 174, 97); border: 1px solid rgb(39, 174, 97); color: rgb(255, 255, 255) !important; padding: 5px 10px; border-radius: 5px; font-size: 16px; text-decoration: none !important; cursor: pointer;" target="_blank">Zur Studie</a>
</p>

<h3>
	PsoBase – Berufsalltag und Stigmatisierungserfahrungen bei Psoriasis
</h3>

<p>
	Gesucht werden <strong>Erfahrungen mit der Psoriasis in der Ausbildung und im Beruf</strong>. Ein Fragebogen ist auszufüllen (geschätzte Zeit: 20 Minuten) – und es gibt eine Aufwandsentschädigung. Außerdem wird unter allen Teilnehmern ein Geldbetrag von 100 Euro verlost.
</p>

<p style="text-align: center;">
	<a class="simple-button-plugin" href="https://ww2.unipark.de/uc/PsoBASE/" rel="external nofollow" style="display: inline-block; background-color: rgb(39, 174, 97); border: 1px solid rgb(39, 174, 97); color: rgb(255, 255, 255) !important; padding: 5px 10px; border-radius: 5px; font-size: 16px; text-decoration: none !important; cursor: pointer;" target="_blank">Zur PsoBase-Studie</a>
</p>

<h3>
	Digitale Angebote auf dem Weg zum Hautarzt und danach
</h3>

<p>
	Was machen digitale Angebote wie Google, Instagram, Online-Terminvereinbarungen oder Apps mit Euch und Eurem Vertrauen in den Hautarzt? Was macht Ihr im Netz, bevor Ihr zum Hautarzt geht – und was danach? Das wollen Forscher der Technischen Universität München wissen. Am Ende können die Ergebnisse dabei helfen, die Versorgung beim Hautarzt zu verbessern.
</p>

<p>
	Gesucht werden Teilnehmer, die 18 Jahre und älter sind und ein Hautproblem oder eine Hauterkrankung haben. Es muss nicht zwingend die Psoriasis sein.
</p>

<p>
	Die Studie heißt Medi-Digital. Sie wird vom Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert.
</p>

<p style="text-align: center;">
	<a class="simple-button-plugin" href="https://redcap.link/MEDI-Digital" rel="external nofollow" style="display:inline-block;background-color:#27AE61;border:1px solid #27AE61;color:#fff !important;padding:5px 10px;border-radius:5px;font-size:14px;text-decoration: none !important; cursor: pointer;" target="_blank">Hier geht's zur Studie Medi-Digital</a>
</p>

<h2>
	Klassische Studien
</h2>

<p>
	In wissenschaftlichen klinischen Studien werden neue Wirkstoffe erforscht, aber auch schon bekannte Medikamente in anderer Dosierung oder Zusammensetzung getestet. Besonders im Bereich der Schuppenflechte tut sich seit Jahren viel. Herausgekommen sind beispielsweise die Biologics, aber auch neue Darreichungsformen "alter" Medikamente.
</p>

<h3>
	Gürtelrose-Impfung und Psoriasis
</h3>

<p>
	Für eine Studie mit einem Gürtelrose-Impfstoff werden Menschen mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis gesucht.
</p>

<p>
	Die bundesweite Shivap-Studie wird vom Universitätsklinikum Münster koordiniert. Ziel ist es, die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Gürtelrose-Impfung bei Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis zu untersuchen. Die Forschung ist wichtig, weil Menschen mit Psoriasis arthritis ein erhöhtes Risiko haben, an einer Gürtelrose zu erkranken.
</p>

<p>
	<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/teilnehmer-fuer-eine-studie-mit-der-guertelrose-impfung-gesucht-r1343/" rel="">Mehr über die Studie erfahrt Ihr hier</a>.
</p>

<h3>
	Studien vor Ort
</h3>

<p>
	Hier ist ein Auszug, wo aktuell Studienteilnehmer vor Ort gesucht werden:
</p>

<table id="tabelle">
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				Ort
			</td>
			<td>
				Erkrankung
			</td>
			<td>
				Alter
			</td>
			<td>
				Thema (Studienbezeichnung)
			</td>
			<td>
				Infos
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				mehrere Orte
			</td>
			<td>
				Psoriasis vulgaris
			</td>
			<td>
				18-75
			</td>
			<td>
				Wie gut können innerliche Medikamente bei Schuppenflechte eine Psoriasis arthritis verhindern?
			</td>
			<td>
				<a href="https://drks.de/search/de/trial/DRKS00035860/details" rel="external nofollow">hier</a>
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Dresden
			</td>
			<td>
				Psoriasis vulgaris und Neigung zur Atopie
			</td>
			<td>
				ab 18
			</td>
			<td>
				Wirksamkeit der Therapie mit Sotyktu bzw. Deucravacitinib (DeucrAtopic)
			</td>
			<td>
				<a href="https://drks.de/search/de/trial/DRKS00035831/details" rel="external nofollow">hier</a>
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Münster
			</td>
			<td>
				Psoriasis pustulosa palmaris et plantaris
			</td>
			<td>
				18-75
			</td>
			<td>
				Wirksamkeit des Medikamentes RIST4721 – einer neuen Tablette
			</td>
			<td>
				<a href="https://web.ukm.de/index.php?id=12992" rel="external nofollow">hier</a>
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Essen
			</td>
			<td>
				mittelschwere bis schwere Psoriasis
			</td>
			<td>
				ab 18
			</td>
			<td>
				Lernmechanismen, wie der Zusammenhang eines Reizes (z.B. das Aussehen eines Medikamentes) und einer Auswirkung (z.B. eine Symptomverbesserung) spielen in der Medizin eine wichtige Rolle. In dieser Studie wird untersucht, ob diese Lernmechanismen genutzt werden können, um die Medikamentendosis zu reduzieren.
			</td>
			<td>
				<a href="https://www.drks.de/search/de/trial/DRKS00034977" rel="external nofollow">hier</a>
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Erlangen
			</td>
			<td>
				Psoriasis und Psoriasis arthritis
			</td>
			<td>
				ab 18
			</td>
			<td>
				ob durch eine mechanische Belastung (Fitnesseinheit mit einem Personaltrainer) eine Entzündung der Sehnenansätze entsteht und ob diese Entzündungsreaktion nach 12-wöchigen selbstständigem Training mit einem Theraband reduziert werden kann bzw. komplett verschwinden kann. (BEAT3-Fitness )
			</td>
			<td>
				<a href="https://drks.de/search/de/trial/DRKS00033607" rel="external nofollow">hier</a>
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Herne und Bochum
			</td>
			<td>
				Psoriasis arthritis
			</td>
			<td>
				ab 18
			</td>
			<td>
				Ziel der Studie ist es, Biomarker zu finden, die bei Patienten mit einem Versagen der konventionellen Basistherapie voraussagen können, welches der aktuell noch gleichwertigen Therapieprinzipen für den Patienten die bestmögliche Behandlungsoption darstellt. Erfolglose Therapien können dem Patienten so erspart werden, die Patientenversorgung würde nachhaltig verbessert werden. (Integrate-<abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> )
			</td>
			<td>
				<a href="https://drks.de/search/de/trial/DRKS00032573" rel="external nofollow">hier</a>
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Berlin
			</td>
			<td>
				diverse Hauterkrankungen
			</td>
			<td>
				ab 18
			</td>
			<td>
				ermitteln, welche Rolle Spurenelemente bei entzündlich und autoimmun vermittelten Erkrankungen spielen. (TRACE-DERM )
			</td>
			<td>
				<a href="https://drks.de/search/de/trial/DRKS00035059" rel="external nofollow">hier</a>
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Berlin und Erlangen
			</td>
			<td>
				Psoriasis vulgaris
			</td>
			<td>
				ab 18
			</td>
			<td>
				Diese Studie untersucht das Bewusstsein für das erhöhte Risiko von Herzkreislauf-Erkrankungen bei Menschen mit Psoriasis. Ziel ist es, zu verstehen, wie gut Betroffene und medizinische Fachkräfte über das erhöhte Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen informiert sind und welche Maßnahmen zur Prävention bekannt oder bereits umgesetzt sind. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, das Verständnis und die Aufklärung in diesem Bereich zu verbessern.  (ARMENIA)
			</td>
			<td>
				<a href="https://www.drks.de/search/de/trial/DRKS00035332" rel="external nofollow">hier</a>
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Hamburg und Umgebung
			</td>
			<td>
				<br>
				Leichte bis mittelschwere Plaque-Psoriasis
			</td>
			<td>
				18-65
			</td>
			<td>
				In dieser Studie werden die Sicherheit und Verträglichkeit einer Creme, die noch nicht  zugelassen ist, bei Personen mit leichter bis mittelschwerer Plaque-Psoriasis untersucht. Das neue Medikament wird mit einer Creme verglichen, die kein Medikament enthält, und mit einer Creme, die bereits für die Anwendung bei Psoriasis zugelassen ist.
			</td>
			<td>
				<a href="https://bioskin.de/studienangebot/plaque-psoriasis.html" rel="external nofollow">hier</a>
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Hamburg und Umgebung
			</td>
			<td>
				<br>
				Schuppenflechte
			</td>
			<td>
				18-75
			</td>
			<td>
				<p>
					Das in dieser Studie untersuchte Prüfmedikament soll spezifisch in die für Schuppenflechte typische T-Zellen-Immunantwort eingreifen. Hierdurch soll es – anders als aktuell verfügbare Schuppenflechte-Medikamente – das Immunsystem nicht unterdrücken und somit weniger Nebenwirkungen auslösen. Weiter soll die Wirkung des Prüfmedikaments länger anhalten.
				</p>
			</td>
			<td>
				<a href="https://bioskin.de/studienangebot/schuppenflechte-2.html" rel="external nofollow">hier</a>
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<p>
	Hinweise auf weitere klinische Studien tragen wir hier gern ein. Marktforschung unterstützen wir nicht.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">560</guid><pubDate>Thu, 24 Oct 2013 18:24:00 +0000</pubDate></item><item><title>Ein Protein h&#xE4;lt Viren bei Psoriatikern in Schach</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/interleukin-29-psoriasis-neurodermitis/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_12/hautaerztin-lupe.jpg.176f5b627bffd86f428a14d4a47a20ac.jpg" /></p>
<p>
	Menschen mit <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> sind laut Forschern weniger anfällig für Virusinfektionen als jene, die unter einer <span ipsnoautolink="true">Neurodermitis</span> leiden. Die Wissenschaftler glauben jetzt auch den Grund dafür zu kennen: Direkt in den Psoriasis-Stellen sollen mehr Proteine unterwegs sein, die die Vermehrung von Viren hemmen. Bei der Gelegenheit haben die Forscher gleich noch eine neue Funktion des Immunsystems entdeckt.
</p>

<p>
	Eigentlich sind sowohl die Schuppenflechte als auch die Neurodermitis für Viren eine prima Sache: Sie können dort besser durch die geschädigte Hautbarriere in den Körper eindringen. Dennoch haben mehr Neurodermitiker als Psoriatiker virale Infektionen der Haut, die sogar lebensbedrohlich werden können. "Schuld" daran ist das Interleukin-29. Dieser Botenstoff sorgt dafür, dass eben unterschiedlich viele so genannte antivirale Proteine produziert werden.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Interleukin-29 in Haut mit Psoriasis
</h2>

<p>
	"Von den mehr als 30 Botenstoffen der Immunzellen, die wir bei der Schuppenflechte untersucht haben, gab es einzig mit Interleukin-29 einen Zusammenhang mit den Mengen der antiviralen Proteine«, erklärt Dr. Kerstin Wolk von der Berliner Charité. "Tatsächlich ist Interleukin-29 zwar in psoriatischer Haut, nicht jedoch in Haut mit Neurodermitis vorhanden."
</p>

<p>
	Als die Forscher das Interleukin-29 wegfingen, verringerte sich in den Hautproben von Psoriasis-Patienten die Zahl der antiviralen Proteine. In weiteren Versuchen sorgte das Interleukin-29 dafür, dass die Produktion antiviraler Proteine angekurbelt wurde und Hautzellen so vor Virusinfektionen geschützt wurden.
</p>

<p>
	Also wollen die Forscher genau dort ansetzen: "Wir können uns vorstellen, dass man mit der therapeutischen Gabe von Interleukin-29 oder von Substanzen, die seine Wirkung nachahmen, die lokale Virusabwehr von Patienten steigern kann", sagt Dr. Robert Sabat, Leiter des Psoriasis-Forschungs- und Behandlungszentrums der Charité. Das gelte für <span ipsnoautolink="true">Neurodermitis</span>, aber auch für andere chronische entzündliche Erkrankungen, die sich an den Epithelien abspielen – wie einige Lungenerkrankungen, bei denen virale Infektionen ein Problem sind.
</p>

<p>
	Ihre Erkenntnisse haben die Forscher in der Fachzeitschrift "<a href="http://stm.sciencemag.org/content/5/204/204ra129" rel="external nofollow">Science Translational Medicine</a>" niedergeschrieben.
</p>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">556</guid><pubDate>Thu, 03 Oct 2013 17:35:00 +0000</pubDate></item><item><title>Blockiertes Molek&#xFC;l kann zu Schuppenflechte f&#xFC;hren</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/dkfz-molekuel-protein/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2013_09/dkfz-gewebeschnitt-boutros.jpg.85ce6b5d39166252c50c8f8786c10362.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Werden Moleküle nicht mehr wie sonst aus der Zelle abtransportiert, kann dies zu Schuppenflechte führen. Forscher haben das am Beispiel von Mäusen gezeigt.</strong>
</p>

<p>
	Professor Michael Boutros und Dr. Iris Augustin hatten untersucht, wie die äußeren Hautschichten mit dem Immunsystem kommunizieren. Dabei konzentrierten sie sich auf den so genannten Wnt-Signalweg. Der ist während der Embryonalentwicklung wichtig, aber auch später bei der Regulation von Stammzellen in Haut oder Darm.
</p>

<p>
	Die Zellen der Haut bilden so genannte Wnt-Moleküle. Die müssen aus der Zelle raus, damit Hautzellen miteinander "sprechen" können. Ein Protein namens Evi schnappt sich dazu die Wnt-Moleküle, transportiert sie an die Zellwand und schleust sie hinaus. Die Moleküle haften sich an Nachbarzellen und lösen dort Signale aus – etwa für die Produktion von Botenstoffen oder zum Wachstum der Zellen.
</p>

<p>
	Bei den Versuchen der Forscher um Professor Michael Boutros am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg kamen Mäuse zum Einsatz, die kein Evi produzieren konnten. Also blieben die Wnt-Moleküle in der Zelle hocken, denn Evi kam nicht, um sie abzutransportieren. Folglich gab es auch die Signale nicht wie beim normalen Vorgang. Außerdem beobachteten die Wissenschaftler nun typische Symptome wie bei einer Psoriasis. „Die Haut entzündet sich, neue Gefäße entstehen, die Hautzellen vermehren sich stark und verschuppen,“ sagt Iris Augustin.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Abwehr und Vorbeugung gestört
</h2>

<p>
	Dazu kam, dass in der Haut dieser Mäuse weniger so genannte „Dendritische epidermale T-Zellen“ (DETC) vorhanden waren. Die haben aber für gewöhnlich ihren Sinn – beispielsweise das Abwehren von Eindringlingen oder das Vorbeugen von Entzündungen. Das tun sie, indem sie Immunzellen in ihrem Elan bremsen, die aus dem Blut einwandern wollen. Und so fehlt der Wächter.  „Wahrscheinlich führt das Fehlen der DETCs in der Mäusehaut dazu, dass Immunzellen verstärkt aus dem Blut in die Haut einwandern“, so Iris Augustin.
</p>

<p>
	Nun verglichen die Forscher die Haut der Mäuse mit der Haut von Menschen mit <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span>. Siehe da: Es fanden sich Parallelen. Auch beim Menschen war nur wenig Transporteiweiß Evi zu finden und das Wnt-Signal entsprechend schwach ausgeprägt. „Das lässt vermuten, dass der Wnt-Signalweg auch bei humaner Psoriasis eine wichtige Rolle spielt“, sagt Iris Augustin, „diese Erkenntnis bietet eine neue Möglichkeit, die komplexen Vorgänge entzündlicher Hauterkrankungen verstehen zu lernen.“
</p>

<p>
	Andersherum kann ein zu viel an Evi bei Brust- oder Darmkrebs eine Rolle spielen, so dass Forschern noch die knifflige Aufgabe bleibt, den richtigen Weg – Blockade oder Anfeuerung – herauszufinden.
</p>

<p>
	<em>Quelle: </em><a href="https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2013/dkfz-pm-13-46-Moegliche-Ursache-fuer-Schuppenflechte-entdeckt.php" rel="external nofollow"><em>Presseinformation des Deutschen Krebsforschungszentrums</em></a>
</p>

<div>
	<div>
		<h2>
			<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
		</h2>

		<p>
			<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
		</p>

		<p>
			<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
		</p>

		<p>
			<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
		</p>
	</div>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">555</guid><pubDate>Fri, 27 Sep 2013 13:55:00 +0000</pubDate></item><item><title>Studien &#x2013; was sie bringen, was du wissen solltest</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2013_06/studien.jpg.f7dc862a9d4f160f72efdea39b5f3039.jpg" /></p>
<h2>
	Vor- und Nachteile
</h2>

<p>
	Firmen und Umfrage-Institute haben den Schuppenflechte-Patienten zunehmend für ihre Forschungen und Erhebungen entdeckt.
</p>

<p>
	Diese Studien sind für die, die an <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> oder <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> leiden, die beste Möglichkeit, an die teuren und auch noch länger ausstehenden Medikamente zu kommen. Natürlich läuft jeder Teilnehmer "Gefahr", dass ausgerechnet er ein <span ipsnoautolink="true">Placebo</span> zugeteilt bekommt – ein wirkungsloses Schein-Medikament. Das ist allerdings für eine seriöse Studie unverzichtbar.
</p>

<p>
	Manches mal ist allerdings ein Handel möglich: Der Patient nimmt zunächst, was kommt. Im Gegenzug lässt er sich versprechen, dass er danach auf jeden Fall von dem Medikament etwas abbekommt.
</p>

<p>
	Die Haut- oder Rheuma-Kliniken der Universitätskliniken sind die erste und beste Adresse für den potentiellen Studien-Teilnehmer. Hier lohnt der Anruf in der nächstgelegenen Universität. Viele Kliniken verzeichnen auch auf eigenen Internetseiten, welche Studien gerade laufen.
</p>

<p>
	Zwei Ratgeber informieren aus unserer Sicht gut über Studien, ihre Vor- und Nachteile und das Vorgehen:
</p>

<ul>
	<li>
		"<a href="http://www.kks.charite.de/Deutsch/Informationen/Patienten/broschuere_internet.pdf" rel="external nofollow" target="_blank">Klinische Studien - Ein Ratgeber für Studienteilnehmer, Angehörige und Interessierte</a>" von der Berliner Charité
	</li>
	<li>
		"<a href="https://myelom.online/multiples-myelom-klinische-studien/allg-informationen/klinische-studien-antworten-hilfen-perspektiven" rel="external nofollow">Klinische Studien - Antworten. Hilfen. Perspektiven</a>" von der Deutschen Krebshilfe
	</li>
</ul>

<p>
	Außerdem sei dieser Film empfohlen:
</p>

<div>
	<div class="ipsEmbeddedVideo">
		<div>
			<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="360" src="https://player.vimeo.com/video/71097087?speed=0&amp;app_id=122963" title="Clinical Research de" width="640" loading="lazy"></iframe>
		</div>
	</div>
</div>

<h2>
	Studien finden
</h2>

<p>
	Wer an einer Studie teilnehmen will, sollte bei der Suchmaschine seiner Wahl nach "Studie Psoriasis" suchen, gefolgt vom Namen der nächsten (oder der eigenen) großen Stadt. (Beispiel: <a href="https://www.google.de/search?q=studie+psoriasis+berlin" rel="external nofollow">Studie Psoriasis Berlin</a>).
</p>

<p>
	Oft schreiben die Hautkliniken der Universitäts-Kliniken auch, für welche Studien sie gerade Teilnehmer suchen. In unserem <a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen/kategorie/kliniken/" rel="" target="_blank">Klinikverzeichnis</a> finden Sie bestimmt auch eine Einrichtung in Ihrer Nähe und einen Hinweis auf deren Internetseite.
</p>

<p>
	In unserem <a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen" rel="" target="_blank">Adressverzeichnis</a> finden Sie Studienzentren in Ihrem Postleitzahlbereich oder einige bundesländerübergreifende oder <a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen/kategorie/studienzentren/" rel="" target="_blank">bundesweite Einrichtungen</a>.
</p>

<h2>
	Informationen über den Inhalt einer Studie
</h2>

<p>
	Eine Anlaufstelle für die Suche nach Informationen über eine Studie ist das <a href="https://www.clinicaltrialsregister.eu/" rel="external nofollow" target="_blank">EU Clinical Trials Register</a>. Eine einfache Eingabe eines Wortes in die Suchfunktion ergibt zu viele Ergebnisse. Sinnvoller ist die "Erweiterte Suche" ("Advanced Search"), bei der man das Datum eingrenzen kann (nur Studien der letzten 2 Jahre, nur in Deutschland z.B.) oder den Wirkstoffnamen hinzufügen kann, wenn man ihn schon weiß. Beim Suchergebnis kann man nach der jüngsten Studie suchen und sieht in der untersten Zeile jedes Ergebnisses, in welchem Land die Studien dazu laufen. Ein Klick auf "DE" hilft dann weiter.
</p>

<h2>
	Anwendungsbeobachtungen
</h2>

<p>
	Diese Art Studien ist umstritten, weil damit auch bemäntelt wird, dass eine Firma einem Arzt auf irgendeine Art Vorteile gewährt, wenn er nur genügend Patienten für diese Studien gewinnt. Dann geht es mehr um Marketing als um echten Erkenntnisgewinn. Auf der anderen Seite können diese Anwendungsbeobachtungen aber auch zeigen, welche Probleme mit einem Medikament im Alltag auftauchen: Erst dann bekommen zum einen viel mehr und zum anderen völlig "normale" Patienten das Medikament - also Menschen jeden Alters, mehr Frauen, mehr Ältere, Patienten mit zusätzlichen Krankheiten. Das ist in den Studien in Kliniken etc. nicht so der Fall.
</p>

<p>
	Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) führt auf seiner Internetseite eine Datenbank mit Anwendungsbeobachtungen - das <a href="http://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/datenbanken-zu-arzneimitteln/nisdb" rel="external nofollow" target="_blank">Register nicht-interventioneller Studien</a>.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Interessante Artikel zum Thema
</h2>

<p>
	<strong><a href="https://www1.wdr.de/mediathek/audio/quarks-science-cops/audio-police-academy-wie-erkenne-ich-gute-experten-und-studien-100.html" rel="external nofollow">Wie jeder Experten und Studien selbst checken kann</a></strong><br>
	(Quarks, 29.10.2022)<br>
	Da wird ein YouTube-Video als Beweis genannt, dass ein Mittel oder eine Methode total toll hilft. In einer WhatsApp- oder Facebook-Gruppe wird im Brustton der Überzeugung dargelegt, warum etwas so und nicht anders ist. Ihr sitzt dann aber doch da und denkt: "Hmmh, kann das stimmen? <span class="ipsEmoji">🤔</span> Sollte es wirklich so einfach sein?" Manche Antworten geben die Science Cops von der Sendung "Quarks". Gern könnt Ihr auch uns fragen. Aber eigentlich kann jeder selbst solche Ausagen überprüfen. Wie, wird in dieser Folge der Science Cops erklärt.
</p>

<p>
	<strong><a href="http://www.spektrum.de/alias/tiermodelle/beim-tier-top-beim-menschen-ein-flop/1322205" rel="external nofollow" target="_blank">Warum Erfolge in Versuchen an Mäusen eben nicht immer beim Menschen funktionieren</a></strong><br>
	(Gehirn &amp; Geist, 02/2015)<br>
	Nur ein Drittel der Erfolge, die aus Mausversuchen gemeldet werden, lassen sich später am Menschen wiederholen.
</p>

<p>
	<strong><a href="https://www.sueddeutsche.de/wissen/interessenkonflikte-forschung-unter-verdacht-1.2242809" rel="external nofollow">Sind von der Industrie gesponserte Studien automatisch wertlos?</a></strong><br>
	(Süddeutsche Zeitung, 29.11.2014)<br>
	Eine Studie ist von Firma XY in Auftrag gegeben? Ist doch klar, dass deren Medikament am Ende super dasteht. Oder? Hanno Charisius argumentiert tapfer, warum das nicht so einfach ist:
</p>

<blockquote class="ipsQuote" data-gramm="false" data-ipsquote="">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents ipsClearfix" data-gramm="false">
		<p>
			Gute Forschung erkennt man nicht am Geldgeber. (...) Gute von schlechter Forschung zu unterscheiden ist keine Magie. Es ist nur anstrengend. (...) Wenn alle Schritte und Messdaten eines Versuchs dokumentiert und offengelegt werden, kann jeder die Qualität selbst beurteilen. Das wäre Transparenz, die helfen würde.
		</p>
	</div>
</blockquote>

<p>
	<strong><a href="http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/klinische-studien-die-falsche-messlatte-1.2176453" rel="external nofollow" target="_blank">Studien zeigen oft nicht, wie es dem Menschen wirklich geht</a></strong><br>
	(Süddeutsche Zeitung, 17.10.2014)<br>
	In der Süddeutschen Zeitung schreibt Werner Bartens, dass Studien oft ein wichtiges Detail vergessen: wie sich der Patient fühlt, wie er die Therapie empfunden hat. Und manches mal sind die Studien schlicht zu kurz.
</p>

<p>
	<strong><a href="http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2014-04/klinische-studien-verordnung-eu-arzneimittel" rel="external nofollow" target="_blank">Ergebnisse von Studien nicht länger geheim</a></strong><br>
	(Die Zeit, 03.04.2014)<br>
	Klinische Studien zum Beispiel für neue Medikamente müssen künftig öffentlich angemeldet werden. Wer die Tests durchführt, muss die Ergebnisse veröffentlichen. Was selbstverständlich klingt, ist jetzt (erst) vom Europäischen Parlament beschlossen worden. Ein Grund für die Regelung: Bislang verschwanden Studien schon mal in Schubladen, wenn sie nicht so günstig ausfielen.
</p>

<p>
	<strong><a href="http://www.journalmed.de/newsview.php?id=42460" rel="external nofollow" target="_blank">Soll ich an einer klinischen Studie teilnehmen?</a></strong><br>
	(journalMED, 14.02.2014)<br>
	Ein Informationsblatt für Patienten steht kostenlos zum Ausdrucken bereit. Auf zwei Seiten erfahren Interessierte, warum klinische Studien wichtig sind und worauf sie bei einer Teilnahme achten sollten.
</p>

<p>
	<strong><a href="http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2013-12/eu-verordnung-arzneimitteltests-studien-transparenz" rel="external nofollow" target="_blank">Ergebnisse von Studien müssen nun veröffentlicht werden</a></strong><br>
	(Die Zeit, 21.12.2013)<br>
	Monatelang wurde gerungen - nun steht die EU-Verordnung für klinische Medikamententests am Menschen. Die Tests sollen in der Europäischen Union künftig einheitlich ablaufen. Die wichtigsten Änderungen:
</p>

<blockquote>
	<p>
		Die Neuregelung sieht vor, dass alle Studien unabhängig davon, ob sie in oder außerhalb Europas durchgeführt werden, in einem zentralen und öffentlichen Register gelistet werden. Dass eine Zusammenfassung ihrer Ergebnisse spätestens ein Jahr nach Ende Studie veröffentlicht wird. Und dass dies geschieht, ganz gleich, ob das Medikament zugelassen wurde oder nicht.
	</p>
</blockquote>

<p>
	Es gibt aber Ausnahmen: Geschäftsgeheimnisse und Patientendaten.
</p>

<p>
	<strong><a href="http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2013/10/18/a0128" rel="external nofollow" target="_blank">Sollen Studien komplett veröffentlicht werden – mit allen Nebenwirkungen?</a></strong><br>
	(taz, 18.10.2013)<br>
	Wissenschaftliche Studien sind ohne Frage aufwändige Proceduren, doch ihr Ergebnis beschert mancher Pharmafirma am Ende immense Einnahmen. Und so tobt ein Streit: Sollen alle Ergebnisse von Studien und andere Informationen wie sämtliche Nebenwirkungen veröffentlicht werden - oder können Pharmafirmen sie zu Geschäftsgeheimnissen erklären und damit der Öffentlichkeit vorenthalten? Die taz hat den Hintergrund zu dieser Debatte aufgeschrieben.
</p>

<p>
	<strong><a href="http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2013-02/arzneimittel-studien-richtlinien-eu" rel="external nofollow" target="_blank">Unabhängige Studien scheitern an der EU-Bürokratie</a></strong><br>
	(Die Zeit, 21.02.2013)<br>
	Gebärden sich EU-Kommissare als Schergen der Pharmalobby? Die derzeitige Debatte um eine geplante EU-Richtlinie legt das nahe. ... Das eigentliche Ziel des Gesetzesentwurfs gerät in der erbitterten Debatte aus dem Blickfeld: Ursprünglich ging es um einheitliche Standards. Die Vorgaben sollten endlich entbürokratisiert werden.
</p>

<p>
	<strong><a href="http://www.deutschlandradiokultur.de/es-kommt-offenbar-vor-dass-studien-nicht-publiziert-werden.954.de.html?dram:article_id=146435" rel="external nofollow" target="_blank">"Es kommt offenbar vor, dass Studien nicht publiziert werden" </a></strong><br>
	(Deutschlandradio Kultur, 13.07.2011)<br>
	Ein forschender Arzt antwortet auf massive Kritik an medizinischer Forschung, die nach seiner Meinung zu sehr von der Pharmaindustrie abhängt. Das Problem liegt aber nicht nur bei besagter Pharmaindustrie. Die Frage ist auch: Wie kann Forschung wirklich unabhängig sein und wie kann mehr öffentliches Geld dafür aufgewendet werden?
</p>

<p>
	<strong><a href="https://taz.de/!1243109/" rel="external nofollow">Was ein Proband mit Psoriasis erlebt</a></strong><br>
	(taz, 18.3.2000)<br>
	"Also, ich seh nichts", "Da. Vielleicht" und "Ich geb dem mal 'ne Null" – das bekommt ein Studienteilnehmer schon mal zu hören, wenn über den Erfolg oder Nicht-Erfolg eines Medikaments geurteilt werden soll. Hier hat ein taz-Autor aufgeschrieben, wie es ihm in einer Studie in Hamburg erging.
</p>

<div>
	<hr style="width:150px; margin:2em auto 1.9em; border:none; border-bottom:1px solid #000;">
</div>

<h2>
	Weitere Links
</h2>

<p>
	<a href="https://www.zks.uni-leipzig.de/Fragen-Antworten%20Studienteilnehmer%20Vorteile%20Nachteile%20Rechte%20Pflichten" rel="external nofollow">Zentrum für Klinische Studien Leipzig</a><br>
	Das Zentrum beantwortet Fragen, die wohl jedem durch den Kopf gehen, wenn er über Studien nachdenkt.
</p>

<p>
	<a href="https://www.patienten-information.de/kurzinformationen/klinische-studien" rel="external nofollow">Soll ich an einer klinischen Studie teilnehmen?</a><br>
	Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin bietet ein zweiseitiges Blatt mit Informationen über Studien und die Teilnahme an.
</p>

<p>
	<a href="http://www.sylvia-saenger.de/fit-als-patient/" rel="external nofollow" target="_blank">Versuchskaninchen? Nein danke!</a><br>
	Dr. Sylvia Sänger hat in einem Podcast-Beitrag erzählt, warum klinische Studien wichtig sind.
</p>

<div>
	<hr style="width:150px; margin:2em auto 1.9em; border:none; border-bottom:1px solid #000;">
</div>

<h2>
	Broschüren zum Thema Studien
</h2>

<h3>
	Patienten in klinischen Studien
</h3>

<p>
	<img alt='Broschüre "Patienten in klinischen Studien"' class="ipsImage ipsImage_thumbnailed ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileid="20305" data-unique="ijb1ai84a" style="width: 100px; height: auto; float: left;" width="127" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_11/patienten-studien-vfa.jpg.84723af33bde52cf54a9601345c57f3b.jpg" loading="lazy" height="180.34">Sehr sachlich wird über die wesentlichen Aspekte der Teilnahme an einer klinische Studie bzw. klinischen Prüfung (beim Arzt) aufgeklärt. Offen bleibt, ob alle Aussagen auch dann zutreffen, wenn ein kommerzielles Studienzenter, dass für die Teilnahme Geld bezahlt, eine Medikamenten-Prüfung durchführt.
</p>

<p>
	Vielleicht hätte für manche Patienten deutlich hervorgehoben werden soll, dass die Teilnahme an einer Studie keine akute <em>Behandlung</em> ist. Der Patient muss damit rechnen, dass das Medikament eventuell bei ihm nicht so gut wirkt oder er in der Placebo-Gruppe ist.
</p>

<p>
	Die Broschüre wurde vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller herausgegeben. Man kann nicht erwarten, dass in einer Broschüre der Pharma-Lobby selbstkritisch darüber nachgedacht wird, in welchem Fall eine Studie abgebrochen wird (Patient ist auf jeden Fall versichert!). Wer sich darüber informieren will, wie viele viele Studien nicht veröffentlicht werden bzw. welche Ergebnisse davon abhängen, wer die Studie bezahlt, muss sich woanders informieren.
</p>

<p style="text-align: center;">
	<a href="https://www.vfa.de/download/patienten-in-klinischen-studien.pdf" rel="external nofollow">Herunterladen</a> | <a href="https://www.vfa.de/de/presse/publikationen" rel="external nofollow">Bestellen</a>
</p>

<h3>
	Kinder und Jugendliche in klinischen Studien
</h3>

<p>
	<img alt='Broschüre "Kinder und Jugendliche in klinischen Studien"' class="ipsImage ipsImage_thumbnailed ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileid="20306" data-unique="aupo8bqmr" style="width: 100px; height: auto; float: left;" width="128" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_11/kinder-studien-vfa.jpg.ca4ebc786172a61aabc37b81f0772cbc.jpg" loading="lazy" height="180.48">Sachliche Erläuterung der wesentlichen Punkte, die Eltern wissen wollen, wenn ihr Kind für eine medizinische Studie vorgeschlagen wird.
</p>

<p>
	Immer mehr Psoriasis-Medikamente werden für Kinder zugelassen. Ein Argument, das eigene Kind an einer Studie teilnehmen zu lassen ist, dass die Kinder intensiver untersucht und betreut werden, als es im Alltag der Dermatologen möglich wäre.
</p>

<p>
	Eltern sollten auf jeden Fall das Pro und das Contra erwägen und ruhig auch einen zweiten Arzt fragen, bevor sie ihr Kind für eine Studie anmelden.
</p>

<p>
	Der Herausgeber, der vfa, ist einer der großen Lobby-Verbände der Pharma-Industrie.
</p>

<p style="text-align: center;">
	<a href="https://www.vfa.de/download/kinder-und-jugendliche-in-klinischen-studien-broschuere.pdf" rel="external nofollow">Herunterladen</a> | <a href="https://www.vfa.de/de/presse/publikationen" rel="external nofollow">Bestellen</a>
</p>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">629</guid><pubDate>Sat, 22 Jun 2013 19:58:00 +0000</pubDate></item><item><title>Neues und Bew&#xE4;hrtes zur Psoriasis im Jahr 2013</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/ddg-tagung-2013/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_12/dresden-skyline.jpg.4d8219b3ce86d7667e092e3ca91a4cb2.jpg" /></p>
<p>
	Anfang Mai 2013 lud die Deutsche Dermatologische Gesellschaft die Hautärzte wieder nach Dresden ein: zur DDG-Tagung. Keine andere Hautkrankheit wird zurzeit weltweit so intensiv erforscht wie die Psoriasis. Das liegt vor allem daran, dass entsprechende Projekte von einigen Pharmakonzernen mit sehr viel Geld gesponsert werden. Entsprechend viele Vorträge gab es auch diesmal. Am interessantesten war aus Patientensicht zum einen die Vorstellung einer neuen Biologika-Generation und zum anderen der Vorab-Bericht über eine Sicherheitsanalyse innerlicher Pso-Medikamente. Für Dermatologen wurden weiterentwickelte Methoden vorgestellt, um den Schweregrad einer Psoriasis oder einer Psoriasis Arthritis zu messen, Einschränkungen in der Lebensqualität zu bewerten und vorhandene Begleiterkrankungen frühzeitig zu erkennen.
</p>

<p>
	Erstaunlicherweise wurde das <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/fumaderm-psorinovo-pml" rel="">Thema „Fumarsäureester und PML-Risiko“</a> fast gar nicht angesprochen und Biogen Idec nicht öffentlich kritisiert. Bei Nachfrage hieß es lediglich, die beteiligten Ärzte hätten die Fumaderm®-Therapie viel früher abbrechen müssen. Erschreckend ist, dass immer noch viele Haus- und Kinderärzte Psoriasis vorrangig mit kortisonhaltigen Präparaten therapieren. Hilfreich dagegen ist, dass Dermatologen sich (weltweit) über Therapie, Nebenwirkungen und Begleiterkrankungen der Psoriasis austauschen – wie in Deutschland durch das Register <a href="http://www.psobest.de" rel="external nofollow">PsoBest</a>.
</p>

<h2>
	Neue Biologika-Generation
</h2>

<p>
	Die nächste Generation der Biologika wird das Interleukin 17 blockieren. Damit setzt man noch genauer an der Quelle der Psoriasis an. Der Botenstoff IL 17-A wirkt direkt auf die an der Immunreaktion beteiligten Zellen in der Haut. Die ersten Biologika haben das TNF-alpha blockiert und damit noch sehr breit gewirkt. Ustekinumab (Stelara®) stoppt die Interleukine 12 und 23 und wirkte damit schon gezielter. Die Interleukin-17-Blocker wirken innerhalb von zwei Wochen, vor allem auf die Plaques. Entzündungen gehen langsamer zurück. Sie können die Psoriasis um mehr als 90 Prozent zurückdrängen (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 90). Bisher war der „Goldstandard“ ein <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 75. Noch höher dosiert, heilen die Stellen völlig ab (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 100). Wie sie bei der Psoriasis arthritis wirken, ist noch völlig offen. Interleukin-17-Blocker werden vermutlich nicht vor 2015 zugelassen. Eine neue Hoffnung für all diejenigen, bei denen die bisherigen Biologika nicht (gut) gewirkt haben oder zu viele Antikörper gebildet wurden.
</p>

<h2>
	Sicherheitsanalyse innerlicher Psoriasis-Medikamente
</h2>

<p>
	Professor Kristian Reich gab erste Ergebnisse einer Sicherheitsanalyse bekannt: Aus dem deutschen Psoriasis-Register PsoBest soll ermittelt werden, wie sich die Medikamente in ihren Nebenwirkungen unterscheiden. Die Daten aller registrierten Patienten wurden verglichen. Das Ergebnis ist für Ärzte wie für Patienten sehr beruhigend: Es gibt keine auffälligen Unterschiede zwischen den konventionellen Medikamenten (Fumarsäureester, Methotrexat, Ciclosporin) und den Biologika. Alle schwerwiegenden Ereignisse lagen unter 1 Prozent. In den USA, aber auch in den Zulassungsstudien waren schwere Nebenwirkungen häufiger. Nur bei den Infekten lagen die Biologika etwas höher als die anderen Medikamente. Krebs als seltene Nebenwirkung war bei allen innerlichen Medikamenten möglich, bei den Biologika nur Hautkrebs.
</p>

<h2>
	Begleiterkrankungen – keine Pharma-Erfindung
</h2>

<p>
	Professor Diamant Thaci (noch Frankfurt, künftig Lübeck) geht davon aus, dass 70 Prozent der Psoriasis-Patienten eine der bekannten Begleit-Erkrankungen (Ko-Morbiditäten) haben. Es liegen mehr und mehr Daten dafür vor, dass sie vermieden oder abgemildert werden könnten, wenn sie frühzeitig erkannt sowie kontinuierlich und kontrolliert behandelt werden. Damit die Hautärzte Anzeichen für Begleiterkrankungen erkennen, sind entsprechende Fragebögen entwickelt worden (z.B. PsoMorbi, PsoCom). Erfahrungsgemäß geben Patienten ihren tatsächlichen Alkoholgenuss häufig falsch an. Depressionen würden als Begleiterkrankung der Psoriasis oft unterschätzt. Viele seien auch dann noch depressiv, wenn ihre Haut längst abgeheilt ist.
</p>

<p>
	Professor Thaci verwies darauf, dass es die Entzündungen sind, die entscheidend zu Ko-Morbiditäten der Psoriasis führen. Er trat dem Verdacht entgegen, dass es dabei um „eine Erfindung der Pharmaindustrie“ handelt. Einige sind schon vor 50 Jahren bekannt gewesen. Trotzdem läge es natürlich im finanziellen Interesse von Anbietern, dass Psoriatiker möglichst lebenslang Medikamente einnehmen.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Nagel-Psoriasis
</h2>

<p>
	Professor Ulrich Mrowietz (Kiel) verwies darauf, dass eine Nagel-Psoriasis gut im <a href="http://xiralite.com/was-ist-xiralite/untersuchungsablauf/" rel="external nofollow">Rheumascan (Xiralite®)</a> zu erkennen ist.
</p>

<p>
	Eine kleine Anzahl von Patienten, die wenig Hautbefall, dafür aber starke Nagelveränderungen hatten, wurde mit Fumaderm® behandelt. Die Kassen zahlten – trotz niedrigem <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> - diese innere Therapie, weil der reine Nagelbefall einen sehr hohen Leidensdruck und erhebliche Arbeitsausfälle verursachte. Nach zwölf Monaten verbesserten sich die Nägel um 50 Prozent. Eine weitere Verbesserung war nur noch schwer zu erreichen. Nur Biologika wirken schneller und effektiver.
</p>

<h2>
	Kinder und Jugendliche mit Psoriasis oder Psoriasis Arthritis
</h2>

<p>
	Vor allem die jüngeren Psoriatiker müssen nach Meinung (nicht nur) von Professor Matthias Augustin (Hamburg) so frühzeitig wie möglich behandelt werden. Studien zeigen, dass sie – gegenüber Gesunden – doppelt so häufig eine der Begleiterkrankungen bekommen, darunter schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Kindern mit Neurodermitis gibt es diese erhöhten Risiken fast überhaupt nicht. Nur Depressionen, Diabetes und Hypertonie kommen bei ihnen ebenfalls öfters vor. Trotzdem werden Psoriasis-Kinder fast nur mit äußerlichen Mitteln behandelt, d.h. auch in schweren Fällen werden die Therapiemöglichkeiten nicht ausgenutzt. Etanercept (Enbrel) ist für Kinder ab 6 Jahren zugelassen. Für Fumarsäureester (Fumaderm) wird in der Studie <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/kinder-jugendliche/kinderstudie-mit-fumaderm" rel="">KiFuderm</a> gerade geprüft, ob die Zulassung erweitert werden kann. Umstritten ist, in welchen Kliniken hautkranke Kinder therapiert werden sollten: In der Hautklinik sind die Experten für die Krankheit, in der Kinderklinik sind die Fachleute für kindgerechte Betreuung, Unterbringung und Ernährung.
</p>

<p>
	Professor Thomas Schwarz rät, Kinder zurückhaltend zu bestrahlen, obgleich sich bei 90 bis 95 Prozent die Psoriasis verbessert. PUVA ist für Kinder ein absolutes „No-Go“. Er sprach deutlich aus, was auf solchen Kongressen nicht so oft zu hören ist: „UVB ist ein totales Karzinogen“, d.h. es ist krebserregend. Wie groß das Risiko ist, hängt von der im Leben angesammelten (kumulativen) Belastung ab. Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass junge Leute schon jetzt mehr Lichtschäden (aktinische Keratosen) hätten als frühere Generationen. Sie gehen mehr in die Sonne und ins Solarium. Wenn dann noch eine Fototherapie oder ein immunsuppressives Medikament hinzukommen, steigt das Krebs-Risiko deutlich an.
</p>

<h2>
	Impfung trotz Medikamenten?
</h2>

<p>
	Wer ein immunsuppressives Medikament nimmt, hat ein höheres Risiko, an einer schweren Grippe zu erkranken. Trotzdem empfehlen Hautärzte nur selten eine Grippe-Schutzimpfung. Es gibt von jedem Hersteller dieser Medikamente eine ausführliche Impfempfehlung - meist für alle Standardimpfungen. Die sollten sich Patienten beschaffen, wenn für sie eine Impfung empfohlen wird, z.B. vor Reisen in ferne Länder.
</p>

<h2>
	Psychologische Betreuung unerwünscht
</h2>

<p>
	Professor Wolfgang Harth (Berlin) ist einer der führenden Psychodermatologen in Deutschland. Er berichtete, dass an seiner Klinik die stationären Psoriasis-Patienten intensiv psychologisch betreut werden. Kaum aber seien sie entlassen, würden sie vorher fest vereinbarte Termine beim nachbetreuenden Psychologen nicht mehr wahrnehmen. Die Bereitschaft, sich psychologisch helfen zu lassen, um die Hautkrankheit zu bewältigen, sei erschreckend gering.
</p>

<h2>
	Lichtschäden und Hautkrebs im Vormarsch
</h2>

<p>
	50 Prozent der Menschen über 60 Jahre haben chronische Hautschäden durch UV-Einstrahlung (aktinische Keratose), berichtete Professor Thomas Dirschka. Bei 30 Prozent von ihnen entwickele sich daraus ein Hautkrebs – die weltweit häufigste Krebsart. Neuere Untersuchungen haben bei Jüngeren, vor allem bei jüngeren Frauen, schon deutliche Hautschäden festgestellt – vor allem, weil sie regelmäßig ins Solarium gehen. Die Haut könne im Leben nur eine bestimmte UV-Belastung verkraften. Danach steige das Risiko für Hautkrebs erheblich an. Sie passe sich nicht daran an, dass der Mensch immer älter wird bzw. durch Freizeitverhalten, Bräunungswahn oder Fototherapie vermehrt UV-Licht aufnehme. UVB dringe bis zu 50 Zentimeter ins Wasser ein, treffe einen also auch beim Schnorcheln. Am Rande wurde erwähnt, dass Hautschäden bis hin zum Hautkrebs auch durch Präparate entstehen können, das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva). Dazu gehören alle Medikamente, die Psoriatiker einnehmen. Das sei, so Professor Reich in dem oben genannten Sicherheitsbericht, aber sehr selten.
</p>

<h2>
	Sichtbares Licht (Dermodyne)
</h2>

<p>
	Erstmals wurde die <em>Behandlung der Neurodermitis</em> mit sichtbarem Licht als „mögliche Option“ genannt und nicht mehr kategorisch abgelehnt. „Es scheint etwas dran zu sein“, so der Vorsitzende der AG Photo-Dermatologie in der DDG, Professor Percy Lehmann. Mitglieder der Arbeitsgruppe wollen noch in diesem Jahr mit einer „multizentrische Studie“ Daten dazu ermitteln. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/dermodyne-krankenkasse" rel="">Das Psoriasis-Netz hat immer wieder über das Verfahren berichtet.</a>
</p>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
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	</p>

	<p>
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	</p>

	<p>
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	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">544</guid><pubDate>Wed, 15 May 2013 12:48:00 +0000</pubDate></item><item><title>Psoriasis-Medikamente k&#xFC;nftig je nach Tageszeit?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/psoriasis-medikamente-je-nach-tageszeit/</link><description><![CDATA[<p>
	<strong>In der menschlichen Haut tickt eine innere Uhr. Die ist unter anderem dafür zuständig, wann im Laufe eines Tages dort repariert und regeneriert wird. Forscher der Berliner Uni-Klinik Charité und vom Hamburger Hautforschungszentrum haben Grundlagenforschung zu diesem Thema betrieben und erste Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Proceedings of the Academy of Science“ veröffentlicht.</strong>
</p>

<p>
	Die Haut ist ein lebenswichtiges und vielseitiges Organ: Neben repräsentativen, kommunikativen und sensorischen Funktionen übernimmt sie die Abgrenzung des Körpers zur Umwelt. Sie bildet eine Barriere gegen Keime und hilft, die Bedingungen für andere wichtige Systeme des Körpers konstant zu halten. Das tut sie, obwohl auf sie sehr unterschiedliche Umweltbedingungen wie Frost, Hitze, Sonnenlicht und Nässe einstürmen – und das je nach Tageszeit ganz unterschiedlich.
</p>

<p>
	Die Forscherteams um Professor Achim Kramer vom Arbeitsbereich Chronobiologie an der Charité und Dr. Thomas Blatt vom Hamburger Hautforschungszentrum fanden heraus, wie sich die Haut diesen tageszeitabhängigen Bedingungen anpasst.
</p>

<h2>
	Zellteilung gebremst
</h2>

<p>
	Sie entnahmen jungen gesunden Probanden zu verschiedenen Zeitpunkten des Tages Hautzellen der obersten Hautschicht - sogenannte Keratinozyten. Eine Analyse sämtlicher Gene in den Keratinozyten ergab, dass wichtige Faktoren für die Regeneration und Reparatur der Hautzellen von der biologischen Uhr reguliert werden.
</p>

<p>
	Einer dieser Faktoren - das Krüppel-like-factor 9 („Klf9“) genannte Molekül - bremst die Zellteilung in den Keratinozyten. Drehten die Forscher den Regler für die Aktivität dieses Faktors herunter, wuchsen die Hautzellen in der Zellkulturschale schneller. Ein Ankurbeln der Aktivität von „Klf9“ sorgte für eine langsamere Zellteilung – und das ist der Punkt, an dem die Psoriasis ins Spiel kommt. Die ist geprägt davon, dass sich die Hautzellen zu schnell teilen.
</p>

<h2>
	Beste Tageszeit für minimale Nebenwirkungen
</h2>

<p>
	Bei den Untersuchungen zeigte sich, dass auch das Stresshormon Cortisol die Aktivität von „Klf9“ steuert und darüber seine medizinische Wirkung bei häufigen Hauterkrankungen wie der Schuppenflechte entfalten könnte.
</p>

<p>
	Die biologischen Uhr steuert das exakte Timing der verschiedenen Prozesse wie Zellteilung, Zelldifferenzierung und DNA-Reparatur in der Haut.
</p>

<p>
	Professor Kramers Prognose: „Wenn wir diese Prozesse noch besser verstehen, könnten wir Medikamente gezielt zu den Tageszeiten einsetzen, an denen sie am besten wirken und die wenigsten Nebenwirkungen haben.“ <em>c</em>
</p>

<p>
	Quelle: Florian Spörl, Thomas Blatt, Achim Kramer et al.: "<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22711835/" rel="external">Krüppel-like factor 9 is a circadian transcription factor in human epidermis that controls proliferation of keratinocytes</a>". In: Proceedings of the Academy of Science (PNAS) 109 (03.07.2012)
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">516</guid><pubDate>Wed, 18 Jul 2012 12:59:00 +0000</pubDate></item><item><title>Neues und Bew&#xE4;hrtes zur Psoriasis im Jahr 2011</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/dresden2011/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_12/dresden-skyline.jpg.28c00959615e8e62b797f2010d67608a.jpg" /></p>
<p>
	Ende März 2011 trafen sich Hautärzte zur 46. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in Dresden. Psoriasis ist eine der Erkrankungen, über die seit Einführung der Biologika auf Haut-Kongressen sehr umfangreich berichtet wird.
</p>

<p>
	Diesmal ging es darum, sich über die bisherigen Erfahrungen mit den Biologika auszutauschen: Welches Biologikum wird wann eingesetzt? Darf man die Dosierung anpassen, die Intervalle verlängern oder die Therapie unterbrechen, wenn es dem Patienten besser geht?
</p>

<p>
	Seit einigen Jahren wird immer deutlicher, dass die Dermatologen sich nicht nur mit den Hauterscheinungen beschäftigen können. Sie müssen zusätzlich über mögliche Begleiterkrankungen der Psoriasis informiert sein und mit Ärzten anderer Fachrichtungen zusammen arbeiten. Da es in Deutschland relativ wenige Rheumatologen gibt, müssen sie verstärkt auch deren Aufgaben übernehmen: Sie müssen lernen, wie man eine Gelenk-Psoriasis (Psoriasis Arthritis) diagnostiziert und behandelt. Neuigkeiten für Psoriasis-Patienten gab es eher bei den Mitteln, die die Therapie unterstützen.
</p>

<h2>
	Psoriasis-Therapiestandard (Leitlinie 2011)
</h2>

<p>
	Die Leitlinien für die Behandlung der Psoriasis wurden <a href="http://www.psoriasis-leitlinie.de/" rel="external nofollow">aktualisiert.</a> Es handelt sich dabei um Empfehlungen für die Hautärzte, d.h. um den derzeitigen Standard, wie eine Psoriasis bei welchem Schweregrad behandelt werden sollte. Grundlage sind stets so genannte „evidenzbasierte“ Studienergebnisse. Dr. Adel Sammain (Berlin) verwies darauf, dass ein Arzt aber rechtlich nicht verpflichtet sei, sich daran zu halten.
</p>

<p>
	Für die äußerliche Behandlung wurden die so genannten Calcineurin-Inhibitoren (Tacrolimus und Pimecrolimus) neu bewertet. So gelten sie jetzt zwar auch bei der Psoriasis als wirksam, wurden aber als nicht besonders praktikabel für den Arzt eingestuft. Abgewertet wurde dagegen der Wirkstoff Tazaroten (Zorac). Er sei, äußerlich angewendet, weder für den Patienten, noch für den Arzt besonders praktikabel. Bei der inneren Behandlung mit <span ipsnoautolink="true">Methotrexat</span> (<abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>) wird inzwischen anerkannt, dass es nicht bei jedem gleich gut auf die Hauterscheinungen wirkt. Insgesamt aber wird <span ipsnoautolink="true"><abbr title="Methotrexat">MTX</abbr></span> jetzt als sicherer und beherrschbarer Wirkstoff beurteilt.
</p>

<h2>
	Therapie-Anpassung
</h2>

<p>
	Bis vor einigen Jahren hatte man als Vergleichsmaßstab nur den <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>-Score, um beurteilen zu können, wie erfolgreich eine Therapie angeschlagen hat. Inzwischen misst man zusätzlich den BSA (Prozentsatz der betroffenen Körperoberfläche), den NAPSI oder NAPPA (Schweregrad der Nagelbeteiligung) und den DLQI (Einschränkungen in der Lebensqualität). Professor Ulrich Mrowietz (Kiel) plädiert dafür, eine Therapie zu verändern, wenn sich zum Beispiel der <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> gegenüber der Ausgangslage noch nicht um 75 Prozent verbessert hat und der DLQI noch über 5 ist. Dann kann der Arzt entweder die Dosis steigern (stärkeres Kortison, intensivere Bestrahlung, höherer Wirkstoffanteil). Oder er kann den Zeitraum der Therapie verkürzen (öfters täglich eincremen, mehrmals in der Woche zur Bestrahlung kommen, in kürzeren Abständen das Medikament einnehmen). Schließlich kann eine äußerliche Therapie (UVB, PUVA) mit einem inneren Wirkstoff (Neotigason, Biologika) kombiniert werden. Wenn die Werte sich immer noch nicht verbessern, muss die Therapie gewechselt werden. Professor Gottfried Wozel (Dresden) geht davon aus, dass man sein Therapieziel nach 24 Wochen erreicht haben sollte.
</p>

<p>
	Schwierig wird es für den Hautarzt, wenn noch weitere Begleiterkrankungen hinzukommen. Dr. Sandra Philipp (Berlin) wies darauf hin, dass dann ein „individuelles Therapiemanagement“ in enger Absprache mit anderen Fachärzten notwendig sei. Der Arzt müsse meist in jedem einzelnen Fall ausprobieren, welche Medikamente wie kombiniert werden können. Der Patient darf nicht darauf hoffen, dass es einfache und schnelle Lösungen gibt.
</p>

<h2>
	Biologika-Untersuchungen
</h2>

<p>
	Die Therapie mit Biologika wird immer genauer. So werden in den aktuellen Psoriasis-Leitlinien die Voruntersuchungen auf Tbc und Hepatitis genannt. Professor Mrowietz verwies darauf, dass der Labortest (IGRA = Interferon-Gamma-Release-Assay) bis zu 20 Prozent falsche Ergebnisse bringe und empfahl zusätzlich den klassischen TB-Haut-Test. Wer ganz sicher gehen wolle, solle sich zusätzlich den Thorax (Brustkorb) röntgen lassen. Umstritten ist, ob das Tbc-Screening jährlich wiederholt werden soll. Einige meinten, das wäre nur nötig, wenn ein Patient mit Infizierten zusammen war oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat.
</p>

<p>
	Dr. Philipp empfiehlt (vor allem jungen) Patienten, sich vor der Therapie mit einem Biologikum gegen Grippe impfen lassen. Ebenfalls wurde geraten, sich vorher gegen eine Varizellen-Infektion (ähnlich Windpocken) impfen zu lassen.
</p>

<p>
	Wenn der Patient einen Infekt hat, muss die Therapie mit einem Biologikum nicht abgesetzt werden: weder bei Erkältungen, Lungen-Entzündungen, Streptokokken oder ähnlichen „normalen“ Infekten, noch bei rein bakterielle Entzündungen - lediglich bei einer Tbc.
</p>

<h3>
	Biologika-Therapie variieren
</h3>

<p>
	Uneinig waren sich die Experten, ob man die Biologika absetzen bzw. in größeren Abständen oder geringeren Mengen geben sollte, wenn der Psoriasis-Patient darauf gut anspricht. Die Befürworter argumentieren damit, den Patienten nicht unnötig mit Wirkstoffen und Risiken zu belasten, sondern individuell auszuprobieren, wann ein Biologikum gerade noch wirkt. Dagegen spricht, dass der Patient bei den TNF-Alpha-Blockern (Enbrel, Humira, Remicade und Simponi) eher Anti-Körper (gegen das Biologikum) bildet, wenn die Dosis gering ist bzw. „episodenhaft“ gegeben wird. Wenn mit dem Biologikum nicht nur die Haut, sondern auch die Gelenke behandelt werden, sollte man nicht modulieren, denn nur Biologika können eine Gelenkzerstörung stoppen. Wer davon ausgeht, dass die Psoriasis zu weiteren, schweren Begleit-Erkrankungen führen kann, muss ebenfalls das Biologikum als Dauertherapie geben. Grundsätzlich sind Humira und Stelara für eine Dauertherapie geeignet, Enbrel dagegen nicht, weil es über die Jahre schlechter anspricht. Professor Jörg Prinz (München) empfiehlt, Enbrel bis zum endgültigen Abbruch in größeren Intervallen zu spritzen (alle 10, 14 Tage oder länger). Die Behandlung mit Remicade, so Professor Mrowietz, muss immer wieder unterbrochen werden, weil es sonst an Wirkung verliert.
</p>

<h3>
	Nebenwirkungen von Biologika
</h3>

<p>
	Professor Gottfried Wozel (Dresden) wies darauf hin, dass in der „<span ipsnoautolink="true">Cochrane Collabaration Overview 2011</span>“ Studien zu den wichtigsten Biologika ausgewertet worden seien. Hinsichtlich der Nebenwirkungen hätte es keine wesentlichen Unterschiede zur Placebogruppe gegeben. Die Autoren der Übersicht weisen ausdrücklich darauf hin, dass ihre Ergebnisse nur kurzfristige Nebenwirkungen erfassen würden. Die untersuchten Studien dauerten längstens 13 Monate. Es sei dringend erforderlich, die langfristigen Folgen der Biologikum-Therapien zu erforschen, vor allem welches Präparat genau welche Langzeitfolgen habe. In den Studien sei die Abbrecherquote wegen Nebenwirkungen (v.a. bei Humira und Remicade) bei den Biologika-Patienten höher als bei Placebo-Patienten. Auch das Risiko für eine Tuberkulose könnte höher sein. Doch seien es so wenig Fälle, dass die Autoren dieser Aussage nur gering vertrauen. Schwere Infektionen oder Herzinsuffizienz kämen bei Biologika-Patienten nicht öfters vor. Der Aussage, Krebs trete ebenfalls selten auf, vertrauen die Autoren ebenfall nur wenig. Völlig fehlten ihnen genaue Informationen über andere mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen, darunter seltene oder langfristige Nebenwirkungen.
</p>

<p>
	Es wurde darauf hingewiesen, dass bei den TNF-Alpha-Blockern das Infektionsrisiko etwas höher sei, als bei Stelara (IL12/IL 23-Antikörper). Weil Stelara länger im Körper bleibt, vermutete man ursprünglich mehr Infekte, z.B. bei Notfall-Operationen. In München seien solche Fälle beobachtet und keine höhere Infektrate festgestellt worden.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Ciclosporin
</h2>

<p>
	Professor Dr. Rudolf Schopf (Mainz) bewertet die Wirkung von <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> und Ciclosporin in etwa gleich. Beide könnten zu nicht unerheblichen Nebenwirkungen führen. Die Therapie müsse bei beiden genau kontrolliert werden. Nach seiner Erfahrung werde Ciclosporin aber besser vertragen, vor allem mache es keine Leberschäden wie <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>. Nicht so bekannt sei, dass mit Ciclosporin der Juckreiz dramatisch zurück gehe. Er halte es für unbegründet, dass sich viel Hautärzte nicht an die Therapie mit Ciclosporin herantrauen würden. Man könne mit Ciclosporin sogar eine schwere Neurodermitis behandeln.
</p>

<h3>
	Wie reagiert die Niere?
</h3>

<p>
	Professor Dr. Frank Strutz (Wiesbaden) wies darauf hin, dass gerade bei Ciclosporin und vor allem in der Langzeittherapie darauf geachtet werden muss, ob die Therapie die Nieren schädigt (Kreatininwert? Nierenfunktion?). Es sei unklar, ob die Nierenschäden rückgängig gemacht werden können. Tacrolimus habe ähnliche Nebenwirkungen auf die Niere. Bisher sind bei Biologika keine Probleme mit der Niere aufgetreten, aber es gäbe keine Langzeituntersuchungen. Es sei nicht belegt, ob es möglich ist, mit Fischöl, Kalzium-Blockern oder ACE-Hemmern eine Nierenschädigung zu verhindern. Strutz empfiehlt, dass Patienten mit Nieren-Vorschädigungen sich frühzeitig vom Nephrologen mitbehandeln lassen.
</p>

<h2>
	Bestrahlung
</h2>

<p>
	Professor Mrowietz bewertete Bestrahlungs-Therapien bei der Psoriasis als „nicht mehr Standard der Behandlung“, wenn man schon mit einem innerlichen Medikament begonnen hat. Professor R. U. Peter (Ulm) hält dagegen, dass UV-Bestrahlung eine echte Alternativ sei: Gerade in Zeiten hochpreisiger Medikamente, die meist lebenslang genommen werden müssen, seien Bestrahlungen einschließlich Balneo-Fototherapie deutlich billiger und zeitlich begrenzt.
</p>

<p>
	Professor Adrian Tanew (Wien) bescheinigte der PUVA-Therapie eine sehr hohe Abheilungsrate (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 87 bis 100), vor allem bei schweren Psoriasis Fällen und dem atopischen Ekzem (Neurodermitis). In der Vergangenheit war das Krebsrisiko deutlich höher, als bei anderen Bestrahlungsarten. Das treffe aber nur auf die Behandlungen bis 1989 zu. Seitdem setze man PUVA „nicht mehr so hemmungslos“ ein. Heutzutage wird es nur bei bestimmten Patientengruppen, oft kombiniert mit innerlichen Medikamenten und genauer kontrolliert eingesetzt. Deshalb sei das Krebsrisko erheblich geringer als früher. Professor Peter Wolf (Graz) empfahl, PUVA erst dann einzusetzen, wenn Schmalband-UVB (311 nm) nach acht Wochen nicht anschlägt. Professor Tanew befürchtet, dass Ärzte es verlernen könnten, wegen neuer UV-Spektren und neuer Medikamente, mit PUVA umzugehen.
</p>

<p>
	Professor Herbert Hönigsmann (Wien) berichtete darüber, dass man die Strahlendosis und die Nebenwirkungen verringern bzw. die Wirkung verstärken kann, wenn man parallel zur Bestrahlung weitere Mittel gibt. Schmalband-UVB kann mit allen äußerlichen Wirkstoffen (Kortison, Dithranol, Vitamin-D-3-Abkömmlingen) kombiniert werden. Bei PUVA verringert Neotigason das Krebsrisiko, während Ciclosporin es deutlich erhöht, vor allem wenn es nachträglich genommen wird. <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> wird bei PUVA nur in der Anfangsphase bei schweren Fällen gegeben. Seine Empfehlung, Schmalband-UVB und PUVA mit Neotigason zu kombinieren oder mit einem Biologika.
</p>

<h2>
	Auslöser von Psoriasis
</h2>

<p>
	Professor Mrowietz vermutet, dass ACE-Hemmer auf Psoriasis noch schlechter wirken als Betablocker. Er bezeichnete außerdem Rauchen als unabhängigen Einfluss-Faktor auf die Psoriasis. Psoriasis und Stress, so Mrowietz, führen geradewegs zu Herz-/Kreislaufproblemen.
</p>

<p>
	Professor Prinz weist darauf hin, dass eine Streptokokken-Angina der Auslöser für eine Psoriasis sein kann. Das ist beobachtet worden bei Patienten, deren <span ipsnoautolink="true">genetische Konstellation HLA-Cw6-positiv i</span>st. Prinz empfiehlt, die Mandeln zu entfernen (Tonsillektomie) oder eine Antibiotika-Therapie.
</p>

<h2>
	Begleit-Erkrankungen (Komorbiditäten)
</h2>

<p>
	Professor Mrowietz wies darauf hin, dass Begleit-Erkrankungen zur Psoriasis gehören. Schon bei Kindern mit Psoriasis könne man sie überdurchschnittlich häufiger finden, als bei gesunden. Wer schon in jüngeren Jahren eine schwere Schuppenflechte habe, könne damit rechnen, fünf bis sechs Jahre früher zu sterben. Deshalb sei es notwendig, die Entzündungslast im Körper zu verringern, um das Risiko für eine Begleit-Erkrankung zu senken. Es sei aber noch nicht bewiesen, dass eine gut behandelte Psoriasis positiv auf Begleit-Erkrankungen wirkt. Vieles spräche aber dafür, weil z.B. bei Fumaderm-Patienten geringere Hinweise (Marker) auf die typischen Begleit-Erkrankungen zu finden seien. Patienten mit Übergewicht und schlecht eingestellter Diabetes sollten sich immer parallel beim Facharzt behandeln lassen.
</p>

<p>
	Vor allem junge Patienten, so Dr. Ralph von Kiedrowski (Selters) hätten noch keinen Hausarzt. Bei ihnen müsse der Dermatologe besonders auf typische Begleiterkrankungen achten.
</p>

<p>
	Professor Wolf-Henning Boehncke (Frankfurt/M.) appellierte an seine Kollegen, bei Patienten mit einer schweren Psoriasis den Puls, den Blutdruck, den BMI (Body-Mass-Index) sowie die Wert für Nüchtern-Bluttfett und Nüchtern-Blutzucker zu überprüfen. Dieses Monitoring, so Professor Thomas Luger (Münster), könne lebensrettend sein.
</p>

<h2>
	Psoriasis arthritis (<abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>)
</h2>

<p>
	Es ist statistisch nicht gesichert, wie viel Prozent der (Haut-) Psoriatiker ebenfalls an <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> erkrankt sind. Auf diesem Kongress kursierten unterschiedliche Zahlen. Die höchste nannte Professor Jörg Prinz (München), der auf eine Studie verwies, nach der 30 bis 40 Prozent der Psoriasis-Patienten eine <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> haben. D.h. 90 Prozent derjenigen, die eine <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> haben, leiden auch an der Hautform der Psoriasis.
</p>

<p>
	<a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen/professor-kristian-reich/" rel="">Professor Kristian Reich</a> (Hamburg) hat festgestellt, dass es notwendig ist, die Entzündung in den ersten zwei Jahren einzudämmen. Gelänge das nicht, sei die Krankheit schwer einzufangen. Als neues diagnostisches Verfahren wies er auf den <a href="https://www.internisten-im-netz.de/de_news_6_0_1685_fr-here-diagnosen-durch-rheumascan-m-glich.html" rel="external nofollow">Rheumascan</a> hin.
</p>

<p>
	Oft falsch würde die <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> an den Achilles-Sehnen und dem Fußmuskel (Enthesitis) und an den Fingern bzw. Weichteilen (Daktylitis) diagnostiziert werden, so Professor Prinz.
</p>

<h2>
	Neuigkeiten
</h2>

<p>
	Öfters wurde erwähnt, dass Dermatologen in schweren Fällen die Psoriasis mit <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/ddg-tagung-2009" rel="">Toctino</a> behandeln. Zugelassen ist dieses Retinoid für schwere Handekzeme, die nicht auf Kortison ansprechen. Es gehört zu den schweren Medikamenten <a href="https://www.apotheken-umschau.de/Medikamente/Beipackzettel/Toctino-30mg-Weichkapseln-6846028.html" rel="external">mit vielen Nebenwirkungen</a>, das relativ teuer ist.
</p>

<p>
	Für Psoriasis werden demnächst neu zugelassen die Biologika: <span ipsnoautolink="true">Cimzia (Certolizumab)</span> und <span ipsnoautolink="true">Secukinumab</span>. Bei der <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> deuten sich als zukünftige Medikamente <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Tofacitinib" rel="external nofollow">Tofacitinib</a> und <span ipsnoautolink="true">Apremilast </span>an.
</p>

<h3>
	Neue oder uns aufgefallene Produkte
</h3>

<p>
	● <a href="https://www.psoriasis-netz.de/topic/13928-babybene-gel/page__p__224465__hl__babybene__fromsearch__1?do=findComment&amp;comment=224465" rel="">babybene Gel </a>zum Schuppenablösen aus verschiedenen Ölen und pflegenden Pflanzenextrakten,
</p>

<p>
	● Linola Fußcreme mit Linolsäuren - ohne Duftstoffe (Dr. August Wolff Arzneimittel).
</p>

<p>
	● Wundgel mit Thermo-Effekt: bei Kälte (&gt;15 °C) ist es flüssig, bei Wärme - also, wenn es auf die Haut kommt - fest. Medizinprodukt ab 1.5. - Zulassung als Arzneimittel beantragt. Gut evtl. bei offenen Stellen? Schließt die Wunde (=die offene Stelle) ein und fördert ein gutes Wundmilieu ohne Bakterien (Dr. August Wolff Arzneimittel).
</p>

<p>
	● Neue Spezialrezeptur für Psoriasis auf dem Kopf: handelsübliches Psorimed (enthält Salicylsäure 10%) kann in der Apotheke mit Clobetasol-17-propionat 0,05% angemischt werden. Haltbarkeit: 3 Monate. Kann vom Arzt verordnet werden (Dr. August Wolff Arzneimittel)
</p>

<p>
	● head &amp; shoulders anti-schuppen-shampoo - milde pflege bei juckender kopfhaut, mit Eukalyptus-Extrakt
</p>

<p>
	● head &amp;s houlders anti-schuppen-shampoo - milde pflege bei trockener kopfhaut
</p>

<p>
	● head &amp; shoulders anti-schuppen-shampoo - sensitive bei empfindlicher kopfhaut
</p>

<p>
	● “Eco”-Serie - Lipolotion, Lipocreme, Mandelölsalbe (Hans Karrer)
</p>

<p>
	● Sebexol Haarwasser - bei Juckreiz und Spannungsgefühl auf der Kopfhaut. Ohne Alkohol und ohne Parfüm. Wird nach der Haarwäsche auf das noch feuchte Haar aufgetragen, kurz einmassiert. Nicht auswaschen. Kann auch in trockenem Haar angewendet werden (Devesa Dr. Reingraber GmbH).
</p>

<div>
	<hr style="width:150px; margin:2em auto 1.9em; border:none; border-bottom:1px solid #000;">
</div>

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	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
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	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">471</guid><pubDate>Tue, 26 Apr 2011 17:09:00 +0000</pubDate></item><item><title>Wirkung von Patientenschulungen untersucht</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/patientenschulungen-lebensqualitaet/</link><description><![CDATA[<p>
	<b>Was bringen Patientenschulungen? Welchen Einfluss haben sie auf die Lebensqualität? Mit ihrer Studienarbeit zu diesem Thema hat Andrea Greves einen Juniorenpreis bekommen und der Uniklinik Erlangen bescheinigt, dass ihre Hartnäckigkeit Erfolg hat.</b>
</p>

<p>
	Mit Schulungen lässt sich die <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> an sich nicht beeindrucken - sie bleibt einfach da. Aber: Der Betroffene fühlt sich mit seinem neuen Wissen einfach besser.
</p>

<p>
	Je nach Verlauf und Ausmaß der Psoriasis kann die Lebensqualität des Betroffenen erheblich eingeschränkt sein. Wie bei den meisten chronischen Erkrankungen ist es daher für den Patienten um so hilfreicher, je tiefer sein Wissen um seine Krankheit ist. Nur dann kann er adäquat mit seiner Krankheit umgehen. Die Patientenschulungen für Psoriatiker werden in Deutschland bislang kaum angeboten – vor allem, weil die Krankenkassen bei der Bezahlung zögerlich sind.
</p>

<p>
	Die <a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen/hautklinik/" rel="">Universitäts-Hautklinik Erlangen</a> lässt sich davon nicht beirren und hat inzwischen mehr als 100 Betroffene geschult. Doch wie ist es um die Wirksamkeit solcher Schulungen bestellt? Besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Schulung und verbesserter Lebensqualität? Bisher stand der statistische Beweis noch aus.
</p>

<p>
	Andrea Greves, Absolventin der <a href="http://www.trier.eso.de/" rel="external nofollow">Euro-Schulen Trier</a>, hat in einem Praktikum untersucht, welchen Einfluss diese Schulung auf die Lebensqualität der Betroffenen hat. Ihr Ergebnis: Die Erkrankten werden zwar nicht gesund, können ihre Krankheit jedoch akzeptieren lernen und fühlen sich einfach besser - und das sogar noch ein Jahr nach der Schulung.
</p>

<p>
	Professor Michael Sticherling, leitender Oberarzt der Hautklinik, hob in seinem Gutachten zur Arbeit hervor, dass die Ergebnisse der Studie einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Behandlung der Psoriasis darstellen und sicherlich zur Etablierung der Psoriasis-Schulung nicht nur in Erlangen beitragen werden.
</p>

<p>
	Für diese Projektarbeit innerhalb ihrer Ausbildung zur Medizinischen Dokumentationsassistentin (MDA) wurde sie jetzt mit dem Juniorenpreis des Deutschen Verbands Medizinischer Dokumentare (DVMD) e. V. ausgezeichnet.
</p>

<p>
	Alle Informationen zur Schulung und zur Anmeldung sind <a href="https://www.hautklinik.uk-erlangen.de/patienten/psoriasis-schulungen/" rel="external nofollow">auf der Internetseite der Klinik</a> zu finden. Telefonische Informationen gibt es unter (09131) 85-33851.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">462</guid><pubDate>Fri, 18 Mar 2011 16:11:00 +0000</pubDate></item><item><title>Eiwei&#xDF;e machen Haut f&#xFC;r Schuppenflechte anf&#xE4;llig</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/koebnerisin-psoriasin-schuppenflechte/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_12/hintergrund-header.jpg.83086c4481c2b195bcb1885645dae5b8.jpg" /></p>
<p>
	Dr. Ronald Wolf von der Hautklinik der Universität München hat - zusammen mit amerikanischen Kollegen und Ärzten der Uni-Kliniken München und Dresden - offenbar einen Mechanismus entdeckt, der die genetische Veranlagung zur Psoriasis erklärt. "Nebenbei" kann dadurch auch erläutert werden, warum äußere mechanische Einflüsse wie das so genannte <span ipsnoautolink="true">Köbner-Phänomen</span> zum Ausbruch der Schuppenflechte führen können.
</p>

<p>
	Die Wissenschaftler nahmen molekulare Signalwege der <span ipsnoautolink="true">Psoriasis</span> unter die Lupe. Diese Signalwege regulieren Vorgänge des Stoffwechsels zwischen verschiedenen Zellen und Geweben, insbesondere zwischen Haut und Immunsystem. Sie spielen bei der Krankheitsneigung eine entscheidende Rolle. Daran beteiligt sind bestimmte Eiweiße. Die werden bei der Psoriasis durch entsprechende Schuppenflechte-Gene verstärkt hergestellt.
</p>

<p>
	Eines der Eiweiße, das Koebnerisin (S100A15), hat Dr. Wolf entdeckt. Ein zweites, nahe verwandtes Eiweiß, das so genannte Psoriasin, war durch voran gegangene Analysen der Haut von Psoriasis-Patienten bereits bekannt. Beide Eiweiße machen die Haut für Schuppenflechte anfällig. „Die zur Psoriasis neigende Haut stellt die zwei Proteine in deutlich erhöhten Mengen her", so Dr. Wolf.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
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		</p>
	</div>
</div>

<p>
	Bei Mäusen sind die Funktionen der beiden menschlichen Proteine in einem einzigen Eiweiß gebündelt, das die Wissenschaftler S100a7a15 nennen. Nun hat das Team um Dr. Wolf die Nager genetisch so verändert, dass sie davon bereits von Geburt an größere Mengen in der Haut produzieren.
</p>

<p>
	Wie sich zeigte, macht sie das extrem empfänglich für die Ausbildung von Symptomen, die der menschlichen Schuppenflechte entsprechen. Sobald ihre Haut zum Beispiel durch eine Abschürfung gereizt wird, startet eine überschießende Entzündung - wie beim Menschen. Dabei bindet das S100a7a15-Protein an ein <i>Rage</i> genanntes Molekül auf der Oberfläche bestimmter Immunzellen und Hautzellen. Infolgedessen wandern weitere Immunzellen in die Haut ein, und auch für die Psoriasis typischen Entzündungs-Botenstoffe sind in erhöhten Konzentrationen messbar. „Die S100-Proteine Psoriasin und Koebnerisin sind zusammen mit <i>Rage</i> wichtige Regulatoren der Krankheitsentstehung“, sagt Ronald Wolf.
</p>

<p>
	Langfristig gesehen wollen die Forscher Substanzen finden, die gezielt die beiden S100-Proteine oder deren Kopplung an RAGE blockieren. Eine Hoffnung, „auf diese Weise Psoriasis-Herde zu verhindern beziehungsweise einen bereits bestehenden Krankheitsschub zu behandeln“, wie der Münchener Dermatologe erklärt.
</p>

<p>
	„Wir rechnen damit, dass unsere Ergebnisse zu neuen Therapien führen - sowohl gegen die Schuppenflechte selbst als auch gegen die Neigung zur Erkrankung“, sagt Dr. Wolf.
</p>

<p>
	Ihre Ergebnisse stellten die Forscher <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6334290/" rel="external nofollow">im Journal "Science Translational Medicine"</a> vor.
</p>

<p style="text-align: right;">
	<em>cl</em>
</p>

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	</p>
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]]></description><guid isPermaLink="false">451</guid><pubDate>Thu, 09 Dec 2010 08:45:00 +0000</pubDate></item><item><title>Warum manche &#xC4;rzte einem tief in die Augen schauen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/biologics-augen-gefaesse/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_12/augenarzt.jpg.bf2c038459f31911c4b60705626200fd.jpg" /></p>
<p>
	Jenaer Rheumatologen schauten Patienten jetzt ganz tief in die Augen. Konkret ging es ihnen um die Netzhaut. Dort sitzen kleinste Gefäße. Die verändern sich oft bei chronisch entzündlichen Gelenkkrankheiten – nicht nur in den Augen. Diese Gefäßveränderungen erhöhen das Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.
</p>

<p>
	Die Forscher Dr. Thomas Neumann und Dr. Alexander Sämann von der Uni-Klinik Jena dachten sich: Wenn man die Gefäßveränderung zeitig finden könnte, könnte der Betroffene auch mit Medikamenten behandelt werden, die die Entzündung abfangen. Das tun beispielsweise so genannte <span ipsnoautolink="true">TNF-alpha-Blocker</span>. Setzt man die Medikamente etwa gegen eine <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> ein, kann das Herz-Kreislauf-Risiko sinken.
</p>

<p>
	Diese auch als Biologika bezeichneten Wirkstoffe sind Antikörper, die den entzündungsfördernden Botenstoff Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNFα) im Gewebe oder Blut abfangen und neutralisieren. „Die Behandlung der Gelenkentzündung senkt auch das Herz-Kreislauf-Risiko wieder“, so Dr. Alexander Sämann. „Wir wollen herausfinden, warum das so ist; ob sich die Biologika auch günstig auf die Gefäßfunktion auswirken.“
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
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		</p>
	</div>
</div>

<p>
	Dazu nutzten die Internisten ein von Jenaer Augenmedizinern entwickeltes Verfahren zur Analyse der Retinagefäße, mit dem sich sehr genau und unkompliziert Schäden an den Blutgefäßen erkennen lassen. Für Patienten mit entzündlich-rheumatischen Krankheiten wollten die Mediziner so den Grad der Gefäßveränderung vor und nach der Behandlung mit Biologika ermitteln.
</p>

<p>
	Weitere Daten lieferten Untersuchungen von Biomarkern der Gefäßfunktion aus dem Blut und der Verlauf des Entzündungsprozesses in den Gelenken.
</p>

<p>
	„Wir können diese drei entzündlich-rheumatischen Krankheiten nicht heilen, aber durch konsequente, in der Regel lebenslange Therapie, lassen sich Entzündungsschübe frühzeitig abfangen, mildern oder sogar ganz vermeiden“, erklärt Dr. Thomas Neumann.
</p>

<p>
	Dr. Thomas Neumann und Dr. Alexander Sämann erhielten für ihre Arbeit beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie im Jahr 2010 einen Förderpreis - von der Firma Pfizer, die ein Medikament zu besagter TNFα-Blockade in ihrem Programm hat.
</p>

<p style="text-align: right;">
	<em>cl</em>
</p>

<p>
	<em>Quelle: idw-online, 22.09.2010</em>
</p>

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	<p>
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	</p>
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]]></description><guid isPermaLink="false">446</guid><pubDate>Tue, 05 Oct 2010 18:30:00 +0000</pubDate></item><item><title>Neues und Bew&#xE4;hrtes zur Psoriasis im Jahr 2010</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/muenchen2010/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_12/muenchen-brezeln.jpg.0e00a6ee6190501ba07d66c7f403a9dc.jpg" /></p>
<p>
	<b>Bericht vom Dermatologen-Kongress in München (Juli 2010)</b>
</p>

<p>
	Seit 1951 findet in Bayerns Hauptstadt die wohl wichtigste Fortbildungsveranstaltung für deutschsprachige Hautärzte statt. Es sind vor allem die Praktiker, die sich hier inzwischen alle zwei Jahre treffen. Die <span ipsnoautolink="true">Psoriasis</span> war auch in diesem Jahr das Thema vieler Referate, wenn auch überwiegend bei den Präsentationen der Industrie.
</p>

<p>
	Wirklich grundlegende Neuigkeiten oder Probleme wurden nicht vermeldet. Noch niemand sprach von der Neuentwicklung eines Biologikums, das nicht gespritzt sondern („oral“) geschluckt wird. Das jüngste Biologikum gegen Psoriasis arthritis, Golimumab („<span ipsnoautolink="true">Simponi</span><span style="display: none;"> </span>), ist schon im Herbst 2009 in Berlin vorgestellt worden. Im Juni 2010 wurde ein Gel aus Vitamin D3 ähnlichem Wirkstoff + Kortison (<a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/daivobet" rel="">Daivobet Gel</a>) eingeführt. Es unterscheidet sich in seiner Zusammensetzung aber überhaupt nicht von dem bisher angebotenen Kopf-Gel („Xamiol“). Neu daran ist nur, dass es für den <i>gesamten</i> Körper zugelassen ist.
</p>

<p>
	Andere Neuerungen wurden lediglich in Firmen-Präsentationen wissenschaftlich gewürdigt: Zum Beispiel ein Nagellack auf Harnstoffbasis (Onypso) oder die Mavena Vitamin B12-Salbe, um die es Ende 2009 so viel Wirbel gab. Die im Herbst 2009 neu vorgestellte Creme Belixos (Wirkstoff Mahonia aquifolium) war überhaupt nicht vertreten.
</p>

<p>
	Trotzdem hat es viele, vor allem praktische Informationen gegeben, die für Hautärzte wichtig sind, wenn sie Menschen mit Psoriasis behandeln. Einiges davon ist auch für uns als Patienten interessant. Professor Thomas Dirschka (Wuppertal) behauptete angesichts der vielfältigen Therapiemöglichkeiten, Psoriasis sei keine unheilbare Krankheit mehr. In vielen Vorträgen wurde darauf hingewiesen, dass man vor allem eine schwere Psoriasis so früh wie möglich behandeln müsse. Nur so könne man schwere Begleiterkrankungen möglichst verhindern und das Risiko eines tödlichen Infarkts verringern.
</p>

<h2>
	Zahlen und Daten
</h2>

<p>
	Prof. M. Augustin (Hamburg) hat aus Krankenkassen-Daten und Patientenbefragungen umfangreiche Zahlen ermitteln können: 2,5% der Bevölkerung in Deutschland seien durchschnittlich an Psoriasis erkrankt. Bei den Berufstätigen wären es 2,1%, bei Menschen über 50 Jahre dagegen 4% und bei Kindern und Jugendlichen lediglich 0,7%. Psoriasis breche also überwiegend erst im Erwachsenenalter aus, vor allem aber bei älteren Menschen.
</p>

<p>
	Psoriasis Arthritis (<abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>) sei bisher bei 20,6 Prozent der Haut-Psoriatiker nachgewiesen worden. Einiges spreche aber dafür, dass viele Psoriasis-Patienten überhaupt noch nicht nach <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> untersucht worden seien. Psoriatiker, so Augustin, seien bereit, eine (zu) hohe Schmerzlast zu ertragen. Patienten wie Ärzte müssten mehr auf erste Anzeichen achten. Der Anteil der unentdeckten Morbis Crohn-Fälle sei vermutlich sehr ebenfalls hoch, so Dr. M. Reusch (Hamburg).
</p>

<p>
	Psoriasis sei eine teure Krankheit: Eine äußerliche („topische“) Therapie koste im Jahr rund 4.000 Euro, eine innere („systemische“) schon 7.000 Euro und für komplizierte Fälle müsse sogar über 8.8000 Euro ausgegeben werden. Im kommenden Jahr wird „Psoriasis“ in die Liste derjenigen Krankheiten aufgenommen, für die die Krankenkassen mehr Geld aus dem Gesundheitsfond bekommen („Morbi-Risiko-Strukturausgleich“).
</p>

<p>
	Am häufigsten würden Ärzte bei Psoriasis Kortisonpräparate (Glucocorticoide) zum Einnehmen verschreiben - doppelt so viel, wie zum Beispiel den Spitzenreiter „Fumaderm“. Das widerspricht eindeutig den Leitlinien für Dermatologen. Augstin vermutet, dass viele Psoriatiker sich beim Allgemein Mediziner oder Internisten behandeln ließen.
</p>

<h2>
	<span ipsnoautolink="true">Begleiterkrankungen</span> („Komorbidiäten“)
</h2>

<p>
	Erst seit einigen Jahren wird deutlich, dass vor allem eine schwere Psoriasis weitere, gefährliche Erkrankungen nach sich ziehen kann. Dazu gehören vor allem Fettleibigkeit, Bluthochdruck und Psoriasis Arthritis, aber auch Diabetes, Morbus Crohn, Depression und andere Herz-/Kreislauf- und Gefäß-Erkrankungen. <b>Genau diese Krankheiten können aber auch eine Psoriasis auslösen.</b> So seien, wie Dr. M. Reusch erklärte, zum Beispiel große Fettansammlungen ein Sammelbecken für krankmachende Zytokine. Die beeinflussen negativ das Wachstum und die Differenzierung der Zellen. Prof. W.-H. Boehncke (Frankfurt) wies darauf hin, dass Entzündungen zur Insulin-Resistenz führen können. Diese Unverträglichkeit ginge zurück, wenn die Psoriasis behandelt werden würde. Prof. M. Augustin vermutete, dass die Gefahr eines Herzinfarkts oder einer Depression als Begleiterkrankung der Psoriasis oft unterschätzt werde.
</p>

<p>
	Prof. T. Dirschka (Wuppertal) bezeichnet das als „frühentzündliches Grundrauschen, das zu Komorbiditäten führt“. Begleiterkrankungen sind in jedem Alter möglich, also auch bei jungen Psoriasis-Patienten. Man dürfe es nicht dazu kommen lassen, so Dr. M. Reusch (Hamburg), dass ein heute Fünfjähriger mit 45 Jahren an einem Herzinfarkt sterbe.
</p>

<h2>
	Biologika („Biologics“)
</h2>

<p>
	Biologika sind schwere Medikamente für eine schwere Psoriasis die in Einzelfällen auch schwere Nebenwirkungen haben können. Aber keine andere Medikamentengruppe wird von den Dermatologen weltweit so genau dokumentiert und beobachtet, wie die Biologika.
</p>

<p>
	Wenn ein Patient mit einem der Biologika behandelt werden soll, muss vorher ausgeschlossen werden, dass eine Tuberkulose vorliegt. Vor allem, wenn Patienten gegen TBC geimpft wurden, kann ein reiner Hauttest positiv sein. Auch eine Röntgenaufnahme ist nicht immer eindeutig. In Zweifelsfällen muss deshalb ein Bluttest gemacht werden, der aber aufwendig ist und als Privatleistung (80 Euro) gilt. Die Kasse zahlt nur, wenn der Arzt auf der Überweisung „Verdacht auf Tbc“ vermerkt.
</p>

<p>
	Prof. Prinz wies darauf hin, dass die Behandlung mit TNF Alpha Blockern nicht unterbrochen werden sollte. Die Wirkung könnte nachlassen, wenn der Patient später erneut damit behandelt werden soll. Besser sei es, die Zeitabstände zu verlängern, als völlig auszusetzen.
</p>

<p>
	Die Ärzte im Süden oder Westen Deutschlands würden deutlich weniger (teure) Biologika verschreiben, als im Norden oder Osten, so Dr. K. Strömer (Mönchengladbach). Das läge vor allem an den „aggressiven Prüfungsausschüssen der Kassenärztlichen Vereinigungen“. Bisher sei aber noch kein Arzt wegen Biologika in Regress genommen worden, obgleich es schon einigen angedroht worden sei.
</p>

<h2>
	<span ipsnoautolink="true">Methotrexat (<abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>)</span>
</h2>

<p>
	<span ipsnoautolink="true"><abbr title="Methotrexat">MTX</abbr></span> erfordert Geduld. Es ist als Langzeit-Therapie zu verstehen und nicht, um kurzfristig und schnell eine sichtbare Wirkung zu erzielen. Es hemmt den Stoffwechsel der Folsäure („Folsäure Antagonist“). Um diese Wirkung abzumildern, wird Patienten anfangs zusätzlich Folsäure gegeben. <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> kann mit äußerlichen Therapien (z.B. Kortison, Bestrahlung) oder innerlichen (TNF Alpha Blocker/Biologika) kombiniert werden. Mit Ciclosporin sollte es nur in Ausnahmefällen kombiniert werden.
</p>

<p>
	Der typischste Patienten-Fehler ist, dass <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> zu oft eingenommen wird: Einmal wöchentlich ist genug.
</p>

<p>
	Prof. J. C. Prinz hält <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> für „besser als sein Ruf“. Der Wirkstoff sei seit 1953 bekannt und seit 1971 in den USA für die Psoriasis zugelassen. Wenn alle Regeln beachtet werden, hält er <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> für „ein sicheres Medikament“. Leider gebe es Risiken, wie bei jedem anderen innerlichen Wirkstoff auch. Gegenanzeigen und Nebenwirkungen seien aber beherrschbar. Prinz verwies darauf, dass die <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>-Spritze erheblich besser wirke, als die Tabletten.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
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		</p>
	</div>
</div>

<p>
	Inzwischen, so Dr. A. Ogilvie (Erlangen), gebe es keinen offiziellen Grenzwert mehr, wie viel Methotrexat ein Patient in seinem Leben insgesamt aufnehmen dürfe („Kumulative Gesamtdosis“). Trotzdem könne man aus Sicherheitsgründen in seltenen Fällen eine Leber-Biopsie durchführen lassen, wenn ein Patient schon 3,5 bis 4 g <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> erhalten habe.
</p>

<p>
	<abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> kann eine Gelenkzerstörung nur verlangsamen, während TNF Alpha-Blocker den Prozess stoppen.
</p>

<p>
	<abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>-Patienten sollten keine Kinder zeugen bzw. nicht schwanger werden. Aktuell wird empfohlen, drei Monate nach Absetzung des Mittels zu verhüten (früher sechs Monate). Prof. J.C. Simon (Leipzig) berichtete von neuen Studien über männliche Patienten, die trotz <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>-Therapie Kinder gezeugt hätten. Es seien keine erhöhten Fehlgeburten oder Mutationen aufgetreten. Man müsse, so Simon, keinen Schwangerschaftsabbruch vornehmen. Stattdessen solle man intensive, vorgeburtliche („pränatale“) Untersuchungen vornehmen lassen.
</p>

<h2>
	Fumarsäure-Ester („Fumaderm“)
</h2>

<p>
	Die Behandlung mit „Fumaderm“ sei eigentlich eine langsame Therapie, so Prof. G. Wozel (Dresden). Erst nach zwei bis drei Monaten seien Erfolge zu sehen. Man könne die Wirkung aber beschleunigen, wenn man in der Anfangsphase zusätzlich mit UVB bestrahle. Davon könnten auch diejenigen profitieren, die keine hohe Dosierung vertragen. Andererseits sei, so Prof. Prinz, sei Bestrahlung immer eine zusätzliche Belastung, die abgewogen werden sollte. „Fumaderm“ wirkt auch dann schneller, wenn man äußerlich zusätzlich mit Calcipatriol („Psorcutan“, „Daivonex“) behandelt.
</p>

<p>
	Prof. M. Röcken (Tübingen) berichtete, dass die große Kunst bei der Therapie mit Fumarsäure-Ester sei, für jeden Patienten die persönlich richtige Dosierung herauszufinden. Weniger sei meistens mehr! Viele Patienten brechen die Therapie wegen der Nebenwirkungen ab. Das könne man verhindern, indem man die tägliche Dosis noch langsamer steigere. Paradoxerweise seien diejenigen, bei denen Fumarsäure-Ester die heftigsten Magen-/Darmprobleme hervorrufen, auch diejenigen, die am besten auf den Wirkstoff ansprechen würden. Röcken rät, „auszuhalten“ und die Therapie nicht zu früh abzubrechen. Wenn dann der Patient erscheinungsfrei geworden ist, solle man möglichst nicht aufhören, sondern auf niedrigsten Niveau weitermachen. Patienten, die trotzdem  aussetzen wollen, sollten das eher zum Frühjahr als zum Winter machen.
</p>

<p>
	Auch Fumarsäure-Ester schwäche das Immunsystem. Es sei langfristig noch ungeklärt, wie es auf die Nieren wirke. Deshalb seien regelmäßige Blutkontrollen wichtig. Röcken vermutet, dass unter „Fumaderm“ die Lymphozyten-Zahl nicht tatsächlich abnehme, sondern nur umverteilt werde. Welche Folgen das für die Therapie haben könnte, blieb dagegen offen.
</p>

<p>
	Fumarsäure-Ester äußerlich lehnt Röcken völlig ab. Wenn es zu großflächig aufgetragen werde, riskiere man Todesfälle.
</p>

<h2>
	Nägel
</h2>

<p>
	Prof. U. Amon (Hersbruck) verwies darauf, dass es für den Arzt nicht immer leicht zu diagnostizieren sei, ob eine Deformation des Nagels eine Psoriasis sei. Es gäbe viele, ähnlich aussehende Nagelkrankheiten. Außer der Psoriasis oder der <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> würden auch andere Erkrankungen zu vergleichbaren Nagelveränderungen führen (z.B. Morbus Reiter).
</p>

<p>
	Generell müssten die Nägel kurz gehalten und 2x wöchentlich sanft gefeilt werden. Es müsse verhindert werden, dass sich das Nagelende abhebt. Die Nagelhaut dürfe nicht abgezogen werden. Die krümeligen Ansammlungen unter dem Nagel dürfe man nicht aggressiv entfernen. Natürlich dürfe der erkrankte Nagel nicht als Werkzeug benutzt werden. Baumwollgefütterte Gummihandschuhe könnten vor Nässe schützen. Täglich müsse man Pflegemittel einmassieren, besonders vor dem Kontakt mit Wasser.
</p>

<p>
	Für die äußere Behandlung, so Prof. Amon, gäbe es noch keine überzeugende Therapie. Bei Kortisonpräparaten (Klasse III) sei eine Wirkung zu erwarten. Ebenso bei Vitamin D3 Analogika („Daivonex“, „Curatoderm“, „Silkes“). Dithranol („Cignolin-Lack“) sei bei der Nagel-Pso unwirksam.
</p>

<p>
	Amon hatte den Nagellack „<a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/onypso" rel="">Onypso</a>“ mit 15% Harnstoff  in der Psorisol-Klinik ausprobiert. Nach 12 bis 14 Wochen seien die Nägel gesund nachgewachsen. Innere Mittel würden nur in schweren Fällen gegeben, wenn die äußere Therapie nicht angeschlagen hätte. Kortison würde für die innere Nageltherapie kaum noch verschrieben. Nicht durchgesetzt hätte sich eine Therapie mit Radioaktivität. Am besten helfe, so Prof. Amon eine Kombination von äußerlicher und innerlicher Therapie.
</p>

<p>
	Prof. E. Haneke (Freiburg) verwies darauf, dass eine Nagel-Psoriasis oft schwer von einem Nagelpilz zu unterscheiden sei. Es gäbe auch Fälle, bei denen Patienten von beiden Nagelerkrankungen zugleich betroffen seien. Eine Psoriasis müsse möglichst früh behandelt werden, den je schwerer sie sich entwickelt, desto stärker würden auch die Nägel zerstört werden.
</p>

<p>
	R. Baran (<i>Nail Disease Centre</i>, Cannes) zeigte auf, dass Harnstoff (Urea) bei der Nagelbehandlung wirksam sein kann. Er verwies auf eine Studie, bei der „Onypso“ sechs Monate jeden Abend aufgetragen wurde. Bei 94 Prozent der Patienten wäre der Nagel um 43 Prozent dünner geworden. In einer anderen Untersuchung wurden die Nägel 24 Stunden unter Plastikfolie mit einer 40%-igen harnstoffhaltigen Salbe („Onyster“) behandelt. Nach drei Wochen konnten die kaputten Nägel entfernt und die Stellen behandelt werden.
</p>

<h2>
	Vitamin B12
</h2>

<p>
	Zum Vitamin B12 wird es im Psoriasis-Netz einen eigenen Artikel geben. Auf der Tagung in München gab es dazu zwei sehr wissenschaftliche Vorträge.
</p>

<p>
	Prof. C. Allgaier (Leipzig) erklärte, dass Menschen mit entzündlicher Haut einen Mangel an Vitamin B12 und deshalb einen Überschuss an Stickstoff-Monoxid (NO) hätten. Zusätzliches Vitamin B12 fange das überschüssige NO weg. Diese Wirkung sei durch Studien belegt.
</p>

<p>
	Prof. J. Wohlrab (Halle) führte akribisch alle klinischen Studien auf, die bisher mit der Vitamin B12-Salbe durchgeführt worden seien. Wenn es auch im Einzelnen wenig Patienten waren, sei wissenschaftlich und Placebo korrigiert belegt, dass die Salbe therapeutisch wirkt. Aufgrund des Medienrummels über „Regividerm“ seien die Erwartungen der Patienten vermutlich zu hoch gewesen. Die Vitamin B12-Salbe sei nicht für schwere Fälle, sondern für die leichten oder mittelschweren Formen.
</p>

<h2>
	Lichttherapie
</h2>

<p>
	Prof. T. Schwarz (Kiel) hat getestet, welche Bestrahlung besser wirkt. Bei Psoriasis-Patienten sei die PUVA-Therapie (Psoralen + UVA) eindeutig wirkungsvoller als als die UVB-Bestrahlung (311 nm): 84 % der PUVA-Patienten seien erscheinungsfrei gewesen, bei den UVB-Patienten nur 65%. Nach sechs Monaten seien noch 68 % der PUVA-Bestrahlten ohne Pso-Stellen, aber nur noch 35% der UVB‘ler. Dabei blieb unberücksichtigt, welche unterschiedlichen Gefahren von den beiden Bestrahlungsformen ausgehen.
</p>

<p>
	Schwarz meint, es gäbe keine eindeutigen Erkenntnisse, ob man beim Bestrahlen weitermachen soll, wenn die Haut sich verbessert habe. Die meisten Patienten, so Schwarz, glaubten an diese „Erhaltungstherapie“. Es sei aber erwiesen, dass man damit keine längere Erscheinungsfreiheit („Remission“) bewirken könne.
</p>

<p>
	Interessant waren die Ausführungen von Prof. Schwarz zum Lichtschutz-Faktor (LSF) in Sonnenschutzmittel. Der Lichtschutz ginge verloren, wenn man (schweißtreibend) körperlich aktiv ist oder mit Wasser in Berührung kommt - wenn auch geringer, als man vermutet hatte. Der größte Fehler beim Lichtschutz sei, dass man zu wenig Sonnenschutz-Mittel aufträgt. Wichtiger als ein hoher LSF sei die richtige Menge. Mehrmals auftragen nutze nichts, wenn zu wenig Sonnenschutzmittel genommen würde.
</p>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
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	</p>

	<p>
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	</p>

	<p>
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	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">440</guid><pubDate>Thu, 05 Aug 2010 09:11:00 +0000</pubDate></item><item><title>Studien - weniger direkt, aber mehr Pharma-Einfluss</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-weniger-direkt-aber-mehr-pharma-einfluss/</link><description><![CDATA[
<p></p><p>Alle paar Jahre setzen sich Forscher hin und ziehen Bilanz: Was für Studien sind in den letzten Jahren gelaufen? Wie liefen sie ab, wie lange dauerten sie, welche Folgen hatten sie - und: wer hat sie bezahlt? Europäische Forscher haben dazu zum wiederholten Male randomisiert kontrollierte Studien verglichen – also jene, in denen die Patienten nach dem Zufallsprinzip einer Gruppe zugeordnet und die Ergebnisse mehrerer (meist zweier) Gruppen verglichen werden. Diesmal ging es um Studien aus den Jahren 2001 bis 2006. Die Vorgänger-Version hatte sich mit Studien aus den Jahren 1997 bis 2000 befasst.</p><p></p><h2>Das Ergebnis</h2><p></p><ul><li>Im jüngeren Zeitraum gab es 140 solcher randomisiert kontrollierten Studien - deutlich weniger als zuvor, wo es 249 waren, obwohl "damals" zwei Jahre weniger einbezogen waren.</li><li>Der Anteil plazebokontrollierter Studien hat sich erhöht - von 44,6 auf fast 70 Prozent.</li><li>Eine Studie dauert im Durchschnitt 12 Wochen - vorher waren es 7 Wochen.</li><li>Der <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr> wurde als Kriterium jetzt deutlich öfter verwendet - nämlich in 57,7 Prozent der Studien. Vorher waren es 30,6 Prozent.</li><li>Die Lebensqualität zählte als Krterium nun auch deutlich öfter - 7,7 Prozent der Studien gingen darauf ein. Von den früheren Studien taten das nur 0,4 Prozent.</li><li>Der Anteil der von Pharmafirmen unterstützten Studien ist dann auch deutlich gestiegen - von 61 auf 73,7 Prozent der Studien.</li></ul><p></p><p>Die Forscher ziehen ein Fazit: "Obwohl es neue Behandlungsoptionen gibt, ist die Zahl der direkten Vergleichsstudien zurückgegangen", schreiben sie. "Die meisten Versuche zielen auf einen kurzfristigen Effekt ab - was vielleicht den verstärkten Einfluss des Sponsorings aus der Industrie auf die Forschungsthemen widerspiegelt."</p><p></p><p>Quelle: <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19785620/" rel="external">Comparators, study duration, outcome measures and sponsorship in therapeutic trials of psoriasis: update of the Eden Psoriasis Survey 2001-2006</a>", in: British journal of dermatology, Februar 2010</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">438</guid><pubDate>Sun, 25 Jul 2010 16:11:18 +0000</pubDate></item><item><title>Herpes-Virus ist bei Psoriatikern h&#xE4;ufiger da</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/herpes-virus-ist-bei-psoriatikern-haeufiger-da/</link><description><![CDATA[
<p>
	40 Menschen mit <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> und 40 gleichaltrige Freiwillige ohne Hautkrankheit wurden unter die Lupe genommen. "Dieses Virus könnte eine Rolle bei der Psoriasis spielen" schlussfolgert Dr. Samar Samoud vom Farhat Hached Hospital in Sousse (Tunesien) auf einem Poster, das er bei der internationalen Dermatologen-Tagung in Prag Ende Mai 2009 vorstellte.
</p>

<p>
	Von 40 Menschen mit Schuppenflechte hatten 22 den Herpes-Virus. Von 40 Menschen ohne eine Hautkrankheit hatten nur fünf den Herpes-Virus.
</p>

<p>
	Mehrere Viren werden bereits heute als <span ipsnoautolink="true">Auslöser</span> oder "Verschlimmerer" mit einer Schuppenflechte in Verbindung gebracht. Das HHV-8-Virus spielt auch bei anderen Krankheiten eine Rolle - beispielsweise beim B-Zell-Lymphom oder dem Kaposi-Sarkom.Dr. Samoud jedenfalls meint, dass weiter geforscht werden muss, um den Zusammenhang genau zu verstehen.<em>c</em>
</p>

<p>
	Quelle<span style="font-size:8pt;">: </span><a href="https://www.medpagetoday.org/meetingcoverage/icd/14470" rel="external nofollow"><span>medpage today</span></a>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">386</guid><pubDate>Sun, 07 Jun 2009 15:05:00 +0000</pubDate></item><item><title>Neues und Bew&#xE4;hrtes zur Psoriasis im Jahr 2009</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/ddg-tagung-2009/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_12/dresden-skyline.jpg.b43844c83385e4240a546ff6b92c3565.jpg" /></p>
<p>
	Die Mitglieder der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft treffen sich alle zwei Jahre, um sich fachlich auf den neuesten Stand zu bringen. Auf der Tagung im Jahr 2009 in Dresden diskutierten die Hautärzte viel darüber, wie man eine schwere <span ipsnoautolink="true">Psoriasis</span> durch innerlich wirkende Medikamente erfolgreich behandeln könne.
</p>

<p>
	Die ausgeprägte Psoriasis ist verantwortlich für viele, ebenfalls ernsthafte Begleiterkrankungen. Die führen dazu, dass die Lebenserwartung schwer erkrankter Psoriatiker deutlich kürzer sein kann als die von Gesunden. Einige Pharmafirmen kündigten neue, innerlich wirkende Medikamente an.
</p>

<p>
	Ausführlich wurde erklärt, weshalb nicht mehr mit <span ipsnoautolink="true">Raptiva</span> behandelt wird und worin sich dieses Biologikum von den anderen unterschieden hat.
</p>

<p>
	Psoriasis ist nur eine von vielen Hautkrankheiten, über die auf der 45. DDG-Tagung gesprochen wurde. Dennoch „boomt“ das wissenschaftliche Interesse gerade an dieser Krankheit: Es werden immer kompliziertere Auslösemechanismen entdeckt. Das soll nicht nur zu neuen Arzneien führen, sondern auch dazu, vorsorglich „Risikogrößen“ messen zu können. Wenn dann frühzeitig behandelt wird, kann man verhindern, dass eine Psoriasis oder eine Begleiterkrankung zu heftig ausbricht. Statistisch wird erhoben, wie viele Patienten welche Psoriasis haben und wie sie behandelt wird. Es wird immer genauer erfasst, wie schwer der Einzelne von seiner Krankheit betroffen ist: Neben Messgrößen wie den <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> erheben moderne Hautärzte den <span ipsnoautolink="true">Body Surface Area</span> (body surface area – Befall der Körperoberfläche) und vor allem den DLQI (dermatologischer Lebensqualitäts-Index).
</p>

<h2>
	Psoriasis kann eine schwere Krankheit sein
</h2>

<p>
	Professor Martin Röcken (Tübingen) verwies darauf, dass die Psoriasis keine Hautkrankheit an sich sei, sondern die Ausprägung einer umfassenden (auto-inflammatorischen) Entzündungskrankheit. Andere Symptome davon seien Psoriasis arthritis (an Gelenken, Sehnen und Weichteilen) sowie Psoriasis an Nägeln, Händen und Füßen. Professor Ulrich Mrowietz (Kiel) bezeichnete die Krankheit als „sich selbst aufschaukelnde Entzündungsstörung“.
</p>

<p>
	Eine mittelschwere, vor allem aber eine schwere Psoriasis ist allgemein als „schwere Krankheit“ einzuordnen. Die Patienten sind extrem belastet:
</p>

<ul>
	<li>
		durch die Krankheit selbst
	</li>
	<li>
		durch zahlreiche Begleiterkrankungen
	</li>
	<li>
		durch psychische Einflüsse (vor allem Depressionen)
	</li>
	<li>
		durch den Verlust an gesunden Lebensjahren durch den schlechten Gesundheitszustand
	</li>
	<li>
		durch höhere private und gesellschaftliche Kosten (Therapien, Reha + Kur, Selbstbehandlung u. -pflege, Arbeitsausfall)
	</li>
	<li>
		durch den Verlust an Lebensjahren durch vorzeitigen Tod
	</li>
</ul>

<p>
	Wirklich schwer betroffen sind in Deutschland hinsichtlich ihrer Haut (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>&gt;20) 11,6 Prozent und in Bezug auf ihre Lebensqualität (DLQI &gt;10) 27,8 Prozent der Psoriatiker („Health Services Research in Psoriasis – The German Approach“; Augustin, Reich, Reusch et al. in: “Dermatology” 4/2009).
</p>

<p>
	Die schwere Psoriasis ist nur die „Spitze des Eisbergs“, so Professor Wolf-Henning Boehncke (Frankfurt). Die bekanntesten Begleiterkrankungen sind
</p>

<ul>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span>
	</li>
	<li>
		Morbus Crohn
	</li>
	<li>
		Herz-/ Kreislauf- und Gefäß-Erkrankungen
	</li>
	<li>
		Fettleibigkeit
	</li>
	<li>
		Diabetes und
	</li>
	<li>
		Bluthochdruck.
	</li>
</ul>

<p>
	Inzwischen zählen auch chronische Lungenentzündungen, Osteoporose (Männer), Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom, Lymphom) und vor allem Depressionen dazu. Männer mit schwerer Psoriasis sterben durchschnittlich 3,5 Jahre, Frauen 4,4 Jahre früher, als Patienten ohne Psoriasis. „Niemand stirbt an seinen Schuppen“ (Röcken), sondern vor allem am Herzinfarkt. Das Risiko dafür ist bei schwerer Psoriasis dreimal höher als bei Gesunden, vor allem bei jüngeren Patienten. Fettleibigkeit nährt die Psoriasis: Entzündungsprozesse verändern Fettzellen, die wiederum neue Entzündungen verursachen.
</p>

<h2>
	Frühzeitig erkennen – Krankheiten abschwächen
</h2>

<p>
	Im Auftrag der US-Patientenorganisation National Psoriasis Foundation (NPF) hat Dr. Alexa Boehr-Kimball untersucht, wie man frühzeitig verhindern könnte, dass sich bei Psoriatikern weitere Krankheiten entwickeln. Sie kam zu dem Ergebnis, dass sie sich auf „Risikoparameter“ untersuchen lassen, Vorsorge-Möglichkeiten wahrnehmen und sich für eine gesunde Lebensweise entscheiden sollten (nicht Rauchen, Alkoholtrinken oder Fleischessen)
</p>

<p>
	Dazu gehört es, regelmäßig die Messungen von Blutdruck, Body-Mass-Index, Taillenumfang, Puls, Cholesterin, Glukose, Blutfette und Blutzucker auszuwerten. Eine mögliche Psoriasis Arthritis sollte durch Fragen nach dem Gelenkstatus einschließlich der Frage nach Morgensteifigkeit frühzeitig erkannt werden. Am schwierigsten ist es, angehende Depressionen zu erkennen. Aber auch das sollte versucht werden zu erfragen.
</p>

<h2>
	Schlucken, spritzen oder einführen – die systemischen Therapien
</h2>

<p>
	Bei (mittelschwerer und) schwerer Psoriasis hilft eine äußerliche Therapie nicht mehr. Der Patient muss Wirkstoffe innerlich aufnehmen. Als konventionelle Mittel stehen dafür in Deutschland die so genannten Non-Biologics - also <span ipsnoautolink="true">Fumaderm</span>, <span ipsnoautolink="true">Methotrexat</span> (<abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>) und <span ipsnoautolink="true">Ciclosporin</span> - zur Verfügung. Das Retinoid Neotigason wurde auf der Tagung kaum noch als Behandlungsmöglichkeit erwähnt. Nur, wenn diese konventionellen Mittel nicht anschlagen oder nicht vertragen werden, dürfen Biologika verschrieben werden.
</p>

<h2>
	Konventionelle Medikamente
</h2>

<p>
	„Non-Biologics“ werden schon sehr lange angewendet. Der erfahrene Arzt weiß, worauf er bei ihnen achten muss. Während Nebenwirkungen bei Fumaderm relativ harmlos sind, können sie bei <span ipsnoautolink="true"><abbr title="Methotrexat">MTX</abbr></span> und Ciclosporin doch sehr erheblich sein. Ciclosporin ist grundsätzlich nur ein „Kurz-Intervall-Medikament“ für den schnellen Erfolg. Fumaderm dagegen wird inzwischen als Dauertherapie gegeben.
</p>

<p>
	<abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> ist das weltweit am häufigsten verschriebene innere Mittel zur Behandlung der <span ipsnoautolink="true">Psoriasis vulgaris</span>. Ob das medizinisch gerechtfertigt ist, daran scheiden sich die Geister: Einige Ärzte halten es für ein sehr effektives Mittel, das über Jahrzehnte gegeben werden könne. Kombiniert mit Ciclosporin, könne der <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> um 80 Prozent gesenkt werden. Andere dagegen halten <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> bei der Plaque-Psoriasis für ungeeignet. Generell gäbe es viele Patientengruppen, für die <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> nicht in Frage käme (z.B. mit Kinderwunsch), es wirke überhaupt nur bei 30 Prozent und davon steige ein Drittel wegen der Nebenwirkungen wieder aus. Strittig blieb auch, ob zusätzlich zu <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> die gleiche Menge Folsäure oder Folinsäure gegeben werden sollte.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<p>
	In Deutschland bekommen 50 Prozent derjenigen, die innerlich behandelt werden, Fumaderm. Es wirkt besser als <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>. Fumaderm reagiert nicht mit anderen Medikamenten. Deshalb ist es gut geeignet für diejenigen, die wegen Begleiterkrankungen viele Medikamente nehmen müssen. Weil es nicht das Immunsystem herunterfährt („Immunsuppressivum“), wird der Patient nicht anfällig für Infekte und bösartige Tumore. Aber 25 Prozent der Patienten brechen die Therapie wegen Magen- / Darmprobleme ab, weitere wegen der Verringerung der Lymphozyten- oder der Leukozytenzahl. Das verbesserte Präparat <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/panaclar" rel="">Panaclar</a> soll erst in einigen Jahren auf den Markt kommen. Zurzeit laufen damit noch Studien zur Behandlung der multiplen Sklerose. (<em>Update 2019: Panaclar kam nie auf den Markt.</em>)
</p>

<p>
	Wenn eine schwere Psoriasis wieder aufflammt („Rebound“), kann Ciclosporin schnell und intensiv wirken. So werden Patienten, bei denen Raptiva abgesetzt wurde, in den ersten sechs bis zwölf Wochen damit behandelt. Während manche Ärzte meinen, Ciclosporin lasse sich vom erfahrenen Arzt gut steuern, halten andere die Therapie damit für „schwer“. Das liegt vor allem an den möglichen Nebenwirkungen und der starken Reaktion mit anderen Medikamenten. Patienten sollten sich vorher nicht mit UV-Licht bestrahlt haben. Dagegen können Kinder und Jugendliche mit atopischem Ekzem (Neurodermitis) mit Ciclosporin behandelt werden, weil sie es besser vertragen als Erwachsene. Zurzeit wird ein Ciclosporin-Analogika entwickelt („Voclosporin“), das die Nieren weniger belasten und den Blutdruck sinken lassen soll.
</p>

<h2>
	Biologikum ist nicht gleich Biologikum
</h2>

<p>
	Überschattet war die Diskussion von der Tatsache, dass für <a href="https://www.psoriasis-netz.de/medikamente/tabletten-spritzen/raptiva-efalizumab.html" rel="">Raptiva</a> überraschend die Zulassung ausgesetzt wurde. Drei Raptiva-Patienten hatten sich mit dem JC-Virus infiziert und sind an PML (progressiver multifokaler Leukenzephalopathie) gestorben. Das ist eine Erkrankung des Zentralen Nervensystems. Die Zulassungsbehörde (EMEA) hat das als ausschließendes Risiko eingeordnet, weil 80 Prozent der Bevölkerung die Veranlagung zu <span ipsnoautolink="true">PML</span> in sich tragen. Schon 2005 wurde der Wirkstoff Natalizumab aus gleichem Grund nach nur drei Monaten wieder vom Markt genommen. Professor Jörg Prinz verwies darauf, dass „Natalizumab das gleiche hohes PML-Risiko habe. Trotzdem ist es zur Behandlung der multiplen Sklerose weiter zugelassen. Es würde sonst bei dieser Krankheit keine Möglichkeit mehr geben, schwere Fälle zu behandeln.“
</p>

<p>
	Raptiva wirkt im Körper anders als Enbrel, Humira und Remicade: Es fängt die TNF Alpha ab, bevor sie sich festsetzen können. Die drei „TNF Alpha Antagonisten“ dagegen blockieren die Rezeptoren, damit sich die TNF Alpha nicht festsetzen kann. Raptiva war nur für die Psoriasis zugelassen, die anderen wirkten auch auf die Psoriasis Arthritis. Den weltweit 46.000 Rapitva-Patienten standen über zwei Millionen gegenüber, die mit den anderen drei Biologika behandelt wurden.
</p>

<p>
	Die TNF-Alpha-Antagonisten werden schon seit rund 15 Jahren bei der Rheumatischen Arthritis eingesetzt. Die Ärzte haben also sehr viel mehr Erfahrungen damit, als mit Raptiva. Professor Mrowietz verwies darauf, dass es bei den Psoriasis-Biologics zwar jeweils drei PML-Verdachtsfälle bei Enbrel und Remicade gibt und keinen bei Humira. Aber keiner dieser Fälle sei gesichert.
</p>

<p>
	Raptiva-Patienten mussten ihre Therapie abbrechen. Bei zwei Prozent von ihnen verschlechterte sich die Psoriasis deutlich. Einige bekamen neurologische Störungen (Verhaltensänderungen, Gesichtsfeld-Einschränkungen, epileptische Anfälle, erhöhte Demenz). Erst nach einer „Washout“-Phase von zwölf Wochen darf auf ein anderes Biologikum gewechselt werden. Bis dahin werden meist mehr Cremes plus Bestrahlung oder Ciclosporin gegeben. Im Zweifelsfall sei ein Schädel-MRT beim Neurologen angeraten. Wenn - wie bei den meisten Patienten - keine Anzeichen neurologischer Art auftreten, sollte der Patient nach Aussage von Dr. Jan C. Simon aus Leipzig sechs und nach zwölf Wochen nach dem Absetzen von Raptiva vom Arzt untersucht werden.
</p>

<p>
	Niemand will auf die Biologika verzichten, weil sie bei Patienten wirken, denen sonst nicht mehr geholfen werden kann. Ärzte wie Biologikum-Patienten müssen aber äußerst wachsam sein. Eine Infektion wird meist nicht gleich bemerkt, weil typische Anzeichen wie Fieber ausbleiben. Außerdem gäbe es bei der Psoriasis keine Medikamentengruppe, für die so viele verlässliche Kontrolldaten vorliegen wie für die Biologika.
</p>

<h2>
	Konkurrenz belebt das Geschäft
</h2>

<p>
	Im Vordergrund der Präsentationen standen die Biologika, vor allem das neu auf den Markt gebrachte Stelara. Das muss sich der Patient nur alle zwölf Wochen spritzen. Enbrel-Hersteller Wyeth verwies darauf, dass es als bisher einziges Biologikum für Kinder und Jugendliche zugelassen sei und damit besonders sicher sein müsse. Jeder Anbieter pries offiziell sein Präparat als das beste an und berichtete im Einzelgespräch, welche Daten die Konkurrenten verschwiegen hätten. Im Endeffekt wird der Arzt bei jedem Patienten entscheiden, welches der Biologika zu ihm passen könnte. Für den Herbst 2009 ist von essex-pharma das Biologikum <span ipsnoautolink="true">Simponi</span> angekündigt worden. Auch ein Äquivalent zu Stelara steht in den Startlöchern: Unter dem Kunstnamen ABT874 ist ein Wirkstoff in Prüfung, der sich wie Stelara gegen Interleukin 12 und 23 richtet. In einer Studie erreichten 77 Prozent der Patienten einen <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 90. Das bedeutet, dass sich ihre Psoriasis um 90 Prozent bessserte. Das sind enorme Zahlen, die die Messlatte hoch legen, wenn sie sich als dauerhaft und das Medikament als sicher erweisen.
</p>

<p>
	Für alle Zögerlichen wurde vom Berufsverband-Vertreter Klaus Strömer noch einmal deutlich darauf hingewiesen, dass bisher kein einziger Dermatologe zur Kasse gebeten wurde („Regress“), wenn er „indikationsgerecht“ Biologika verschrieben hat. Als „Praxisbesonderheiten“ muss der Therapiehintergrund dokumentiert werden - aber nicht unnötig aufwändig.
</p>

<p>
	<span ipsnoautolink="true">Professor Kristian Reich</span> (Hamburg) empfiehlt übrigens, dass Patienten, die über lange Zeit Biologika bekommen, zweimal im Jahr zum Haukrebs-Screening gehen.
</p>

<h2>
	Interessante einzelne Aussagen
</h2>

<p>
	Als die „erfolgreichste Einführung eines systemischen Medikaments in der Dermatologie“ stellte Professor Thomas Ruzicka (München) Toctino vor. Das ist ein Retinoid für Patienten mit chronischem Handekzem, die nicht auf Kortison ansprechen. Es wurde an anderer Stelle darüber diskutiert, ob dieses Medikament nicht ebenfalls bei Psoriasis an Händen und Füßen helfen müsste – außerhalb der Zulassung („off-label-use“). Der enthaltene Wirkstoff Alitretinoin ist ein Retinoid. Bei dieser Wirkstoffgruppe müssen Frauen allerstrengste Verhütungsmaßnahmen ergreifen, weil sonst Missbildungen oder Fehlgeburten möglich sind. Ein weiteres Retinoid mit dem Wirkstoff Liarozol könnte eines Tages ebenfalls bei der Psoriasis zum Einsatz kommen.
</p>

<p>
	Professor Mrowietz wies darauf hin, dass auch die nicht betroffene Haut des Psoriatikers empfindlicher sei, als die von Haut-Gesunden. Trotzdem sei der Köbner-Effekt nur bei einem Drittel der Patienten auslösbar. Köbner hatte herausgefunden, dass eine Psoriasis dort auftreten kann, wo man die Haut mechanisch provoziert wird.
</p>

<p>
	Professor Reich wies darauf hin, dass das Risiko für Hautkrebs ansteigt, wenn ein Patient viele <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/behandlung/lichttherapie" rel="">PUVA-Therapie</a> erhalten habe (z.B. kumulative Dosis von 1000 J/cm²) und danach mit <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> und besondern Ciclosporin behandelt wird. Professor Michael Sticherling verwies darauf, dass die Schuppenflechte bei zwei Drittel der Patienten eine Erkrankung ist, die kontinuierlich, ohne vollständige Abheilung verläuft, während ein Drittel immer wieder erscheinungsfreie Pausen zwischen den Schüben bzw. einem einzelnen Schub haben.
</p>

<p>
	<span style="font-style:italic;">Rolf Blaga / Claudia Liebram</span>
</p>

<div>
	<h2>
		Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">383</guid><pubDate>Thu, 21 May 2009 13:42:00 +0000</pubDate></item><item><title>Online-Communitys k&#xF6;nnen Psoriasis-Patienten helfen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/communities-helfen/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2009_01/onlinecommunitybig.jpg.2dd8418b2067b94fb2e449f68b063254.jpg" /></p>

<p>
	<strong>Online-Communities helfen Psoriasis-Patienten in zweierlei Hinsicht: Sie bieten eine wertvolle Quelle für Informationen und bieten psychologische und soziale Unterstützung, mit der Krankheit klarzukommen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von US-Forschern. Die hatten sich fünf englischsprachige Communities in den USA, Großbritannien und den Philippinen für eine Befragung der Nutzer ausgesucht.</strong>
</p>

<h2>
	Die Teilnehmer
</h2>

<ul>
	<li>
		Die Antwortenden waren im Durchschnitt 40 Jahre alt, mussten aber ohnehin über 18 sein.
	</li>
	<li>
		Die meisten Antwortenden, nämlich 60 Prozent, waren weiblich, obwohl das Internet sonst mehrheitlich von Männern genutzt wird. Die nutzen es aber mehr für Informationen, während Frauen im Web mehr den Austausch mit anderen suchen.
	</li>
	<li>
		44 Prozent waren verheiratet.
	</li>
	<li>
		74 Prozent hatten eine mittelschwere bis schwere Schuppenflechte.
	</li>
	<li>
		Der Lebensqualitäts-Index war durchschnittlich 9 - auf einer Skala von 3 bis 17.
	</li>
</ul>

<h2>
	Was ist eine Online-Community?
</h2>

<p>
	Für den Begriff lässt sich schwer eine deutsche Bezeichnung finden. Es ist eine Gemeinschaft von Menschen mit dem gleichen Problem – hier mit der <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span>. Sie tauschen sich in besagter Community über die Krankheit aus - mancher in Erfahrungsberichten, mancher in einem Foto, mancher in einem Tagebuch. Andere antworten, und es entsteht ein "Gespräch" durchaus auch mit anderen Meinungen, mit Auseinandersetzungen oder auch einfach nur mit einem "Ja, genau so geht es mir auch".
</p>

<h2>
	Was geschieht in den Online-Communitys?
</h2>

<p>
	Die Teilnehmer schreiben oder antworten auf Nachrichten oder suchen Informationen. Dabei fragen die Nutzer ein wenig mehr als sie Hilfe anbieten. Fast ein Drittel nutzt die Communities für soziale Aktivitäten und für Chats. Viele lesen auch nur mit.
</p>

<h2>
	Wie gingen die Forscher vor?
</h2>

<p>
	Die Daten wurden mittels einer Umfrage mit 29 Fragen erhoben. Erfragt wurden auch die Erfahrung mit Online-Communities allgemein, die Gesamtzeit und die Häufigkeit der Nutzung. In den konkreten Fragen zur Psoriasis ging es darum, wie sich die Krankheit selbst, der Schweregrad und die Lebensqualität verändert haben.
</p>

<p>
	Die Teilnehmer erhielten kein Geld.
</p>

<p>
	Gefragt wurden Nutzer dieser Communities:
</p>

<ul>
	<li>
		National Psoriasis Foundation
	</li>
	<li>
		<a href="http://www.psoriasis-help.co.uk/" rel="external nofollow">Psoriasis Help Organization</a>
	</li>
	<li>
		Psoriasis Google Group
	</li>
	<li>
		MSN Psoriasis Group
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psorphil.org/" rel="external nofollow">Psoriasis Philippines Online Community</a>
	</li>
</ul>

<p>
	Alle diese Seiten haben eine Administrator - einen Betreiber, eine Art Hausmeister -, doch die Diskussionen sind nicht von medizinischen Fachleuten moderiert.
</p>

<h2>
	Ergebnisse
</h2>

<p>
	260 Antworten gingen ein.
</p>

<p>
	Die Antwortenden schätzen an ihrer Online-Community:
</p>

<ul>
	<li>
		Verfügbarkeit von Informationen
	</li>
	<li>
		Nutzen und Komfort
	</li>
	<li>
		Zugang zu guten Tipps
	</li>
	<li>
		Wegfall von peinlichen Situationen
	</li>
	<li>
		Anonymität
	</li>
	<li>
		Steigerung des Gefühls, die Kontrolle über die Schuppenflechte zu haben.
	</li>
</ul>

<p>
	Seit dem Eintritt in die Online-Community schätzen viele, dass sie jemanden zum Austausch von Informationen haben, jemanden, der "zuhört" und der bei persönlichen Belangen hilft.
</p>

<p>
	Die Hälfte der Antwortenden schätzte ein, dass sich durch die Teilnahme an der Online-Community ihre Lebensqualität verbessert hat.
</p>

<p>
	41 Prozent bemerkten Verbesserungen des Schweregrades ihrer Psoriasis, seitdem sie an der Online-Community teilnehmen.
</p>

<p>
	Diejenigen, die aktiver in einer Online-Community sind, waren nicht nur jünger, sondern berichteten auch öfter von einer Verbesserung ihrer Lebensqualität.
</p>

<p>
	Ein weiteres Phänomen erwähnen die Forscher: Normalerweise haben die meisten Menschen mit Psoriasis eine milde Form der Schuppenflechte. Nur ein Viertel hat eine mittelschwere oder schwere Ausprägung der Krankheit. Bei den Online-Nutzern in dieser Studie aber hatten die meisten Antwortenden eine mittelschwere Schuppenflechte . Die Hälfte gar hat eine mittelschwere bis schwere Schuppenflechte. Beim Lesen in einer Community sollte sich also jeder klar darüber sein, dass die Mitglieder einer Online-Community schwerer von ihrer Krankheit betroffen sind. Sie suchen intensivere soziale Unterstützung als Patienten mit einer leichteren Schuppenflechte.
</p>

<p>
	Die Teilnehmer wurden befragt, welche Quelle für sie bei der Bewältigung der Krankheit wichtig oder nützlich ist. Für 86,5 Prozent war es das Internet, gefolgt von 52 Prozent, für die der Arzt und 41 Prozent für die Familie. Freunde und traditionelle Selbsthilfegruppen reihten sich danach ein.
</p>

<h2>
	Das Fazit der Forscher
</h2>

<p>
	Dermatologen sollten die Ergebnisse bei der Behandlung ihrer Patienten berücksichtigen und die Online-Communites wirksam einsetzen.
</p>

<p>
	Über das Denken und Fühlen zu schreiben, kann eine Depression oder auch die (vermeintliche) Einsamkeit lindern. Alles in allem führt das zu einem besseren psychologischen und physischen Zustand.
</p>

<p>
	"Online-Communities fehlt vielleicht der direkte Kontakt und die Intensität von Gruppentreffen im echten Leben", schreiben die Forscher - und meinen damit vermutlich Selbsthilfegruppen. "Aber die Online-Communities erlauben es ihren Mitgliedern, Information zum Zeitpunkt und am Ort ihrer Wahl abzurufen." Die Nutzer fühlen sich anonym und nicht vorverurteilt.
</p>

<p>
	Die Forscher haben die Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Archives of Dermatology" (Januar 2009) veröffentlicht. <em>c</em>
</p>

<p>
	Quelle:
</p>

<p>
	"The Role of Online Support Communities" - Beneftis of Expanded Social Networks to Patient With Psoriasis; in: Arhives of Dermatology, 1/2009
</p>

<h2>
	Die Community im Psoriasis-Netz
</h2>

<p>
	Unsere Online-Community bietet ein Forum, einen Chat, Fotos, Blogs und noch einiges mehr. Vielleicht hilft sie ja auch dir? » <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/" rel="">Mal sehen!</a>
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">58</guid><pubDate>Sun, 18 Jan 2009 02:15:00 +0000</pubDate></item><item><title>Psoriatiker haben mehr vom Hormon Leptin im Blut</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/psoriasis-und-leptin/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_12/waage.jpg.bfd655735200db071e839112d02620c6.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Menschen mit Schuppenflechte haben mehr Leptin im Blut als andere. Das haben Forscher in einer Studie herausgefunden. Einmal mehr kommen Wissenschaftler zum Schluss: Schon das <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/ernaehrung/abnehmen-verbessert-psoriasis-und-psoriasis-arthritis/" rel="">Abnehmen</a> kann eine <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> bessern.</strong>
</p>

<p>
	Leptin ist ein Hormon. Es überträgt eigentlich ein Sättigungs- oder eben ein Hungersignal und spielt überhaupt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Fettstoffwechsels von Menschen. Leptin beeinflusst aber auch eine Erhöhung des Blutdrucks und der Herzfrequenz.
</p>

<p>
	"Zusammenhänge zwischen Schuppenflechte, Fettsucht, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und dem metabolischen Syndrom sind bereits bekannt", so die Autoren. Der dahinter liegende Mechanismus sei komplex, klar aber sei: Die "Fettsucht der Psoriasis" scheint eine Verbindung zu Herzerkrankungen, zu Diabetes mellitus, Schlaganfall, Herzerkrankungen und Bluthochdruck und Herzinfarkt zu haben.
</p>

<h2>
	Mehr Leptin, mehr Adipositas
</h2>

<p>
	Die Forscher hatten die Werte von 77 Patienten mit und 81 ohne Schuppenflechte verglichen. Zwei Jahre lang sammelten sie die Daten und Blutwerte der Teilnehmen. Das Blut wurde daraufhin untersucht, wie viel Leptin darin enthalten war.
</p>

<p>
	Die Patienten mit Schuppenflechte waren öfter fettsüchtig, hatten öfter Bluthochdruck und entwickelten hohe Blutzuckerwerte. Hohe Leptin-Werte wurden öfter in Frauen mit Schuppenflechte gefunden, außerdem bei den übergewichtigen Patienten.
</p>

<p>
	"Alles in allem war die Psoriasis deutlich verbunden in unserer Studie mit einem hohen Leptin-Level", schreiben die Autoren. Zudem ist der hohe Leptin-Wert bei der Psoriasis verbunden mit einem erhöhten Risiko, ein metabolisches Syndrom zu entwickeln."
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<p>
	Der hohe Leptin-Wert kommt dabei nicht unbedingt nur vom Fettgewebe, sondern auch von der fortwährenden Entzündung, die Teil der Schuppenflechte ist. Und besagtes Leptin kann wiederum das Risiko steigern, übergewichtig zu werden, an einem metabolischen Syndrom oder eine Diabetes zu erkranken.
</p>

<p>
	"Eine Gewichtsreduktion führt zu einer deutlichen Verringerung des Leptin-Levels und erhöht die Insulin-Sensitivität", so die Forscher. Ihr Fazit: "Gewichtsreduktion kann künftig Teil einer generellen Behandlung der Psoriasis werden, besondern bei fettsüchtigen Patienten."
</p>

<h2>
	Hat Abnehmen deine Schuppenflechte gebessert?
</h2>

<p>
	Hat Abnehmen schon einmal deine Schuppenflechte verbessert oder zeigt die sich unbeeindruckt davon? Wie sind deine Erfahrungen? Diskutiere mit anderen Betroffenen <a href="https://www.psoriasis-netz.de/topic/8684-psoriatiker-haben-mehr-fettsucht-hormon-im-blut/" rel="">in unserem Forum</a>.
</p>

<h2>
	Tipps zum Weitergucken
</h2>

<h3>
	Schuppenflechte und Adipositas
</h3>

<p>
	Schuppenflechte und Adipositas beeinflussen sich in Teilen. Wie hängt das zusammen? Worauf sollte ich achten? Das hat Dr. Uwe Schwichtenberg vom Bundesverband der Deutschen Dermatologen in einem Online-Seminar erklärt. Das ist der Mitschnitt.
</p>

<div class="ipsEmbeddedVideo" contenteditable="false">
	<div>
		<iframe allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen="" frameborder="0" height="113" id="ips_uid_2425_7" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/gBwjVzmeIe4?feature=oembed" title="Schuppenflechte und Adipositas" width="200" loading="lazy"></iframe>
	</div>
</div>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		"<a href="https://jamanetwork.com/journals/jamadermatology/fullarticle/420237" rel="external" target="_blank">Psoriasis Independently Associated With Hyperleptinemia Contributing to Metabolic Syndrome</a>" in: "Archives of Dermatology" 12/2008; von Yi-Ju Chen (und Kollegen) vom Taihung Veterans General Hospital und der National Chung Hsing Universität
	</li>
	<li>
		<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leptin" rel="external" target="_blank">Wikipedia</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Leptin" rel="external nofollow" target="_blank">DocCheck Flexikon</a>
	</li>
</ul>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Magazin</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/ernaehrung/abnehmen-verbessert-psoriasis-und-psoriasis-arthritis/" rel="">Abnehmen mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis – aber wie?</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong style='box-sizing: border-box; font-weight: bolder; color: rgb(53, 60, 65); font-family: -apple-system, "system-ui", "Segoe UI", Roboto, Helvetica, Arial, sans-serif, "Apple Color Emoji", "Segoe UI Emoji", "Segoe UI Symbol"; font-size: 16.1px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: left; text-indent: 0px; text-transform: none; widows: 2; word-spacing: 0px; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; background-color: rgb(255, 255, 255); text-decoration-thickness: initial; text-decoration-style: initial; text-decoration-color: initial;'>Übersicht</strong><span style='color: rgb(53, 60, 65); font-family: -apple-system, "system-ui", "Segoe UI", Roboto, Helvetica, Arial, sans-serif, "Apple Color Emoji", "Segoe UI Emoji", "Segoe UI Symbol"; font-size: 16.1px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: left; text-indent: 0px; text-transform: none; widows: 2; word-spacing: 0px; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; background-color: rgb(255, 255, 255); text-decoration-thickness: initial; text-decoration-style: initial; text-decoration-color: initial; display: inline !important; float: none;'>:<span> </span></span><a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/ernaehrung/ernaehrungs-docs-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="" style='box-sizing: border-box; color: rgb( var(--theme-link_hover) ); text-decoration: underline; background-color: rgb(255, 255, 255); outline: 0px !important; font-family: -apple-system, "system-ui", "Segoe UI", Roboto, Helvetica, Arial, sans-serif, "Apple Color Emoji", "Segoe UI Emoji", "Segoe UI Symbol"; font-size: 16.1px; font-style: normal; font-variant-ligatures: normal; font-variant-caps: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: left; text-indent: 0px; text-transform: none; widows: 2; word-spacing: 0px; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal;'>Was die "Ernährungs-Docs" bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis raten</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">103</guid><pubDate>Wed, 31 Dec 2008 10:10:00 +0000</pubDate></item><item><title>Zunge raus bei Schuppenflechte</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/im-mund/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_12/zunge-raus.jpg.d669e76a242481411c05b5b2c90b4f18.jpg" /></p>
<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19375" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2008_12/landkartenzunge.jpg.055787faec20dfa604bbe1fb0e3614a9.jpg" rel="" style="float: left;"><img alt="Landkartenzunge" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19375" style="height: auto; width: 300px;" width="502" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2008_12/landkartenzunge.jpg.055787faec20dfa604bbe1fb0e3614a9.jpg" loading="lazy" height="476.9"></a>
</div>

<div>
	<strong>Menschen mit einer <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> haben eine erhöhte Neigung zu Entzündungen oder anderen Veränderungen im Mund. Das hat eine Studie gezeigt.</strong>
</div>

<p>
	"Die Existenz von Veränderungen an der Mundschleimhaut bei Psoriasis-Patienten ist umstritten", sagt Francisco Hernández-Pérez von der Universität in Xochimilco (Mexiko). Es sei nicht klar, ob die Entzündungen eine Erscheinungsform der Schuppenflechte sei oder nur zufällig auch da oder eine Folge der Schuppenflechte an anderen Körperstellen.
</p>

<p>
	Das Team um Francisco Hernández-Pérez hatte 207 Patienten untersucht - solche mit und solche ohne Schuppenflechte. Das Ergebnis: 67,5 Prozent der Psoriasis-Patienten hatten Stellen oder Wunden im Mund. Bei den Probanden ohne Schuppenflechte waren das nur 49,6 Prozent.
</p>

<p>
	Meist war es eine sogenannte <strong>Faltenzunge</strong> (Lingua scrotalis; Foto weiter unten). Auch eine sogenannte <strong>Landkartenzunge</strong> (Lingua geographica; Foto weiter oben) war deutlich öfter zu sehen.
</p>

<p>
	Bei der Faltenzunge hat man auf der Zunge mehr oder minder tiefe Furchen. Bei der Landkartenzunge wird an einigen Stellen die Schleimhaut abgestoßen. Um das deutlich zu sagen: Dies gilt als eine gutartige Veränderung.
</p>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19374" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2008_12/faltenzunge.jpg.de67b949d09e9a5cca6b59f4bf1309e0.jpg" rel="" style="float: left;"><img alt="Faltenzunge" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19374" style="height: auto; width: 300px;" width="300" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2008_12/faltenzunge.jpg.de67b949d09e9a5cca6b59f4bf1309e0.jpg" loading="lazy" height="237"></a><strong>Eine Faltenzunge</strong>
</div>

<p>
	Bei den untersuchten Patienten war es gleich, ob der Patient mehr Alkohol trinkt. Raucher indes haben öfter Veränderungen im Mund.
</p>

<p>
	Alles in allem lautet das Fazit der Forscher: Psoriasis-Patienten haben dreieinhalb mal mehr eine Falten- oder Landkartenzunge als die ansonsten Gesunden.
</p>

<p>
	Den Grund freilich konnten die Forscher in der Studie nicht ausmachen. "Es ist möglich, dass Psoriasis-Patienten eine erhöhte Anfälligkeit für diese Art von Wunden haben", so die Forscher. <em>cl</em>
</p>

<div>
	<hr style="width:150px; margin:2em auto 1.9em; border:none; border-bottom:1px solid #000;">
</div>

<p>
	Du kannst über dieses Thema <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/8668-zunge-raus-bei-schuppenflechte/" rel="">in unserer Community diskutieren</a>, deine Erfahrungen hinterlassen oder Austausch suchen.
</p>

<p>
	<em>Quelle: "<a href="http://www.medicinaoral.com/medoralfree01/v13i11/medoralv13i11p703.pdf" rel="external nofollow">Prevalece of oral lesions in patients with psoriasis</a>", Zeitschrift "Medicina Oral, Patologia Oral y Cirugia Bucal", 13/2008</em>
</p>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">102</guid><pubDate>Sat, 27 Dec 2008 12:48:00 +0000</pubDate></item><item><title>Schwere Schuppenflechte geht mit erh&#xF6;hter Sterblichkeit einher</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/sterblichkeit/</link><description><![CDATA[<p>
	<strong>Eine schwere Schuppenflechte scheint ein erhöhtes Sterbe-Risiko mit sich zu bringen - verglichen mit Menschen ohne diese Hautkrankheit. Das schreiben Autoren im "Archives of Dermatology".</strong>
</p>

<p>
	Analysiert wurden die Daten von britischen Patienten, die zwischen 1987 und 2002 einen Allgemeinarzt aufgesucht hatten. 133.568 Patienten hatten eine milde Form der <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> – was soviel heißt wie: Die Diagnose war bekannt, die Patienten waren jedoch nie deswegen behandelt worden. 3.951 Patienten hatten eine schwere Schuppenflechte und erhielten Medikamente oder andere Therapien. Ihre Daten wurden jeweils verglichen mit fünfmal so vielen Menschen, die keine Psoriasis hatten und etwa um die selbe Zeit in der gleichen Arztpraxis behandelt wurden.
</p>

<p>
	Während des analysierten Zeitraums hatten die Menschen mit einer schweren Schuppenflechte ein um 50 Prozent erhöhtes Risiko zu sterben. In Zahlen ausgedrückt: 21,3 von 1.000 Menschen mit Schuppenflechte starben, während es bei den Nicht-Kranken 12 von 1.000 Menschenw aren. Die Patienten mit einer milden Schuppenflechte zeigten keinerlei Sterbe-Auffälligkeiten.
</p>

<p>
	Männer mit schwerer Schuppenflechte sterben der Studie nach 3,5 Jahre früher als jene ohne Psoriasis. Frauen mit Schuppenflechte gehen sogar 4,4 Jahre früher von uns.
</p>

<p>
	Joel M. Gelfand und seine Kollegen von der <i>Universität of Pennsylvania School of Medicine</i> in Philadelphia sagen: "Es sind weitere Studien nötig, um den Grund für die erhöhte Sterblichkeit bei Menschen mit schwerer Shuppenflechte zu ermitteln." Außerdem müsse herausgefunden werden, ob das Sterberisiko mit verschiedenen innerlichen Therapien zusammenhängt.
</p>

<h2>
	Keine Panik!
</h2>

<p>
	<b>B</b>Bitte brich jetzt nicht in Panik aus. "Schwere Schuppenflechte" meint wirklich eine objektiv <i>schwere</i> Schuppenflechte. Außerdem sagen die Forscher selbst, dass sie nach dem Grund für die Sterblichkeit dringend weiterforschen müssen. <i>cl</i>
</p>

<p>
	<b>Quelle:</b> Archives of Dermatology, Heft 12/2007
</p>

<p>
	<strong>Hinweis:</strong> Diese Studie wurde von der Firma Centocor und aus dem National-Institut für Arthritis, Muskel- und Hauterkrankungen bezuschusst. Die Firma Centocor hat Medikamente gegen Psoriasis in der Entwicklung.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">11</guid><pubDate>Mon, 17 Dec 2007 04:17:00 +0000</pubDate></item></channel></rss>
