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<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Medikamente bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/?d=33</link><description>Artikel: Medikamente bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis</description><language>de</language><item><title>Neue Psoriasis-Tablette: Icotrokinra in den USA zugelassen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/neue-psoriasis-tablette-icotrokinra-in-den-usa-zugelassen-r1407/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2026_03/frau-tablette-wasser-lesen.jpg.89b91bd7c4ccebd1e7cbdcf08e61c424.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Für Menschen mit mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte (Plaque-Psoriasis) gibt es eine neue Entwicklung: Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat am 18. März 2026 das Medikament Icotyde (Wirkstoff: Icotrokinra) zugelassen.</strong>
</p>

<p>
	Mit Icotyde steht in den USA nun eine Therapie zur Verfügung, die den Entzündungsbotenstoff IL-23 blockiert, aber nicht gespritzt werden muss. Es handelt sich um eine Tablette, die einmal täglich eingenommen wird. Die US-Zulassung gilt für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren (ab 40 kg Körpergewicht), für die eine innerliche Behandlung oder Lichttherapie in Frage kommt.
</p>

<h2>
	Wie funktioniert die neue Tablette?
</h2>

<p>
	Bei Psoriasis heizt der körpereigene Botenstoff Interleukin-23 (IL-23) die Entzündung der Haut an. Bisherige zielgerichtete Medikamente (Biologika), die dieses Signal unterbrechen, sind große Eiweißmoleküle. Sie müssen gespritzt werden, da die Magensäure sie sonst zerstören würde. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/icotrokinra-r591/" rel="">Icotrokinra</a> ist hingegen ein sehr kleines Eiweiß (Peptid), das die Magenpassage übersteht. Im Blutkreislauf blockiert es gezielt die Andockstellen für IL-23 auf den Immunzellen. Dadurch kann die Entzündungskette unterbrochen werden und die Haut sich beruhigen.
</p>

<h2>
	Die Einnahme im Alltag
</h2>

<p>
	Die Anwendung ist so vorgesehen:
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Einmal täglich morgens</strong>: Direkt nach dem Aufwachen auf nüchternen Magen.
	</li>
	<li>
		<strong>Mit Wasser</strong>: Eine Tablette mit einem Glas Wasser schlucken (oder bei Bedarf in Wasser auflösen).
	</li>
	<li>
		<strong>30 Minuten warten</strong>: Erst danach darf gefrühstückt werden.
	</li>
</ul>

<h2>
	Sicherheit und Nebenwirkungen
</h2>

<p>
	In den bisherigen Studien mit 2500 Patientinnen und Patienten traten als häufigste Nebenwirkungen Kopfschmerzen, Übelkeit, Husten, Pilzinfektionen und Müdigkeit auf.
</p>

<p>
	Weil Icotyde das Immunsystem dämpft, ist das Risiko für Infektionen leicht erhöht. Vor einer Behandlung wird ärztlich geprüft, ob versteckte Infektionen (wie Tuberkulose) oder Nierenprobleme vorliegen.
</p>

<p>
	Eine Impfung mit Lebendimpfstoffen sollte während der Therapie vermieden werden. Zur Einnahme in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es noch keine abschließenden Daten.
</p>

<h2>
	Wann kommt Icotrokinra nach Deutschland?
</h2>

<p>
	Der Zulassungsantrag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/tabletten-spritzen/icotrokinra-gegen-psoriasis-zulassung-in-europa-beantragt-r1373/" rel="">läuft seit September 2025</a>. Da das Prüfverfahren und die anschließende deutsche Preisverhandlung Zeit in Anspruch nehmen, ist mit einer regulären Verfügbarkeit auf Rezept in deutschen Hautarztpraxen voraussichtlich ab Ende 2026 zu rechnen.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1407</guid><pubDate>Wed, 18 Mar 2026 18:45:00 +0000</pubDate></item><item><title>Nachgefragt: Interleukin-23-Blocker und Osteoporose</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/nachgefragt-interleukin-23-blocker-und-osteoporose-r1314/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_09/gelenke-roentgenbild-arzt.jpg.9c690ffe7a2f15deeafee179b7f35c8f.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Bei unserem monatlichen <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/31925-knabberkram-schuppenflechte-%E2%80%93-der-video-stammtisch/" rel="">Psoriasis-Stammtisch</a> kam die Frage auf, ob Biologika wie Skyrizi, Tremfya oder Ilumetri Osteoporose verursachen oder verschlimmern können. Anlass war eine Studie, bei der die Knochen von Mäusen schlechter wuchsen, wenn sie keinen IL-23-Rezeptor hatten.</strong>
</p>

<h2>
	Das Wichtigste in Kürze
</h2>

<ul>
	<li>
		Weder bei Langzeiterhebungen noch im Psoriasis-Register "PsoBest" sind bisher Knochenerkrankungen als unerwünschte Arzneimittelwirkungen der IL-23-Blocker festgestellt worden.
	</li>
	<li>
		Experimentelle Auswirkungen auf Mäuse sind nicht 1:1 auf Menschen übertragbar. Nebenwirkungen bei Tierversuchen müssen nicht zwangsläufig bei Menschen auftreten.
	</li>
	<li>
		Chronische Entzündungen – wie bei der Psoriasis – fördern den Knochenabbau und können eine Osteoporose entwickeln: Deshalb sollte die Entzündungslast durch Medikamente gesenkt werden.
	</li>
	<li>
		Im Widerspruch zu der Mäusestudie wird aktuell eine Tablette getestet, die gezielt den IL-23-Rezeptor blockiert.<br>
		Damit soll die Psoriasis behandelt werden.  
	</li>
</ul>

<h2>
	Die Einzelheiten
</h2>

<h3>
	Eine irritierende Studie
</h3>

<p>
	Überwiegend niederländische Forschende haben im Mai 2021 das Ergebnis eines Experiments veröffentlicht: „<a href="https://www.nature.com/articles/s41598-021-89625-2" rel="external nofollow">Der Mangel an IL-23-Rezeptoren führt zu einer geringeren Knochenmasse durch indirekte Regulierung der Knochenbildung“</a>. Sie hatten Mäuse gezüchtet, die von Geburt an keinen Interleukin-23-Rezeptor hatten. Die Mäuse entwickelten eine geringere Knochenmasse, kürzere Oberschenkelknochen und brüchigere Knochen als „normale“ Vergleichs-Mäuse. Fazit der Forschenden: Ein IL-23R-Mangel verringere langfristig das Knochenwachstum.
</p>

<p>
	Daraus könnte man schlussfolgern: Wenn das IL-23 blockiert wird, erhält sein Rezeptor IL-23R kein Signal mehr. Damit könnte er funktionslos und wirkungslos werden – als ob es ihn nicht gäbe, wie bei den manipulierten Mäusen.
</p>

<h3>
	Was zur Studie zu sagen ist
</h3>

<p>
	Grundsätzlich gilt: Ergebnisse aus Experimenten im Reagenzglas („in vitro“) wie auch mit Tieren („in vivo“) <u>können</u>, <u>müssen aber nicht</u> auf den Menschen übertragbar sein. Risiken dabei verweisen auf mögliche Gefahren. Der Mensch ist aber deutlich komplizierter aufgebaut als die Zelle oder die Maus. Wie ein Arzneimittel bei ihm wirkt, zeigen letztendlich klinische Studien und die Alltagspraxis.
</p>

<p>
	Im konkreten Fall muss geprüft werden, ob sich die Blockade des Interleukin 23 <u>beim Menschen</u> im Immunsystem genauso auswirkt, wie <u>bei Mäusen</u>, die von Geburt aus keinen IL-23 Rezeptor haben. Die bisherigen Erfahrungen widersprechen aber dieser Annahme!
</p>

<p>
	Zum Beispiel, weil es gerade die Entzündungs-Botenstoffe sind, die einen Abbau der Knochendichte (Osteoporose) fördern. „Chronische Entzündungen, wie sie bei rheumatoider Arthritis, Psoriasis oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen vorkommen, aktivieren auch im Knochen Entzündungs-Signalwege. Und zwar auch dann, wenn diese Entzündungen nur leicht vor sich hindümpeln." (<a href="https://www.tagesspiegel.de/gesundheit/diese-prozesse-fordern-osteoporose-am-starksten-wovor-sie-ihre-knochen-unbedingt-schutzen-sollten-12185612.html" rel="external nofollow">Biotechnologin Martina Rauner)</a>. Dasselbe gilt für Entzündungs-Botenstoffe, die das innere Bauchfett freisetzt. Mit den neuen Psoriasis-Medikamenten wird auf unterschiedliche Weise verhindert, dass genau diese Entzündungssignale ausgelöst werden. Nach heutiger Kenntnis wird also dem Knochenabbau entgegengewirkt, wenn die Entzündungslast im Körper gesenkt wird.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<p>
	Das müsste auch für die Blockade des IL-23 durch Skyrizi, Tremfya oder Ilumetri gelten. Dafür spricht eine aktuell <a href="https://www.uksh.de/Service/Presse/Presseinformationen/2024/Zielgerichtete+Blockade+von+Entz%C3%BCndungsbotenstoff+erstmals+per+Tablette.html" rel="external nofollow">weltweit geplante Zulassungsstudie</a>. Psoriasis-Betroffene sollen mit einer Tablette behandelt werden, die genau diesen IL-23-Rezeptor blockiert. Es ist davon auszugehen, dass bei deren Vorbereitung die Mäuse-Studie vom Mai 2021 bekannt war, weil sehr viele Mediziner daran beteiligt sind.
</p>

<h3>
	Die aktuelle Datenlage
</h3>

<p>
	Auch die vorliegenden Daten widersprechen der Annahme, IL-23-Hemmer würden bei Menschen Osteoporose fördern. Langzeitdaten liegen zu Skyrizi (Risankizumab) und Tremfya (Guselkumab) vor: So wurden <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9298814/" rel="external">Daten gesammelt von 3072 Patienten</a>, die zwischen fünf und neun Jahre lang mit Skyrizi behandelt wurden (7927 Patientenjahre). Bei den unerwünschten Arzneimittelwirkungen kamen Knochenerkrankungen nicht vor. <a href="https://www.jaad.org/article/S0190-9622(23)02416-7/fulltext" rel="external nofollow">Auch nicht bei einer anderen Untersuchung</a>: 2170 Skyrizi-Patienten wurden über fünf Jahre beobachtet (10.072 Patientenjahre). Bei Tremfya wurden 4399 Patienten (10787 Patientenjahre) <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s40264-023-01361-w" rel="external nofollow">über fünf Jahre auf Nebenwirkungen hin beobachtet</a>. Selbst bei den seltenen unerwünschten Ereignissen gab es keinen Fall von Knochenerkrankungen. Gleiches Ergebnis bei einer <a href="https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9890420/" rel="external">dreijährigen Beobachtung</a> von 333 Tremfya-Patienten.
</p>

<p>
	Darüber hinaus sind auch dem <a href="https://www.psobest.de/" rel="external nofollow">Psoriasis-Register "PsoBest"</a> keine Knochenerkrankungen im Zusammenhang mit IL-23-Hemmern gemeldet worden. Das Register erhält von Hautarzt-Praxen aus ganz Deutschland die Daten von 24.000 Patienten.
</p>

<h3>
	Fazit
</h3>

<p>
	Es gibt keine Hinweise darauf, dass Medikamente, die das Interleukin-23 blockieren, Osteoporose fördern oder hervorrufen. Nicht alles, was im Labor festgestellt wird, ist auf den Menschen übertragbar.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1314</guid><pubDate>Mon, 16 Sep 2024 05:05:00 +0000</pubDate></item><item><title>Biologika kommen bei Psoriasis arthritis auch ohne MTX aus</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/biologika-kommen-bei-psoriasis-arthritis-auch-ohne-mtx-aus-r1292/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_04/studie-biologika-mtx.jpg.972d1d0d25171a5a33d92267d4978fb5.jpg" /></p>
<p>
	Seit einiger Zeit beschäftigen sich Forscher immer wieder mit der Frage, ob die Kombination von Methotrexat (MTX) mit Biologika wirksamer ist als wenn ein Biologikum allein angewendet wird. Oder anders ausgedrückt: ob MTX überhaupt nötig ist, wenn ein Biologikum zum Einsatz kommt. Jetzt ist eine weitere Studie erschienen.
</p>

<h2>
	Warum die Forscher die Studie gemacht haben
</h2>

<p>
	Die Forscher wollten herausfinden, ob die Hinzufügung von Methotrexat (MTX) zu Biologika bei der Behandlung von erwachsenen Patienten mit aktiver Psoriasis arthritis (<abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>) bessere Ergebnisse erzielt als die alleinige Verwendung von Biologika.
</p>

<h2>
	Welches Ziel die Studie hatte
</h2>

<p>
	Das Ziel der Studie war es, Biologika nach Behandlungsklasse mit und ohne MTX durch eine Netzwerk-Meta-Analyse (NMA) zu vergleichen, um die Wirksamkeit der verschiedenen Behandlungsansätze zu bewerten.
</p>

<h2>
	Wie die Studienautoren vorgegangen sind
</h2>

<p>
	Die Forscher führten eine systematische Literaturrecherche durch, um randomisierte, doppelblinde, kontrollierte Studien zu identifizieren. Anschließend verglichen sie die Wirksamkeit von Biologika mit und ohne MTX nach Behandlungsklasse (Tumornekrosefaktor-Inhibitoren (TNFi), Interleukin-23-Inhibitoren (IL-23i) und IL-17i) mittels einer Netzwerk-Meta-Analyse (NMA). Kriterien waren Verbesserungswerte, die das American College of Rheumatology einmal aufgestellt hat: eine Verbresserung der Psoriasis arthritis um 20, 50 und 70 Prozent (<abbr title="Verbesserung der Psoriasis-arthritis-Symptome um 20 Prozent"><abbr title="Verbesserung der Psoriasis-arthritis-Symptome um 20 Prozent">ACR20</abbr></abbr>, <abbr title="Verbesserung der Psoriasis-arthritis-Symptome um 50 Prozent"><abbr title="Verbesserung der Psoriasis-arthritis-Symptome um 50 Prozent">ACR50</abbr></abbr> und <abbr title="Verbesserung der Psoriasis-arthritis-Symptome um 70 Prozent"><abbr title="Verbesserung der Psoriasis-arthritis-Symptome um 70 Prozent">ACR70</abbr></abbr>).
</p>

<h2>
	Welche Ergebnisse die Forscher fanden
</h2>

<p>
	Die Literaturrecherche ergab zunächst 31 Studien, von denen 17 die Kriterien für die NMA erfüllten, indem sie die Untergruppe "ohne MTX" enthielten. Bei der robustesten Bewertung, der <abbr title="Verbesserung der Psoriasis-arthritis-Symptome um 20 Prozent"><abbr title="Verbesserung der Psoriasis-arthritis-Symptome um 20 Prozent">ACR20</abbr></abbr>-Wirksamkeit, waren alle aktiven Behandlungen signifikant besser als Placebo. Es wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen der Biologika-Monotherapie (für alle untersuchten Klassen) und Biologika in Kombination mit MTX für <abbr title="Verbesserung der Psoriasis-arthritis-Symptome um 20 Prozent"><abbr title="Verbesserung der Psoriasis-arthritis-Symptome um 20 Prozent">ACR20</abbr></abbr>/50 gezeigt. IL-17i waren vergleichbar mit IL-23i, und IL-17i waren signifikant besser als TNFi für <abbr title="Verbesserung der Psoriasis-arthritis-Symptome um 20 Prozent"><abbr title="Verbesserung der Psoriasis-arthritis-Symptome um 20 Prozent">ACR20</abbr></abbr>. Obwohl durch weniger Studien begrenzt, waren TNFi, IL-23i und IL-17i für <abbr title="Verbesserung der Psoriasis-arthritis-Symptome um 50 Prozent"><abbr title="Verbesserung der Psoriasis-arthritis-Symptome um 50 Prozent">ACR50</abbr></abbr>/70 nicht statistisch unterschiedlich.
</p>

<h2>
	Zu welcher Schlussfolgerung die Forscher kommen
</h2>

<p>
	Die gleichzeitige Verwendung von MTX und Biologika verbesserte die ACR-Wirksamkeitsergebnisse nicht im Vergleich zur Biologika-Monotherapie. MTX scheint nicht als Hintergrundtherapie notwendig zu sein, wenn Biologika zur Erreichung von <abbr title="Verbesserung der Psoriasis-arthritis-Symptome um 20 Prozent"><abbr title="Verbesserung der Psoriasis-arthritis-Symptome um 20 Prozent">ACR20</abbr></abbr>/50-Antworten bei Patienten mit <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> verwendet werden.
</p>

<h2>
	Welche Einschränkungen die Forscher für ihre Studie sehen
</h2>

<p>
	Die Studie war durch die Anzahl der verfügbaren Studien für einige Vergleiche begrenzt, was die Aussagekraft der Ergebnisse einschränken könnte.
</p>

<h2>
	Wo die Studie stattfand
</h2>

<p>
	Die in die Meta-Analyse einbezogenen Studien stammen aus verschiedenen Ländern, was eine breite geografische Abdeckung gewährleistet.
</p>

<h2>
	Wer die Studie finanziert hat
</h2>

<p>
	Die Veröffentlichung der Studie wurde von der Pharmafirma Eli Lilly finanziell unterstützt.
</p>

<h2>
	Unser Fazit
</h2>

<p>
	Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen die wachsende Evidenz, dass MTX möglicherweise nicht erforderlich ist, wenn Biologika zur Behandlung von <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> eingesetzt werden. Dies steht im Einklang <span ipsnoautolink="true">mit früheren Studien, die <a href="https://europepmc.org/article/MED/35464810" rel="external">ähnliche</a> <a href="https://europepmc.org/article/MED/37014287" rel="external">Schlussfolgerungen</a> <a href="https://europepmc.org/article/MED/38251504" rel="external">gezogen</a> haben</span>. Das heißt aber nicht, dass jetzt jeder <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>-Patient das MTX absetzen sollte, wenn er es zusammen mit einem Biologikum bekommt. Darüber muss immer mit dem behandelnden Arzt gesprochen werden.
</p>

<p>
	<span style="color:#c0392b;"><strong>Mehr zum Thema</strong></span>
</p>

<p>
	<strong><span style="color:#c0392b;">➜</span> Artikel</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/mtx/mtx-methotrexat-spritze-pen/" rel="">MTX – was ist das und wie wird es angewendet?</a>
</p>

<p>
	<strong><span style="color:#c0392b;">➜</span> Artikel</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/mtx/mtx-methotrexat-fragen-antworten/" rel="">Methotrexat (MTX) – häufige Fragen und Antworten</a>
</p>

<p>
	<strong><span style="color:#c0392b;">➜</span> Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/30-mtx-und-lantarel/" rel="">Erfahrungen mit MTX – Fragen, Antowrten, Tipps</a>
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Quelle: <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38296801/" rel="external">Evaluating the efficacy of biologics with and without methotrexate in the treatment of psoriatic arthritis: a network meta-analysis</a>; in: RMD Open. 2024 Jan 31
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1292</guid><pubDate>Mon, 08 Apr 2024 06:14:00 +0000</pubDate></item><item><title>Medikament Spevigo in Deutschland vom Markt genommen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/medikament-spevigo-in-deutschland-vom-markt-genommen-r1258/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2023_09/spevigo-ddg-2023.jpg.7b117b95ca14a3a635bcd48b5558ff71.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Das ist eine schlechte Nachricht für die Betroffenen: Seit Ende August wird das Präparat Spevigo in Deutschland nicht mehr angeboten. Der Hersteller Boehringer Ingelheim konnte seine Preisvorstellungen nicht durchsetzen, weil der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) dem Präparat keinen „Zusatznutzen“ bestätigt hat. Dem stimmten auch die Patientenvertreter im G-BA zu. Jetzt will der Pharmakonzern dagegen klagen. Das Unternehmen kritisierte die unabhängigen Gutachter und fordert, das Bewertungsverfahren zu reformieren.</strong>
</p>

<h2>
	Bedeutung des Zusatznutzen
</h2>

<p>
	<a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/spevigo-spesolimab-r559/" rel="">Spevigo (Wirkstoffname Spesolimab</a>) wird bei der Therapie der generalisierten pustulösen Psoriasis (GPP) eingesetzt. Experten bezeichneten es als „Durchbruch“ bei dieser bisher schwer zu behandelnden Erkrankung. Wir haben im Psoriasis-Netz mehrmals ausführlich darüber berichtet ("<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-2023-r1222/" rel="">Neu zugelassen: Spevigo</a>"). Aber: Spevigo wird nur bei einer Variante der GPP eingesetzt, bei der sie schubweise auftritt. Das betrifft in Deutschland vermutlich um die 300 Menschen.
</p>

<p>
	In den ersten sechs Monaten nach Zulassung darf der Hersteller eines Medikaments den Preis frei festlegen. So auch Boehringer Ingelheim: Die einmalige Schubbehandlung mit Spevigo kostete etwa 24.000 Euro; manchmal ist eine zweite notwendig. Danach entscheidet der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinsamer_Bundesausschuss" rel="external">Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA</a>), ob für das Präparat gegenüber bisherigen Therapien ein „Zusatznutzen“ nachgewiesen werden kann. Nur dann wird ein endgültiger Preis mit den gesetzlichen Krankenkassen ausgehandelt. Ansonsten erstattet die Kasse nur noch den Betrag, der für vergleichbare Präparate angesetzt ist – und das war im Fall von Spevigo hochdosiertes Methyl-Prednisolon. Die Behandlung damit kostet zwischen 300 und 600 Euro.
</p>

<h2>
	Ergebnis der Prüfung
</h2>

<p>
	Auf Grundlage des <a href="https://www.iqwig.de/download/a23-05_spesolimab_nutzenbewertung-35a-sgb-v_v1-0.pdf" rel="external nofollow">Prüfberichts</a> des unabhängigen Instituts IQWiG kritisierte der G-BA die <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34936739/" rel="external">vom Hersteller eingereichte Studie</a>. Sie sei „<a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2023/08/31/spevigo-spesolimab-in-deutschland-nicht-mehr-im-handel" rel="external nofollow">nicht geeignet</a>“, um zu belegen, dass Spevigo gegenüber Vergleichtherapien einen Zusatznutzen hat. So sei die <a href="https://www.g-ba.de/downloads/40-268-9658/2023-07-20_AM-RL-XII_Spesolimab_D-902_TrG.pdf" rel="external nofollow">Placebo-Kontrolle schon am 8. Tag abgebrochen</a> worden. Außerdem könne man nicht beurteilen, ob die GPP sich nicht deshalb verschlechtert habe, weil bisherige Therapien abgesetzt worden seien. Die sehr kleine Zahl von nur 53 Studienteilnehmern war dagegen nicht das entscheidende Problem. Der G-BA hatte <a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/g-ba-kontert-kritik-von-boehringer-ingelheim-142030/" rel="external">darauf hingewiesen</a>, dass es sehr wohl aussagekräftige Studien mit kleinen Patientenzahlen gäbe.
</p>

<p>
	Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim <a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/kritik-an-nutzenbewertung-fuer-psoriasis-medikament-141997/" rel="external">warf dem G-BA daraufhin vor</a>, „zu starr“ geprüft zu haben. In Frankreich sei Spevigo ein Zusatznutzen bestätigt worden. "<a href="https://background.tagesspiegel.de/gesundheit/boehringer-unzufrieden-mit-abweichender-nutzenbewertung" rel="external nofollow">Eine solche Ablehnung würde deutsche Pharmahersteller abschrecken, weiterhin in Deutschland zu forschen, zu entwickeln und klinisch zu forschen</a>.“ Die Firma forderte, zusätzlich sollten für diese Bewertung auch medizinische Fachgesellschaften und Patientenverbände eingebunden werden.
</p>

<h2>
	Einschätzung
</h2>

<p>
	Es muss für die Betroffenen ein schwerer Schlag gewesen sein, dass sie ihre GPP-Schübe nun wieder allein mit Kortison behandeln können. Sie hatten gehofft, mit Spevigo endlich eine Alternative zu haben.
</p>

<p>
	Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hat mit erheblichem Werbeaufwand in der Fachöffentlichkeit und auf Kongressen auf sein neues Präparat aufmerksam gemacht. Einerseits erstaunlich, weil es nur eine sehr kleine Patientengruppe betrifft. Andererseits nicht so überraschend, weil im Wirkprinzip (Hemmung von IL-36) ein „Durchbruch“ in der Therapie der GPP gesehen wird. Man erhofft sich langfristig, damit die Behandlung mit innerlichen Kortikoiden ersetzen zu können.
</p>

<h3>
	Folgen der G-BA-Entscheidung
</h3>

<p>
	Von Boehringer Ingelheim wird Spevigo als <a href="https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20230329_OTS0077/boehringer-ingelheim-rcv-waechst-weiter-anhang" rel="external nofollow">künftiger „Blockbuster“</a> angesehen. Das scheint bei einem Preis von 24.000 Euro pro Behandlung plausibel. Nach der G-BA-Entscheidung hätten die Kassen für Spevigo aber nur noch die deutlich niedrigen Kosten der "Vergleichstherapie" erstatten dürfen. Durch eine Klage erhofft man sich, die G-BA-Entscheidung zu kippen und doch noch einen Zusatznutzen bestätigt zu bekommen. Dann würde das hochpreisige Präparat auch in Deutschland wieder angeboten werden.
</p>

<p>
	Ob dieser hohe Preis sachlich gerechtfertigt ist, muss <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/warum-biologika-so-teuer-sind-r1139/#toc0" rel="">nach bisherigen Erfahrungen</a> bezweifelt werden! Schon lange sind es nicht mehr die Kosten für Forschung und Entwicklung, die die Medikamenten-Preise hochtreiben. Es sind die Gewinnerwartungen einer Branche, die <a href="https://www.wido.de/publikationen-produkte/buchreihen/arzneimittel-kompass/2021/" rel="external nofollow">seit Jahren pro Jahr durchschnittlich 25,7 % Gewinn</a> macht. Der betrug z.B. bei Boehringer Ingelheim in 2022 mehr als <a href="https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20230329_OTS0077/boehringer-ingelheim-rcv-waechst-weiter-anhang" rel="external nofollow">1,3 Mrd. Euro</a>! Dieses Geld kommt weltweit aus den Beiträgen der Krankenversicherten.
</p>

<h3>
	Reaktionen der Herstellerfirma
</h3>

<p>
	Vor der endgültigen Entscheidung des G-BA wurde Boehringer Ingelheim <a href="https://www.g-ba.de/downloads/91-1031-920/2023-06-05_Wortprotokoll_Spesolimab_D-902.pdf" rel="external nofollow">noch einmal angehört</a>. Gegenüber der Öffentlichkeit wurde den Gutachter lediglich eine „inadäquate Nutzenbewertung“ vorgeworfen. In anderen Ländern würde man ihnen „<a href="https://background.tagesspiegel.de/gesundheit/boehringer-unzufrieden-mit-abweichender-nutzenbewertung" rel="external nofollow">Brücken bauen, um das Medikament auf den Markt zu bringen. Eine solche Ablehnung würde Pharmahersteller abschrecken, weiterhin zu forschen, zu entwickeln und klinisch zu forschen</a>“.  Mit dieser Haltung wäre die „<a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2023/08/31/spevigo-spesolimab-in-deutschland-nicht-mehr-im-handel" rel="external nofollow">Versorgung insbesondere von Patient:innen mit schweren, seltenen Erkrankungen gefährdet.</a>“ Das Unternehmen forderte, grundsätzlich die Nutzenbewertung zu entbürokratisieren und medizinische Fachgesellschaften und Patientenverbände einzubeziehen.
</p>

<p>
	Das sind keine <u>inhaltlichen</u> Gegenargumente, sondern pauschale Vorwürfe. Damit werden unabhängigen Wissenschaftler zu "kleinkarierten Bürokraten" abgestempelt. Was „unangemessen“ am Gutachten ist, hätte das Unternehmen öffentlich belegen können. Stattdessen erwartete man „Brücken“, damit Spevigo am Markt bleiben könne. Hätte sich das Gremium also über das wissenschaftliche Gutachten hinwegsetzen sollen?
</p>

<p>
	Die Stellungnahme klingt darüberhinaus einschüchternd: Boehringer Ingelheim deutet an, man könne Deutschland auch als Forschungsstandort verlassen. Diese Drohung gehört aktuell zum "Waffen-Arsenal" der deutschen Pharmalobby. Damit soll <a href="https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/pharmaindustrie-medikamente-forschung-und-entwicklung-standort-gefaehrdet-folgen-patienten-1.5993760" rel="external nofollow">weitergehenden Forderungen</a> bis hin zur <a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/142655/Lauterbach-will-Pharmaindustrie-durch-bessere-Gesundheitsdaten-in-Deutschland-halten" rel="external">Nutzung von Patientendaten</a> Nachdruck verliehen werden.
</p>

<p>
	Ist es tatsächlich die „Haltung“ des G-BA, dass Firmen Arzneimittel für seltene Krankheiten (Orphan Drugs) nicht auf den Markt bringen? Ist dadurch die Behandlung seltener Erkrankungen in Deutschland bedroht? Nein, das Argument ist im Allgemeinen falsch. Denn neue Arzneimittel für diese Gruppe müssen überhaupt keinen Zusatznutzen nachweisen. Spevigo ist ein Sonderfall: <a href="https://www.orpha.net/consor/cgi-bin/Drugs_Search.php?lng=DE&amp;data_id=5212&amp;Produkt=SPEVIGO&amp;search=Drugs_Search_Disease&amp;data_type=Product&amp;diseaseType=Drug&amp;Typ=Med&amp;title=&amp;diseaseGroup=Generalisierte-pustulose-Psoriasis" rel="external nofollow">Das Präparat ist in der EU nicht als Orphan Drug gelistet</a>, obwohl es nur für eine selten vorkommende Variante der GPP zugelassen ist. Liegt es daran, dass die GPP zur häufig vorkommenden Psoriasis gezählt wird? Oder daran, dass sich der Hersteller eine auf die gesamte GPP erweiterte Zulassung offenlassen will? In den USA hat Spevigo den Orphan-Drug-Status.
</p>

<p>
	Die Firma forderte, weitere Akteure in die Bewertung neuer Medikamente einzubinden. Im Gegensatz zum IQWiG sind die aber nicht unabhängig: <a href="https://mezis.de/stellungnahme-mezis-llw-ti-de-deutsche-medizinische-fachgesellschaften-verharmlosen-interessenkonflikte/" rel="external nofollow">medizinische Fachgesellschaften</a> und viele <a href="https://mezis.de/stellungnahme-mezis-llw-ti-de-deutsche-medizinische-fachgesellschaften-verharmlosen-interessenkonflikte/" rel="external nofollow">Patientenverbände</a> könnten ihre Aufgaben kaum noch erfüllen, hätten sie nicht die Sponsoren aus der Pharmaindustrie. Und: In diesem Fall hätte es nichts genutzt. Auch die Patientenvertreter im G-BA meinten,  dass die eingereichte Spevigo-Studie nicht ausreicht, um einen Zusatznutzen zu bestätigen.
</p>

<h3>
	Unabhängige Prüfung ist alternativlos 
</h3>

<p>
	Als Patienten wollen wir uns darauf verlassen können, dass die Wirkung und der Nutzen eines Medikaments seriös nachgewiesen wird. Deshalb ist es richtig, dass das eine <u>unabhängige</u> Einrichtung überprüft. Dabei können Fehler passieren, die der Hersteller aber noch vor der endgültigen Entscheidung in einer Anhörung klären kann. 
</p>

<p>
	Die <a href="https://www.g-ba.de/themen/arzneimittel/arzneimittel-richtlinie-anlagen/nutzenbewertung-35a/zusatznutzen/" rel="external nofollow">Tabelle</a> zeigt, dass für 47 Prozent der in Deutschland neu zugelassenen Präparate kein Zusatznutzen festgestellt wurde. Das ist ärgerlich für die betroffenen Hersteller. Aber es verhindert, dass Patienten mit <u>grundlos</u> überteuerten Produkten behandelt werden. Für die betroffenen GPP-Patienten hoffen wir, dass die Experten letztendlich belegen können, dass eine Behandlung mit dem Biologikum Spevigo allemal besser ist, als die Einnahme starker Kortikoide.  
</p>

<p>
	 
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1258</guid><pubDate>Wed, 06 Sep 2023 06:48:00 +0000</pubDate></item><item><title>Tabletten-Therapie Sotyktu zur Behandlung der Schuppenflechte zugelassen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/tabletten-therapie-sotyktu-zur-behandlung-der-schuppenflechte-zugelassen-r1212/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2023_03/sotyktu-deucravacitinib-tabletten.jpg.7ba3a0af4f0cbb29765d71098b297e7e.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Für Menschen mit mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte gibt es ein weiteres Medikament in Tabletten-Form: Sotyktu wird einmal am Tag eingenommen.</strong>
</p>

<p>
	In den letzten Jahren wurden viele Spritzen-Therapien zur Behandlung der Psoriasis zugelassen. Die letzte Neuerung in Tabletten-Form war das Medikament Otezla mit dem Wirkstoff Apremilast. Nun gibt es ein weiteres Medikament für alle, für die Spritzen nicht infrage kommen.
</p>

<p>
	Sotyktu ist dabei anders als Otezla. Der enthalte Wirkstoff Deucravacitinib ist ein Tyrosinkinase 2-Inhibitor. Es ist der erste und einzige Wirkstoff dieser Art, der in der Europäischen Union zugelassen ist. In den USA wurde der Wirkstoff <a href="https://www.psoriasis.org/advance/fda-approves-sotyktu-for-psoriasis/" rel="external nofollow">im September 2022 zugelassen</a>.
</p>

<p>
	In Studien trat Deucravacitinib dann auch gegen besagtes Apremilast und gegen eine Placebo-Tablette antreten. Nach 16 und nach 24 Wochen wurde gemessen und protokolliert, wie gut oder eben nicht gut die drei Wirkstoff-Kandidaten bei den Probanden angeschlagen hatten. Deucravacitinib schnitt im Vergleich der Wirksamkeit am besten ab. Auch nach fast einem Jahr half es noch gut.
</p>

<p>
	In der ersten wichtigen Studie sahen die Ergebnisse im Vergleich so aus:
</p>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="png" data-fileid="22133" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2023_03/deucravacitnib-sotyktu-poetyk-pso1.png.dbb679cb1afd1e05f4efd61588d704a7.png" rel=""><img alt="deucravacitnib-sotyktu-poetyk-pso1.png" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="22133" data-ratio="59.17" data-unique="jd9iwks5c" style="width: 600px; height: auto;" width="1000" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2023_03/deucravacitnib-sotyktu-poetyk-pso1.thumb.png.c8b5bba6fb0f9babbb4d4dbb2411688e.png" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png"></a>
</p>

<p>
	In der zweiten wichtigen Studie sah es dann so aus:
</p>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="png" data-fileid="22134" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2023_03/deucravacitnib-sotyktu-poetyk-pso2.png.9fff27516bbcf798b95f398151fbe490.png" rel=""><img alt="deucravacitnib-sotyktu-poetyk-pso2.png" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="22134" data-ratio="59.17" data-unique="o7r7ff2xc" style="width: 600px; height: auto;" width="1000" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2023_03/deucravacitnib-sotyktu-poetyk-pso2.thumb.png.a28d0b340c7e014a37d21af80f4402ff.png" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png"></a>
</p>

<p>
	In Punkto Sicherheit zeigten sich bei den Studien-Teilnehmern auch nach drei Jahre langer Anwendung keine groben Ausreißer.
</p>

<p>
	Hersteller Bristol Myers Squibb testet den Wirkstoff Deucravacitinib auch für den Einsatz bei Psoriasis arthritis, Systemischem Lupus erythematodes, Alopecia areata, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und diskoidem Lupus erythematodes.
</p>

<p>
	Bristol Myers Squibb hatte auch in eine App investiert: in die App <span ipsnoautolink="true">Orya von Temedica</span>. Mit der App konnten Betroffene die Symptome ihrer Psoriasis dokumentieren, Informationen von diversen Quellen im Netz bekommen und mit einer Datenspende die Psoriasis-Forschung unterstützen – wobei nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, wer wie unterstützt wird. Die App wird zum 1. Januar 2024 eingestellt. "Wir hoffen, das Thema Psoriasis weiter zu bearbeiten", schrieb die Anbieter-Firma in einer Abschiedsmail.
</p>

<h2>
	Häufigste Nebenwirkungen von Sotyktu
</h2>

<p>
	Häufigste Nebenwirkung waren Infektionen der oberen Atemwege (18,9 Prozent), vor allem eine Entzündung Entzündung von Nase und Rachen (Nasopharyngitis). <span class="markedContent" id="page27R_mcid7"><span dir="ltr" role="presentation" style="left: calc(var(--scale-factor)*389.95px); top: calc(var(--scale-factor)*557.08px); font-size: calc(var(--scale-factor)*10.56px); font-family: sans-serif; transform: scaleX(0.989803);">Die Mehrzahl der</span><span dir="ltr" role="presentation" style="left: calc(var(--scale-factor)*70.94px); top: calc(var(--scale-factor)*572.32px); font-size: calc(var(--scale-factor)*10.56px); font-family: sans-serif; transform: scaleX(1.0246);"> Infektionen verlief gering bis mäßig stark. Die meisten Probanden setzten die</span><span dir="ltr" role="presentation" style="left: calc(var(--scale-factor)*116.78px); top: calc(var(--scale-factor)*587.56px); font-size: calc(var(--scale-factor)*10.56px); font-family: sans-serif; transform: scaleX(1.00779);"> Behandlung mit</span><span dir="ltr" role="presentation" style="left: calc(var(--scale-factor)*209.04px); top: calc(var(--scale-factor)*587.56px); font-size: calc(var(--scale-factor)*10.56px); font-family: sans-serif;"> </span><span dir="ltr" role="presentation" style="left: calc(var(--scale-factor)*212.21px); top: calc(var(--scale-factor)*587.56px); font-size: calc(var(--scale-factor)*10.56px); font-family: sans-serif; transform: scaleX(1.02732);">Deucravacitinib deshalb nicht ab.</span></span>
</p>

<p>
	<span class="markedContent"><span dir="ltr" role="presentation" style="left: calc(var(--scale-factor)*70.94px); top: calc(var(--scale-factor)*633.28px); font-size: calc(var(--scale-factor)*10.56px); font-family: sans-serif; transform: scaleX(1.0041);">Infektionen traten in den ersten vier Monaten bei fast jedem dritten Studien-Teilnehmer mit</span> <span dir="ltr" role="presentation" style="left: calc(var(--scale-factor)*70.94px); top: calc(var(--scale-factor)*648.52px); font-size: calc(var(--scale-factor)*10.56px); font-family: sans-serif; transform: scaleX(1.02025);">Deucravacitinib auf</span> (genauer: bei <span dir="ltr" role="presentation" style="left: calc(var(--scale-factor)*70.94px); top: calc(var(--scale-factor)*633.28px); font-size: calc(var(--scale-factor)*10.56px); font-family: sans-serif; transform: scaleX(1.0041);">29,1 Prozent)</span>. Zum Vergleich: In der Gruppe der Teilnehmer, die in Placebo bekommen hatten, traten bei jedem Fünften Infektionen auf (genauer: <span dir="ltr" role="presentation" style="left: calc(var(--scale-factor)*166.50px); top: calc(var(--scale-factor)*648.52px); font-size: calc(var(--scale-factor)*10.56px); font-family: sans-serif;">bei </span><span dir="ltr" role="presentation" style="left: calc(var(--scale-factor)*169.73px); top: calc(var(--scale-factor)*648.52px); font-size: calc(var(--scale-factor)*10.56px); font-family: sans-serif; transform: scaleX(0.984118);">21,5 Prozent)</span><span dir="ltr" role="presentation" style="left: calc(var(--scale-factor)*344.23px); top: calc(var(--scale-factor)*648.52px); font-size: calc(var(--scale-factor)*10.56px); font-family: sans-serif;">.</span></span>
</p>

<p>
	In Deutschland wird Deucravacitinib voraussichtlich ab dem 5. April 2023 verfügbar sein.
</p>

<h2>
	Was ist ein Tyrosinkinase 2-Inhibitor?
</h2>

<p>
	Tyrosinkinase 2 (Tyk2) ist ein Eiweiß, dass innerhalb der Zelle Signale überträgt. Es spielt bei der Aktivierung des Immunsystems eine wichtige Rolle. Das Problem: Es kann aber auch übertreiben und überschießende Immunreaktionen hervorrufen. Dann ist es gut, wenn es in seine Schranken gewiesen wird. Deucravacitinib – der Wirkstoff in Sotyktu – kümmert sich um Tyk2.
</p>

<p>
	Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der JAK-Hemmer. Trotzdem gelten die aktuellen <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/warnhinweise-auf-alle-jak-hemmer-erweitert-r1192/" rel="">Therapie-Einschränkungen</a> nicht für Deucravacitinib. Die offiziellen (<em>unter Experten heftig umstrittenen</em>) Warnungen beziehen sich nur auf JAK-1-Hemmer wie <span ipsnoautolink="true">Xeljanz</span>, <span ipsnoautolink="true">Rinvoq</span> oder Olumiant.
</p>

<h2>
	Preis
</h2>

<p>
	Die Kosten für Sotyktu werden in den nächsten Tage und Wochen wohl eines der spannendsten Themen sein. In den USA wird für eine Monatspackung mit 30 Tabletten offiziell ein Preis von ungefähr 6500 Dollar aufgerufen. Allerdings sind die Preise dort immer komplett anders und höher als in Europa – und am Ende nicht vergleichbar.
</p>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/sotyktu-deucravacitinib-r540/" rel="">Mehr über Sotyktu im Psoriasis-Netz</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://fi.b-ms.de/sotyktu" rel="external nofollow"><abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker"><abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker">Fachinformation</abbr></abbr> über Sotyktu</a> vom Hersteller
	</li>
	<li>
		<a href="https://downloads.dna-comms.de/wp-content/uploads/2021/02/Pressemitteilung_BMS_Deucravacitinib_POETYK-PSO-2-Daten-1.pdf" rel="external nofollow">Pressemitteilung</a> zu einer zweiten Phase-III-Studie ("Poetyk Pso-2")
	</li>
	<li>
		<a href="https://news.bms.com/news/details/2020/Bristol-Myers-Squibb-Announces-Deucravacitinib-BMS-986165-Demonstrated-Superiority-to-Placebo-and-Otezla-apremilast-in-Pivotal-Phase-3-Psoriasis-Study/default.aspx" rel="external nofollow">Pressemitteilung</a> zu einer ersten Phase-III-Studie
	</li>
	<li>
		<a href="https://news.bms.com/news/details/2018/Bristol-Myers-Squibbs-Novel-Oral-Selective-TYK2-Inhibitor-Delivered-Significant-Skin-Clearance-in-Patients-with-Moderate-to-Severe-Plaque-Psoriasis-in-Phase-2-Trial/default.aspx" rel="external nofollow">Pressemitteilung</a> der Firma mit Ergebnissen einer Phase-II-Studie bei Psoriasis; September 2018
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.egms.de/static/de/meetings/dgrh2019/19dgrh226.shtml" rel="external nofollow">Meeting Abstract</a> einer Rheumatologen-Tagung im September 2019 zu Phase-II-Daten bei Psoriasis
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.clinicaltrialsregister.eu/ctr-search/trial/2018-001925-24/FR" rel="external nofollow">Eintrag zur Psoriasis-Studie</a> im Verzeichnis klinischer Studien in Europa
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.clinicaltrialsregister.eu/ctr-search/trial/2018-004293-10/ES" rel="external nofollow">Eintrag zur Psoriasis-arthritis-Studie</a> im Verzeichnis klinischer Studien in Europa
	</li>
	<li>
		<a href="https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04036435?term=BMS+986165&amp;cond=Psoriasis&amp;draw=2&amp;rank=1" rel="external nofollow">Eintrag zur Phase-III-Studie</a> (Psoriasis) im Verzeichnis klinischer Studien in den USA
	</li>
	<li>
		<a href="https://downloads.dna-comms.de/wp-content/uploads/2021/11/Pressemitteilung_BMS_EMA-Filing-Acceptance-Deucravacitinib.pdf" rel="external nofollow">Pressemitteilung</a> zur Validierung des Zulassungsantrag durch die EMA
	</li>
</ul>

<p style="text-align: center;">
	*****
</p>

<p>
	<em><strong>Hast Du Erfahrung mit Deucravacitinib bzw. Sotyktu? Oder Fragen? Schreib's in die Kommentare <span class="ipsEmoji">👇</span> oder komm zum Erfahrungsaustausch <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel="">in unsere Community</a>.</strong></em>
</p>

<p>
	 
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1212</guid><pubDate>Tue, 28 Mar 2023 15:14:00 +0000</pubDate></item><item><title>Neues Medikament gegen Schuppenflechte auf dem Weg zur Zulassung</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/deucravacitinib-sotyktu-zulassung/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2023_01/sotyktu-deucravacitinib-tabletten.jpg.f70f1d51ca55d346f0b1bfdd2a6189ba.jpg" /></p>

<p>
	Vermutlich im ersten Quartal 2023 wird es für Betroffene mit mittelschwerer oder schwerer Plaque Psoriasis eine weitere Behandlungsmöglichkeit geben. Der zuständige Ausschuss <a href="https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4912096" rel="external nofollow">empfiehlt der Europäischen Arzneimittelagentur EMA</a>, den Wirkstoff Deucravacitinib (Markenname Sotyktu) zuzulassen. Die Wirkung ist besser als bei konventionellen Präparaten (Methotrexat, Fumarsäure oder Apremilast), aber nicht so gut wie bei Biologika. Manche werden es als Vorteil sehen, dass das Präparat als Tablette eingenommen und nicht gespritzt wird.
</p>

<p>
	Deucravacitinib ist ein „Small Molecule“ und wirkt als Tirosin-Kinase-Hemmer (TYK2i). <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/fobi-2022-neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-r1184/#toc4" rel="">Wir haben an anderer Stelle ausführlich darüber berichtet</a>. Die Moleküle sind derart klein, dass sie in eine Zelle eindringen und ihre Funktion verändern kann. Deucravacitinib hemmt das Enzym Tyrosin-Kinase 2. Das ist beteiligt an der Übertragung des Entzündungssignals von IL-23 auf IL-17a. Damit wird letztendlich verhindert, dass das Signal ans Immunsystem weitergeleitet wird.
</p>

<p>
	Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der JAK-Hemmer. Trotzdem gelten die aktuellen <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/warnhinweise-auf-alle-jak-hemmer-erweitert-r1192/" rel="">Therapie-Einschränkungen</a> nicht für Deucravacitinib. Die offiziellen (<em>unter Experten heftig umstrittenen</em>) Warnungen beziehen sich nur auf JAK-1-Hemmer, wie Xeljanz, Rinvoq oder Olumiant.
</p>

<p>
	Die Ergebnisse sind für ein orales, also durch den Mund verabreichtes Medikament gut. Nach 24 Wochen waren bei der Hälfte der Probanden die Plaques komplett oder fast abgeheilt (sPGA 0/1); in einer Studie waren es 58,7 Prozent, in einer anderen 49,8 Prozent. Ebenfalls gut heilte die Psoriasis an Händen und Füßen ab (49,1 Prozent), auf dem Kopf (60-70 Prozent) und an den Fingernägeln (52 Prozent). Cholesterin- und Lymphozyten-Werte blieben unverändert. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/fobi-2022-neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-r1184/#toc4" rel="">Dr. Sandra Philipp berichtete</a>, dass diese Werte über ein und zwei Jahre betrachtet stabil blieben.
</p>

<p>
	Häufigste Nebenwirkung von Deucravacitinib waren Infektionen der oberen Atemwege, vor allem der Nasen- und Rachenschleimhaut (Nasopharyngitis). Die Infektionen waren aber nicht so schwerwiegend, dass die Therapie abgebrochen werden musste. Bei mehreren Probanden entwickelt sich eine Akne.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">1200</guid><pubDate>Sun, 29 Jan 2023 09:31:00 +0000</pubDate></item><item><title>Warnhinweise auf alle JAK-Hemmer erweitert</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/warnhinweise-auf-alle-jak-hemmer-erweitert-r1192/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2022_11/tabletten-kapseln-medikamente.jpg.433b817f1c56075ad5ce31cacc566b99.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Betroffene, die einen JAK-Hemmer einnehmen, sollten mit der Ärztin über diese Therapie sprechen. Aber nur dann, wenn sie zu einer Risikogruppe gehören! Bei Psoriasis Arthritis betrifft das aktuell die Präparate Xeljanz und Rinvoq. Für Olumiant gilt, das bestimmte Patientengruppen nur noch mit der niedrigen Dosis behandelt werden sollen. Olumiant wird aktuell bei Neurodermitis eingesetzt, ist aber auch für die Schuppenflechte vorgesehen.</strong>
</p>

<p>
	Für die <em>gesamte</em> Wirkstoffgruppe der Janus-Kinase-Hemmer hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) <a href="https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RV_STP/g-l/januskinase.html%3Bjsessionid=AA7F87BC5F7C4381EE93520FCA5464D3.intranet231" rel="external">typische schwerwiegende Nebenwirkungen</a> festgestellt. Deshalb empfiehlt sie, diese Arzneimittel <strong>bei bestimmten Patienten</strong> nur noch dann einzusetzen, wenn nichts anderes mehr hilft. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/tofacitinib/tofacitinib-xeljanz-risiko" rel="">Bisher galt das nur für Tofacitnib (Xeljanz)</a>, nun aber <em>für alle Präparate dieser Klasse</em>. Diese Warnhinweise sind inzwischen von zwei EMA-Ausschüssen bestätigt worden. "Rechtsverbindlich" werden sie aber erst dann, wenn in einigen Wochen die EU-Kommission darüber entschieden hat. Sie sollten aber schon jetzt vorsichtshalber berücksichtigt werden.
</p>

<h2>
	Risikogruppe
</h2>

<p>
	Empfohlen wird, dass Patienten möglichst nicht mehr mit einem JAK-Hemmer behandelt werden sollten, wenn sie
</p>

<ul>
	<li>
		über 65 Jahre alt sind oder
	</li>
	<li>
		rauchen oder früher lange geraucht haben oder
	</li>
	<li>
		gefährdet sind, an schweren Herz-/Kreislaufproblemen oder bösartigem Krebs zu erkranken.
	</li>
</ul>

<p>
	Bei diesem Personenkreis erhöhen JAK-Hemmer das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Blutgerinnsel, Krebs und schwere Infektionen. Deshalb sollten sie gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt nach anderen Behandlungsmöglichkeiten suchen.
</p>

<p>
	Wer gefährdet ist, Blutgerinnsel in der Lunge oder in tiefen Venen (venöse Thrombo-Embolie) zu entwickeln, sollte „vorsichtig“ mit JAK-Hemmern behandelt werden.
</p>

<p>
	Wenn es für diese Risiko-Patienten keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt, sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt und die JAK-Hemmer in verringerter Dosierung eingesetzt werden. Patienten mit Psoriasis arthritis erhalten schon jetzt nur die kleinere Dosierung.
</p>

<p>
	Für Olumiant-Patienten, die ein höheren Risiko für Blutgerinnsel, Herz-/Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs haben gilt: Auch sie sollen nur noch mit der niedrigeren Dosierungen behandelt werden. <a href="https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4912046" rel="external nofollow">So die Empfehlung vom Januar 2023.</a>
</p>

<p>
	In einem <a href="https://www.apotheken-umschau.de/podcast/episode/ne-dosis-wissen-der-podcast-fuer-health-professionals/ema-verunsichert-mit-entscheidung-zu-jak-inhibitoren-912259.html" rel="external">Podcast der Apotheken Umschau</a> wird dagegen die EMA-Empfehlung als zu weitgehend kritisiert. Eine <a href="https://ard.bmj.com/content/early/2022/09/29/ard-2022-222259.long" rel="external nofollow">nachträgliche Auswertung der Xeljanz-Patienten</a> habe ergeben, dass die Risikogruppe viel kleiner sei. Besonders gefährdet seien <em>nur diejenigen, die bereits vor Beginn der Therapie </em>einen Schlaganfall oder Herzinfarkt, ein erhöhtes Thrombose-Risiko oder eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) hatten. Die Apotheken Umschau berücksichtigt bei ihrer Kritik zwei wesentliche Tatsachen nicht: Die <a href="https://www.ema.europa.eu/en/news/meeting-highlights-committee-medicinal-products-human-use-chmp-7-10-november-2022" rel="external">EMA-Warnungen wurden bestätigt</a>, obwohl die nachträgliche Auswertung bekannt war. Außerdem war sie vom Xeljanz-Hersteller Pfizer in Auftrag gegeben, und ein Drittel der beteiligten Wissenschaftler waren Mitarbeiter des Pharmakonzerns. Es handelt sich also nicht um eine unabhängige Studie. Aber auch andere Mediziner sind der Ansicht, da würde eine "Hochrisiko-Gruppe von Rheumatikern" zum Maßstab für dem Durchschnittspatienten gemacht.
</p>

<h2>
	Um welche Medikamente geht es?
</h2>

<p>
	Die Warnhinweise gelten für JAK-Hemmer, die bei entzündlich-chronischen Erkrankungen eingesetzt werden. Das sind bei der Psoriasis Arthritis, also der <em>Gelenkbeteiligung</em>, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/tofacitinib/xeljanz-wirkung-anwendung-nebenwirkungen/" rel="">Tofacitinib (Xeljanz)</a> und <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/upadacitinib/rinvoq/" rel="">Upadacitinib (Rinvoq)</a> und bei der Neurodermitis Baricitinib (Olumiant) und <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/upadacitinib/rinvoq/" rel="">Upadacitinib (Rinvoq)</a>.<br>
	<br>
	Zur Zeit ist noch kein JAK-Hemmer für die Behandlung der Schuppenflechte<em> auf der Haut </em>zugelassen. In klinischen Studien wird gerade geprüft, ob Tofacitinib (Xeljanz), <a href="https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Ruxolitinib_51631" rel="external">Ruxolitinib</a> (Jakavi) und <a href="https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Baricitinib_54436" rel="external">Baricitinib</a> (Olumiant) zukünftig auch bei der Psoriasis, also <em>auf der Haut</em>, eingesetzt werden könnten. Dafür erhält vermutlich schon Ende 2022 das Präparat <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/sotyktu-deucravacitinib-r540/" rel="">Deucravacitinib (Sotyktu)</a> eine Zulassung. Das ist ein so genannter "Tyrosin-Kinase-2-Hemmer" (TYK-2), der ebenfalls zur Gruppe der JAK-Hemmer gehört. Trotzdem, so Prof. Khusru Asadullah, würden die Warnhinweise für dieses Präparat nicht gelten, denn "TYK-2 ist anders". Anders der Leiter der Charité-Dermatologie, Prof. Kamran Ghoreshi. Für ihn ist Deucravacitinib  ebenfalls ein JAK-Hemmer. Nur durch einen historischen Zufall heiße er nicht "JAK 4". In seiner Klinik würden die <a href="https://www.ema.europa.eu/en/news/meeting-highlights-committee-medicinal-products-human-use-chmp-7-10-november-2022" rel="external">EMA-Warnungen</a> für alle JAKs ernstgenommen. Die EMA selbst hat sich dazu nicht geäußert. In den USA dagegen sind sie zugelassen; die Therapie-Einschränkungen für JAK-Hemmer wurden dort nicht übernommen.
</p>

<p>
	Bei Tofacitin (Xeljanz) hatte die EMA <a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2022/11/03/jak-inhibitoren-sind-fuer-zahlreiche-patienten-nur-noch-die-letzte-wahl" rel="external nofollow">von Anfang an Sicherheitsbedenken</a>. Zweimal lehnte die Behörde es in 2013 ab, das Mittel zuzulassen. Erst 2017 gab es nach einem dritten Antrag von Pfizer die Zulassung für die EU. Schon 2019 warnte der EMA-Ausschuss für Arzneimittelsicherheit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ausschuss_f%C3%BCr_Risikobewertung_im_Bereich_der_Pharmakovigilanz" rel="external">PRAC</a> davor, bestimmten Personen die höhere Dosis zu verabreichen. Ab 2021 galt diese Warnung auch für die niedrige Dosis („<a href="https://www.gelbe-liste.de/rote-hand-briefe/rote-hand-brief-tofacitinib-xeljanz-juli-2021" rel="external">Rote-Hand-Brief</a>“). Der EMA-Ausschuss weitete dann im Oktober 2022 seine Sicherheitsbedenken auf <em>alle</em> für chronisch-entzündliche Erkrankungen zugelassenen JAK-Inhibitoren aus.
</p>

<p>
	Auf Ärztekongressen wird die JAK-Hemmung als zukunftsträchtiges Wirkprinzip gesehen. Sie könnten bei Patienten erfolgreich sein, bei denen andere Therapien versagt haben. Weil sie als Tablette eingenommen werden, akzeptierten Patienten sie besser. 
</p>

<p>
	Anfangs hoffte man noch, dass Meldungen über schwere Herzkomplikationen und Krebsrisiken sich auf Tofacitinib (Xeljanz) beschränken würden. Diese Hoffnung zerstreute Professor Klaus Krüger dann auf dem Rheumakongress 2022 in Berlin. Er sprach davon, dass <em>alle</em> JAK-Hemmer vor allem das Thrombose-Risiko erhöhen würden. Dr. Sandra Philipp hatte zuvor auf dem Dermatologenkongress 2022 über ihre klinische Studie mit Deucravacitinib (Sotyktu) berichtet. "Nach den bisher vorliegenden Daten" sei dieser TYK-2-Hemmer „erheblich sicherer“ als bisherige JAK-Hemmer.
</p>

<h2>
	Empfehlungen schon jetzt berücksichtigen
</h2>

<p>
	Xeljanz ist schon jetzt für bestimmte Personengruppen (so gut wie) ausgeschlossen. Für alle anderen JAK-Hemmer entscheidet <em>endgültig</em> die EU-Kommission darüber. Experten erwarten das spätestens für Anfang 2023. Die EU-Kommission orientiert sich dabei an der Stellungnahme des EMA-Ausschusses für Human-Arzneimittel (CHMP). <a href="https://www.ema.europa.eu/en/news/meeting-highlights-committee-medicinal-products-human-use-chmp-7-10-november-2022" rel="external">Die liegt inzwischen vor</a> und bestätigt die <a href="https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RV_STP/g-l/januskinase.html%3Bjsessionid=AA7F87BC5F7C4381EE93520FCA5464D3.intranet231" rel="external">Therapie-Empfehlungen des EMA-Unterausschusses PRAC</a>. Der hat seine Empfehlungen <a href="https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/referrals/janus-kinase-inhibitors-jaki" rel="external">im Januar 2023 auf Olumiant ausgeweitet</a>. Vorsorglich sollten <strong>bei den aufgeführten Risikogruppen</strong> diese Empfehlungen schon jetzt berücksichtigt werden.     
</p>

<p>
	Hintergrundinformationen:<br>
	<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/tofacitinib/tofacitinib-xeljanz-risiko/" rel="">Tofacitinib (Xeljanz) - nicht mehr für alle Betroffenen</a><br>
	<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2022-r1175/#toc7:~:text=Pustul%C3%B6se%20Psoriasis%20(GPP)-,Janus-Kinase-Hemmer%20(JAKi),-%C3%84u%C3%9Ferliche%20Behandlung" rel="">Janus-Kinase-Hemmer - JAKi (Übersicht 2022)</a> <br>
	<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/fobi-2022-neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-r1184/#toc4:~:text=Pustul%C3%B6se%20Psoriasis%20(GPP)-,Tablette%20statt%20Spritze%3A%20Kinase-Hemmer%20gegen%20Schuppenflechte,-Therapie-Empfehlungen" rel="">Kinase-Hemmer gegen Schuppenflechte (2022)</a> <br>
	<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/psoriasis-arthritis-neues-und-bewaehrtes-2022-r1190/#:~:text=Methotrexat%20(MTX)-,JAK-Hemmer,-R%C3%BCckenschmerzen%20bei%20Psoriasis" rel="">JAK-Hemmer (in der Rheumatologie, 2022)</a><br>
	<a href="https://www.apotheken-umschau.de/podcast/episode/ne-dosis-wissen-der-podcast-fuer-health-professionals/ema-verunsichert-mit-entscheidung-zu-jak-inhibitoren-912259.html" rel="external">EMA verunsichert mit Entscheidung zu JAK-Inhibitoren</a> (Nov. 2022)
</p>

<p style="text-align:center;">
	*****
</p>

<p>
	<span class="ipsEmoji">👉</span> Ein Tipp: In unserem Forum könnt Ihr <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/25-medikamente/" rel="">Erfahrungen mit diesen und anderen Medikamenten austauschen</a>.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1192</guid><pubDate>Sat, 05 Nov 2022 18:51:00 +0000</pubDate></item><item><title>Clarelux-Schaum ist wieder lieferbar</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/clarelux-schaum-wieder-lieferbar/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2021_02/clarelux-nicht-lieferbar.jpg.3ed6f37a2c35f9d5c7615c0b3dfdf53a.jpg" /></p>

<p>
	<strong>Es ist eine der Fragen, die uns in den letzten Monaten immer und immer wieder erreichte: "Ist Clarelux-Schaum wieder lieferbar?" Endlich gibt es die beste Antwort darauf, nämlich: ja.</strong>
</p>

<p>
	Seit vielen Monaten mussten Menschen mit Schuppenflechte auf dem Kopf auf Alternativen zu <span ipsnoautolink="true">Clarelux</span> ausweichen. Auch wir hatten immer wieder beim Hersteller Pierre Fabre Dermo-Kosmetik nachgefragt, wo der Schaum bleibt – und warum er überhaupt vom Markt verschwunden war. "Ursache ist kein Qualitätsproblem, sondern die Situation, dass ein Vorlieferant aus finanziellen Gründen ausgefallen ist", hieß es damals in der Antwort. Und: "Wir arbeiten zügig an der Wiederaufnahme der Produktion mit dem neuen Besitzer des Vorlieferanten."
</p>

<p>
	Gut, das mit dem "zügig" hat dann doch mindestens zweieinhalb Jahre gedauert, aber nun ist die Durststrecke vorüber. Doch bevor jetzt der Ansturm auf die Apotheken einsetzt: "Die Bevorratung der Pharmazeutischen Großhändler läuft derzeit noch", heißt es vom Hersteller. Aber da Clarelux rezeptpflichtig ist, muss ohnehin erst einmal ein Arztbesuch eingeplant werden. Danach sollte der Schaum in den Apotheken zu haben sein.
</p>

<p>
	An der Zusammensetzung und den Inhaltsstoffen – vor allem Clobetasolpropionat – hat sich nichts geändert. Auch die Pharmazentralnummer 01010495 ist gleich geblieben.
</p>

<h2>
	Alternativen zu Clarelux
</h2>

<p>
	Wichtigster Inhaltsstoff im Clarelux-Schaum ist der Kortison-Wirkstoff Clobetasolpropionat. In gleicher Dosierung – 500 μg Clobetasolpropionat pro Gramm – ist er enthalten in
</p>

<ul>
	<li>
		Clobex Shampoo
	</li>
	<li>
		Clobegalen
	</li>
	<li>
		Clobetasol acis
	</li>
	<li>
		Dermoxin
	</li>
	<li>
		Dermoxinale Lösung
	</li>
	<li>
		Karison
	</li>
</ul>

<p>
	Alle sind verschreibungspflichtig. Nur: Keines der Produkte kommt als Schaum für die <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/schuppenflechte-kopf/kopfhaut/" rel="">Kopfschuppenflechte</a> zum Patienten – und gerade der wirkt offensichtlich bei einigen Betroffenen besonders gut.
</p>

<p>
	Im Sommer 2019 wurde ein anderer Schaum, nämlich Deflatop, wieder eingeführt. Auch er ist verschreibungspflichtig und zur Behandlung der Kopf-Psoriasis gedacht, enthält jedoch den Wirkstoff <a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Betamethason" rel="external nofollow" target="_blank">Betamethason</a>.
</p>

<h2>
	Enstilar als Alternative zum Clarelux Schaum
</h2>

<p>
	Ein anderer Schaum – <span ipsnoautolink="true">Enstilar</span> – ist allgemein zur Anwendung bei Psoriasis vulgaris gedacht. Er enthält einen anderen Kortison-Wirkstoff (nämlich Betamethasondipropionat) und zusätzlich Calcipotriol.
</p>

<p>
	Die beiden wichtigsten Inhaltsstoffe sind in Enstilar in einer übersättigten Konzentration enthalten. Darauf weist der Hersteller hin. "Dies ermöglicht eine stärkere Penetration und letztlich eine höhere Verfügbarkeit beider Wirkstoffe in der Haut", so die Firma Leo Pharma.
</p>

<p>
	Noch ein Hinweis: Hier findest du <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/enstilar-grundlagen/#toc2" rel="">Tipps für die Anwendung von Enstilar auf dem Kopf</a>.
</p>

<p>
	<em>Mit Dank an <em>Martin P.</em></em> und <em>Hinweisgeber aus unserer Community</em>. <em>Dort gibt es auch <a href="https://www.psoriasis-netz.de/search/?q=clarelux&amp;quick=1&amp;type=forums_topic&amp;updated_after=any&amp;sortby=newest" rel="">weitere Diskussionen rund um Clarelux und seine Anwendung</a>.</em>
</p>

<div>
	<iframe allowfullscreen="" class="ipsEmbed_finishedLoading" data-embedauthorid="44686" data-embedcontent="" data-embedid="embed2982144717" id="ips_uid_4034_6" scrolling="no" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/index.html" style="overflow: hidden; height: 412px; max-width: 502px;" data-embed-src="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/schuppenflechte-kopf/kopfhaut/?do=embed"></iframe>
</div>

]]></description><guid isPermaLink="false">1108</guid><pubDate>Wed, 24 Feb 2021 14:02:00 +0000</pubDate></item><item><title>Was Psoriasis-Patienten zur Corona-Impfung wissen sollten</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/corona-impfung-psoriasis/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2021_02/impfung-spritze-serum.jpg.0013ae5876ad58fc981bf9132d7b0f06.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Die ersten Impfstoffe gegen Covid-19 sind da, und es werden bald mehr. In den nächsten Monaten werden immer mehr Menschen mit Psoriasis sich entscheiden müssen, ob und wann sie sich impfen lassen. Gibt es Gründe, die gegen eine Corona-Schutzimpfung sprechen? Kann man sich impfen lassen, obwohl man ein immunschwächendes Medikament nimmt? Muss das Medikament wegen der Impfung abgesetzt werden?</strong> <strong>Werde ich mit Psoriasis bei der Terminvergabe bevorzugt? </strong>
</p>

<p>
	?<em>Dieser Artikel wird von uns fortlaufend aktualisiert. Deshalb lohnt es sich, ihn von Zeit zu Zeit neu aufzurufen.</em>
</p>

<p>
	Hautärzte und Rheumatologen haben dazu unterschiedliche Empfehlungen. Entzündliche Haut- und Gelenkerkrankungen sind eben verschiedene Krankheiten und die Arzneimittel wirken unterschiedlich gut. Auch liegt es daran, dass es für diese Patientengruppe erst allmählich gesicherten Informationen gibt. Diese vorläufigen Ratschläge können nicht die individuelle Situation der Patienten berücksichtigen. Deshalb solltest du mit der Ärztin oder dem Arzt darüber sprechen, bevor du einen Impftermin vereinbarst.
</p>

<h2>
	Impfen wegen höherer Infektionsanfälligkeit?
</h2>

<p>
	Allgemein gelten Menschen mit Psoriasis<a href="https://www.rheumaliga.ch/blog/2020/infektionen-immunsuppression-impfungen" rel="external nofollow"> </a><a href="https://www.rheumaliga.ch/blog/2020/infektionen-immunsuppression-impfungen" rel="external nofollow">als a</a><a href="https://www.rheumaliga.ch/blog/2020/infektionen-immunsuppression-impfungen" rel="external nofollow">nfälliger für jede Art von Infektionen</a>. Viele von ihnen werden mit Medikamenten behandelt, die das Immunsystem beeinflussen. Die <a href="https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2021/Ausgaben/02_21.pdf?__blob=publicationFile" rel="external nofollow">ersten Auswertungen</a> des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigen jedoch, dass das bei Covid-19 nicht zutrifft: Weder Autoimmun-Erkrankte noch Rheumatiker stecken sich deutlich öfters an. Sie müssen nicht auffällig häufiger klinisch behandelt werden und es sterben nicht mehr von ihnen als der Durchschnitt. Die Werte bewegen sich zwischen 1,1 und 1.4. Dagegen sind z.B. alte Menschen bis zu 4 x häufiger betroffen, Diabetiker oder Herzkranke bis zu 2 x so oft. Eine möglich Erklärung: Die Medikamente gegen chronisch-entzündliche Krankheiten schwächen das Immunsystem nicht generell. Sie werden in geringen Dosen gegeben bzw. sehr gezielt auf einzelne Botenstoffe des Immunsystems angesetzt. Deshalb spricht man heutzutage von "immun<em>modulierenden</em>" anstatt von "immun<em>suppressiven</em>" Präparaten. Es bleibt aber das Risiko, das alle haben: sich mit dem Coronavirus anzustecken und dadurch möglicherweise schwer, folgenreich und lebensgefährlich an Covid-19 zu erkranken. Überlasse es nicht dem Zufall, ob und wie schwer es Dich trifft.
</p>

<h2>
	Tatsächliche Risikogruppen
</h2>

<p>
	Deutsche <a href="https://www.uke.de/kliniken-institute/institute/versorgungsforschung-in-der-dermatologie-und-bei-pflegeberufen/aktuelles/patienteninfo-corona.html" rel="external nofollow">Dermatologen</a> haben früh darauf hingewiesen: Es ist nicht die Psoriasis an sich, die das Risiko erhöht, sich anzustecken und schwer zu erkranken, sondern deren typische Begleiterkrankungen. Das haben <a href="https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2021/Ausgaben/02_21.pdf?__blob=publicationFile" rel="external nofollow">Auswertungen des RKI</a> inzwischen bestätigt: Es trifft eher und stärker diejenigen, die schwer erkrankt sind an Herzschwäche (Insuffienz), Fettleibigkeit (Adipositias) oder Zucker (Diabetes) und auf Raucher. Deutsche <a href="https://dgrh.de/Start/Publikationen/Empfehlungen/Therapie-bei-besonderen-Situationen/Empfehlungen-w%C3%A4hrend-der-SARS-CoV-2-Covid-19-Pandemie0.html" rel="external nofollow">Rheumatologen</a> sehen ein höheres Ansteckungsrisiko zusätzlich dann, wenn die Psoriasis Arthritis gerade besonders aktiv ist oder Patienten mit Kortison täglich ≥10 mg behandelt werden.
</p>

<p>
	<a href="https://creakyjoints.org/living-with-arthritis/coronavirus/covid-19-vaccines/american-college-rheumatology-clinical-guidance-covid-19-vaccine/" rel="external nofollow">US-Rheumatologen</a> dagegen meinen, COVID-19 verlaufe bei Menschen mit einer Autoimmunerkrankung <em>schwerer </em>als beim Durchschnitt der Bevölkerung und könnte weniger wirksam behandelt werden. Sollten sie langfristig recht behalten, wäre es gut, wenn Du geimpft bist.
</p>

<h2>
	Impfen trotz Psoriasis?
</h2>

<p>
	Wer eine chronisch-entzündliche Krankheit wie Psoriasis hat, sollte (unabhängig von Corona) <em>alle</em> <a href="https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Impfempfehlungen_node.html" rel="external nofollow">empfohlenen Impfungen</a> durchführen lassen. Das gilt auch dann, wenn man mit einem immunmodulierenden Medikament behandelt wird. <a href="https://www.aeda.de/uploads/media/AeDA_GPA_DGAKI_statement_zur_Anaphylaxie_auf_BioNTech_Pfizer_COVID_19_Impfstoff_in_UK_17_12_2020.pdf" rel="external nofollow">Sehr selten kommt es vor</a>, dass Menschen gegen Impfstoffkomponenten allergisch sind. Die können sich <em>nicht</em> impfen lassen. Aktuell ist es besonders wichtig, gegen Grippeviren und Pneumokokken geimpft zu sein. Die greifen, ebenso wie die Corona-Viren, die Atemwege an. Es gibt <a href="https://www.mdr.de/brisant/hilft-grippe-impfung-gegen-corona-100.html" rel="external nofollow">Untersuchungen</a>, nach denen Menschen mit Grippeimpfung deutlich seltener an Covid-19 erkrankt sind.
</p>

<p style="text-align: center;">
	<span class="ipsEmoji">👉</span> Mehr zum Thema Impfen: <span ipsnoautolink="true"><a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/bei-schwerer-oder-moderater-schuppenflechte-unbedingt-impfen-lassen" rel="">Die wichtigsten Impfungen bei Schuppenflechte</a></span>
</p>

<p>
	Übereinstimmend betonen alle Experten, dass es keine medizinischen Gründe gibt, sich <em>allein wegen einer Psoriasis</em> nicht gegen Corona impfen zu lassen. Das American College of Rheumatology <a href="https://creakyjoints.org/living-with-arthritis/coronavirus/covid-19-vaccines/american-college-rheumatology-clinical-guidance-covid-19-vaccine/" rel="external nofollow">empfiehlt Autoimmun- und Entzündungspatienten</a>, sich <em>so bald wie möglich</em> impfen zu lassen, selbst wenn man aktuell "im Schub" sei.
</p>

<p>
	Die Reihenfolge, in der geimpft wird, ist in der "Corona-Virus-Impfverordnung" geregelt. Mit schweren Erkrankungen, aber auch mit Psoriasis wirst Du bevorzugt geimpft. Die <a href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/corona-informationen-impfung/corona-impfverordnung-1829940" rel="external nofollow">Regelungen</a> werden regelmäßig aktualisiert. Vorgezogene Termin vereinbarst Du <a href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/corona-informationen-impfung/corona-impfung-infoseiten-1834482" rel="external nofollow">bei der entsprechenden Behörde des Bundeslandes</a>. Bescheinigungen gibt es in der Arztpraxis.
</p>

<p>
	Die US-Rheumatologen, prognostizieren, dass die <a href="https://creakyjoints.org/living-with-arthritis/coronavirus/covid-19-vaccines/american-college-rheumatology-clinical-guidance-covid-19-vaccine/" rel="external nofollow">Covid-19 Impfung nicht so gut wirkt</a>, wenn jemand ein Medikament einnimmt, mit dem das Immunsystem beeinflusst wird. <a href="https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00103-019-02905-1" rel="external nofollow">Das war jedenfalls bei anderen Impfungen bisher so</a>. Trotzdem: Selbst ein etwas weniger wirksamer Impfstoff kann auf jeden Fall einen <em>schweren</em> Verlauf von Covid-19 verhindern. Darin sind sich alle einig.
</p>

<p>
	Für weitere Fragen, z.B. wie sicher die Impfstoffe sind, mit welchen Nebenwirkungen du rechnen musst und worin sie sich unterscheiden, findest du viele seriöse Informationen im Internet, z.B. <a href="https://www.zusammengegencorona.de/infos-zum-impfen/informationen-fuer-buerger-innen" rel="external nofollow">beim Gesundheitsministerium</a>.
</p>

<h2>
	Medikamente absetzen? – Expertenmeinungen
</h2>

<p>
	Zur Frage, ob bei Psoriasis-Patienten die Medikamente wegen der Corona-Impfung abgesetzt werden sollten, gibt es unterschiedliche Empfehlungen:
</p>

<p>
	Aus dem Jahr 2019 stammt eine allgemeine Empfehlung für "<a href="https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00103-019-02905-1" rel="external nofollow">Impfen bei Immundefizeinz</a>" , veröffentlicht von einer Expertengruppe des RKI. Auf der <a href="https://www.bvdd.de/aktuelles-presse/newsroom/alle-nachrichten/details/patienten-unter-immunmodulierender-immunsuppressiver-therapie-bei-chron-entz-dermatosen/" rel="external">Internetseite des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen</a> gibt Dr. Ralph von Kiedrowski seine persönliche Einschätzung für <em>Haut</em>-Patienten ab. Er beschreibt, wie er in der Praxis damit umgeht. Eine "offizielle" Stellungnahme von <a href="https://www.bvdd.de/der-verband/ueber-uns/" rel="external">BVDD</a>, <a href="https://derma.de/ddg/ueber-die-ddg/" rel="external nofollow">DDG</a> und <a href="https://www.psonet.de/ueber-psonet/" rel="external"><abbr title="Das PsoNet ist ein Zusammenschluss von Ärzten, die sich auf die Therapie der Psoriasis spezialisiert haben."><abbr title="Das PsoNet ist ein Zusammenschluss von Ärzten, die sich auf die Therapie der Psoriasis spezialisiert haben.">PsoNet</abbr></abbr></a>) gibt es bisher noch nicht. Für Rheuma-Patienten, mit denen Psoriasis-arthritis-Betroffene meist verglichen werden, gibt es zwei offizielle Empfehlungen: eine von der <a href="https://dgrh.de/Start/Wissenschaft/Forschung/COVID-19/Impfung-gegen-SARS-CoV2.html" rel="external nofollow">Deutschen </a><a href="https://dgrh.de/dam/jcr:bd23d11a-0ad7-4c2e-b09a-3e3f4f05aef7/DGRh%20Empfehlungen%20COVID19_Rheuma%20Update%20Juli%202020.pdf" rel="external nofollow">Rheumatologischen</a><a href="https://dgrh.de/Start/Wissenschaft/Forschung/COVID-19/Impfung-gegen-SARS-CoV2.html" rel="external nofollow"> Gesellschaft</a> und eine des <a href="https://www.rheumatology.org/Portals/0/Files/COVID-19-Vaccine-Clinical-Guidance-Rheumatic-Diseases-Summary.pdf" rel="external nofollow">American College of Rheumatology</a>.
</p>

<p>
	Alle Stellungnahmen gehen davon aus, dass der Impferfolg am effektivsten wäre, wenn das Immunsystem rund um die Impfung nicht zusätzlich geschwächt werden würde. <strong>Wenn geplant ist, eine neue Therapie zu beginnen, sollte deshalb möglichst die Impfung schon abgeschlossen sein.</strong> Für diejenigen, die bereits mit einem Medikament behandelt werden, gibt es unterschiedliche Ratschläge. Warum, erklären wir im Folgenden.
</p>

<h3>
	Bei Schuppenflechte der Haut grundsätzlich absetzen
</h3>

<p>
	Für Betroffene mit einer entzündlichen <em>Haut</em>-Erkrankung wie der Schuppenflechte rät Dr. von Kiedrowski die Therapie vor und nach der Impfung zu unterbrechen. Bei Medikamenten, die in sehr großen Abständen gegeben werden, sollte nach der Hälfte der Zeit geimpft werden. Das Immunsystem solle bei der Impfung möglichst wenig geschwächt sein, um sich gegen das Virus wappnen zu können. Dafür benötige man die Lymphozyten, die durch Psoriasis-Medikamente verringert werden. Das Immunsystem benötige, so von Kiedrowski, 7 bis 10 Tage für eine sichere Impfantwort. Wenn die Therapie fürs Impfen kurzfristig unterbrochen werde, sei „nur selten mit einer Verschlechterung der Grunderkrankung zu rechnen. Das läge vor allem an den hochwirksamen Medikamenten.
</p>

<h3>
	Tipps für Hauterkrankte
</h3>

<p>
	Wer mit einem innerlichen Medikament gegen Schuppenflechte behandelt wird, sollte den Impftermin zeitlich mit der Therapie abstimmen: Dr. von Kiedrowski rät, zwei Wochen vor und nach der Impfung keines der Psoriasis-Medikamente zu verabreichen. Denn das Immunsystem benötigt bis zu 10 Tage, um auf den Impfstoff zu reagieren. Medikamente, die täglich, wöchentlich oder alle 2 Wochen gegeben werden, setzt er für vier Wochen ab. Ist der Behandlungsintervall länger, z.B. alle 4, 6, 8 oder 12 Wochen, wird die Therapie nicht unterbrochen. Der Impftermin sollte dann möglichst genau in der Mitte liegen. Um die zweiwöchige Pause nach der Impfung einzuhalten, könne das Medikament bedenkenlos eine Woche später verabreicht werden. Das gilt für den ersten und den zweiten Impftermin.
</p>

<p>
	Die Abstände zwischen Erst- und Zweitimpfung sind bei den Impfstoffen unterschiedlich. <strong>Deshalb haben wir eine <a href="https://www.psoriasis-forum-berlin.de/downloads/Zeitweise/Themenblaetter/Impfkalender.pdf" rel="external nofollow">Übersicht</a> erstellt, wie Du optimal Impftermine und Therapie miteinander abstimmen könntest. </strong>Bitte sprich das rechtzeitig mit der Ärztin oder dem Arzt ab. Es können medizinische Gründe vorliegen, die andere Abstände nötig machen. Nur, wenn du das <em>vor der Terminvergabe </em>abgeklärt hast, hast du eine Chance, dass Dein persönlicher Wunsch berücksichtigt wird.
</p>

<h3>
	Bei Gelenk-Psoriasis grundsätzlich nicht absetzen
</h3>

<p>
	Für Betroffene mit einer entzündlichen <em>Gelenk</em>erkrankung wie der Psoriasis arthritis raten die <a href="https://dgrh.de/dam/jcr:bd23d11a-0ad7-4c2e-b09a-3e3f4f05aef7/DGRh%20Empfehlungen%20COVID19_Rheuma%20Update%20Juli%202020.pdf" rel="external nofollow">deutschen</a> wie die <a href="https://creakyjoints.org/living-with-arthritis/coronavirus/covid-19-vaccines/american-college-rheumatology-clinical-guidance-covid-19-vaccine/" rel="external nofollow">US-amerikanischen</a> Rheumatologen das Gegenteil: Die Medikamente sollten wegen einer Corona-Schutzimpfung grundsätzlich <em>nicht</em> abgesetzt werden. Das Risiko, dass die Erkrankung wieder aufflammt, wird als „erheblich eingeschätzt“. Das ist nachvollziehbar: Leider <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/mirikizumab/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2018/" rel="">wirken Medikamente gegen die Gelenk-Psoriasis immer noch deutlich schlechter</a> als gegen die Haut-Psoriasis. Das bestätigte uns auch Dr. von Kiedrowski aus seinem Praxisalltag. Die Sorge vor einem Wieder-Aufflammen der Erkrankung könnte bei den Rheumatologen auch aus einem anderen Grund größer sein, als bei den Dermatologen: Rheumatologischen Erkrankungen seien teilweise mit schweren Organschäden verbunden, so Dr. Fabian Proft von der Charité in Berlin.
</p>

<h3>
	Tipps für Gelenkerkrankte
</h3>

<p>
	Die deutschen Rheumatologen raten, <em>alle</em> Medikamente weiter anzuwenden, wenn geimpft wird. Einzige Ausnahme ist ein Wirkstoff, der nicht bei Psoriasis Arthritis verschrieben wird: Rituximab.
</p>

<p>
	Die US-amerikanischen Rheumatologen dagegen empfehlen nur, <em>alle Biologika</em> und Ciclosporin weiter anzuwenden. Bei Methotrexat (<abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>) empfehlen sie zu unterscheiden: Schlägt es gut an, sollte es eine Woche nach der Impfung ausgesetzt werden. Kann damit aber die Krankheit nicht so gut kontrolliert werden, sollte es weitergenommen werden. Ansonsten riskiere man einen erneuten Schub. Die deutschen Impfexperten <a href="https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00103-019-02905-1" rel="external nofollow">weisen darauf hin</a>, dass von niedrig dosiertem <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> "keine wesentliche Immunsuppression" zu erwarten sei. Deshalb müsse auch das nicht abgesetzt werden.
</p>

<p>
	Die US-Experten empfehlen, JAK-Hemmer (z.B.Xeljanz und Rinvoq) generell eine Woche <em>nach</em> jeder Impfung abzusetzen.
</p>

<p>
	Sehr uneinig sind sie sich bei hoch dosierten Kortikosterioden (täglich ≥20 mg). Die einen empfahlen, das Medikament weiterzugeben, andere würden die Dosis vor der Impfung herabsetzen. Deutsche Impf-Experten <a href="https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00103-019-02905-1" rel="external nofollow">verweisen </a><a href="https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00103-019-02905-1" rel="external nofollow">darauf</a>, dass "eine Hochdosis-Glukokortikoid-Therapie über ≥2 Wochen bzw. eine Stoßtherapie mit sehr hohen Dosen als schwer immunsuppressiv" gilt. Deshalb empfehlen die deutschen Rheumatologen, eine Therapie mit Kortisonpräparten (v.a. Methylprednisolon oder Triamconolon) völlig zu vermeiden oder deutlich zu verringern.
</p>

<h3>
	„Kein Evangelium“
</h3>

<p>
	Sympathisch ist, dass diese anerkannten US-Rheumatologen deutlich sagen, dass ihre Aussagen kein „Evangelium“ seien. Zum einen würde sich das Wissen darüber ständig weiterentwickeln. Zum anderen gäbe es große Unterschiede zwischen den Patienten. Wenn also die Mediziner, die Deine Gelenk-Schuppenflechte behandeln, etwas anderes vorschlagen, kann das trotzdem in Deinen Fall richtig sein.
</p>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<ul>
	<li>
		Die Allgemeinärztin Dr. Ulrike Koock hat <a href="https://www.schwesterfraudoktor.de/2021/01/04/die-corona-impfung-fragen-aus-der-praxis/" rel="external nofollow">in ihrem Blog "Schwesterfraudoktor"</a> 10 Fragen aufgeschrieben und beantwortet, die ihre Patienten immer wieder stellen.
	</li>
	<li>
		Dr. Marc Hanefeld hat sich mit der <a href="https://marc-hanefeld.de/mrna-impfung_kritik/" rel="external nofollow">Kritik an der mRNA-Impfung</a> beschäftigt.
	</li>
	<li>
		Martin Moder von den Science Busters macht ohnehin großartige Videos. Inzwischen hat er auch viel rund um das Thema Corona sehr griffig erklärt. Ein Ausflug <a href="https://www.youtube.com/channel/UCcI7BrrJQk1C5xhHWqAxu3w" rel="external nofollow">zu seinem YouTube-Kanal</a> ist deshalb sowieso alle paar Tage zu empfehlen.
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">1099</guid><pubDate>Fri, 05 Feb 2021 14:19:00 +0000</pubDate></item><item><title>Den Daivobet-Applikator gibt's nicht mehr</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/daivobet-applikator/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2020_07/daivobet-gel-applikator.jpg.f2aa0f6532998c686d782dd95edd616c.jpg" /></p>
<p>
	Seit 1. Juli 2020 gibt es das Daivobet Gel nicht mehr im großen Applikator. Aber: Ganz klassisch in der Plastikflasche ist Daivobet Gel weiterhin zu haben, als Xamiol Gel sowieso. Auch die Daivobet Salbe bleibt auf dem Markt.
</p>

<p>
	Daivobet Gel enthält eine Mischung aus den Wirkstoffen <span ipsnoautolink="true">Calcipotriol</span> (Vitamin D3) und <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/kortison/kortison-aeusserlich" rel="">Betamethason</a> (Kortison).
</p>

<p>
	Der Applikator war vor viereinhalb Jahren auf den Markt gebracht worden, damit das Gel genauer dort aufgetragen werden kann, wo es gebraucht wird. Außerdem wurde so auf die Kritik reagiert, dass die recht starre Plastikflasche schwer zu handhaben ist – auch und gerade von Menschen mit <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span>. Zudem war die Öffnung nach dem Abschneiden je nach Geschick und Werkzeug manchmal scharfkantig. Einmal abgeschnitten, konnte die Öffnung auch leicht zu groß oder zu klein ausfallen.
</p>

<p>
	Der Applikator war deutlich höher als die Plastikflasche, enthielt aber ebenfalls 60 Gramm des Medikamentes Daivobet als Gel.
</p>

<div>
	 
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">1078</guid><pubDate>Thu, 09 Jul 2020 20:21:00 +0000</pubDate></item><item><title>Psoriasis-Medikamente k&#xF6;nnten vor schweren Folgen der Corona-Infektion sch&#xFC;tzen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/biologika-corona-risikogruppe/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2020_04/coronavirus-rot.jpg.0c29c72c415505eb914d61325ba9ed54.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Ein Satz inmitten einer Pressemitteilung barg für Menschen mit Schuppenflechte eine vorsichtige Hoffnung: Sind Patienten vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus besonders geschützt, wenn sie <strong>entzündungshemmende Medikamente nehmen</strong>? Oder erkranken sie nur weniger heftig daran, wenn sie sich infiziert haben?</strong>
</p>

<p>
	Forscher aus Erlangen haben in den letzten drei Wochen etwa 1000 Patienten untersucht. Dabei fiel ihnen auf, dass "Patienten mit Erkrankungen wie Rheuma, Darmentzündung oder <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> durch ihre entzündungshemmenden Medikamente offensichtlich keine oder nur sehr selten Anzeichen einer Infektion mit SARS-CoV-2 zeigen".
</p>

<p>
	„Covid-19 löst eine überschießende Immunreaktion aus, die zu einer Entzündung der Lungenbläschen führt, was wiederum den Gasaustausch in der Lunge empfindlich stört“, erklärt Professor Georg Schett vom <a href="https://www.dzi.uk-erlangen.de/" rel="external nofollow">Deutschen Zentrum Immuntherapie</a> des Universitätsklinikums Erlangen. Auslöser dieser Entzündung sind Botenstoffe, die von den Lungen- und Immunzellen produziert werden – sogenannte Zytokine. Mehrere dieser Botenstoffe spielen auch bei Erkrankungen wie Rheuma, Darmentzündung sowie Schuppenflechte eine wesentliche Rolle", so Schett. Letztere werden mit speziellen Medikamenten behandelt – mit Zytokin-Hemmern. Und die können COVID-19-Infektionen hemmen, bevor sich die Viren im Körper ausbreiten können.
</p>

<p>
	Welche Medikamente damit gemeint sind, lieferte Professor Schett gegenüber dem Psoriasis-Netz per Mail nach: "Biologika mit Hemmung von TNF-alpha, IL-17 oder IL-23". Das wären dann Cimzia, <span ipsnoautolink="true">Cosentyx</span>, Enbrel, <span ipsnoautolink="true">Humira</span>, Ilumetri, <span ipsnoautolink="true">Kyntheum</span>, Simponi, <span ipsnoautolink="true">Skyrizi</span>, Stelara, <span ipsnoautolink="true">Remicade</span>, Taltz und <span ipsnoautolink="true">Tremfya</span>.
</p>

<p>
	Professor Schett hatte gemeinsam mit seinen Kollegen Professor Michael Sticherling von der Uni-Hautklinik und Professor Markus Neurath von der Klinik für Innere Medizin innerhalb von drei Wochen besagte 1000 Probanden auf Antikörper gegen COVID-19 untersucht. Unter den Testpersonen waren Patienten mit Immunerkrankungen, die Zytokin-Hemmer einnehmen, sowie Kontrollpersonen aus dem medizinischen Bereich.
</p>

<p>
	Das Ergebnis: Vier Prozent der medizinisch tätigen und zwei Prozent der nicht medizinisch tätigen Kontrollpersonen hatten Antikörper gegen das Coronavirus entwickelt. Doch von den Patienten mit Rheuma, Darmentzündung oder Schuppenflechte hatte nicht einer diese Antikörper im Blut. „Es scheint, dass die Zytokin-Hemmer die Infektion mit SARS-COV-2-Viren von Anfang an einschränken, so dass keine Antikörper gebildet werden“, so Professor Schett. Für ihn ist klar: Personen mit Rheuma, Darmentzündung oder Schuppenflechte sind nicht als Risikogruppe für Covid-19 zu betrachten, sondern dürften aufgrund ihrer Therapie vor der Krankheit geschützt sein.
</p>

<p>
	Das sieht auch <a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen/professor-kristian-reich/" rel="">Professor Kristian Reich</a> so: Er erklärte gegenüber dem Psoriasis-Netz: "Wer mit einem der typischen Psoriasis-Biologika behandelt wird, insbesondere Inhibitoren von IL-17 oder IL-23, und ansonsten keine anderen Risikofaktoren aufweist, gehört nicht zu einer besonderen Risikogruppe."
</p>

<h2>
	Vor "Überinterpretation" wird gewarnt
</h2>

<p>
	Professor Sticherling warnt <a href="https://psoriasis-bund.de/aktuelles/meldungen/meldungen-im-detail/news/hemmen-psoriasis-medikamente-das-coronavirus/" rel="external">in einem Beitrag vom Deutschen Psoriasis-Bund</a> e.V. vor einer Überinterpretation der Erkenntnisse, "wenn daraus gefolgert wird, dass Menschen unter zytokin-hemmenden Medikamenten sicher geschützt seien und die Hygienemaßnahmen vernachlässigen könnten oder gar die untersuchten Medikamente vorbeugend genommen werden sollten." Ein Argument für diese Relativierung liefert er gleich mit: Die an der Studie beteiligten Patienten könnten auch wegen des allgemeinen Rats zur Vorsicht besonders sorgsam gewesen und deshalb seltener infiziert worden sein.
</p>

<p>
	In einigen Monaten werden Registerdaten zeigen, was an der Beobachtung der Erlanger Wissenschaftler dran ist.
</p>

<p>
	Professor Schett und Kollegen publizierten vor einigen Tagen im Fachblatt "Nature Reviews Immunology" bereits einen <a href="https://www.nature.com/articles/s41577-020-0312-7" rel="external nofollow">Kommentar mit vielen Einzelheiten</a> zur Wirkung verschiedener Wirkstoffe.
</p>

<p>
	Die vielleicht gute Nachricht für Psoriasis-Patienten ging allerdings ohnehin angesichts der anderen Themen der Pressekonferenz und -mitteilung etwas unter: In Erlangen wird an einem passiven Impfstoff gegen das Coronavirus gearbeitet, und der könnte ab Ende des Jahres in klinischen Studien getestet werden. Außerdem soll ein Medikament aus dem Blutplasma ehemaliger COVID-19-Patienten dort beweisen, wie wirksam es ist.
</p>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="19664" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2020_04/professor-georg-schett-erlangen.jpg.d515dccde1b75ee33ebc089624384de1.jpg" rel=""><img alt="Professor Georg Schett und Kollege" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19664" style="height: auto;" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2020_04/professor-georg-schett-erlangen.jpg.d515dccde1b75ee33ebc089624384de1.jpg" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png"></a>Professor Georg Schett und seine Kollegen untersuchen, ob Menschen mit Schuppenflechte, Psoriasis arthritis und anderen Erkrankungen vor Covid-19 geschützt sind
</div>

<h2>
	Expertenrat für Psoriasis-Patienten, die Medikamente nehmen
</h2>

<p>
	Ansonsten gilt für alle, die wegen Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis ein innerliches Medikament nehmen, die Empfehlung der Hautärzte-Experten vom BVDD und DDG:
</p>

<ul>
	<li>
		Wer IL-17-, IL-23- und IL-12/23- Blocker, Fumarsäureester, Apremilast oder Methotrexat so nimmt, wie es in der Packungsbeilage steht, hat kein erhöhtes Risiko für oder bei Infektionen. In Markennamen ausgedrückt: Das gilt für Cosentyx, <span ipsnoautolink="true">Fumaderm</span>, <span ipsnoautolink="true">Ilumetri</span>, Kyntheum, <span ipsnoautolink="true"><abbr title="Methotrexat">MTX</abbr></span>, <span ipsnoautolink="true">Otezla</span>, <span ipsnoautolink="true">Skilarence</span>, Skyrizi, <span ipsnoautolink="true">Stelara</span>, <span ipsnoautolink="true">Taltz</span> und Tremfya.
	</li>
	<li>
		Bei TNF-Blockern könnte das Risiko <em>geringfügig</em> erhöht sein. TNF-alpha-Blocker sind <span ipsnoautolink="true">Cimzia</span>, <span ipsnoautolink="true">Enbrel</span> (und seine Biosimilars Benepali und Erelzi), Humira (und seine Biosimilars Amgevita, Cyltezo, Imraldi und Solymbic), Remicade (und seine Biosimilars Flixabi, Inflectra und Remsima) sowie <span ipsnoautolink="true">Simponi</span>.
	</li>
	<li>
		Bei <span ipsnoautolink="true">Ciclosporin</span> ist die Datenlage nicht einheitlich. Bei früheren Virus-Ausbreitungen hatten Transplantat-Patienten während einer Ciclosporin-Therapie nicht deutlich mehr Komplikationen – und die bekommen eine deutlich höhere Dosis des Medikamentes als Psoriasis-Patienten. Aber: Für sie waren sicherlich besondere Schutzmaßnahmen getroffen worden. Grundsätzlich sollten ältere Patienten über 60 und ihre Ärzte aufmerksamer sein – und die mit zusätzlichen Erkrankungen wie Diabetes oder COPD sowie die, die sich ohnehin öfter als andere einen Infekt "einfangen".
	</li>
	<li>
		Die Expertengruppe rät grundsätzlich dazu, bereits begonnene Therapien mit diesen Medikamenten beizubehalten. Auch eine Neueinstellung halten sie für möglich – natürlich nach einer Abwägung von Nutzen und Risiko, die aber immer passieren sollte.
	</li>
	<li>
		Bei TNF-alpha-Blockern und bei Ciclosporin sollte das Risiko für Infektionen jedes Einzelnen abgewogen werden. Wichtig für den Hinterkopf: Bei TNF-alpha-Blockern kann Fieber ausbleiben, das sonst ein Symptom für eine Infektion ist.
	</li>
	<li>
		Bei Fieber, Atemwegs-Problemen und bei anderem Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gilt – neben der üblichen Diagnostik: Die nächste Einnahme oder Injektion sollte um einige Tage bis wenige Wochen verschoben werden.
	</li>
	<li>
		Empfohlen wird eine Pneumokokken-Impfung. Zwar ist die Grippe-Saison im Frühjahr auf dem Rückzug, in manchen Fällen kann die Impfung mit dem Vierfach-Totimpfstoff jedoch weiterhin angeraten sein. Aber Achtung: Nach der Impfung muss die Therapie pausieren.
	</li>
</ul>

<p>
	?<strong>Welche Erfahrungen hast du während der Corona-Zeit mit deiner Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis gemacht? Oder suchst du nach Tipps von anderen Betroffenen? <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/" rel="">Willkommen in unserer Community</a></strong>!
</p>

<h2>
	Mehr zum Thema
</h2>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Coronavirus-Rheuma-Medikamente-nicht-absetzen,coronavirus1480.html" rel="external nofollow">Beitrag bei "Visite" vom NDR</a>, warum Rheuma-Medikamente jetzt nicht abgesetzt werden sollten
	</li>
	<li>
		<a href="https://covapp.charite.de/" rel="external nofollow">Entscheidungshilfe der Charité</a>, ob man zur Untersuchung gehen sollte und ob ein Test sinnvoll ist (<em>vor allem am Smartphone gut nutzbar</em>)
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html" rel="external nofollow">Übersichtsseite des Robert-Koch-Instituts</a> mit Verweisen auf viele Quellen
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html" rel="external nofollow">Fragen und Antworten</a> des RKI
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html" rel="external nofollow">Hilfestellungen für Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren Verlauf</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.ndr.de/nachrichten/info/Coronavirus-Update-Der-Podcast-mit-Christian-Drosten-Sandra-Ciesek,podcastcoronavirus100.html" rel="external nofollow">Tägliches Update des Virologen Christian Drosten</a> im NDR-Podcast (und <a href="https://www.ndr.de/nachrichten/info/Coronavirus-Update-Die-Podcast-Folgen-als-Skript,podcastcoronavirus102.html" rel="external nofollow">hier</a> die Folgen als Manuskript zum Nachlesen)
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.riffreporter.de/de/wissen/corona-live-ticker-kupferschmidt" rel="external">Liveticker des Journalisten Kai Kupferschmidt</a> bei den RiffReportern
	</li>
</ul>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.dzi.uk-erlangen.de/aktuelles/nachrichten/detail/neue-moeglichkeiten-fuer-immundiagnostik-und-therapie-bei-covid-19" rel="external nofollow">Pressemitteilung</a> des Universitätsklinikum Erlangen
	</li>
	<li>
		<a href="https://idw-online.de/de/news745216" rel="external nofollow">weitere Pressemitteilung</a> der Uniklinik
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.bvdd.de/fileadmin/BVDD/Artikel/Nachrichten/2020/Rundschreiben_PsoBest_PsoNet_Corona_final_1.0.pdf" rel="external">Empfehlung</a> vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">1068</guid><pubDate>Thu, 23 Apr 2020 11:11:00 +0000</pubDate></item><item><title>Was Psoriasis-Patienten zum Coronavirus wissen sollten</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/coronavirus-psoriasis-medikamente/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2020_03/virus-blau.jpg.18fd40aece9e755041df391f20a36541.jpg" /></p>

<p>
	<strong>Sind Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis anfälliger für eine Infektion mit dem neuen Coronavirus? Müssen sie sich besonders schützen, um nicht die COVID-19-Erkrankung zu bekommen? Und was, wenn das Immunsystem schon von einem Immunsuppressivum unterdrückt wird?</strong>
</p>

<ul>
	<li>
		Bislang kann man sagen: Wer Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis hat, ist nicht grundsätzlich anfälliger für eine Infektion mit dem Coronavirus.
	</li>
	<li>
		<em>Wenn</em> jemand dann an Covid-19 erkrankt, <em>kann</em> das schwer verlaufen. Deshalb ist der eigene Schutz und der aller Leute ringsherum so wichtig.
	</li>
</ul>

<p>
	Das oberste Gebot in aufgeregten Zeiten lautet nach wie vor:
</p>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="gif" data-fileid="19663" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2020_03/keine-panik.gif.685b8ba5c13f76ddb17f1329f00d834c.gif" rel=""><img alt="Keine Panik" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19663" style="height: auto;" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2020_03/keine-panik.gif.685b8ba5c13f76ddb17f1329f00d834c.gif" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png"></a>
</p>

<p>
	Dieser Meinung sind auch die Experten vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen. "Fakt ist: Grundsätzlich ist das Risiko einer Infektion mit dem Virus nicht höher als das Ansteckungsrisiko für andere Keime, <a href="https://www.bvdd.de/aktuelles-presse/newsroom/gesundheitspolitik/details/corona-infektion-selbst-bei-psoriasis-unter-systemtherapie-kein-grund-zur-panik/" rel="external">erklärte Dr. Ralph von Kiedrowski</a>. "Insofern gelten für Psoriasis-Patienten, die ansonsten gesund sind, die gleichen Vorsichtsmaßregeln wie für alle: Händehygiene, Abstand halten von Erkrankten sowie die Beachtung der Husten- und Nies-Etikette." Letztere besagen: Es wird in den Ellbogen geniest, und Einmaltaschentücher haben ihren Namen nicht umsonst – sie sind nach dem Gebrauch zu entsorgen.
</p>

<p>
	Professor Christian Drosten, der derzeit wohl bekannteste Virologe Deutschlands, rät inzwischen dazu, "Behandlungen bald vor allem auf Senioren und Menschen mit Grunderkrankungen (zu) beschränken" – also auch auf Menschen mit Psoriasis oder Psoriasis arthritis. In seinem täglichen Podcast auf NDR Info sagte er in der Folge vom 9. März 2020:
</p>

<blockquote>
	<p>
		Dann haben wir zusätzlich noch in allen Bevölkerungsgruppen wahrscheinlich ein höheres Risiko bei Grunderkrankungen. Das können <strong>Patienten mit Immunsuppression</strong> sein, mit Tumorerkrankungen. Es können aber auch Patienten mit metabolischen Grunderkrankungen sein, also Diabetiker, Personen, die einfach einen hohen Körperfett-Index haben. Und Personen, die auch aus anderen Gründen an Herz und Lunge vorgeschädigt sind.
	</p>
	<cite><a href="https://www.ndr.de/nachrichten/info/9-Wir-muessen-die-aelteren-Menschen-schuetzen,audio650168.html" rel="external nofollow">https://www.ndr.de/nachrichten/info/9-Wir-muessen-die-aelteren-Menschen-schuetzen,audio650168.html</a></cite>
</blockquote>

<p>
	Für die "jüngeren, besonders Gefährdeten" fordert er eine Regelung, "die es allen Arbeitgebern ermöglicht, solche Personen entweder für eine Zeit freizustellen und dann mit Aufgaben zu betrauen, die unter der Überschrift Homeoffice stehen".
</p>

<p>
	Das heißt: <strong>Wer eine immunsuppressive Therapie bekommt, sollte seinen Arbeitgeber fragen, ob er im Homeoffice arbeiten kann.</strong>
</p>

<h2>
	Therapie-Pause bei Coronavirus-Symptomen
</h2>

<p>
	Bei Symptomen einer Coronavirus-Infektion sollte der Betroffene abklären lassen, ob sein Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion begründet ist. Dabei hilft die Telefon-Hotline 116117 weiter oder ein Anruf beim behandelnden Arzt. Bis der Verdacht bestätigt oder eben nicht bestätigt ist, sollte bei einer innerlichen Psoriasis-Therapie – egal welcher – eine Pause eingelegt werden.
</p>

<p>
	Das ist auch die internationale Sicht: Das International Psoriasis Council, ein Netzwerk von mehr als 100 Psoriasis-Experten, <a href="https://www.psoriasiscouncil.org/blog/COVID-19-Statement.htm#" rel="external nofollow">empfiehlt</a>, die Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten einzustellen oder zu verschieben, wenn die Krankheit COVID-19 diagnostiziert wurde.
</p>

<h2>
	Symptome von Covid-19
</h2>

<p>
	Die Erkrankung Covid-19 zeigt sich mit
</p>

<ul>
	<li>
		Schnupfen
	</li>
	<li>
		erhöhter Temperatur oder Fieber
	</li>
	<li>
		Halsschmerzen
	</li>
	<li>
		Kopfschmerzen
	</li>
	<li>
		Kurzatmigkeit
	</li>
	<li>
		Muskel- oder Gelenkschmerzen
	</li>
	<li>
		Schluckbeschwerden oder
	</li>
	<li>
		Durchfall
	</li>
</ul>

<h2>
	Vorsorglich die Therapie unterbrechen?
</h2>

<p>
	Ob eine innerliche Therapie der <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> oder <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> prophylaktisch abgesetzt werden sollte, kann niemand pauschal beantworten. Da hilft nur ein Gespräch mit dem Arzt, der das Medikament verordnet hat. "Bei den jährlichen Grippewellen der letzten Jahre haben wir bislang nicht dazu geraten", so Dr. von Kiedrowski. Aber: Wer auch bisher schon während der Therapie öfter Infekte bekommen hat oder zu alledem noch eine Lungenerkrankung hat, sollte laut dem Hautärzte-Verband mit seinem Arzt eher über eine vorsorgliche Pause nachdenken als andere.
</p>

<p>
	Genannt werden speziell die Medikamente, die gegen TNF-Alpha arbeiten. Sie "weisen in Studien und Registern ein höheres Infektionsrisiko auf als die Substanzen zur Inhibition von IL17, IL23 oder PDE4", so der BVDD.
</p>

<p>
	Das heißt: Das Infektionsrisiko ist <em>etwas</em> höher bei
</p>

<ul>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Cimzia</span>
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Enbrel</span> (und seinen Biosimilars Benepali und Erelzi)
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Humira</span> (und seinen Biosimilars Amgevita, Cyltezo, Imraldi und Solymbic)
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true"><abbr title="Methotrexat">MTX</abbr></span>
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Remicade</span> (und seinen Biosimilars Flixabi, Inflectra und Remsima)
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Simponi</span>
	</li>
</ul>

<p>
	Bei folgenden Medikamenten ist das Infektionsrisiko nicht so hoch:
</p>

<ul>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Cosentyx</span>
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Ilumetri</span>
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Kyntheum</span>
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Otezla</span>
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Skyrizi</span>
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Taltz</span>
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Tremfya</span>
	</li>
</ul>

<p>
	Bei IL-12/-23-Blockern wie <span ipsnoautolink="true">Stelara</span> und bei <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> kann es nach Erfahrung der Mediziner passieren, dass Infektionen verzögert bemerkt werden. Und: <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> kann in seltenen Fällen (seltenen!) die Lunge schädigen – genau das Organ, auf das es auch das Coronavirus abgesehen hat.
</p>

<p>
	In einem <a href="https://www.psobest.de/wp-content/uploads/2020/03/RundschreibenPsoBestPsoNetCoronafinal1.0.pdf" rel="external nofollow">Schreiben vom 18. März 2020</a> an alle Arztpraxen und Kliniken sortierten Deutschlands führende Psoriasis-Experten diese Liste etwas anders: Nach den Erkenntnissen des Gremiums gibt es auch bei <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> und zusätzlich bei Fumaderm und Skilarence kein erhöhtes Risiko für oder bei für oder bei Viruserkrankungen.
</p>

<p>
	In dem Schreiben wird auch auf <span ipsnoautolink="true">Ciclosporin</span> eingegangen. Dort sei die Datenlage uneinheitlich. Bei anderen Virus-Endemien hatten demnach selbst Transplantations-Patienten, die für gewöhnlich eine höhere Dosis Ciclosporin nehmen, keine deutlich erhöhten Risiken für Komplikationen. Nur: Solche Patienten sind vermutlich besonders vor allen schädlichen Einflüssen geschützt. Die Haut-Experten raten jedenfalls zur Vorsicht bei Patienten über 60 sowie die mit zusätzlichen Erkrankungen wie Diabetes oder COPD. Auch diejenigen, die auch vorher schon während der Therapie mit Ciclosporin zu Infekten neigen, sollen besonders aufpassen.
</p>

<p>
	"Wir raten grundsätzlich zur Beibehaltung der vorgenannten Medikamente bei allen Patienten mit Psoriasis, die eine entsprechende Indikation aufweisen" schreiben die Experten. Auch Neueinstellungen auf innerliche Medikamente seien möglich. Aber: "Bei den TNF-alpha-Blockern und bei Ciclosporin sind individuelle Risikofaktoren für Infektionen besonders zu beachten und die klinischen Verläufe sorgfältig zu verfolgen". Hingewiesen wird explizit darauf, dass bei der Behandlung mit TNF-alpha-Blockern eine Fieberreaktion ausbleiben könnte, die sonst unter anderem eine Infektion mit dem Coronavirus anzeigt.
</p>

<h2>
	Wenn eine innerliche Therapie neu begonnen werden soll
</h2>

<p>
	Experten auf europäischer Ebene raten dazu, eine neue Therapie mit einem immunsuppressiven Mittel und Biologika erst einmal aufzuschieben. Dabei handelt es sich zwar um einen Rat von Gastroenterologen für Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, doch die dort eingesetzten Medikamente sind denen bei Psoriasis ähnlich. Konkret lautet ihr Tipp:
</p>

<blockquote>
	<p>
		Wann immer möglich, sollte die Behandlung während der COVID-19-Epidemie auf der Grundlage einer individuellen Risikobewertung aufgeschoben werden.
	</p>
	<cite><a href="https://www.ecco-ibd.eu/images/6_Publication/6_8_Surveys/1st_interview_COVID-19%20ECCOTaskforce_published.pdf" rel="external nofollow">https://www.ecco-ibd.eu/images/6_Publication/6_8_Surveys/1st_interview_COVID-19%20ECCOTaskforce_published.pdf</a></cite>
</blockquote>

<p>
	Andere Gastroenterologen schließen sich dem an, sie denken aber an die Fälle, in denen die Erkrankung so aktiv ist, dass mit einem Beginn der Therapie nicht gewartet werden kann. Dann, <a href="https://www.thelancet.com/journals/langas/article/PIIS2468-1253(20)30085-6/fulltext" rel="external nofollow">schreiben sie im Journal "The Lancet"</a>, sollte zu den üblichen Tests vor einer Biologika-Therapie auch eine Prüfung auf SARS-CoV-2 dazugehören.
</p>

<h2>
	Das sagt ein niedergelassener Hautarzt
</h2>

<p>
	"Ich denke, dass es nicht notwendig ist, die Medikation ganz abzusetzen", meint <a href="https://www.hautcentrum-stuttgart.de/index.php?id=5" rel="external nofollow">Dr. Armin Philipp</a>, Hautarzt in Stuttgart. "Aber natürlich sind Patienten, die eine immunsuppressive Therapie anwenden, gefährdeter. Um so wichtiger ist es, die allgemein empfohlenen Hygieneregeln einzuhalten."
</p>

<p>
	Einen weiteren Rat gibt der Hautärzte-Verband: Wer sich noch keine Grippe- oder Pneumokokken-Impfung geben lassen hat, kann das auch jetzt noch tun.
</p>

<h2>
	Das sagen Rheumatologen
</h2>

<p>
	 „Wir wissen, dass Patienten mit aktivem entzündlichen Rheuma generell infektanfälliger sind“, gibt Professor Hendrik Schulze-Koops von der Ludwig-Maximilians-Universität München zu bedenken. Er ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie. Gründe für die Infektanfälligkeit seien die Erkrankung selbst und die Medikamente, die die Immunabwehr unterdrücken.
</p>

<p>
	Neben den üblichen Hygiene-Regeln rät er dazu, den Impfschutz zu überprüfen und, abgestimmt mit dem Rheumatologen, zu vervollständigen. „Besonders Impfungen gegen Atemwegserkrankungen wie Influenza, Pneumokokken und Keuchhusten sind derzeit wichtig“, so Schulze-Koops. Auch Angehörige und enge Kontaktpersonen sollten über die Schutzimpfungen verfügen, die die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt.
</p>

<p>
	Schulze-Koops erklärt:
</p>

<ul>
	<li>
		Eine rheumatologische Basistherapie sollte auf keinen Fall ohne ärztlichen Rat abgesetzt werden.
	</li>
	<li>
		Arzttermine zur Routineuntersuchung sollten nach telefonischer Absprache verschoben werden.
	</li>
	<li>
		Wer an Covid-19 erkrankt, sollte auch seinen behandelnden Rheumatologen (telefonisch) um Rat fragen.
	</li>
</ul>

<p>
	Gerade ersterer Punkt ist ihm wichtig. Ganz deutlich rät er davon ab, aus Angst vor Covid-19 eigenmächtig die Rheumamedikation abzusetzen „Hierfür gibt es bislang keinerlei Grundlage“, meint er. Im Gegenteil: Wenn die Unterdrückung des Immunsystems plötzlich wegfällt, könnten die Symptome der rheumatischen Erkrankung wieder aufflammen. Schon das könne das Infektionsrisiko wieder erhöhen. Wird dann noch Kortison eingesetzt, um den Schub einzufangen, tut das für das Infektionsrisiko das Übrige.
</p>

<p>
	In einem Expertenchat des Fernsehsenders MDR fragte eine Zuschauerin:
</p>

<blockquote>
	<p>
		Ich werde mit immunsupprimierenden Spritzen gegen Psoriasis-Arthritis behandelt (Biologikum Ustekinumab alle 12 Wochen). Die nächste Spritze wäre in 10 Tagen dran. Ich bin 68 Jahre alt und außerdem noch Diabetikerin. Die Krankheit ist zur Zeit in Remission. Soll ich die Rheumaspritze jetzt aussetzen oder einige Wochen nach hinten verschieben?
	</p>
</blockquote>

<p>
	Friedemann Schmidt, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apotheker, antwortete:
</p>

<blockquote>
	<p>
		Nein, Sie sollten die Spritze nicht aussetzen, aber Sie haben ein erhöhtes Risiko. Achten Sie deshalb besonders auf sich und vermeiden Sie alle Kontakte mit Menschen, die infiziert sein könnten.
	</p>
	<cite><a href="https://www.mdr.de/nachrichten/ratgeber/gesundheit/chatprotokoll-corona-sprechstunde-bei-hauptsache-gesund-100.html" rel="external nofollow">https://www.mdr.de/nachrichten/ratgeber/gesundheit/chatprotokoll-corona-sprechstunde-bei-hauptsache-gesund-100.html</a></cite>
</blockquote>

<h2>
	Das empfiehlt das Robert-Koch-Institut
</h2>

<p>
	Das Robert-Koch-Institut empfiehlt Risikogruppen – also auch Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis, die ein innerliches Medikament nehmen
</p>

<ul>
	<li>
		eine größtmögliche Minderung des Risikos einer Infektion zum Beispiel durch allgemeine Verhaltensregeln (Hände waschen, Abstand halten zu Erkrankten)
	</li>
	<li>
		sich über das Krankheitsbild schon mal zu informieren, damit man die Symptome frühzeitig erkennt
	</li>
	<li>
		beim Verdacht schnell Kontakt aufnehmen zur Hausarzt-Praxis oder telefonisch zu anderen Stellen, die Beratung anbieten
	</li>
	<li>
		das nähere Umfeld – privat wie beruflich – bitten, einem Fälle von COVID-19 mitzuteilen, damit man Vorkehrungen treffen kann und unter Umständen eine Diagnose schneller vonstatten geht
	</li>
</ul>

<h2>
	Empfehlungen in den USA
</h2>

<p>
	Der <a href="https://www.psoriasis.org/covid-19-resource-center/" rel="external nofollow">Beirat der National Psoriasis Foundation in den USA empfiehlt</a>, den Kontakt zum Hautarzt jetzt über Telemedizin-Angebote zu suchen. Das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, sei für alle, die kein immunsupressives Medikament nehmen und keine Co-Morbidität haben, minimal höher als bei gesunden Menschen. Und: Obgleich es keine wissenschaftlich gesicherten Richtlinien oder Risiko-Einschätzungen gebe, hätten Patienten bei oral eingenommenen Immunsuppresiva (also Tabletten, Kapseln etc.) eventuell (!) ein höheres Risiko. Alles in allem werde ein Abbruch der Biologika-Therapie erst empfohlen, wenn ein Infektion mit dem Coronavirus gesichert sei.
</p>

<h2>
	Forscher sehen bei einigen Biologika sogar positive Wirkungen
</h2>

<p>
	„Sollten Patienten ihre Biologika-Therapie während der Covid-19-Pandemie abbrechen?“ fragen sich auch Arjun M. Bashyam und Steven R. Feldman von der Wake Forest School of Medicine in North Carolina (USA). Vielmehr haben sie im „Journal of Dermatological Treatment“ <a href="https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/09546634.2020.1742438" rel="external nofollow">einen Artikel</a> für ihre Kollegen verfasst.
</p>

<p>
	In den Packungsbeilagen stünde zwar, dass Biologika bei klinisch bedeutsamen aktiven Infektionen nicht angebracht seien, doch dort werde nicht empfohlen, die Behandlung wegen <em>potenzieller</em> Infektionsrisiken abzubrechen.
</p>

<p>
	Später im Text wird es interessant: „Die COVID-19-Lungenentzündung ist durch eine übersteigerte Immunantwort mit hohen TNF-alpha-Spiegeln gekennzeichnet“, erklären Bashyam und Feldman [<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31986264/" rel="external">Quelle</a>]. "Es ist möglich, dass die Hemmung von TNF alpha bei Patienten, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind, tatsächlich die Ergebnisse verbessert.“ Das sei während des SARS-Ausbruchs 2003 vermutet worden (Quellen: <a href="https://www.tandfonline.com/doi/10.1185/030079903125002757" rel="external nofollow">1</a> | <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11536154/" rel="external">2</a>). Theoretisch sei es also möglich, dass die Modulation dieser Entzündung (<em>also das Eingreifen mit TNF-alpha-Blockern, d. Red.</em>) sogar schützend sein könnte. [<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24373231/" rel="external">Quelle</a>]
</p>

<p>
	Bashyam und Feldman werden noch konkreter. Sie schreiben:
</p>

<ul>
	<li>
		In einer Studie mit H1N1-Grippemäusen reduzierte Etanercept (<em>Enbrel und seine Bisimilars</em>) die ähnliche übermäßige Entzündungsreaktion, wodurch die Mortalität ("Sterblichkeit“) und die Virus-Vermehrung verringert wurden [<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24373231/" rel="external">Quelle</a>]. 
	</li>
	<li>
		Derzeit wird Adalimumab (<em>Humira und seine Bismilars</em>) in einer klinischen Studie für die Behandlung einer schweren COVID-19-Lungenentzündungen untersucht. „Ein vielversprechendes Signal, dass TNF-alpha-Inhibitoren für unsere Patienten zumindest nicht schädlich sein dürften, wenn sie infiziert sind“, schlussfolgern die Autoren.
	</li>
	<li>
		Für IL-17-Blocker wird vermutet, dass sie die Wirkstoffe die anormale Immunantwort bei Covid-19 und die Sterblichkeit an Atemnot verbessern könnten. [<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32035018/" rel="external">Quelle</a>] Verwiesen wird auch auf Studien, wonach Patienten während einer Cosentyx-Therapie eine gute Reaktion auf Grippe-Impfstoffe zeigen. Das zeige, dass die Antwort des Immunsystems auf Viren auch bei IL-17-Blockern noch korrekt funktioniere. [Quellen <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22875601/" rel="external">3</a> und <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31767465/" rel="external">4</a>]
	</li>
</ul>

<p>
	<a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/215248/Schuppenflechte-Kein-hoeheres-Risiko-von-COVID-19-durch-systemische-Therapie-bei-Psoriasis" rel="external">Im Deutschen Ärzteblatt vom September 2020</a> wird über zwei Studien berichtet. Beide kommen zu dem Ergebnis, dass eine Psoriasis-Therapie, die das Immunsystem moduliert, sogar nützlich sein kann. Der Grund: Sie mildert bei Covid-19 die Folgen der Infektion ab.
</p>

<h2>
	Erfahrungen aus der Psoriasis-Community
</h2>

<p>
	In unserer Community und auf unserer Facebook-Seite wird – wie überall im Netz – über den Umgang mit dem Coronavirus diskutiert. Wir wollten wissen, welche Antworten Betroffene von ihren Ärzte bekommen haben, wenn sie nach dem Umgang mit dem Coronavirus gefragt haben. Hier eine Auswahl:
</p>

<blockquote>
	<p>
		Hab mit meiner Ärztin am Rheumazentrum in Herne darüber gesprochen. Sie sagt, das das Risiko natürlich deutlich erhöht sei, es aber noch keine Empfehlung gebe mit Adalimub zu pausieren. Ich solle vor jeder Spritze kurz Rücksprache halten, ob sich an dieser Situation was geändert hat. Darüber hinaus: große Menschenansammlung meiden. Kein Stadion etc. 
	</p>
	<cite><a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/31841-biologica-und-corona-virus/?tab=comments#comment-411888" rel="">https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/31841-biologica-und-corona-virus/?tab=comments#comment-411888</a></cite>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		(Habe) heute meinen Rheumatologen gefragt und der meinte, dass ich meine Medis beide ruhig weiternehmen soll und diese erst absetzen bzw. pausieren, wenn sich bei mir irgendwelche Symptome eines Infektes einstellen. Ich würde die Medis ja auch nicht absetzen, weil das Grippevirus unterwegs ist.
	</p>
	<cite><a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/31841-biologica-und-corona-virus/?tab=comments#comment-411975" rel="">https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/31841-biologica-und-corona-virus/?tab=comments#comment-411975</a></cite>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		Ich war heute bei meinem Rheumatologen. Er sagte zu mir es gibt 2 Wege. Entweder die nächsten Cosentyx Spritzen aussetzen und weiter unter Menschen gehen - also einkaufen, essen gehen, ins Fitnessstudio usw. Oder normal spritzen und zur Sicherheit die genannten Dinge lassen und mich etwas abgrenzen.  Ich darf das selbst entscheiden sagt er. 
	</p>
	<cite><a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/31800-corona-virus/page/4/?tab=comments#comment-412128" rel="">https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/31800-corona-virus/page/4/?tab=comments#comment-412128</a></cite>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		(<em>Fazit nach einem Gespräch mit dem Arzt:</em>) Ich werde weiter spritzen, mein Arzt wird MICH anrufen, wenn er meint, dass das Ganze bei uns zu heftiger wird und ich absetzen soll. 
	</p>
	<cite><a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/31800-corona-virus/page/5/" rel="">https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/31800-corona-virus/page/5/</a></cite>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		 Ich bekomme am Dienstag die ersten Spritzen Cosentyx . Hatte sicherheitshalber in der Praxis nachgefragt, ob das zum jetzigen Zeitpunkt ok ist. Von Seiten der Praxis gab es keine Bedenken, es wurde mir überlassen zu entscheiden. Habe unter 2,5 Jahren <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> auch nichts gehabt und werde Dienstag gehen.
	</p>
	<cite><a href="https://www.facebook.com/PsoriasisNetz/posts/10157741105460272" rel="external nofollow">https://www.facebook.com/PsoriasisNetz/posts/10157741105460272</a></cite>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		Mein Dermatologe hat mir gestern DRINGEND davon abgeraten, Cosentyx weiter zu spritzen. Soll so lange pausieren, bis der Spuk vorbei ist. Stelle mich jetzt schon einmal auf den ersten Schub nach 3 erscheinungsfreien Jahren ein. Aber lieber wieder schlechte Haut als sich aufgrund eines anfälligen Immunsystems mit dem Virus anzustecken!
	</p>
	<cite><a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/31875-cosentyxtherapie-angst-vor-corona-virus/page/2/?tab=comments#comment-412434" rel="">https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/31875-cosentyxtherapie-angst-vor-corona-virus/page/2/?tab=comments#comment-412434</a></cite>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		meine Hautärztin hat mich extra zu Hause angerufen um mir zu sagen dass ich Cosentyx weiter nehmen soll. Macht ja auch keinen Sinn es ab zu setzen da es sowie noch mindestens 2 Monate im Körper bleibt (und man nicht von heute auf morgen ein wieder funktionierendes Immunsystem hat ;O).... Ich soll auch ganz normal weiter spritzen ausser (wie bei allen anderen Infektionen auch) es kommt zu einer Infektion: dann soll ich das spritzen bis nach Abklingen der Infektion verschieben...... und hoffen das die Psoriasis ruhig bleibt.....
	</p>
	<cite><a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/31875-cosentyxtherapie-angst-vor-corona-virus/page/2/?tab=comments#comment-412436" rel="">https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/31875-cosentyxtherapie-angst-vor-corona-virus/page/2/?tab=comments#comment-412436</a></cite>
</blockquote>

<h2>
	Gute Informationen zum Coronavirus
</h2>

<ul>
	<li>
		<a href="https://covapp.charite.de/" rel="external nofollow">Entscheidungshilfe der Charité</a>, ob man zur Untersuchung gehen sollte und ob ein Test sinnvoll ist (<em>vor allem am Smartphone gut nutzbar</em>)
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html" rel="external nofollow">Übersichtsseite des Robert-Koch-Instituts</a> mit Verweisen auf viele Quellen
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html" rel="external nofollow">Fragen und Antworten</a> des RKI
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html" rel="external nofollow">Hilfestellungen für Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren Verlauf</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.ndr.de/nachrichten/info/Coronavirus-Update-Der-Podcast-mit-Christian-Drosten-Sandra-Ciesek,podcastcoronavirus100.html" rel="external nofollow">Tägliches Update des Virologen Christian Drosten</a> im NDR-Podcast (und <a href="https://www.ndr.de/nachrichten/info/Coronavirus-Update-Die-Podcast-Folgen-als-Skript,podcastcoronavirus102.html" rel="external nofollow">hier</a> die Folgen als Manuskript zum Nachlesen)
	</li>
</ul>

<h2>
	Wenn deine Psyche wegen Covid-19 leidet
</h2>

<p>
	Der Berliner "Tagesspiegel" hat <a href="https://www.tagesspiegel.de/wissen/umgang-mit-dem-coronavirus-angst-kann-helfen-panik-jedoch-schadet/25666034.html" rel="external nofollow">in diesem Artikel</a> gut erklärt, warum Angst okay ist, Panik aber nicht. Und wie man damit umgeht.
</p>

<p>
	Die Helios Kliniken haben eine deutschlandweite Hotline für Fragen zum Corona-Virus gestartet. Seit einigen Tagen sitzen an den Telefonen nun mehr Psychologen. Erreichbar ist die Hotline unter (0800) 8 123 456.
</p>

<p>
	Ein <a href="https://jimdo-storage.global.ssl.fastly.net/file/ec4512f6-e798-497a-bddf-591cdb6085d5/Psychische_Gesundheit_Corona_070420.pdf" rel="external nofollow">Kurzprogramm zur Selbstanwendung von verhaltenstherapeutischen Interventionen</a> haben die Psychotherapeutin Marie Bartholomäus und der Psychiater Professor Leonhard Schilbach zusammengestellt. Das kann jeder als PDF herunterladen und für sich durcharbeiten.
</p>

<p>
	Die Asklepios-Klinik bietet jetzt <a href="https://asklepios-ehealth.minddistrict.de/" rel="external nofollow">Online-Selbsthilfetrainings für alle</a> kostenlos an. Es gibt fünf Module: "Achtsamkeit", "Dankbarkeit", "Mehr Entspannung", "Was ist Stress?" und "Weniger grübeln". Das Ganze gibt es als Angebot für den Computer und als App.
</p>

<p>
	Diverse Anbieter haben ihre oft kostenpflichtigen Online-Programme jetzt kostenlos freigegeben. Weil wir sie seit Jahren auf dem Schirm haben, können wir zum Beispiel <a href="https://www.selfapy.com/de/kurse/psychologische-beratung" rel="external nofollow">Selfapy</a> und <a href="https://hellobetter.de/blog/corona-krise/" rel="external nofollow">HelloBetter</a> als seriös empfehlen. Oft haben Krankenkassen solche Kurse auch im Angebot. Deshalb lohnt sich eine Suche auf der Internetseite Eurer Krankenkasse.
</p>

<p>
	Der <a href="https://www.coronamat.de/" rel="external nofollow">Corona-mat</a> spuckt Antworten auf oder Ideen für diverse Alltagsprobleme in Corona-Zeiten aus.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">1062</guid><pubDate>Mon, 30 Mar 2020 09:07:00 +0000</pubDate></item><item><title>Skyrizi &#x2013; was ist das und wie wird es angewendet?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/skyrizi-risankizumab/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2021_12/skyrizi-spritze-pen.jpg.98076e6a449bda565ec3b69cfdb1cf94.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Skyrizi ist der Handelsname eines Medikaments, das zur Behandlung einer mittelschweren bis schweren Schuppenflechte angewendet werden kann. Der Wirkstoff darf auch bei Psoriasis Arthritis verschrieben werden, wenn Betroffene so genannte <abbr title="Disease-modifying anti-rheumatic drug, krankheitsmodifizierende antirheumatische Medikamente; Basismedikamente"><abbr title="Disease-modifying anti-rheumatic drug, krankheitsmodifizierende antirheumatische Medikamente; Basismedikamente">DMARDs</abbr></abbr> nicht vertragen bzw. sie unzureichend anschlagen. Es ist möglich, Skyrizi dann mit  Methotrexat (MTX) zu kombinieren, um die Wirkung zu verstärken.</strong>
</p>

<p>
	Skyrizi enthält den Wirkstoff Risankizumab. Zu Beginn seiner Erforschung wurde er auch als BI 655066 bezeichnet. Seit 1. Juni 2019 ist es in Apotheken zu bekommen.
</p>

<p>
	Das Medikament ist rezeptpflichtig.
</p>

<p>
	Der Wirkstoff blockiert das Interleukin 23 (IL-23), indem es sich an dessen Untereinheit p19 "ranheftet". Damit ist er ein Konkurrent zum Medikament <span ipsnoautolink="true">Tremfya</span> bzw. dessen Wirkstoff <span ipsnoautolink="true">Guselkumab</span>, der von der Firma Janssen-Cilag entwickelt wurde.
</p>

<p>
	Entwickelt wurde die Substanz von der Firma Boehringer Ingelheim Pharma in Kooperation mit AbbVie. Im Mai 2018 reichte die Firma AbbVie bei der europäischen Behörde EMA <a href="https://www.prnewswire.com/news-releases/abbvie-submits-marketing-authorization-application-to-the-european-medicines-agency-for-investigational-treatment-risankizumab-for-moderate-to-severe-plaque-psoriasis-300639654.html" rel="external nofollow">den Antrag auf Zulassung</a> von Risankizumab ein. Im Mai 2019 wurde das Arzneimittel zugelassen.
</p>

<p>
	In Studien wurde ermittelt, wie Risankizumab bei mittelschwerer bis schwerer <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> und bei <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> wirkt. Untersucht wird Risankizumab auch für die Therapie von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Asthma.
</p>

<h2>
	Anwendung von Skyrizi
</h2>

<p>
	Die Injektion von Skyrizi ist einfach. Wenn einem die Handhabung der Spritze einmal gezeigt wurde, kann man sich Skyrizi auch selbst spritzen. Dazu gibt es einen Pen oder eine Fertigspritze. Skyrizi wird unter die Haut gespritzt (subkutane Injektion). 
</p>

<p>
	Genaue Anleitungen gibt es auch in den Packungsbeilagen. Der Pen wird auf die Haut aufgesetzt und Skyrizi mit einem Knopfdruck verabreicht. Ein Klick signalisiert das Auslösen, ein weiterer das Ende der Injektion. 
</p>

<p>
	Am besten ist es, die Spritze jedesmal an einer anderen Stelle des Körpers anzusetzen; Hauptsache, es ist etwas Speck da. Als Ort der Injektion werden die Oberseite der Oberschenkel bzw. rund um den Bauchnabel mit mindestens 5 cm Abstand vom Nabel empfohlen. Keine guten Stellen dagegen sind die, an denen die Haut schmerzempfindlich, verletzt, gerötet oder mit Psoriasis versehen ist. Auch ein Bluterguss ist kein guter Ort.
</p>

<p>
	Wenn es ausgerechnet der äußere Oberarm sein soll, darf allerdings nur ein "Angehöriger von Gesundheitsberufen oder eine pflegende Person" ran.
</p>

<h2>
	Dosierung
</h2>

<p>
	Jeder Pen bzw. jede Spritze enthält 150 mg des Wirkstoffs. Das ist genau die Dosis, die für eine Anwendung benötigt wird. 
</p>

<p>
	In der Startphase, am Anfang der Behandlung, erfolgt die erste Injektion. Eine zweite Injektion gibt es dann vier Wochen später. Nach dieser zweiten Injektion reicht eine Injektion alle 12 Wochen aus.
</p>

<p>
	Wenn nach 16 Wochen die Besserung nicht überzeugend ist, ist Skyrizi eher nicht länger das angesagte Medikament. Ein bisschen Hoffnung besteht aber auch dann. Im Beipackzettel ist zu lesen:
</p>

<blockquote class="ipsQuote" data-gramm="false" data-ipsquote="">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents ipsClearfix" data-gramm="false">
		<p>
			Bei einigen Patienten mit anfänglich partiellem Ansprechen kann es im Verlauf der Weiterbehandlung über 16 Wochen hinaus zu Verbesserungen kommen.
		</p>
	</div>
</blockquote>

<h2>
	Wenn die Skyrizi-Anwendung mal vergessen wurde
</h2>

<p>
	Sobald man bemerkt, dass der Skyrizi-Termin verpasst wurde, sollte man die Spritzen nachholen. Der nächste reguläre Termin sollte dann wieder eingehalten werden.
</p>

<h2>
	Das Arzneimittel in Studien
</h2>

<p>
	Weltweit wurde die Wirkung von Skyrizi an mehr als 2000 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis in Studien vor der Zulassung untersucht. Das neue Medikament musste gegen schon zugelassene Wirkstoffe wie <span ipsnoautolink="true">Ustekinumab</span>, <span ipsnoautolink="true">Adalimumab</span> und <span ipsnoautolink="true">Secukinumab</span> sowie gegen ein Scheinmedikament (Placebo) antreten.
</p>

<p>
	Nach 16 Wochen und bis ein Jahr nach Start hatte Skyrizi besser gewirkt als die "alten" Medikamente. Das heißt nicht, dass Skyrizi nach einem Jahr nicht mehr wirkt. Die Nachbeobachtungsstudie LiMMitless mit 897 Patienten zeigte, dass auch nach 3 Jahren mehr als 80 Prozent der Patienten eine erscheinungsfreie oder nahezu erscheinungsfreie Haut hatten.
</p>

<p>
	Um Sicherheit und Wirksamkeit zu untersuchen, bekamen die Probanden 150 mg Skyrizi (Risankizumab): beim ersten Termin, dann nach vier Wochen und später alle 12 Wochen.
</p>

<blockquote class="ipsQuote" data-gramm="false" data-ipsquote="">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents ipsClearfix" data-gramm="false">
		<p>
			 
		</p>

		<p>
			Nach einem Jahr erreichten mehr als 50 Prozent der Patienten, die Risankizumab erhielten, eine völlig klare Haut.
		</p>

		<p>
			<cite>Michael Severino, AbbVie</cite>
		</p>

		<p>
			 
		</p>
	</div>
</blockquote>

<p>
	In der Pressemitteilung zur Zulassung wurde ein französischer Forscher zitiert:<br type="_moz">
	 
</p>

<blockquote class="ipsQuote" data-gramm="false" data-ipsquote="">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents ipsClearfix" data-gramm="false">
		<p>
			 
		</p>

		<p>
			In klinischen Studien waren Patienten mit Skyrizi öfter beschwerdefrei als mit derzeitigen Standardtherapien.
		</p>

		<p>
			<cite>Hervé Bachelez, University Paris Diderot und Department of Dermatology der Saint-Louis Hospital-Assistance Publique Hôpitaux, Paris</cite>
		</p>

		<p>
			 
		</p>
	</div>
</blockquote>

<h2>
	Nebenwirkungen von Skyrizi
</h2>

<p>
	Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Infektionen der oberen Atemwege. Sie traten bei 13 Prozent der Patienten auf. Die meisten berichteten Nebenwirkungen waren leicht oder mittelschwer.
</p>

<p>
	Andere Nebenwirkungen waren Pilzinfektionen, Kopfschmerzen, Juckreiz, Müdigkeit und Reaktionen an der Injektionsstelle.
</p>

<p>
	Aber wir können auch tabellarisch <span class="ipsEmoji">😉</span>
</p>

<table id="tabelle">
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				<strong>Sehr häufige Nebenwirkung</strong>
			</td>
			<td>
				Infektionen der oberen Atemwege
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<strong>Häufig</strong>e <strong>Nebenwirkungen</strong>
			</td>
			<td>
				Pilzinfektion der Haut, Haare und Nägel (Tinea-Infektionen)
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				Kopfschmerz
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				Juckreiz (Pruritus)
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				Müdigkeit (Fatigue)
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				Reaktionen an der Injektionsstelle
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<strong>Gelegentliche Nebenwirkung</strong>
			</td>
			<td>
				Entzündung des äußeren Anteils eines Haarbalgs (Follikulitis)
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<h2>
	Impfungen
</h2>

<p>
	Empfohlen wird, vor Beginn einer Therapie mit Skyrizi alle Impfungen abgeschlossen zu haben. <em>Nach</em> der Verabreichung eines Lebendimpfstoffs sollte vier Wochen gewartet werden. <em>Während</em> einer Therapie mit Skyrizi und 21 Wochen danach sollten keine Lebendimpfstoffe verwendet werden.
</p>

<h2>
	Preis
</h2>

<p>
	Die Kosten für Skyrizi sind hoch: Eine Packung mit zwei Pens des Wirkstoffs Risankizumab wurde im März 2020 für 6153,61 Euro über den Apotheken-Tresen gereicht. Im Juni 2021 waren es 5258,42 Euro. Im Mai 2024 wurden 5258,71 Euro aufgerufen (PZN 16902070).
</p>

<p>
	Das sind allerdings immer Listenpreise, die durch Verträge mit den Krankenkassen auch anders sein können – sie sollen hier nur als ungefährer Anhaltspunkt dienen.
</p>

<h2>
	Kurz gemeldet
</h2>

<ul>
	<li>
		<strong>Juli 2024</strong>: Skyrizi ist nun auch zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven Colitis ulcerosa (CU) bei Erwachsenen zugelassen. [<a href="https://www.journalmed.de/news/medizin/eu-zulassung-risankizumab-colitis-ulcerosa" rel="external nofollow">Quelle</a>]
	</li>
	<li>
		<strong>Ende 2022</strong>: Skyrizi kann nun auch zur Behandlung von Morbus Crohn verwendet werden. [<a href="https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Risankizumab-erweitert-die-Therapieoptionen-bei-Morbus-Crohn-444073.html" rel="external">Quelle</a>]
	</li>
	<li>
		<strong>November 2021</strong>: Skyrizi wurde in der EU für die Behandlung der Psoriasis arthritis zugelassen. [<a href="https://www.journalmed.de/news/lesen/psoriasis_arthritis_zulassung_risankizumab_erweitert" rel="external nofollow">Quelle</a>]
	</li>
	<li>
		<strong>April 2019</strong>: In den USA wurde Skyrizi und in Kanada zur Behandlung einer mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis zugelassen.
	</li>
	<li>
		<strong>März 2019</strong>: Skyrizi wurde in Japan zur Behandlung der Psoriasis vulgaris, der generalisierten pustulösen Psoriasis, der (psoriatischen) Erythrodermie und der Psoriasis arthritis zugelassen. [<a href="https://www.prnewswire.com/news-releases/abbvie-announces-first-regulatory-approval-of-skyrizi-risankizumab-for-the-treatment-of-plaque-psoriasis-generalized-pustular-psoriasis-and-erythrodermic-psoriasis-and-psoriatic-arthritis-in-japan-300818288.html" rel="external nofollow">Quelle</a>]
	</li>
	<li>
		Die Studien vor der Zulassung trugen die Namen ultIMMA-1, ultIMMa-2, IMMhance und IMMvent. In Letzterer wurden die Wirkstoffe Risankizumab und Adalimumab miteinander verglichen. Es geht dabei um Sicherheit und Wirksamkeit nach 16 Wochen Behandlung und, nachdem Adalimumab wegen nicht ausreichender Wirksamkeit abgesetzt wurde.
	</li>
</ul>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<ul>
	<li>
		In unserem Forum tauschen Anwender ihre <strong><a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/172-skyrizi/" rel="">Erfahrung mit Skyrizi</a> </strong>aus.
	</li>
	<li>
		Wer Skyrizi bekommt, kann an einem <strong>Patientenbetreuungsprogramm</strong> teilnehmen. Dafür kann man sich <a href="https://www.abbvie-care.de/login/registrierung/?pk_campaign=enrollment_url&amp;pk_kwd=start" rel="external nofollow">bei AbbVie Care anmelden</a>.
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true"><a href="https://www.gesundheitsinformation.de/risankizumab-skyrizi-bei-psoriasis-arthritis.html" rel="external">Erklärung und Bewertung des Wirkstoffs</a></span> vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) zur Anwendung bei Psoriasis arthritis
	</li>
	<li>
		Einträge <a href="https://www.clinicaltrialsregister.eu/ctr-search/search?query=boehringer+ingelheim+psoriasis" rel="external nofollow">im europäischen Register klinischer <strong>Studien</strong></a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Risankizumab" rel="external nofollow">Erläuterung des Wirkstoffes bei Wikipedia</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30097359/" rel="external">Studie mit Risankizumab im Vergleich mit Ustekinumab und Placebo</a> – Zusammenfassung von zwei Phase-III-Studien
	</li>
</ul>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		Pressemitteilung von AbbVie zur Zulassungsempfehlung vom CHMP [<a href="https://news.abbvie.com/news/abbvie-receives-chmp-positive-opinion-for-risankizumab-skyrizi-for-treatment-moderate-to-severe-plaque-psoriasis.htm" rel="external nofollow">lesen</a>]
	</li>
	<li>
		Pressemitteilung von AbbVie zur Zulassung bei Psoriasis [<a href="https://www.prnewswire.com/news-releases/european-commission-approves-skyrizi-risankizumab-for-the-treatment-of-moderate-to-severe-plaque-psoriasis-300840675.html" rel="external nofollow">lesen</a>]
	</li>
	<li>
		"EU-Zulassung für Skyrizi: Schuppenflechte-Antikörper mit Memory-Effekt?" Deutsche Apotheker-Zeitung vom 03.05.2019 [<a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/05/03/schuppenflechte-antikoerper-mit-memory-effekt" rel="external nofollow">lesen</a>]
	</li>
	<li>
		Beipackzettel und <abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker"><abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker">Fachinformation</abbr></abbr>
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">1021</guid><pubDate>Tue, 30 Apr 2019 14:23:00 +0000</pubDate></item><item><title>Cannabis: Reden Lobbyisten den Patienten da was ein?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/cannabis-lobbyisten-patienten/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2019_03/cannabispflanze.jpg.41986780046acf30dca4be024c490083.jpg" /></p>
<p>
	Cannabis ist seit zwei Jahren in Deutschland zur Therapie von Krankheiten zugelassen. In der Praxis erhalten vor allem Menschen mit starken Schmerzen die Genehmigung. Auch Patienten zum Beispiel mit <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> hegen deshalb die Hoffnung, dass ihnen mit medizinischem Hanf geholfen werden kann.
</p>

<p>
	Aber: Der Internationale Drogenkontrollrat (INCB) hat dazu so seine eigene Meinung: Er sagt, dass die Wirksamkeit einer solchen Therapie nur bei Multipler Sklerose, Epilepsie sowie bei der Linderung der Nebenwirkungen einer Chemotherapie erwiesen ist. Der INCB warnt vor zu "lässigen" Verschreibungen. Seine Sorge: Es könnte der Eindruck entstehen, dass Cannabis auch als Droge harmlos wäre.
</p>

<p>
	Jetzt hat sich die Drogenbeauftragte der Bundesregierung in die Debatte eingemischt. Sie sagte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa:
</p>

<blockquote>
	<p>
		Uns ist vollkommen klar, dass es Druck von Patienten gibt, denen von Lobbyisten eingeredet wird, dass Cannabis immer die beste Medizin ist. (...) Es gibt viele andere gut wirkende, besser wirkende Medikamente.
	</p>
	<cite>Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung</cite>
</blockquote>

<p>
	Interessant wird ein Termin in der kommenden Woche: Dann tagt die Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen. Auf der Tagesordnung steht auch ein <a href="http://undocs.org/E/CN.7/2019/12" rel="external nofollow">Vorschlag der Weltgesundheitsorganisation</a>: Demnach soll CBD – der Cannabis-Wirkstoff Cannabidiol – von einer Liste verbotener Substanzen gestrichen werden.
</p>

<h2>
	Unser Rat
</h2>

<p>
	Was die Therapie mit medizinischem Hanf kann, muss sie bei <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> und Psoriasis arthritis erst noch beweisen. Was das CBD-Öl angeht: Im Netz sind unendlich viele CBD-Verkäufer unterwegs, die auf den Zug aufgesprungen sind. Immer mal landet einer zum Beispiel bei uns im Forum – mit den tollsten Erfolgsberichten, die am Ende verdeckte Werbung sind. Für uns ist CBD-Öl der nächste heiße Sch... nach Aloe vera und Kokosöl als Allheilmittel.
</p>

<p>
	Unser Rat: Wer es ausprobieren möchte, gehe zu den Drogerieketten wie dm oder Rossmann, wo es das CBD-Öl auch gibt. Da sind Herkunftsweg, gleichbleibende Dosis usw. geklärt.
</p>

<p>
	<strong>Update</strong>: Leafly.de, ein Spezialportal zum Thema Cannabis in der Medizin, vergibt seit Anfang April 2019 ein <a href="https://www.leafly.de/leafly-cbd-guetesiegel/" rel="external nofollow">Güte-Siegel</a>. Hersteller von CBD-Öl, die dieses Siegel auf ihre Produkte kleben wollen, müssen sie in einem Labor untersuchen lassen auf
</p>

<ul>
	<li>
		Schwermetalle
	</li>
	<li>
		Pestizid-Rückstände
	</li>
	<li>
		mikrobiologische Verunreinigungen
	</li>
	<li>
		Gehalt an Terpenen sowie
	</li>
	<li>
		THC- und CBD-Gehalt
	</li>
</ul>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<ul>
	<li>
		In unserer Community sind <a href="https://www.psoriasis-netz.de/tags/Cannabis/" rel="">Erfahrungen mit Cannabis und CBD bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis</a> nachzulesen.
	</li>
	<li>
		Das Portal "Leafly" widmet sich relativ sachlich dem Cannabis als Medizin. Dort gibt es auch Informationen zur Anwendung bei Schuppenflechte. [<a href="https://www.leafly.de/cannabis-bei-schuppenflechte-psoriasis/" rel="external nofollow">lesen</a>]
	</li>
	<li>
		Stiftung Warentest gibt einen Überblick der Sachlage. [<a href="https://www.test.de/Medikamente-im-Test-cannabis-wirkstoff-2999840-0/" rel="external">lesen</a>]
	</li>
	<li>
		Informationen vom Internationalen Drogenkontrollrat [<a href="https://www.incb.org/incb/en/news/AR2018/incb-2018-annual-report-and-precursors-report-launched.html" rel="external nofollow">lesen</a>]
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">1022</guid><pubDate>Sun, 17 Mar 2019 12:25:00 +0000</pubDate></item><item><title>Voclosporin (ISA247)</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/voclosporin-isa247/</link><description><![CDATA[
<p>
	<strong>Voclosporin</strong> ist der Name eines Wirkstoffs. Der sollte einmal in einem Medikament gegen <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> eingesetzt werden. Am Anfang hatte Voclosporin noch eine Abkürzung: ISA247.
</p>

<p>
	Das kanadische Biotechnologie Unternehmen Isotechnika testete es seit Anfang Dezember 2006 in einer Phase III-Studie bei 500 Psoriasis Patienten in Kanada, Deutschland und Polen. Behandelt werden sollten damit alle Formen der mittelschweren und schweren Psoriasis. „Phase III“ ist bei klinischen Studien die letzte Phase, nach der dann die Zulassung eines Medikaments beantragt wird.
</p>

<p>
	Voclosporin ist ein Immunsupressivum – das heißt, der Wirkstoff schaltet das Immunsystem gezielt an bestimmten Stellen aus oder dämpft dessen Aktivitäten. Es wurde schon erfolgreich bei Nierentransplantationen getestet. Es wurde als neuartiges „Cyclosporin-Derivat“ bzw. als „Calcineurin-Inhibitor“ bezeichnet. Verwandte Präparate sind Sandimmun bzw. Elidel oder Tacrolimus. Der Hersteller versprach, dass Voclosporin besser wirken und nebenwirkungsärmer sein soll, als vergleichbare Medikamente.
</p>

<p>
	An der Phase-III-Studie sollten 500 Patienten insgesamt 24 Wochen teilnehmen. Alle nahmen die Kapseln ein: 300 Patienten erhielten Voclosporin, 100 Patienten schlucken Cyclosporin ein und 100 Patienten bekommen Placebos. Nach zwölf Wochen erhalten auch diejenigen, die zuvor keinen Wirkstoff (<span ipsnoautolink="true">Placebos</span>) bekamen, das Voclosporin.
</p>

<p>
	In den USA hat Voclosporin den so genannten „Orphan-Drug“ Status, d.h. es ist unter der Bezeichnung LX 211 zugelassen zur Behandlung seltener, schwer entzündlicher Augenkrankheiten (z.B. Pan-Uveitis).
</p>

<p>
	Inzwischen scheint die Entwicklung von Voclosporin für die Anwendung bei der Schuppenflechte aufgegeben worden zu sein. Die Firma Isotechnika wurde mit der Firma Aurinia Pharmaceuticals verschmolzen. Die entwickelt Voclosporin noch für Nieren- und Augen-Erkrankungen weiter.
</p>

<h2>
	Studienergebnisse
</h2>

<p>
	In einer Phase-III-Studie erwies sich Voclosporin als sicher und effektiv.
</p>

<p>
	Kim Papp und Kollegen in Kanada gewannen 451 Patienten für die Studie. Die 18- bis 65-Jährigen hatten an mindestens zehn Prozent der Körperoberfläche eine Psoriasis. Die Patienten wurden in vier Gruppen unterteilt. Alle erhielten zweimal am Tag ihr Medikament.
</p>

<table>
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				Placebo
			</td>
			<td>
				0,2 mg/kg Körpergewicht
			</td>
			<td>
				0,3 mg/kg Köpergewicht
			</td>
			<td>
				0,4 mg/kg Köpergewicht
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Patienten insgesamt
			</td>
			<td>
				115
			</td>
			<td>
				107
			</td>
			<td>
				113
			</td>
			<td>
				116
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Nach 12 Wochen
			</td>
			<td>
				98 (17 Abbrecher)
			</td>
			<td>
				91 (16 Abbrecher)
			</td>
			<td>
				102 (11 Abbrecher)
			</td>
			<td>
				97 (19 Abbrecher)
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Besserung um &gt;75% bei
			</td>
			<td>
				4%
			</td>
			<td>
				16%
			</td>
			<td>
				25%
			</td>
			<td>
				47%
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<p>
	Als effektiv galt, wenn die Psoriasis-Stellen nach zwölf Wochen um 75 Prozent (und mehr) besser wurden. Die Patienten in dieser Studie wurden insgesamt 24 Wochen lang beobachtet.
</p>

<p>
	Das Fazit von Kim Papp und ihren Kollegen: Voclosporin ist bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis sicher und effektiv. Je höher die Dosierung, desto größer sei der Erfolg. Das bedeutete auch: Die Dosierung kann gut angepasst werden – je nachdem, wie schwer die Psoriasis gerade ist und wie stark Nebenwirkungen sichtbar werden.
</p>

<p>
	Das klang erst einmal alles sehr euphorisch. In einem begleitenden Kommentar in der Fachzeitschrift "The Lancet" schrieb Dr. Luigi Naldi von der Hautklinik Ospedali Riuniti di Bergamo in Italien: "Bei der Erforschung von neuen Medikamenten ist das Bedürfnis der Patienten nach Langzeit-Studien groß", so Naldi.
</p>

<h3>
	Nebenwirkungen
</h3>

<p>
	82 Prozent der Studienteilnehmer berichteten von Nebenwirkungen: Die häufigsten:
</p>

<ul>
	<li>
		Entzündungen der Nase
	</li>
	<li>
		Kopfschmerzen
	</li>
	<li>
		Entzündung der oberen Atemwege
	</li>
	<li>
		Bluthochdruck
	</li>
	<li>
		Gelenkschmerzen (Athralgien)
	</li>
</ul>

<p>
	Die meisten beschrieben ihre Nebenwirkungen als leicht bis mittelschwer. 30 Patienten brachen die Studie wegen der Nebenwirkungen ab.
</p>

<p>
	<strong>Unser Kommentar</strong>
</p>

<p>
	Es gibt zurzeit zwei verschiedene Wirkstoffe, die man als Calcineurininhibitoren bezeichnet: Pimecrolimus und Tacrolimus. „Calcineurin“ ist ein Enzym, das im Zellkern von Immunzellen (T-Lymphozyten, Basophilen) dafür sorgt, dass Entzündungen entstehen. Ein „Inhibitor“ ist ein Stoff, der chemische Prozesse verlangsamt. In diesem Fall wird die Wirkung des „Calcineurin“ gehemmt. Das führt zu einer verminderten (Entzündungs-) Reaktion des Immunsystems.
</p>

<p>
	„Calcineurin-Inhibitoren“ sind bekannt unter den Markennamen Elidel und Protopic. Beide Wirkstoffe sind zurzeit nur zur Behandlung der Neurodermitis zugelassen und werden äußerlich als Cremes aufgetragen. Es gibt Ärzte, die sie „Off-Label“ auch gegen Psoriasis an empfindlichen Stellen verschreiben. Voclosporin dagegen wird nicht auf die Haut aufgetragen, sondern geschluckt, d.h. oral verabreicht.
</p>

<p>
	Es handelt sich also um einen bekannten Wirkstoff, der aber neu für Psoriatiker gewesen wäre.
</p>

<p>
	Leider sind die „Calcineurin-Inhibitoren“ umstritten. In 2005 gab es eine heftige Expertendiskussion, inwieweit <a href="https://www.psoriasis-netz.de/medikamente/tacrolimus/protopic-uaw.html" rel="">Tacrolimus (Protopic) verstärkt Hautkrebs verursacht</a>. Die US-Aufsichtsbehörde FDA hatte vor dem Wirkstoff gewarnt. Die entsprechende EU-Behörde EMEA dagegen schloss sich dieser Warnung nicht an. Die FDA hätte ihr Wissen aus Studien mit Tieren, denen das Tacrolimus oral (als Tablette oder Kapsel) und in höheren Dosen gegeben worden wäre, als es je beim Menschen der Fall wäre. Tacrolimus würde jedoch nur in Salben oder Cremes eingesetzt. Vereinzelt wären nach Salben oder Creme Lymphome aufgetreten, doch auch hier hätten Experten einen Zusammenhang als unwahrscheinlich oder unzureichend bewiesen eingestuft.
</p>

<p>
	Dagegen berichtete die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, dass mehrere Ärzte gemeldet hätten, nach der Anwendung von Tacrolimus-Salbe könne sich der Blutspiegel bei Patienten genauso verändern, als wäre das Medikament eingenommen worden. Ihre Empfehlung: Wer Tacrolimus für lange Zeit anwenden möchte oder muss, soll regelmäßig seine Laborwerte überprüfen lassen. Das gilt dann erst recht für alle, die den Wirkstoff einnehmen, wie es bei „ISA247“ vorgesehen ist!
</p>

<p>
	Der wissenschaftliche Streit ist nicht entschieden. Vorsicht ist geboten, wenn Nebenwirkungen nicht eindeutig bestimmt sind.
</p>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		Presse-Erklärung der Firma Isotechnika vom 05.12.2006
	</li>
	<li>
		Presse-Erklärung der Firma Isotechnika vom 15.01.06
	</li>
	<li>
		<a href="http://www.auriniapharma.com/dnn/ProductsInDevelopment/Voclosporin/WhatisVoclosporin.aspx" rel="external nofollow">Erläuterung von Isotechnika</a>
	</li>
	<li>
		"The Lancet", April 2008, sowie die <a href="https://www.eurekalert.org/pub_releases/2008-04/l-ntf041608.php" rel="external nofollow">Pressemitteilung dazu</a>
	</li>
	<li>
		Ärzte Zeitung, 21.04.2008
	</li>
</ul>

]]></description><guid isPermaLink="false">1103</guid><pubDate>Fri, 07 Dec 2018 19:21:00 +0000</pubDate></item><item><title>Warum Briakinumab nicht auf den Markt kam</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/warum-briakinumab-nicht-auf-den-markt-kam/</link><description><![CDATA[<p>
	<strong>Briakinumab</strong> ist oder war ein humaner monoklonaler <span ipsnoautolink="true">Antikörper</span>. Er sollte in einem Medikament zur Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt werden. Anfangs hatte die Substanz noch die Abkürzung <strong>ABT-874</strong>. Sie sollte als Injektion verabreicht werden.
</p>

<p>
	Phase-III-Studien waren bereits vorüber. In früheren Versuchen wurde eine Verbesserung des <span ipsnoautolink="true"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr></span> um 75 bis 93 Prozent beobachtet. Das Medikament sollte <strong>Ozespa</strong> heißen.
</p>

<p>
	Es sollte eines der nächsten Biologics zur Behandlung der <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> werden – dann hat die Herstellerfirma im Februar 2011 ihren Antrag auf Zulassung des Medikamentes mit dem Wirkstoff Briakinumab zurückgezogen. Grund waren nach Firmenangaben Rückmeldungen der Regulierungsbehörden. Demnach bedurfte es weiterer Analysen und Studien. Dann wollte die Firma über die nächsten Schritte nachdenken – auch über einen erneuten Antrag zu einem späteren Zeitpunkt.
</p>

<p>
	Noch im Dezember 2011 hatte <a href="http://www.prnewswire.com/news-releases/in-2012-stelara-and-briakinumab-will-capture-22-percent-of-the-biologics-share-in-the-moderate-to-severe-psoriasis-drug-market-79401737.html" rel="external nofollow">ein Branchenreport</a> vorausgesagt, dass Janssen-Cilag und Abbott im Jahr 2012 mit Stelara und Briakinumab fast ein Viertel des Biologics-Marktes bei schwerer Psoriasis "bedienen" würden.
</p>

<p>
	Briakinumab wirkt wie das bereits zugelassene Medikament <span ipsnoautolink="true">Stelara</span> gegen die Interleukine 12 und 23. Im Oktober 2010 wurde über <a href="https://www.reuters.com/article/idUSN1110726620101011" rel="external nofollow">Ergebnisse einer Studie</a> berichtet: Dabei hatten 317 Patienten mit einer mittelschweren bis schweren Schuppenflechte über 52 Wochen lang das Medikament mit dem Wirkstoff Briakinumab oder den "Klassiker" <span ipsnoautolink="true"><abbr title="Methotrexat">MTX</abbr></span> eingenommen. Das neue Medikament wirkte deutlich besser.
</p>

<p>
	Nach 24 Wochen hatten 82 Prozent der Patienten mit Briakinumab eine 75-prozentige Verbesserung ihrer Hauterscheinungen beobachtet. In der Gruppe mit <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> erreichten 40 Prozent der Patienten diesen Wert.
</p>

<p>
	28 weitere Wochen später meldeten 66 Prozent der Briakinumab-Patienten eine 75-prozentige Verbesserung - was ihnen "nur" 24 Prozent der <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>-Patienten gleichtun konnten.
</p>

<p>
	Eine komplette Erscheinungsfreiheit wurde bei 45,5 Prozent der Briakinumab-Patienten beobachtet. Diesen Erfolg hatten in der <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>-Gruppe nur 9,2 Prozent der Teilnehmer.
</p>

<p>
	Die Nebenwirkungen in vier Studien zu Briakinumab entsprachen denen anderer Biologics:
</p>

<ul>
	<li>
		Infektionen der oberen Atemwege
	</li>
	<li>
		Nasopharyngitis (verstopfte Nase)
	</li>
	<li>
		Kopfschmerzen
	</li>
	<li>
		Arthralgie (Gelenkschmerzen)
	</li>
	<li>
		Bluthochdruck und
	</li>
	<li>
		Rückenschmerzen.
	</li>
</ul>

<p>
	Infektionen und Malignome traten häufiger auf als im Vergleich mit einem Placebo, nicht aber öfter als bei <span ipsnoautolink="true">Enbrel</span> oder <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>. In einer der vier Studien wurden Herz-Kreislauf-Probleme - Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulärer Tod - gemeldet. Bei weiteren Untersuchungen wurden bei allen Betroffenen Risikofaktoren gefunden, die schon vor der Behandlung bestanden hatten.
</p>

<p>
	Die europäische Zulassungskommission EMA <a href="https://www.ema.europa.eu/en/news/abbott-laboratories-limited-withdraws-its-marketing-authorisation-application-ozespa-briakinumab" rel="external">weist darauf hin</a>, dass die Rücknahme des Zulassungsantrags keine Auswirkungen auf laufende Studien hat. Wer das Medikament testete, sollte seinen Wirkstoff weiterhin bekommen.
</p>

<p>
	Im Jahr 2009 hatten die deutschen Krankenkassen übrigens für das Abbott-Medikament Humira mehr als 40 Millionen Euro ausgegeben - so viel wie für kein anderes Medikament. Das entspricht – grob gerechnet – 77.000 Sechser-Packungen des Pens.
</p>

<h2>
	Ergebnisse aus einer Studie in Phase II
</h2>

<p>
	In einer Studie in Phase II waren die Schuppenflechte bei den meisten Patienten nach zwölf Wochen um mindestens 75 Prozent besser geworden. In der 12. Woche erreichten neun von zehn Patienten mit mäßiger bis schwerer Psoriasis eine Verbesserung der Symptome von 75 Prozent in vier der fünf Dosierungsgruppen. Dem gegenüber erzielten nur drei Prozent der Patienten, die das Placebo erhielten, den gleichen Wert.
</p>

<p>
	Mehr als die Hälfte der Patienten erzielte bei vier von fünf Dosis-Gaben eine Besserung von 90 Prozent – gegenüber 0 Prozent in der Placebogruppe.
</p>

<p>
	180 Patienten mit mäßiger bis schwerer Psoriasis wurden in eine 12-wöchige, doppelblinde, placebokontrollierte Studie aufgenommen. Die Patienten wurden gleichmäßig sechs Behandlungsgruppen randomisiert (deutsch: zufällig) zugeteilt.
</p>

<p>
	Das erste Etappenziel war eine Verbesserung der Schuppenflechte um 75 Prozent, gemessen als <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>.
</p>

<p>
	Die Ergebnisse in der 12. Woche zeigten, dass ABT-874 deutlich wirksamer war als Placebo. Mindestens 90 Prozent der Patienten erreichten einen <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 75 in allen ABT-874-Behandlungsgruppen - außer der Gruppe mit der Einzeldosis.
</p>

<p>
	Die Ergebnisse tabellarisch:
</p>

<table>
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				<strong>Medikamentengabe</strong>
			</td>
			<td>
				<strong>75prozentige Verbesserung bei...</strong>
			</td>
			<td>
				<strong>90prozentige Verbesserung bei...</strong>
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				eine einzelne, subkutane 200 mg Injektion
			</td>
			<td>
				63 Prozent
			</td>
			<td>
				17 Prozent
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				100 mg jede zweite Woche über zwölf Wochen
			</td>
			<td>
				93 Prozent
			</td>
			<td>
				53 Prozent
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				200 mg wöchentlich über vier Wochen
			</td>
			<td>
				90 Prozent
			</td>
			<td>
				63 Prozent
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				200 mg jede zweite Woche über zwölf Wochen
			</td>
			<td>
				93 Prozent
			</td>
			<td>
				77 Prozent
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				200 mg wöchentlich über zwölf Wochen
			</td>
			<td>
				90 Prozent
			</td>
			<td>
				53 Prozent
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Placebo
			</td>
			<td>
				3 Prozent
			</td>
			<td>
				0 Prozent
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<p>
	Als häufigste "unerwünschte Ereignisse" wurden beobachtet:
</p>

<ul>
	<li>
		Reaktionen an der Injektionsstelle
	</li>
	<li>
		Nasopharyngitis (Entzündung von Nase und Rachen)
	</li>
	<li>
		Infektionen der oberen Luftwege und
	</li>
	<li>
		Kopfschmerzen
	</li>
</ul>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<p>
	In unserem Forum berichteten Teilnehmer von ihrer Teilnahme an Studien mit Briakinumab - unter anderem hier: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/topic/11724-abt-874-briakinumab/" rel="">https://www.psoriasis-netz.de/community/topic/11724-abt-874-briakinumab/</a>  Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.reuters.com/article/idUSN1415033420110114" rel="external nofollow">Abbott withdraws applications for psoriasis drug</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.prnewswire.com/news-releases/abbott-reports-psoriasis-phase-iii-results-of-its-investigational-il-1223-inhibitor-briakinumab-abt-874-104701314.html" rel="external nofollow">Abbott Reports Psoriasis Phase III Results</a> of its Investigational IL-12/23 Inhibitor Briakinumab (ABT-874) - Press release
	</li>
	<li>
		<a href="http://www.medicalnewstoday.com/articles/213887.php" rel="external nofollow">Abbott Laboratories Limited withdraws its marketing authorisation application for Ozespa (briakinumab)</a>
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">1101</guid><pubDate>Fri, 07 Dec 2018 14:41:00 +0000</pubDate></item><item><title>Jetzt kann jeder Nebenwirkungen einfacher melden</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/jetzt-kann-jeder-nebenwirkungen-einfacher-melden/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2018_09/nebenwirkungen-melden-leichter.jpg.91f48e92952936071bc3aed4e9208754.jpg" /></p>

<p></p><p><strong>Wer nach dem Eincremen oder Einnehmen eines Medikamentes eine Nebenwirkung verspürt, kann jetzt seine Beschwerden bei den Behörden loswerden: Die haben ein Meldeportal für Verdachtsfälle von Nebenwirkungen in Netz gestellt. Den Arztbesuch sollte das aber nicht ersetzen.</strong></p><p></p><p>Im Prinzip klingt es logisch: Je mehr und besser der Verdacht einer Nebenwirkung an Behörden gemeldet wird, desto schneller können die auf häufige Beschwerden aufmerksam werden. So könnten Nebenwirkungen gefunden werden, die vielleicht während einer Studie nicht so oft aufgetreten sind oder die erst bei längerem Gebrauch eines Arzneimittels auftreten. Wenn Patienten ihren Ärzten von Nebenwirkungen berichten, sollten die sie je nach Schwere weitergeben. Seit einigen Jahren können Patienten das aber auch selbst tun. Doch das Formular dafür auf der Internetseite war bislang ziemlich krude und nicht leicht zu bedienen.</p><p></p><p>Seit Ende September 2018 ist eine modernisierte Version der Internetseite für die Meldung online. Unter <a rel="external nofollow" href="https://nebenwirkungen.bund.de/nw/DE/home/home_node.html">nebenwirkungen.pei.de</a> kann jeder den zuständigen Arzneimittelbehörden noch einfacher Nebenwirkungen melden.</p><p></p><p>Neu ist das klar strukturierte, barrierefreie Formular, das allgemeinverständlich durch den Vorgang leitet.  Wer etwas meldet, muss nicht wissen, welche Behörde für das betreffende Arzneimittel zuständig ist. Und: Jeder kann anonym bleiben. Am Ende der Prozedur gibt es lediglich eine Bearbeitungsnummer.</p><p></p><p>Die Meldungen werden an die "<a rel="external nofollow" href="http://www.adrreports.eu/de/">Europäische Datenbank gemeldeter Verdachtsfälle von Arzneimittelneben­wirkungen</a>" weitergeleitet. Wer eine andere Sprache der EU besser beherrscht als Deutsch, kann diese EU-Datenbank nutzen, um seine Erfahrung mit einem Medikament mitzuteilen. Sie zeigt auch die europaweit gemeldeten <a rel="external nofollow" href="http://www.adrreports.eu/de/search.html">Verdachtsfälle von Arzneimittelnebenwirkungen</a> an.</p><p></p><p>Hinter der Internetseite stehen das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut. Die dortigen Wissenschaftler werten aus, was die Betroffenen eintragen. Bislang nicht oder wenig bekannte Nebenwirkungen sollen so schneller aufgespürt werden – auch, damit bei Bedarf schneller reagiert werden kann, wenn sich bei einem Medikament gehäuft Nebenwirkungen zeigen.   </p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1001</guid><pubDate>Fri, 28 Sep 2018 08:30:15 +0000</pubDate></item><item><title>Ilumetri &#x2013; was ist das und wie wird es angewendet?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ilumetri-tildrakizumab/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2018_09/ilumetri-packung-spritze.jpg.75ec34814f4b0172cdaa94c9646e037b.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Ilumetri</strong> ist ein Medikament zur Behandlung der <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span>. Sein Wirkstoff heißt <strong>Tildrakizumab</strong>. Es laufen Studien, in denen untersucht wird, ob das Medikament auch bei <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> angewendet werden kann.
</p>

<p>
	Ilumetri ist seit September 2018 in der EU für die mittelschwere bis schwere <span ipsnoautolink="true">Psoriasis vulgaris</span> zugelassen. Hersteller ist die Firma Almirall.
</p>

<p>
	Der Wirkstoff Tildrakizumab zielt auf das Interleukin-23 – wie auch <span ipsnoautolink="true">Tremfya</span> bzw. dessen Wirkstoff <span ipsnoautolink="true">Guselkumab</span>. Anfangs hieß die Substanz auch MK-3222 oder SCH-900222. Es handelt sich dabei um eine Injektion.
</p>

<p>
	Ilumetri wird am Anfang einmal, noch einmal nach vier Wochen und im "Dauerbetrieb" alle drei Monate gespritzt.
</p>

<h2>
	Vor der Therapie
</h2>

<p>
	<strong>Tuberkulose</strong>: Vor der Behandlung mit diesem Medikament sollte ein Tbc-Test gemacht werden. Besteht eine latente Tuberkulose, muss die zuerst behandelt werden. Erst danach kann mit der Ilumetri-Therapie begonnen werden. Während der Behandlung muss auf Anzeichen von Tbc geachtet werden. Patienten mit einer aktiven Tuberkulose sollen Ilumetri nicht bekommen.
</p>

<p>
	<strong>Impfungen</strong>: Vor Beginn einer Behandlung mit Tremfya sollten alle Impfungen absolviert werden, die üblich sind. Während der Therapie sollte eine Impfung mit Lebendimpfstoffen vermieden werden.
</p>

<p style="text-align: center;">
	<span class="ipsEmoji">👉</span> <em><strong>Tipp</strong>: In unserem Forum findet Ihr jede Menge<br>
	<a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/" rel="">Erfahrungen von Menschen mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis</a>.<br>
	Lest nach, fragt selbst!</em>
</p>

<h2>
	Anwendung
</h2>

<p>
	Ilumetri wird unter die Haut gespritzt. Dabei sollte nicht jedesmal die gleiche Stelle des Körpers gewählt werden. Es wird nicht direkt in Psoriasis-Stellen injiziert und auch nicht in schmerzempfindliche, entzündete, rote, dicke oder schuppige Bereiche.
</p>

<p>
	Wenn einem die Anwendung einmal vom Arzt oder einer sachkundigen Person gezeigt wurde, kann man Ilumetri selbst spritzen.
</p>

<p>
	Aber Achtung: Die Spritze darf nicht geschüttelt werden! Und: Jede Spritze wird nur einmal benutzt.
</p>

<h2>
	Dosierung
</h2>

<p>
	Empfohlen wird eine Dosis von 100 mg Ilumetri pro Anwendung – also eine Injektion mit einem Pen oder einer Spritze.
</p>

<p>
	Bei einer sehr starken Schuppenflechte oder bei Menschen mit Gewicht von mehr als 90 Kilogramm könnte eine Dosis von 200 mg wirksamer sein. Dafür gibt es eine eigene Version der Spritze.
</p>

<p>
	Ist die Psoriasis nach 28 Wochen noch nicht überzeugend besser geworden, ist Ilumetri vermutlich nicht das richtige Medikament. Dann sollte man mit dem Arzt über ein Absetzen der Therapie sprechen. Aber: Eine nur leichte Besserung könnte sich noch steigern, wenn die Behandlung doch weitergeführt wird.
</p>

<h2>
	Nebenwirkungen von Ilumetri
</h2>

<p>
	In den Studien mit Ilumetri traten Fälle von Angioödemen und Urtikaria auf. Wer die bei sich beobachtet, sollte das Medikament absetzen und diese Erkrankungen behandeln.
</p>

<p>
	Ilumetri kann auch das Infektionsrisiko erhöhen, insbesondere an den oberen Atemwegen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören auch eine Reaktion an der Injektionsstelle und Durchfall. Davon berichteten mehr als 1 Prozent der Studienteilnehmer. Bei einer geringeren Zahl der Teilnehmer traten auch Schwindel und Schmerzen in den Extremitäten auf.
</p>

<p>
	Die Nebenwirkungen von Ilumetri bzw. Tildrakizumab in Tabellenform:
</p>

<table id="tabelle">
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				<strong>Sehr häufig</strong>
			</td>
			<td>
				Infektionen der oberen Atemwege
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<strong>Häufig</strong>
			</td>
			<td>
				Kopfschmerzen
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				Gastroenteritis
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				Übelkeit
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				Durchfall (Diarrhö)
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				Schmerzen an der Injektionsstelle
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				Rückenschmerzen
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<h2>
	Entwicklung und Zulassung von Tildrakizumab
</h2>

<p>
	Entwickelt wurde Tildrakizumab zunächst von der Firma Merck. Im September 2014 kaufte die Firma Sun Pharma die Rechte (nicht nur an Tildrakizumab). Für Europa hat die Firma Almirall die <a href="http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/unternehmen/article/918159/lizensierung-almirall-setzt-neuen-antikoerper-psoriasis.html" rel="external">Rechte an der Entwicklung und dem Vertrieb</a> von Tildrakizumab erworben.
</p>

<p>
	Einzelheiten über die aktuellen Studien sind im Verzeichnis von klinischen Studien in Europa zu finden.
</p>

<p>
	Im November 2015 war der Wirkstoff auch Thema in der Sendung "Hauptsache gesund" im mdr.
</p>

<p>
	Im März 2018 wurde das Medikament in den USA unter dem Namen Ilumya <a href="http://www.mdmag.com/medical-news/fda-approves-tildrakizumab-for-certain-plaque-psoriasis-patients" rel="external nofollow">zugelassen</a>. In Europa wird es Ilumetri heißen. Mit einer Zulassung in Europa wird <a href="https://www.moneycontrol.com/news/business/companies/sun-pharma-gets-us-fda-nod-for-its-specialty-psoriasis-drug-ilumya-2533517.html" rel="external nofollow">Ende 2018 gerechnet</a>. Die Empfehlung sprach das Beratergremium der EMA Ende Juli aus.
</p>

<h2>
	Studien zu Ilumetri
</h2>

<p>
	Die wichtigsten Studien, mit denen die Zulassung beantragt wurde, hießen reSURFACE 1 und reSURFACE 2.
</p>

<p>
	An reSURFACE 1 nahmen 1772 Patienten teil. Ein Teil bekam 200 mg Tildrakizumab, ein anderer die Hälfte. Eine dritte Gruppe bekam ein Placebo.
</p>

<p>
	Eine 75-prozentige Besserung ihrer Schuppenflechte hatten nach 12 Wochen
</p>

<ul>
	<li>
		62 Prozent der Teilnehmer mit 200 mg
	</li>
	<li>
		64 Prozent der Teilnehmer mit 100 mg
	</li>
	<li>
		6 Prozent der Teilnehmer mit einem Placebo
	</li>
</ul>

<p>
	An reSURFACE 2 nahmen 1090 Patienten teil. Wieder bekam ein Teil 200 mg Tildrakizumab, ein anderer 100 mg und ein dritter ein Placebo. Außerdem bekamen diesmal weitere Teilnehmer den Wirkstoff Etanercept, der zum Beispiel in <span ipsnoautolink="true">Enbrel</span> arbeitet.
</p>

<p>
	Eine 75-prozentige Besserung ihrer Psoriasis bemerkten nach 12 Wochen
</p>

<ul>
	<li>
		66 Prozent der Teilnehmer mit 200 mg
	</li>
	<li>
		61 Prozent der Teilnehmer mit 100 mg
	</li>
	<li>
		48 Prozent der Teilnehmer mit Etanercept
	</li>
	<li>
		6 Prozent der Teilnehmer mit einem Placebo
	</li>
</ul>

<p>
	Während dieser Studie starb ein Patient. Der hatte eine alkoholische Herzmuskel-Erkrankung. Letztendlich konnte der genaue Grund für seinen Tod nicht ermittelt werden.
</p>

<p>
	Im Januar 2020 wurde <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/bjd.18662" rel="external nofollow">eine Studie veröffentlicht</a>, in der es darum ging, wie viele Anwender Antikörper gegen Tildrakizumab entwickelt hatten. Das Ergebnis: Drei Prozent der Patienten (<em>mit der 100-mg-Dosis</em>) entwickelten Antikörper gegen den Wirkstoff. Das führte bei der Kontrolle nach 52 Wochen Anwendung dazu, dass das Medikament nicht mehr so gut wirkte. Mehr schwerwiegende Nebenwirkungen gab es dadurch aber nicht.
</p>

<h2>
	Kosten
</h2>

<p>
	Der Preis für eine Packung mit Ilumetri bzw. Tildrakizumab beläuft sich auf 3479,81 Euro (Stand Oktober 2024). Das ist ein sogenannter Listenpreis. Durch Rabattverträge usw. kann der Preis für die Krankenkasse am Ende niedriger sein.
</p>

<h2>
	Kurz gemeldet
</h2>

<ul>
	<li>
		<strong>Oktober 2019</strong>: Hersteller Almirall hat Langzeitdaten zu Tildrakizumab vorgelegt. Demnach zeigten sich auch bis zu fünf Jahre nach Beginn einer Therapie keine anderen Sicherheitsprobleme als in den "kurzen" ersten Studien. Auch die Wirkung war nach vier Jahren ähnlich wie zu Beginn. [<a href="https://www.thepharmaletter.com/article/almirall-up-on-long-term-ilumetri-data" rel="external nofollow">Quelle</a>]
	</li>
	<li>
		<strong>November 2018</strong>: Die Markteinführung von Ilumetri startet. (Quelle: <a href="https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pharmazie/ilumetri-markteinfuehrung-startet-in-deutschland-plaque-psoriasis/" rel="external nofollow">apotheke adhoc</a>)
	</li>
</ul>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/tags/Ilumetri%20Erfahrungen/" rel="">Erfahrungen mit Ilumetri bzw. Tildrakizumab</a> in unserem Forum
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.almirall.de/documents/230456/0/Gebrauchsinformation_Ilumetri.pdf/6d123043-5212-41b2-a28c-69b9cab89c4e?version=1.0&amp;t=1542277219000" rel="external nofollow">Beipackzettel</a>
	</li>
	<li>
		<a href="http://www.ukmi.nhs.uk/applications/ndo/record_view_open.asp?newDrugID=5864" rel="external nofollow">Informationen über eine Studie in Großbritannien</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.clinicaltrialsregister.eu/ctr-search/trial/2009-017272-24/DE" rel="external nofollow">Eintrag im europäischen Verzeichnis klinischer Studien</a>
	</li>
</ul>

<p>
	<strong>Quellen</strong>
</p>

<ul>
	<li>
		Beipackzettel und <abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker"><abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker">Fachinformation</abbr></abbr>
	</li>
	<li>
		Tildrakizumab versus placebo or etanercept for chronic plaque psoriasis (reSURFACE 1 and reSURFACE 2): results from two randomised controlled, phase 3 trials; <a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(17)31279-5/abstract" rel="external nofollow">The Lancet, Juni 2017</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.prnewswire.com/news-releases/sun-pharma-announces-us-fda-approval-of-ilumya-tildrakizumab-asmn-for-the-treatment-of-moderate-to-severe-plaque-psoriasis-300617454.html" rel="external nofollow">Pressemitteilung des US-Herstellers</a> zur dortigen Zulassung
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">978</guid><pubDate>Tue, 18 Sep 2018 08:49:00 +0000</pubDate></item><item><title>Biologika &#x2013; H&#xE4;ufige Fragen und Antworten</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/biologika-fragen-antworten/</link><description><![CDATA[<div>
	<div>
		<strong>Was sind Biologics?</strong>
		<p>
			Biologics sind Medikamente auf Grundlage besonderer Proteine und Peptide. Diese sind identisch mit körpereigenen Eiweißkörpern oder werden diesen nachempfunden.
		</p>
	</div>

	<div>
		<strong>Warum müssen Biologics gespritzt werden? Warum gibt es sie nicht als Tablette?</strong>

		<p>
			Die Wirkstoffe in Biologics sind Eiweißstoffe. Sie würden im Magen oder Darm zerstört werden.
		</p>
	</div>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">1034</guid><pubDate>Fri, 08 Jun 2018 10:40:00 +0000</pubDate></item><item><title>Biologika k&#xF6;nnen Darmerkrankungen aus der Reserve locken</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/darmerkrankungen-durch-biologika/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2018_04/teetrinken.jpg.5a383bcd60acfae8f875de1ee03183f1.jpg" /></p>

<p>
	<b>Wer mit Biologika wie <span ipsnoautolink="true">Cosentyx</span>, <span ipsnoautolink="true">Taltz</span> oder <span ipsnoautolink="true">Kyntheum</span> behandelt wird, sollte abklären, ob er eine chronisch entzündliche Darm-Erkrankung (CED) haben könnte. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft warnt: Es bestehe der Verdacht, dass diese Biologika für schwere Darmentzündungen verantwortlich sind oder bisher unentdeckte Darmentzündungen verschlimmern. Typische Symptome sind ständig wiederkehrende Bauchschmerzen oder Durchfälle. </b>
</p>

<p>
	Wichtig: Wer mit einem der Medikamente behandelt wird, <strong>muss nicht panisch werden. Nur sehr wenige sind betroffen</strong> – nach Angaben der AKdÄ weniger als 1 Prozent.
</p>

<h2>
	Darmprobleme abchecken
</h2>

<p>
	Die Arzneimittelkommission (AKdÄ) führt seit längerem eine <a href="https://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/UAW-Meldung/" rel="external">Datenbank</a>, in die Patienten und Ärzte alle beobachteten Nebenwirkungen eintragen können. Dort seien Fälle gemeldet worden, bei denen sich unter Cosentyx (Secukinumab) eine bisher unauffällige verlaufende CED akut verschlechtert hat, schreibt die AkdÄ. Andere Meldungen würden vermuten lassen, dass durch den Wirkstoff bei vorher gesunden Patienten eine CED ausgelöst wurde. Da die Biologika Taltz (Ixekizumab) und Kyntheum (Brodalumab) ebenfalls am IL-17 ansetzen, seien ähnliche Folgen zu erwarten. Deshalb sollten diese Patienten nach einer CED-Vorerkrankung gefragt werden. Nur bei Kyntheum wird schon jetzt ein „aktiver“ Morbus Crohn abgeklärt. Das Medikament darf dann nicht gegeben werden. Die AKdÄ empfiehlt außerdem, diese Patienten regelmäßig danach zu fragen, ob verdächtige, länger anhaltende Darmprobleme aufgetreten sind.
</p>

<h2>
	IL-17-Blockade fördert Darmentzündungen
</h2>

<p>
	Die genannten Biologika sind Antikörper, die auf die Zytokinfamilie Interleukin-17 [1] zielen. Sie verhindern, dass deren entzündungsfördernde Signale an das Immunsystem weitergeleitet werden. Aber ein Botenstoff kann mehrere Funktionen haben. So wird beim Fehlen des IL-17 gleichzeitig die Barrierefunktion der Darm-Schleimhaut geschwächt. Das aber könne dort zu verstärkten Entzündungsreaktionen führen, schreibt die AKdÄ. Langfristig könne sich dadurch eine CED entwickeln.
</p>

<p>
	Die Kommission weist aber darauf hin, dass diese Zusammenhänge nicht endgültig bewiesen seien. Dazu würden bisher zu wenig Daten vorliegen. Sie seien aber „biologisch plausibel“, wären schon bei Mäusen nachgewiesen und würden durch Fallberichte aus Kliniken und ihrer Datenbank bestätigt.<span> </span>
</p>

<h2>
	CED als Psoriasis-Begleiterkrankung
</h2>

<p>
	Eine chronisch entzündliche Darm-Erkrankung gehört zu den typischen Begleiterkrankungen („Komorbiditäten“) der Schuppenflechte. D.h. Menschen mit Psoriasis haben sowieso ein höheres Risiko, daran zu erkranken als die Normalbevölkerung. Professor Jörg Prinz berichtete, dass 9,6 bis 11 Prozent der Psoriatiker gleichzeitig an Morbus Crohn leiden. Vom Colitis ulceros seien 5,7 Prozent der Menschen mit Schuppenflechte betroffen [2].
</p>

<p>
	Je schwerer die Psoriasis ist, desto höher ist das Risiko, zusätzlich an einer CED zu erkranken schreibt die AKdÄ. Da Biologika meist bei schwer Betroffenen eingesetzt werden, seien diese Patienten von Anfang an gefährdeter. Wenn dann zusätzlich das Medikament Darmentzündungen fördert, steigt das Risiko einer CED.
</p>

<h2>
	Kommentar
</h2>

<p>
	Die Zahl der möglichen Fälle wird von der AKdÄ als unter 1 Prozent genannt. Sie kann aber nur geschätzt sein, weil es zu wenig Daten gibt. Wenn die Zahl zutrifft, gehören die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen zu den „gelegentlich“ auftretenden Nebenwirkungen. Das ist nicht „häufig“ oder „sehr häufig“, aber auch nicht „selten“ oder „sehr selten“. Patienten, die mit dieser Wirkstoffgruppe behandelt werden, sollten aktiv werden, wenn sie regelmäßig Darmprobleme haben. Je früher eine CED erkannt wird, desto besser ist sie zu behandeln. Im von der AKdÄ geschilderten Fall wurde der Patient auf <span ipsnoautolink="true">Humira</span> (Adalimumab) umgestellt.
</p>

<p>
	Unverständlich ist, weshalb diese Warnung nicht (auch) von den <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2017" rel="">weltweit geführten Psoriasis-Registern</a> gekommen ist. Gerade die sind dafür eingerichtet worden, vor allem bisher unentdeckte Nebenwirkungen durch regelmäßige Befragungen festzustellen. Beim deutschen Register<i> </i><a href="https://www.psobest.de" rel="external nofollow">PsoBest</a> steht die Frage nach neu aufgetretenen Nebenwirkungen in der Check-Liste des Arztes bzw. seiner Assistentin. Der Patient wird lediglich mündlich danach gefragt.<span> </span>
</p>

<p>
	Es ist kaum vorstellbar, dass chronisch entzündliche Darmerkrankungen in den Registern nur deshalb nicht aufgefallen sind, weil „vergessen“ wurde, nach neuen Nebenwirkungen zu fragen. Entweder irrt sich die AKdÄ mit ihrer Einschätzung und es handelt sich um sehr seltene Einzelfälle. Dem widerspricht aber ihre Einschätzung, dass es einen „plausiblen Zusammenhang“ zwischen blockiertem IL-17 und dem Auftreten einer Darmentzündung gibt – an Mäusen bewiesen, an Menschen in Fällen dokumentiert. Oder aber gemeldete Nebenwirkungen werden von den Psoriasis-Registern grundsätzlich anders ausgewertet. So dass zum Beispiel sehr seltene Fälle nicht publiziert werden.
</p>

<p>
	Zur kritischen Betrachtung der Arbeit der Psoriasis-Register gehört die Tatsache, dass sie alle "<a href="https://patientensicht.ch/artikel/interessenkonflikt-definition" rel="external nofollow">Interessenkonflikte</a>" haben. Sie können ihre Arbeit nur durchführen, weil sie direkt oder indirekt von großen Pharmafirmen mitfinanziert werden. Das hat damit zu tun, dass die Hersteller von Biologika verpflichtet wurden, nach Zulassung die langfristige Wirkung ihrer Präparate zu beobachten. Es ist aber nicht vorgesehen, das von finanziell unabhängigen Einrichtungen dokumentieren zu lassen – also werden unter anderem die Hersteller zur Kasse gebeten. Von pharma-gesponserten Arzneimittel-Studien weiß man, dass deren <a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/40919/Pharma-Sponsoring-verzerrt-Ergebnisse-von-Arzneimittelstudien" rel="external">Ergebnisse durch diese Auftragsforschung verzerrt</a> sind. Damit man bei den Ergebnissen der Psoriasis-Register nicht den gleichen Effekt befürchten muss, sollten sie deutlich machen, wie sie die Unabhängigkeit ihrer Arbeit absichern.
</p>

<p>
	Firmen selbst warnen Ärzte mit „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rote-Hand-Brief" rel="external">Rote-Hand-Briefen</a>“ vor neu erkannten Arzneimittel-Risiken. Aber erst dann, wenn die Zusammenhänge wissenschaftlich bewiesen sind. Eine frühzeitige Warnung, wie sie die AKdÄ ausgesprochen hat, ist eher selten.
</p>

<p>
	Als betroffener Patient erwartet man, dass selbst bei Verdachtsfällen vorsorglich auf mögliche Nebenwirkungs-Risiken hingewiesen wird. Selbst auf die Gefahr hin, dass manche Menschen bei neu entdeckten Arzneimittel-Nebenwirkungen schnell panisch reagieren. Jeder kann für sich entscheiden: Wie groß ist das Risiko? Wie stark sind die Nebenwirkungen im Verhältnis zur Besserung der Schuppenflechte? Und wie gut kann die moderne Medizin mit diesen Nebenwirkungen umgehen?
</p>

<p>
	Quelle: "<a href="https://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/Bekanntgaben/Archiv/2018/201804061.pdf" rel="external">Induktion und/oder Demaskierung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen unter Secukinumab (Cosentyx®)</a>", Deutsches Ärzteblatt | Jg. 115 | Heft 14 | 6. April 2018
</p>

<p>
	[1] Sie besteht aus fünf verschiedenen Botenstoffen: IL-17A bis IL-17F. Die veranlassen, dass verstärkt Hautzellen (Keratinozyten) gebildet und Entzündungen ausgelöst werden. Das Signal dazu wird aber nur weitergeleitet, wenn der Botenstoff an einen Rezeptor andockt. IL-17 passen nur in IL-17-Rezeptoren, wie ein Schlüssel in ein Schloss. Während Secukinumab und Ixekizumab verhindern, dass sich überhaupt IL 17A bilden, blockiert Brodalumab die IL-17-Rezeptoren. IL-17A und weitere aus der IL-17-Familie finden keine freien Rezeptoren. Dadurch werden ihre Botschaften nicht weitergeleitet.
</p>

<p>
	[2] <span> </span>„Ursachen der Psoriasis“, Vortrag am 15. September 2017 in Bad Reichenhall, Patientenveranstaltung der <i>PSOAG</i>
</p>

<h2>
	Tipp zum Weiterlesen
</h2>

<p>
	<strong>Bei manchen Biologika können Hefepilze zum Problem werden</strong><br>
	(<a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/an-candidose-als-nebenwirkung-denken-130666/" rel="external">Pharmazeutische Zeitung, 11.01.2022</a>)
</p>

<p>
	 Einige Biologika können dafür sorgen, dass der Körper der Hefepilze nicht mehr Herr wird. Das sollten alle wissen haben, die diese Biologika anwenden. Nicht in Panik verfallen, aber eben im Hinterkopf haben. In diesem Artikel heißt es:
</p>

<blockquote class="ipsQuote" data-gramm="false" data-ipsquote="">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents ipsClearfix" data-gramm="false">
		<p>
			Biologika, die das Interleukin-17 (IL-17) hemmen, erhöhen das Risiko für Infektionen mit Hefepilzen (Candidosen) stark. Interleukin-12/23-Hemmer sind weniger stark betroffen.
		</p>
	</div>
</blockquote>

<p>
	Um das in die gängigen Medikamentennamen zu übersetzen: IL-17-Hemmer sind zum Beispiel Cosentyx, Taltz,  Kyntheum und Bimzelx. Ein IL-12/23-Hemmer ist zum Beispiel Stelara. Tremfya, Ilumetri und Skyrizi hemmen "nur" IL-23.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">980</guid><pubDate>Sat, 14 Apr 2018 18:08:00 +0000</pubDate></item><item><title>Stiftung Warentest aktualisiert Special zu Psoriasis-Medikamenten</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/stiftung-warentest-aktualisiert-special-zu-psoriasis-medikamenten/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2017_09/daumen-hoch-und-runter.jpg.fb05a4ab55a345ed01862cd02c944979.jpg" /></p>
<p>
	Die Stiftung Warentest hat ihre Bewertungen von verschreibungspflichtigen Psoriasis-Medikamenten mit Datum vom 1. August 2017 überarbeitet. Betrachtet wurden 88 Präparate, sowohl für die äußerliche wie für die innerliche Anwendung. Leicht verständlich wird über wichtige Wirkstoffgruppen umfassend informiert. Erst nach Veröffentlichung dieses Artikels teilte man uns mit, dass lediglich die Medikamentenpreise aktualisiert worden seien. <span ipsnoautolink="true">Das steht auf der Broschüre anders</span> und ändert nichts an unserer grundsätzlichen Kritik.
</p>

<p style="margin-left: 40px;">
	<em><strong>Update</strong>: Die Stiftung Warentest hat die Bewertung einzelner Medikamente inzwischen eingestellt. Ab und an werden Übersichten von Arzneimitteln für bestimmte Erkrankungen angeboten. <a href="https://www.test.de/thema/arzneimittel/" rel="external">Die finden sich dann hier</a>. Dieser Artikel basiert auf dem früheren "test"-Angebot.</em>
</p>

<p>
	Fast alle Präparate wurden dann abgewertet, wenn grundsätzlich gefährliche Risiken bestehen – unabhängig davon, wie viel Patienten das tatsächlich betreffen kann. Die Autoren äußern meist dann Vorbehalte, wenn es für ein Medikament keine oder zu wenig klinische Daten gibt.
</p>

<p>
	Leider ist der Test unvollständig. Es fehlen wichtige innerliche Präparate. Enttäuschend ist, dass teilweise überholte Warnungen ausgesprochen und aktuelle Fragen von Psoriasis-Patienten nicht aufgegriffen werden. Der Text war ein Kapitel des Handbuches „<span ipsnoautolink="true">Medikamente im Test</span>“. Man konnte ihn sich <span ipsnoautolink="true">für 3-Euro als pdf-Datei herunterladen.</span>
</p>

<h2>
	Inhalt
</h2>

<p>
	Die Liste der Medikamente ist alphabetisch geordnet – von Alpicort bis Volon A Tinktur. So fällt gleich auf, dass Xamiol fehlt, obwohl es weiterhin angeboten wird. Es ist nicht das einzige Präparat, das fehlt. Zu jedem Medikament werden Preise genannt, die aber durch Rabattverträge der Krankenkassen unterschiedlich sein können. Jahres-Therapiekosten sind nicht ablesbar.
</p>

<p>
	Die Wirkstoffgruppen werden ausführlich beschrieben und kommentiert: Es wird erklärt, welche unerwünschte Wirkungen und Wechselwirkungen auftreten können, was beobachtet werden sollte und wann man sofort zum Arzt gehen muss. Es folgen Hinweise zur Empfängnisverhütung, zu Schwangerschaft und Stillzeit und für ältere Menschen.
</p>

<p>
	Nicht entschuldbar ist, dass <b>Stelara (Ustekinumab) </b>überhaupt nicht beurteilt wurde, obwohl es schon seit 2009 gegen Schuppenflechte zugelassen ist. Ebenfalls nicht erwähnt werden das 2016 auf den Markt gekommene Kombinations-Präparat <span ipsnoautolink="true">Enstilar</span> und das ab März 2017 angebotene <span ipsnoautolink="true">Taltz</span> (Ixekizumab).
</p>

<h2>
	Otezla und Cosentyx nicht bewertet
</h2>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19603" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2017_09/Test-Pso-Medikamente.jpg.2abcecb949fdaa0bcab4c5f700fcda25.jpg" rel="" style="float:left;"><img alt="Test Psoriasis-Medikamente" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19603" data-ratio="140.00" style="height: auto; width: 350px;" width="450" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2017_09/Test-Pso-Medikamente.jpg.2abcecb949fdaa0bcab4c5f700fcda25.jpg" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png"></a>
</div>

<p>
	Alle aufgelisteten Präparate werden als „geeignet“ eingeschätzt, die Schuppenflechte zu behandeln. Nur die Gruppe der Biologika (TNF-Alfa-Blocker ) wird als „eingeschränkt geeignet“, die Fumarate wie Fumaderm sogar als „wenig geeignet“ eingeschätzt. Als neue Medikamente werden Otezla (Apremilast) und Cosentyx (Secukinumab) vorgestellt, aber nicht bewertet. Im Text heißt es dazu, dass die Stiftung Warentest „zu einem späteren Zeitpunkt“ ausführlich Stellung nehmen werde. Wann und wo Interessierte das finden, wurde leider nicht geschrieben.
</p>

<p>
	<span ipsnoautolink="true"><strong>Otezla</strong> </span>wurde kritisiert, weil der Hersteller keine Daten vorgelegt hat, welche Vor- bzw. Nachteile das Präparat gegenüber anderen Psoriasis-Medikamenten hat (siehe auch: „<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/apremilast-otezla/kein-zusatznutzen-fuer-otezla-was-heisst-das/" rel="">Kein Zusatznuten für Otezla</a>“). Diese Forderung ist ungewöhnlich: In klinischen Studien wird bisher ermittelt, wie wirksam ein Präparat im Vergleich zum Placebo und / oder zu einem Medikament der gleichen Gruppe ist. Wie auch bei den Biologika wird bei Otezla bemängelt, man könne nicht beurteilen, wie verträglich es sei, wenn es über mehrere Jahre genommen wird. Es würden außerdem Daten über seltene unerwünschte Ereignisse fehlen. Die Autoren informieren nicht darüber, dass solche Daten über Nebenwirkungen von innerlichen Medikamenten weltweit in <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2017" rel="">Psoriasis-Registern</a> gesammelt werden.
</p>

<p>
	<strong><span ipsnoautolink="true">Cosentyx</span></strong> (Secukinumab) weist nach Aussagen der Tester ebenfalls nicht nach, welche Vor- und Nachteile es gegenüber bisherigen Standard-Therapien hat. Diese Aussage war aber schon bei Erscheinen des Textes überholt: Das IQWiG gab bekannt, dass sowohl Cosentyx als auch Taltz einen <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/secukinumab/cosentyx-taltz-nutzenbewertung/" rel="">Zusatznutzen gegenüber bisherigen Präparaten</a> hätten.
</p>

<p>
	Interessant zu wissen: Die Wirkung von Cosentyx kann man bei der Psoriasis arthritis mit zusätzlichem Methotrexat (<span ipsnoautolink="true"><abbr title="Methotrexat">MTX</abbr></span>) verstärken.
</p>

<h2>
	Klassische Psoriasis-Therapien
</h2>

<p>
	<span ipsnoautolink="true">Methotrexat </span>(<abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>)<b> </b>wird empfohlen, obwohl es nur wenige Studien darüber gibt. Es lägen aber jahrzehntelange klinische Erfahrungen vor, die bestätigen würden, dass <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> bei Schuppenflechte und Psoriasis Arthritis wirkt. Die Autoren sprechen nicht an, ob <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2016/" rel="">als Injektion deutlich besser auf die Haut-Plaques wirkt</a> als in Tablettenform. Sie warnen aber davor, sich während der <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>-Therapie zu viel der Sonne auszusetzen. Das könne die Psoriasis verschlimmern. Die Aussage, dass Männer unter <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> keine Kinder zeugen dürfen, weil das Erbgut geschädigt werden könne, ist in der Praxis <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/fobi2014-psoriasis/" rel="">seit mehreren Jahren widerlegt</a>.
</p>

<p>
	<strong>PUVA</strong> taucht vermutlich deshalb im Testbericht auf, weil die Bestrahlung durch <a href="https://www.psoriasis-netz.de/tags/Psoralen" rel="">Psoralen</a> wirksamer gemacht wird. Unter Experten gilt es als die effektivste UV-Therapie. Trotzdem raten die Autoren von einer Langzeitbehandlung wegen der UV-Belastung vorsichtshalber ab. Doch sie weisen gleichzeitig darauf hin, dass bisher bei UV-bestrahlten Patienten kein erhöhtes Hautkrebsrisiko festgestellt worden sei. Wie man als Patient mit diesem Widerspruch umgehen soll, wird nicht weiter ausgeführt.
</p>

<p>
	Von <b>Ciclosporin</b> ist bekannt, dass es schwere Nebenwirkungen haben kann, vor allem Nierenschäden. Die Tester halten die Therapie trotzdem bei einer sehr schweren Schuppenflechte für vertretbar, wenn zum Beispiel PUVA oder Methotrexat nicht ausreichend anschlagen – solange der Nutzen größer sei als die unerwünschten Wirkungen. Unter Dermatologen dagegen wird der Wirkstoff als „critical dose“ eingestuft, weil sehr viele Risiken und unerwünschte Wirkungen eintreten können, die regelmäßig zu kontrollieren sind. Außerdem darf es nur einige Monate eingesetzt werden.
</p>

<p>
	Die Autoren dagegen raten zu diesem Wirkstoff, ohne stattdessen Biologika, Fumarate oder Otezla in Erwägung zu ziehen.
</p>

<h2>
	Testurteil Fumaderm: wenig geeignet
</h2>

<p>
	<b>Fumarsäureester</b> wie <b><span ipsnoautolink="true">Fumaderm</span> </b>halten die Experten der Stiftung Warentest nur dann für vertretbar, „wenn besser bewertete Mittel nicht den erwünschten Erfolg gebracht haben“. Aber eigentlich halten sie den Wirkstoff schon seit langem für wenig geeignet, eine Schuppenflechte zu behandeln. Das begründen sie mit fehlenden seriösen Studiendaten. Aus gleichem Grund könnten sie nicht bewerten, wie gut Fumaderm gegenüber besser dokumentierten Mitteln wirkt. Nicht berücksichtigt haben die Tester, dass seit dem Frühjahr 2017 Studiendaten aus dem <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/skilarence-dimethylfumarat-almirall/" rel="">Vergleich zwischen dem Mono-Fumarsäure-Präparat Skilarence und Fumaderm</a> vorliegen.
</p>

<p>
	Bei aller berechtigten Kritik fällt auf: Bei <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> akzeptieren die Warentester langjährige Erfahrungswerte, nicht aber bei Fumaderm. Das, obgleich in Deutschland seit 1994 hohe Behandlungszahlen mit entsprechenden Beobachtungen vorliegen und veröffentlicht wurden.
</p>

<p>
	Ernster zu nehmen ist der Hinweis der Autoren auf das <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/fumaderm-wann-besteht-ein-toedliches-risiko/" rel="">lebensgefährliche PML-Risiko bei Fumaraten</a>. Sie betonen zwar, dass das nur extrem seltene Fälle sind. Aber sie klären nicht darüber auf, ob diese Gehirnerkrankung durch regelmäßige Kontrolle der Lymphozyten und Beobachtung neurologischer Symptome früh genug erkannt werden kann. Denn trotz des lange bekannten Risikos wurden <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/jdv.14236" rel="external nofollow">im April 2017 acht neue Fälle</a> veröffentlicht.
</p>

<p>
	Ausdrücklich warnen die Tester davor, Kinder und Jugendliche mit Fumaraten zu behandeln. Es lägen zu wenig Erfahrung dazu vor. Man mag bezweifeln, ob dieser Wirkstoff mit seinen Magen-/Darm-Syptomen wirklich für Kinder praktikabel ist. Trotzdem läuft seit mehreren Jahren eine <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/fumaderm-kinder-studie/" rel="">Kinder-Fumaderm-Studie</a>. Beteiligte Ärzte berichteten von guten Erfolgen, so dass es nicht völlig ausgeschlossen scheint, den Wirkstoff bei diese Altersgruppe einzusetzen.
</p>

<h2>
	Testurteil TNF-Alpha-Hemmer: eingeschränkt geeignet
</h2>

<p>
	Die Autoren haben nur <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/warum-biologika-immer-besser-werden/" rel="">Biologika, die TNF-Alpha hemmen</a>, bewertet. Das sind Humira (Adalimumab), Enbrel (Etanercept) und Remicade (Infliximab). Die ebenfalls angebotenen Nachbauten (Biosimilars) wurden nicht mit aufgenommen. Mit TNF-Alpha-Blockern solle erst dann behandelt werden, wenn andere Präparate nicht gewirkt haben oder nicht in Frage kommen. Inzwischen sind aber fast alle als „Erst-Therapie“ zugelassen, damit wirklich schwer Betroffene nicht unnütz viel Zeit dadurch verlieren, dass sie erst schlechter wirkende Medikamente ausprobieren müssen.
</p>

<p>
	Für die Tester dagegen kommen Biologika erst als „secon-line-therapy“ in Frage: Zum einen würden Biologika „ massiv in das Immungeschehen eingreifen“. Patienten riskierten damit „lebensbedrohliche Infektionen (z. B. Tuberkulose) und eventuell sogar Krebserkrankungen“. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2016/" rel="">Ein Argument, das für die führenden Dermatologen in Deutschland zu pauschal und zu ungenau ist</a>. Zum anderen müssten sie dauerhaft gegeben werden, weil beim Absetzen die Schuppenflechte „in voller Stärke“ zurückkehre. Unseres Wissens kann dieser „Rebound-Effekt“ auch bei anderen Psoriasis-Medikamenten auftreten.
</p>

<p>
	Eine lebenslange Einnahme von Biologika ist aus Sicht der Autoren riskant. Man könne für diese „relativ neuen Wirkstoffe“ nicht vorhersagen, welche langfristigen Risiken bestehen. „Neu“ sind Biologika bei Rheuma, Psoriasis Arthritis und Schuppenflechte nicht. Alle drei besprochenen wurden zwischen 1998 und 2004 zugelassen. Sie werden seitdem weltweit bei sehr vielen Patienten eingesetzt. Es stimmt, dass es keine Langzeit-Begleitstudien gibt. Aber in <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2017" rel="">Psoriasis-Registern</a> werden unerwünschten Wirkungen erfasst, wenn die Ärzte sie melden.
</p>

<p>
	Verstärkt wird unter Rheumatologen und Dermatologen darüber diskutiert, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2015/" rel="">unter welchen Bedingungen ein Biologikum abgesetzt</a> werden könne. Es soll vermieden werden, dass ein Patient damit lebenslang behandelt wird. Entsprechende Hinweise, an denen sich Patienten orientieren könnten, fehlen im Text.
</p>

<p>
	Schließlich wird bemerkt, dass die TNF-Alpha-Hemmstoffe im Laufe der Anwendung an Wirkung verlieren können. Das Immunsystem bildet Anti-Körper gegen sie. Das trifft nicht auf Enbrel (Etanercept) zu. In der nicht bewerteten <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/warum-biologika-immer-besser-werden/" rel="">Biologika-Generation der Interleukin-Blocker</a> sind nach unserer Information Anti-Körper gegen den Wirkstoff seltener.
</p>

<p>
	Ebenfalls unerwähnt blieb die Frage, ob Patienten problemlos von einem Biologikum auf ein Biosimilar umgestellt werden können.
</p>

<h2>
	Testurteil äußerliche Wirkstoffe: geeignet
</h2>

<p>
	Es wird zwar ausführlich über <b>Glukokortikoide (kortisonhaltige Mitte</b>l) informiert. Aber man erfährt nichts darüber, dass Dermatologen seit einigen Jahren empfehlen, diese äußerlichen Mittel nicht mehr völlig abzusetzen. Damit will man die lebenslang aufgenommene gesamte Kortison-Menge verringern. Ebenfalls erfährt man nichts darüber, ob Schäume oder Gels tatsächlich besser wirken als Cremes, Salben oder Lotionen. Als Patient kann man schwer durchschauen, ob das durch Studien abgesichert ist oder ob es sich um eine Strategie der Pharmafirmen handelt, ihren Umsatz zu steigern. Leider helfen die unabhängigen Medikamenten-Tester bei diesen aktuell diskutierten Fragen nicht weiter.
</p>

<p>
	Als eines der ältesten Anti-Psoriasis-Wirkstoffe wird <b>Dithranol </b>besprochen. Das dazu genannte Präparat Micanol ist aber <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dithranol/micanol-wird-vom-markt-genommen/" rel="">im Februar 2017 vom Markt genommen</a> worden.
</p>

<p>
	Bei den äußerlich anzuwendenden <b>Vitamin-D-Abkömmlingen</b> wie Daivonex (<span ipsnoautolink="true">Calcipotriol</span>) werden die bekannten Warnungen aufgezählt. Falsch ist der Hinweis, sie sollten nicht länger als 8 Wochen benutzt werden. <a href="https://www.apotheken-umschau.de/Medikamente/Beipackzettel/DAIVONEX-Salbe-115542.html" rel="external">Das trifft nur für Kinder und Jugendliche zu.</a> Erwachsene sollten Vitamin-D-Abkömmlinge nicht länger als ein Jahr auftragen.
</p>

<p>
	Beim <strong>Kombinationspräparat <span ipsnoautolink="true">Daivobet</span></strong> fragen sich die Autoren, ob das enthaltene Betamethason in einigen Fällen nicht durch ein stärkeres Glukokortikoid oder „eine andere Dosierung von Calcipotriol“ ersetzt werden müsste. Im Prinzip bevorzugen sie damit eine individuell angepasste Rezeptur, je nach Schweregrad der Schuppenflechte.
</p>

<p>
	Wenn die Entzündung abgeklungen ist, sollten die betroffenen Hautstellen nur noch mit dem reinen Vitamin-D-Abkömmling weiterbehandelt werden, d.h. ohne Kortisonzusatz. Das widerspricht ihrer vorher genannten Empfehlung, Daivonex  nur 8 Wochen anzuwenden. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/fobi2014-psoriasis/" rel="">Seit 2014 raten exponierte Dermatologen zum Gegenteil</a>: Kein Umstieg auf reines Calcipotriol, sondern dauerhafte Erhaltungstherapie mit dem Kombinationspräparat - an zwei Tagen der Woche. Dazu äußern sich die unabhängigen Autoren leider nicht, so dass Patienten auf sich selbst gestellt bleiben, wenn sie sich entscheiden müssen.
</p>

<h2>
	Wertung des Medikamenten-Tests
</h2>

<p>
	Der Test hat seine Stärke bei den Präparaten für die äußerliche Behandlung. Das betrifft immerhin deutlich mehr als die Hälfte aller Psoriatiker. Patienten mit schwerer Psoriasis, bei denen diese Mittel nicht mehr ausreichen, finden wenig Hilfreiches. Es wirkt altbacken, dass die Autoren dieser Gruppe nur <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>, Ciclosporin und PUVA empfehlen. Während sie bei dem nicht ganz unproblematischen Wirkstoff Ciclosporin den Nutzen gegen die Risiken abwägen, tun sie das nicht bei den Biologika. Aus unserer Sicht ist es ein großer Nutzen, wenn sich bei einer wachsenden Anzahl von schwer Betroffenen die Schuppenflechte um 90 oder sogar 100 Prozent zurückbildet – auch an bisher nur schlecht therapierbaren Stellen. Mehrere Biologika dürfen inzwischen für schwer erkrankte Kindern und Jugendlichen verschrieben werden. Für die gab es bis dahin kaum Therapieangebote. Früher gab viel mehr "austherapierte" Patienten, denen keines der Mittel mehr half. Mit heutigen Psoriasis-Medikamenten kann sich nicht nur deutlich die Lebensqualität verbessern, sondern mutmaßlich gehen <span ipsnoautolink="true">Begleiterkrankungen</span> zurück und das lebensgefährliche Herzinfarkt-Risiko sinkt. Das ist der Nutzen von Biologika. Dem steht als Risiko gegenüber, dass für <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2016/" rel="">0,5 bis 1 Prozent der Patienten</a> schwerwiegende Effekte gemeldet werden. Und das bei einer Patientengruppe, die – unabhängig von Medikamenten – an sich schon durch Begleiterkrankungen gefährdeter ist.
</p>

<p>
	Es gibt keine Hautkrankheit, über die in den vergangenen 15 Jahren so viele Studienergebnisse veröffentlicht wurden, wie die Psoriasis. Nicht alle waren rein pharma-finanzierte Studien. Die stehen nämlich unter Generalverdacht, seitdem Experten immer wieder nachweisen, dass viele geschönt oder sogar gefälscht sind. Die meisten Psoriasis-Studien der letzten Jahre erfüllten den Anspruch, placebo-kontrolliert, doppel-blind und mit genügend Teilnehmerzahlen abgelaufen zu sein. Trotzdem fließen deren Erkenntnisse darüber nicht in den Medikamenten-Test ein. Patienten hätten vor allem darüber aufgeklärt werden müssen, dass Medikamente allein nicht ausreichen: Begleiterkrankungen behandeln, Übergewicht abbauen, Psyche stabilisieren, sich gesund ernähren, Sport treiben und das Rauchen lassen.
</p>

<p>
	<strong>Unser Gesamturteil des Tests: bedingt empfehlenswert, vor allem für leicht Betroffene.</strong>
</p>

<p>
	P.S. Die Pressestelle der Stiftung Warentest teilte uns mit, aktualisiert seien lediglich die Preise der Medikamente. Eine <span style="text-decoration:underline;">inhaltliche</span> Aktualisierung habe es nicht gegeben. Da aber auf der Umschlagseite eindeutig "Stand 01.08.2017" steht, muss jeder Leser davon ausgehen, dass das auch für den Text gilt. Insbesondere deshalb, weil gerade beim Krankheitsbild Psoriasis jedes Jahr viele neue Erkenntnisse und Medikamente veröffentlicht werden. Patienten, die sich das Special neu herunterladen, sollen durch unseren Beitrag befähigt werden, die darin gemachten Aussagen kritisch zu bewerten.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">952</guid><pubDate>Tue, 12 Sep 2017 19:22:00 +0000</pubDate></item><item><title>Cannabis: Interessante Links zum Thema</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/cannabis-interessante-links-zum-thema/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2017_03/links-standardbild.png.fb3e37a3eabb2a32288ff3edf585eb86.png" /></p>
<p>
	Cannabis kann seit 1. März 2017 in einigen Fällen in medizinischer Form verschrieben werden. Das ist ein Thema zum Beispiel für alle, die die Schmerzen bei der Gelenkschuppenflechte anders nicht in den Griff bekommen.
</p>

<p>
	Diese Links sind aus unserer Sicht interessant:
</p>

<p>
	<strong>Hanföl - illegales Nahrungsergänzungsmittel mit berauschender Wirkung? </strong><br>
	(<a href="https://verbraucherfenster.hessen.de/gesundheit/nahrungsergaenzung/hanfoel-illegales-nahrungsergaenzungsmittel-mit-berauschender-wirkung" rel="external nofollow">Verbraucherfenster Hessen</a>, Februar 2022)<br>
	Was hat es mit dem Wirkstoff CBD auf sich? Ist die Einnahme von Hanfölen unbedenklich und ist der Vertrieb legal?
</p>

<p>
	<strong>Portrait – Cannabis sativa</strong><br>
	(<a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/05/25/portrait-cannabis-sativa" rel="external nofollow">Deutsche Apotheker-Zeitung</a>, Mai 2020)<br>
	Das Wichtigste zur Stammpflanze Cannabis sativa und ihren Inhaltsstoffen
</p>

<p>
	<strong>Cannabis sativa: Nutzung und rechtlicher Status</strong><br>
	(<a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/08/31/cannabis-sativa-nutzung-und-rechtlicher-status" rel="external nofollow">Deutsche Apotheker-Zeitung</a>, Mai 2020)<br>
	Die wichtigsten Cannabinoide aus der Hanfpflanze sind das berauschende THC und das nicht berauschende CBD. Je nach Verwendungszweck überwiegt das eine oder andere. Das hat Auswirkungen auf den rechtlichen Status.
</p>

<p>
	<strong>Bei welchen Indikationen wird Cannabis verordnet?</strong><br>
	(<a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/04/15/in-welchen-indikationen-wird-cannabis-verordnet" rel="external nofollow">Deutsche Apotheker-Zeitung</a>, April 2020)<br>
	Abgeordnete der Fraktion Die Linke im Bundestag haben sich in einer Kleinen Anfrage bei der Bundesregierung nach der Versorgungssituation und dem Bedarf an medizinischem Cannabis erkundigt. Unter anderem wollten sie wissen, bei welchen Beschwerden cannabishaltige Arzneimittel verordnet werden und wie der Stand der Dinge bei der Versorgung aus deutschem Anbau ist.
</p>

<p>
	<strong>Cannabis: Wie THC, Nabilon und Cannabidiol Kranken helfen können</strong><br>
	(<a href="https://www.test.de/Medikamente-im-Test-cannabis-wirkstoff-2999840-0/" rel="external">test</a>, Februar 2020)<br>
	Die Stiftung Warentest gibt einen Überblick über die Sachlage.
</p>

<p>
	<strong>Was Cannabis bei Hauterkrankungen kann</strong><br>
	(<a href="https://www.grow.de/artikel/medizin-detailseite/das-therapeutische-potenzial-von-cannabis-bei-hauterkrankungen.html" rel="external nofollow">grow!-Magazin</a>, März 2020)<br>
	Dr. Franjo Grotenhermen ist einer der Ärzte mit sehr viel Erfahrung in der Anwendung von Cannabis in der Medizin. Hier hat er aufgeschrieben, wie das "Grünzeug" bei Hyperhidrose, Akne inversa, beim Basalzellkarzinom und eben bei Schuppenflechte helfen kann – und wie nicht. Er schildert die Erfahrung eines Psoriasis-Patienten:
</p>

<blockquote>
	<p>
		Es hatte keinen starken Einfluss auf das Ausmaß der Erkrankung. Der Krankheitsverlauf wird jedoch durch die Reduzierung des Juckreizes und die Reduzierung des Kratzens und Verbesserung des Schlafes positiv beeinflusst. Cannabis verbessert seine Lebensqualität und seine Arbeitsfähigkeit erheblich.
	</p>
</blockquote>

<p>
	<strong>Wissensportal über Cannabis als Medizin</strong><br>
	(<a href="https://www.leafly.de/" rel="external nofollow">Leafly</a>)<br>
	In diesem Portal dreht sich alles um Cannabis und seinen Einsatz zu medizinischen Zwecken.
</p>

<p>
	<strong>Cannabis auf Rezept</strong><br>
	(<a href="https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/arztbesuch-behandlung/cannabis-auf-rezept-102968?redirect=cannabis" rel="external nofollow">Barmer</a>)<br>
	Übersicht der Krankenkasse Barmer zu den wichtigsten Fragen rund um die Verordnung von Cannabis
</p>

<p>
	<strong>"Dank Cannabis ist meine Frau positiver"</strong><br>
	(<a href="https://rp-online.de/leben/gesundheit/news/cannabis-oel-aus-thc-und-cbd-erfahrung-einer-schmerz-patientin_aid-16401875" rel="external nofollow">Rheinische Post, 13.03.2017</a>)<br>
	Ein Mann berichtet darüber, wie seine 72-jährige Ehefrau durch Cannabis ihre Rheumaschmerzen bessert.
</p>

<p>
	<strong>„Es geht nicht ums Kiffen auf Rezept“</strong><br>
	(<a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/03/03/es-geht-nicht-um-kiffen-auf-rezept" rel="external nofollow">Deutsche Apotheker-Zeitung, 03.03.2017</a>)<br>
	Informationen aus einer Pressekonferenz zum Start der Cannabis-Agentur und über eine Begleiterhebung, in der die langfristigen Wirkungen von Cannabis untersucht werden sollen.
</p>

<p>
	<strong>Cannabis auf Rezept – Das müssen Apotheker zum Start wissen</strong><br>
	(<a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/03/09/cannabis-auf-rezept-das-sollte-man-fuers-erste-wissen" rel="external nofollow">Deutsche Apotheker-Zeitung, 09.03.2017</a>)<br>
	Hier wird aus Sicht der Apotheker erklärt, was sie wissen sollten, wenn ein Patient mit einem Cannabis-Rezept vor ihnen steht.
</p>

<p>
	<strong>Cannabis auf Rezept – der rechtliche Rahmen</strong><br>
	(<a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/2017/januar/cannabis-als-medizin.html" rel="external nofollow">Bundesregierung, 19.01.2017</a>)<br>
	Erklärung des Beschlusses im Bundestag und seinen Auswirkungen
</p>

<p>
	<strong>Krankenkassen wollen Hanf-Therapien nicht zahlen</strong><br>
	(<a href="https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2017-03/cannabis-krankenkassen-rezept-kosten-nachweis-wirkung" rel="external nofollow">Die Zeit, 15.03.2017</a>)<br>
	Berichtet wird darüber, dass Krankenkassen die Therapie nicht bezahlen wollen. Ihnen fehlt ein Nachweis der Wirksamkeit.
</p>

<p>
	<strong>Noch ein Linktipp</strong>: In unserer Community diskutieren Betroffene über <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/23634-cannabis/" rel="">Erfahrungen mit Cannabis bei Psoriasis arthritis</a>. Weitere, frühere Diskussionen zu <a href="https://www.psoriasis-netz.de/tags/Cannabis/" rel="">Erfahrungen mit Cannabis auch bei Schuppenflechte</a> (der Haut) sind ebenfalls dort zu finden.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">932</guid><pubDate>Wed, 01 Mar 2017 10:57:00 +0000</pubDate></item><item><title>Warum Biologika immer besser werden</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/warum-biologika-immer-besser-werden/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_12/immunsystem-blockieren.jpg.19d84fce770fd8bd43250f35bcc53b7b.jpg" /></p>
<p>
	Im Frühjahr 2017 kam mit <span ipsnoautolink="true">Taltz</span> ein weiteres Biologikum auf den Markt, mit dem die Schuppenflechte behandelt werden kann. Zeit für eine Zwischenbilanz und einen Ausblick. Doch schon an dieser Stelle sei gesagt: Wem eines der bisherigen Medikamente gut hilft, der hat eigentlich keinen Grund zu wechseln.
</p>

<p>
	Biologika wirken am besten – im Vergleich zu anderen innerlichen Medikamenten und vor allem bei der Plaque-Psoriasis. Nach wie vor sind sie nur für schwere oder mittelschwere Fälle vorgesehen. Inzwischen kann man immer genauer eingrenzen, welche Botenstoffe für die Schuppenflechte verantwortlich sind. Neu entwickelte Biologika wirken deshalb präziser. Noch nie haben Wirkstoffe gegen Psoriasis so viele – wenn auch nicht alle – Patienten fast oder völlig erscheinungsfrei gemacht. Der nächste Schritt müsse die Heilung der Psoriasis sein, so Professor Kristian Reich aus Hamburg.
</p>

<p>
	Im März 2017 kommt der Wirkstoff <span ipsnoautolink="true">Ixekizumab</span> (Medikamentenname: Taltz) auf den deutschen Markt. Für <span ipsnoautolink="true">Guselkumab</span> ist im November 2016 die Zulassung beantragt worden. Der Antrag für <span ipsnoautolink="true">Brodalumab</span> liegt schon seit November 2015 vor. Doch die Studien sind gestoppt worden, so Professor Reich. Grund sind <a href="https://www.medpagetoday.com/Dermatology/Psoriasis/59116" rel="external nofollow">sechs Selbstmorde unter Brodalumab-Studienteilnehmern</a>.
</p>

<p>
	Immer mehr Aktienfonds investieren in Psoriasis-Medikamente. In den kommenden Jahren werden weitere 53 Pharmafirmen – zusätzlich zu den bekannten – Psoriasis-Medikamente auf den Markt bringen: sowohl Neuentwicklungen als auch Nachahmer-Präparate (Biosimilars). Das heißt, Patienten werden in den kommenden Jahren weitere Möglichkeiten haben, das für sie passende Psoriasis-Medikament zu finden. Der Arzt wird wirkungsvoller therapieren können, weil andere (Vor-) Erkrankungen des Patienten bisher manche Präparate wegen ihrer Nebenwirkungen ausschließen.
</p>

<h3>
	Erste Generation der Biologika hemmt TNF-Alpha
</h3>

<p>
	Biologika verhindern, dass entzündungsauslösende Botenstoffe des Immunsystems ausgeschüttet werden. Die erste Generation der Biologika hemmt TNF-Alpha. Das ist ein Signalstoff, der sehr allgemein für viele Entzündungsvorgänge verantwortlich ist. Eigentlich sind Entzündungen eine wichtige Abwehr-Reaktion des Immunsystems, auf Fremdstoffe, Antigene oder Gewebeschäden. Die Blockierung von TNF-Alpha führt dazu, dass die Immunabwehr geschwächt wird. Die stärkste Nebenwirkung dabei ist, dass Patienten anfälliger für Infektionskrankheiten sind.
</p>

<p>
	Das Prinzip, TNF-Alpha zu hemmen, wurde für die Therapie der Rheumatoiden Arthritis entwickelt und erfolgreich angewendet. Bald merkte man, dass das auch bei Psoriasis funktioniert. Für die Plaque-Psoriasis wurden zugelassen: Adalimumab (<span ipsnoautolink="true">Humira</span>), Etanercept (<span ipsnoautolink="true">Enbrel</span>) und Infliximab (<span ipsnoautolink="true">Remicade</span>). <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/etanercept/enbrel-im-vergleich-schlechter" rel="">Jedes dieser Präparate wirkt im Vergleich zu den anderen unterschiedlich</a>: Inbezug darauf, wie gut sich die Haut verbessert (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>), wann es beginnt zu wirken, welche Betroffenen und wie viele darauf überhaupt ansprechen und wie viele Antikörper entwickelt werden, die die Wirkung des Biologikums abschwächen. Etanercept hatte dabei schon immer die schlechtesten Werte, außer bei der Antikörperbildung.
</p>

<h3>
	Zweite Generation der Biologika setzt bei Interleukinen an
</h3>

<p>
	Die zweite Generation der Biologika für Psoriasis blockiert Interleukine (IL). Das sind ebenfalls Botenstoffe. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Interleukine" rel="external">Sie regen bestimmte Zellen des Immunsystems an zu wachsen, zu reifen und sich zu teilen. Oder sie verhindern genau diese Aktivierung</a>. Es gibt über 20 verschiedene Interleukine, die fortlaufend, nach ihrer Entdeckung nummeriert werden. Jedes von ihnen ist hoch spezialisiert.<span> Für die Medikamenten-Entwicklung wollte man deshalb herausfinden,<span>  welches Interleukin speziell für die Psoriasis verantwortlich ist.</span></span>
</p>

<p>
	2009 wurde in der EU der Wirkstoff Ustekinumab (<span ipsnoautolink="true">Stelara</span>) zugelassen, der die Botenstoffe IL-12 und IL-23 neutralisiert. Gegenüber den TNF-Alpha-Hemmern war der offensichtliche Vorteil, dass der Wirkstoff nur alle 12 Wochen gespritzt werden musste. Ustekinumab wirkt nicht deutlich besser oder schneller. Aber es gibt Patienten, die besonders gut darauf ansprechen.
</p>

<p>
	Bei der Entwicklung von Ustekinumab wollte man ursprünglich nur das IL-12 neutralisieren. <a href="http://newsroom.interpharma.ch/2016-12-09-trotz-irrtum-wirksam" rel="external nofollow">Erst während der Studien wurde erkannt, dass damit gleichzeitig das IL-23 gehemmt wird.</a> Im Herbst 2016 schrieben deutsche und schweizerische Wissenschaftler, dass <a href="https://www.helmholtz-muenchen.de/aktuelles/uebersicht/pressemitteilungnews/article/36649/index.html" rel="external nofollow">Ustekinumab „das falsche Ziel“ treffen</a> würde: Untersuchungen der vergangenen zehn Jahre hätten eindeutig gezeigt, dass IL-23 die treibende Kraft der Schuppenflechte sei. IL-12 dagegen würde die von Psoriasis betroffene Haut schützen und dürfe deshalb nicht ausgebremst werden. Um eine Psoriasis zielgerichtet zu behandeln, müsse <span style="text-decoration:underline;">allein</span> die IL-23/IL-17-Achse blockiert werden. IL-23 regt die Produktion von<span>  IL-17-T-Zellen an.</span>
</p>

<p>
	Trotz dieses „Irrtums“ wirkt Ustekinumab. Es hat in Deutschland sogar <span ipsnoautolink="true">Adalimumab (Humira)</span> vom ersten Platz bei der Plaque-Psoriasis verdrängt. Der Hersteller <i>Janssen</i> verweist darauf, dass inzwischen die Erfahrungen von 375.000 Patientenjahren vorliegen würden. Es sei <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26151787/" rel="external">bestätigt</a>, dass Ustekinumab über lange Zeit gut wirke und verträglich sei. Trotzdem musste der Hersteller 2014 mit einem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rote-Hand-Brief" rel="external">Rote-Hand-Brief</a> darauf aufmerksam machen, dass sich <a href="https://www.psoriasis-netz.de/medikamente/ustekinumab/nebenwirkungen-stelara-ustekinumab.html" rel=""><strong>in seltenen Fällen</strong> die Haut schwer und großflächig entzünden</a> kann. Wie bei anderen Psoriasis-Medikamenten gilt aber, dass nicht abgesetzt werden sollte, was dem Patienten gut hilft.
</p>

<h3>
	Neueste Medikamente zielen auf Interleukin 17A
</h3>

<p>
	Biologika, die auf IL-17 a wirken, zeigen, dass sie besser und schneller wirken als Ustekinumab. Die Zahl derer, bei denen sich die Schuppenflechte um 90 oder sogar 100 Prozent verbesserte, war deutlich höher als bei bisherigen Biologika. <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 100 heißt, keine Psoriasis-Stellen mehr zu haben. Auch bei der Psoriasis auf dem Kopf, an Händen und Füßen und vor allem an den Nägeln waren die Abheilungsraten sehr hoch. Professor Thomas Luger aus Münster sprach vom „Einstieg in die praktische Erscheinungsfreiheit“. Dadurch wird die Lebensqualität der Betroffenen kaum noch eingeschränkt. Im Gegensatz zu anderen Biologika werden kaum Antikörper gebildet. Das heißt, die Wirkung lässt im Laufe der Behandlung nicht nach, selbst wenn das Medikament nach einer Unterbrechung erneut gegeben wird.
</p>

<p>
	Als erstes aus dieser Gruppe wurde Ende 2015 <span ipsnoautolink="true">Secukinumab (Cosentyx)</span> zugelassen. Unabhängig von der besseren und schnelleren Wirkung bei allen Patienten spricht es diejenigen an, die bisher mit anderen Biologika nicht so erfolgreich therapiert werden konnten. Ab März 2017 kann <span ipsnoautolink="true">Ixekizumab (Taltz)</span> von deutschen Ärzten verschrieben werden. In Österreich wird es schon seit 2016 angeboten. Im Vergleich zu Secukinumab ist der größte Vorteil, dass es deutlich schneller wirkt und weniger Spritzen gebraucht werden.
</p>

<p>
	Nach 20 Jahren Erfahrungen, so Professor Kristian Reich, kann man feststellen, dass Biologika sicher sind. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2016" rel="">Schwerwiegende Effekte</a> kommen nach allen Erhebungen der Psoriasis-Register nur 1 x unter 100 Patienten vor, die ein Jahr behandelt werden. Die meisten Ärzte würden solche Fälle nie in ihrer Praxis sehen. Dabei sei zu bedenken, dass nicht oder schlecht behandelte Psoriasis-Patienten ein höheres „Hintergrund-Risiko“ haben, eine <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/expertengremium-begleiterkrankungen" rel="">mehr oder weniger starke Begleiterkrankung </a>zu entwickeln. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/candida-infektionen-bei-modernen-psoriasis-medikamenten" rel="">Hefepilz-Infektionen dagegen sind bei allen IL-Blockern häufiger als bei TNF-Alpha-Hemmern</a>. Keine Wirkung ohne Nebenwirkung – aber die unerwünschten Arzneimittelwirkungen bei Biologika seien bekannt, so Dr. Marc A. Radtke. Der Nutzen überwiege bei Weitem das Risiko.
</p>

<p>
	In der Entwicklung sind weitere Biologika, die auf der "IL-23/IL-17-Achse" ansetzen, z.B. IL-17 f oder <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26042589/" rel="external">p19</a> als Untereinheit von IL-23.
</p>

<h3>
	Weitere Anwendungsmöglichkeiten
</h3>

<p>
	Alle bisher zugelassenen Biologika für die Plaque-Psoriasis haben auch die Zulassung zur Behandlung der <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span>. Fast alle dürfen jetzt auch für betroffene Kindern verschrieben werden. Immer mehr Biologika können inzwischen sofort gegeben werden, ohne dass die Patienten erst andere Medikamente ausprobieren müssen („First-line-therapy“). Damit erspart man Psoriasis-Patienten, die schwer betroffen oder schwer beeinträchtigt sind, einen zeitaufwendigen und quälenden Umweg. Offen ist die Diskussion, ob ein wirksames <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2015/" rel="">Biologikum nur als Dauertherapie ohne Unterbrechung</a> sinnvoll ist.
</p>

<p>
	Als Nebeneffekt verbesserte sich im Laufe der Zeit die Möglichkeit des Patienten, den Wirkstoff selbst zu injizieren. Alle Hersteller bieten inzwischen „Pens“ an. Man muss nicht mehr die Spritze selbst setzen, sondern die Nadel kommt auf Knopfdruck von selbst heraus und bringt den Wirkstoff unter die Haut. Diese Pens werden von Mal zu Mal komfortabler.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">924</guid><pubDate>Tue, 27 Dec 2016 14:35:00 +0000</pubDate></item><item><title>Candida im Mund: Was Psoriasis-Patienten wissen sollten</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/candida-infektionen-bei-modernen-psoriasis-medikamenten/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_09/candida-zunge.jpg.59347a20a5380ec1f6fed26c94249e2f.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Medikamente, die IL-17 hemmen, helfen unbestreitbar vielen Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis. Aber: Sie bergen auch ein erhöhtes Risiko für orale Candida-Infektionen. Was sollten Patienten also wissen, wenn sie diese Medikamente nehmen?</strong>
</p>

<p>
	Medikamente, die am Interleukin 17A ansetzen, sind so gebaut, dass sie diesen Botenstoff im Körper eines Psoriatikers blockieren. Das klingt einfach – wenn in einem Organismus nicht alles mit allem zusammenhängen würde. Und so ist Interleukin 17A nicht nur für die Schuppenflechte zuständig, sondern auch für die Bekämpfung von Infektionen – und hier speziell an der Bekämpfung einer Infektion mit Candida albicans. Wird der Botenstoff nun wegen der Schuppenflechte herunterreguliert, hat das Auswirkungen auf seinen "Nebenjob". Das Ergebnis: Hefepilze können sich stärker vermehren als dem Menschen lieb ist.
</p>

<p>
	Forscher hatten im Jahr 2017 <a href="https://academic.oup.com/bjd/article-abstract/177/1/47/6601915" rel="external nofollow">mehrere Studien ausgewertet</a>, um handfeste Zahlen liefern zu können. Sie konzentrierten sich dabei auf Studien, in denen Patienten mit Schuppenflechte oder mit Psoriasis arthritis mit einem der bis dahin erhältlichen Interleukin-17A-Medikamente behandelt wurden – oder mit den Wirkstoffen Ustekinumab und Etanercept. Demnach trat eine Candida-Infektion auf
</p>

<ul>
	<li>
		bei <strong>4 Prozent</strong> der Patienten, die mit <strong><span ipsnoautolink="true">Brodalumab</span> </strong>(Kyntheum) behandelt wurden
	</li>
	<li>
		bei <strong>3,3 Prozent</strong> der Patienten mit <strong>Ixekizumab</strong> (<span ipsnoautolink="true">Taltz</span>)
	</li>
	<li>
		bei <strong>2,3 Prozent</strong> der Patienten mit <strong>Ustekinumab</strong> (<span ipsnoautolink="true">Stelara</span>)
	</li>
	<li>
		bei <strong>1,7 Prozent</strong> der Patienten mit <strong>Secukinumab</strong> (<span ipsnoautolink="true">Cosentyx</span>)
	</li>
	<li>
		bei <strong>0,8 Prozent</strong> der Patienten mit <strong>Etanerept</strong> (<span ipsnoautolink="true">Enbrel</span>)
	</li>
	<li>
		bei <strong>0,3 Prozent</strong> der Patienten mit einem Scheinmedikament (<strong>Placebo</strong>)
	</li>
</ul>

<p>
	In unserem Forum hatten zum Beispiel <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/22409-meine-ersten-cosentyx-pens/" rel="">Anwender von Cosentyx</a> über Candida-Infektionen diskutiert.
</p>

<p>
	Im September 2024 gab es <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s00105-024-05410-y" rel="external nofollow">eine Handreichung</a>, verfasst von Hautärzten für ihre Fachkollegen.
</p>

<h2>
	Was ist eine orale Candidose?
</h2>

<p>
	Eine orale Candidose ist eine Pilzinfektion im Mundbereich, die durch verschiedene Arten der Hefepilzgattung Candida verursacht wird. Bei Menschen mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis, die bestimmte Medikamente einnehmen, kann diese Infektion häufiger auftreten. Der Grund dafür liegt in der Wirkungsweise dieser Medikamente, die zwar sehr effektiv gegen Psoriasis sind, aber gleichzeitig einen Teil der körpereigenen Abwehr gegen Pilze beeinflussen können.
</p>

<p>
	Besonders bei der Behandlung mit sogenannten Interleukin-17-Hemmern (IL-17-Hemmern) kann es zu einer erhöhten Anfälligkeit für Candida-Infektionen kommen. Trotz des erhöhten Risikos für Pilzinfektionen überwiegen in den meisten Fällen die Vorteile dieser Behandlung.
</p>

<h2>
	Erkennen einer Candidose
</h2>

<p>
	Eine orale Candidose kann sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen. Häufig berichten Betroffene von einer
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Rötung</strong> der Mundschleimhaut
	</li>
	<li>
		<strong>weißliche, abstreifbare Beläge</strong> auf Zunge oder Wangenschleimhaut
	</li>
	<li>
		ein <strong>pelziges Gefühl</strong> im Mund
	</li>
	<li>
		<strong>Geschmacksstörungen</strong>
	</li>
	<li>
		<strong>Mundtrockenheit</strong>
	</li>
	<li>
		ein <strong>brennendes Gefühl</strong> auf der Zunge 
	</li>
</ul>

<p>
	Bei ausgeprägteren Formen der Candidose können <strong>Schmerzen </strong>auftreten, die das Essen, Trinken oder Schlucken erschweren.
</p>

<p>
	Es ist wichtig, dass Patienten diese Symptome ernst nehmen und frühzeitig mit ihrem behandelnden Arzt darüber sprechen. Je früher eine Candidose erkannt wird, desto einfacher ist sie in der Regel zu behandeln. Wenn Ihr unsicher seid, ob Eure Beschwerden auf eine Pilzinfektion hindeuten, solltet Ihr sicherheitshalber einen Termin bei Ihrem Dermatologen oder Hausarzt vereinbaren.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Vorbeugung
</h2>

<p>
	Um das Risiko einer Candida-Infektion zu minimieren, gibt es in der Handreichung einige praktische Tipps zur Mundhygiene, die Patienten beachten sollten.
</p>

<ul>
	<li>
		Eine <strong>gründliche Zahnpflege</strong> ist dabei besonders wichtig. Die Zähne sollten mindestens zweimal täglich mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta geputzt werden. Die Zunge sollte sanft gereinigt werden.
	</li>
	<li>
		Eine regelmäßige <strong>professionelle Zahnreinigung</strong> kann günstig sein.
	</li>
	<li>
		Die <strong>Verwendung von Mundspülungen</strong>, zum Beispiel mit Chlorhexidin, kann ebenfalls hilfreich sein.
	</li>
	<li>
		Eine <strong>ausgewogene Ernährung</strong> spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Pilzinfektionen. Versuche, Deinen <strong>Konsum von Zucker und raffinierten Kohlenhydraten zu reduzieren</strong>. Sie können das Wachstum von Candida-Pilzen fördern. Stattdessen wäre eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse und Vollkornprodukten besser.
	</li>
	<li>
		Einige Studien deuten darauf hin, dass die <strong>Einnahme von Probiotika</strong> das Risiko für Pilzinfektionen senken kann. Da sollte ein Arzt mehr wissen, ob Probiotika sinnvoll sein könnten.
	</li>
</ul>

<h2>
	Behandlung der Candidose
</h2>

<p>
	Wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Candida-Infektion auftritt, ist eine schnelle und effektive Behandlung wichtig.
</p>

<p>
	Bei einer <strong>erstmaligen Infektion</strong> wird in der Regel eine lokale Therapie empfohlen. Dabei kommen Medikamente zum Einsatz, die direkt auf die betroffenen Stellen im Mund aufgetragen oder als Lutschtabletten eingenommen werden.
</p>

<p>
	Konkrete Vorschläge in der Handlungsempfehlung sind vier Wochen lang viermal am Tag Amphotericin B oder eine Woche lang Chlorhexidin zweimal am Tag.
</p>

<p>
	<strong>Tritt die Infektion dennoch wieder auf</strong>, kann eine systemische (innerliche) Therapie notwendig sein. Dabei werden Medikamente in Tablettenform eingenommen, die den gesamten Körper erreichen. Hier wird empfohlen, für sieben bis 14 Tage 100 bis 200 mg Fluconazol pro Tag oder genauso lange 100 mg Itraconazol einzunehmen.
</p>

<p>
	Kommt die Candida-Infektion dennoch immer, immer wieder, wird eine höhere Dosis Fluconazol empfohlen.
</p>

<h2>
	Leben mit dem Risiko
</h2>

<p>
	Trotz des erhöhten Risikos für Candida-Infektionen ist es wichtig zu betonen, dass die Therapie mit IL-17-Hemmern für viele Patienten eine sehr wirksame Behandlungsoption darstellt. Die Verbesserung der Hauterscheinungen und die damit verbundene Steigerung der Lebensqualität überwiegen in den meisten Fällen das Risiko für Pilzinfektionen.
</p>

<p>
	Zudem sind Candida-Infektionen in der Regel gut behandelbar und führen nur selten zu ernsthaften Komplikationen.
</p>

<p>
	Im Alltag können Patienten einige praktische Tipps beachten, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Dazu gehört neben der bereits erwähnten guten Mundhygiene auch, auf <strong>ausreichende Flüssigkeitszufuhr</strong> zu achten. Ein trockener Mund begünstigt das Wachstum von Pilzen.
</p>

<p>
	Wenn möglich, sollten Patienten auch <strong>das Rauchen aufgeben</strong>, da es die Mundschleimhaut reizt und anfälliger für Infektionen macht.
</p>

<p>
	<strong>Regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt und beim behandelnden Dermatologen</strong> sind ebenfalls wichtig, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
</p>

<h2>
	Noch ein paar Worte
</h2>

<p>
	Es gibt einige <strong>Risikofaktoren</strong>, die das Auftreten einer Candida-Infektion begünstigen können. Dazu gehören
</p>

<ul>
	<li>
		ein Alter über 51 Jahre
	</li>
	<li>
		Diabetes mellitus
	</li>
	<li>
		das Tragen von Zahnprothesen oder -spangen sowie
	</li>
	<li>
		die Einnahme von Antibiotika.
	</li>
</ul>

<p>
	Patienten, die einen oder mehrere dieser Risikofaktoren aufweisen, sollten besonders aufmerksam auf mögliche Anzeichen einer Pilzinfektion achten und gegebenenfalls frühzeitig ihren Arzt konsultieren.
</p>

<p>
	Bestimmte Warnzeichen sollten immer ernst genommen werden. Dazu gehören starke Schmerzen im Mund und Schwierigkeiten beim Schlucken oder Fieber in Verbindung mit Mundbeschwerden. In solchen Fällen ist es wichtig, umgehend einen Arzt aufzusuchen.
</p>

<p>
	Auch wenn eine Candida-Infektion trotz Behandlung nicht abheilt oder sehr häufig wiederkehrt, sollte dies mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Möglicherweise ist dann eine Anpassung der Psoriasis-Therapie oder eine intensivere Behandlung der Pilzinfektion notwendig.
</p>

<p>
	<strong>Quellen</strong>: 
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://academic.oup.com/bjd/article-abstract/177/1/47/6601915" rel="external nofollow">Candida infections in psoriasis and psoriatic arthritis patients treated with IL-17 inhibitors and their practical management</a> in: British Journal of Dermatology, 1.7.2017
	</li>
	<li>
		<a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s00105-024-05410-y" rel="external nofollow">Handlungsempfehlungen bei oraler Candidose unter Biologikatherapie bei Psoriasis</a> – Ergebnisse eines Expertenmeetings in: Die Dermatologie, 3.09.2024
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">887</guid><pubDate>Mon, 26 Sep 2016 16:13:00 +0000</pubDate></item><item><title>Rezeptfreie Mittel gegen Schuppenflechte</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/rezeptfreie-mittel-gegen-schuppenflechte/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_02/eincremen.jpg.2e598bd57df30c64014ce9a631305e2d.jpg" /></p>
<p>
	Hier listen wir Cremes, Salben oder anderen Produkten auf, die ohne Rezept gekauft werden können. Die meisten gibt es in der Apotheke, manche in Drogeriemärkten, einige nur bei ihren Herstellern. Alles sind frei verkäufliche Mittel, die speziell für die Behandlung von Psoriasis-Stellen gedacht sind. Aber du ahnst sicher auch: Der Besuch beim Hautarzt ist selbst bei leichter Schuppenflechte oft der bessere Weg.
</p>

<h2>
	Zum Entschuppen
</h2>

<h3>
	Dermabene
</h3>

<ul>
	<li>
		<strong>enthält vor allem</strong>: Macadamiaöl, Olivenöl, Jojobaöl, Steinsamenwurzel, Calendula, Dunaliella, Mineralien vom Toten Meer
	</li>
	<li>
		<strong>kostet ungefähr</strong>: 20 Euro pro 40 Milliliter
	</li>
	<li>
		<strong>gibt es</strong> in Online-Apotheken und beim Hersteller
	</li>
	<li>
		<strong>weitere Informationen</strong> <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/dermabene-antischuppengel" rel="">in unserer Marktübersicht</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://dermabene.de/dermabene-das-gel-erweitert" rel="external nofollow">Informationen vom Hersteller</a>
	</li>
</ul>

<h3>
	Loyon
</h3>

<ul>
	<li>
		<strong>enthält vor allem</strong>: Dimeticon (ein Silikonöl), Cetiol® CC
	</li>
	<li>
		<strong>kostet ungefähr</strong>:  8 Euro pro 15 Milliliter oder 19 Euro pro 50 Milliter
	</li>
	<li>
		<strong>gibt es</strong> in Apotheken
	</li>
	<li>
		<strong>weitere Informationen</strong> <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/loyon" rel="">in unserer Marktübersicht</a>
	</li>
	<li>
		<a href="http://www.loyon-schuppen.de/" rel="external nofollow">Informationen vom Hersteller</a>
	</li>
</ul>

<h3>
	Psorimed Lösung
</h3>

<ul>
	<li>
		<strong>enthält vor allem</strong>: Salicylsäure
	</li>
	<li>
		<strong>kostet ungefähr</strong>: 9 Euro pro 100 Milliliter
	</li>
	<li>
		<strong>gibt es</strong> in Apotheken
	</li>
	<li>
		<strong>weitere Informationen</strong> <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/psorimed-loesung" rel="">in unserer Marktübersicht</a>
	</li>
</ul>

<h3>
	Saalux Schuppenlöser
</h3>

<ul>
	<li>
		<strong>enthält vor allem</strong>: Traubenkernöl und Rizinusöl
	</li>
	<li>
		<strong>kostet ungefähr</strong>: 16,85 Euro pro 75 Milliliter
	</li>
	<li>
		<strong>gibt es</strong> in (Online-)Apotheken und <a href="https://www.saalmann-medical-shop.de/epages/80873231.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/80873231/Products/07-03-001-03" rel="external nofollow">beim Hersteller</a>
	</li>
	<li>
		<strong>weitere Informationen</strong> gibt es <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/saalux-schuppenloeser" rel="">in unserer Marktübersicht</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.saalmann-medical.de/uv-phototherapie/saalux-schuppenloeser/" rel="external nofollow">Informationen vom Hersteller</a>
	</li>
</ul>

<h3>
	Sana Vita Schuppenlöser
</h3>

<ul>
	<li>
		<strong>enthält vor allem</strong>: Traubenkernöl, Rizinusöl, Kokos-Triglyceride
	</li>
	<li>
		<strong>kostet ungefähr</strong>: 12,50 Euro pro 200 Milliliter
	</li>
	<li>
		<strong>gibt es</strong> in (Online-)Apotheken und <a href="http://www.sana1.de/" rel="external nofollow">beim Hersteller</a>
	</li>
	<li>
		weitere Informationen gibt es <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/sana-vita-schuppenloeser" rel="">in unserer Marktübersicht</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.sana1.de/shop/Schuppenloser-c143908055" rel="external nofollow">Informationen vom Hersteller</a>
	</li>
</ul>

<h2>
	Salben und Cremes
</h2>

<h3>
	Believa Neurodermitis &amp; Psoriasis Hautcreme
</h3>

<ul>
	<li>
		<strong>enthält vor allem</strong>: Aloe vera, Sheabutter, Asiatischer Wassernabel, Traubenkernöl, Arganöl
	</li>
	<li>
		<strong>kostet ungefähr</strong>: 20 Euro pro 100 Milliliter
	</li>
	<li>
		<strong>gibt es</strong> in der Apotheke oder <a href="http://believa.de/psoriasis.html?lang=de" rel="external nofollow">beim Hersteller</a>
	</li>
	<li>
		<strong>weitere Informationen</strong> <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/believa-natural-intensiv" rel="">in unserer Marktübersicht</a>
	</li>
</ul>

<p>
	Lesen Sie auch, was Nutzer des Psoriasis-Netzes über ihre <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/20502-believa-natural-intensiv-im-test/" rel="">Erfahrungen mit Believa</a> schrieben.
</p>

<h3>
	Ichthoderm Creme und Ichthomed Gel
</h3>

<ul>
	<li>
		<strong>enthält vor allem</strong>: Natriumbituminosulfonat hell
	</li>
	<li>
		<strong>kostet ungefähr</strong>: 19 Euro pro 50 Gramm (Creme) bzw. 14 Euro pro 20 Gramm (Gel)
	</li>
	<li>
		<strong>gibt es</strong> in der Apotheke
	</li>
	<li>
		<strong>weitere Informationen</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/inhaltsstoffe/natriumbituminosulfonat/" rel="">in unserer Marktübersicht</a>
	</li>
</ul>

<h3>
	Rubisan
</h3>

<ul>
	<li>
		<strong>enthält vor allem</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/tags/Mahonie/" rel="">Mahonia aquifolium</a> (Mahonie), Rubisan 10 %
	</li>
	<li>
		<strong>kostet ungefähr</strong>: 20 Euro pro 50 Milliliter
	</li>
	<li>
		<strong>gibt es</strong> in der Apotheke; Belixos auch bei Amazon
	</li>
	<li>
		weitere Informationen in unserer Marktübersicht: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/rubisan" rel="">Rubisan</a>
	</li>
	<li>
		Informationen vom Hersteller: <a href="https://www.dhu.de/rubisanr-creme" rel="external nofollow">Rubisan Creme</a> und <a href="https://www.dhu.de/rubisanr-n-salbe" rel="external nofollow">Rubisan Salbe</a>
	</li>
</ul>

<h3>
	Evolsin Psoriasis-Balsam
</h3>

<ul>
	<li>
		<strong>enthält vor allem</strong>: (kann man gar nicht sagen; einfach viele Zutaten)
	</li>
	<li>
		<strong>kostet ungefähr</strong>: 15 Euro pro 50 Milliliter
	</li>
	<li>
		<strong>gibt es</strong> im Drogeriemarkt (wir haben es bei dm gesehen)
	</li>
	<li>
		<strong>weitere Informationen</strong> <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/evolsin-psoriasis-schuppenflechte-balsam" rel="">in unserer Marktübersicht</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://evolsin-medical.com/collections/psoriasis-schuppenflechte/products/preis-leistungssieger-evolsin%C2%AE-psoriasis-schuppenflechte-creme-balsam-100ml" rel="external nofollow">Informationen vom Hersteller</a>
	</li>
</ul>

<h3>
	Sorion Repair Creme
</h3>

<ul>
	<li>
		<strong>enthält vor allem</strong>: Extrakt vom Niembaum, Gelbwurz, Extrakt aus Färberwurzel, Sweet Indrajao
	</li>
	<li>
		<strong>kostet ungefähr</strong>: 20 Euro pro 60 Gramm
	</li>
	<li>
		<strong>gibt es </strong>in Apotheken und beim Hersteller
	</li>
	<li>
		<strong>weitere Informationen</strong> <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/sorion-creme" rel="">in unserer Marktübersicht</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.ruehe-healthcare.de/Sorion-Repair-Creme" rel="external nofollow">Informationen vom Hersteller</a>
	</li>
</ul>

<h2>
	Bei Schuppenflechte auf dem Kopf
</h2>

<p>
	Bei einer Kopfpsoriasis kann es nicht schaden, zuerst den Kopf zu entschuppen (siehe im gleichnamigen Abschnitt weiter oben, am Anfang). Unter Umständen wirken dann die folgenden Produkte besser.
</p>

<h3>
	Ichthoderm Creme
</h3>

<ul>
	<li>
		<strong>enthält vor allem</strong>: Natriumbituminosulfonat
	</li>
	<li>
		<strong>kostet ungefähr</strong>: 18,50 Euro pro 50 Milliliter
	</li>
	<li>
		<strong>gibt es</strong>: in Apotheken und <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00DIWBST4?tag=psoriasisnetz" rel="external nofollow">bei Amazon</a>
	</li>
	<li>
		<strong>weitere Informationen</strong> <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/ichthoderm-creme" rel="">in unserer Marktübersicht</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.ichthyol.de/produkte/ichthoderm/" rel="external nofollow">Informationen vom Hersteller</a>
	</li>
</ul>

<h3>
	Kertyol P.S.O. Konzentrat und Shampoo
</h3>

<ul>
	<li>
		<strong>enthält vor allem</strong>: Celastrol, Vederine, Ichtyol, Glykolsäure und Polidocanol (Konzentrat) / Celastrol, Vederine, Ichtyol und Salicylsäure (Shampoo)
	</li>
	<li>
		<strong>kostet ungefähr</strong>: 14 Euro (Konzentrat) / 15 Euro (Shampoo)
	</li>
	<li>
		<strong>gibt es</strong>: in Apotheken und bei Amazon
	</li>
	<li>
		<strong>weitere Informationen</strong> in unserer Marktübersicht: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/kertyol-p-s-o-creme/" rel="">Konzentrat</a> bzw. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/kertyol-p-s-o-kur-shampoo/" rel="">Shampoo</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.ducray.com/de-de/pflege/haare/kertyol-pso" rel="external nofollow">Informationen vom Hersteller</a>
	</li>
</ul>

<h3>
	Lactel No 6 Ichthyol Shampoo
</h3>

<ul>
	<li>
		<strong>enthält vor allem</strong>: 1,5-Pentandiol
	</li>
	<li>
		<strong>kostet ungefähr</strong>: 10 Euro für 100 Milliliter
	</li>
	<li>
		<strong>gibt es</strong> in Apotheken
	</li>
	<li>
		weitere Informationen in unserer Marktübersicht folgen
	</li>
	<li>
		<a href="https://fontapharm.de/produkte/lactel-no6-hartnaeckige-schuppen-juckende-kopfhaut/" rel="external nofollow">Informationen vom Hersteller</a>
	</li>
</ul>

<h2>
	Bei Nagelpsoriasis
</h2>

<h3>
	Onypso
</h3>

<ul>
	<li>
		<strong>enthält vor allem</strong>: 15% Urea (Harnstoff)
	</li>
	<li>
		<strong>kostet ungefähr</strong>: 15 Euro pro 3 Milliliter
	</li>
	<li>
		<strong>gibt es </strong>in Apotheken und Online-Apotheken
	</li>
	<li>
		weitere Informationen <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/onypso" rel="">in unserer Marktübersicht</a><span style="display: none;"> </span>
	</li>
</ul>

<h3>
	 Sililevo Nagellack
</h3>

<ul>
	<li>
		<strong>enthält vor allem</strong>: Extrakt aus Schachtelhalm, Methylsulfonylmethan, Hyroxypropylchitosan
	</li>
	<li>
		<strong>kostet ungefähr</strong>: 14 Euro für 3,3 Milliliter
	</li>
	<li>
		<strong>gibt es </strong>in Apotheken
	</li>
	<li>
		weitere Informationen <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/sililevo-nagellack" rel="">in unserer Marktübersicht</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://sililevo.de/" rel="external nofollow">Informationen vom Hersteller</a>
	</li>
</ul>

<h2>
	Über diese Liste
</h2>

<p>
	Wir nehmen in diese Liste ausschließlich Produkte auf, die legal im Handel und aus unserer Sicht seriös sind. Es kann sich auch immer nur um eine Auswahl handeln. Dabei haben wir auch das Heilmittelwerbegesetz, die Kosmetikprodukte-Verordnung und das Medizinproduktegesetz im Blick. Produkte von Anbietern, die unseriöse Versprechen machen oder uns durch unsaubere Werbung im Internet aufgefallen sind, werden in diese Liste nicht aufgenommen oder aus ihr gestrichen.
</p>

<p>
	Weitere Produkte findest du in unserem <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/" rel="">Marktüberblick Hautpflege</a>.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">667</guid><pubDate>Sat, 27 Feb 2016 18:13:00 +0000</pubDate></item></channel></rss>
