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<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Medikamente bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/page/2/?d=33</link><description>Artikel: Medikamente bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis</description><language>de</language><item><title>Piclidenoson</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/piclidenoson/</link><description><![CDATA[<p>
	Piclidenoson ist der Name einer Substanz, die möglicherweise in einem Medikament gegen Schuppenflechte zum Einsatz kommt. Die Substanz hieß zunächst CF101.
</p>

<p>
	Es handelt sich um einen oral eingenommenen TNF-Alpha-Blocker - also eine Kapsel oder eine Tablette. Eine Phase-IIa-Studie für die Behandlung der Psoriasis lief Ende 2008. Piclidenoson wurde auch gegen rheumatoide Arthritis getestet, hat da aber nicht genügend überzeugt. Es ist auch im Test gegen trockene Augen.
</p>

<p>
	Im Juli 2009 teilte die Firma Can-Fite BioPharma mit, dass sie 70 Psoriasis-Patienten für eine Phase-II-Studie rekrutiert hatte. Die wurden in vier Gruppen aufgeteilt - für 1, 2, oder 4 Milligramm von CF101 oder ein Placebo. Die Patienten nahmen das Mittel für zwölf Wochen ein und wurden noch zwei Wochen danach beobachtet.
</p>

<p>
	Die Studie lief in zehn Zentren in Israel und Europa. Die Daten sollten im dritten Quartal 2009 veröffentlicht werden. Im Oktober 2009 wurde genannt, dass die Phase-II-Studie ein "sauberes" Sicherheitsprofil bestätigte, ein klares Signal gab, dass die Therapie wirkt - bei dreimaliger Anwendung von je zwei Milligramm, die sich als Dosis mit der besten "Performance" erwiesen.
</p>

<p>
	Im Oktober 2009 meldete die Firma, dass sie erste Vorbereitungen für eine Phase III trifft. Diese waren für 2016 geplant:
</p>

<blockquote class="ipsQuote" data-gramm="false" data-ipsquote="">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents ipsClearfix" data-gramm="false">
		<p>
			The Company's CF101 drug candidate is scheduled to enter Phase III trials in 2016 for two indications, rheumatoid arthritis and psoriasis.
		</p>
	</div>
</blockquote>

<p>
	Ein Eintrag im Register von Studien in Europa aus dem Februar 2011 zeigt an, dass die Substanz <a href="https://www.clinicaltrialsregister.eu/ctr-search/trial/2010-024196-83/BG" rel="external nofollow">in Bulgarien</a> in einer Phase II/III-Studie getestet wurde.
</p>

<p>
	In einer Pressemitteilung wurde im September 2014 verkündet, dass für Phase-II-/III-Studien in den USA, Europa und Israel mehr als 300 Patienten mit Psoriasis eingeschlossen wurden. Ergebnisse sind <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27537992/" rel="external">unter anderem hier</a> nachzulesen. In einer Pressemitteilung der Firma wurde außerdem über einen Biomarker berichtet, mit dem vorhergesagt werden kann, wie Piclidenoson bei Autoimmun-Erkrankungen – also auch bei der Psoriasis – anschlagen wird.
</p>

<p>
	Inzwischen läuft eine Studie in Phase III. Das ist für gewöhnlich die letzte Phase, bevor ein Antrag auf Zulassung gestellt wird. In dieser Studie wurde die Wirksamkeit in vier Gruppen getestet: mit 2 mg und 3 mg Piclidenoson, mit <span ipsnoautolink="true">Otezla</span> und mit einer Placebo-Tablette.
</p>

<p>
	Ein <a href="https://www.businesswire.com/news/home/20201006005636/en/" rel="external nofollow">Zwischenergebnis dieser Studie</a> war für die Firma so klar oder ermutigend, dass sie den Test einer ihrer beiden Dosierungen weglassen und nur noch auf die andere Dosierung setzen will.
</p>

<p>
	Inzwischen wird Piclidenoson auch zur Therapie von Covid-19 getestet.
</p>

<p>
	Anfang Februar 2025 hatte die Firma CanFite für Piclidenoson bei Psoriasis erste Ergebnisse der Phase-III-Studie vorgelegt. Sie wollte dann "<a href="https://www.globenewswire.com/news-release/2025/02/05/3021041/0/en/Can-Fite-BioPharma-to-Present-the-Namodenoson-Anti-Obesity-Effect-at-BIO-CEO-Investor-Conference-2025.html" rel="external nofollow">voraussichtlich in eine zulassungsrelevante Phase-III-Studie eintreten</a>". 
</p>

<h2>
	Weitere Informationen
</h2>

<ul>
	<li>
		<a href="http://www.canfite.com/?KPageId=19" rel="external nofollow">beim Hersteller</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.clinicaltrialsregister.eu/ctr-search/trial/2010-024196-83/BG" rel="external nofollow">im europäischen Verzeichnis klinischer Studien</a>
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">1102</guid><pubDate>Fri, 29 Jan 2016 11:32:00 +0000</pubDate></item><item><title>Biologika werden oft falsch aufbewahrt</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/biologika-werden-oft-falsch-aufbewahrt/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2015_11/kuehlschrank.jpg.fb95ea9495a5650369e7f0fb4540feb6.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Eine niederländische Untersuchung hat ergeben, dass nur 7 Prozent der Patienten ihre Biologika zu Hause im Kühlschrank bei der Temperatur aufbewahren, wie sie vom Hersteller empfohlen wird. Das Berliner Start-Up MEDANGEL hat für solche Fälle eine App entwickelt.</strong>
</p>

<p>
	Eine Apothekerin der Universität Utrecht und ein Arzt der Sint Maartenskliniek in Nijmegen haben für <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/patienten-kuehlen-medikamente-oft-nicht-richtig" rel="">ihre Analyse</a> auf die Verpackungen von TNF-Alpha-Blockern einen Chip angebracht, der die Lager-Temperatur messen sollte. Von 255 Rheuma-Patienten haben nur 17 Patienten die Spritzen bzw. Pens im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad Celsius aufbewahrt, wie es vorgeschrieben ist. Bei 64 Patienten (25 Prozent) lag die Verpackung mehr als zwei Stunden bei einer Temperatur unter dem Gefrierpunkt im Kühlschrank – obwohl im Beipackzettel deutlich darauf hingewiesen wird, dass die Präparate nicht eingefroren werden dürfen.
</p>

<h2>
	Bei welcher Temperatur wirkt es nicht mehr?
</h2>

<p>
	In einer nachfolgenden Untersuchung soll herausgefunden werden, welche Folgen es für die Wirksamkeit und die Sicherheit haben kann, wenn Biologika bei falschen Temperaturen aufbewahrt werden – zu kalt oder zu warm.
</p>

<p>
	Bisher gilt, dass ein Biologikum 14 Tage bei Raumtemperatur – also maximal bei 25° C – und vor Licht geschützt gelagert werden kann. Das heißt: Sobald es aus dem Kühlschrank oder dem Kühlbehälter herausgenommen wird, muss es innerhalb von 14 Tagen aufgebraucht werden. Danach darf es nicht mehr verwendet werden. Sicherheitshalber kann man sich notieren, an welchem Tag die Kühlkette abgebrochen wurde.
</p>

<p>
	Aber wenn das Biologikum zu Eis gefriert, muss man davon ausgehen, dass sich die Struktur der Proteine verändert. Es ist fraglich, ob und wie es dann noch wirkt. Ähnliches wird vermutet, wenn das Medikament zu warm wird.
</p>

<h2>
	Kühlschranktemperatur schwankt
</h2>

<p>
	Warum lagern so viele Patienten Medikamente nicht richtig? Die Temperaturen im Kühlschrank schwanken. Das hängt von der Außentemperatur ab: Im Sommer oder in warmen Küchen wird mehr gekühlt. Außerdem kommt es darauf an, wie oft der Kühlschrank geöffnet wird und wie lange die Tür aufsteht. Die Verpackung kann zu dicht an gefrorenen Wänden liegen, vor allem, wenn nicht richtig abgetaut wurde.
</p>

<p>
	Generell kommt es darauf an, wo genau im Kühlschrank die Medikamente gelagert werden. Die Studienleiter empfehlen für Biologika das oberste oder das unterste Fach. Wer sich anschaut, <a href="https://utopia.de/ratgeber/richtig-lagern-und-optimale-kuehlschranktemperatur/" rel="external nofollow">wie kalt es an unterschiedlichen Stellen des Kühlschranks ist</a>, wählt vermutlich vorrangig das oberste Fach. Es scheint sinnvoll, mit einem Thermometer die Temperaturen im eigenen Kühlschrank zu messen, wenn teure Biologika darin aufbewahrt werden sollen.
</p>

<h2>
	Alarm bei falscher Temperatur
</h2>

<p>
	Die Firma <a href="https://medangel.co/" rel="external nofollow">MEDANGEL</a> hat eine App für temperaturempfindliche Medikamente entwickelt. Die schlägt über BlueTooth auf dem Mobiltelefon Alarm, wenn die Packung zu warm oder zu kalt wird. Amin Zayani, einer der Gründer der Firma, stellte den Sensor auf einer <a href="http://lv-selbsthilfe-berlin.de/wp-content/uploads/2015/11/2015-11-11_Programm_Ges%C3%BCnder-mit-Apps-und-Co.pdf" rel="external nofollow">Veranstaltung in Berlin</a> vor. Es sei besonders praktisch bei Reisen in warme Länder oder wenn man die Packung im Auto liegen lässt. Ziel sei, dass weniger Medikamente weggeworfen werden. Die App werde bald zertifiziert, so dass sie demnächst auf den Markt kommt. Wir werden darüber berichten.
</p>

<p>
	<span style="text-decoration:underline;">Quelle</span>
</p>

<p>
	"<a href="https://www.reumamagazine.nl/activiteiten-ontspanning/item/420227-dure-reumageneesmiddelen-thuis-lang-niet-altijd-goed-bewaard" rel="external nofollow">Dure reumageneesmiddelen thuis lang niet altijd goed bewaard</a>", Presseerklärung des Sint Maartenskliniek (Nijmegen), 16.06.2015
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">847</guid><pubDate>Sun, 29 Nov 2015 11:06:00 +0000</pubDate></item><item><title>Patienten k&#xFC;hlen Medikamente oft nicht richtig</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/patienten-kuehlen-medikamente-oft-nicht-richtig/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2015_08/hinweis-zur-kuehlung.jpg.1d05565c64f7fc3d83d2eec49b2d9cf1.jpg" /></p>
<p>
	Wenn Medikamente gekühlt werden müssen, hat das seinen guten Grund: Die Arzneimittel können zum Beispiel ihre Wirkung verlieren, wenn sie nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden. "Problematisch ist, dass der Patient das nicht unbedingt sofort bemerkt", sagt Dr. Peter Froese vom Deutschen Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI). „Patienten lagern ihre Medikamente nicht absichtlich falsch", weiß Froese auch. "Sie sind sich nicht der Bedeutung der Kühlung bewusst.“ In einer <a href="https://ard.bmj.com/content/74/Suppl_2/710.2.abstract" rel="external nofollow">niederländischen Studie</a> mit 330 Patienten hatte sich gezeigt, dass die Mehrheit der Patienten ihre kühlpflichtigen Medikamente nicht korrekt lagerte.
</p>

<p>
	Kühlpflichtige Medikamente sind zum Beispiel viele der so genannten Biologics. In der zitierten Studie ging es denn auch um Biologics– um Enbrel, Humira, Simponi, Cimzia oder Orencia. Die meisten werden auch zur Behandlung der Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis verwendet.
</p>

<h2>
	26 Millionen Medikamenten-Packungen mit Kühlung
</h2>

<p>
	Im Jahr 2014 gingen in Apotheken in Deutschland etwa 26 Millionen Medikamentenpackungen über den Ladentisch, die gekühlt werden müssen. Dabei waren das "nur" die Mittel, die von den Gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden – Privatrezepte und selbst bezahlte Arzneimittel sind da noch nicht eingerechnet. Viele dieser kühlpflichtigen Medikamente sind sehr teuer. Eine falsche Lagerung kann deshalb auch auf einen Schlag viel Geld vernichten.
</p>

<p>
	Ob ein Medikament kühl gelagert werden muss, steht auf der Packung. Dann sollte es im Kühlschrank bei Temperaturen zwischen 2 und 8 Grad aufbewahrt werden – wichtig: nicht im Tiefkühlfach.
</p>

<h2>
	Medikamente auch auf dem Weg nach Hause kühlen
</h2>

<p>
	Ein Drittel der kühlpflichtigen Medikamente muss nicht nur daheim vom Patienten gekühlt werden – auch beim Transport von der Apotheke nach Hause darf das Mittel nicht warm werden. Isoliertaschen oder Styroporbehälter sind deshalb eine prima Erfindung. Aber: Zwischen Kühlelement und Medikament sollte schon noch Platz sein. Ein direkter Kontakt ist ein Problem, weil dann das Arzneimittel einfrieren könnte.
</p>

<p>
	Nun sollte aber niemand in Panik verfallen, wenn beispielsweise die Biologics einmal nicht gekühlt lagerten oder – beispielsweise auf Reisen – nicht ununterbrochen gekühlt werden konnten. Eine Nutzerin des Psoriasis-Netzes hatte ihre Ärztin wegen der Kühlung ihrer Humira®-Pens gefragt. Diese erkundigte sich beim Hersteller, und so kam von dort diese Antwort mit dem "aktuellen Stand", der auch für die Humira®-Spritzen gilt:
</p>

<ul>
	<li>
		Aufbewahrung bis 14 Tage bei Raumtemperatur (maximal 25° C)
	</li>
	<li>
		Lagerung vor Licht geschützt bei maximal 25° C
	</li>
	<li>
		Sobald aus Kühlschrank/Kühlbeutel entnommen, innerhalb von 14 Tagen aufbrauchen, sonst wegwerfen. Datum der Entnahme aus Kühlkette notieren.
	</li>
</ul>

<p>
	Sicherer ist natürlich aber immer die korrekte Kühlung.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">821</guid><pubDate>Thu, 13 Aug 2015 09:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Tarmed Shampoo wurde vom Markt genommen &#x2013; das gibt's als Ersatz</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/tarmed-teer-shampoo-wieder-da/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2015_06/tarmed-shampoo.jpg.3759eb531233b379c5a56719a7a1c510.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Du hast bisher mit Tarmed Shampoo erfolgreich Deine Kopfhaut-Psoriasis behandelt und bist nun verunsichert, weil das Produkt nicht mehr erhältlich ist? Kein Grund zur Sorge! In diesem Artikel findest Du eine Übersicht über mögliche Alternativen und Tipps, wie Du auch weiterhin eine wirksame Behandlung findest.</strong>
</p>

<p>
	Viele Patienten schwören zur Behandlung ihrer Kopf-Psoriasis auf ein Shampoo mit Steinkohlenteer. Nur: Es gibt auf dem deutschen Markt kein handelsübliches Produkt oder Medikament damit mehr.
</p>

<p>
	Ein Teershampoo ist erfahrungsgemäß für leichte, eventuell auch für mittelschwere Fälle gedacht. In den 90er Jahren gab es Bedenken, dass der enthaltene Steinkohlenteer krebserregend sei. Die haben sich bei dieser Anwendungsform und der relativ niedrigen Dosierung als unbegründet erwiesen.
</p>

<h2>
	Die wechselhafte Geschichte von Tarmed
</h2>

<p>
	Wegen seines 4%-igen Steinkohle-Teergehalts war das Tarmed-Shampoo in Deutschland verschreibungspflichtig. Es wurde bei Psoriasis als einziges Shampoo von den Krankenkassen bezahlt. Als die frühere Herstellerfirma Stiefel vom Pharmakonzern GSK gekauft wurde, gab es offiziell „technische und juristische Probleme“. Drei Jahre lang gab es Tarmed nicht auf dem deutschen Markt. Dann hat STADA die Rechte an Tarmed erworben – und das Shampoo ging hierzulande ganz vom Markt.
</p>

<p>
	Das Teer-Shampoo wird weiterhin in Portugal, Spanien und in Großbritannien angeboten – unter dem Namen Polytar und rezeptfrei. Für Deutschland „ist ein entsprechender Vertrieb zum heutigen Zeitpunkt nicht geplant“, so eine Sprecherin von STADA im Herbst 2023. Beruhigend fügte sie hinzu: „Allerdings prüfen wir regelmäßig alle Optionen“. Vermutlich wird die Firma nur dann ihre Strategie ändern, wenn Patienten und Ärzte deutlich dagegen protestieren.
</p>

<h2>
	Alternativen zum Tarmed Shampoo kaufen
</h2>

<p>
	Als Alternative können sich Patienten vom Arzt eine gleichartige Rezeptur verschreiben lassen (siehe weiter unten). Oder sie kaufen das Shampoo mit Steinkohlenteer rezeptfrei online aus den genannten Ländern.
</p>

<p>
	Wer seine Kopf-Psoriasis mit Medikamenten vom Hautarzt behandelt, sollte mit ihm unbedingt über die gleichzeitige Anwendung mit Steinkohlenteer-Shampoo sprechen, um Nebenwirkungen und Wechselwirkungen zu vermeiden.
</p>

<h3>
	Tipp 1: Polytar
</h3>

<p>
	Wer in die Suchmaschine seiner Wahl "Polytar Shampoo" eingibt, ist auf der sicheren Seite, weil es mit dem Namen nur ein Shampoo gibt.
</p>

<h3>
	Tipp 2:  Neutrogena T/Gel Therapeutic Shampoo
</h3>

<p>
	Ein weiterer Ersatz ist das Neutrogena T/Gel Therapeutic Shampoo. Dabei ist es wichtig, genau dieses <a href="https://www.neutrogena.co.uk/hair-and-scalp/dandruff/t-gel-therapeutic-shampoo" rel="external nofollow">Therapeutic Shampoo mit Steinkohlenteer</a> (Coal Tar) zu kaufen – es gibt von der Marke auch andere Shampoos. Die international gebräuchliche Warennummer (EAN) 5012716192004 hilft bei der Suche weiter.
</p>

<p>
	Amazon liefert das Neutrogena-Shampoo offensichtlich nicht nach Deutschland.
</p>

<h3>
	Tipp 3: Aus dem Urlaub mitbringen (lassen)
</h3>

<p>
	Für Tipps 1 und 2 gilt: Wer nach Spanien, dessen Inseln wie Mallorca, Ibiza, Gran Canaria oder Teneriffa, nach Großbritannien oder in die USA fährt, kann dort in Drogerien nach den beiden Produkten Ausschau halten – oder sie sich von Urlaubern mitbringen lassen.
</p>

<h3>
	Tipp 4: Mildere Schieferöl-Produkte
</h3>

<p>
	Präparate mit sulfoniertem Öl aus <em>schwefel</em>reichem Schiefer werden oft mit <em>teer</em>haltigen gleichgestellt. Sie haben aber, so der Hersteller Ichthyol Gesellschaft, andere Eigenschaften und weniger Nebenwirkungen. Als Fertigpräparate gibt es zum Beispiel das <a href="https://www.dermasence.de/produkte/medizinal-shampoo" rel="external nofollow">Medizinal Shampoo von Dermasence</a> oder <a href="https://faroderm.de/bionatar/" rel="external nofollow">Bionatar von faroderm</a> (siehe unser <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/s10-mitmachen/bionatar-shampoo-im-test" rel="">Produktetest</a>). Als Traditionsbetrieb kann die Ichthyol Gesellschaft gelten, die eine Vielzahl von <a href="http://www.ichthyol.de/ichthyol_patientenservice.html" rel="external nofollow">schieferschwefel-haltigen Fertigpräparaten</a> anbietet.
</p>

<h2>
	Aufgepasst bei Angeboten mit anderen Teer-Arten
</h2>

<p>
	Bei der Suche nach "Tarmed Shampoo" werden viele andere Shampoos angeboten. Da muss man genau hinschauen: Ist Steinkohlen-Teer und in gleicher Dosis wie in Tarmed enthalten?
</p>

<p>
	Bei Amazon sind auch Produkte mit Kiefernteer oder Birkenteer zu finden. Die können auch funktionieren – aber enthalten eben keinen Steinkohlenteer wie Tarmed.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen mit Tarmed Shampoo</span></b> kannst Du <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/17052-tarmed-nicht-mehr-erhaeltlich/" rel=""><u><b>in dieser Diskussion</b> nachlesen</u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Rezeptur aus der Apotheke
</h2>

<p>
	Man kann sich ein Teershampoo auch verschreiben und in der Apotheke anrühren lassen – jedoch eher theoretisch, denn den Grundstoff Steinkohlenteer bekommen Apotheken derzeit auch nicht.
</p>

<p>
	Falls es ihn jemals wieder gibt: Im <a href="https://dacnrf.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=10" rel="external nofollow">Neuen Rezeptur Formularium (NRF)"</a> gibt es einen <a href="https://www.psoriasis-forum-berlin.de/downloads/TeerShampooRezeptur.pdf" rel="external nofollow">wirkstoffgenauen „Nachbau“ </a>als Lösung mit 5% oder sogar 10 % Steinkohlenteer-Anteil. Im Gegensatz zu Rezepturen, die sich jeder Arzt selbst zusammenstellt, sind die NRF-Rezepturformeln wissenschaftlich wie praktisch überprüft. Konkret geht die Mischung so:
</p>

<h3>
	Rezeptur für eine 5%-ige Lösung
</h3>

<ul>
	<li>
		Steinkohlenteerspiritus 5,0 g
	</li>
	<li>
		Natriumlaurylethersulfat-Lösung 27% 60,0 g
	</li>
	<li>
		Natriumchlorid 6,0 g
	</li>
	<li>
		Gereinigtes Wasser zu 100,0 g
	</li>
</ul>

<h3>
	Rezeptur für eine 10%-ige Lösung
</h3>

<ul>
	<li>
		Steinkohlenteerspiritus 10,0 g
	</li>
	<li>
		Natriumlaurylethersulfat-Lösung 27 % 60,0 g
	</li>
	<li>
		Natriumchlorid 6,0 g
	</li>
	<li>
		Gereinigtes Wasser zu 100,0 g
	</li>
</ul>

<p>
	Weitere Informationen über Steinkohlenteer und vor allem seine Anwendung oder Verarbeitung in der Apotheke hat die Pharmazeutische Zeitung <a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-312014/mehr-als-ein-uebler-geruch/" rel="external">in ihrer Ausgabe 31/2014</a> sowie <a href="https://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-112014/nur-wenige-wochen-anwenden/" rel="external nofollow">im pta-Forum</a> (Ausgabe 11/2014) veröffentlicht.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">838</guid><pubDate>Mon, 22 Jun 2015 09:26:00 +0000</pubDate></item><item><title>Ciclosporin &#x2013; was ist das und wie wird es angewendet?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ciclosporin-a/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2014_12/ciclosporin.jpg.6df977b796fee5fd26383d209a48f7c2.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Ciclosporin</strong> oder <strong>Cyclosporin A</strong> ist ein Medikament, mit dem auch eine <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> behandelt werden kann. Sein Haupt-Anwendungsgebiet sind allerdings Organ- und Knochenmarktransplantationen. In diesem Bereich wird eine deutlich höhere Dosis Ciclosporin eingesetzt. Andere Erkrankungen, für die Ciclosporin infrage kommt, sind
</p>

<ul>
	<li>
		Endogene Uveitis
	</li>
	<li>
		Nephrotisches Syndrom
	</li>
	<li>
		Rheumatoide Arthritis
	</li>
	<li>
		Neurodermitis (Atopische Dermatitis)
	</li>
</ul>

<p>
	Bei uns dreht sich alles um die Anwendung bei Psoriasis. Dort wird Ciclosporin seit 1993 eingesetzt.
</p>

<p>
	Ciclosporin ist ein Immunsuppressivum, dessen Wirksamkeit für verschiedene Ausprägungen von Psoriasis nachgewiesen werden konnte. Allerdings sind verschiedene, zum Teil schwerwiegende Toxizitäten bekannt. Viele Studien haben gezeigt, dass die Langzeitanwendung (länger als 2 Jahre) mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Hauttumoren (Spinaliome, Basaliome) und Nierentoxizität einhergeht.
</p>

<h2>
	Dosierung
</h2>

<p>
	Zu Beginn wird eine tägliche Dosis von 2,5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen – aufgeteilt auf zwei Gaben morgens und abends. Wenn sich die Psoriasis einen Monat nach Beginn noch nicht gebessert haben sollte, kann die Dosis gesteigert werden – auf maximal 5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Aber eben maximal.
</p>

<p>
	Hat sich nach 6 Wochen noch immer nichts oder zu wenig getan, ist die Therapie nicht die richtige; sie kann dann abgesetzt werden.
</p>

<p>
	Soll eine Psoriasis schnell in den Griff bekommen werden, kann auch gleich zu Beginn mit der Höchstdosis von 5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag eingestiegen werden. Dann, bei Erfolg, kann Ciclosporin abgesetzt werden. Tobt die Schuppenflechte wieder, kann die vorher wirksame Dosis wieder genutzt werden.
</p>

<p>
	Bei einigen (einigen!) Patienten könnte Ciclosporin eine Dauertherapie werden. Dann sollte die Dosis gewählt werden, die gerade noch wirksam ist – aber maximal wieder 5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.
</p>

<h2>
	Fragen und Antworten zu Ciclosporin bei Psoriasis
</h2>

<h3>
	Wie schnell wirkt Ciclosporin?
</h3>

<p>
	Da ist Geduld gefragt: Im Durchschnitt dauert es sechs Wochen, bis eine deutliche Verbesserung der Schuppenflechte zu sehen ist.
</p>

<h3>
	Was kostet Ciclosporin?
</h3>

<p>
	Der Preis erfordert einfache Mathematik ? Nehmen wir als Beispiel einen 80 Kilogramm schweren Menschen mit Schuppenflechte. Zu Beginn der Therapie sollen 2,5 mg Ciclosporin pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag angewendet werden. Macht 200 mg pro Tag. Eine Schachtel mit 100 Kapseln mit je 100 mg Ciclosporin kostet beim Generika-Hersteller 355,73 Euro (Stand März 2020).
</p>

<h3>
	Welche Wechselwirkungen kann es geben?
</h3>

<p>
	Das sind leider einige. Der Grund: Ciclosporin wird im Körper über den gleichen Weg abgebaut wie viele andere Medikamente. Bildlich gesprochen: Sie alle drängeln sich in der gleichen "Schlange" zum Ausgang. Da stehen dann auch Calcium-Antagonisten wie Diltiazem an oder Anti-Pilz-Mittel oder einige Antibiotika. Das heißt: Ciclosporin bleibt länger im Körper als geplant, weil die Schlange so lang ist – und so wird der Wirkstoff-Spiegel im Körper höher als erwünscht. Johanniskraut dagegen sorgt dafür, dass das Medikament nicht mehr so gut wirkt – genauso wie Metamizol oder Rifampicin. Deshalb die Bitte: Fragt den Arzt oder Apotheker oder lest den Beipackzettel sehr genau.
</p>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/tags/Ciclosporin%20Erfahrungen/" rel="">Erfahrungen mit Ciclosporin</a> in unserer Community
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ciclosporin-a/" rel="">Artikel über Ciclosporin</a> im Psoriasis-Netz
	</li>
	<li>
		<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ciclosporin" rel="external">Eintrag bei Wikipedia</a>
	</li>
</ul>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-001" rel="external nofollow">S3-Leitlinie</a> zur Therapie der Psoriasis vulgaris
	</li>
	<li>
		<abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker"><abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker">Fachinformation</abbr></abbr>
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">1098</guid><pubDate>Wed, 10 Dec 2014 19:34:00 +0000</pubDate></item><item><title>Frei verk&#xE4;ufliche Schmerzmittel h&#xF6;chstens 5 Tage am St&#xFC;ck</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/frei-verkaeufliche-schmerzmittel-hoechstens-5-tage-stueck/</link><description><![CDATA[
<p></p><p><strong>Schmerztabletten, die jeder ohne Rezept in der Apotheke kaufen kann, sind deswegen noch lange nicht harmlos. Diclofenac und Ibuprofen zum Beispiel können im Magen-Darm-Trakt schwere Nebenwirkungen hervorrufen. Auch Im Herz-Kreislauf-System oder an der Leber sind Schäden möglich.</strong></p><p></p><p>"Freiverkäufliche Schmerzmittel sind nicht harmlos", warnt Dr. Gerhard Müller-Schwefe von der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin.</p><p></p><p>Das freiverkäufliche Schmerzmittel Paracetamol gibt es seit einiger Zeit nur noch in kleinen Packungen. Grund ist, dass es in höherer Dosierung die Leber schädigt. Deshalb darf es nur an höchstens vier bis fünf Tagen hintereinander eingenommen werden.</p><p></p><p>Auch andere freiverkäufliche Schmerzmittel bereiten den Experten Sorgen. Weit verbreitete Schmerz- und Entzündungshemmer wie Diclofenac und Ibuprofen haben nicht nur Nebenwirkungen auf Magen, Darm, Herz und Kreislauf. Sie können auch die Leber schädigen – bis hin zum Leberversagen. "Das kann auch bei der üblichen Dosierung passieren", erklärt Professor Jürgen Borlak von der Medizinischen Hochschule Hannover. Das habe eine große Studie an sieben europäischen Transplantationszentren gezeigt. Schwere Leberschädigungen sind aber vergleichsweise selten. So kann das Risiko in der Prüfungsphase eines Arzneimittels praktisch nicht nachgewiesen werden.</p><p></p><p>Das Komplizierte an diesen Leberschädigungen ist auch, dass sie von mehreren Faktoren verursacht werden. "Giftige" Medikamente treffen dann manchmal auf die ungünstige genetische Ausstattung eines Menschen, individuelle Stoffwechselprozesse, seltsame Immunreaktionen auf das Medikament und Risikofaktoren wie Übergewicht und die daraus oft entstehende Fettleber.</p><p></p><p>Risikofaktoren sind</p><p></p><ul><li>Leberfunktionsstörungen</li><li>weibliches Geschlecht</li><li>ein Body-Mass-Index über 30</li><li>Diabetes</li><li>Autoimmun-Hepatitis</li><li>ein gleichzeitiges Einnehmen von potenziell leberschädigenden Arzneistoffen</li><li>der Missbrauch von Alkohol, Drogen oder Arzneimitteln sowie</li><li>ein niedriger Spiegel des körpereigenen Radikalfängers Glutathion.</li></ul><p></p><h2>Schmerztabletten nicht lange ohne Arzt</h2><p></p><p>Wissenschaftler suchen nach Anzeichen im Blut, mit denen sich vorhersagen lässt, wie hoch bei einem Menschen das Risiko ist, wenn er Schmerzmittel einnimmt. Diese Anzeichen nennt man Biomarker. Das C-reaktive Protein ist so ein Entzündungsmarker. Haptoglobin gehört auch dazu – ein Transportmolekül, das in der Leber gebildet wird.</p><p></p><p>"Patienten müssen darum wissen, dass freiverkäufliche Schmerzmittel ohne ärztliche Kontrolle nicht für den Langzeitgebrauch geeignet sind", sagt Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe von der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin.</p><p></p><p>Wenn Patienten unter immer wieder kommenden oder ständigen ("chronischen") Schmerzen leiden, muss gesucht werden, woher der Schmerz kommt. "Wenn ein Schmerz nicht von einer Entzündung verursacht wird, müssen andere Schmerzmittel eingesetzt werden und keine Entzündungshemmer."</p><p></p><h2>Kombination mehrerer Therapie-Arten</h2><p></p><p>Um der Ursache von Schmerzen auf die Schliche zu kommen, sind viel Diagnostik und Therapie nötig. Oft ist es besser, mehrere Therapie-Arten zu kombinieren – also medizinische, psychologische und Bewegungstherapien. Damit ist meist mehr zu erreichen als mit einer Therapie-Art allein.</p><p></p><h2>Tipps zum Weiterlesen</h2><p></p><p><a href="http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=48161&amp;no_cache=1" rel="external">Bei Paracetamol kann die Haut extrem reagieren</a></p><p>(Pharmazeutische Zeitung, 08.08.2013)</p><p></p><blockquote><p>Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA warnt vor seltenen, aber schwerwiegenden Hautreaktionen, die durch Paracetamol ausgelöst werden.</p></blockquote>
]]></description><guid isPermaLink="false">593</guid><pubDate>Tue, 14 Oct 2014 10:51:28 +0000</pubDate></item><item><title>Richtige Entsorgung von Arzneimitteln oft unbekannt</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/richtige-entsorgung-von-arzneimitteln-oft-unbekannt/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2014_06/medikamentenkiste.jpg.cdbc57808a4f3083806c6ac917313c91.jpg" /></p>

<p>
	Ab und an quillt jede Hausapotheke mal über. Dann werden alte, abgelaufene oder nicht mehr gebrauchte Medikamente entsorgt. Viele wissen aber nicht, welcher Weg dafür nun der richtige ist.
</p>

<p>
	Im Wasser finden Forscher weltweit immer mehr Reste von Arzneimitteln. In fast allen Gewässern Deutschlands kommen Wissenschaftler auf mehr als 150 verschiedene Wirkstoffe – und das auch im Trink- oder im Grundwasser. Sie kommen von <a href="https://www.psoriasis-netz.de/tags/Schmerzmittel" rel="">Schmerzmitteln</a>, Antibiotika, Blutdrucksenkern oder Psychopharmaka und meist aus dem privaten Abwasser.
</p>

<p>
	Es sind nicht mal immer in die Toilette gespülte Arzneimittel, sondern das, was vom menschlichen Körper nicht völlig abgebaut und dann über den Urin ausgeschieden wird. Mit dem Abwasser fließen die Arzneimittelwirkstoffe in die Kläranlagen, wo die Menge chemischer Stoffe nicht völlig entfernt werden kann. Aus den Kläranlagen gelangen die Rückstände in Flüsse und Seen – und damit zurück in die Umwelt und den Wasserkreislauf.
</p>

<h2>
	Umfrage ergibt Unwissenheit
</h2>

<p>
	Das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) hat eine Umfrage zum Umgang mit Arzneimitteln gestartet. „Knapp der Hälfte der 2000 befragten Deutschen ist überhaupt nicht bekannt, dass allein schon durch die Einnahme von Medikamenten Spurenstoffe in den Wasserkreislauf gelangen“, sagt ISOE-Forscher Konrad Götz. "Erstaunt haben uns bei der Befragung aber vor allem die großen Wissenslücken bei der richtigen Entsorgung von flüssigen Medikamentenresten.“
</p>

<p>
	47 Prozent der Deutschen entsorgen flüssige Medikamentenreste demnach falsch – nämlich über die Spüle oder die Toilette. „Damit hat sich die Wissenslücke bestätigt, die wir bei einer ähnlichen Befragung 2007 festgestellt haben“, sagt Konrad Götz.
</p>

<p>
	In den Medien werde der richtige Umgang mit Spurenstoffen zwar häufig thematisiert, beim Verbraucher komme das aber seit Jahren nicht richtig an. „Nur 15 Prozent der Verbraucher entsorgen ihre Medikamente, wie es die Bundesregierung empfiehlt – nämlich über den Restmüll“, sagt Konrad Götz.
</p>

<h2>
	Restmüll – der umweltfreundlichste Weg
</h2>

<p>
	Der Restmüll wird heute nicht mehr auf Deponien gelagert, sondern verbrannt. Dadurch ist die vollständige Zerstörung der Wirkstoffe gewährleistet. „Die Entsorgung über den Hausmüll
</p>

<p>
	ist deshalb derzeit zwar der umweltfreundlichste Weg. Weil viele Verbraucher das nicht wissen, ist es aber genaugenommen nur der zweitbeste“, folgert Götz. „Am verbraucherfreundlichsten wäre es, zur alten Praxis zurückzukehren.“ Bis 2009 konnten Medikamente in den Apotheken zurückgegeben werden, wo sie professionell entsorgt wurden.
</p>

<p>
	Denn wenn die Wirkstoffe in den Wasserkreislauf gelangen, können sie Tier- und Pflanzenwelt gefährlich werden: Hormonreste der „Pille“ haben nachweislich zur Verweiblichung männlicher Fische beigetragen. Auch sind Nierenschäden bei Fischen durch das schmerzstillende Mittel Diclofenac beobachtet worden sowie Verhaltensänderungen durch Psychopharmaka. „Um mögliche Gefahren für die Umwelt zu verhindern, muss endlich eine wirksame Informationskampagne zur Entsorgung durchgeführt werden“, ist sich ISOE-Forscher Götz sicher. Wichtig sei aber auch, dass sich Ärzte über die Problematik von Medikamentenresten im Wasser und über umweltfreundliche Medikamentenalternativen informieren. Vonseiten der Patienten sei die Bereitschaft da: Fast 90 Prozent der Befragten wünschen sich von ihrem Arzt – bei gleicher Wirksamkeit – umweltfreundliche Alternativangebote.
</p>

<p style="text-align:right;">
	<em>idw/cl</em>
</p>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<p>
	<strong><span ipsnoautolink="true">So werden Medikamente richtig entsorgt</span></strong><br>
	(<a href="https://www.deutschlandfunk.de/radiolexikon-gesundheit-medikamente-richtig-entsorgen-100.html" rel="external nofollow">Deutschlandfunk Sprechstunde, 13.08.2013</a>)<br>
	In die Mülltonne? In die Toilette und spülen? Wo gehören abgelaufene oder nicht mehr benötigte Medikamente denn nun hin?
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">638</guid><pubDate>Mon, 30 Jun 2014 10:36:00 +0000</pubDate></item><item><title>Die Geschichte der Psoriasis-Medikamente</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/psoriasis-geschichte-medikamente/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2014_06/medikamente-geschichte150.jpg.21e6d6e180ecd8f0bc16a44aa56ba84c.jpg" /></p>
<p>
	Wir gehen in die Geschichte. Welches Medikament wurde eigentlich wann zugelassen? Dabei tun sich deutliche Lücken auf. Jahrzehntelang tat sich wenig, doch in den letzten Jahrzehnten ging es Schlag auf Schlag.
</p>

<div style="text-align: center;">
	<img alt="image.png" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19679" data-ratio="66.75" data-unique="g8dt8nuc9" style="height: auto;" width="424" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_03/image.png.e61fab0de70f804b7d2d9ee3c78f4b58.png" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png">
</div>

<p>
	<strong>1916</strong>: Der künstlich nachgebaute Teer-Abkömmling <strong>Dithranol</strong> wird von E. Galewski und P. G. Unna beschrieben und eingeführt. <span ipsnoautolink="true">Dithranol</span> wird bis Anfang der 1980-er Jahre bei der Psoriasis-Therapie das Mittel der Wahl sein, wenn eine <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> äußerlich behandelt werden soll.
</p>

<p>
	<strong>1925</strong>: William H. Goeckermann erwähnt erstmals die Anwendung von <strong>Steinkohlenteer</strong> gegen Psoriasis. Bis heute gibt es Patienten und Kliniken, die auf diesen Wirkstoff schwören. Gut, dass bis heute die Übertragung von Gerüchen über das Internet noch nicht erfunden ist.
</p>

<div style="text-align: center;">
	<img alt="image.png" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19682" data-ratio="68.20" data-unique="isv4xmuql" style="height: auto;" width="607" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_03/image.png.8ba40057623cba458a2a7541f079a2c4.png" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png">
</div>

<p>
	<strong>1956</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/kortison/" rel="">Kortison-Präparate</a> zum Auftragen auf die Haut kommen auf den Markt.
</p>

<p>
	<strong>1983</strong>: Mit <strong>Psoralon</strong> kommt eine Fertigarznei mit <span ipsnoautolink="true">Dithranol</span> in Deutschland auf den Markt.
</p>

<div style="text-align: center;">
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="png" data-fileid="19683" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_03/image.png.7c73c349b5c2df58f6bb61f0e2931eec.png" rel=""><img alt="image.png" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19683" data-ratio="65.20" data-unique="h7ng1rbdf" style="height: auto;" width="1000" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_03/image.thumb.png.fbe4e691e01f43035d76c459b0eee4b5.png" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png"></a>
</div>

<p>
	<strong>1991</strong>: Das erste Medikament mit dem Wirkstoff <span ipsnoautolink="true">Methotrexat</span> wird in Deutschland zugelassen – als Lantarel.
</p>

<p>
	<strong>1992</strong>: Die erste Creme mit einem <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/vitamind3" rel="">Vitamin-D3-Wirkstoff</a> wird in Deutschland zugelassen – mit <strong>Calcipotriol</strong>.
</p>

<p>
	<strong>1992</strong>: Der Wirkstoff <span ipsnoautolink="true">Acitretin</span> wird für die Behandlung der Psoriasis zugelassen – ein Vitamin-A-Abkömmling. Eingesetzt wird er allerdings schon seit den 1970-er Jahren.
</p>

<div style="text-align: center;">
	<img alt="image.png" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19684" data-ratio="56.45" data-unique="85z8zxspj" style="height: auto;" width="620" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_03/image.png.65818c8ea455e2160d466cda54a261f8.png" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png">
</div>

<p>
	<strong>1992</strong>: <strong>Rubisan</strong>, die homöopathische Salbe mit dem Wirkstoff <a href="https://www.psoriasis-netz.de/tags/Mahonie/" rel="">Mahonia aquifolium</a>, erhält ihre Zulassung.
</p>

<p>
	<strong>1993</strong>: Der Wirkstoff <span ipsnoautolink="true">Ciclosporin</span> kommt offiziell in der Behandlung der Psoriasis zum Einsatz. Da hat er schon 10 Jahre in der Transplantationsmedizin hinter sich.
</p>

<div style="text-align: center;">
	<img alt="image.png" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19685" data-ratio="60.29" data-unique="40l33luh1" style="height: auto;" width="491" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_03/image.png.1cee151b9506f18f34922194785efddb.png" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png">
</div>

<p>
	<strong>1994</strong>: <strong>Psoradexan</strong> – das nächste Medikament mit dem Wirkstoff <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dithranol/dithranol-information" rel="">Dithranol</a> – ist in Apotheken zu haben.
</p>

<p>
	<strong>1994</strong>: Der zweite Vitamin-D3-Wirkstoff kommt auf den Markt: <strong>Tacalcitol</strong>.
</p>

<div style="text-align: center;">
	<img alt="image.png" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19686" data-ratio="92.00" data-unique="1xo8uah0g" style="height: auto;" width="800" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_03/image.png.69d8ace64cac12e0e22d2936f3f3ec4e.png" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png">
</div>

<p>
	<strong>1995</strong>: Eine Schweizer Entwicklung mit einem Fumarsäureester wird in Deutschland zur Behandlung der Psoriasis zugelassen: <span ipsnoautolink="true">Fumaderm</span>.
</p>

<p style="text-align: center;">
	<img alt="image.png" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19687" data-unique="nrlcrzywe" style="height: auto;" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_03/image.png.2c18091d8cd8c186c458e55d8a2cb0db.png" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png">
</p>

<p>
	<strong>1997</strong>: Das Medikament <strong>Micanol</strong> vereinfachte die Therapie mit Dithranol. Bei richtiger Anwendung und vor allem beim richtigen Abwaschen färbte es Haut und vor allem das Umfeld nicht mehr so stark wie andere Dithranol-Mittel. Im Jahr 2017 wurde <a href="https://www.psoriasis-netz.de/medikamente/dithranol/micanol-wird-vom-markt-genommen.html" rel="">Micanol vom Markt genommen</a>.
</p>

<p>
	<strong>1997</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/?s=tazaroten" rel=""><strong>Tazaroten</strong></a>-Gel wird mit 0,05% und 0,1% in Deutschland zur Behandlung der Psoriasis zugelassen.
</p>

<p>
	<strong>1999</strong>: Der dritte Vitamin-D3-Wirkstoff ist da: <strong>Calcitriol</strong>.
</p>

<div style="text-align: center;">
	<img alt="image.png" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19688" data-ratio="72.22" data-unique="lsgcsg7jb" style="height: auto;" width="684" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_03/image.png.6cba8d83f29e1105429c06dc7a50fe37.png" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png">
</div>

<p>
	<strong>2002</strong>: <strong>Calcipotriol und Betamethason</strong> werden kombiniert.
</p>

<p>
	<strong>2004:</strong> <span ipsnoautolink="true">Raptiva</span> mit dem Wirkstoff <strong>Efalizumab</strong> wird für die Behandlung der Psoriasis zugelassen. Allerdings wird es fünf Jahre später schon wieder vom Markt genommen – wegen Nebenwirkungen, die andere Medikamente dieser Art später auch zeigen.
</p>

<p>
	<strong>2004</strong>: <span ipsnoautolink="true">Enbrel</span> heißt das nächste Biologic, mit dem die Psoriasis behandelt werden kann. Es enthält den Wirkstoff Etanercept. Auch dieses Biologic war zuvor schon zwei Jahre bei Psoriasis arthritis aktiv.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<strong>2005</strong>: <span ipsnoautolink="true">Remicade</span> kommt auf den Markt. Der Wirkstoff darin heißt Infliximab.
</p>

<div style="text-align: center;">
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="png" data-fileid="19689" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_03/image.png.eb98072bb074793cbf2354411f73b966.png" rel=""><img alt="image.png" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19689" data-ratio="163.04" data-unique="c82mi3u8q" style="height: auto;" width="460" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_03/image.thumb.png.a83753431c9758bbc01597229f909d44.png" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png"></a>
</div>

<p>
	<strong>2007</strong>: Das nächste Biologic mit dem Einsatzziel Psoriasis kommt auf den Markt – <span ipsnoautolink="true">Humira</span> mit dem Wirkstoff Adalimumab. Zwei Jahre zuvor war es bereits zur Behandlung der Psoriasis arthritis zugelassen worden.
</p>

<div style="text-align: center;">
	<img alt="image.png" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19690" data-ratio="55.50" data-unique="j3mgabq9p" style="height: auto;" width="800" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_03/image.png.d80a803a453038de25495388e7f47cb4.png" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png">
</div>

<p>
	<strong>2009</strong>: <strong><span ipsnoautolink="true">Stelara</span></strong> mit dem Wirkstoff Ustekinumab reiht sich in die noch übersichtliche Riege der Biologics ein. Für die Behandlung der Psoriasis arthritis wird <strong>Simponi</strong> zugelassen.
</p>

<div style="text-align: center;">
	<img alt="image.png" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19691" data-ratio="64.88" data-unique="ihcnbqpw5" style="height: auto;" width="800" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_03/image.png.70e7e5a77dfb2c933f9972de199f84ce.png" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png">
</div>

<p>
	<strong>2011</strong>: Ein Nagellack speziell zur Behandlung der Psoriasis an den Nägeln kommt auf den Markt. Er heißt <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/onypso" rel="">Onypso</a>. Er enthält 15 Prozent Harnstoff (Urea). Nach sechs Monaten soll die Nageldicke verringert sein.
</p>

<p>
	<strong>2013</strong>: Cimzia wird für die Behandlung der Psoriasis arthritis zugelassen. Der Wirkstoff darin heißt Certolizumab pegol.
</p>

<div style="text-align: center;">
	<img alt="image.png" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19692" data-ratio="56.45" data-unique="w3hhxla59" style="height: auto;" width="620" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_03/image.png.97bd29143b206044c1640fee965ccf47.png" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png">
</div>

<p>
	<strong>2015</strong>: Das Medikament <span ipsnoautolink="true">Otezla</span> mit dem Wirkstoff Apremilast erhält die Zulassung zur Behandlung der Psoriasis und der Psoriasis arthritis.
</p>

<div style="text-align: center;">
	<img alt="image.png" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19693" data-ratio="53.85" data-unique="3nkxnxp4d" style="height: auto;" width="650" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_03/image.png.6c1f82a95a99d148bf8c7657782d87b3.png" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png">
</div>

<p>
	<strong>2015</strong>: Das Biologikum <strong><span ipsnoautolink="true">Cosentyx</span></strong> mit dem Wirkstoff Secukinumab ist das erste Medikament auf dem Markt, das sich gegen Interleukin 17 richtet. Es erhält überraschend die Zulassung, als erstes innerliches Arzneimittel zum Einsatz kommen zu können ("First line").
</p>

<p>
	<strong>2016</strong>: Im April 2016 wird <strong><span ipsnoautolink="true">Taltz</span></strong> zugelassen. In den Apotheken ist es aber erst im Frühjahr 2017.
</p>

<p>
	<strong>2017</strong>: <strong><span ipsnoautolink="true">Skilarence</span></strong> ist sozusagen das bekannte Medikament Fumaderm in neuem Gewand. Vor allem enthält es aber nur den Wirkstoff Dimethylfumarat und kein Gemisch mehr. Mit <strong><span ipsnoautolink="true">Kyntheum</span></strong> gibt es ein außerdem weiteres Biologikum, das bei Schuppenflechte angewendet werden kann. Es enthält den Wirkstoff Brodalumab. Und: <strong><span ipsnoautolink="true">Tremfya</span></strong> kommt auf den Markt. Es enthält den Wirkstoff Guselkumab.
</p>

<p>
	<strong>2018</strong>: Das Medikament <strong><span ipsnoautolink="true">Ilumetri</span></strong> mit dem Wirkstoff Tildrakizumab wird zugelassen. Außerdem kann nun auch die Schuppenflechte mit <strong>Cimzia</strong> behandelt werden. Und: <strong>Xeljanz</strong> wird für die Behandlung der Psoriasis arthritis zugelassen.
</p>

<p>
	<strong>2019</strong>: <strong><span ipsnoautolink="true">Skyrizi</span></strong> kommt auf den Markt. Der Wirkstoff darin heißt Risankizumab.
</p>

<p>
	<strong>2021</strong>: <strong>Rinvoq</strong>, <strong>Bimzelx</strong> (Psoriasis)
</p>

<p>
	<strong>2023</strong>: <strong>Sotyktu</strong>, <strong>Bimzelx</strong> (<abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr>)
</p>

<p>
	<strong>2024</strong>: <strong>Sumilor</strong>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">219</guid><pubDate>Fri, 13 Jun 2014 23:00:00 +0000</pubDate></item><item><title>Rheuma-Medikament RoActemra k&#xF6;nnte Psoriasis ausl&#xF6;sen oder verschlimmern</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/roactemra-tocilizumab/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2014_04/roactemra-tocilizumab.jpg.b2d20d86db61b6cacb4d9cbd6fefb06c.jpg" /></p>

<p>
	Der Wirkstoff Tocilizumab wird bei Rheumatoider Arthritis eingesetzt. Manchmal wird er auch bei einigen Formen der juvenilen Arthritis – also bei Kindern und Jugendlichen – angewandt. Nun haben Ärzte mehrere Fälle registriert, in denen das Medikament RoActemra mit diesem Wirkstoff eine Psoriasis überhaupt erst <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/psoriasis/moegliche-ausloeser-fuer-eine-psoriasis/" rel="">ausgelöst</a> oder verschlimmert hat. Ob das eine mit dem anderen wirklich zusammenhängt, ist nicht geklärt – aber laut der  Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft möglich.
</p>

<p>
	Tocilizumab setzt beim Interleukin-6 (IL-6) an. Das Interleukin fördert Entzündungen und wird von dem Wirkstoff gehemmt. In den letzten Monaten und Jahren sind in der <a href="http://www.adrreports.eu/de/index.html" rel="external nofollow">Europäischen Datenbank für Verdachtsfälle von Nebenwirkungen</a> zwölf Fälle aufgetaucht, in denen Ärzte den Verdacht äußerten, dass RoActemra eine Psoriasis zum Ausbruch gebracht oder verschlimmert hat. Dazu kommen vier Fallberichte, über die in Fachzeitschriften berichtet wurde. Bei der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft selbst landete ebenfalls ein Verdachtsfall. Bei Letzterem wurde die Psoriasis mit einer Salben-Behandlung besser. In einem anderen Fall besserte sich die Hauterkrankung, als RoActemra abgesetzt wurde. Bei einem anderen Fall wurde das Medikament zunächst abgesetzt, dann aber wieder angewendet. Prompt flackerte die Psoriasis wieder auf.
</p>

<p>
	In einigen Fällen war die Schuppenflechte in Form einer Psoriasis guttata aufgetreten. Das könne auch ein Reiz-Effekt wie beim Köbner-Phänomen sein – genauer: ein Arzneimittelexanthem. Das wiederum sei als häufige Nebenwirkung von RoActemra® durchaus im Beipackzettel aufgeführt.
</p>

<p>
	Die Experten sind zudem verwundert, weil das Interleukin-6 bislang für die Entstehung einer Psoriasis mitverantwortlich gemacht wird. Also müsste seine Hemmung eigentlich eine Psoriasis lindern. Andererseits gäbe es auch für TNF-alpha-Blocker Hinweise, dass sie in einigen Fällen eine Psoriasis auslösen oder verschlimmern können, obwohl es einen klaren Nachweis gebe, dass sie in der Behandlung der Schuppenflechte wirksam sind.
</p>

<p>
	In Deutschland läuft (mindestens) <a href="https://www.clinicaltrialsregister.eu/ctr-search/trial/2011-004016-29/DE" rel="external nofollow">eine Studie für die Anwendung eines Interleukin-6-Hemmers</a> bei Psoriasis arthritis.
</p>

<p>
	"Ob die Behandlung mit Tocilizumab bei Auftreten oder Verschlechterung einer Psoriasis fortgeführt werden kann, muss jeweils im Einzelfall entschieden werden“, lautet das Fazit der Experten der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Weitere derartige Fälle  sollten beispielsweise <a href="http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/UAW-Meldung/index.html" rel="external">auf der Internetseite der AkdÄ</a> gemeldet werden.
</p>

<p>
	Quelle:
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/DSM/Archiv/2014-09.html" rel="external">Bekanntgabe der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft</a> im Deutschen Ärzteblatt vom 04.04.12014
	</li>
</ul>

]]></description><guid isPermaLink="false">570</guid><pubDate>Mon, 07 Apr 2014 12:27:00 +0000</pubDate></item><item><title>Biologics-Wechsel kann sich bei manchen Patienten lohnen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/biologic-wechseln/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2013_12/spritze150.jpg.5858f77ff20e720f93a86ccc693d4651.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Manchmal schlägt auch ein Biologic aus der Gruppe der TNF-alpha-Blocker nicht an. Arzt und Patient sind dann zuweilen unsicher, ob sich ein Umstieg auf ein anderes Biologic aus der gleichen Gruppe lohnt. Italienische Forscher haben dazu Zahlen vorgelegt.  </strong>
</p>

<p>
	Sie untersuchten die Daten von 5423 Patienten aus dem dortigen <span ipsnoautolink="true">Psoriasis</span>-Register. In derartigen Registern wird Statistik geführt, wie es Patienten mit welchem innerlichen Medikament ergeht. In Deutschland gibt es dafür das Register PsoBest.  
</p>

<p>
	Die italienischen Wissenschaftler fanden im dortigen Register 105 Patienten, die von einem TNF-Alpha-Blocker zu einem anderen gewechselt waren und von denen Daten vorlagen. Ihr Ergebnis: 29 Prozent der Wechsler konnten ihre Psoriasis mit dem neuen Biologic nach 16 Wochen um 75 Prozent zurückdrängen - im Mediziner-„Deutsch" ausgedrückt: Sie erreichen einen <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 75. Auch bei dieser Therapie zahlt sich Geduld aus: Nach sechs Monaten kamen doch noch 45,6 Prozent der Wechsler auf die Besserungsrate von 75 Prozent – immerhin fast die Hälfte.
</p>

<p>
	Aber: Am meisten zahlte sich der Wechsel für diejenigen aus, die mit dem ersten Biologic anfangs Erfolg hatten, der aber nicht anhielt oder die die Therapie wegen Nebenwirkungen abbrechen mussten: Ihr Körper reagierte besser auf das neue Biologic als bei jenen, die mit dem ersten Biologic erst gar keine großen Erfolge hatten.  
</p>

<p>
	Eine Einschränkung sehen aber die Forscher aber auch: Die Zahl von 105 Teilnehmern mit kompletten Daten ist doch recht klein.  
</p>

<p>
	Das Fazit der Wissenschaftler fällt dann auch recht knapp aus: Bei Patienten, die mit dem ersten TNF-Alpha-Blocker keinen ausreichenden Erfolg hatten, ist die Chance bei einem zweiten TNF-Alpha-Blocker „deutlich geringer". <em>cl</em>  
</p>

<p>
	Quelle: "<a href="http://www.jaad.org/article/S0190-9622(13)01104-3/abstract" rel="external nofollow">Efficacy of switching between tumor necrosis factor-alfa inhibitors in psoriasis: Results from the Italian Psocare Registry</a>" in: Journal of the American Academy of Dermatology; veröffentlicht am 18. Dezember 2013
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">565</guid><pubDate>Sun, 29 Dec 2013 17:29:00 +0000</pubDate></item><item><title>H&#xE4;ufige Fragen zu Medikamenten</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/haeufige-fragen-zu-medikamenten/</link><description><![CDATA[<h2>
	Sollte ich die dicken Schuppen vor einer Behandlung entfernen?
</h2>

<p>
	Das wäre wünschenswert, sollte aber am besten nur ein Rubbeln sein. Abkratzen oder mehr gilt nicht. Ein Bad (oder Teilbad) ist immer besser. Danach kann man mit einem Handtuch noch ein wenig über die Stellen rubbeln. Auch Vaseline oder andere fetthaltige Produkte können zu Hilfe genommen werden. Alles, was dann nicht 'runterkommt, sollte belassen werden.
</p>

<h2>
	Muss ich die Stellen auch eincremen, wenn mal nichts mehr zu sehen ist?
</h2>

<p>
	Ja! Eine Hautpflege ist auch dann sehr wichtig. Du verminderst damit ja auch alltägliche Reizungen, denen die Haut unbehandelt ausgesetzt wäre. Es muss und sollte aber nicht Deine Creme vom Arzt sein, sondern eine Pflegecreme mit möglichst wenig Reizstoffen.
</p>

<h2>
	Welche Medikamente können die Schuppenflechte verschlechtern?
</h2>

<p>
	Du findest in unserer Liste der Auslöser einen Abschnitt über Medikamente, die eine Schuppenflechte auslösen oder verschlechtern können.
</p>

<h2>
	Ich habe von Spritzen gegen Schuppenflechte gehört. Was gibt es da?
</h2>

<p>
	Schon lange gibt es das Medikament <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>, das es auch als Spritze gibt. Und: Die meisten neuen <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/tabletten-spritzen/tabletten-und-spritzen-%E2%80%93-die-uebersicht-r1125/" rel="">innerlichen Medikamente bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis</a> sind Spritzen – die sogenannten Biologika. Davon gibt es inzwischen so viele, dass Dein Hautarzt oder Dein Rheumatologe daraus das Passende wählen kann.
</p>

<h2>
	Wie kann ich die Schmerzen beim Spritzen verringern?
</h2>

<p>
	Meist dauert der Schmerz beim Spritzen ja nur kurz an. Es gibt Tricks, wie man die Schmerzen eindämmen kann - zumindest, wenn es um subkutane Injektionen, also solche unter die Haut, geht.
</p>

<p>
	Die Schmerzen können geringer sein, wenn
</p>

<ul>
	<li>
		langsam gespritzt wird
	</li>
	<li>
		die Injektionslösung vorher eine Weile stehen gelassen wurde und Raumtemperatur hat
	</li>
	<li>
		in Bauch oder Oberschenkel gespritzt wird statt in den Oberarm
	</li>
</ul>

<p>
	Wichtig dabei: Die Nadel darf nicht mit den Fingern berührt werden, damit alles steril bleibt.
</p>

<h2>
	Was erwartet mich beim Quantiferon-Test?
</h2>

<p>
	Mit dem Quantiferon-Test wird nachgewiesen, ob jemand schon einmal mit Tuberkulose-Erregern in Kontakt gekommen ist. Das kann durch eine Impfung geschehen sein, aber auch unbemerkt - und natürlich bei einer Tuberkulose-Erkrankung (Tbc).
</p>

<p>
	Lange Zeit gab es für diesen Nachweis einen Tuberkulin-Hauttest. Der Quantiferon-Test ist aber sicherer. Für den Quantiferon-Test wird schlicht und ergreifend Blut abgenommen.
</p>

<p>
	Ein Problem bleibt aber, egal, welcher Test angewendet wird: Mit beiden Verfahren ist es nicht möglich, zwischen einer frischen und einer früheren Infektion zu unterscheiden. Und: Beide Tests schlagen erst sechs bis acht Wochen nach einer Infektion an.
</p>

<h2>
	Wie kann ich mich vor Fälschungen schützen?
</h2>

<ul>
	<li>
		Medikamenten-Fälschungen nehmen zu. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt Patienten:
	</li>
	<li>
		Kaufen Sie Medikamente nur in lizenzierten Apotheken.
	</li>
	<li>
		Prüfen Sie die, ob die Packung dicht ist.
	</li>
	<li>
		Prüfen Sie, ob alle Informationen dabei sind - Produktname, Hersteller, Ablaufdatum und Anwendungsinformationen.
	</li>
	<li>
		Vermeiden Sie, Tabletten, Kapseln oder Spritzen einzeln, lose, zu kaufen.
	</li>
	<li>
		Bestehen Sie auf eine Quittung.
	</li>
	<li>
		Suchen Sie einen / Ihren Arzt auf, wenn die Symptome weiterhin bestehen.
	</li>
	<li>
		Wenn Sie eine Fälschung vermuten, melden Sie dies Ihrer Apotheke oder Behörden.
	</li>
</ul>

<h2>
	Was ist von Neuropson zu halten?
</h2>

<p>
	Neuropson ist eine Salbe aus Thailand. Wir sagen klar: Finger weg! Neuropson und dessen Anbieter sind ein klarer Fall von unseriösem Gebaren. Weshalb, steht <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/quacksalber" rel="">genauer hier</a>.<br>
	<br>
	Bei Waren, die auf diese Weise vertrieben werden, ist meist nicht klar, was genau enthalten ist. Und Sie werden sich doch nichts auf Ihre Haut schmieren, von dem Sie nicht wissen, was drin ist – oder? Dazu kommt: Dieser Anbieter verharmlost das Kortison, das beigemischt ist. Kortison verschreibt in Deutschland jeder Hautarzt - das muss man nicht teuer aus Thailand einfliegen lassen.<br>
	<br>
	Außerdem verstößt der Anbieter gegen deutsches Recht - allein, indem er sein Mittel nach Deutschland schickt. Und: Er nennt eindeutig Krankheiten, gegen die sein in Deutschland nicht zugelassenes Mittel helfen soll.<br>
	<br>
	Das <a href="https://www.bfarm.de/DE/Home/_node.html" rel="external">Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte</a> schreibt zu Produkten wie diesem: "Zur Behandlung der Schuppenflechte werden immer wieder Mittel angeboten, die als sehr wirksam aber harmlos, rein pflanzlich etc. beworben werden. Diese Mittel sind typischerweise als Kosmetika, Naturheilmittel oder traditionelle Arzneimittel aufgemacht. Bei derartigen Mitteln wurden häufig nicht deklarierte Zusätze von starken Wirkstoffen wie Glucocorticoiden (Cortisonen) gefunden. Insbesondere wenn derartige Mittel die versprochene therapeutische Wirkung entfalten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese Wirkung auf nicht deklarierte Wirkstoffe zurückzuführen ist. Derartige Mittel sollten Sie auf keinen Fall verwenden. Der Zusatz der nicht deklarierten Wirkstoffe ist illegal und muss daher von den zuständigen Behörden unterbunden werden, so bald er festgestellt wird. Wenn Sie ein Mittel verwenden, das nicht deklarierte Wirkstoffe enthielt, die aber plötzlich nicht mehr vorhanden sind, wird die Schuppenflechte sehr wahrscheinlich wieder auftreten, obwohl Sie das jetzt unwirksame Mittel weiter verwenden. Dieser Effekt ist sehr gefährlich, weil Arzt und Patienten mit dieser Entwicklung nicht rechnen und sie nicht einschätzen können. Außerdem gilt auch hier, dass es sich um nicht zugelassene Arzneimittel handelt, bei denen Sie mit erheblichen Qualitätsmängeln rechnen müssen."<br>
	<br>
	Auch das österreichische <a href="https://www.basg.gv.at/" rel="external nofollow">Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen</a> traf eine klare Aussage: "Auch bei bestimmungsgemäßen Gebrauch kann dieses Produkt die Gesundheit gefährden, deshalb soll die Anwendung ausschließlich unter ärztlicher Überwachung bzw. Verschreibung erfolgen."
</p>

<h2>
	Wie wende ich MMS bei Schuppenflechte an?
</h2>

<p>
	Gar nicht. MMS kann die Haut und Schleimhaut laut BfR reizen oder gar verätzen. Und: In MMS steckt Natriumchlorit. Wird es mit der oft mit verkauften Säure gemischt, entsteht eine Säure, die stark reagiert. Es gibt aber noch mehr Gründe, warum <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/von-mms-wird-abgeraten" rel="">von MMS abzuraten</a> ist.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">650</guid><pubDate>Sat, 14 Dec 2013 16:05:00 +0000</pubDate></item><item><title>Welche Impfungen w&#xE4;hrend einer innerlichen Therapie erlaubt sind</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/welche-impfungen-waehrend-einer-innerlichen-therapie-erlaubt-sind/</link><description><![CDATA[
<p>
	Durch eine Impfung wird dem Körper vorgegaukelt, dass der entsprechende Krankheitserreger angreift. Das Immunsystem reagiert und produziert eine Menge Immunzellen, sodass im Bedarfsfall die Abwehr bestens funktioniert.
</p>

<p>
	Ist die körpereigene Abwehr jedoch durch Medikamente geschwächt oder gar unterdrückt, kann dies natürlich zu Problemen führen. Besonders heikel ist diese Tatsache, da gerade Patienten mit einem geschwächten Immunsystem anfällig für Infektionen sind.
</p>

<p>
	Es gibt so genannte Lebendimpfstoffe und Totimpfstoffe. Im Gegensatz zu Totimpfstoffen enthalten Lebendimpfstoffe Keime, die sich noch vermehren können. Normalerweise sind diese Erreger soweit abgeschwächt, dass sie die Erkrankung nicht mehr auslösen können. Bei einem lahmgelegten Immunsystem ist diese Gefahr jedoch zu groß.
</p>

<p>
	Lebendimpfstoffe sind daher während der immunsuppressiven Therapie absolut kontraindiziert – also nicht erlaubt. Zwischen Impfung und Beginn der Gabe von Immunsuppressiva müssen vier bis zwölf Wochen liegen. Eine Impfung mit Lebendimpfstoffen ist nach dem Ende einer immunsuppressiven Therapie frühestens nach drei Monaten ratsam.
</p>

<p>
	Recht unbedenklich dagegen sind Impfungen mit den so genannten Totimpfstoffen, die nur abgetötete Erreger, Teile der Erreger oder deren Gifte enthalten.
</p>

<p>
	Glücklicherweise sind die meisten der empfohlenen Impfungen mit Totimpfstoffen durchführbar.
</p>

<p>
	Bei diesen immunsuppressiven Medikamenten:
</p>

<ul>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Biologika</span>
	</li>
	<li>
		Cyclophosphamid
	</li>
	<li>
		Anankinra
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Methotrexat</span>
	</li>
	<li>
		Leflunomid
	</li>
	<li>
		Azathioprin
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Ciclosporin A</span>
	</li>
	<li>
		Mycophenolat motefil
	</li>
	<li>
		Hochdosiertes Kortison oberhalb der Cushing-Schwelle
	</li>
</ul>

<p>
	werden diese Impfungen mit Totimpfstoffen dringend empfohlen – gegen:
</p>

<ul>
	<li>
		Influenza (Grippe)
	</li>
	<li>
		Tollwut
	</li>
	<li>
		Tetanus (Wundstarrkrampf)
	</li>
	<li>
		Pneumokokken (Lungenentzündung)
	</li>
	<li>
		Meningokokken (Hirnhautentzündung)
	</li>
	<li>
		Humanes Papillomavirus HPV
	</li>
	<li>
		Haemophilus Influenza
	</li>
</ul>

<p>
	Nicht zwingend benötigt, aber bei Einreise in verschiedene Länder verlangt werden:
</p>

<ul>
	<li>
		Cholera
	</li>
	<li>
		Typhus (Spritzimpfung!)
	</li>
	<li>
		Ansonsten sind da noch
	</li>
	<li>
		Diphterie: bei Epidemien und Kontakt zu Erkrankten, sei es beruflich bedingt oder im familiären Bereich
	</li>
	<li>
		Keuchhusten: bei Kontakt zu Erkrankten
	</li>
	<li>
		Kinderlähmung: bei Reisen in bestimmte Gebiete und Kontakt zu Erkrankten,
	</li>
	<li>
		FSME (frühsommerlichen Meningoencephalitis durch Zecken): in Risikogebieten, bei Laborpersonal, Land- und Forstwirten,
	</li>
	<li>
		Hepatitis A und B: bei Kontakt zu Erkrankten, Risikogruppen und Reisen in bestimmte Länder.
	</li>
</ul>

<p>
	"Verboten", also kontraindiziert bei den oben genannten Medikamenten sind die Lebendimpfstoffe gegen:
</p>

<ul>
	<li>
		Masern
	</li>
	<li>
		Röteln
	</li>
	<li>
		Mumps
	</li>
	<li>
		Windpocken
	</li>
	<li>
		Typhus (Schluckimpfung)
	</li>
	<li>
		Gelbfieber
	</li>
</ul>

<p>
	Experten raten, vor dem Beginn einer immunsuppressiven Therapie den Impfstatus prüfen zu lassen und möglicherweise fehlenden Impfschutz auszugleichen. Meist fehlt dazu allerdings die Zeit.
</p>

<p>
	Wenn es der Verlauf der Psoriasis aber erlaubt, den Therapiebeginn mit Immunsuppressiva noch etwas hinauszuzögern, wird die vorherige Impfung mit Lebendimpfstoffen gegen die vier „Kinderkrankheiten“ (Masern, Röteln, Mumps und Windpocken) empfohlen – wenn noch keine erworbene Immunität vorliegt.
</p>

<p>
	Von Reisen in Länder, in denen eine Gelbfieberimpfung verlangt wird, wird während der immunsuppressiven Therapie abgeraten.
</p>

<p>
	Bei den schwach wirksamen Immunsuppressiva wie Sulfasalazin und Hydrochloroquin gelten keine Einschränkungen.
</p>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		"<a href="http://dgrh.de/1652.html" rel="external nofollow">Impfung unter Immunsuppression</a>", Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie
	</li>
	<li>
		"<a href="https://www.dccv.de/index.php?eID=dumpFile&amp;t=f&amp;f=3879&amp;token=a09c23aa6b381b89d14bb6e617ab4edd5dbf0c06" rel="external nofollow">Impfen unter Immunsuppression</a>", Information der Deutschen Morbus Crohn / Colitis ulcerosa-Vereinigung
	</li>
</ul>

]]></description><guid isPermaLink="false">623</guid><pubDate>Wed, 14 Aug 2013 11:51:00 +0000</pubDate></item><item><title>Ein kleiner Erfolg wenigstens beim Sohn</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ein-kleiner-erfolg-wenigstens-beim-sohn/</link><description><![CDATA[<p>
	<strong>Anita hat für ihren achtjährigen Sohn eine Creme gefunden, die hilft. "Es geht zwar langsam, aber man sieht einen ersten Erfolg." Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.</strong>
</p>

<p>
	Hallo zusammen,
</p>

<p>
	ich bin jetzt 34 und habe diese Krankheit seit ich 5 Jahre alt bin.Bei mir sind die Knie stark, die Ellebogen, Fingerknöchel und Kopfhaut betroffen.
</p>

<p>
	Auch ich habe schon vieles ausprobiert. Angefangen mit Solebäder und UV-Bestrahlung über Fettsalben und zu guter letzt Cortison.Vor 13 Jahren habe ich einfach aufgegeben. Jetzt verstecke ich meine Knie unter einer langen Hose. Ellebogen und Fingerknöchel versuche ich zu ignorieren (klappt aber nicht wirklich).
</p>

<p>
	Leider beginnt mein 8-jähriger Sohn vereinzelt Flechten zu bekommen, welche ich mit Alfason Repair Salbe morgens und abends eincreme. Bei ihm hilft es.
</p>

<p>
	Ich habe es dann auch bei mir versucht und siehe da, an den Fingerknöcheln ging es fast weg (sind nur noch einzelne Punkte zusehen). An den Ellebogen und Knien beginnt es jetzt sich zurück zu bilden. Es geht zwar langsam, aber man sieht einen ersten Erfolg. Ich muss aber dazu sagen, dass es dort sehr dicke und feste Schuppen sind.
</p>

<p>
	Ich creme genau wie bei meinem Sohn morgens und abends , das Ganze mache ich jetzt seit ca. 4 Wochen. Ich wünsche jedem von Euch, dass es zu einer Besserung kommt und das es vielleicht bald etwas gegen diese Krankheit gibt.
</p>

<p>
	Liebe Grüße
</p>

<p>
	<em>Anita</em>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">793</guid><pubDate>Thu, 20 Jun 2013 12:22:00 +0000</pubDate></item><item><title>Keine Betablocker bei Psoriasis &#x2013; oder doch?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/keine-betablocker-bei-psoriasis-oder-doch/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2012_12/tabletten-ekg.jpg.c6c64699e01ca2a4851c2f2e21779102.jpg" /></p>

<p>
	<strong>Blutdrucksenkende Medikamente, insbesondere Betablocker, stehen im Verdacht, eine Psoriasis auslösen zu können. Auch wird ihnen nachgesagt, sich möglicherweise negativ auf eine bereits bestehende Psoriasis auszuwirken. Inzwischen bringt eine Metaanalyse solch lang gehegten Annahmen stark ins Wanken. </strong>
</p>

<p>
	Die Forscher trugen Ergebnisse von Studien aus dem Zeitraum zwischen 1994 und 2005 zusammen. Dabei wurden Krankheitsverläufe und Begleitmedikationen von 36.702 Patienten analysiert, die erstmalig an <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> erkrankt waren, und mit der gleichen Anzahl an Menschen gleichen Alters und Geschlechtes – aber ohne Hauterscheinungen - verglichen.
</p>

<p>
	Die große Überraschung: Die Wissenschaftler entdeckten keinen Zusammenhang zwischen dem Auftreten einer Psoriasis und der Einnahme von Betablockern. Auch die Einnahme von anderen blutdrucksenkenden Medikamenten hatte keinerlei Einfluss auf die Entstehung der Hautkrankheit. Das heißt: Die Patienten, die Betablocker einnahmen, entwickelten genauso häufig eine Psoriasis wie die Menschen der Kontrollgruppe. Ob die Blutdrucksenker eine bereits bestehende Psoriasis verschlechtern würden, konnte aus den Daten jedoch nicht entnommen werden.
</p>

<p>
	Etwa jeder dritte Patient beziehungsweise jede dritte Patientin zwischen 40 und 64 Jahren erkrankt in Deutschland an Bluthochdruck, ab dem 65. Lebensjahr ist es sogar die Hälfte aller Patienten. Medikamente der ersten Wahl sind nach wie vor Betablocker, die den Blutdruck senken und somit die Gefahr mindern sollen, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.
</p>

<p>
	Doch kein Medikament ohne Risiken und Nebenwirkungen. Bei Betablockern beziehen sich die Warnhinweise unter anderem auf Psoriasis. So sollte der gängige Betablocker Concor (Bisoprolol) beispielsweise bei „akuter oder früherer Psoriasis bzw. Psoriasis in der Familie“ nur „wenn unbedingt notwendig, eingenommen werden“.
</p>

<p>
	Allerdings weiß scheinbar niemand genau, weshalb Betablocker die Haut negativ beeinflussen könnten. Diskutiert werden Auswirkungen auf den Zellstoffwechsel der T-Zellen des Immunsystems, die an den entzündlichen Prozessen beteiligt sind.
</p>

<p>
	Andere vermuten einen Einfluss der Medikamente auf die Nebennierenrinde, wo normalerweise Glukokortikoidhormone gegen Entzündungsprozesse im Körper gebildet werden.
</p>

<p>
	Eine dritte Hypothese beruht auf einer Hemmung eines Botenstoffes namens zyklisches Adenosinmonophosphat (cAMP), der im Körper zahlreiche Prozesse steuert. Wissenschaftliche Beweise gibt es bisher jedoch zu keiner dieser Theorien.
</p>

<p>
	Derartige Warnhinweise beruhen mehr oder weniger auf Fallberichten, schreibt Professor Sebastian Harder vom Institut für klinische Pharmakologie der Universität Frankfurt in einer Stellungnahme, abgedruckt in der "Medical Tribune" vom Oktober 2004. Im Bezug auf die Anzahl der mit Betablockern behandelten Patienten trete ein Zusammenhang zwischen Betablocker Gabe und dem Auftreten beziehungsweise der Verschlechterung psoriatischer Hauterscheinungen nur selten auf. Dennoch hielt er noch vor acht Jahren die Zusammenhangswahrscheinlichkeit als ausreichend gesichert.
</p>

<p>
	„Nach der <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18410416/" rel="external">Meta-Analyse</a> kann die Sache wohl etwas entspannter gesehen werden“, erklärt er heutzutage, obwohl es dennoch immer wieder aktuelle Fallberichte und Warnmeldungen gibt. „Ich denke, ein präventives Absetzen ist nicht angemessen, auch ist die Psoriasis keine Anwendungsbeschränkung für Betablocker“, so Harder. Wenn Betalocker ausschließlich zur Blutdrucksenkung verordnet würden und andere therapeutische Maßnahmen zur Verfügung stünden, könne man versuchen, einen beginnenden Schub durch Ausschleichen der Medikamente einzudämmen.
</p>

<p>
	Unverzichtbar sind Betablocker jedoch nach einem Infarkt, bei Vorhofflimmern oder Gefäßerweiterungen am Herzen. In diesen Fällen empfiehlt Harder, zunächst einen Wirkstoffwechsel auszuprobieren.
</p>

<p>
	Ähnlich sieht es Professor Kristian Reich, Gründungsmitglied des <a href="https://www.sciclinics.de/" rel="external nofollow">SCIderm</a> (Scientific Research, Clinical Studies and Innovative Consulting) in Hamburg. „Bei den meisten Patienten sehe ich kein Problem“, sagt er. Sicher gäbe es manche Patienten, bei denen sich die Psoriasis unter Betablockern verschlechtert oder eine Psoriasis ausbricht. Ob dies aber tatsächlich an den Betablockern liege, sei nicht nachvollziehbar.
</p>

<p>
	Die Ergebnisse der Meta-Analyse aus dem Jahr 2008 bestätigen Reichs Ansicht. Allerdings haben sich diese neuen Erkenntnisse in der Praxis bis heute nicht ausgewirkt, sagt Reich. Seiner Meinung nach ist es das Wichtigste, die Psoriasis optimal zu behandeln – ob mit oder ohne Betablocker.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">529</guid><pubDate>Sat, 15 Dec 2012 15:50:00 +0000</pubDate></item><item><title>Medikamente k&#xF6;nnen zu Augenbeschwerden f&#xFC;hren</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/augenbeschwerden-durch-medikamente/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2012_06/augenreiben.jpg.4441e3067d3e40283cda91aa5f81e989.jpg" /></p>
<p>
	Es gibt Medikamente, die zu Beschwerden oder ernsthaften Problemen mit den Augen führen können. Diese unerwünschte Arzneimittelwirkungen reichen von trockenen oder geröteten Augen bis hin - im Extremfall- zum Verlust des Augenlichts. Darauf verweist Dr. Bettina Wick-Urban in der <a href="http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=42282" rel="external">Pharmazeutischen Zeitung</a> vom 14.06.2012.
</p>

<p>
	Unter den von ihr aufgeführten Medikamenten gibt es einige, die typischerweise Patienten mit <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> oder <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> verwenden. Wer also Beschwerden oder Probleme mit den Augen hat, sollte nicht nur umgehend zum Augenarzt gehen, sondern auch die Arzneimittel mitnehmen, die er zur Zeit benutzt.
</p>

<p>
	Die Autorin hebt hervor, dass Nebenwirkungen im oder am Auge nicht nur von innerlichen, sondern auch von äußerlichen Wirkstoffen herrühren können. Das gelte zum Beispiel für Corticoide (Kortison), innerlich angewendet. Bei 25 Prozent der Anwender würde sich nach zwei Wochen der Augendruck erhöhen, so Wick-Urban. Bei einem Drittel von ihnen (8,5 Prozent) würde sich der Augendruck sogar gefährlich entwickeln. Bei ihnen könne der Sehnerv geschädigt werden, bis hin zum Verlust des Augenlichts.
</p>

<p>
	Eine Linseneintrübung (Katarakt) riskiere, wer über längere Zeit hohe Dosen Kortison einnimmt. Diese Schädigung gehe selten zurück, wenn das Medikament abgesetzt wird. Langfristig drohe, so Wick-Urban, der Verlust des Sehvermögens. Deshalb sollten Patienten, die über längere Zeit mit Kortison behandelt werden würden, alle drei bis sechs Monate zur Augenkontrolle gehen.
</p>

<p>
	Professor Matthias Augustin hatte 2010 darauf hingewiesen, dass bei Psoriasis am häufigsten Kortisonpräparate zum Einnehmen <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/muenchen2010/" rel="">verschrieben werden</a> – entgegen der offiziellen <a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-001" rel="external nofollow">Therapieempfehlung für Hautärzte</a>.
</p>

<p>
	Auch Wollwachs (Lanolin), das als Salbengrundlage dient, könne zu allergischen Reaktionen führen, so die Autorin. Sehr hilfreich in dem Artikel ist eine Tabelle, in der sie auflistet, welche Augenerkrankungen durch welche Wirkstoffe auftreten können. Für Psoriatiker interessant sind
</p>

<ul>
	<li>
		COX2-Hemmer (entzündungshemmende bei Psoriasis arthritis)
	</li>
	<li>
		Antihistaminika (gegen Juckreiz)
	</li>
	<li>
		Vitamin A (<span ipsnoautolink="true">Neotigason</span>)
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Ciclosporin</span> und
	</li>
	<li>
		Glucokortikoide (Kortison)
	</li>
</ul>

<p>
	Auf der Liste der Medikamente, die „ins Auge gehen können“, stehen außerdem Anti-Baby-Pillen, Beta-Blocker, das Malariamittel Chloroquin und Blutgerinnungshemmer.
</p>

<p>
	Dr. Bettina Wick-Urban rät eindringlich, „verdächtige“ Medikamente beim ersten Anzeichen sofort abzusetzen. In einigen Fällen würde man sonst dauerhafte Schädigungen riskieren.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">512</guid><pubDate>Sun, 24 Jun 2012 11:50:00 +0000</pubDate></item><item><title>Patientenbetreuungsprogramme</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/patientenbetreuungsprogramme/</link><description><![CDATA[<p>
	Einige Hersteller bzw. Anbieter von Medikamenten haben Hotlines oder ganze <b>Patientenbetreuungsprogramme</b> eingerichtet. Erste Ansprechpartner für Fragen zu Medikamenten sind aber immer noch dein Arzt oder Apotheker.
</p>

<p>
	<strong>AbbVie</strong> – Anbieter von <span ipsnoautolink="true">Humira</span> und <span ipsnoautolink="true">Skyrizi</span>
</p>

<p>
	Patientenbetreuungsprogramm: <a href="https://www.abbvie-care.de/login/registrierung/?pk_campaign=enrollment_url&amp;pk_kwd=start" rel="external nofollow">AbbVie Care</a>
</p>

<p>
	Telefon: 0800 0 48 64 72
</p>

<p>
	<strong>Almirall</strong> – Anbieter von <span ipsnoautolink="true">Illumetri</span> und <span ipsnoautolink="true">Skilarence</span>
</p>

<p>
	Patientenbetreuungsprogramm: Step
</p>

<p>
	<strong>Amgen</strong><br>
	Serviceprogramm <a href="https://www.amgencare.de" rel="external nofollow">AmgenCare</a> für Anwender von <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/adalimumab/humira" rel="">Amgevita</a> bzw. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/adalimumab/humira" rel="">Solymbic</a>: Tel. 0800 / 11 88 11 8 (montags bis freitags 08:00 - 20:00 Uhr) oder 0800 264 36 44<br>
	Serviceprogramm <a href="https://deintheo.de/c/" rel="external nofollow">THEO</a> für Anwender von <span ipsnoautolink="true">Otezla</span>: Tel: 0800 37 33 010
</p>

<p>
	<strong>Biogen-Idec</strong> – Anbieter von <span ipsnoautolink="true">Fumaderm</span>, <span ipsnoautolink="true">Flixabi</span>, <span ipsnoautolink="true">Imraldi</span>, <span ipsnoautolink="true">Benepali</span><br>
	Hotline: 0800 3 63 64 00<br>
	Serviceprogramm: <a href="https://www.meincareplus.de/" rel="external nofollow">Care+</a> • Telefon: 030 22 38 64 72
</p>

<p>
	<strong>Janssen-Cilag</strong> – Anbieter von <span ipsnoautolink="true">Stelara</span> und <span ipsnoautolink="true">Tremfya</span><br>
	Serviceprogramm: "<a href="https://www.janssenwithme.de/de-de/" rel="external nofollow">Janssen with me</a>" bzw. "Schuppenflechte Hilfe"<br>
	Unterstützung bei therapiebegleitenden Maßnahmen: <a href="https://www.bewegbereiter.de/" rel="external nofollow">BeWegbereiter</a>.<br>
	Info-Service: 02137 9 55 9 55
</p>

<p>
	<strong>Leo Pharma</strong> – Anbieter von <span ipsnoautolink="true">Kyntheum</span><br>
	Patientenbetreuungsprogramm: <a href="https://takectrl.net/de/signup" rel="external nofollow">ctrl</a>
</p>

<p>
	<strong>Lilly</strong> Deutschland – Anbieter von <span ipsnoautolink="true">Taltz</span><br>
	Patientenbetreuungsprogramm: <a href="https://www.lilly-pharma.de/de/gesundheit/lillyplus.aspx" rel="external nofollow">LillyPlus</a><br>
	Anmeldung: 0800 54 55 982, mit einem Formular in der vom Arzt ausgehändigten Patientenbroschüre oder <a href="https://lilly.tfaforms.net/340" rel="external nofollow">auf dieser Seite</a><br>
	<a href="https://www.lillyregistration.de/ContactForms/kontakt_medinfo_fragen.aspx" rel="external nofollow">Medizinische Information + Meldung von Nebenwirkungen</a>
</p>

<p>
	<strong>medac</strong> – Hersteller z.B. von <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/mtx//mtx-methotrexat-spritze-pen" rel="">metex</a><br>
	Keine direkte Patientenbetreuung. Umfangreiches Informationsmaterial im "metex-PEN-Starterpaket für Psoriasis-Patienten", erhältlich beim verschreibenden Arzt.<br>
	Medizinische Information: 04103 8006 316 oder <a href="mailto:contact@medac.de" rel="">contact@medac.de</a><br>
	Service Autoimmun bei Produktfragen: 04103 8006 8613 oder <a href="mailto:autoimmun@medac.de" rel="">autoimmun@medac.de</a>
</p>

<p>
	<strong>Mundipharma</strong> – Anbieter von Remsima
</p>

<p>
	Kein Patientenbetreuungsprogramm.
</p>

<p>
	Hotline: 0800 8 55 11 11
</p>

<p>
	<strong>MSD</strong> – Anbieter von <span ipsnoautolink="true">Remicade</span> und <span ipsnoautolink="true">Simponi</span>
</p>

<p>
	Patientenbetreuungsprogramm: <a href="http://just-for-me.de" rel="external nofollow">just for me</a> (nur für Simponi-Anwender) Telefon: 0800 66 4 55 25
</p>

<p>
	<strong>Novartis</strong> – Anbieter von <span ipsnoautolink="true">Cosentyx</span>
</p>

<p>
	Medizinische Information und Meldung von Nebenwirkungen: Telefon 01802 23 23 00
</p>

<p>
	Servicecenter für Patienten mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis:
</p>

<p>
	Telefon 0911/27312100
</p>

<p>
	E-Mail: <a href="mailto:infoservice@novartis.com" rel="">infoservice@novartis.com</a>
</p>

<p>
	<strong>Pfizer</strong> – Anbieter von <span ipsnoautolink="true">Enbrel</span>, <span ipsnoautolink="true">Inflectra</span>
</p>

<p>
	Telefon: 0800 881 44 44 oder 0800 883 55 55
</p>

<p>
	<strong>UCB</strong> – Anbieter von <span ipsnoautolink="true">Cimzia</span>
</p>

<p>
	Patientenbetreuungsprogramm: <a href="https://ucbcares.de" rel="external nofollow">UCBCares</a>
</p>

<p>
	Telefon: 02173 48 48 48
</p>

<p>
	Wenn du an einem Patientenbetreuungsprgramm teilnehmen möchtest, frag deinen Arzt. Bei manchen der Programme kannst du dich auch selbst registrieren – zum Beispiel, indem du eine Chargen-Nummer von der Verpackung deines Medikamentes eingibst.
</p>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<p>
	<a href="https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/unternehmen/article/988557/pharma-selbstkontrolle-welcher-patientenservice-ist-erlaubt.html" rel="external">Wie viel Patientenservice ist den Firmen erlaubt?</a>
</p>

<p>
	(Ärzte Zeitung, 20.05.2019)
</p>

<p>
	Patientenbetreuungsprogramme gibt es vor allem bei den Firmen, die Biologika herstellen. Sind sie wirklich nötig? Und wo ist die Grenze zur Werbung?
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">465</guid><pubDate>Wed, 06 Apr 2011 15:17:00 +0000</pubDate></item><item><title>Auch eine Placebo-Creme verschafft Linderung</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/auch-eine-placebo-creme-verschafft-linderung/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2010_01/placebocreme200.jpg.6be906c7d896a97caeef37ef9ed32600.jpg" /></p>
<p>
	Kortison wirkt, unbestritten. Doch stellt es aufgrund der Nebenwirkungen für viele Psoriatiker keine langfristige Therapieoption dar. Wäre es hingegen möglich, die Dosis zu reduzieren, so könnten auch die unerwünschten Ereignisse vermindert werden. Forscher der Universität Rochester untersuchten daher, ob sich dies mithilfe des Placebo-Effektes bewerkstelligen lässt.
</p>

<p>
	Dafür behandelte das Team um Robert Ader bei 46 Patienten mit leichter bis mittelschwerer <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> je eine Läsion mit Triamcinolone Acetonide (Aristocort 0,1%) Salbe. Nach drei Wochen teilten sie die Probanden für weitere acht Wochen in drei Gruppen ein. Gruppe I wurde mit der üblichen Dosierung versorgt. Bei Gruppe II war in nur jeder zweiten bis vierten Anwendung Kortison enthalten. Und Gruppe III erhielt bei jedem Cremen Kortison, allerdings in einer Konzentration von nur 25 bis 50 %.
</p>

<p>
	Die Studie verlief doppelblind und randomisiert. Das heißt: Wer welche Salbe bekam, blieb zunächst ein Geheimnis und wurde außerdem per Los entschieden. Um die „Täuschung“ perfekt zu machen, glichen die verschiedenen Salben einander in Konsistenz, Farbe, Geruch und Verpackung. Schließlich unterwies eine Autoritätsperson in weißem Kittel die Probanden, wie das Medikament zu verwenden sei.
</p>

<p>
	„Die Medikamentenwirkung beruht nicht auf Wirkstoffen allein.“, erklärt Ader. Ähnlich wie Pawlows Hunde auf die Glocke reagierten, ist das Gehirn des Menschen durch Stimuli wie die äußere Form eines Medikamentes oder die Zuwendung eines Arztes auf `Heilung´ konditioniert. Wäre die Wirksalbe rosa und die anderen Salben blau oder würde gar ein Student in Jeans den Teilnehmern kommentarlos eine Tube in die Hand drücken, käme kein Placebo-Effekt zustande.
</p>

<p>
	Nach den Gesetzen der reinen Pharmakologie war ein positives Resultat sowieso kaum zu erwarten. Die reduzierte Wirkstoffdosis sei eigentlich zu klein für eine therapeutische Wirkung, sagt Ader. Doch Psychoneuroimmunologen, so wie er, wissen längst um die Macht der Selbstheilung. Seit Jahrzehnten erforschen sie das Zusammenwirken von Gehirn und Immunsystem, den Placebo-Effekt, der nach Schätzung von Experten fast die Hälfte vom Nutzen medizinischer Methoden ausmacht.
</p>

<h2>
	Placebo – nicht nur Einbildung
</h2>

<p>
	Dabei handelt es sich mitnichten um Einbildung. Dank moderner Bildgebungsverfahren sind die Auswirkungen der Gedanken und damit einhergehende körperliche Veränderungen direkt messbar. So ist es heute eine anerkannte Tatsache, dass positive oder negative Gefühle wie Hoffnung oder Stress erheblichen Einfluss auf chemische Botenstoffe im Gehirn ausüben und über die Menge der Hormonausschüttung das Immunsystem aktivieren – oder unterdrücken. Doch auch ohne Kernspintomographen gibt es genügend Beweise:
</p>

<p>
	Beispielsweise im Zweiten Weltkrieg, als die Soldaten im Lazarett nach einer Injektion weniger Schmerzen verspürten. Zum Glück wussten sie nicht, dass den Ärzten das Morphium ausgegangen war und nun lediglich Kochsalzlösung in ihren Adern floss. Somit hatte ihr Glaube an die Medizin im Gehirn schmerzstillende Endorphine ausgeschüttet.
</p>

<p>
	Andererseits können Menschen mit Gehirnschädigungen wie Alzheimer nicht vom Placebo-Effekt profitieren - zu sehr sind ihre neuronalen Schaltkreise in Mitleidenschaft gezogen. Auch kann die Heilmethode keine fehlenden Organe oder Zellen herbeizaubern. Diabetes Typ I wäre auf diese Weise also nicht zu heilen.
</p>

<h2>
	Behandlung mit nutzloser Dosis
</h2>

<p>
	Psoriasis aber gehört zu den Erkrankungen, bei denen Gehirn und Immunsystem in direktem Zusammenhang stehen. Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass sich die Symptome bei Stress verschlimmern. Theoretisch könnte demnach der Placebo-Effekt greifen und tat es scheinbar auch: In der Wirkstoffgruppe meldeten vier von 18 Probanden (22,2 Prozent) einen „Rückfall“ – das heißt, die zunächst abheilende Läsion näherte sich im Laufe der Zeit bis auf zwei Einheiten wieder dem ursprünglichen Wert auf der Psoriasis Severity Scale (PSS).
</p>

<p>
	Erstaunlicherweise verhielt es sich bei der Gruppe II (normale Kortison-Konzentration, nur in jeder zweiten oder vierten Anwendung) mit einer Rückfallquote von 26,7 Prozent vergleichbar. Aus der Reihe fiel das Ergebnis der Gruppe III, die durchgehend mit Kortison in verringerter Konzentration behandelt worden waren: acht von 13 der Probanden (61,5 Prozent) erlitten einen Rückfall. Dennoch blieb ein gutes Drittel der Betroffenen vergleichsweise beschwerdefrei.
</p>

<p>
	Weitere Forschungen sollen diese Ergebnisse und auch die Nachhaltigkeit der Methode näher beleuchten. Die Studie beweise, dass der Placebo-Effekt die Behandlung von Psoriasis mit einer therapeutisch nutzlosen Medikamentendosis möglich mache, sagt Ader. Würde Placebo mehr beachtet, dann ließen sich Giftstoffbelastung und Nebenwirkungen reduzieren sowie die dadurch bedingten Therapieabbrüche - mal ganz abgesehen von den verringerten Kosten für das Gesundheitssystem.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">422</guid><pubDate>Sat, 23 Jan 2010 14:03:00 +0000</pubDate></item><item><title>Welches Medikament wirkt wann?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/welches-medikament-wirkt-wann/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2009_12/stoppuhr.jpg.067c3b4d2d049d00d5faec030b3bff6a.jpg" /></p>
<p>
	Die Behandlung der Schuppenflechte erfordert Geduld. Wer ein neues Medikament anwendet, wird oft irgendwann unsicher: Müsste das Mittel nicht längst mal anschlagen? Wann sollte ich aufhören, wenn sich gar nichts tut? Wir haben einmal zusammengestellt, welches Medikament wann wirkt und wann Sie – gemeinsam mit dem Arzt – beurteilen sollten, ob ein Medikament „etwas bringt“ oder eben nicht. Bitte behalte aber im Hinterkopf: Alles sind Durchschnittswerte. Oft hat es sich bewährt, ein wenig durchzuhalten, wenn nichts dagegenspricht.
</p>

<h3>
	Salben und Cremes
</h3>

<table id="tabelle">
	<thead>
		<tr>
			<th>
				Medikament
			</th>
			<th>
				Erste Wirkung möglich nach
			</th>
			<th>
				Wirkung kann beurteilt werden nach
			</th>
		</tr>
	</thead>
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				Kortisonsalben der Klassen II bis IV
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				2 bis 4 Wochen
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Kombination Calcipotriol mit Kortison
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				4 Wochen
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Vitamin-D3-Produkte (Daivonex, Psorcutan, Curatoderm etc.)
			</td>
			<td>
				1 bis 2 Wochen
			</td>
			<td>
				4 bis 6 Wochen
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Tazaroten-Produkte
			</td>
			<td>
				1 bis 2 Wochen
			</td>
			<td>
				 keine Angabe
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Dithranol
			</td>
			<td>
				2 bis 3 Wochen
			</td>
			<td>
				 keine Angabe
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<h3>
	UV-Therapien
</h3>

<table id="tabelle">
	<thead>
		<tr>
			<th>
				Bestrahlungsart
			</th>
			<th>
				Erste Wirkung möglich nach
			</th>
			<th>
				Wirkung kann beurteilt werden nach
			</th>
		</tr>
	</thead>
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				UVB 311 nm (5 Anwendungen pro Woche)
			</td>
			<td>
				 keine Angabe
			</td>
			<td>
				6 bis 8 Wochen
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				PUVA (4 Anwendungen pro Woche)
			</td>
			<td>
				 keine Angabe
			</td>
			<td>
				6 bis 8 Wochen
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<h3>
	Innerliche Therapien
</h3>

<table id="tabelle">
	<thead>
		<tr>
			<th>
				Medikament
			</th>
			<th>
				Erste Wirkung möglich nach
			</th>
			<th>
				Wirkung kann beurteilt werden nach
			</th>
		</tr>
	</thead>
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				Infliximab<br>
				(Remicade)
			</td>
			<td>
				3,5 Wochen
			</td>
			<td>
				keine Angabe
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Ciclosporin
			</td>
			<td>
				mit Dosierung unter 5 mg/kg: 6 Wochen
			</td>
			<td>
				keine Angabe
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Etanercept<br>
				(Enbrel)
			</td>
			<td>
				<ul>
					<li>
						mit Dosierung 2x50 mg/Woche: 6,6 Wochen
					</li>
					<li>
						bei Dosierung 1x50 mg/Woche oder 2x25 mg/Woche: 9,5 Wochen
					</li>
				</ul>
			</td>
			<td>
				keine Angabe
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Methotrexat
			</td>
			<td>
				<ul>
					<li>
						mit Dosierung unter 15 mg: 9,9 Wochen
					</li>
					<li>
						mit Dosierung ab 15 mg: 3,2 Wochen
					</li>
				</ul>
			</td>
			<td>
				keine Angabe
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Acitretin<br>
				(Neotigason)
			</td>
			<td>
				4 bis 8 Wochen (frühere Angabe; heute: unzureichende Datenlagen)
			</td>
			<td>
				12 bis 16 Wochen
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Adalimumab
			</td>
			<td>
				4,6 Wochen
			</td>
			<td>
				keine Angabe
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Apremilast<br>
				(Otezla)
			</td>
			<td>
				10,9 Wochen
			</td>
			<td>
				keine Angabe
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Fumarsäureester<br>
				(Fumaderm)
			</td>
			<td>
				6 Wochen
			</td>
			<td>
				keine Angabe
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Secukinumab<br>
				(Cosentyx)
			</td>
			<td>
				mit Dosierung 300 mg: nach 3,5 Wochen
			</td>
			<td>
				keine Angabe
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Ustekinumab<br>
				(Stelara usw.)
			</td>
			<td>
				<ul>
					<li>
						mit Dosierung 45 mg: 5,1 Wochen
					</li>
					<li>
						mit Dosierung 90 mg: 4,6 Wochen
					</li>
				</ul>
			</td>
			<td>
				keine Angabe
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<p>
	Die Zahlen für die Angabe "erste Besserung möglich nach" sind in der aktuellen Leitline als "<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 75 bei 25% der Patienten" genannt. Das bedeutet: Bei jedem vierten Patienten hatte sich nach der angebeben Zeit die Psoriasis um 75 Prozent gebessert. Klingt kompliziert, aber auf einen einheitlichen Wert musste man sich ja einigen.
</p>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		für Angaben „Erste Wirkung möglich nach“: “Moderne Behandlungsstrategien der Psoriasis”, Professor Klaus Müller, Pharmazeutische Zeitung 09/2007
	</li>
	<li>
		für Angaben „Wirkung kann beurteilt werden nach“: Professor Kristian Reich und Professor Ulrich Mrowietz, Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, 2007
	</li>
	<li>
		<a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-001" rel="external nofollow">Leitilinie</a> der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">1030</guid><pubDate>Wed, 09 Dec 2009 13:50:00 +0000</pubDate></item><item><title>Beipackzettel sollen wieder helfen - und nicht Angst machen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/beipackzettel/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2009_07/beipackzettel150.jpg.43ab23190bf9830eeb6e51e8cabda589.jpg" /></p>
<p></p><p><strong>Beipackzettel lösen bei Patienten Angst, Zweifel, Unsicherheit und Unzufriedenheit aus. Das haben Forscher der Uni Witten/Herdecke herausgefunden. Das führt dazu, dass Kranke ihre Tabletten nicht nehmen, lieber im Internet nach Alternativen suchen oder sich in Bücher vertiefen, die sie schlussendlich meist auch nicht gesünder machen. Das soll sich ändern.</strong></p><p></p><p>In einer Studie für das Forschungsministerium hat eine Forschergruppe der Universität Witten/Herdecke (UWH) die Wirkung von Beipackzetteln untersucht. Ergebnis: Bei den Patienten lösen sie Angst, Zweifel, Unsicherheit und Unzufriedenheit aus. </p><p></p><p>"Das sind keine Emotionen, die</p><p>einer Gesundung dienen", kommentiert Dr. Stefan Wilm, Allgemeinmediziner und Leiter des Instituts für Allgemein- und Familienmedizin an der UWH, das Ergebnis ironisch und fügt ernst hinzu: "Im Ergebnis nehmen einige Patienten die Tabletten dann schlicht nicht, andere versuchen sich im Internet, in Büchern oder sonstwo schlau zu machen."</p><p></p><p>Seine Kollegin, die Pharmakologin Professor Petra A. Thürmann vom Helios-Klinikum Wuppertal, ergänzt: "Es gibt gesetzliche Vorgaben für Beipackzettel und die Arzneimittelhersteller wollen sich gegen Klagen absichern. Das alles führt zu Texten, die kein Patient versteht. Damit verfehlen die Beipackzettel ihr ursprüngliches Ziel."</p><p></p><p>Beipackzettel zu verbessern, war die Vorgabe des Forschungsministerium für die Studie: Wie müsste denn ein Beipackzettel gestaltet sein, damit er dem Patienten auch tatsächlich von Nutzen ist? Mit dieser Aufgabe haben sich der Pflegewissenschaftler Dr. Oliver R. Herber und die Apothekerin Verena Mülders befasst. Sie haben sechs Patientengruppen mit jeweils fünf bis acht Mitgliedern befragt, die an Blutzucker, Bluthochdruck oder an erhöhtem Cholesterin litten.</p><p></p><p>In Interviews wurden unter anderem die Reaktionen erfasst und Wünsche analysiert. "Die meisten hielten den Zettel für zu umfangreich, wenig verständlich und hätten stattdessen lieber ausführlicher mit ihrem Arzt über das Medikament gesprochen", fasst Dr. Herber die spontanen Reaktionen zusammen. Der nächste Test wird dann an 1.000 Patienten vorgenommen. Danach sollen Musterbeispiele für Beipackzettel entwickeln, die dem Patienten helfen. </p><p></p><p style="text-align:right;"><em>idw/cl</em></p>]]></description><guid isPermaLink="false">395</guid><pubDate>Sun, 26 Jul 2009 14:43:24 +0000</pubDate></item><item><title>Di&#xE4;t-Kapseln vertragen sich nicht mit Ciclosporin</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/alli-und-ciclosporin/</link><description><![CDATA[
<p></p><p>Seit Mitte April 2009 gibt es eine "Diät-Kapsel" rezeptfrei in der Apotheke: Alli mit dem Wirkstoff Orlistat soll all jenen helfen, die einen BMI von mehr als 28 auf die Waage bringen. Zugelassen ist Alli für eine Behandlung, die mit einer leicht hypokalorischen, fettreduzierten Ernährung einhergeht.</p><p></p><p>Der Beipackzettel indes sollte aufmerksam gelesen werden, denn die Kapseln dürfen nicht angewendet werden, wenn man gleichzeitig Ciclosporin einnimmt oder spritzt. In einer Studie zu Wechselwirkungen als auch in mehreren anderen Fällen gleichzeitiger Anwendung wurde beobachtet, dass der Ciclosporin-Spiegel im Blut sank - sprich: die Wirkung von Ciclosporin könnte nachlassen. <em>cl</em></p><p></p><p>Quellen:</p><p></p><ul><li><a title="Informationen der Arzneimittelkommission" href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/inhalt-15-2002/pharm1-15-2002/" rel="external">Informationen der Arzneimittelkommission</a>, Pharmazeutische Zeitung 15/09</li><li><a title="Merkmale des Arzneimittels" href="https://www.ema.europa.eu/en/documents/overview/alli-epar-summary-public_de.pdf" rel="external">Merkmale des Arzneimittels Alli</a>, zusammengefasst von der EMEA (PDF)</li></ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">331</guid><pubDate>Sun, 19 Apr 2009 11:33:18 +0000</pubDate></item><item><title>Medikamente zur richtigen Tageszeit</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/chronopharmakologie/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2008_09/chronopharma200.jpg.8765042f86ac74ff229fec3438fbf041.jpg" /></p>
<p style="text-align:center;">
	<em>Von Dr. Nana Mosler</em>
</p>

<p>
	<strong>Können Cremes, Salben oder Gele zur Behandlung der Schuppenflechte besser wirken, wenn man sie zu einer bestimmten Tageszeit anwendet?</strong>
</p>

<p>
	Jeder kennt das: Nachts sind Schmerzen kaum auszuhalten, während es tagsüber besser geht. Es bedarf also nachts einer höheren Dosis eines Schmerzmittels als am Tag. Auch der Haut geht das nicht anders: Sie schläft nachts nicht. Ihre Entzündungsaktivität ist nachts am höchsten und morgens am niedrigsten. Dementsprechend leiden Psoriatiker oft nachts am stärksten unter Juckreiz.
</p>

<p>
	Innerliche kortisonhaltige Rheuma- und damit auch Medikamente gegen eine <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> sind morgens verträglicher. Es gibt dann weniger Magenprobleme: Ist zu viel Kortison vorhanden, kommt das körperliche Gleichgewicht im Magen-Darm-Bereich durcheinander: Der Magenschutz ist plötzlich teilweise aufgehoben und es entstehen im wahrsten Sinne des Wortes 'Löcher' in der Magenwand.
</p>

<p>
	Kortison ist morgens verträglicher, weil es eine zeitabhängige Wirkung hat. Die Kortisonproduktion des Organismus folgt von sich aus einem strengen Rhythmus: Morgens erzeugt die Nebennierenrinde viel, nachmittags wenig und nachts fast gar nichts dieses Hormons. Man beeinflusst den Rhythmus am wenigsten, wenn die Einnahme in den frühen Morgenstunden erfolgt - zwischen 6 und 8 Uhr.
</p>

<p>
	Wichtig ist, dass eine Therapie mit Kortison niemals ohne Rücksprache mit dem Arzt abgebrochen werden darf. Der Grund dafür ist, dass die körpereigene Produktion von Kortison durch die Tabletten nicht mehr so gut funktioniert, wie das normalerweise der Fall ist. Der Körper muss sich erst wieder daran gewöhnen, dass er auf seine eigene Kortisonproduktion angewiesen ist. Deshalb schleicht man sich auch mit Kortison-Tabletten aus.
</p>

<p>
	Wendet man nun kortisonhaltige Cremes, Gele oder Salben bis zu zwei Wochen lang an, nimmt man überhaupt keinen Einfluss auf die körpereigene Kortison-Produktion. Denn so wirkt das Kortison nur noch dort, wo man es braucht, und nicht im ganzen Körper. Nebenwirkungen fallen dementsprechend gering aus. Inzwischen gibt es sogar Salben oder Nasensprays mit Hydrokortison ohne Rezept in der Apotheke.
</p>

<p>
	Unserer Meinung nach spielt es für die kortisonhaltige Creme, Salbe oder das Gel keine Rolle, wann man sie anwendet. Aber dass es eine Chronobiologie – also eine innere Uhr auch der Haut – gibt, bestreiten wir nicht.
</p>

<ul>
	<li>
		Tagsüber verstärkt die Haut ihre Abwehrkräfte, um schädigende Umwelteinflüsse abzuwehren. Nachts wird also die Regeneration verstärkt.
	</li>
	<li>
		Der bekannteste exogene Zeitgeber für die innere Uhr ist die Sonne.
	</li>
	<li>
		Der Wasserverlust über die Haut, der Aminosäuregehalt, die Keratinozytenproliferation, die Hauttemperatur und die Haut-Durchblutung sind nachts höher.
	</li>
	<li>
		Gegen Mittag sind die Talgproduktion und der pH-Wert der Haut höher.
	</li>
	<li>
		Die Proliferation der dermalen Zellen verläuft ist tagsüber höher als nachts; die Proliferation der epidermalen Zellen von Hautbiopsien zeigt am späten Abend Spitzen und gegen Mittag Tiefen.
	</li>
	<li>
		Eine Wiederherstellung der Hautbarriere nach einer Schädigung am Abend verläuft langsamer als bei einer Schädigung zu anderen Zeitpunkten.
	</li>
	<li>
		Abhängig vom Menstruationszyklus ist bei Frauen die Hautbarrierefunktion zwischen dem 22. und 26. Tag des Zyklus schlechter, zwischen Tag 1 und 6 des Zyklus ist die Haut deutlich trockener und an den Zyklustagen 20 bis 28 empfindlicher gegenüber UVB-Strahlen.
	</li>
	<li>
		Die Fettverbrennung an der Hautoberfläche steigt im Frühjahr und ist am höchsten in den Sommermonaten, möglicherweise bedingt durch die Sonneneinstrahlung.
	</li>
	<li>
		Im Winter ist die Hautfeuchtigkeit geringer als im Sommer. Im Winter steigt der Haut-pH, die Menge an natürlichen Feuchtigkeitsfaktoren der Haut ist vermindert.
	</li>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span>: Hier zeigt sich eine erhöhte Zellteilung (Proliferation der epidermalen Zellen) zwischen 21 und drei Uhr nachts, die geringste gegen neun Uhr morgens.
	</li>
	<li>
		Studie: Probandinnen in Frankreich gaben an, dass die Wirkung einer Nachtcreme tatsächlich bessere Ergebnisse zeigte, wenn sie abends aufgetragen wurde. Das heißt, dass pharmazeutisch oder kosmetisch aktive Stoffe abends besser penetrieren und somit eine bessere Wirkung erzielen können.
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">56</guid><pubDate>Tue, 30 Sep 2008 07:42:00 +0000</pubDate></item><item><title>Zuzahlungsfreie Medikamente in einer Liste</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/zuzahlungsfrei/</link><description><![CDATA[
<p></p><p>Grundsätzlich müssen die Versicherten der gesetzlichen Krankenkasse für jedes verschriebene, rezeptpflichtige Medikament zwischen 5 und 10 Euro selbst zuzahlen. Für jedes? Nein, denn inzwischen sind rund 10 Prozent dieser Präparate von dieser Zuzahlung befreit. Das sind rund 9500 Medikamente, mit steigender Tendenz.</p><p></p><p>Gesetzlich ist festgelegt, dass die Zuzahlung entfallen darf, wenn der Preis eines Medikaments 30 Prozent oder mehr unter seinem Festpreis liegt. Der Festpreis ist der Betrag, bis zu dem eine gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten erstattet.</p><p></p><p>Auf der Internetseite des GKV-Spitzenverbands findet sich die aus den amtlichen Preisdaten aufbereitete, vollständige und neutrale <a href="https://www.gkv-spitzenverband.de/service/versicherten_service/befreiungsliste_arzneimittel/befreiungsliste_arzneimittel.jsp" rel="external nofollow"><strong>Befreiungsliste</strong></a>. Diese Liste gilt für alle gesetzlich Versicherten, unabhängig davon, in welcher Krankenkasse sie versichert sind.</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">78</guid><pubDate>Tue, 06 Feb 2007 08:16:29 +0000</pubDate></item><item><title>Entwicklung des Medikaments Onercept eingestellt</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/onercept-eingestellt/</link><description><![CDATA[<p>
	Die Pharmafirma Serono hat zwei Studien für neue Medikamente abgebrochen: Das eine – Onercept – sollte bei <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> eingesetzt werden. Das andere – Canvaxin – ist für die Behandlung von Hautkrebs entwickelt worden. Während die Onercept-Studie an Sicherheitsbedenken scheiterte, erwies sich Canvaxin nicht als so wirksam wie erhofft.
</p>

<p>
	Zwei Kontrollgremien hatten den Abbruch der Studien empfohlen. Grund ist – bleiben wir bei der Onercept-Studie – ein Todesfall bei einem Patienten.
</p>

<p>
	Die Studien waren in Phase III angekommen. Das ist das letzte Stadium vor der Zulassung eines Medikaments. Es galt als Behandlungsform für eine mittelschwere bis schwere Schuppenflechte. Zwei Patienten waren jedoch unter den Tests an einer Sepsis erkrankt. Einer davon starb schließlich. Sepsis ist eine der bekannten Nebenwirkungen bei Medikamenten, die den Anti-Tumor-Nekrose-Faktor beeinflussen.
</p>

<p>
	Serono-Vertreter hatten sich mit Kollegen des Beratungsgremiums DSMB getroffen. Dabei ging es um die Ergebnisse der Doppelblind-Studien zur Wirksamkeit von Onercept über 12 Wochen. Festgestellt wurde, dass die Erfolge in der Behandlung nicht so groß waren wie in den Studien in Phase II.
</p>

<p>
	In der Abwägung zwischen Gefahren und Nutzen kam für Onercept das Aus: Das Beratergremium empfahl, die klinische Entwicklung von Onercept für die Behandlung der Schuppenflechte einzustellen.
</p>

<p>
	Das DSMB besteht aus unabhängigen Experten, die nicht an den klinischen Versuchen teilnehmen. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, regelmäßig die Ergebnisse von Studien zu überwachen und zu empfehlen, ob eine Studie fortgesetzt, geändert oder eingestellt werden solle.
</p>

<p>
	Serono hatte mit <span ipsnoautolink="true">Raptiva</span> ein anderes Medikament gegen Psoriasis in petto. Doch auch das wurde vom Markt genommen.
</p>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		Mitteilung der Firma Serono
	</li>
	<li>
		Nachrichtenagentur Reuters, 6. April 2005
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">317</guid><pubDate>Thu, 07 Apr 2005 03:09:00 +0000</pubDate></item><item><title>Arava &#x2013; was ist das und was sollte man dar&#xFC;ber wissen?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/leflunomid-arava/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2004_06/tabletten-weiss-auf-blauem-hintergrund.jpg.9e71ea1594948b8dd99dc8e83218005d.jpg" /></p>

<p>
	<strong>Arava</strong> ist ein Medikament zur Behandlung der <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span>. Es gehört zu den antirheumatischen Basistherapeutika, den sogenannten <span ipsnoautolink="true">DMARDs</span>.
</p>

<p>
	Der wichtigste Wirkstoff in den Tabletten heißt Leflunomid. Hersteller ist der französisch-deutsche Pharmakonzern Aventis.
</p>

<p>
	Die Zulassung speziell für die Psoriasis arthritis wurde im Sommer 2004 von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA erteilt. In den USA ist es seit 1998 in den USA zur Behandlung von rheumatischer Gelenkentzündung zugelassen.
</p>

<p>
	In klinischen Studien hatte sich gezeigt, dass Arava entschiedene Vorteile bei der Behandlung schmerzhafter Gelenkentzündungen bei Psoriasis arthritis habe, teilte Aventis mit.
</p>

<p>
	<strong>Dosis</strong>: Arava wird einmal täglich als Tablette eingenommen – anfangs in höherer Dosis und in der Dauertherapie mit 20 mg.
</p>

<p>
	<strong>Wirkung</strong>: Eine Besserung sollte nach vier bis sechs Wochen zu bemerken sein. Die Wirksamkeit kann sich in den vier bis sechs Monaten danach nochmal steigern.
</p>

<p>
	<strong>Preis</strong>: Eine Packung mit 100 Tabletten a 20 mg kostet etwa 310 Euro (Stand März 2020)
</p>

<p>
	<strong>Hinweis</strong>: Damit die Leber nicht überlastet wird, sollte während einer Behandlung mit Arava kein Alkohol getrunken werden.
</p>

<p>
	Es ist auch nicht empfehlenswert, Arava gleichzeitig mit anderen DMARDs zu nehmen, die auf Leber oder Blut "giftig" wirken – zum Beispiel mit <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>.
</p>

<p>
	Wer – aus welchem Grund auch immer – einen Tuberkulin-Hauttest machen muss: Das Ergebnis kann falsch-negativ ausfallen. Das bedeutet, dass es heißt, der Test hätte nicht ausgeschlagen, obwohl eben doch Tuberkulin-Erreger da sind.
</p>

<h2>
	Arava und Schwangerschaft
</h2>

<p>
	Schwangerwerden und Leflunomid sind zwei Dinge, die sich absolut nicht vertragen. Das Neugeborene kann schwere Fehlbildungen davontragen. Deshalb gilt: Frauen dürften innerhalb von zwei Jahren (!) nach Absetzen von Arava nicht schwanger werden.
</p>

<p>
	Für Männer gilt: Bevor sie ein Kind zeugen, sollte Arava gründlich aus dem Körper sein. Und zwar sehr gründlich. Dazu gibt es ein Auswaschverfahren, über das Ärzte Bescheid wissen. Erst wenn danach bestätigt ist, dass der letzte Krümel des Wirkstoffs den Körper verlassen hat und drei Monate vergangen sind, kann es losgehen mit der Erfüllung des Kinderwunschs.
</p>

<h2>
	Negativ-Schlagzeilen wegen Todesfällen
</h2>

<p>
	In die Schlagzeilen war das Medikament im Jahr 2004 gekommen, als in Japan fünf Patienten nach Einnahme des Mittels gestorben waren. Bis dahin hatten nach Auskunft des Herstellers 3.412 Patienten in Japan das Mittel verwendet. 16 davon hätten eine Lungenentzündung bekommen und 5 seien gestorben. 
</p>

<p>
	"Auf den europäischen Beipackzetteln steht auch, dass es bei Lungenentzündung nicht genommen werden darf", betonte eine Sprecherin von Aventis Pharma Deutschland. 
</p>

<p>
	Nach Angaben des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) waren während der Zulassungsverfahren als Risiken mögliche Leberschädigungen und ein negativer Einfluss auf das Immunsystem erörtert worden. Es sei aber bisher festgestellt worden, dass das "Nutzen-Schaden-Verhältnis" positiv sei, sagte ein BfArM-Sprecher. Allerdings habe der Hersteller im Vorjahr seine Warnhinweise an Ärzte verschärft. Arava werde zwar für schwere rheumatische Erkrankungen verschrieben, sei aber keines der herkömmlichen Rheuma-Mittel. 
</p>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<ul>
	<li>
		In unserer Community können <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/77-arava/" rel="">Erfahrungen mit Arava</a> ausgetauscht werden.
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.patienteninfo-service.de/a-z-liste/a/arava-20-mg-filmtabletten/schrift/0.8/" rel="external nofollow">Beipackzettel</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Leflunomid" rel="external">Informationen über den Wirkstoff</a> bei Wikipedia
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.rheuma-online.de/medikamente/leflunomid-arava.html" rel="external nofollow">Informationen über das Medikament</a> bei rheuma-online
	</li>
</ul>

<p>
	<i>Quellen: </i>
</p>

<ul>
	<li>
		<em>Beipackzettel</em>
	</li>
	<li>
		<i>Reuters, 23.05.2004</i>
	</li>
	<li>
		<em>dpa, 28.01.2004</em>
	</li>
</ul>

]]></description><guid isPermaLink="false">347</guid><pubDate>Wed, 23 Jun 2004 02:59:00 +0000</pubDate></item><item><title>Wenn Rheuma-Mittel auf den Magen schlagen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/rheuma-mittel-magen/</link><description><![CDATA[
<p></p><p><b>Interview mit Professor Joachim Mössner von der Universität Leipzig</b></p><p></p><p><strong><i>Zu den Nebenwirkungen von Rheumamitteln zählen Magen- und Darm-Beschwerden. Muss man diese Probleme ernst nehmen?</i></strong></p><p></p><p>Unbedingt. Denn die gängigen Schmerzmittel können zu lebensgefährlichen Magen-Darm-Blutungen führen! Sie hemmen die Synthese der Prostaglandine. Das sind Gewebshormone, die die Magen- und Darmschleimhäute schützen. Dadurch kann es zu Magen- und Zwölf-Fingerdarm-Geschwüren kommen, die Ursache für die Blutungen sind.</p><p></p><p><strong><i>Was sollte man tun, wenn man in Verbindung mit Schmerzmitteln Bauchschmerzen bekommt?</i></strong></p><p></p><p>Unverzüglich einen Arzt aufsuchen! Aber: es kann auch ohne jegliche Vorwarnung zu schweren Blutungen kommen! Deshalb sollten Risikopatienten vor der Einnahme von Schmerzmitteln mit ihrem Arzt über das Problem reden und sich regelmäßig untersuchen lassen!</p><p></p><p><strong><i>Wer ist in diesem Zusammenhang ein Risikopatient?</i></strong></p><p></p><p>Das sind erst einmal alle Patienten, die in ihrem Leben bereits Magen-Darm-Beschwerden hatten, Patienten mit Blutverdünnungsmedikamenten und generell ältere Patienten.</p><p></p><p><strong><i>Oft haben aber die Patienten keine Alternative. Gerade Rheumaschmerzen können ja ganz erheblich sein ...</i></strong></p><p></p><p>Deshalb sollten sich die Patienten mit ihrem Arzt beraten. Es gibt z.B. Protonenpumpenblocker, die die Magensäure hemmen, und Schmerzmittel mit einem niedrigerem Risiko für die Entstehung von Magen-Darm-Geschwüren. Diese sind aber wesentlich teurer als die üblichen Medikamente.</p><p></p><p><strong><i>Was kann man tun, wenn es bereits zu einer Schädigung der Schleimhäute des Magens oder des Darms oder gar zu Blutungen gekommen ist?</i></strong></p><p></p><p>Sollten Schmerzmittel die Ursache sein, wird man hier ansetzen und versuchen, die bereits geschilderte Abhilfe zu schaffen. Generell helfen säurehemmende Medikamente. Wenn es sich um blutende Geschwüre handelt, können die Blutungen mit Hilfe eines endoskopischen Eingriffes gestoppt werden. Das gelingt aber nicht immer! Wenn der Patient zu spät kommt oder wenn Komplikationen nicht beherrscht werden können, nehmen diese Blutungen einen tödlichen Verlauf!</p><p></p><p>Deshalb möchte ich generell vor der unkritischen Einnahme von Schmerzmitteln warnen! Wer z.B. Aspirin über einen längeren Zeitraum ohne ärztliche Indikation und Kontrolle einnimmt, muss damit rechnen, dass es zu den geschilderten Problemen kommen kann.</p><p></p><p><b>Mehr zum Thema</b>: <a href="https://www.gastro-liga.de/index.php?id=49" rel="external nofollow">Gastro-Liga e.V.</a></p>
]]></description><guid isPermaLink="false">212</guid><pubDate>Sat, 10 Apr 2004 03:24:48 +0000</pubDate></item></channel></rss>
