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<rss version="2.0"><channel><title><![CDATA[Artikel: Wissen & Tipps]]></title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/nagelpsoriasis/?d=33</link><description><![CDATA[Artikel: Wissen & Tipps]]></description><language>de</language><item><title>Nagelpsoriasis &#x2013; Symptome, Diagnose, Behandlung und Tipps</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/nagelpsoriasis/nagelpsoriasis-behandlung/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_08/haende-fuesse-sitzen.jpg.32c263545ddc77a65cc6a949fedf3688.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Bei Nagelpsoriasis sind die Fuß- oder Fingernägel brüchig, bröselig, verformt, verfärbt – auf jeden Fall nicht so, dass man sie gern länger zeigt und schon gar nicht groß verwendet. Nur ist das im Alltag schwierig.</strong>
</p>

<p>
	Wichtig ist: Die Schuppenflechte der Nägel ist nicht ansteckend. Auf jeden Fall sollte ein Hautarzt die Diagnose stellen. Er kann mit einer Laboruntersuchung am besten herausfinden, ob es sich um einen Nagelpilz handelt oder eben die Schuppenflechte der Nägel.
</p>

<p>
	Mit einer Behandlung sollte lieber früher als später begonnen werden, denn Nägel brauchen sehr lange, um ordentlich nachzuwachsen.
</p>

<p>
	Bis die Erkrankung verschwunden ist, vergehen meist mehrere (um nicht zu sagen viele) Monate. Am Anfang wird man es sicherlich mit einem Nagellack versuchen – dazu weiter unten mehr.
</p>

<h2>
	Was ist Nagelpsoriasis?
</h2>

<p>
	Nagelpsoriasis ist eine spezielle Form der Schuppenflechte, die die Finger- und Zehennägel betrifft. Diese Erkrankung ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern kann auch erhebliche Schmerzen verursachen und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Nagelpsoriasis tritt häufig in Kombination mit anderen Formen der Psoriasis auf, insbesondere mit Psoriasis-Arthritis, einer entzündlichen Gelenkerkrankung.
</p>

<p>
	Fachleute bezeichen die Nagelpsoriasis als unguale Psoriasis.
</p>

<h2>
	Häufigkeit
</h2>

<p>
	Nagelpsoriasis ist weit verbreitet: Etwa 40 bis 50 Prozent der Menschen mit Psoriasis haben auch Nagelveränderungen. Bei Personen mit Psoriasis arthritis steigt dieser Anteil sogar auf bis zu 80 Prozent.
</p>

<p>
	Die Erkrankung kann sowohl isoliert auftreten als auch mehrere Nägel gleichzeitig betreffen. Es können sowohl die Fingernägel als auch die Fußnägel betroffen sein, wobei die Fingernägel häufiger in Mitleidenschaft gezogen werden.
</p>

<p>
	Eine Nagelpsoriasis ohne Hautbeteiligung ist möglich, aber eher selten.
</p>

<h2>
	Warum ist Nagelpsoriasis ein Problem?
</h2>

<p>
	Die Symptome der Nagelpsoriasis sind nicht nur unansehnlich, sondern oft auch schmerzhaft. Verfärbungen, Verdickungen und Ablösungen der Nägel können das Greifen und Laufen erschweren. Dies führt zu Einschränkungen im Alltag und kann die psychische Gesundheit beeinträchtigen. Viele Betroffene schämen sich für ihre Nägel und versuchen, diese zu verbergen, was zu sozialer Isolation führen kann.
</p>

<h2>
	Aufbau eines Nagels
</h2>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19658" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2019_06/nagel-aufbau-anatomie.jpg.1a9baba2a3227cd53e9e77ac15c8e648.jpg" rel="" style="float: left;"><img alt="Aufbau eines gesunden Nagels" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19658" style="height: auto; width: 300px;" width="300" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2019_06/nagel-aufbau-anatomie.jpg.1a9baba2a3227cd53e9e77ac15c8e648.jpg" loading="lazy" height="207"></a><br>
	Auf dem Nagelbett befindet sich das Hyponchium, das für die Verbindung zur Nagelplatte sorgt. Die ist 0,5 bis 0,7 Millimeter dick. Sie wird an drei Seiten vom Nagelfalz begrenzt. Der Nagel wächst von der Nagelmatrix aus. Der weiße Halbmond ist der vordere, sichtbare Teil der Matrix. Unter der Haut ist der hintere Teil, geschützt vom Nagelhäutchen.
</p>

<h2>
	Symptome der Nagelpsoriasis
</h2>

<ul>
	<li>
		<strong>Tüpfelnägel</strong>: Tüpfelnägel sind kleine, punktförmige Vertiefungen in der Nagelplatte. Diese Grübchen sind oft nicht größer als ein Millimeter und können in großer Zahl auf einem Nagel auftreten. Sie sind das häufigste Symptom der Nagelpsoriasis und leicht zu erkennen.
	</li>
	<li>
		<strong>Ölflecken</strong>: Ölflecken sind gelb-bräunliche Verfärbungen unter dem Nagel. Sie entstehen durch Entzündungen im Nagelbett, die zu einer Ansammlung von Hautschuppen führen. Diese Flecken sehen aus, als ob Öl unter dem Nagel verschüttet wurde.
	</li>
	<li>
		<strong>Krümelnägel</strong>: Bei Krümelnägeln zerfällt die Nagelplatte des betroffenen Fingers oder Zehs. Dies ist eine besonders schwere Form der Nagelpsoriasis, bei der die eigentliche Nagelstruktur vollständig zerstört wird. Die Nägel werden brüchig und krümelig, was zu erheblichen Schmerzen führen kann.
	</li>
	<li>
		<strong>Splitterhämorrhagien</strong>: Splitterhämorrhagien sind feine, längliche Blutungen im Nagelbett. Diese Blutungen schimmern als dünne, rote bis schwarze Linien durch die Nagelplatte und wachsen mit dem Nagel heraus. Sie entstehen durch kleine Verletzungen der Blutgefäße unter dem Nagel.
	</li>
	<li>
		<strong>Nagelfalzschwellung</strong>: Eine Nagelfalzschwellung tritt auf, wenn die Hautfalte an den Rändern der Nagelplatte anschwillt. Dies kann zu Schmerzen und weiteren Nagelveränderungen führen, auch wenn der Nagel selbst nicht direkt betroffen ist.
	</li>
	<li>
		<strong>Onycholyse</strong>: Onycholyse bezeichnet das teilweise oder vollständige Ablösen der Nagelplatte vom Nagelbett. Dies geschieht oft durch eine starke Schuppenbildung unter der Nagelplatte, die den Nagel anhebt. Die betroffenen Nägel können sich verfärben und sind besonders anfällig für Infektionen.
	</li>
	<li>
		<strong>Weitere Symptome</strong>: Neben den genannten Hauptsymptomen kann Nagelpsoriasis auch zu weißen Flecken (Leukonychie) oder roten Flecken im Nagelhalbmond (Lunula) führen. In schweren Fällen kann es sogar zur vollständigen Ablösung des Nagels kommen, was als Onychomadese bezeichnet wird.
	</li>
</ul>

<h2>
	Probleme im Alltag
</h2>

<p>
	Gelbliche, bröckelnde und verformte, abgehobene Nägel sehen für andere Menschen unästhetisch aus, ganz gleich, ob die Hände oder die Füße gemeint sind. Betroffene versuchen, vor allem ihre Fingernägel vor scheelen Blicken zu verbergen und meiden deshalb soziale Kontakte bis hin zur Partnersuche. Greifen (Fingernägel) und Laufen (Zehennägel) werden zur Qual. Ganz gewöhnliche Verrichtungen in Alltag, Beruf und Sport fallen schwer und verursachen Schmerzen. Patienten mit schweren Nagelschädigungen sind länger krankgeschrieben, leiden erheblich an ihrer Situation und neigen zu Angst-Erkrankungen oder Depressionen.
</p>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19840" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_05/nagelpsoriasis-zehen.jpg.ec7e4d0a4e06f4437b3c65021d3c33fa.jpg" rel="" style="float: left;"><img alt="Nagelpsoriasis" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19840" data-unique="528my2hu9" style="width: 200px; height: auto;" width="705" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_05/nagelpsoriasis-zehen.thumb.jpg.41800e6276f4504e06d50d75f62bbe62.jpg" loading="lazy" height="747.3"></a>Es war lange nicht bekannt, dass Nägel, Sehnenansatz am Knochen (Enthese) und Knochenhaut anatomisch miteinander verbunden sind. Darüber wurde erst geforscht, als auffiel, dass Nagelveränderungen bei Patienten mit Psoriasis Arthritis deutlich häufiger vorkommen als bei denen ohne. Der Nagel ist funktional gleichzeitig mit Haut und Knochen verbunden. Vereinfacht dargestellt, kommt erst die Sehnenentzündung, dann die Nagelpsoriasis und schließlich die Psoriasis arthritis. Die Gelenk-Schuppenflechte ist um so ausgeprägter, je schlimmer die Nägel betroffen sind. Aufgrund der Erfahrungen mit anderen Begleiterkrankungen geht man davon aus, dass sich eine Psoriasis Arthritis weniger heftig entwickelt, wenn die Nagelpsoriasis frühzeitig behandelt wird.
</p>

<p>
	Bisher war es selten möglich, eine Nagelpsoriasis völlig abzuheilen. Meist dauerte es monatelang, bis deutliche Verbesserungen sichtbar wurden. Mit Cremes, Salben, Tinkturen oder Lotionen dringt ein Wirkstoff nur schwer oder überhaupt nicht in den Nagel ein. Auch durch intensives Einmassieren wird der Nagel nicht durchlässiger. Mit einem harnstoffhaltigen Nagellack kann man den Nagel meist nur weicher machen, damit hinterher ein Wirkstoff besser eindringen kann. Die Wirkung wird deutlich verstärkt, wenn ein Mittel unter luftdicht verschlossener Folie (Okklusiv-Verband) z.B. über Nacht einziehen kann.
</p>

<h2>
	Diagnose der Nagelpsoriasis
</h2>

<p>
	Die Diagnose der Nagelpsoriasis ist oft eine Herausforderung, da ihre Symptome denen anderer Nagelerkrankungen ähneln können, insbesondere denen des Nagelpilzes. Eine genaue Diagnose ist jedoch entscheidend, um die richtige Behandlung einzuleiten und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
</p>

<h3>
	Erster Schritt: Der Besuch beim Hauatarzt
</h3>

<p>
	Wenn Sie Veränderungen an Ihren Nägeln bemerken, wie Tüpfelnägel, Ölflecken oder Krümelnägel, sollten Sie einen Dermatologen aufsuchen. Der Hautarzt kann oft schon durch eine visuelle Inspektion der Nägel eine Nagelpsoriasis erkennen, besonders wenn bereits eine Psoriasis an anderen Körperstellen bekannt ist.
</p>

<h3>
	Abgrenzung zu anderen Nagelerkrankungen
</h3>

<p>
	Eine der größten Herausforderungen bei der Diagnose der Nagelpsoriasis ist die Abgrenzung zu anderen Nagelerkrankungen wie Nagelpilz (Onychomykose) oder Ekzemnägeln. Beide können ähnliche Symptome wie Verfärbungen und Verdickungen der Nägel aufweisen. Um sicherzugehen, dass es sich um Nagelpsoriasis handelt, kann der Arzt eine Nagelprobe entnehmen und unter dem Mikroskop untersuchen. Bei einem Nagelpilz sind Pilzsporen und -fäden (Myzelien) sichtbar, während diese bei Nagelpsoriasis fehlen.
</p>

<p>
	Nagelveränderungen gibt es auch wegen Ekzemen, Mangelernährung, Pilzen, Allergien zum Beispiel gegen Nagellack oder gegen Medikamente. Sprich: Wer den Verdacht hat, er hätte eine Nagelpsoriasis, sollte den Doktor erst mal nach einem Pilztest fragen. Erst wenn der negativ ist, sollte man sich tiefergehend mit der Nagelbehandlung beschäftigen.
</p>

<p>
	Um die Verwirrung zu steigern: Nagelpilz und Nagelpsoriasis können auch gleichzeitig auftreten.
</p>

<h3>
	Weitere Untersuchungen
</h3>

<p>
	In einigen Fällen sind zusätzliche Untersuchungen notwendig, um die Diagnose zu bestätigen. Der Arzt kann Fragen zur Familiengeschichte stellen, da Psoriasis oft genetisch bedingt ist. Auch eine Untersuchung der gesamten Haut kann durchgeführt werden, um nach Psoriasis-Herden zu suchen, die dem Patienten möglicherweise noch nicht aufgefallen sind. Eine Gewebeentnahme (Biopsie) aus dem Nagelbett wird nur selten durchgeführt und ist meist nur dann notwendig, wenn die Diagnose unklar bleibt.
</p>

<p>
	Eine Nagelpsoriasis ist gut im <a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/66428/Rheumatoide-Arthritis-Die-Entzuendungsaktivitaet-wird-sofort-sichtbar" rel="external" target="_blank">Rheumascan</a> (Xiralite) zu erkennen. Manchmal ist eine <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/psoriasis/diagnose-der-psoriasis/" rel="">Biopsie</a> des Nagelbettes zur eindeutigen Klärung der Diagnose notwendig.
</p>

<h3>
	Scoring-Systeme zur Beurteilung der Schwere
</h3>

<p>
	Um den Schweregrad der Nagelpsoriasis zu beurteilen und die passende Therapie zu wählen, verwenden Dermatologen spezielle Scoring-Systeme wie den NAPSI (Nail Psoriasis Severity Index) oder den NAPPA-Score (Nail Assessment in Psoriasis and Psoriatic Arthritis). Diese Systeme erfassen die Ausprägung der Nagelveränderungen und die Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen. Eine hohe Punktzahl im NAPSI deutet auf schwere Nagelveränderungen hin, während der NAPPA-Score auch die psychischen und sozialen Belastungen berücksichtigt.
</p>

<h2>
	Nagelpsoriasis behandeln
</h2>

<p>
	In schweren Fällen mussten die Dermatologen schon immer innere Medikamente geben. Nicht jedes davon wirkt direkt auf die Nägel bzw. nicht auf alle Formen der Nagelpsoriasis. Am besten helfen starke Präparate, die aber auch schwere Neben- und Wechselwirkungen haben können.
</p>

<p>
	Heute ist es der Medizin möglich, selbst eine schwere Nagelpsoriasis erfolgreich zu behandeln. Es liegen Studien vor, die genau beschreiben, wie und bei welcher Form ein Medikament hilft. Der Arzt kann also gezielter therapieren. Es sind vor allem neue, hochwirksame Biologika, auf die eine Nagelpsoriasis reagiert. Die Angst vor schwerwiegenden Nebenwirkungen ist überwiegend unbegründet: In Deutschland liegen bei allen innerlich wirkenden Schuppenflechte-Medikamenten die schwerwiegenden Nebenwirkungen unter 1 Prozent. Nur bei den Infekten lagen die Biologika etwas höher als die übrigen Medikamente. Das ergab eine aktuelle Sicherheitsanalyse aus dem Patienten-Registers „<a href="https://www.psobest.de/" rel="external nofollow" target="_blank">PsoBest</a>“. Wer seine Blutwerte regelmäßig kontrollieren lässt, kann diese Medikamente beruhigt nehmen.
</p>

<h3>
	Äußerliche Behandlungen
</h3>

<p>
	Bei schwach ausgeprägten Veränderungen der Nägel kann eine äußerliche Behandlung sinnvoll sein. Studien dazu sind häufig mit nur wenigen Patienten und nicht nach streng wissenschaftlichen Maßstäben durchgeführt worden.
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Harnstoff</strong> (Urea) ist zu 15 Prozent im speziell für die Nagelpsoriasis entwickelten Nagellack Onypso enthalten. Nach sechs Monaten waren bei fast allen Patienten 43 Prozent der Nageldefekte zurückgegangen. Onypso gibt es nicht mehr. Außerdem gibt es die Salbe Onyster mit 40 Prozent Urea. Sie löst den Nagel ab. Dadurch kann dann das Nagelbett direkt behandelt werden.
	</li>
	<li>
		<strong>Schwefel-/Schachtelhalm</strong> ist im <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/sililevo-nagellack" rel="">Sililevo-Nagellack</a> enthalten, der erfolgreich an Patienten mit Psoriasis-Nägeln getestet wurde. Seine Grundlage ist Hydroxypropylchitosan, kurz HPCH. Die Wirkung kann durch Clobetasol 0,05 Prozent, einem stark wirksamen Kortison, verstärkt werden. Als Rezeptur bezahlt das die Krankenkasse, den Lack pur nicht.
	</li>
	<li>
		<strong>Kortison</strong> gilt auch bei mittelschwerer bis schwerer Nagelpsoriasis als äußerliches „Mittel erster Wahl“. Verwendet werden stark bis sehr stark wirksame Kortisone, oft in Kombination mit 3 Prozent Salicylsäure oder mit Calcipotriol (z.B. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/daivobet" rel="">Daivobet</a>). Dazu wird zum Beispiel täglich ein Tropfen einer Kortison-Tinktur auf die Nagelwurzel und/oder das Nagelbett aufgetragen. Die Behandlung kann bis zu acht Monate dauern. Der Nagelzustand verbessert sich deutlich, verschlechtert sich aber meist wieder, wenn die Therapie abgesetzt wird. Bei schweren Fällen wird Kortison in das Nagelbett eingespritzt – mit einer normalen Spritze oder Impfpistole bei lokaler Betäubung. Und ja, das ist so schmerzhaft wie es sich anhört.
	</li>
	<li>
		<strong>Calcipotriol</strong> (Vitamin D 3 Analogika) wird empfohlen als Kombination mit einem Kortison (siehe oben), entweder abwechselnd („Tandem-Therapie“) oder als Mixtur. Die Wirkung kann gesteigert werden, wenn erst Salbe aufgetragen und dann über Nacht ein abschließender Verband z.B. aus Folie aufgezogen wird
	</li>
	<li>
		<strong>Tacrolimus</strong> (Protopic) hat in einer Studie nach nur zwölf Wochen Nägel vollständig abgeheilt. Es darf nur „off-label“ verschrieben werden, weil es nicht für die Behandlung der Schuppenflechte zugelassen ist.
	</li>
</ul>

<h3>
	Alte oder nicht praktikable äußerliche Therapien
</h3>

<ul>
	<li>
		<strong>5-Fluorouracil</strong> (Efudix) ist ein Zellwachstums-Hemmer, der nicht mehr zur Behandlung der Nagelpsoriasis empfohlen wird.
	</li>
	<li>
		Dithranol (Cignolin) ist bei der Nagelpsoriasis unwirksam.
	</li>
	<li>
		<strong>UV-Bestrahlungen</strong> werden bei der Nagelpsoriasis immer seltener eingesetzt, weil sie sehr zeitaufwendig sind. Den UV-Punktstrahler („Blue Point“) muss man vier bis sechs Wochen lang, möglichst täglich, auf die Nagelplatte einwirken lassen. Man bestrahlt mit UVB + UVA. PUVA arbeitet nur mit UVA. Der Nagel wird vorher mit Psoralen lichtempfindlich gemacht. Nur für PUVA liegen mehrere Studien vor, in denen sich die Nägel um 50 Prozent verbesserten. In einer Studie wurden psoriatische Nägel erfolgreich mit dem Excimer-Laser behandelt.
	</li>
	<li>
		<strong><a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/interferenzstrom/interferenz-mannheim/" rel="">Interferenzstrom</a></strong> hat sich als Therapie für die Nagelpsoriasis nicht durchgesetzt, obgleich es erste erfolgversprechende Ergebnisse gab.
	</li>
	<li>
		Therapie mit <strong>Röntgenstrahlen</strong>
	</li>
	<li>
		"Verstümmelungsbehandlung" mit Entfernung der psoriatischen Nagelveränderungen und anschließender Weiterbehandlung. Es gab einen grausigen Bericht im Pso-Magazin von einem Patienten, der sich von beiden großen Zehen die <strong>Nägel entfernen</strong> ließ. Zweimal pfuschten die Ärzte, der dritte operierte schließlich richtig, entfernte auch alle Nagelzellen, kürzte einen Endknochen, zog Hornhaut von unten hoch und vernähte alles. Der Patient hat keine Schmerzen mehr, keine Gelenkschmerzen und keine Schuppen. Der Arzt gibt zu Bedenken: An den Fingern braucht man die Nägel zum Greifen. Sein Rat: abends, nach Duschen oder Baden, wenn die Haut unter den Nägeln ohnehin aufgeweicht ist, Schuppen mit einem selbst zurechtgefeilten Haken entfernen; mit Spritze mit abgesägter Kanüle Eucerin dazwischen auftragen.
	</li>
</ul>

<div class="ipsMessage ipsMessage_info">
	<strong>Tipp</strong>: Wir hatten ein <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/181-nagelpsoriasis/" rel="">Expertenforum zur Nagelpsoriasis</a> angeboten. Dort kann man nachlesen, was gefragt wurde. Die Antworten kamen von Dr. Katharina Meier von der Berliner Charité.
</div>

<h3>
	Innerliche Behandlung
</h3>

<p>
	Bei <em>starken</em> Nagelveränderungen ist häufig eine innerliche Therapie nötig – egal, wie stark die Haut von einer Schuppenflechte befallen ist. So werden auch deutliche Einschränkungen der Lebensqualität vermieden. Eine Psoriasis arthritis kann auf diese Weise ebenfalls "mitbehandelt" werden.
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Methotrexat (MTX)</strong> gilt als innerliches „Mittel der ersten Wahl“. Solide Studien zeigen, dass sich die Nägel nach 6 bis 12 Monaten um etwa 40 Prozent verbessern können.
	</li>
	<li>
		<strong>Kortison</strong>, in den Nagel gespritzt, galt lange als wirksamstes Mittel, v.a. bei Tüpfel und Nagelwurzel-Befall. In verschiedenen Studien wurde Triamcinolon-Acetonid injiziert, aber unterschiedlich häufig und lange. Nach 9 bis 12 Monaten besserten sich die Nägel. Die Injektion ist unangenehm, es muss örtlich betäubt werden und es besteht die Gefahr von Gewebsschwund bis hin zum Einriss der Sehne. Mit Kortison wird kaum noch behandelt, seitdem es wirksamere Medikamente gibt.
	</li>
	<li>
		<strong>Ciclosporin</strong> verbessert die Nagelpsoriasis erfahrungsgemäß, ohne dass es bisher Studienergebnisse gibt. Meistens wird es zusätzlich zu einer äußerlichen Behandlung verschrieben. Es können Wechsel- und schwere Nebenwirkungen auftreten. Deshalb wird es zurückhaltend verschrieben.
	</li>
	<li>
		<strong>Fumarsäureester</strong> (Fumaderm und Skilarence) ist bisher nur in einer sehr kleinen Studie darauf untersucht worden, wie es auf eine starke Nagelpsoriasis wirkt. Nach 12 Monaten verbesserten sich die Nägel um 50 Prozent. Eine weitere Verbesserung war nur noch schwer zu erreichen. Viele Ärzte setzen es zusätzlich zu einer äußerlichen Therapie ein.
	</li>
	<li>
		<strong>Acitretin</strong> (Neotigason, Acicutan) ist wissenschaftlich kaum inbezug auf Nagelpsoriasis untersucht worden. In einer Studie ergab sich nach 6 Monaten bei 41 Prozent der Patienten eine mittlere Besserung. Bei 25 Prozent heilten sie vollständig oder nahezu vollständig ab. Wird gerne mit PUVA kombiniert. Es können schwere Nebenwirkungen auftreten. Deshalb wird es zurückhaltend verschrieben.
	</li>
	<li>
		<strong>Apremilast </strong>(Otezla) hat <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32715817/" rel="external" target="_blank">in</a> <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10378542/" rel="external nofollow">mehreren</a> <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29453771/" rel="external" target="_blank">Studien</a> bei Nagelpsoriasis gut geholfen.
	</li>
	<li>
		<strong>Biologika</strong> sind am besten darauf untersucht worden, wie erfolgreich sie auf die Nagelpsoriasis wirken. Sie werden grundsätzlich erst dann verschrieben, wenn andere Therapien nicht anschlagen. Infliximab (Remicade) spricht am schnellsten und wirkungsvollsten auf die Nagelpsoriasis an. Schon nach sechs Wochen sind deutliche Nagelverbesserungen sichtbar, nach 22 Wochen fast 90-prozentige. Innerhalb eines Jahres waren bei 50 Prozent der Patienten die Nägel vollständig oder nahezu vollständig abgeheilt. Bei Etanercept (Enbrel) waren das 30 Prozent. Die anderen Biologika sind ebenfalls etwas wirkungsvoller als konventionelle innerliche Medikamente. Neue Biologika werden oft in eigenen Studien speziell bei Nagelpsoriasis getestet.
	</li>
</ul>

<p class="ipsEmbeddedVideo" contenteditable="false">
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</p>

<h2>
	Tipps für Betroffene mit Nagelpsoriasis
</h2>

<ul>
	<li>
		<strong>Pflegen</strong>: Nägel kurz halten, vorsichtig schneiden und möglichst feilen; in schweren Fällen medizinische Fußpflege beim Podologen. Ausgiebig und täglich in lauwarmen Salzwasser (z.B. Stassfurter Badesalz, Totes Meer Salz) einweichen. Danach vor allem die Haut an der Nagelwurzel und den Seitenrändern ausreichend rückfetten – praktischerweise mit einer Lotion.
	</li>
	<li>
		<strong>Waschen</strong>: Unter den Nägeln mit einem Papiertaschentuch abtrocknen, um Feuchtigkeit aufzunehmen. Dann rückfetten (s.o).
	</li>
	<li>
		<strong>Schützen</strong>: Beim Umgang mit Nässe und aggressiven Materialien in Beruf und Haushalt (Abwasch, Putzen) Handschuhe tragen.
	</li>
	<li>
		<strong>Vermeiden</strong>: Nägel vor Reibung, Druck oder Quetschung bewahren, Nagelhäutchen nicht abreißen, keinen acetonhaltigen Nagellackentferner benutzen, Nägel nicht als Werkzeug einsetzen.
	</li>
	<li>
		<strong>Erleichtern</strong>: Unter Arbeitshandschuhen dünne baumwollene tragen. Schuhe, die nicht auf befallene Zehen-Nägel drücken. Leichtes, weites Schuhwerk, das nicht drückt, tragen.
	</li>
	<li>
		<strong>Verschönern</strong>: Verdickungen und von Querrillen von erfahrenen Kosmetikerinnen (<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/nagelpsoriasis/wie-der-podologe-helfen-kann/" rel="">Podologen</a>) abfeilen oder abfräsen lassen. Geglättete Oberfläche mit medizinischem Lack (z.B. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/nagelpsoriasis/ein-nagellack-bessert-psoriasis-an-den-naegeln/" rel="">Sililevo</a> stabilisieren. Entstellte oder zerfallende Nägel mit künstlichen Fingernägeln überdecken.
	</li>
</ul>

<h2>
	Nagelpflege bei Psoriasis
</h2>

<p>
	Eine sorgfältige Nagelpflege ist entscheidend, um die Symptome der Nagelpsoriasis zu lindern und die Nägel vor weiteren Schäden zu schützen. Hier sind einige praktische Tipps und Empfehlungen, die Ihnen helfen können, Ihre Nägel gesund zu halten und Beschwerden zu minimieren.
</p>

<p>
	<strong>Nägel kurz und sauber halten</strong>: Halten Sie Ihre Nägel stets kurz, um das Risiko von Verletzungen und Einrissen zu minimieren. Schneiden Sie die Nägel gerade ab und feilen Sie die Kanten glatt, um Hängenbleiben an Kleidung oder anderen Gegenständen zu verhindern. Kurze Nägel sind weniger anfällig für mechanische Reize und brechen seltener.
</p>

<p>
	<strong>Handschuhe tragen</strong>: Schützen Sie Ihre Nägel vor mechanischen Reizen und chemischen Substanzen, indem Sie bei der Haus- und Gartenarbeit Handschuhe tragen. Dies hilft, die Nägel vor weiteren Schäden und Irritationen zu bewahren. Achten Sie darauf, dass die Handschuhe gut passen und nicht zu eng sind, um zusätzlichen Druck auf die Nägel zu vermeiden.
</p>

<p>
	<strong>Pflegebäder und Eincremen</strong>: Regelmäßige Pflegebäder in warmem Öl- oder Salzwasser können die Nägel und die umgebende Haut beruhigen und pflegen. Nach dem Bad sollten Sie die Nägel und die Haut gründlich abtrocknen und eine feuchtigkeitsspendende Creme auftragen. Dies hilft, die Nägel geschmeidig zu halten und die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen.
</p>

<p>
	<strong>Vermeidung von Reizungen</strong>: Vermeiden Sie die Verwendung von semipermanenten Nagellacken und künstlichen Nägeln, da diese die Nägel weiter schwächen und die Symptome der Nagelpsoriasis verschlimmern können. Wenn Sie Nagellack verwenden möchten, wählen Sie Produkte, die speziell für empfindliche Nägel entwickelt wurden und keine aggressiven Chemikalien enthalten.
</p>

<p>
	<strong>Weite Schuhe tragen</strong>: Tragen Sie weite und bequeme Schuhe, um Druck auf die Zehennägel zu vermeiden. Enge Schuhe können die Nägel quetschen und Schmerzen verursachen, insbesondere bei bereits entzündeten und empfindlichen Nägeln. Achten Sie darauf, dass Ihre Schuhe ausreichend Platz für Ihre Zehen bieten und gut gepolstert sind.
</p>

<p>
	<strong>Regelmäßige Nagelpflege</strong>: Eine regelmäßige Nagelpflege ist entscheidend, um die Nägel gesund zu halten und Beschwerden zu lindern. Lassen Sie Ihre Nägel bei Bedarf von einem Podologen oder einer erfahrenen Kosmetikerin pflegen. Diese Fachleute können verdickte Nägel abfräsen und Ihnen weitere Tipps zur Pflege geben.
</p>

<p>
	<strong>Hausmittel und Heilpflanzen</strong>: Einige Betroffene schwören auf Hausmittel und Heilpflanzen, um die Symptome der Nagelpsoriasis zu lindern. Aloe Vera, Teebaumöl und Nachtkerzenöl können äußerlich aufgetragen werden, um die Haut zu beruhigen und Entzündungen zu mindern. Allerdings ist die Wirksamkeit dieser Mittel medizinisch nicht immer gesichert, daher sollten sie ergänzend zur ärztlichen Behandlung verwendet werden.
</p>

<hr style="width:150px; margin:2em auto 1.9em; border:none; border-bottom:1px solid #000;">
<h2>
	Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
</h2>

<p>
	 <span style="color:#c0392b;">➔ </span><strong>Wer helfen kann</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/nagelpsoriasis/wie-der-podologe-helfen-kann/" rel="">Der Podologe – unterschätzte Hilfe bei Nagel-Psoriasis</a>
</p>

<p>
	<span style="color:#c0392b;">➔ </span><strong>Studie</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/nagelpsoriasis/ein-nagellack-bessert-psoriasis-an-den-naegeln/" rel="">Ein Nagellack bessert Psoriasis an den Nägeln</a>
</p>

<p>
	<span style="color:#c0392b;">➔ </span><strong>Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/18-schuppenflechte-an-den-naegeln/" rel="">Erfahrungen und Tipps von Betroffenen mit Nagelpsoriasis</a>
</p>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<p>
	<strong>Psoriasis der Nägel – im Fachlexikon erklärt</strong><br>
	(<a href="https://www.altmeyers.org/de/dermatologie/psoriasis-der-nagel-14686" rel="external nofollow">Altmeyers Enzyklopädie</a>, 10.06.2023)<br>
	Professor Peter Altmeyer und Professorin Martina Bacharach-Buhles erklären in ihrer Enzyklopädie die Nagelpsoriasis – eigentlich für ihre Fachkollegen, aber fortgeschrittene Psoriatiker verstehen das auch.
</p>

<p>
	<strong>Welche Krankheiten Fingernägel verändern</strong><br>
	(<a href="https://www.apotheken-umschau.de/mein-koerper/welche-krankheiten-die-fingernaegel-veraendern-709095.html" rel="external">Apotheken-Umschau</a>, 02.11.2022)<br>
	Veränderungen an den Fingernägeln können alles bedeuten – manchmal auch eine Psoriasis. Die Apotheken Umschau erklärt die Möglichkeiten in Wort und Bild.
</p>

<p>
	<strong>Unter künstlichen Nägeln können Probleme heranwachsen</strong><br>
	(<a href="https://www.20min.ch/story/unter-den-kuenstlichen-naegeln-lauern-die-erreger-184806175862" rel="external nofollow" target="_blank">20 Minuten Online</a>, 20.03.2013)<br>
	Künstliche Fingernägel sind nicht ungefährlich. Dermatologen beobachten immer mehr Komplikationen - beispielsweise Infektionen unter dem Nagel oder Kontaktallergien.
</p>

<h2>
	Bilder
</h2>

<p>
	Hier siehst du, wie eine Schuppenflechte am Nagel oder an mehreren Nägeln aussehen kann. Es sind keine schönen Bilder, deshalb zeigen wir sie so klein – du kannst sie aber großklicken.
</p>
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<p>
	 
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">567</guid><pubDate>Sun, 12 Jan 2014 14:58:00 +0000</pubDate></item><item><title>Ein Nagellack bessert Psoriasis an den N&#xE4;geln</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/nagelpsoriasis/ein-nagellack-bessert-psoriasis-an-den-naegeln/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_08/nagellack-sililevo-studie.jpg.5261f6da0b30109f83424265e6209fac.jpg" /></p>
<p><strong>Ein Nagellack kann bei Nagel-Psoriasis helfen: In einem klinischen Test trugen die Probanden den Lack einmal täglich auf. Die Nägel wurden stärker, waren nicht mehr so brüchig und nicht mehr so rau.</strong></p><p>In der Hautklinik der „La Sapienza“-Universität in Rom wurde <strong>ein Nagellack darauf getestet, wie er sich bei Patienten mit Nagel-Psoriasis bewährt</strong>. 30 Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Schuppenflechte an der Matrix der Nägel oder im Nagelbett nahmen teil. Dabei musste ein Nagelpilz ausgeschlossen sein.</p><p>Die Probanden <strong>trugen den Nagellack einmal am Tag auf die Nägel der linken Hand auf</strong>. Die Nägel der rechten Hand dienten als Vergleich. So ging das 24 Wochen lang – also fast ein halbes Jahr. Das ist lang.</p><p>Das <strong>Ausmaß und die Schwere der Nagelpsoriasis wurden nach dem NAPSI bewertet</strong> – einer Skala speziell für Schuppenflechte an den Nägeln. Am Ende der Behandlung bewerteten die Patienten den Effekt der Behandlung und ihren Willen, die Behandlung fortzusetzen. Auch Nebenwirkungen wurden protokolliert.</p><h2>Ergebnisse der Nagellack-Studie</h2><p>Die <strong>Ergebnisse</strong>:</p><ul><li><p>Die „Bröckeligkeit“ ging um 72 Prozent zurück.</p></li><li><p>Die weiße Verfärbung der Nägel (Leukonychie) ging um 66 Prozent zurück.</p></li><li><p>Die Nagelablösung (Onycholysis) ging um 63 Prozent zurück.</p></li><li><p>Der NAPSI wurde um 65 Prozent verbessert.</p></li></ul><p>Die <strong>unbehandelten Nägel besserten sich nicht</strong>.</p><p><strong>Drei Viertel der Patienten waren mit der Behandlung zufrieden</strong>. Allesamt akzeptierten sie die Therapie – sowohl in punkto leichter Anwendung als auch "organoleptisch" – also eher "sinnliche" Erfahrungen wie Aussehen oder Geruch. Drei Viertel der Patienten entschieden sich jedenfalls für eine weitere Behandlung.</p><p>Nebenwirkungen wurden nicht berichtet.</p><p>Fazit der Forscher: Nach Meinung der Mediziner in Rom ist der Nagellack <strong>effektiv im Beseitigen der Anzeichen und Symptome</strong> der Nagelveränderungen bei Psoriasin-Patienten.</p><p>Die <strong>wichtigsten Bestandteile</strong> des Nagellacks sind</p><ul><li><p>ein Extrakt vom Ackerschachtelhalm (Equisetum Arvense)</p></li><li><p>Methylsulfonylmethan</p></li><li><p>Hydroxypropylchitosan</p></li></ul><p><strong>Hierzulande ist diese Kombination im </strong><a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/sililevo-nagellack"><strong>Sililevo-Nagellack</strong></a><strong> enthalten.</strong> Den bekommt man in Apotheken für etwa 18 Euro (kleine Flasche) oder 30 Euro (große Flasche). Unseres Wissens kann der Hautarzt ihn nicht auf Rezept verordnen.</p><p>Die Studie wurde im Jahr 2009 veröffentlicht. <strong>Fünf Jahre später </strong><a rel="external" href="https://europepmc.org/article/MED/24904219"><strong>bestätigte eine weitere Studie die Ergebnisse</strong></a><strong> der ersten</strong>. Darin wurde Sililevo ausdrücklich genannt. Außerhalb von Deutschland gibt es Nagellacke auf der gleichen Basis, die dann Ecocel, Betalfatrus, Psoriatec, Kitolac oder Veralac heißen.</p><h2>Behandlung der Nagelpsoriasis braucht Geduld</h2><p>Wichtig zu wissen: Eine <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/nagelpsoriasis/nagelpsoriasis-behandlung/">Behandlung der Schuppenflechte an den Nägeln</a> erfordert sehr, sehr viel Geduld. Nicht umsonst dauert der Test in Rom 24 Wochen. Wer diesen Nagellack ausprobieren möchte, sollte also nicht auf schnelle Ergebnisse hoffen, sondern <strong>den Lack brav Tag für Tag auftragen</strong>.</p><p><strong>Tipp</strong>: Zur besseren Erinnerung kann man seine <strong>Nägel einmal zu Beginn der Behandlung fotografieren</strong> und nach drei Monaten vergleichen.</p><p>Ein <strong>Nagellackentferner ist übrigens laut Vertreiber nicht nötig</strong> – der Lack ist wasserlöslich.</p><p><em>Quelle: "</em><a rel="external" href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19470045/"><em>Improvement of psoriatic onychodystrophy by a water-soluble nail lacquer</em></a><em>" in: Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, April 2009</em></p><hr><h2>Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</h2><p>➔ <strong>Fakten</strong>: <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/nagelpsoriasis/nagelpsoriasis-behandlung/">Nagelpsoriasis – Symptome, Diagnose, Behandlung und Tipps</a></p><p>➔ <strong>Wer helfen kann</strong>: <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/nagelpsoriasis/wie-der-podologe-helfen-kann/">Der Podologe – unterschätzte Hilfe bei Nagel-Psoriasis</a></p><p>➔ <strong>Forum</strong>: <a rel="" href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/18-schuppenflechte-an-den-naegeln/">Erfahrungen und Tipps von Betroffenen mit Nagelpsoriasis</a></p>]]></description><guid isPermaLink="false">389</guid><pubDate>Fri, 19 Jun 2009 12:54:00 +0000</pubDate></item><item><title>Der Podologe - untersch&#xE4;tzte Hilfe bei Nagel-Psoriasis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/nagelpsoriasis/wie-der-podologe-helfen-kann/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_08/podologe.jpg.c531cbca1c7300bd07fc3136899db405.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Die Psoriasis kann an den Nägeln nur dann effektiv behandelt werden, wenn der Nagel richtig bearbeitet wird. Das machen Podologen. Eine Podologin gibt hier ihre Tipps.</strong>
</p>

<p>
	Wer eine Schuppenflechte unter den Fußnägeln hat, leidet oft erheblich darunter – ob nun wegen des unschönen Aussehens, drückendem Schuhwerk oder anderer Schmerzen. Vor allem aber kann die Psoriasis dort nur dann effektiv behandelt werden, wenn der Nagel richtig bearbeitet wird. Dafür gibt es den Medizinfachberuf des Podologen. Der ist aber nicht dazu ausgebildet, auch die Fingernägel zu bearbeiten.
</p>

<p>
	Zu einem Podologen – früher "medizinischer Fußpfleger" – kommen auch Diabetiker, Menschen mit Gefäß- oder Nervenerkrankungen, Rheumatiker und Leute, die blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen. "Zehn Prozent meiner Patienten sind Psoriatiker" schätzt <span ipsnoautolink="true">Podologin Amrei Hohenwald</span> aus Hohen Neuendorf bei Berlin.
</p>

<p>
	Sie weiß aus ihrer Berufserfahrung: "Wenn sich ein Psoriatiker den Nagel selbst schneidet, kann er viel falsch machen: Weil der Nagel hart und brüchig ist, splittert er schnell. Wenn die Seiten nicht penibel entfernt werden, kann der Nagel einwachsen (Rollnagel). Außerdem muss die tote Haut darunter entfernt und der Bereich mit Tamponaden versiegelt werden."
</p>

<p>
	Bei schwerer <span ipsnoautolink="true">Nagelpsoriasis</span> muss der Gang zum Podologen alle drei bis vier Wochen wiederholt werden. Dort wird, was überflüssig ist, beispielsweise mit einem Fräser abgetragen. Dabei hilft Nassfräsen oft besser als Trockenfräsen. Andere Werkzeuge des Podologen sind das Skalpell und der Hornhauthobel. Amrei Hohenwald hat festgestellt, dass die Psoriasis Fersen-Verhärtungen provoziert.
</p>

<div class="ipsEmbeddedVideo" contenteditable="false">
	<div>
		<iframe allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen="" frameborder="0" height="113" id="ips_uid_7257_7" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/EDp92zWNA-Y?feature=oembed" title="Haut trifft Nägel: Psoriasis und ihre Auswirkungen im Detail mit podologinandrea" width="200" loading="lazy"></iframe>
	</div>
</div>

<h2>
	Tipps bei Rissen in der Haut
</h2>

<ul>
	<li>
		Der Podologe kümmert sich auch um <strong>Rhagaden</strong>, das sind schmerzhafte Risse am Fuß. Denen kommt man mit einem <strong>Hydrokolloid-Pflaster</strong> bei. Das drängt die harte Haut zurück und macht sie elastischer. Ein Tipp von Amrei Hohenwald: "Einmal im Jahr gibt es bei Aldi ein sogenanntes Sport-Care-Pflaster, das den gleichen Zweck erfüllt." Es sollte mindestens vier Tage lang auf der Haut bleiben.
	</li>
	<li>
		Ein anderer Tipp bei Rissen ist <strong>ein dicker "Propfen" Schrundensalbe</strong>, über den Haushaltsfolie gewickelt wird. Der Fuß wird mit einer Wollsocke verpackt. Das Ganze wird zwei bis drei Stunden angewendet - länger halten es ohnehin die Wenigsten aus. Auch basische Fußbäder - fünf bis 15 Minuten lang - können helfen. Wichtig: Danach muss Feuchtigkeitscreme aufgetragen werden - und keine Fettcreme! Melkfett gilt in der modernen Fußpflege als „tabu“, weil es die Haut eher abdichtet als gezielt pflegt und damit mehrere Probleme fördern kann. Salicylsalbe sollte nur unter dem Fuß angewendet werden: Wegen möglicher Reizungen wird eine begrenzte, gezielte Anwendung empfohlen.
	</li>
	<li>
		Es dauert ein bis eineinhalb Jahre, bis ein veränderter Fußnagel mit Hilfe der <strong>Spangentechnik </strong>wieder normal wächst. Mit einer <strong>Nagelplastik </strong>kann der Podologe Nägel verlängern, mit einer <strong>Nagel-Prothetik</strong> einen künstlichen Nagel herstellen.
	</li>
	<li>
		Wer darum bittet, kann sich von seinem Podologen eventuell auch die <strong>Fingernägel </strong>bearbeiten lassen. Aber es gibt nur wenige, die sich auch darauf spezialisiert haben.
	</li>
	<li>
		Ein <strong>Mittel zum Aufbau von Fuß- und Fingernägeln</strong> ist der <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/sililevo-nagellack" rel="">Sililevo-Nagellack</a> kostet etwa 17 Euro (Stand August 2024).
	</li>
	<li>
		Schnelle Erfolge darf man bei der Therapie der Schuppenflechte an den Nägeln nicht erwarten. <strong>Sie erfordert sehr viel Geduld</strong>.
	</li>
</ul>

<h2>
	Podologen suchen
</h2>

<p>
	Einen Podologen in seiner Nähe kann jeder <strong>auf der Internetseite des Berufsverbandes </strong>finden: <a href="https://www.podo-deutschland.de/podologen-finden" rel="external nofollow">www.Podologenliste.de</a>. Auch Krankenkassen haben diese Liste. Eine Behandlung von 30 bis 45 Minuten kostet etwa zwischen 25 und 32 Euro - wenn die Krankenkasse sie nicht aus einem anderen Grund  übernimmt.
</p>

<div>
	<h2>
		Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#c0392b;">➔ </span><strong>Fakten</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/nagelpsoriasis/nagelpsoriasis-behandlung/" rel="">Nagelpsoriasis – Symptome, Diagnose, Behandlung und Tipps</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#c0392b;">➔ </span><strong>Studie</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/nagelpsoriasis/ein-nagellack-bessert-psoriasis-an-den-naegeln/" rel="">Ein Nagellack bessert Psoriasis an den Nägeln</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#c0392b;">➔ </span><strong>Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/18-schuppenflechte-an-den-naegeln/" rel="">Erfahrungen und Tipps von Betroffenen mit Nagelpsoriasis</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">134</guid><pubDate>Sun, 22 Mar 2009 02:13:00 +0000</pubDate></item><item><title>Psoriasis: Die Behandlung von Problemzonen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/nagelpsoriasis/nagel-problemzonen/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2003_12/schuppenflechte-kopf-naegel-ohr-inversa.jpg.1db6fcfd1c5fec3f8d7b520f531d4106.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Die Therapie der Psoriasis hat in den letzten Jahren entscheidende Fortschritte gemacht. Heute ist in den meisten Fällen eine nebenwirkungsarme Therapie möglich, die gute Erfolge zeigt. Allerdings gibt es Problemzonen, vor denen oft auch erfahrene Dermatologen kapitulieren müssen.</strong>
</p>

<p>
	So ist zum Beispiel die Kopfhautpsoriasis, an der etwa zwei Drittel aller Psoriatiker leiden, nur sehr schwer zu behandeln. Fast zum Verzweifeln langwierig kann die Behandlung einer <span ipsnoautolink="true">Nagelpsoriasis</span> sein. Und ebenfalls sehr heikel ist die Behandlung einer Psoriasis auf Hautfalten, also zum Beispiel in der Achselhöhle, im Genitalbereich, in der Analfalte, den Handinnenflächen und Fussssohlen, der Innenseite der Ellbogen oder Kniekehlen, unter den Brüsten oder im Gehörgang. An all diesen Stellen ist die Behandlung zwar sehr schwierig, aber möglich. Wichtig ist eine konsequente und langfristige Therapie.
</p>

<h2>
	Schuppenflechte auf dem Kopf
</h2>

<p>
	Die Kopfhaut gehört zu den am häufigsten befallenen Stellen der <span ipsnoautolink="true">Psoriasis vulgaris</span>. "Gemäss Angaben aus der Literatur ist bei 60% aller Psoriasispatienten auch die behaarte Kopfhaut betroffen," sagt PD Dr. Frank O. Nestle von der Dermatologischen Klinik des Zürcher Universitätsspitals. "Nach meiner Erfahrung liegt diese Zahl sogar noch höher. Eine <span ipsnoautolink="true">Kopfhautpsoriasis</span> ist ein typisches Problem, das man täglich in der Praxis sieht. Leider geht es oft vergessen, obwohl es die Patienten wirklich stört."
</p>

<p>
	Bei vielen Psoriatikern sind die Schuppen unter dem Haar kaum sichtbar. Lästig sind sie trotzdem, weil sie immer wieder auf die Schultern fallen. Dunkle Hemden oder Blusen sind dann tabu. Wenn die Herde ausgedehnt sind, kann der behaarte Kopf mit dichten Krusten bedeckt sein, die bisweilen an einen Panzer erinnern. Typisch sind auch Schuppenflechteherde an Stirn- und Nackenhaargrenzen und an den Schläfenpartien.
</p>

<p>
	Die Kopfhautpsoriasis ist aber nicht nur ein grosses ästhetisches Problem. "Ist der behaarte Kopf mit dicken Schuppen bedeckt, kann es zu Haarausfall kommen, weil die Schuppen das Haarwachstum behindern", sagt Dr. Peter Schmid vom Haut + Licht Ärzte- und Therapiezentrum (dem früheren Mavena Derma Center) in Zürich. "In der Regel wachsen die Haare aber wieder nach."
</p>

<h3>
	Kopfhaut nicht reizen
</h3>

<p>
	Es lohnt sich deshalb, eine Kopfhautpsoriasis frühzeitig zu behandeln oder sie wenn möglich zu verhindern. "An erster Stelle steht die Vermeidung von Provokationsfaktoren. Patienten sollten den Kamm vorsichtig verwenden. Besser ist eine weiche Bürste, und auch der Fön sollte auf keinen Fall zu heiss eingestellt sein", empfiehlt PD Dr. Frank O. Nestle.
</p>

<p>
	Psoriasis ist eine reizbare Hautkrankheit und lässt sich provozieren. Wenn man versucht, die Schuppung herauszukämmen oder herauszukratzen, kann man die Krankheit erst recht verschlimmern. Weil eine Psoriasis auf der Kopfhaut stark jucken kann, ist bisweilen sogar ein Antihistaminikum gegen den Juckreiz angezeigt.
</p>

<p>
	Allerdings müssen Schuppen auf dem Haarboden nicht unbedingt eine Psoriasis bedeuten, manchmal kann auch ein Pilz das Problem sein. Deshalb sollte man diese Diagnose zuerst ausschliessen.
</p>

<h3>
	Zuerst entschuppen
</h3>

<p>
	Wenn man sicher ist, dass es sich um eine Psoriasis handelt, muss die Kopfhaut zuerst entschuppt werden. "Die Schuppen können mit Salizylsäure oder Ölkappen aus den Haaren gelöst werden", sagt PD Dr. Frank O. Nestle. Dazu geeignet sind salizylsäurehaltige Präparate in Form von Salizylöl oder Salizylcarbowachs, das besser abwaschbar ist. Bei einer starken Schuppung ist eine 5 - 10 prozentige Salizylzubereitung angezeigt. Gute Erfahrung werden auch mit der Lotio Decapans von Widmer gemacht. Ideal ist, diese Mittel über Nacht anzuwenden. Dabei wird ihre Wirkung verstärkt, wenn man sie unter einer Badekappe oder Baumwollmütze einwirken lässt. So kann man auch ein Verschmutzen des Kissens vermeiden.
</p>

<p>
	Am nächsten Morgen wird dann intensiv gebadet oder geduscht und die Schuppen so aus den Haaren gelöst. Wichtig ist dabei die Wahl des richtigen Shampoos. "Am besten helfen Präparate mit Teer, Ketaconazol, Schwefel oder Zinkpyrithion", sagt PD Dr. Frank O. Nestle.
</p>

<p>
	Manchmal nützt auch eine Therapie gegen Hefepilze, die ein Provokationsfaktor der Kopfhautpsoriasis sein können. "Viele Psoriasispatienten machen gute Erfahrungen mit einem antimykotischen Shampoo wie zum Beispiel Ketaconazol abwechselnd mit einem schuppenlösenden Shampoo", sagt Dr. Peter Schmid.
</p>

<h3>
	Kopfpackungen mit Öl und Salz
</h3>

<p>
	Erst nach dem Entschuppen erfolgt die eigentliche Therapie. Bei einer milden Kopfhautpsoriasis können allenfalls Ölpackungen mit Distelöl, Avocadoöl oder Olivenöl ausreichen. Ebenfalls mild und sehr bewährt sind Teerpräparate, die leider allerdings fast alle vom Markt genommen wurden. Eine milde Wirkung haben auch Lotionen mit Hamamelis, ein pflanzliches Präparat, das entzündungshemmend wirkt. Ebenfalls bewährt sind Kopfpackungen wie diejenige der Mavena, die Salz aus dem Toten Meer, Urea und mineralhaltigen Meerschlamm enthält. Dank dieser Kombination wirkt das Präparat schuppenlösend und feuchtigkeitspendend. "Diese Kopfpackung ist sehr beliebt bei den Patienten", bestätigt Dr. Peter Schmid.
</p>

<h3>
	Gut geeignet: Vitamin-D-Präparate
</h3>

<p>
	Gut geeignet zur Behandlung der Kopfhaut sind Vitamin-D-Derivate wie <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/vitamind3/calcipotriol-daivonex/" rel="">Daivonex, Curatoderm oder Silkis</a>. Dabei muss bedacht werden, dass Salizylsäure Vitamin-D-Präparate rasch inaktiviert. Deshalb ist eine Auswaschphase von einigen Tagen bis zu einer Woche sinnvoll nach dem Entschuppen der Kopfhaut mit salizylhaltigen Mitteln.
</p>

<p>
	Die Daivonex Scalp Solution (<em>inzwischen nur noch mit Kortison-Anteil als Xamiol erhältlich</em>) wurde speziell zur Behandlung einer Kopfhautpsoriasis entwickelt. Das Präparat muss zweimal täglich aufgetragen werden. Die alkoholhaltige Lösung kann zudem brennen. "Durch Alkohol kann das Jucken noch verstärkt werden", bestätigt PD Dr. Frank O. Nestle. "Wichtig ist deshalb die Wahl der richtigen Grundlage. Dabei scheint eine Lotion für die Behandlung der Kopfhaut am besten geeignet. Ebenfalls zweckmässig sind Cremen. Salben hingegen lassen sich nur schwer auswaschen."
</p>

<p>
	Ganz neu ist auch eine Curatoderm Emulsion zur Behandlung der Kopfhautpsoriasis erhältlich, die keinen Alkohol enthält. Hier reicht eine Anwendung pro Tag. PD Dr. Frank O. Nestle hat gute Erfahrungen mit dieser Lotion gemacht: "Wir haben an der Dermatologischen Klinik des Zürcher Universitätsspitals bereits vor Jahren Studien mit diesem Produkt durchgeführt. Dabei erwies sich diese Lotion als sehr effektiv. Ein grosser Vorteil ist die nicht austrocknende, alkoholfreie Grundlage. Diese Öl-in-Wasser Emulsion hat einen pH-Wert von 6,5 und brennt nicht auf der Kopfhaut."
</p>

<h3>
	In schweren Fällen: Kortisonpräparate
</h3>

<p>
	Bei einer hartnäckigen Kopfhautpsoriasis bleibt nur die Anwendung von kortisonhaltigen Präparaten am Haarboden. Auch hier stehen alkoholische und nichtalkoholische Lösungen und Cremen in verschiedenen Wirkklassen zur Verfügung. Sinnvoll ist eine Lösung mit einem Salizylzusatz, der die Penetration des Kortisons verstärkt.
</p>

<p>
	Kortison kann auf der Kopfhaut über längere Zeit angewendet werden, weil hier kaum je eine Verdünnung der Haut auftritt, wie sie etwa im Gesicht beobachtet werden kann. Ganz harmlos sind allerdings kortisonhaltige Präparate auch auf der Kopfhaut nicht. Deshalb sollten solche Mittel nicht länger als drei bis vier Tage pro Woche eingesetzt werden. An den übrigen Tagen ist es sinnvoll, ein Vitamin-D-Präparat anzuwenden. "Die gute Wirkung der Vitamin-D-Derivate wird eher unterschätzt", meint PD Dr. Frank O. Nestle. "Vor allem in Kombination mit Kortison wirken sie sehr gut."
</p>

<h3>
	Die richtige Anwendung
</h3>

<p>
	Eminent wichtig ist es, wie ein Präparat angewendet wird. Am besten macht man mit dem Kamm einen Scheitel, nimmt ein bisschen Lotion oder Creme auf den Finger und reibt sie entlang dem Scheitel ein. Dann kommt etwa eineinhalb Zentimeter daneben der nächste Scheitel, wo wieder mit dem Finger eingerieben wird.
</p>

<p>
	Einfacher ist die Anwendung all dieser Mittel natürlich mit kurzen Haaren. Ein Grund, sich die Haare zu schneiden, muss jedoch eine Kopfhautpsoriasis nicht sein. Gerade Umschläge und Kopfpackungen kann man auch bei langen Haaren machen, und Lotionen lassen sich bei langen Haaren ebenfalls bestens anwenden.
</p>

<h3>
	Lichtkamm: Gute Erfolge
</h3>

<p>
	"Die meisten Patienten mit einer stärkeren Kopfhautpsoriasis verwenden bei uns den <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/behandlung/lichttherapie/" rel="">Lichtkamm</a>", sagt Dr. Peter Schmid. "Einige kauften sich sogar einen Lichtkamm für die Weiterbehandlung zu Hause; ich empfehle das, wenn sie eine hartnäckige Psoriasis haben."
</p>

<p>
	Auch PD Dr. Frank O. Nestle hat mit einem Lichtkamm gute Erfahrungen gemacht: "Der Lichtkamm kann eine Option sein. Man beginnt jeweils mit wenigen Sekunden und steigert um jeweils 20 - 30%. Heute sind sogar Lampen mit Schmalspektrum-UVB erhältlich."
</p>

<h3>
	Die Drei-Schlag-Therapie
</h3>

<p>
	Wenn selbst Kortison die Entzündung nicht lindert, kann die sogenannte Drei-Schlag-Therapie helfen. Dabei wird der Haarboden zuerst ausgewaschen. Auf den noch leicht feuchten Haarboden wird eine Kortisontinktur wie zum Beispiel Diprosalic Lösung aufgetragen. Darauf folgt die eine kortisonhaltige Creme. Diese Kombination wird okklusiv unter einer Badekappe über Nacht angewendet und am Morgen ausgewaschen. Diese Behandlung sollte innerhalb von maximal zwei Wochen zum Ziel führen.
</p>

<p style="text-align: center;">
	<span style="color:#c0392b;">➔ </span><em><strong>Mehr zum Thema</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/schuppenflechte-kopf/kopfhaut/" rel="">Schuppenflechte auf der Kopfhaut in 5 Schritten loswerden</a></em>
</p>

<h2>
	Nagelpsoriasis
</h2>

<p>
	Bei etwa 40 bis 50 Prozent aller Patienten mit Schuppenflechte sind auch die Finger- oder Zehennägel betroffen. "Dabei sind die Fingernägel häufiger befallen als die Fussnägel", sagt PD Dr. Frank O. Nestle. "Wenn jemand von einer Psoriasis-Arthritis betroffen ist, beträgt das Risiko 70 Prozent, dass auch eine <span ipsnoautolink="true">Nagelpsoriasis</span> auftritt. Deshalb sollten Hautärzte Patienten mit einer Schuppenflechte an den Nägeln immer auch nach Gelenkbeschwerden fragen." Gut zu wissen: Eine Nagelpsoriasis kann ganz selten auch isoliert ohne weiteren Befall des Körpers auftreten.
</p>

<p>
	Ein typische Veränderung am Finger ist der sogenannte Tüpfelnagel. Kleine Dellen von zum Teil weniger als einem Millimeter Durchmesser bedecken die Nagelplatte. Die Ursache liegt in einem Befall der Nagelbildungsstelle am hinteren Nagelfalz.
</p>

<p>
	Sehr häufig ist auch der sogenannte Ölfleck. Wenn kleine Psoriasisherde unter dem Nagel auftreten, die erst entzündlich sind, aber noch keine Schuppenbildung zeigen, zeigt sich das auf dem Nagel als lachsfarbener Fleck.
</p>

<p>
	Wenn sich ein unter dem Nagel liegender Herd vergrössert, kommt es zu einer langsamen Abhebung der Nagelplatte, der sogenannten Onycholyse. Bei starker Verhornung und Mitbeteiligung der Nagelbildungsstelle zerbröselt der Nagel oder fällt ganz ab. Die sogenannten Krümelnägel schmerzen zwar im allgemeinen nicht, aber wenn Nägel hochgradig verdickt sind, müssen sie abgetragen werden. Wer Nagelveränderungen feststellt, sollte deshalb nicht zuwarten.
</p>

<h3>
	Vermeidung von Provokationsfaktoren
</h3>

<p>
	Besonders wichtig ist auch bei einer Nagelpsoriasis das Meiden von Provokationsfaktoren. "Dazu sollte die Nägel kurz geschnitten werden", sagt PD Dr. Frank O. Nestle. Vor allem Personen, die manuell tätig sind, sollten die Nägel kurz halten. So werden sie weniger angeschlagen und es kommt seltener zu einem Abheben des Nagels, aber auch zu Öflecken oder einer Anhäufung von Hornmasse unter dem Nagel.
</p>

<p>
	Vor allem brüchige Nägel sollten erst nach einem lauwarmen Ölbad, Teerbad oder am besten sogar einem Teerölbad geschnitten werden. So wird die Nagelmasse weicher und es gibt weniger mechanische Kräfte, die den Nagel aufsplittern könnten. "Vor dem Schneiden sollte man die Nägel waschen und fetten, damit sie weniger splittern", meint PD Dr. Frank O. Nestle. "Meiden sollte man eine aggressive Maniküre oder Pediküre sowie Manipulationen am Nagelhäutchen. Sinnvoll ist hingegen eine rückfettende Pflegecreme."
</p>

<p>
	"Psoriasispatienten sollte ihre Nägel immer gut zurückschneiden oder zurückfeilen", meint auch Dr. Peter Schmid. "Gut geeignet dafür sind batteriebetriebene kleine Nagelfräsen."
</p>

<h3>
	Diagnose sichern
</h3>

<p>
	Oft ist es nicht einfach, eine Nagelpsoriasis von einer Pilzinfektion zu unterscheiden. Manchmal kommt es zu einer Superinfektion, also zu einer Pilzinfektion auf einer bestehenden Psoriasis. "Bei einem starken Nagelbefall sollte man überprüfen, ob nicht auch ein Pilzbefall vorliegt. Wenn ein Nagel auch von einem Pilz befallen ist, sollte immer beides behandelt werden. Aber auf keinen Fall sollte man ohne Pilznachweis eine Pilztherapie durchführen", sagt Dr. Peter Schmid. Wichtig ist zudem, dass abgeklärt wird, um was für einen Pilz es sich handelt.
</p>

<h3>
	Langwierige Therapie
</h3>

<p>
	"Die Behandlung der Nagelpsoriasis gehört zu den undankbarsten Aufgaben", seufzt Dr. Peter Schmid. Tatsächlich dauert eine Therapie vier bis sechs Monate, weil die Nägel relativ langsam nachwachsen.
</p>

<p>
	Sehr wichtig ist auch, dass man am richtigen Ort behandelt. "Medikamente sollte man nicht auf die Nagelplatte streichen; dort dringt überhaupt nichts hindurch. Behandelt werden sollte der Nagelwall zwischen dem Nagelhäutchen und der Nagelplatte und die Haut unter dem Nagel", sagt Dr. Peter Schmid.
</p>

<h3>
	Vitamin-D-Derivate und Kortison
</h3>

<p>
	"Zur Behandlung einer Nagelpsoriasis können Vitamin-D-Derivate oder Steroide verwendet werden", sagt PD Dr. Frank O. Nestle.
</p>

<p>
	Tatsächlich konnte die gute Wirkung von Daivonex bei einer Nagelpsoriasis in zahlreichen Studien aufgezeigt werden. In schwereren Fällen kann die Kombination mit einem Kortisonpräparat sinnvoll sein.
</p>

<p>
	Wichtig ist auch hier die Wahl der Grundlage. "Lösungen stören weniger, aber Salben oder Cremen dringen vermutlich besser ein", sagt Dr. Peter Schmid. So kann man zum Beispiel die Daivonex Scalp Solution oder eine Kortison Lösung unter den Nagel träufeln. Wichtig ist vor allem, dass man auch eine Creme oder Salbe im Bereich der Nagelwurzel und am Nagelwall einmassiert, denn dort wird ja der Nagel produziert.
</p>

<h3>
	Okklusiv behandeln
</h3>

<p>
	Noch besser als ein einfaches Auftragen wirkt eine Okklusivbehandlung. "Die okklusive Anwendung von Vitamin-D-Derivaten oder Steroiden wirkt sehr gut", sagt Dr. Peter Schmid. "Fingerlinge sind dazu gut geeignet, aber relativ unangenehm. Ich empfehle deshalb, Handschuhe aus Polyäthylen zu verwenden. Da kann man auch ein Loch in die Handfläche schneiden, damit sie angenehmer zu tragen sind. Wenn das Rascheln beim Einschlafen stört, sollte man Baumwollhandschuhe darüber anziehen. Wenn man dann nach zwei oder drei Stunden erwacht wegen der Handschuhe, kann man sie problemlos ausziehen, denn innerhalb dieser Zeit ist der Wirkstoff eingedrungen. Gut geeignet ist für eine okklusive Behandlung auch das Pflaster Varihesive extradünn."
</p>

<h3>
	Gezielt bestrahlen
</h3>

<p>
	Auch eine Nagelpsoriasis kann mit Licht behandelt werden. Dazu wurden spezielle Punktstrahler entwickelt. Dr. Peter Schmid wendet den sogenannten Bluepoint oft an: "Bei einigen Patienten funktioniert das sehr gut. Wer einen Lichtkamm besitzt, kann diesen auch zur Behandlung der Fingernägel einsetzen. So können gleichzeitig mehrere Fingernägel bestrahlt werden. Manchmal kommt es allerdings vor, dass beim selben Patienten ein Nagel anspricht und andere nicht." Auch hier gilt zudem, dass die Therapie konsequent über mehrere Wochen oder Monate durchgeführt werden muss. Kortisonspritzen und Röntgenstrahlen
</p>

<p>
	In hartnäckigen Fällen kann eine Kortisonspritze angezeigt sein. Mit der Nadel kann das allerdings sehr schmerzhaft sein. "Besser verträglich ist der Dermojet, den wir an der Dermatologischen Klinik oft verwenden", meint PD Dr. Frank O. Nestle. Dabei wird mit Überdruck eine Kortisonkristallsuspension in die Haut hinein gesprengt.
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	"Eine Option ist auch die Anwendung von Röntgenstrahlen, besonders dann, wenn Nägel ausgefallen sind. Das funktioniert allerdings nicht bei jedem Nagel", ergänzt PD Dr. Frank O. Nestle. Wie bei der Kopfhaut lässt sich diese Behandlung auch beim Nagel nur wenige Male durchführen, weil eine Maximaldosis an Röntgenstrahlen nicht überschritten werden sollte.
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	Krümelnägel: Einweichen oder abschleifen
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	Wenn man zu spät handelt oder die Psoriasis sehr aggressiv ist, verdickt sich der Nagel oder es kommt sogar zum sogenannten psoriatischen Krümelnagel, bei dem nur noch kleine Nagelreste da sind. Ein solcher Nagel sollte unbedingt verdünnt werden, weil sonst Mikroorganismen eindringen können. "Die Nägel darf man aber auf keinen Fall ausreissen", warnt Dr. Peter Schmid. "Wenn sie entfernt werden müssen, sollte man sie okklusiv mit einer Salbe mit 40% Harnstoff ablösen. Das dauert etwa zehn Tage. Danach kann man die Nagelplatte über längere Zeit mit Daivonex behandeln."
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	Wenn die Nägel sehr stark verdickt sind, kann man sie auch abfeilen oder fräsen. Dabei kann es sinnvoll sein, den Nagel einer Podologin anzuvertrauen, die auch die entsprechenden Geräte hat.
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	<span style="color:#c0392b;">➔ </span><em><strong>Mehr zum Thema</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/nagelpsoriasis/nagelpsoriasis-behandlung/" rel="">Nagelpsoriasis – Symptome, Diagnose, Behandlung und Tipps</a></em>
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	Schuppenflechte in Hautfalten (Psoriasis inversa)
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	Körperregionen, in denen Haut auf Haut zu liegen kommt, sind wegen der Scheuerwirkung, der Feuchtigkeit und der Wärme besonders anfällig für die Bildung von Psoriasisherden. Wenn eine Schuppenflechte ausschliesslich in Körperfalten auftritt, also unter den Achseln, in Ellbogen, Kniekehlen, Leistenbeugen, in der Gesässfalte oder unter den Brüsten, wird sie als <strong>Psoriasis inversa</strong> bezeichnet. Sie ist dann schwer zu erkennen und wird oft mit einem Ekzem oder einem Hefepilzbefall verwechselt.
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	Doch auch bei Personen mit einer Psoriasis vulgaris, ganz besonders bei Übergewichtigen und oft bei Patienten im mittleren Alter, tritt die Psoriasis ab und zu in Hautfalten auf. Die Erscheinungsform in den Körperbeugen ist eher nässend als schuppend, die betroffenen Stellen können sogar wund werden. "Eine <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/psoriasis/formen-der-psoriasis-%E2%80%93-schuppenflechte-im-ueberblick-r1115/" rel="">Psoriasis inversa</a> ist vor allem unangenehm in zwischenmenschlichen Beziehungen, dies ganz besonders, wenn auch der Genitalbereich betroffen ist", meint PD Dr. Frank O. Nestle.
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	Enge Kleider meiden
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	Die Reibung von Haut auf Haut und vor allem Infektionen müssen bei Ansätzen einer Psoriasis in Hautfalten unbedingt vermieden werden. Deshalb sollte man darauf achten, dass man die Reibung möglichst gering hält. Empfehlenswert sind weite, bequeme Kleider aus Baumwolle, Leinen oder Seide. Männer können statt Unterhosen Boxershorts tragen. Enge Jeans oder Kragen an Hemden, die unnötig scheuern, sollten Psoriatiker möglichst selten anziehen.
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	Schwierige Behandlung
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	Die Behandlung der Psoriasis in Körperfalten ist besonders schwierig. Salben sollten nicht angewendet werden. Weil an diesen Stellen Haut auf Haut liegt, herrscht bereits ein feuchtes, okklusives Milieu. Besser geeignet sind deshalb Cremen oder Lotionen, die weniger stark fetten.
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	In entzündlichen Phasen sollte eine Psoriasis in Hautfalten zuerst trockengelegt werden. Dazu geeignet sind Farben, zum Beispiel Gentiana-Violett, Eosin-Lösung oder Color Castellani. Allerdings können diese Präparate brennen, sind schwierig anzuwenden, kaum mehr zu entfernen, wenn sie auf den Boden tropfen und deshalb bei den Patienten nicht beliebt.
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	Angenehmer in der Anwendung sind Pasten. "Eine weiche Zinkpaste eignet sich gut für die Dauerbehandlung oder sogar als Prophylaxe", sagt zum Beispiel Dr. Peter Schmid.
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	Gut wirken in Hautfalten entzündungshemmende Bäder - zum Beispiel mit Kamille oder Ringelblume - oder Salzbäder. Auch kalte Schwarzteeumschläge können Wunder wirken, denn Schwarztee wirkt antientzündlich und gerbt leicht. Dazu macht man einen Topf Schwarztee mit zwei, drei Beuteln, lässt den Tee ziehen und erkalten. In den kalten Tee wird ein Waschlappen oder Gaze getaucht und der Umschlag dann 20 bis 30 Minuten auf die psoriatische Stelle gelegt.
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	Kortisonpräparate höchstens kurzzeitig
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	Wegen der an sich schon dünnen Haut ist die Anwendung von Steroiden problematisch. So sagt PD Dr. Frank O. Nestle: "Kortisonpräparate dürfen an diesen Stellen nur kurzfristig angewendet werden. Vitamin-D-Präparate sind ebenfalls geeignet, wenn keine Hautreizung auftritt." Tatsächlich vertragen viele Patienten die Daivonex Creme, Curatoderm oder Silkis auch in Hautfalten, wenn die Präparate nur dünn aufgetragen werden. Sollte dabei eine Reizung auftreten, kann man einfach weniger auftragen oder eine Pause einlegen.
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	Dr. Peter Schmid empfiehlt ebenfalls, in Hautfalten nur schwache Kortisonpräparate anzuwenden: "Daktacort oder Imacort sind milde Kortisonpräparate, die auch etwas längere Zeit in Hautfalten angewendet werden können. Das gilt zum Beispiel auch für Risse hinter den Ohren, wo die Haut eigentlich sehr dünn ist."
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	Eine Alternative können Mittel gegen Pilze wie zum Beispiel die Nizoral Creme sein, denn gerade im feuchtwarmen Milieu kann sich sehr leicht eine Hefepilzinfektion entwickeln.
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	Topische Immunmodulatoren
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	Erst seit kurzer Zeit in der Schweiz registriert sind Immunmodulatoren, die äusserlich angewendet werden können wie Protopic oder Elidel. Beide Präparate könnten auch bei einer Psoriasis in Hautfalten helfen. "Diese Präparate werden zwar vorwiegend bei der Neurodermitis angewendet und können normalerweise wegen des hohen Molekulargewichts gar nicht durch die psoriatische Haut dringen," sagt PD Dr. Frank O. Nestle. "Im intertriginösen Bereich hingegen funktioniert es, weil die epidermale Barriere herabgesetzt ist, und wir hatten damit schon einige Erfolge zu verzeichnen. Protopic kann übrigens okklusiv auch auf ausgedünnter Haut angewendet werden, zum Beispiel wenn über zu lange Zeit Steroide gebraucht wurden."
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	Erfolge mit Lichtbehandlungen
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	Gut geeignet für eine Psoriasis in Hautfalten ist auch ein UV-Therapie. So sagt PD Dr. Nestle: "Manchmal kann eine lokale UVB-Therapie helfen, die zum Beispiel mit einem Lichtkamm gut durchgeführt werden kann." Auch Dr. Peter Schmid hat damit gute Erfahrungen gemacht: "Der Lichtkamm kann auch für andere Körperstellen verwendet werden, wenn sie gut entschuppt sind. Das Risiko besteht allerdings, dass man sich verbrennt, wenn man die Zeiten zu rasch steigert."
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	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
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			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
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	Psoriasis im Gehörgang
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	Oft sind bei Psoriasis-Patienten auch die Ohren und Gehörgänge betroffen; Entzündungen sind entsprechend häufig. "Wenn sich im Gehörgang Schuppen bilden, kann aus einer Mischung von Schuppen und Ohrenschmalz ein Ceruminalpfropfen entstehen. In diesem Fall sollte man eine Ohrspülung durchführen lassen", sagt Dr. Peter Schmid.
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	Auch die Behandlung ist nicht einfach. "Bei einer leichten Psoriasis reicht oft die Daivonex Scalp Solution aus. Ebenfalls gut wirksam ist die Kenacort Lösung, die allerdings viel Alkohol enthält. Weniger Alkohol enthält die Elocom Lösung. Wenn die Psoriasis sehr stark ist, kann man ganz kurzfristig Betnovate Lotio anwenden. All diese Lösungen lassen sich gut mit einem Wattestäbchen auftragen. Allerdings sollte nichts auf das Trommelfell gelangen."
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	Wenn eine Psoriasis im Gehörgang stark juckt, sollte man gemäß Dr. Peter Schmid zudem überprüfen, ob eine Superinfektion mit einem Hefepilz (Candida albicans) oder einem Schimmelpilz vorliegt.
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	<span style="color:#c0392b;">➔ </span><em><strong>Lesetipp</strong>: Mehr über <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/ohr/" rel="">Symptome, Behandlung und Erfahrungen bei Schuppenflechte im Ohr und dahinter</a></em>
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	Ebenfalls wirksam: innerliche Therapien
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	Für alle Problemzonen gilt, dass auch eine innerliche Therapie hilft. So sollte selbstverständlich vermieden werden, dass eine Kopfhautpsoriasis zu einem bleibenden Haarausfall führt. Auch wenn mehr als zehn Nägel betroffen sind, sollte an eine systemische Therapie gedacht werden.
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	In Frage kommen dann zum Beispiel Retinoide. In ganz schweren Fällen können sogar <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/mtx/mtx-methotrexat-spritze-pen/" rel="">Methotrexat</a> oder Immunsuppressiva wie Neoral angezeigt sein. Selbstverständlich besteht auch hier Hoffnung, dass in nächster Zeit neue Medikamente auf den Markt kommen werden, welche die Entzündung der Psoriasis ganz gezielt blockieren, indem sie in das Immunsystem eingreifen und die überschiessende Aktivität der körpereigenen T-Abwehrzellen hemmen.
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	<i>Martin Stürzinger</i>
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	<i>Aus: Journal der Schweizerischen Psoriasis- und Vitiligo-Gesellschaft, Heft 02/2003; mit freundlicher Genehmigung des Autors</i>
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]]></description><guid isPermaLink="false">132</guid><pubDate>Sat, 13 Dec 2003 01:56:00 +0000</pubDate></item></channel></rss>
