Ein Jahr Tacalcitol – eine Bilanz

Das Vitamin D3-Analogon Tacalcitol, eine der jüngsten Entwicklungen zur topischen Psoriasisbehandlung ist jetzt seit über einem Jahr in Deutschland verfügbar, Anlass für eine Bilanz, die vor kurzem auf einem internationalen Symposium in Manchester gezogen wurde.

Tacalcitol (Curatoderm) ist bei leichter bis mittelschwerer Psoriasis vom Plaques-Typ der topischen Behandlung mit Betamethasonvalerat und Dithranol, dem Klassiker unter den Antipsoriatika, vergleichbar wirksam, zeigt jedoch eine ganze Reihe von Vorzügen der Anwendung und der lokalen Verträglichkeit. Wie Prof. Dr. P. C. M. van de Kerkhof, Nijmwegen, berichtet, sind die Behandlungserfolge mit Tacalcitol ebenso stabil wie nach einer Dithranol-Anwendung. Die einfache lokale Anwendung, die bei täglicher Einmalgabe ausreichend wirksam ist, ist ohne Verfärbungen von Haut und Kleidung, wie sie die Anwendung von Dithranol beeinträchtigt, möglich.

Der Vorzug gegenüber Dithranol, das meist auch eine stationäre Durchführung erfordert, ist die unproblematische „saubere“ Anwendung, die eine hohe Patientenakzeptanz gewährleistet. Von Vorzug gegenüber der topischen Steroidbehandlung ist das Fehlen jeglicher atrophierender Effekte und das Fehlen eines Rebound-Effektes, wie er von Steroiden bekannt ist.

Tacalcitol kann auch im empfindlichen Bereich der Gesichtshaut angewandt werden. Auch die Kopfhautpsoriasis, eine topisch schwierig zu behandelnde Region, kann mit dem Vitamin D3-Analogon behandelt werden, wie Studien belegen, die von Professor Dr. Andrej Langner, Warschau, vorgestellt wurden.

An Nebenwirkungen sind geringe lokale Irritationen möglich, deren Ausmaß jedoch nicht die Anwendung an der Gesichtshaut beeinträchtigt. Tacalcitol ist antiproliferativ wirksam, fördert die Differenzierung der Keratinozyten, die krankheitstypisch eine Entdifferenzierung zeigen, beeinflußt das epidermale Wachstum und wirkt der Entzündungsreaktion entgegen. Eine schnellere Abheilung psoriatischer Effloreszenzen kann mit einer Kombination von Tacalcitol und UV-B erzielt werden, wie eine von Professor Dr. Martin Röcken, München, vorgestellte Untersuchung im Halbseitenvergleich belegt. Sie bestätigte auch die gute lokale Verträglichkeit der Kombination. Wesentlich ist, dass unter dem Vitamin D3-Analogon keine Veränderungen der Calciumhomöostase beobachtet werden.

Quelle: MediCity – Archiv – dann – 98-01 – medizin-journal

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