Was ist drin, was ist dran?

Kosmetikprodukte

Eine neue Internetseite verspricht Ordnung im heimischen Bad – zumindest, was die Kosmetikprodukte und damit auch die Produkte zur alltäglichen Pflege der Schuppenflechte betrifft. Auf der Internetseite kosmetikanalyse.de kann der Nutzer die Inhaltsstoffe seiner diversen Pflegeprodukte eingeben. Die Seite ist nach Aussage von Mitbegründer Günter W. Reichelt „vollkommen herstellerneutral und frei von Werbeaussagen“.

Zu jedem einzelnen Inhaltsstoff gibt es eine Bewertung – mit Worten, aber auch mit einem Smiley. Außerdem wird geschrieben, was genau dieser Inhaltsstoff überhaupt ist und wie ihn andere Anbieter wie Ökotest einschätzen. Auszüge aus Studien, Fachliteratur und Experten-Meinungen gibt es ebenfalls.

Alle Inhaltsstoffe zusammen werden dann auch noch in ihrem Zusammenspiel bewertet.

Für den Service soll der Nutzer zahlen – fünf Euro im Monat, erst einmal für sechs Monate. Danach ist Schluss, wenn der Nutzer nicht weiterhin Kunde bleiben will. Das „Abo“ läuft automatisch aus. Das ist fair, hat man doch nach ein paar Monaten sicherlich all seine Pflegeprodukte mal eingegeben.

Allerdings muss man besagte fünf Euro monatlich auch zahlen, wenn man die Ergebnisse anderer Nutzer sehen will. Das ist schade, aber vermutlich Geschäftsmodell. Als unregistrierter Nutzer bekommt man die Inhaltsstoffe zu sehen, aber keinerlei Bewertung.

Andere Internetseite sind da offener.

Vorteile der Seite kosmetikanalyse.com: Hier blinkt und blitzt es nicht vor Werbung wie bei den (ansonsten sehr sympatischen) Beautyjunkies, und es müssen auch nicht unglaublich viele Angaben gemacht werden wie beim Codecheck, der wiederum mehr Produkte in seiner Liste haben dürfte. Bei der Eingabe auf kosmetikanalyse.com werden sehr viele Arten und Schreibweisen eines Inhaltsstoffes in einer Auswahlliste vorgegeben, was viel Tipparbeit spart.

Günter W. Reichelt, der Mitbegründet von kosmetikanalyse.com, weiß, wovon der spricht: Er ist Mitautor des Buches „Cosmetic Ingredients. Beurteilung kosmetischer Inhaltsstoffe„. Ein wenig jünger ist ein Buch zum gleichen Thema Kosmetik-Inhaltsstoffe von A bis Z: Der kritische Ratgeber von Heinz Knieriemen und Paul Silas Pfyl.

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Über Claudia Liebram 279 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

1 Kommentar

  1. Diese Seite ist aus meiner Sicht wenig hilfreich. Ich habe mich erkundigt, wie die Testergebnisse zustande kommen.
    Fazit:
    * Nach Aussagen des Gründers gibt es keine Fachleute, die die INCI-Stoffe bewerten.
    * Es gibt keine Laboratorien, wo die Kosmetika oder auch die Inhaltsstoffe geprüft werden.
    * Es wird nicht mit klinischen CROs zusammen gearbeitet, die über klinische und toxikolische Wirkungen auch fachlicher Sicht informieren und aufklären.
    * Es wurden und werden aus dem Internet verfügbare Informationen zu den Substanzen und ihrem toxischen oder wirksamen Potential in eine Datenbank zusammen getragen. Wer die Informationen auswertet und differenziert (im Internet steht nicht ausschließlich die Wahrheit), ist nicht klar.
    * Die Analysen fahren die Nutzer selber. Das heißt, dass Bewertungen immer subjektiv von den Verbrauchern sind (ähnlich der Kundenbewertungssysteme bei großen Internet-Shops).
    * Es gibt keine unabhängige Fachmeinung.
    * Die Seite ist ein kommerzielles Modell, um eine breite Öffentlich zu erreichen und später den Kosmetikherstellern Qualitätssiegel in Lizenz zu verkaufen. Die Qualität ist durchschnittlich bestimmt durch Internetmeinung und hat keine wissenschaftliche Grundlage.
    * Die Seite finanziert sich zunächst über die monatlichen Beiträge der Nutzer.

    Ich bin nicht so ganz überzeugt von der Professionalität. 🙁

    Liebe Grüße,
    Lisa

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