Die Haut als Spiegel der wunden Seele

Beratung und Autor: Dr. Steffen Fliegel

Einleitung

Die Haut hat eine Vielzahl unterschiedlicher physiologischer und psychologischer Funktionen. Sie ist die Schnittstelle des Körpers zur Umwelt, sie schützt den Organismus vor äußeren Einflüssen, und sie liefert ihm Informationen über Änderungen der Umwelt. So reagiert sie auf Berührungen, auf Druck, auf Temperaturen und auf Licht.

Die Haut enthält zahlreiche Drüsen, Blutgefäße und Muskeln, die in Verbindung mit körperlichen Funktionen stehen. Durch diese Verbindungen kann die Haut auch als „Ausdrucksorgan“ für Gefühle gelten. Da unsere Haut aus Ärger oder Scham, aber auch aus Freude oder Erregung erröten oder vor Schreck erblassen, vor Angst schwitzen und bei Furcht oder Ekel eine Gänsehaut aufweisen kann, wird sie auch als Spiegel der Seele bezeichnet.

Insgesamt gesehen wirken auf die Haut verschiedenste körperliche, psychische, soziale und Umwelteinflüsse ein. Aber auch erbliche Anteile können die Grundlage für die Hauterkrankung legen.

Die Behandlung von Hauterkrankungen sollte in der Regel eine Kombination verschiedener Aspekte und Ansatzpunkte beinhalten, je nach Art des Hautproblems:

Medikamente wie Antihistaminika und Cremes, Hautpflege, Lichttherapie, Klimakuren, Vermeidung von Allergenen, Akupunktur, Darmsanierung, Ernährung, psychosoziale Beratung und Psychotherapie.

DAS PROBLEM

Schon seit vielen Jahren wird ein Zusammenhang zwischen psychischen Problemen und Störungen der Haut beschrieben.

Zu diesen Hauterkrankungen gehören vor allem die Neurodermitis, das Ekzem, die Schuppenflechte, die Nesselsucht, die Akne.

Dennoch ist noch weitgehend unklar, warum sich aus psychischen Konflikten Hauterkrankungen entwickeln und bei ein und dem selben Menschen zu verschiedenen Zeiten seines Lebens plötzlich auftreten und ebenso plötzlich wieder verschwinden können.

Folgende Hauterkrankungen werden mit psychischen Zusammenhängen diskutiert:

· Bei der Neurodermitis handelt es sich um eine Gruppe von Erkrankungen der Haut, die durch glatte, weiß oder gelb- bis rotbraun gefärbte Knötchen oder durch eine Knötchenflechte an verschiedenen Teilen des Körpers gekennzeichnet sind. Häufig treten größere Herde an Nacken, Hals, an den Ohren, Augenlidern, Kniekehlen, Ellenbogen, den inneren Oberschenkelflächen, auf der Zunge und der Mundschleimhaut oder an den Genitalien auf. Die Chronifizierung wird im wesentlichen durch starkes und wiederholtes Kratzen verursacht, wodurch größere Herdbildungen entstehen.

· Bei der Nesselsucht handelt es sich um eine stark juckende Erkrankung der Haut, deren charakteristisches Symptom aus sogenannten Quaddeln besteht, wie sie nach berührung mit Brennesseln auftreten können. Die Quaddeln sind meist ohne Blasen und von rötlicher Farbe und können sich flächig über größere Hautareale ausbreiten. Es gibt allergische und nicht allergisch bedingte Formen dieser Störung, die sowohl akut (bis sechs Monate) oder chronisch auftreten kann.

· Die Psoriasis oder Schuppenflechte zählt zu den häufigsten Hauterkrankungen. Rötungen und Schuppungen stellen das Hauptsymptom dar. Zunächst bilden sich Bläschen und Pusteln und im Endstadium die Schuppen. Diese befallen vorzugsweise die Streckseite der Extremitäten, den behaarten Kopf und die Analregion. Die Störung ist an den roten Flecken, Papeln, Schuppungen oder Pustelbildungen von Münzgröße oder flächenhaftem Ausmaß erkennbar.

· Bei der Akne handelt es sich um eine Erkrankung der Talgdrüsen der Haut. Die Akne gehört zu den häufigsten Erkrankungen der Talgdrüsen und tritt in der Regel während der Pubertät bei ca. 80 Prozent der Jugendlichen auf.

· Kontaktekzem: Bei dem akuten oder allergischen Kontaktekzem wird dort, wo der Allergieauslöser einwirkt, eine starke Entzündung sichtbar. Diese kann großflächig nässen, und es besteht bei dem Betroffenen ein starker Juckreiz. Später können Krusten- und Schuppenbildung hinzutreten. Das Kontaktekzem hängt in der Hauptsache von der Kontaktsubstanz ab.

· Herpes: Die Herpesinfektion (auch Fieberbläschen oder Gletscherbrand genannt) tritt nach zwei- bis fünftägiger Inkubationszeit mit Spannungsgefühl, Juckreiz und gelegentlich auch Schmerz auf. Dann schießen auf gerötetem Grund kleine Bläschen auf, die zum Teil klar begrenzt sind. Der Bläscheninhalt trübt ein, und nach Zerplatzen besteht eine begrenzte Erosion, die nach sieben bis vierzehn Tagen abheilt. Eine Erstinfektion entsteht meist in der Kindheit, die weitere Übertragung erfolgt über Tröpfcheninfektion oder unmittelbaren Hautkontakt.

Das PROBLEM

Bei den Zusammenhängen zwischen Haut und Psyche lassen sich zwei Arten unterscheiden:

· Psychische bzw. psychosoziale Ursachen sind (mit-)verantwortlich für die Entstehung der Hauterkrankung.

· Bei den psychischen Krankheiten und Störungen handelt es sich um eine psychische Reaktion auf die jeweilige Hauterkrankung.

Hauterkrankungen ziehen psychische Erkrankungen oder psychosoziale Beeinträchtigungen nach sich.

Psychische oder psychosoziale Beeinträchtigungen können sich bei Hauterkrankungen ähnlich wie bei anderen, langwierigen chronischen Erkrankungen zeigen, nämlich z. B. als Depressionen oder soziale Ängste, durch andere Ängste, durch Rückzug oder Isolation oder durch Streßsymptome.

Belastend sind vor allem nach außen die Beeinträchtigungen durch Juckreiz, Entstellung, Stigmatisierung.

Inwieweit soziale Probleme, soziale Ängste, allgemeine Ängste oder ein besonders starkes Streßverhalten jeweils Folge der Hauterkrankung sind oder Verschlechterungen auslösen, läßt sich nicht generell feststellen.

Auf jeden Fall kann man sagen, daß Hautverschlechterungen wechselseitig mit psychischen Problemen einhergehen, so vor allem mit Depressionen, Ängsten oder sozialen Schwierigkeiten. Z.B. bei der Neurodermitis läßt sich häufig folgender Teufelskreis feststellen:

· Die Hauterkrankung führt zu starken Belastungen, für die es bei der betroffenen Person nur wenig Verarbeitungsmöglichkeiten gibt.

· Die fehlende Auseinandersetzung mit der Erkrankungen führt zu depressiven Verstimmungen oder zu stärkeren Depressionen.

· Dies führt zu Rückzug und dem Fehlen sozialer Zuwendung.

· Die sozialen Probleme verstärken das Konzentrieren auf die Haut und den problematischen Hautzustand.

· Ein immer stärkere ängstliche Beobachtung der Haut ist die Folge.

· Resultat ist eine erhöhte Anspannung.

· Durch eine Wechselwirkung zwischen Psyche und Immunsystem wird die Hauterkrankung verschlechtert, was wiederum den oben beschriebenen Kreislauf ankurbelt.

· Die fehlende oder problematische soziale Kompetenz stellt in der psychotherapeutischen Praxis einen häufigen Auslöser für Verschlechterungen bei Hauterkrankungen, wie z. B. Neurodermitis, dar. Durch die Bearbeitung dieses Problembereichs werden auch die schnellsten und beeindruckendsten Erfolge für den Patienten erzielt.

· Eng mit den sozialen Problemen ist aber auch die Entstehung von verschiedenen Ängsten verbunden. Diese Ängste beziehen sich z. B. auf die Einstellung, der Krankheit hilflos ausgeliefert zu sein, sie nicht kontrollieren zu können. Eine ängstliche Erwartungshaltung ist die Folge, und gleichzeitig treibt die Angst das allgemeine Anspannungsniveau deutlich in die Höhe, was wiederum eine Verschlechterung begünstigen kann.

Streß als Auslöser für Hauterkrankungen, wie z. B. Neurodermitis, ist die am häufigsten genannte Ursache. Dies mag vielleicht damit zusammenhängen, daß dieser Grund in einer immer schneller werdenden Gesellschaft auch gut akzeptiert ist. Eine eindeutige Streßbeschreibung gibt es nicht, Mensch reagieren unterschiedlich auf belastende Situationen, jeder muß daher selbst herausfinden, was Streß macht, und wie groß die Streßbelastungen sind. Durch Streß besonders betroffene Hautkrankheiten sind die Neurodermitis, die Psoriasis (Schuppenflechte), die Akne, der Herpes, und in Einzelfällen auch andere Hautkrankheiten.

Während zum Beispiel eine Streßsituation in Sekunden einen Schweißausbruch hervorrufen kann, vergehen nach Streß bis zur Auslösung des Herpes zwei bis drei Tage und bis zur Auslösung anderer Hautkrankheiten manchmal zwei bis drei Wochen. Es gibt also insbesondere bei Hauterkrankungen keinen schnell erkennbaren Zusammenhang zwischen Streß und Hauterkrankung.

Oft zeigen sich Patienten mit extremem Juckreiz durch die Hauterkrankung sehr gereizt und zum Teil aggressiv. Das ist verständlich, wenn man auch berücksichtigt, daß Patienten, die jahrelange Kränkungen dadurch erfuhren, krank zu sein, nicht leistungsfähig zu sein, eingeschränkt zu sein, „aussätzig“ zu sein, dieses Leid auch einmal die „Gesunden“ spüren lassen möchten.

Viele Patienten mit Hauterkrankungen haben einen hohen Anspruch an sich selbst. Es sei dahingestellt, ob dies eine Kompensation ihrer Erkrankung ist, oder ob andere Gründe dafür ausschlaggebend sind. Das Setzen zu hoher und nicht erreichbarer Ziele führt zu regelmäßigen Frustrationen und Selbstabwertungen, was im Sinne des Teufelskreises wieder zu verstärkten Hauterkrankungen führen kann.

Manchmal ist bei Patienten mit Hauterkrankungen auch zu beobachten, daß sie kaum oder nicht in der Lage sind, (positive) Gefühle wahrzunehmen oder zu äußern. Diese Menschen haben ihren gefühlsmäßigen Bereich ausgeklammert, und wenn nicht, kennen sie vor allem negative Gefühle wie Leid, Hilflosigkeit, Schmerz, Unzulänglichkeit. Sie beginnen dann überstark zu rationalisieren, der Kopf wird vermehrt eingeschaltet, und dadurch werden auch die unangenehmen Gefühle nicht mehr wahrgenommen.

Bereits vor der oder durch die Erkrankung entwickeln Patienten ein starkes Kontrollbedürfnis und sind angespannt ängstlich. Diese psychische Situation dominiert. Hinzu können massive Ängste bezüglich der weiteren Entwicklung der Erkrankung treten. Haben Patienten schon einmal ein massives Ödem, z. B. im Lippenbereich, gehabt, kann Todesangst hinzutreten.

Ein anderer Teufelskreis bei chronischen Hauterkrankungen hängt mit der Entstellungsproblematik zusammen. Dies ist vor allem bei der Psoriasis (Schuppenflechte), der Neurodermitis, der Akne und des Herpes der Fall, wenn diese sichtbar sind. Diese Entstellungen führen zu Selbstabwertung, zu negativen Reaktionen der Umwelt, zu sozialen Ängsten und auch zur Überbewertung der veränderten Hauterscheinungen. Die Hauterkrankung vermittelt das Gefühl, entstellt zu sein, dies führt zu depressiven Gefühlen und zu Ängsten. Dies wiederum stärkt den Streß und die Anspannung, was wiederum die Hauterkrankung und damit die äußerlich sichtbare Symptomatik verstärkt. Daß hautkranke Menschen die Ablehnung hautgesunder Mitmenschen hinsichtlich ihrer Haut oft deutlich überschätzen, sei zusätzlich erwähnt.

Beobachten Hautpatienten die unterschiedliche Stärke von Juckreiz, werden sie feststellen, daß dieser kurz vor dem Einschlafen, bei Langeweile, nach Ärger, nach geistiger Anspannung, in Wartesituationen oder bei besonderer Beachtung der Hautkrankheit besonders stark auftritt. Juckreiz ist sicherlich vorhanden, doch er kann bei gleicher Intensität, je nach Situation, unterschiedlich bewertet werden. Daher ist es auch wichtig, daß der Juckreiz nicht pathologisiert wird, weil er dann als wesentlich stärker wahrgenommen wird. Jucken und Kratzen stehen ebenfalls in einem Zirkel. Da wo das Kratzen bei kurzfristigem Juckreiz dem hautgesunden Menschen Erleichterung verschafft, führt das Kratzen bei hautkranken Menschen wiederum zu Juckreiz. Dies geschieht unter anderem durch die weitere Reizung der freiliegenden Nervenenden. Es entsteht also ein Teufelskreis, der zu immer größerem Juckreiz führen kann.

Probleme in der dermatologischen Behandlung Hautkranker mit dem Hautarzt oder der Hautärztin liegen in häufig entstehenden sehr eingeschränkten Interaktionen. Ambulant und unter heutigem Kostendruck bleibt kaum Zeit für ein ausführlich aufklärendes Gespräch. Gerade wenn Patientinnen oder Patienten eher eingeschränkt sind in ihren Interaktionsmöglichkeiten, eher unauffällig und zurückhaltend sind, unterliegen sie den schnellen medizinischen Verschreibungen. Bedenken über die Cortisoneinnahme und die Nebenwirkungen von Cortison werden manchmal allzu schnell von ärztlicher Seite vom Tisch gewischt. Viele Hautärztinnen und Hautärzte haben es nicht gelernt, auf die Bedürfnisse des Patienten einzugehen, oder sie sind durch ihre berufliche Situation kaum in der Lage dazu. Im schlimmsten Fall entspannt sich ein Streit, wer Recht hat, wobei beide Seiten aneinander vorbeireden, was bis zur totalen Verweigerung des Patienten gegenüber der Behandlung führen kann.

LÖSUNGEN

Generelles Ziel von (psychosozialen) Veränderungen ist es, auch als hautkranke/r Patient/Patientin sicher auftreten zu können und einen ausgewogeneren Umgang mit Erkrankung zu praktizieren. Zu wichtigen Bausteinen bei der psychischen Bewältigung von Hauterkrankungen und ihren Folgen sollten gehören:

· Umfassende Information über die Erkrankung

· Konstruktiverer Umgang mit dem Kratzverhalten

· Entspannung lernen, statt angespannt zu sein.

· Streßfreier leben

· Bewältigung von psychischen und psychosozialen Problemen, die im Zusammenhang mit der Hauterkrankung stehen könnten.

Entspannungstraining

Es gibt verschiedene Formen von Entspannungstrainings, die sich auf die Anspannung und Entspannung verschiedener Muskelregionen konzentrieren, die sich mit der Atmung beschäftigen, Wärme induzieren und mit hilfreichen Gedanken zur Problemlösung und Bewältigung verhelfen.

Zum Erlernen solcher Entspannungsverfahren gibt es zahlreiche Literatur wie auch Seminare an Volkshochschulen und Familienbildungsstätten.

Auch die WDR-Westzeit-Redaktion hält ein Informationspapier zur Entspannung bereit, welches auf dem gleichen Weg angefordert werden kann.

Psychische und psychosoziale Probleme

und psychosoziale Aspekte, die mit Hauterkrankungen in Zusammenhang stehen können: Hier ist es schwierig, Anleitung zur Selbsthilfe zu geben. Falls Sie beim Lesen dieses Merkblatts bis zu dieser Stelle bereits „fündig“ geworden sind, können Sie selbst oder mit Hilfe Ihres Partners / Ihrer Partnerin, Ihres Freundes / Ihrer Freundin versuchen, Probleme zu bewältigen, die Sie momentan belasten. Vor allem kann es hilfreich sein, streßhafte Elemente und Situationen in Ihrem Leben aufzuspüren und so zu verändern, daß Sie zu mehr Ruhe und innerer Ausgeglichenheit kommen können. Ansonsten ist es hier hilfreich, psychotherapeutische Beratung oder Behandlung aufzusuchen, die in der Regel auch von den Krankenkassen bezahlt wird. Weitere Hinweise dazu s. u.

„Hautreise“

Im Zusammenhang mit der Entspannung ist es gut möglich, auf eine sogenannte „Hautreise“ zu gehen.

Nachdem Sie sich in Entspannung befinden, können Sie Ihr inneres Auge, Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Haut richten. Sie können sich fragen und spüren, wie sich Ihre Haut anfühlt, angenehm oder unangenehm, warm oder kalt, weich oder straff usw. Sie können durch Ihre inneren Gedanken überprüfen, wie wohl Sie sich heute in Ihrer Haut fühlen. Geht es Ihnen mit Ihrer Haut gut oder haben Sie sich heute schon über Ihre Haut geärgert? Sie können sich auch fragen, ob Sie heute überhaupt schon einmal Ihrer Haut Aufmerksamkeit geschenkt haben und wie Sie heute zu Ihrer Haut stehen. Sie können prüfen, ob Ihr Verhältnis zu Ihrer Haut eher freundlich, freundschaftlich, oder eher problematisch ist.

Sie können sich dann vornehmen, Ihre Haut auch so zu akzeptieren, wenn sie nicht so makellos ist, wie Sie sie sich wünschen. Sie können feststellen, daß sich Ihre Haut eigentlich gar nicht anders anfühlt, als Sie sich selber heute fühlen. Wenn Sie mit Ihrer Haut nicht im Einklang sind, sind Sie vielleicht auch in anderen Situationen nicht in Einklang.

Sie können dann einmal Kontakt mit einer Hautstelle aufnehmen. Lassen Sie sich dann Zeit, mit der Hand eine Stelle zu ertasten. Sie können prüfen, ob sich die Haut eher warm oder eher kalt anfühlt. Sie können feststellen, was für ein Gefühl es ist, über die Haut zu streichen. Und Sie können Ihre Impulse spüren: Sind Sie eher liebevoll oder eher kratzend.

Lassen Sie Sich Zeit und seien Sie neugierig wie ein Mensch, der noch nie etwas von seiner Haut gespürt hat.

Sie können dann langsam den Kontakt lösen, Ihre Haut loslassen und den Unterschied an dieser Stelle spüren, wie sie sich mit und ohne Berührung anfühlt. Sie können zum Abschluß Ihre Haut vielleicht noch fragen, was sie heute braucht, was Sie ihr Gutes tun können, vielleicht eine Creme, eine Lotion, ein Bad, Wärme, Bewegung usw.

Sie können dann die Übung in Ihrem eigenen Tempo beenden. Gehen Sie dabei ganz langsam und behutsam vor. Vielleicht möchten Sie sich räkeln, strecken, und erst ganz zum Schluß die Augen öffnen. Denken Sie dann noch einmal über die Übung nach und machen Sie sich vielleicht auch ein paar Notizen.

Psychotherapie

Zu den Zielen der psychotherapeutischen Behandlung können gehören: Der Abbau des übermäßigen Spannungskratzens, das Erlernen einer adäquaten Hautpflege, die Verbesserung der Körperwahrnehmung, und je nach Art der aufrechterhaltenden Problembedingungen der Abbau von Kontakt- und Abgrenzungsangst, die Förderung des direkten gefühlsmäßigen Ausdrucks, die Auseinandersetzungen mit traumatischen Erfahrungen, das Erlernen eines adäquaten Ausdrucks von Ärger, die Stärkung der Selbstwahrnehmung, die Förderung der Streßbewältigung, der Aufbau von sozialer Kontaktfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit, der Abbau der hohen Grundanspannung, die Förderung der Auseinandersetzung mit einer chronischen Erkrankung, der Aufbau von Selbstwertgefühl und sozialer Kompetenz, die Bearbeitung von familiären Konflikten und Spannungen, der Abbau von Depressionen, eine klare Lebenszielplanung, die Steigerung der Durchsetzungsfähigkeit, der Aufbau von langfristigen Lebenszielen, die Rückfallvorsorge.

Es soll aber noch einmal betont werden, daß die Auswahl der zu bearbeitenden psychischen Problemen in der Psychotherapie immer individuell festgelegt wird, wobei es durchaus bei einzelnen Hauterkrankungen auch psychotherapeutische Programme gibt, die häufig notwendige Behandlungsziele und Behandlungsmethoden enthalten.

Die ausgewählten und eingesetzten Behandlungsmethoden in er Psychotherapie richten sich in erster Linie danach, welche Ziele zu erreichen sind. Dafür stehen dann eine große Auswahl psychotherapeutischer Behandlungsverfahren zur Verfügung.

INFORMATION – KONTAKTE – LITERATUR

Psychotherapie

· Bei der Suche nach einem seriösen Behandlungsplatz zur Durchführung einer Psychotherapie, die – wenn die Voraussetzungen erfüllt sind – von der Gesetzliche Krankenversicherung bezahlt wird, hilft ein Informationspapier der WDR 2-Westzeit-Redaktion, welches Sie unter dem Stichwort „Psychotherapie“ mit einem frankierten Rückumschlag anfordern können bei: WDR 2 Westzeit, 44405 Dortmund.

· Adressen von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten finden Sie über die Gelben Seiten der Telefonbücher, durch die Krankenkassen oder für Verhaltenstherapie über die Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie, Postfach 1343, 72003 Tübingen, Tel. 07071 – 9434 94, Fax 07071-9434 35.

· Behandlung und Kontakte auch durch die Psychologischen Psychotherapie-Ambulanzen der Universitäten z.B. in Bochum (0234-700 7788), von dort sind weitere Adressen zu erhalten.

Literatur

· G. Jung und M. Jung: Die aufgekratzte Seele. Zürich: Kreuz-Verlag 1991

· Lothar Niepoth: Chronische Hauterkrankungen. Ein psychologisches Behandlungsprogramm. Weinheim: Beltz-Psychologie Verlags Union 1998

Quelle: WDR, Radio-Sendung vom 14.09.98

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