Heilpraktikerin mit Angst vor Ansteckung mit Schuppenflechte

Oberflächliche Untersuchungen, falsche Diagnosen und unsinnige Behandlungen: Heilpraktiker sind nicht vor Fehldiagnosen und wirren Vorurteilen gefeit. Ein Tester der Zeitschrift „Öko-Test“ hatte sich undercover in Behandlung begeben. Heraus kamen zuweilen haarsträubende Dinge.

Der „verdeckte“ Öko-Test-Patient ging mit Rückenschmerzen zu 20 alternativen Heilern. Zuvor war in einer Universitätsklinik festgestellt worden, dass er statt der üblichen fünf Lendenwirbel sechs hat und dafür ein etwas kleineres Kreuzbein. Sechs der 20 Heilpraktiker attestierten dem ÖKO-TEST-„Patienten“ unterschiedlich lange Beine, die er überhaupt nicht hat.

Eine Heilpraktikerin wollte den Blutdruck der Testperson partout durch den Pullover hindurch messen, da sonst Hautschuppen von Patienten mit Psoriasis übertragen werden könnten – dabei ist Schuppenflechte in keiner Weise ansteckend.

Klar ist: Unter Heilpraktikern gibt es ebenso schwarze Schafe wie unter Schulmedizinern. Natürlich sind die meisten der Heilpraktiker nicht wie die beschriebenen Kollegen. cl

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3 Kommentare

  1. Das ist nicht fair, nach eigenem Ermessen, eine solche Behauptung ins Netz abzugeben.

    Es ist sicher gut, dass die Heilpraktikerin so gehandelt hat, wenn sie keine Papiereinlagen für die Manschette hatte. An den Schuppen sind oft auch Pilze und sonstige Mikroorganismen, die man mit dem bloßen Auge nicht sehen, aber durchaus mit einer Blutdruckmanschette übertragen kann.

    Man braucht nur einmal mit den Tesa dran gehen und dies unter einem Mikroskop anzuschauen, dann würde man ganz anders darüber denken.

    Vorsicht, es sind auch nicht alle Heilpraktiker, die sich als solche ausgeben.
    Weiterhin alles Gute!

  2. Allen Ernstes muss man mittlwerweile bei Hautkrankheiten sehr vorsichtig sein.
    Meine eigene Erfahrung:
    Es ist im Jahr 2012 ein Nachbar mit der Schuppenflechte pustolosa eingezogen. Er hat des Öfteren Nachbarn um Hilfe gebeten, wobei seine Haut zu dem Zeitpunkt sehr schlimm aussah. Plötzlich haben genau diese helfenden Nachabarn Pusteln, Papeln und extremes Jucken, also eine Hautkrankheit, die wie die Krätze die Symptome hat. Es ist ja nun wirklich ausgeschlossen, dass bei diesen verschiedenen genetischen Nachbarn plötzlich dieselbe genetische Erkrankung ausbricht. Ich informiere das Gesundheitsamt, wenn die Infektionen nicht aufhören. Irgendetwas stimmt hier nicht: Entweder ist die Schuppenflechte pustolosa doch ansteckend oder dieser Mann hat die Schuppenflechte pustolosa und die Krätze! Mehrere Nachbarn sind mittlerweile traumatisiert, da dieser Mann in ärztlicher Behandlung ist.

    • Bitte verdächtigen Sie nicht den Nachbarn vorschnell – schließlich kommt alles mögliche in Ihrem Haus als Ursache in Frage. Psoriasis pustulosa ist nicht ansteckend. Wenn Ihr Nachbar 2012 eingezogen ist und die Pusteln bei den helfenden Nachbarn erst jetzt auftreten, erscheint dies noch unwahrscheinlicher. Alle Nachbarn sollten einen Hautarzt aufsuchen, und wenn Sie sich weiterhin unsicher sind, holen Sie das Gesundheitsamt ins Boot. Auch der Vermieter oder Hausbesitzer wäre ein Ansprechpartner.

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