Weihrauch und Myrrhe: 15-Jährige erforscht die Wirkung auf Schuppenflechte

Carolin Curtaz

Eigentlich startete Carolin Curtaz mit ihrem Projekt beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“. Ihr Thema hat die Jury allerdings derartig überzeugt, dass sie von ihr kurzerhand zur Siegerin des Regionalwettbewerbs von „Jugend forscht“ in der Kategorie Chemie erklärt wurde. Carolin hatte wissen wollen: „Heilige Heilung: Bewirken Weihrauch und Myrrhe bei Schuppenflechte Wunder?“

Carolin (15) ist „Patenkind“ des Forschungszentrums für Experimentelle Biomedizin der Uni Würzburg. Ihre Mutter probierte die Wirkung der Cremes ihrer Tochter an ihrer eigenen Schuppenflechte aus. Bei ihr – meint sie – hat sich eine Besserung eingestellt. Im Vordergrund ihres Forscherdrangs von Carolin stand jedoch die Frage, wie das Öl aus dem Weihrauchharz gewonnen werden kann, wie Basiscremes hergestellt und wie sie gemischt werden.

Carolin darf ihr Projekt nun beim bayerischen Landeswettbewerb „Jugend forscht“ verteidigen. Martin Lohse, Sprecher des nach Rudolf Virchow benannten Forschungszentrums, sagt: „Wir sind sicher, dass sie sich auch bei den ,Großen‘ behaupten kann und schon jetzt sehr stolz auf unser Patenkind.“

Im Zentrum räumt man den jungen Forschern viel Platz ein: Die Schüler kommen mit eigenen Themenideen und sind in ihrer Forschung völlig unabhängig. Da aber nicht jedes Experiment in Muttis Küche funktioniert oder erwünscht ist, kann der Nachwuchs die Labore und Geräte des Rudolf-Virchow-Zentrums nutzen. Wenn es Probleme gibt, steht ein Wissenschaftler als Pate jederzeit mit Rat und Tat zu Seite.

Patenkind Carolin wusste neben ihrem Biologielehrer Eberhard Ende vom Würzburger Matthias-Grünewald-Gymnasium gleich ein ganzes Paten-Team hinter sich: Mit Biochemikerin Yvonne Wagner extrahierte sie mit Hilfe einer Wasserdampfdestillation das ätherische Öl aus dem zähen Weihrauchharz. Gregor Wienrich, Chemiker und Mediziner, wusste auf ihre brennenden Fragen rund um die Schuppenflechte stets die richtige Antwort.

Wichtig: Die Wirkung von Weihrauch und Myrrhe auf Schuppenflechte generell ist selbst bei gestandenen Wissenschaftlern noch immer Gegenstand der Forschung und kann nicht verallgemeinert werden. cl

Informationen über das Forschungszentrumwww.rudolf-virchow-zentrum.de

Quelle: Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin der Uni Würzburg, 07.03.2005

Bildquellen

  • Carolin Curtaz: Rudolf-Virchow-Zentrum
Über Claudia Liebram 279 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

1 Kommentar

  1. Während der Recherche zu einem Weihrauch-Artikel im April 2010 habe ich einen Apotheker sich das Patent unter beurteilen lassen.

    Als wesentlicher Inhaltsstoff würde (qualitativ nicht so wertvolles) Weihrauch-Öl genannt, d.h. ein ätherisches Öl. Das aber sei kein definierter Extrakt, wie es heutzutage von einem hochwertigen Präparat gefordert werden würde. Außerdem würde im Kommentar zum Patent plötzlich von Weihrauch-Pulver ( = gemörsertes Harz) gesprochen. Das sei ebenfalls kein Extrakt.

    Er bezweifelt, dass der außerdem angegebene Inhaltsstoff Tegomuls (Emulgator) für Psoriatiker wirklich verträglich sei.

    Schließlich würde im Patent darauf verwiesen, dass es einen „Peeling“-Effekt durch die Harzteilchen gäbe, durch die die Schuppen besser abgelöst und der Wirkstoff besser eindringen würde. Peeling-Effekt sei aber ein physikalischer, kein pharmakologischer Effekt und könne zur Reizung der Psoriasis (Köbner-Effekt führen.

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