Rückblick: Gruppenreise ans Tote Meer 2006

Gruppenreise ans Tote Meer 2006

Eine rundum gelungene und erlebnisreiche Gruppenreise ans Tote Meer in Jordanien hatte die Selbsthilfegruppe Ostheim/Rhön mir ihren Teilnehmern aus dem ganzen Bundesgebiet. Es nahmen insgesamt 30 Personen im Alter zwischen 19 und 70 Jahren teil.

Darunter Patienten mit Neurodermitis, Psoriasis, Rheuma und Vitiligo. Für die Mehrzahl der Teilnehmer war das Tote Meer „Neuland“. So konnte ich vieles aus meinem reichhaltigen Erfahrungsschatz weitergeben. Der Alltag am Toten Meer ist ein wenig ungewohnt, da man sich überwiegend den ganzen Tag im „Natursolarium“ aufhält. Dabei werden Sonnen- und Wasserzeiten langsam gesteigert. Damit ist der Erholungsfaktor sehr hoch. Man verbringt die Zeit mit Lesen, Musik hören oder Gruppengesprächen, die oft für Betroffene eine große psychologische Stütze darstellen.

Es kommen mitunter gute Gespräche zu Stande oder man tauscht sich über die verschiedenen Krankheiten aus. Zur Abwechslung wurden Ausflüge unternommen, um die Sehenswürdigkeiten Jordaniens kennen zu lernen.

Bei fünf Betroffenen wurden Kosten für den Aufenthalt am Toten Meer durch die Krankenkassen übernommen, alle anderen waren Selbstzahler die dafür auch einen großen Teil ihres Jahresurlaubs nehmen mussten. Es bleibt für mich nach wie vor unverständlich, nach welchen Kriterien die Kassen REHA- Maßnahmen vergeben, was auch durch endlose Gespräche mit Vertretern der Krankenkassen und der LVA Thüringen nicht ganz klar wurde. Die LVA versprach nach mehreren Telefonaten einen besonders schweren Fall erneut zu prüfen um ihn dann doch wieder abzuweisen mit der Begründung: „In Deutschland werden die Kliniken nicht ausgelastet und wir müssen unsere Arbeitsplätze sichern“. Nach meiner Einschätzung war das in diesem besagten Fall die falsche Entscheidung. Dieser Patient wurde von mir am Toten Meer besonders betreut. Der Behandlungsverlauf wurde dokumentiert, fotografiert und das Arztgespräch auf Video aufgenommen.

Ich kann nicht verstehen, weshalb andere Patienten den Aufenthalt von ihrer Krankenkasse bezahlt bekommen haben, obwohl sie in Deutschland noch nie eine Reha-Maßnahme in Anspruch genommen haben.

Für mich war eine Kur in diesem Klima im Jahre 1994 ein erster Durchbruch zu einer länger andauernden Besserung meines Hautzustandes. Für den Zeitraum von ca. sieben Monaten bekam ich erstmals wieder das Gefühl, fast ein „Gesunder“ zu sein. Auf Grund dieser guten Erfahrung machte ich dann im Abstand von zwei Jahren „Wiederholungskuren“, die jedes Mal eine sehr positive Auswirkung auf meinen Gesundheitszustand hatten. So konnte ich seit dem Aufenthalt im Sommer 1998 auf jegliche Cortisonbehandlung verzichten.

Das Klima des Toten Meeres lässt sich nicht „Exportieren“. Auch der psychische Effekt einer Klimaheilbehandlung am Toten Meer sollte nicht unterschätzt werden. Ich muss aber auch eingestehen, dass sie nicht für jeden geeignet ist. Darum muss jeder für sich herausfinden, was für ihn am Besten ist. Ich kann dabei meine langjährig gewonnenen Erfahrungen weitergeben. Für die persönlichen Erfahrungen, die ich auch wieder auf dieser Reise gemacht habe, bin ich sehr dankbar. Sie sind eine Bereicherung für meine Arbeit in der Selbsthilfegruppe.

Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer der Gruppenreise 2006 und wir freuen uns schon auf die nächste Reise im Frühjahr 2007

Margitta Heß
SHG Ostheim/ Rhön

Bildquellen

  • Gruppenreise ans Tote Meer 2006: SHG Ostheim/ Rhön

2 Kommentare

  1. Hallo. Interessanter Beitrag! Haben Sie auch Erfahrung mit einem „Kuraufenthalt“ am Toten Meer in Israel? Vielen lieben Dank

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