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Luftverschmutzung und Psoriasis: Neue Erkenntnisse

Luftverschmutzung und genetische Anfälligkeit – das ist für Menschen mit Psoriasis kein gutes Duo. Eine Studie zeigt, wie Umweltfaktoren und unsere Gene zusammen das Risiko für Schuppenflechte erhöhen können. Forscher haben dafür Daten von fast einer halben Million Menschen untersucht. Doch es gibt Einschränkungen, die die Ergebnisse beeinflussen könnten.

Warum die Forscher die Studie gemacht haben

Soviel ist klar: Psoriasis ist eine häufige, entzündliche Hautkrankheit, die durch genetische und Umweltfaktoren beeinflusst wird. Die Rolle der langfristigen Luftverschmutzung bei der Entstehung von Psoriasis ist jedoch noch wenig erforscht.

Welches Ziel die Studie hatte

Die Forscher aus China wollten herausfinden, ob langfristige Luftverschmutzung das Risiko für Psoriasis erhöht und ob genetische Anfälligkeit diesen Zusammenhang beeinflusst.

Wie die Studienautoren vorgegangen sind

Die Studie nutzte Daten von 474.055 Teilnehmern der UK Biobank, die zu Beginn der Studie keine Schuppenflechte hatten. Die Forscher analysierten die Exposition gegenüber verschiedenen Luftschadstoffen und berechneten genetische Risikowerte für Psoriasis. Sie verwendeten Cox-Modelle, um den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Psoriasis-Risiko zu untersuchen.

Welche Ergebnisse die Forscher fanden

Die Studie zeigte, dass eine höhere Exposition gegenüber Feinstaub (PM2.5 und PM10), Stickstoffdioxid (NO2) und Stickoxiden (NOx) mit einem erhöhten Risiko für Psoriasis verbunden ist. Personen mit hoher genetischer Anfälligkeit und hoher Luftverschmutzung hatten ein besonders hohes Risiko.

Zu welcher Schlussfolgerung die Forscher kommen

Langfristige Luftverschmutzung erhöht das Psoriasis-Risiko, und genetische Anfälligkeit verstärkt diesen Effekt. Dies deutet darauf hin, dass Umwelt- und genetische Faktoren gemeinsam zur Entstehung von Psoriasis beitragen.

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Welche Einschränkungen die Forscher für ihre Studie sehen

Die Studie könnte durch einen sogenannten Selektionsbias beeinflusst sein. Das bedeutet, dass die Studienteilnehmer nicht repräsentativ für diejenigen sind, für die die Ergebnisse eigentlich gelten sollen.

Außerdem wurden nicht alle möglichen genetischen Varianten berücksichtigt. Und: Die Ergebnisse sind hauptsächlich auf weiße Europäer beschränkt.

Wo die Studie stattfand

Die Studie wurde in Großbritannien durchgeführt.

Bestätigen oder widerlegen die Ergebnisse frühere Studien?

Die Ergebnisse bestätigen frühere Studien, die einen Zusammenhang zwischen kurzfristiger Luftverschmutzung und Psoriasis zeigen, und erweitern diese Erkenntnisse auf langfristige Exposition und genetische Faktoren.

Wer die Studie finanziert hat

Die Studie wurde von der China Postdoctoral Science Foundation finanziert.

Fachbegriffe erklärt

  • Feinstaub (PM2.5 und PM10): Feinstaub sind winzige Partikel in der Luft, die kleiner als 2,5 Mikrometer (PM2.5) bzw. 10 Mikrometer (PM10) sind. Sie entstehen durch Verkehr, Industrie und andere menschliche Aktivitäten und können tief in die Lunge eindringen und gesundheitliche Probleme verursachen.
  • Cox-Modell: Ein statistisches Modell, das verwendet wird, um die Zeit bis zum Eintreten eines bestimmten Ereignisses (z.B. Psoriasis) zu analysieren. Es berücksichtigt verschiedene Einflussfaktoren und ermöglicht es, deren Effekt auf das Risiko zu schätzen.
  • UK Biobank: Die UK Biobank ist eine groß angelegte biomedizinische Datenbank und Forschungsquelle im Vereinigten Königreich. Sie zielt darauf ab, den Einfluss genetischer Veranlagungen und Umweltfaktoren auf die Entstehung von Krankheiten zu untersuchen. Die UK Biobank sammelt umfangreiche genetische, gesundheitliche und lebensstilbezogene Informationen von etwa 500.000 Teilnehmern. Diese Daten werden anonymisiert, um die Privatsphäre der Teilnehmer zu schützen. Die UK Biobank bietet Forschern Zugang zu einer Fülle von Daten, die für eine Vielzahl von Studien genutzt werden können, darunter solche zur Untersuchung von Krankheitsursachen und zur Entwicklung neuer Behandlungsansätze.

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Empfohlene Kommentare

Burg

Burg

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(bearbeitet)

1990 hatten 5 Hautpatienten (Pso, Neurodermitis) einen potentiellen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und ihrer Erkrankung mit einem Psychologen diskutiert. Ganz subjektiv war ein an Neurodermitis Erkrankter vom Zusammenhang überzeugt. Die anderen hatten keine oder nur eine indirekte* Abhängigkeit bei sich beobachtet. 

* durch Luftverschmutzung aggressivere Pollen (da gab es mal eine UK-Studie dazu), die einen Heuschnupfen oder allergisches Asthma erzeugten - und dadurch wiederum bei mir die Pso verschlechterten - 

Eine frühere Asbestbelastung (über 10J) am Arbeitsplatz wurde bei mir über 45 Jahre von der Berufsgenossenschaft überwacht; es sind heute keine Anzeichen für eine Asbestose im Röntgenbild sichtbar. 

Durch meine Tätigkeit mit den unterschiedlichsten Chemiekalien, war ich außerhalb des Berufs sehr darauf bedacht allen für mich erkennbaren Luftverschmutzungen, wie z.B. Stadtverkehr, andere Abgase oder Nebel- und Smogwetter, weitgehendst aus dem Weg zu gehen. Auch das Rauchen hatte ich bald aufgegeben (vor 45J). 

Nur einen belastenden Verdacht hatte ich, es war eine biochemisch hergestellte Substanz, die bei der Entnahme enorm staubte und dabei eine Kontamination durch ihre winzigen Partikel kaum ganz zu vermeiden war. Nach 2J blieb ich auch von diesen Partikeln ganz fern. 

Deshalb begrüße ich die Bobachtung von Luftverschmutzung auf die Pso. 

Bearbeitet ( von Burg)

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