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    Expertenchat "Psoriasis und Psyche"

    Bei einem Expertenchat am 3. Dezember 2008 konnten Interessierte mit Dr. Wolfgang Harth, damals von der Hautklinik in Berlin-Friedrichshain, über das Thema Psyche und Schuppenflechte sprechen – per Tastatur. Das Motto war: "Ich bin so verzweifelt! Wie werde ich bloß mit meiner Psoriasis fertig?".

    Hier das Protokoll:

    Helfen Entspannungsmethoden wie Autogenes Trainin­g?

    Dass Stress und psychische Belastungen das Auftreten von Psoriasisschüb­en auslösen können steht fest, demnach kann bei solchen Patienten ein Entspannungsverfahren wie Autog­enes Training oder auch Yoga sehr hilfreich sein.

    Ist die Schuppenflechte eine rein psychische Kra­nkheit?

    Nein. Bei der Psoriasis steht eine vererbte also genetisch determinierte Autoimmundermatose im Vordergrund, die durch psychische Faktoren ausgelöst werden kann oder auch verschle­chtert wird.

    Wann sollte man eine Psychotherapie bei Schuppen­flechte machen?

    Die Einleitung einer Psychotherapie hängt bei der Psoriasis entscheide­nd von den psychischen Begleiterkrankungen wie Angst und Depression ab. Eine Psychotherapie kommt besonders bei chronischen Formen der Psorias­is und Stressrespondern in Betracht. Die Gruppe der Stressresponder so­llte bei der Psoriasis unter psychotherapeutischen Aspekten identifizi­ert, diagnostiziert und adäquat therapeutisch behandelt werden.

    Wenn Stress ein Einfluss­faktor auf die Psoriasis ist, wie lange nach Stress kann die Schuppenf­lechte schlechter werden?

    Typischerweise wird die Psoriasis nach Stress nicht im gleichen Moment schlechter. Es dauert etwas länger. An ein belastendes Ereignis in einem Zeitraum von vier Wochen vor dem ­Beginn der Erkrankung konnten sich in einer Studie 35 Prozent Psoriasis-Patie­nten erinnern.

    Welche Möglichkeiten gibt es, trotz Stress mit d­er Krankheit besser umz­ugehen? Um Stress kommt man ja leider nie ­gänzlich herum.

    Wichtig ist eine positive Krankheitsbewältigung. Positive aktive Strategien beinhalten Zupacken, Zuwenden, Problemanaly­se, Auflehnung und emotionale Entlastung. Das klingt vielleicht etwas abstrakt. Wichtig ist eine Unterstützung bei der Problemlösung – Gesprächsangebo­te, Ermutigungen in der Familie – Partnerschaft und durch den Arzt des V­ertrauens.

    Im Moment geht es mir eigentlich gut, aber wie k­ann ich mich auffangen, wenn mein nächstes Tief kommt?

    Die Resignation bei dieser chronischen Erkrankung führt häufig dazu, d­ass sich die Patienten hilflos und depressiv fühlen. Eine möglicherweise begleitende Depression sollte frühzeitig abgeklärt­ werden und dann entsprechend behandelt werden durch Psychotherapie oder auch ­Medikamente. Andererseits führt eine Hautverschlechterung zu Depressionen, und in solchen Fällen kann konsequente Hautbehandlung und Hautpflege d­ie emotionale Situation verbessern. Hier liegt ein klassisches Beispiel einer Wechselbeziehung zwischen Ha­ut und Psyche vor.

    Da meine Nägel sehr stark betroffen sind, ziehe ­ich mich immer öfter z­urück. Ist das schon ein Anzeichen dafür, ­dass psychisch etwas aus dem­ Gleichgewicht ist?

    Generell ist dies ein Problem vieler Patienten mit sichtbaren Hauterkr­ankungen. In der Dermatologie lässt sich immer wieder folgender zentraler Mechan­ismus beobachten: Krankheit - Anpassungsstörung - Angst - Depression - ­und sozialer Rückzug. Wenn Sie starke Einschränkungen im sozialen Umfeld wie Beruf oder Part­nerschaft aufweisen, kann eine psychische Störung dahinterstecken. In solchen Fällen wäre eine psychologische Abklärung anzuraten.

    Medikamente haben als unerwünschte Wirkung oft D­epressionen im Beipack­zettel. Sollte man ein Medikament trotz le­ichter Depression überhaupt ­nehmen?

    Hier kommt es auf das Medikament (Medikamentengruppe) und den Grund de­r Verordnung an. Dies sollte offen mit dem behandelnden Arzt besproche­n werden. Welches Medikament meinen Sie genau?

    Ich hatte mehrere Medikamente, z. B. Arava, MTX ­und Neotigason. Welche Medikamentengruppen gibt es denn? Worauf ­sollte man achten?

    Diese Medikamente werden ja bei mittelschwer bis schweren Formen der P­soriasis verordnet. Dabei findet ja in der Regel eine engmaschige ärzt­liche Kontrolle statt. Liegt beispielsweise eine latente Depression vor und wird der Arzt dar­auf hingewiesen, so kann man dies im Rahmen der Kontrollvorstellungen b­esonders beachten. Meist tritt eine medikamentenbedingte Depression langsam auf. Sollte es­ dann zu einer Verschlechterung der Stimmungslage oder Depression komm­en, ist es möglich, Medikamente wie Neotigason umzustellen, damit ist die Nebenwirkung einer Depression bei der Behandlung mit ein­em solchen Medikament insgesamt gut steuerbar.

    Gibt es einheitliche Therapieansätze oder schwa­nkt dies je nach Patient und Typ der Psoriasis?

    Die Therapie der Psoriasis erfolgt heute unter dem Aspekt einer biop­sychosozialen Sichtweise, hierfür gibt es festgesetzte Leitlinien, denen sich die Ärzte verpflich­tet haben. Je nach Patient individuell verschieden kann die körperliche Symptomatik­ (biomedizinisch) oder auch psychosoziale Beschwerden einschließlich d­er Bewältigung im Vordergrund stehen. Für jeden Patienten werden dann entsprechend der Hauptbeschwerden sowi­e Schweregrad die notwendigen Therapieschritte eingeleitet. Beispielsw­eise Salben, Medikamente oder eben auch psychologische Maßnahmen.

    Gibt es viele Betroffene die Resignieren... und ­was sind die Folgen?

    Ein Tief kennt jeder, insbesonders chronisch Kranke. Durch die Belastung des äußeren Erscheinungsbildes erhält die Psoriasi­s einen entscheidenden Krankheitswert, insbesondere in der Überzeugung­ der Patienten, entstellt zu sein (Stigmatisierung). Für die Patienten ergibt sich ein weiterer Belastungsfaktor daraus, da­ss die Auslösung eines Erkrankungsschubes weder vorhersehbar noch kont­rollierbar ist. Dies führt bei dieser chronischen Erkrankung häufig dazu, dass sich di­e Patienten hilflos und depressiv fühlen.

    Derzeitig fühle ich mich mit meinem fast normale­n Hautbild sehr stabil­. Ich finde, am Anfang stand bei mir einde­utig die Psoriasis! Das konnte ich nur durch die Fumadermtherapi­e so klar erkennen.

    Genau, es besteht eine Wechselbeziehung zwischen Haut und Psyche. Es kann auch eine somatopsychische Störung vorliegen, wobei zuerst die Erkrankung auftritt und zu reaktiv psychischen Störun­gen führt, welche sich unter Therapie und Abheilung der Haut bessern o­der wieder verschwinden.

    Seit dem Einsetzen des Verhütungsstäbchens Impla­non erkrankte unsere T­ochter zuerst an Gürtelrose und jetzt hat ­sie auch Schuppenflechte bek­ommen. Kann es einen Zusammenhang m­it Implanon geben?

    Hormonelle Faktoren können eine Psoriasis beeinflussen. Besondere Wechselwirkungen sind bei Schwangeren beschrieben worden, da­ eine Beeinflussung des Immunsystems durch Hormone angenommen wird. Sowohl Gürtelrose als auch die Psoriasis sind Erkrankungen, die bei Stö­rungen des Immunsystems auftreten. Da es viele Ursachen von Immunstörungen gibt, sollten diese bei einem A­rzt ausgeschlossen werden und danach nochmals ein Zusammenhang zu Impl­anon neu diskutiert werden.

    Kann Implanon eine Immunschwäche auslösen?

    Mir persönlich ist kein Fall bekannt. Hier wäre ein interdisziplinärer Austausch zwischen Gynäkologe und De­rmatologe nach der oben angeratenen Durchuntersuchung ratsam. Eine int­ernationale Literaturanfrage würde dies begleiten können.

    Wie funktioniert eine gute Bewältigung der Schup­penflechte?

    Zentral ist eine gute Hautbehandlung, Hautpflege und positive Krankhei­tsbewältigung sowie bei Stressproblemen eine Entspannung. Wichtig sind aktive Strategien mit regelmäßiger Hauttherapie, Auslöser­ vermeiden und emotionale Entlastung.

    ***

    Zur Person

    Dr. Wolfgang Harth ist Facharzt für Haut- ­und Geschlechtskrankheiten sowie leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor an der K­linik für Dermatologie und Phlebologie Berlin- Friedrichshain. Als Dermatologe erfolgte die Ausbildung zum Psychotherapeuten und 2002­ die Habilitation im Fachgebiet Dermatologie an der Medizinischen Fakultät­ der Universität Leipzig. Im Bereich Psychodermatologie erfolgte die Publikation des ersten deut­schen Lehrbuches für psychosomatische Dermatologie (Harth, Gieler, Spr­inger Verlag 2006) sowie eine Autorenschaft der S2+IDA Leitlinie Psychodermatologie der Kommis­sion für Qualitätssicherung in der DDG/ AWMF. Seit 2007 hat Dr. Harth den Vorstandsvorsitz des Arbeitskreises Psychosomatische Dermatologie, einer Sektion der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft.


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    • Redaktion
      By Redaktion
      Heike W. hat erfahren, dass ihre Psoriasis pustulosa zuverlässig auf Stress reagiert – egal, ob es positiver oder negativer Stress ist. Ihre Psoriasis-Stellen verhalten sich heute ruhig, doch sie lebt mit dem Wissen, dass alles jederzeit wiederkommen kann. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.
      Ich war bereits 31 Jahre alt, als mittels einer Biopsie Psoriasis diagnostiziert wurde. Ich hatte noch nie zuvor Symptome. Eine Erbfolge diesbezüglich ist in meiner Familie nicht bekannt.
      Die Krankheit äußerte sich darin, dass ich unsäglich juckende, stark nässende und dann schwer schuppende "Ausschläge" mit tiefen Furchen auf beiden Handflächen und teilweise Fußsohlen hatte. Dass es sich bei dieser Form um Pustulosa handelt, habe ich mir irgendwann selbst zusammen gereimt.
      Ich wurde jahrelang mit Cortison- und Harnstoffsalben behandelt und trug teilweise am Tage Baumwollhandschuhe. Viele ekelten sich davor, dass ich sie anfassen und anstecken könnte. Die Handflächen rissen bei jeder schwererern Belastung auf und bluteten sofort. Hausarbeit wurde zur Tortur.
      Paradoxerweise sind meine linken Gliedmaßen sehr viel schwerer betroffen als die rechten, obwohl ich Rechtshänderin bin. Ein Umstand, auf den sich meine Ärzte nie einen Reim machen konnten.
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      Ich weiß, dass es jederzeit wiederkommen kann und lebe mit diesem Wissen. Ich habe auch - grad aus meinen akuten Jahren - die Erfahrung gemacht, dass die Psyche eine riesengroße Rolle spielt. Unabhängig davon, ob es sich bei Stress um positiven wie eine neue Liebe oder um negativen handelt - meine Schuppenflechte hat zuverlässig drauf mit massiver Verschlimmerung reagiert, wenn auch mit einer Nachlaufzeit von 1 bis 2 Wochen.
      Im Lauf der Zeit (heute bin ich 43 Jahre alt) veränderte sich auch meine übrige Haut. Obwohl ich seit Langem keine akute Phase mehr hatte, entwickelt mein Körper auf den Gelenkrückseiten insbesondere der Fingergelenke eine - ich nenne sie - Elefantenhaut. Das sieht in etwa so aus wies klingt. Naja, schau ich mal, was kommt ...
      Heike W. (43)
    • Claudia Liebram
      By Claudia Liebram
      In einer früheren Studie hatten Forscher herausgefunden, dass unter den Menschen mit Schuppenflechte mehr Leute an einer Internetabhängigkeit leiden als ansonsten gesunde. Forscher um Maximilian Schielein von der TU München setzten eine weitere Studie auf: Sie wollen herausfinden, wie stark Betroffene sozial eingeschränkt sind und ob parallel zur Internetabhängigkeit auch Depressionen, verstärktes Rauchen oder Alkoholabhängigkeit zu finden sind.
      Von März bis Juni 2019 waren Betroffene deshalb aufgerufen, einen Online-Fragebogen auszufüllen. Die Forscher werteten die Antworten von 460 Teilnehmern aus. Fast zwei Drittel waren weiblich, der Altersdurchschnitt lag bei 46 Jahren. Die Teilnehmer hatten ihre Psoriasis seit durchschnittlich 21 Jahren. Fast 23 Prozent waren zum Zeitpunkt der Umfrage nicht in ärztlicher Behandlung.
      Die Ergebnisse in Kurzform
      88 Prozent berichteten, dass sie sich sozial beeinträchtigt fühlen – manche selten, andere öfter.  Eine Internetabhängigkeit wurde 8,5 Prozent der Teilnehmer attestiert. In der Allgemeinbevölkerung sind das 3,2 Prozent (wobei man zu diesem Vergleich mehr wissen muss – siehe weiter unten). 40 Prozent der Teilnehmer zeigten depressive Tendenzen. 33 Prozent gaben an, dass sie täglich rauchen. In der Allgemeinbevölkerung tut das nicht einmal die Hälfte davon. 17 Prozent galten als alkoholabhängig. In der Allgemeinbevölkerung liegt dieser Wert bei 3,1 Prozent. Eine stärkere Alkohol- und Zigarettenabhängigkeit unter Psoriatikern hatten  mehrere Studie früher schon berichtet – doch der Internetabhängigkeit oder dem zwanghaften Internetgebrauch hatte sich bislang nur eine Studie gewidmet, die noch nicht veröffentlicht wurde.
      Studien oft nicht repräsentativ für alle Betroffenen
      Eine Herausforderung bei Studien ist es, Teilnehmer aus dem ganzen Spektrum der Betroffenen zu finden. Meist werden die Daten aus sogenannten Registern benutzt, doch dort werden hauptsächlich die Daten von mittelschwer bis schwer betroffenen Menschen gesammelt, und das in üblichen Einrichtungen wie Arztpraxen oder Kliniken. Das heißt aber auch: All die, die aus irgendeinem Grund nicht wegen ihrer Schuppenflechte zu einem Arzt gehen, kommen in Studien kaum vor. Viele suchen aber im Internet nach Informationen, und genau die wollten die Forscher mit ihrer Studie auch erreichen.
      Eine weitere Herausforderung: Sonst sind in Studien meist der PASI oder die Größe der betroffenen Körperoberfläche das Maß der Dinge. Die online zu ermitteln, ist schwierig – also fielen diese Angaben weg. 
      Eine Frage, 552 Antworten
      Und so wurde mit genau einer Frage ermittelt, ob sich jemand durch seine Psoriasis sozial beeinträchtigt fühlt: "Hindert Ihre Psoriasis Sie daran, bestimmten Freizeitaktivitäten nachzugehen?“ – bewertet auf einer fünfstufigen Skala von "nie" bis „immer“. Alle, die mindestens „selten“ angaben, wurden gefragt, woran genau sie gehindert werden. Dabei gab es keine vorgefertigten Antworten zur Auswahl, sondern ein Textfeld zum Ausfüllen – mit Beispielen wie Schwimmen, Sauna oder Sonnenbaden.
      88 Prozent der Teilnehmer fühlen sich durch ihre Psoriasis selten oder häufiger an Freizeitaktivitäten gehindert. Auf die Frage, woran genau sich die Teilnehmer gehindert fühlten, kamen 552 Antworten. Die meisten drehten sich um
      Schwimmen (273-mal geantwortet) Sport (93-mal) Sauna (49-mal) Sonnenbaden (32-mal) Stigmatisierungen und Aussehen (30-mal) Bewegung und Walken (28-mal) Ausgehen und Freunde treffen (21-mal) Andere (11-mal) Für die Forscher deuten viele Antworten außerdem darauf hin, dass manche Menschen mit Psoriasis weniger soziale Kontakte haben. 
      Weitere Zahlen und Fakten aus der Studie
      Depressive Tendenzen wurden bei 40 Prozent der Teilnehmer festgestellt. Bei diesem Teil der Befragung wurde klar: Je stärker sich jemand sozial beeinträchtigt fühlt, um so stärker sind depressive Tendenzen.
      Der Anteil derer, die täglich rauchen, ist mit 33 Prozent mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt. In der Allgemeinbevölkerung rauchen Männer häufiger täglich als Frauen. Bei den Teilnehmern dieser Studie war es andersherum.
      Während 17 Prozent der befragten Psoriatiker alkoholabhängig waren, sind es im bundesdeutschen Durchschnitt nur 3,1 Prozent. Jeder vierte Mann gab in dieser Studie an, dass er alkoholabhängig ist – und jede achte Frau.
      Die Zahl der Internetabhängigen aber war es, die die Forscher in dieser Studie wirklich überraschte. In einer repräsentativen Studie waren 3,2 Prozent aller Jugendlichen internetabhängig – unter den (deutlich älteren) Befragten mit Psoriasis waren es 8,5 Prozent. Dabei gab es keine deutlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern, dem Alter oder, wie stark sich jemand wegen der Schuppenflechte sozial beeinträchtigt fühlte.
      Die hohe Prozentzahl ist übrigens um so erstaunlicher, weil die Internetabhängigkeit eher bei jüngeren Menschen auftritt und abnimmt, je älter man wird.
      Die Teilnehmer der Umfrage waren im Durchschnitt 21,6 Stunden pro Woche online – abseits der Arbeit.
      Diese auffällig anderen Ergebnisse führen die Forscher auch darauf zurück, dass die Teilnehmer in dieser Online-Umfrage anonym antworten konnten oder die Teilnehmer waren ohnehin anfälliger – oder beides.
      Tipp: Bei therapie.de kann jeder in einem Test ermitteln, ob sein Internetgebrauch problematisch ist.
      Schwächen, Stärken, Schlussfolgerungen
      Den Forschern ist klar: Da es sich um eine Online-Umfrage handelte, konnte der Wahrheitsgehalt der Antworten der Teilnehmer nicht überprüft werden. Und: Mit einer Online-Umfrage erreichen die Forscher nur die, die ohnehin im Internet unterwegs sind – und nicht die, die zum Beispiel keinen Internetanschluss haben. Wer wegen seiner Krankheit stärker Probleme hat, sucht möglicherweise im Netz eher nach Informationen und stolpert irgendwann über die Einladung zur Umfrage als andere.
      Ein Vorteil aber könnte die Anonymität der Teilnehmer gewesen sein: Sie antworteten vielleicht ehrlicher und nicht so, wie sie denken, dass es von ihnen erwartet wird („soziale Erwünschtheit“). Früherer Studien hatten diesen Vorteil jedoch nicht, so dass die Ergebnisse nicht unbedingt vergleichbar sind.
      Für die Forscher unterstreicht die Studie, wie wichtig die psychische Belastung bei Psoriasis ist. Sie zeigt auch, dass Programme zum Abbau der Stigmatisierung nötig sind.
      Ihrer Meinung nach deutet alles darauf hin: Wenn Online-Selbsthilfeplattformen (wie unsere) und ihre Nutzer in die Gesundheitsforschung einbezogen werden, fördert das die Versorgung aller Betroffenen – und nicht nur derer, die beim Arzt oder in einer Klinik behandelt werden, also klassisch als Patienten bezeichnet werden.
      Ein Thema für künftige Studien haben die Forscher übrigens nebenbei ausgemacht: Schmerzen auf oder an der Haut wurden ihnen häufig als Symptom genannt.
      Die Studie "Always Online? Internet Addiction and Social Impairment in Psoriasis across Germany" wurde jetzt im "Journal of Clincal Medicine" veröffentlicht.
      Hinweis in eigener Sache: Das Psoriasis-Netz ist an der Studie nicht unschuldig. Wir unterstützten die Forscher bei der Formulierung der Fragebögen, riefen zur Teilnahme auf und waren an der Publikation der Ergebnisse beteiligt.
      Tipps zum Weiterlesen...
      ...zum Thema Wohlbefinden
      Im "Welt-Psoriasis-Glücks-Report" geht es darum, wie sich Menschen mit Schuppenflechte in Deutschland fühlen. [lesen] "Mit der Krankheit leben, ohne zu verzweifeln" vom Psoriasis Forum Berlin e.V. [lesen] Informationen der Deutschen Depressionshilfe über Selbsthilfe bei Depressionen [lesen] ...zum Thema Sucht
      Häufig gestellte Fragen zum Thema Sucht, beantwortet von der Caritas Informationen der Anonymen Alkoholiker Das Wichtigste über das Zusammenspiel von Schuppenflechte und Rauchen ...zum Thema Sex
      Partnerschaft und Sexualität bei Schuppenflechte Bei Psoriasis: Der Sex bleibt, die Zärtlichkeit verschwindet
    • Redaktion
      By Redaktion
      Können bestimmte Emotionen dafür sorgen, dass die Schuppenflechte stärker ist? Das wollen Forscher der Universität Gießen klären. Sie suchen Teilnehmer für eine Studie.
      In dieser Studie wollen Forscher um Dr. Christina Schut herausfinden, ob es einen Zusammenhang zwischen Emotionen und der Stärke von Psoriasis-Symptomen gibt. Um das zu klären, sollen 250 Menschen mit Schuppenflechte zuhause einen Fragebogen ausfüllen, der ihnen per Post zugeschickt wird. Ein frankierter Rückumschlag bringt die Unterlagen dann zurück nach Gießen. Für jeden Teilnehmer gibt es eine finanzielle Entschädigung von 10 Euro.
      Die Teilnehmer können später an einer weiteren Studie teilnehmen, wenn sie mögen und für diese zweite Studie geeignet sind. Für diese ist eine Untersuchung vor Ort in Gießen nötig. Deshalb werden auch für die Fragebogen-Studie bevorzugt Menschen aus Hessen und Umgebung gesucht.
      Die Studie ist ein Forschungsprojekt des Instituts für Medizinische Psychologie der Justus-Liebig-Universität Gießen. Wer mehr wissen möchte, kann sich bei Dr. Christina Schut unter 0641 / 9 94 56 82 melden.
      Kontakt aufnehmen
      Du willst mit deiner Teilnahme an der Studie helfen und bist zwischen 18 und 65 Jahre alt? Hier kannst du dich bei der Studienleiterin melden. Du wirst dann zurückgerufen oder per Mail angeschrieben.
    • Guest Spaghetti
      By Guest Spaghetti
      Meine Pso tritt immer dann irgendwann auf, wenn mich Situationen in meinem Leben komplett überfordert haben, mal früher, mal später ...
      Langsam bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass der Eine eben mit einem Magengeschwür reagiert, der Andere mit Ohrgeräuschen, der Nächste mit Schlafstörungen usw ... und ich eben mit der Pso.
      So einfach auf "Kommando" kann ich den Stress nicht runterfahren ... auch wenn ich weiß, dass wärs jetzt! Drum habe ich vor Monaten mit dem Kraftsport 2x/Woche angefangen ... Muskeltätigkeit senkt Stresshormone ... hoffentlich wissen meine Stressteilchen das auch ...
      Darf ich Euch fragen, was Ihr gegen Stress versucht oder tut?
      Nudelstarke Grüße an Euch, Spagetti
    • Natze
      By Natze
      Hallo,
      Ich bin neu dabei und wollte euch mal mein Leid klagen. Vielleicht habt ihr auch schon solche Erfahrungen gemacht und habt eventuell nen Tip für mich.
      Erstmal zu mir: Ich bin weiblich, 24 Jahre und Studentin.
      Seit einigen Jahren habe ich Schuppen aufdem Kopf. Anfangs konnte ich sie noch mit normalem Schuppenschampoo bekämpfen, aber schließlich ging das nicht mehr. Es wurde zunehmend schlimmer und meine Mutter bestand darauf, dass ich einen Hautarzt aufsuche.
      Hautarzt Nr. 1 hat sich das angeschaut und gesagt, dass ich einfach weiter normale Schuppenschampoos nehmen solle. Da das jedoch nichts brachte, habe ich einen weiteren aufgesucht. Hautarzt Nr. 2 hat mir ein Schampoo verschrieben (Sebiprox). Aber auch das half nicht. Er verschrieb mir anschließend noch eine Salbe, die in der Apotheke angemischt wurde, aber auch das erzielte keine Wirkung. Schließlich suchte ich Hautarzt Nr. 3 auf. "Sie studieren? Ach dann kommt das vom Stress... versuchen Sie es mal ruhiger angehen zu lassen." Er verschrieb er trotzdem verschiedene Salben und Gels, ohne Erfolg.
      Derzeit nutze ich Daivobet. Es wird ein wenig besser, aber nur so lange ich das jeden Tag anwende. Kaum setze ich das Mittel ab, wird es wieder schlimmer. Das Problem ist, dass ich selber natürlich nicht sehe wo die Stellen auf meinem Kopf sind, denn ich habe keine durchgehende Stelle, sondern lauter kleine Flecke, einige größere, andere kleiner. Am Hinterkopf habe ich gar keine Schuppen, sondern nur seitlich am Kopf und oben, außerdem ist die Kopfhaut rot und juckt.
      Ich hätte am liebsten ein Schampoo, da ich das auch alleine anwenden kann. Während der vorlesungsfreien Zeit ist meist meine Mutter so lieb und trägt die Lotion auf die betroffenden Stellen auf, aber ein Schampoo wäre einfach besser. Kann mir jemand etwas empfehlen?

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Willkommen in der Community für Menschen mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Ohne Werbung, ohne Tracking, aber mit ganz viel Herz 💛

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