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Wie Influencer bei Nahrungsergänzungsmitteln tricksen

Nahrungsergänzungsmittel sind bei Influencern auf Instagram schon länger der heiße Sch... Ganz kumpelig und rührselig erzählen sie, wie Mittel XY ihnen die Schmerzen weggezaubert hat oder sie allgemein fitter hält. Die Anbieter können sich da zurücklehnen – schließlich können sie immer noch sagen, dass sie den Influencer ja niemals dazu aufgefordert haben, das Blaue vom Himmel zu versprechen, dass sie leider, leider da gar nichts machen können... Undsoweiter undsoofterzählt.

Am Beispiel eines Produkts von "More Nutrition" für Menschen mit Arthrose hat MedWatch einen weiteren Trick erklärt: Halbsätze aus Studien werden zu Erfolgsgeschichten umgedeutet. Und wenn es dann doch mal Nebenwirkungen gibt, dann muss der Anbieter denen nicht nachgehen oder sie gar melden.

Dass Überwachungsbehörden mal tätig werden, wenn eine Werbung zu viel verspricht, kommt eher in homöopathischen Dosen vor. Scheint, als hätten sie aufgegeben.

Nicht so das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart, kurz CVUA. Es hat Gesundheitsversprechen für Nahrungsergänzungsmittel auf Instagram analysiert. „Instagram scheint eine Plattform zu sein, die besonders anfällig für das Werben mit unzulässigen gesundheitsbezogenen Werbeangaben ist. Von einer bewussten Verwendung ist auszugehen.“

Manche Anbieter verweisen in ihren eigenen Shops darauf, dass sie einige Aussagen nicht tätigen dürfen – die Kunden aber bitte „unzensierte Quellen im Internet" nutzen sollen. Und wenn Anbieter etwas nicht dürfen, gibt es ja immer noch die Influencer, nicht wahr? 

Zitat

Influencer/-innen hielten sich kaum an die Vorschriften der Health-Claims-Verordnung. Der höchste Anteil an betroffenen Influencer/-innen fand sich im Beauty-Bereich, gefolgt von Fitness Influencer/-innen.

 Influencer mit bis zu 600.000 Followern.

Der Rat für Verbraucher:

Zitat

Besonders bei ,starken’ Gesundheitsversprechen, wie sie für Nahrungsergänzungsmittel oft getätigt werden, sollte nicht alles für bare Münze genommen werden.

The Office Jim GIF

Medizin-Influencer bei Instagram, TikTok etc. – was sie machen, was sie dürfen

Aber immer öfter sind es Mediziner und Medizin-Studierende, die online Aufklärung betreiben – auf YouTube, Instagram oder TikTok. Diese sogenannten Medfluencer erreichen mit ihren Videos teilweise Millionen Zuschauer, haben Hunderttausende Follower. Nur: Ist es wirklich immer das ehrliche Interesse an Aufklärung, das hinter den Videos steht? Oder geht es auch um Profit? Vor allem Medizin-Studierende werben mit weißem Kittel und Stethoskop um den Hals in Sozialen Netzwerken auffällig häufig für verschreibungsfreie Medikamente oder Kosmetika. Zwar gibt es da rechtliche Regularien, aber auch Schlupflöcher. Und so genau schaut bislang offenbar niemand hin.

Die Meidensendung Zapp vom NDR hat sich im Januar 2023 mit den Medfluencern beschäftigt:

Wer "vorspulen" will – hier sind die Abschnitte:

00:00 Werbung von Medfluencern
00:42 Influencer @der.hausarzt
06:07 Was ist erlaubt?
06:45 Medizinberatung auf Social Media
07:54 Werbevideos von @docxalina
09:20 Das gilt im Medizinrecht
12:08 Agentur für Medlfuencer
14:00 Aufklärung oder Werbung?
16:16 Interview mit Doktor Weigl
19:30 Fazit

Das Geschäft der "Gesundheits"-YouTuber

Speziell den ""Gesundheits"-YouTubern und ihrem Geschäft mit dem Halbwissen widmete sich auch schon Philipp Walulis. Er erklärt bei funk viele Hypes und anderen Unsinn. Immer wieder nimmt er sich dabei Gesundheits-Themen vor. Und wer kennt sie nicht gerade jetzt, die vielen Virologen von der YouTube-Universität 😉

In dieser Folge hat er sich die Methoden der Gesundheits-Vorbeter vorgenommen. Viel Spaß! 🙂

"funk" ist ein spezielles Medienangebot für junge Menschen von ARD und ZDF. Die Beiträge sind vor allem in sozialen Netzwerken, auf YouTube und Co zu sehen.

Woran kann man dann aber seriöse Informationen erkennen? Das wird bei der Apotheken-Umschau ganz gut erklärt.


Bildquellen

little plant / Unsplash

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