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    Philips stellt Bestrahlungsgerät BlueControl ohne UV-Licht vor

    Der Elektronik-Hersteller Philips hat ein Gerät für die Behandlung der Psoriasis vorgestellt: Das "BlueControl" arbeitet mit gepulstem blauen LED-Licht auf einer Wellenlänge von 453 Nanometern und nicht, wie andere Psoriasis-Bestrahlungsgeräte mit UV-Licht.

    Um die Wirkung und Sicherheit seines Gerätes zu untermauern, hat Philips mit der Uni-Klinik Aachen zwei Studien durchgeführt. In der ersten Studie wurden 40 Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Schuppenflechte untersucht. Ihre Hauterscheinungen besserten sich innerhalb der vier Wochen Behandlungszeit deutlich. Eine zweite klinische Studie wurde mit 47 Patienten über einen Zeitraum von 4 Monaten durchgeführt. Die Hälfte der Patienten wurde 3 Monate lang mit dem blauen LED-Licht (453 Nanometer) einer Intensität von 200 mW/cm2 bestrahlt, die andere Hälfte mit einer niedrigeren Intensität von 100 mW/cm2. Die tägliche Dosis betrug 90 Joule pro Quadratzentimeter. Nach 30 Minuten Behandlungszeit schaltet sich das Gerät ab.

    Bei der ersten Studie in 2011, veröffentlicht in der Zeitschrift „Dermatology,“  ergab sich, dass pulsierendes, sichtbares Blaulicht Rötung, Infiltration (Einwanderung von Immunzellen) und Schuppung verringert. Die Forscher schreiben: "Die Daten zeigen eine kontinuierliche Verbesserung des Hautzustands während der Behandlung und eine Verschlechterung nach Beendigung des Blaulichttherapie.“

    Am Ende der zweiten Studie, so der Hersteller, wären die Psoriasis-Symptome bei den Probanden durchschnittlich um die Hälfte reduziert - bei einigen deutlich besser, bei anderen weniger stark. Die positiven Effekte der Blaulicht-Therapie seien (im Vergleich zu der unbehandelten Kontrollgruppe) sehr deutlich. Nebenwirkungen gäbe es überhaupt keine. 98 Prozent der Patienten hätten die 3 Monate Behandlungszeit durchgehalten, was als Anzeichen für die gute Wirkung genommen wird. Die Angaben stammen von einer Presseerklärung des Herstellers. Die zugrundeliegende Studie erschien im Juni 2015.

    Einen Einsatz des Medizingerӓts direkt am Auge sollten die Patienten vermeiden. Ein Infrarot-Temperatursensor verhindert allerdings ohnehin, dass die LED-Lampen eingeschaltet werden, wenn das Gerät nicht auf der Haut aufliegt. Alle Probanden erhielten neben der Blaulicht-Bestrahlung eine Feuchtigkeitscreme.

    Philips BlueControl

    Die Anwendung ähnelt Geräten zur Schmerzlinderung: Das "Philips BlueControl“ wird auf die Psoriasis-Stellen an Armen, Beinen, Ellenbogen und Knien gelegt und mit einem Halteband festgezurrt. Dann tun 40 blaue LEDs ihren Dienst – batteriebetrieben und damit mobil nutzbar. Man muss dabei nicht still sitzen, sondern kann während dessen fernsehen, kochen, tippen oder lesen.

    Das „Philips BlueControl“ wird als Medizinprodukt der Klasse II a eingestuft – also als Gerät mit einem mittleren Risikopotential. In der gleichen Klasse sind zum Beispiel Ultraschallgeräte, Kontaktlinsen und Zahnkronen zu finden.

    Professor Matthias Born von Philips erklärt die Wirkweise so: "Untersuchungen belegen, dass die Therapie mit blauem LED-Licht die schnelle Zellteilung verlangsamt und die Entzündungsprozesse reduziert.“

    "Gepulstes Blaulicht“ kommt auch beim deutlich aufwändigeren DermoDyne-Verfahren – der so genannten Lichtimpfung – zum Einsatz. Dabei wird ein Lichtspektrum von 400 bis 500 Nanometern verwendet. Damit dürfte das Philips-Gerät in der gleichen Liga spielen. Herkömmliche UV-B-Bestrahlungsgeräte, die bei der Psoriasis-Behandlung eingesetzt werden, arbeiten mit einem Lichtspektrum von 311 Nanometern.

    Der Öffentlichkeit wurde das Gerät beim 23. Kongress der European Academy of Dermatology & Venereology im Oktober 2014 vorgestellt. Ab November soll es in Deutschland frei zu kaufen sein, ausschließlich bei der Dr. Hönle Medizintechnik GmbH. Philips nannte uns als unverbindlichen Verkaufspreis (UVP) 499 Euro (Januar 2015). Das Gerät muss privat bezahlt werden, solange es noch nicht im Hilfsmittel-Verzeichnis des GKV-Spitzenverbandes aufgenommen worden ist.

    Erste Einschätzung

    Lediglich zwei Studien mit insgesamt nur 87 Patienten sind keine beeindruckenden Zahlen - aber für Medizinprodukte durchaus üblich.

    Im Prospekt der Firma heißt es, dass sich bei den Patienten innerhalb von 12 Wochen die leichte oder mittelschwere Psoriasis durchschnittlich um 50 % verbessert habe. Das ist für eine völlig nebenwirkungsfreie Therapie ein guter Wert. Andere Therapien mit mehr oder weniger starken Nebenwirkungen weisen durchaus bessere Ergebnisse auf, wirken aber nicht bei jedem Patienten. Bei der ersten Studie wurde noch darauf hingewiesen, dass sich die Psoriasis-Stellen wieder verschlechtert hätten, als die Bestrahlungstherapie endete. Den bisherigen Veröffentlichungen der zweiten Studie können wir nicht entnehmen, ob die Patienten danach eine Zeit lang erscheinungsfrei geblieben sind oder eine Dauer-Therapie notwendig ist.

    Da immer nur einzelne Plaques bestrahlt werden können, ist das Gerät für diejenigen Patienten geeignet, die nur an wenigen Körperstellen betroffen sind und die nicht großflächig bestrahlt werden sollten. Der Akku reicht für zwei bis maximal drei Behandlungen (eine Stunde). Weil das Verfahren keinerlei Nebenwirkungen hat, müssten auch Kinder damit behandelt werden können, sofern sie nur vereinzelte Psoriasis-Stellen haben.

    In der englischsprachigen Pressemitteilung ist die Rede davon, dass das Gerät "voraussichtlich innerhalb des nächsten Jahres in die Gesundheitsversorgungssysteme in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden integriert wird.“ Im deutschen Gesundheitssystem können herkömmliche Bestrahlungsgeräte nur dann vom Arzt verschrieben und den Kassen bezahlt werden, wenn sie im Hilfsmittel-Katalog aufgenommen werden. Philips hat das beantragt. Aber es bleibt abzuwarten, ob ein Gerät mit relativ wenig Probanden in den Studien und einer begrenzten Einsatzmöglichkeit auf einzelne Plaques bisherigen UV-Geräten gleichgestellt wird.

    Dr. Jan Wilkens hatte schon 2001 ein Bestrahlungsgerät mit blauem Licht vorgestellt - hauptsächlich für Neurodermitiker. Das Psoriasis-Netz berichtete zuletzt davon unter dem Titel "Lichtimpfung für Kinder jetzt auch im Krankenhaus". Auf Anfrage begrüßt es Wilkens, dass es jetzt endlich einen Durchbruch bei der Bestrahlung mit blauem Licht gäbe. Er verwies darauf, dass das Philips-Gerät immer nur sehr kleine Areale bestrahlen könne. Das Dermodyne®-Gerät, das er entwickelt habe, erfasse dagegen den gesamten Körper. Erfolgreich ist Wilkens' Blaulicht-Therapie bisher aber leider nur bei Neurodermits.

    Claudia Liebram, Rolf Blaga

    Bildquellen

    • Philips BlueControl: Hersteller
    • Philips BlueControl: Bildrechte beim Autor

    User Feedback

    Recommended Comments

    Guest Dieter Kühne-Werkmeister

    Posted

    Hinsichtlich der Wirkung ist es schwer etwas dazu zu sagen. Mit derartig wenigen Studien und Probandenzahlen käme heute kein Medikament mehr auf den Markt. Wer experimentierfreudig ist, kann das ja gerne probieren. Aber wer Sicherheit hinsichtlich der Wirkungen haben möchte, sollte eher vorsichtig sein und abwarten.

    Zu wünschen wären Studien mit größeren Zahlen, längerer Beobachtung der Ergebnisse und einem Doppeltblindansatz, um Placeboeffekte aus der Statistik herauszubekommen.

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    • Inga Richter
      By Inga Richter
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      Die meisten Schuppenflechte-Patienten sehen die Praxis ihres Hautarztes drei- bis viermal pro Woche, wenn sie sich für eine Bestrahlungsserie entscheiden.
      Eine Behandlung zu Hause bietet mehr Spielraum: Man kann bestrahlen, wenn man Zeit hat, und das auch nach der Praxisöffnungszeit. Aber: Die Anschaffungskosten muss der Patient in der Regel selber tragen. Außerdem sollte eine solche Eigenbehandlung nicht unkontrolliert durchgeführt werden, sondern unter genauer Anleitung eines erfahrenen Arztes. Denn: Die Strahlungen haben, wie fast jede Behandlung, Nebenwirkungen und können im schlimmsten Fall Hautkrebs verursachen. Lichtschäden wie Sonnenbrand oder Juckreiz und Prozesse der Hautalterung gehören ebenfalls zu den Risikofaktoren – sofern die Behandlung zu stark oder zu lange erfolgt. „Leichtere“ Nebenwirkungen können Erytheme oder Juckreiz sein.
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      Balneo-Phototherapie
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      Ärzte, die die Balneophototherapie anbieten, findest du in einer Auflistung des Berufsverbandes Deutscher Dermatologen  und natürlich in unserem Adressbuch.
      Für die wichtigsten Fakten zur Balneophototherapie haben wir einen eigenen Artikel geschrieben.
      Photochemotherapie (PUVA)
      PUVA eignet sich insbesondere für die Behandlung von schwerer Psoriasis. Diese Therapie gibt es in drei Formen. In jedem Fall werden Psoralene verwendet, bevor die Bestrahlung beginnt. Diese Substanzen machen die Haut für die Bestrahlung sensibler. Die Medikamente gibt es in Form von Tabletten, als Creme zum Auftragen auf die Haut oder als Badezusatz. Bei PUVA bestehen die Strahlen aus UV-A Licht mit dem zwei bis viermal die Woche behandelt wird. Studien belegen eine vergleichbare Wirkung von oraler PUVA und Bade-PUVA und einen etwas geringeren Effekt von Creme-PUVA. Die Therapie ist tabu während der Schwangerschaft oder Stillzeit und sie eignet sich auch nicht bei Patienten, die an lichtbedingten Hauterkrankungen oder an Hautkrebs erkrankt sind oder bei Patienten, die Immunsuppressiva erhalten. Mögliche unangenehme Begleiterscheinungen sind Erytheme, Juckreiz, Übelkeit. Es scheint gesichert, dass zumindest die orale PUVA das Risiko für Krebs erhöht.
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      Noch neuartiger ist bzw. war die Behandlungsmethode namens DermoDyne. Dabei wird die Haut mit Blaulicht ohne schädliche UV-Anteile behandelt. Das Blaulicht soll jene Immunzellen normalisieren, die wegen der Autoimmunerkrankung das hauteigene Gewebe attackieren. Im Anschluss soll die Wirkung monate- manchmal sogar jahrelang anhalten – wie eine Impfung eben. Obwohl inzwischen einige wenige Studien die gute Wirksamkeit bei entzündlichen Hautkrankheiten belegt haben, ist die Behandlung nach wie vor keine Kassenleistung. Sie wurde nur in wenigen Praxen beziehungsweise Kliniken durchgeführt, derzeit wissen wir nur von einer Praxis in Wien. Nach dem Tod ihres Erfinders und Protagonisten Jan Wilkens werden Wege gesucht, die Therapie weiterzuführen.
      Näheres hier:  www.psoriasis-netz.de/therapien/bestrahlung/lichtimpfung.html
      UV-A Behandlung
      Die Behandlung mit reinem UV-A Licht statt UV-B Bestrahlungen wurde bislang nur in einer Studie untersucht. Zwar erzielte die Therapie binnen vier Wochen ein sehr gutes Ergebnis, doch scheint die dürftige Studienlage und die geringe Anzahl der Teilnehmer (nur 16) doch wenig aussagekräftig zu sein.
      UV-B Breitspektrum
      Diese Therapie ist die älteste Form der Phototherapie. Hier wird die gesamte Bandbreite der UV-B Strahlung benutzt (280 – 320 nm). Laut den Ergebnissen von verschiedenen Studien erreichte die Hälfte bis zu drei Vierteln der Patienten eine Verbesserung des PASI Wertes um 75%. Je öfter pro Woche, desto schneller wurde diese Verbesserung erreicht. Dabei muss natürlich auf die erhöhte Gefahr der Nebenwirkungen geachtet werden.
      Bei der verwandten Selektiven UV-Therapie (SUP) können durch spezielle Lampen die Lichteinstellungen verändert werden. Eine Studie (zumindest) belegt, dass die SUP besser wirkt als die Breitspektrum-Behandlung.
      Blaulicht
      Neueste Entwicklung im Bereich Lichttherapie war das BlueControl-Gerät. Das leuchtete mit gepulstem blauen LED-Licht. Es hatte eine Wellenlänge von 453 Nanometern. Im Sommer 2018 nahm Hersteller Philips es allerdings wieder vom Markt. Mehr darüber findest du in unserem Marktüberblick.
      UVA-1 Therapie ("Kaltlicht")
      Diese Therapie wird bei Neurodermitis oder Parapsoriasis angewendet – nicht jedoch (oder nur selten) bei Schuppenflechte.
      Häufige Fragen zur Lichttherapie
      Reicht nicht das Solarium um die Ecke? Im Solarium gibt es in aller Regel nicht die hilfreiche UV-B-Strahlung von 311 Nanometern. Außerdem erhöhen oder vermindern manche Medikamente die Wirkung von UV-Licht. Deshalb ist eine Bestrahlungsserie beim Arzt immer besser. Bei einer leichten Schuppenflechte allerdings ist an einer mäßigen Solariums-Bräune nichts auszusetzen - schließlich fühlen Sie sich dann ja auch psychisch wohler.
      Kann ich mir auch ein Gerät für zu Hause kaufen? Klar, doch das ist eine Frage des Geldes und des Platzes. Wer nur einzelne kleinere Stellen hat, kann an einen sogenannten Lichtkamm denken. Die meisten Produkte aus dieser Kategorie haben einen Aufsatz mit einem Kamm, damit die Haare gescheitelt werden können und das Licht bis auf die Kopfhaut kommt. Dieser Kamm kann abgenommen werden, dann ist das Gerät prima auch für andere Hautstellen verwendbar. Etwas größer sind Teilbestrahlungsgeräte, meist für die Hände und/oder Fußsohlen. Und noch eine Nummer größer, ein Lichttherapie-Gerät für den ganzen Körper, stellen sich nur ganz wenige hin. Wir listen in unserem Adressbuch auch Anbieter von Lichttherapie-Geräten auf. Und: Du kannst so ein Bestrahlungsgerät oft auch mieten. Darüber sollte deine Krankenkasse bescheidwissen.
      Hilft die Lichttherapie auch bei Nagelpsoriasis? Aus unserer Erfahrung: eher naja. In manchen Klinik wird die Nagelpsoriasis mit sogenannten Punktstrahlern behandelt.
      Was muss ich vor der UV-Behandlung beachten? Der Körper sollte gesäubert sein – das war es aber auch schon. Verwenden Sie nach dem Duschen oder Waschen möglichst kein Aftershave, keine Pflegecreme, kein Sonnenschutzmittel, keine Kosmetik und nichts mit Duftstoffen. Auch schwarzer Tee oder Nahrungsergänzungsmittel mit Johanniskraut sollten warten. Das alles nämlich kann die Haut lichtempfindlicher machen und die Haut hat schneller einen Sonnenbrand als sonst.
      Auch einige Medikamente steigern die Lichtempfindlichkeit, doch danach sollten der Arzt oder die Arzthelferin vor der Lichttherapie ohnehin fragen.
      Womit soll ich nach einer UV-Behandlung die Haut pflegen? Auf jeden Fall solltest du vorher an Ihre Haut nur Wasser lassen. Wenn du nicht ausdrücklich Psoriasis-Stellen im Gesicht bestrahlen willst, solltest du dort an eine Sonnenschutzcreme denken.

      Nach der Bestrahlung braucht die Haut viel Feuchtigkeit - packen Sie also eine Feuchtigkeitscreme ein, am besten ohne großartige Duftstoffe etc.
      Was ist PUVA? PUVA ist die Abkürzung für eine Therapie mit Psoralenen und UV-A-Strahlen. Psoralene sind Wirkstoffe, die die Haut empfindlicher für das Licht machen. Heutzutage geschieht das bei der Psoriasis-Behandlung meist mit Salben.

      Der Arzneistoff 8-Methoxy-Psoralen kann dem Patienten eine Stunde vor der Bestrahlung in einer Tablette gegeben werden. Der Stoff verteilt sich im Körper und gelangt so auch in die Hautzellen. Moderner ist eine Bade-PUVA. Dann wird der Lichtsensibilisator in Wasser gelöst.

      Trifft nun UV-A-Licht auf die Haut, geht der Arzneistoff in einen energiereicheren Zustand über. Die Zellen können sich nicht mehr so extrem teilen, wie es bei Psoriasis der Fall ist.
      Was ist eine Bade-PUVA? Bade-PUVA ist eine Bestrahlung der Haut mit UV-A-Strahlen. Gleichzeitig badet der Patient in einem Wasser, dem ein Lichtsensibilisator zugegeben wurde. Der heißt Psoralen – daher das „P“ in „PUVA“.
      Was muss ich nach einer PUVA-Behandlung beachten? Das größte Problem ist die Strahlenmenge. Du hast nach der PUVA-Behandlung genügend davon intus – mehr sollte es nicht werden.
      Das heißt: Du solltest dich keinen weiteren UV-A-Strahlen aussetzen.

      Ein Sonnenbad oder Besuche im Solarium sind absolut nicht angeraten. Selbst die Sonnenstrahlung, die du hinter einer (Auto-)Scheibe abbekommen, kann zu viel sein. Wer im Freien arbeitet, sollte zur Sonnencreme mit UV-A-Filter greifen oder besser noch die Haut gut mit Kleidung bedecken.
      Welche Nebenwirkungen kann eine PUVA-Therapie machen? Wie bei jeder Therapie können auch bei einer PUVA-Behandlung Nebenwirkungen auftreten. Diese möglichen Nebenwirkungen sind:
      häufig (also bei bis zu zehn von 100 Patienten): Juckreiz und Rötung der Haut
      gelegentlich (also bei bis zu einem von 100 Patienten): neue Psoriasis-Stellen, wo bisher keine waren
      sehr selten und in Einzelfällen (also bei weniger als einem von 1000 Patienten): Müdigkeit, Hyperpigmentierungen (dunkle Flecken auf der Haut), Kontaktallergie, Einfärbung von Finger- oder Fußnägeln,
      bösartige Veränderungen der Haut (Malignome)
      Quelle: Patienteninformation der Galderma Laboratorium GmbH über das Lösungskonzentrat Meladinine 0,3%
      Was ist UVA-1 oder Kaltlicht? Dieses Licht ist in einem sehr begrenzten Spektral-Bereich des UV-Lichtes angesiedelt. Es dringt durch die oberen Hautschichten durch, verbrennt sie aber nicht. Sein Ziel ist aber die tiefe Haut. Kaltlicht heißt diese Form, weil mit aufwändiger Technik die Infrarotstrahlung herkömmlicher Lichttherapie-Geräte minimiert wird. So wird die Haut nicht mehr so erhitzt.
      Welche Krankheiten werden mit UVA-1 oder Kaltlicht behandelt? Die Therapie wird angewendet bei Neurodermitis, Ekzemen, Sklerodermie, Lupus erythematodes, dem T-Zell-Lymphom, Parapsoriasis oder Mastozystose. Manche Ärzte berichteten von einer Besserung bei Juckreiz mit unklarer Ursache, bei Akne, Urtikaria, Knötchenflechte oder Rosazea. UVA-1 wird auch schon mal zur Konditionierung einer Sonnenallergie verwendet.
      Wie läuft eine Therapie mit UVA-1 oder Kaltlicht ab? Die Geräte sind schon wegen der eingebauten Kühlung recht groß. Wer mag, kann darin liegen, Musik hören, schlafen... Je nach Erkrankung wird drei- bis fünfmal pro Woche bestrahlt – das Ganze drei bis vier Wochen lang.
      Links zum Thema
      Lichttherapie allgemein
      Erfahrungen von Betroffenen findest du in unserer Community Dort gab es auch einmal ein Expertenforum zur UV-Betrahlung Was andere über die Bestrahlungstherapie schreiben UV-Strahlen – Informationen vom Bundesamt für Strahlenschutz Bestrahlungsrisiken – Information vom Psoriasis Forum Berlin e.V. [lesen] UV-Bestrahlung des Blutes
      In der Naturheilkunde gibt es eine Therapie, in der entnommenes Blut mit UV-Licht bestrahlt und dann dem Patienten wieder gespritzt wird. Informationen darüber findest du hier:
      "UVB-Bestrahlung des Blutes" von Dr. von Schreitter aus Neuss "Eigenbluttherapie mit UVB-Bestrahlung des Blutes" - Merkblatt von Dipl.-Med. Karin Finger aus Brandenburg (Havel) Englischsprachige Informationen
      Home versus outpatient ultraviolet B phototherapy for mild to severe psoriasis: pragmatic multicentre randomised controlled non-inferiority trial
      frei downloadbarer Artikel aus dem "British Medical Journal" zum Thema "Heim- oder ambulante UVB-Therapie", 06.03.2009
      Fotos von der Lichttherapie
       
       
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