Volon A-Schüttelmix – was ist das und wie wird es angewendet?

Wirkstoff: Volon® A-Schüttelmix
Dieses Medikament ist rezeptpflichtig.

Allgemeine Informationen

Volon® A-Schüttelmix ist zur äußeren Anwendung auf der Haut bestimmt. Es besteht aus zwei Bestandteilen: Eine Kristall-Aufschwemmung (Kristall-Suspension) mit einem Glukokortikoid (Triamcinolonacetonid) sowie einer Zinkoxid-Suspension. Vor der Anwendung werden die beiden Bestandteile zusammengemixt (deswegen „Schüttelmix“) und man erhält die gebrauchsfertige Suspension.
Bei welcher Erkrankung wird das Medikament angewandt?
Volon A® Schüttelmix ist für die äußerliche Behandlung der Psoriasis pustulosa geeignet, die durch eine Blasenbildung gekennzeichnet ist. Darüber hinaus wird die Suspension zur Akutbehandlung bei zahlreichen anderen Hauterkrankungen wie nässenden Ekzemen, Kontaktdermatitis und Neurodermitis eingesetzt.

Wirkmechanismus

Das in der Suspension enthaltende Glukokortikoid greift in vielfältiger Weise in die entzündlichen Vorgänge bei Psoriasis ein. Es hemmt zum einen die Proliferation der Hautzellen und normalisiert über diesen Mechanismus die bei Psoriasis vorliegende Verhornungsstörung. Zum anderen hemmt es auch die Einwanderung und Vermehrung verschiedener Entzündungszellen wie Lymphozyten und Granulozyten. Glukokortikoide (auch Kortikosteroide oder kurz „Kortison“ genannt) sind synthetischer Abkömmling des körpereigenen Hormons Kortisol, und gehören zu den stärksten Waffen gegen überschießende Entzündungsprozesse.
Zinkoxid wirkt zusätzlich kühlend, antiseptisch und austrocknend.

Wie wird die Therapie angewandt?

Bevor man Volon® A-Schüttelmix anwendet, muss man selbst die gebrauchsfertige Suspension herstellen.  Dazu wird zuerst die Flasche mit der Zinkoxidsuspension und die Fertigspritze mit der Kristallsuspension geschüttelt. Dann wird der gesamt Inhalt der Fertigspritze in die Flasche gespritzt, die Flasche wieder verschlossen und noch einmal gründlich geschüttelt. Danach wird der Flaschenverschluss durch den Tropfaufsatz ersetzt. Die gebrauchsfertige Suspension ist drei Monate haltbar. Vor jeder Anwendung muss die Flasche erneut kräftig geschüttelt werden.
Die gebrauchsfertige Lösung wird dann ein- bis zweimal täglich sparsam auf die betroffenen Hautpartien getropft und mit dem Finger verstrichen, sodass nur ein hauchdünner Film bleibt. Solange dieser Film sichtbar ist, ist keine erneute Behandlung erforderlich.
Die Dauer der Behandlung hängt vom Krankheitsbild und vom Verlauf ab und reicht von wenigen Tagen bis maximal vier Wochen (dann auf höchstens 20% der Körperoberfläche beschränkt). Hierzu eine Faustregel: Beim Erwachsenen entspricht eine Handfläche (mit Fingern) in etwa 1% der Körperoberfläche.

Wann und wo darf das Medikament nicht angewandt werden?

  • bei bekannter Überempfindlichkeit gegen eines der Bestandteile
  • bei Windpocken und anderen Virusinfektionen (z.B. Lippenherpes), Impfreaktionen, Tuberkulose, Syphilis, bakteriellen Infektionen, Pilzerkrankungen im Anwendungsgebiet
  • Bei Rosacea oder rosacea-artiger (perioraler) Dermatitis
Im Vergleich zu Erwachsenen wird äußerlich angewandtes Kortikoid von der kindlichen Haut vermehrt aufgenommen und kann auf diese Weise ins Blut gelangen und hier zu Nebenwirkungen führen. Daher sollte Volon® A-Schüttelmix (wie auch allen anderen äußerlichen Kortikoidpräparate) bei Kindern nicht auf großen Hautgebieten, in großen Mengen oder über längere Zeit (mehr als sieben Tage) angewandt werden.

Worauf müssen Arzt und Betroffener besonders achten?

Die Anwendung von Volon® A-Schüttelmix im Gesicht und in Hautfalten sollte nur kurzfristig erfolgen und nur, wenn andere Therapiemöglichkeiten ausgeschlossen sind.
Volon® A-Schüttelmix ist nicht geeignet für die Anwendung bei trockenen chronischen Ekzemen, da es die Haut zusätzlich austrocknet. Dies gilt auch für trockenen Psoriasisherde.
Volon® A-Schüttelmix darf auf keinen Fall in die Augen gebracht werden.
Unter einer hochdosierten langdauernden Behandlung kann es unter Umständen zu einem vermehrten Übertritt von Glukokortikoiden ins Blut und damit zu einer Unterdrückung der körpereigenen Kortsion-Produktion in der Nebennierenrinde kommen. Durch entsprechende Hormonuntersuchungen (z.B. freies Cortisol im Urin) kann der Arzt diese Komplikation rechtzeitig erkennen und gegensteuern.

Kann das Medikament in Schwangerschaft und Stillzeit angewandt werden?

Die Anwendung von Glukokortikoiden sollte in der Schwangerschaft grundsätzlich unterbleiben, da keine Daten über die Sicherheit beim Menschen vorliegen. Bei einer Langzeitanwendung sind kindliche Wachstumsstörungen nicht auszuschließen.
Glukokortikoide gehen in die Muttermilch über. Bei einer Behandlung in höheren Dosen oder über einen längeren Zeitraum sollte daher sicherheitshalber abgestillt werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Gelegentlich (bei mehr als einem von 1000 Behandelten aber weniger als bei einem von 100)
  • Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Brennen, Juckreiz, Reizung, allergischer Kontaktdermatitis
Wird die gebrauchsfertige Lösung zu dick aufgetragen oder zu lange angewandt, kann es zu einer verstärkten Austrocknung der Haut mit Gefahr der Bildung von Ekzemen und Einrissen (Rhagaden) kommen.
Bei Langzeitanwendung (mehr als 14 Tage) können lokale Kortikoid-Nebenwirkungen im Bereich der behandelten Haut auftreten. Dazu gehören:
  • Striae (= „Streifen“ – kleine streifige Narben in der Haut, die durch Verdünnen und Verlust der Elastizität der unteren Hautschicht und Zerstörung der Kollagenfaserns verursacht werden)
  • Hautatrophie (die Haut wird dünner)
  • Teleangiektasien (erweiterte Kapillargefäße der Haut, die dann sichtbar werden)
  • Steroidakne
  • Miliaria („Hitzepickel“ bei Verschluss der Schweißdrüsen)
  • Hypertrichose (vermehrte Behaarung)
  • Follikulitis
  • Pigmentverschiebungen
  • Hautmazeration (Aufweichen der Haut)
  • Rosacea-artige (perorale) Dermatitis
  • Sekundärinfektionen z.B. durch Bakterien, Viren oder Pilze
Bei langdauernder und großflächiger (mehr als 20% der Körperoberfläche) Anwendung muss durch die mögliche vermehrten Aufnahme (Resorption) auch an Glukortikoid-Nebenwirkungen im Gesamtorganismus gedacht werden. Dies gilt insbesondere wenn die Anwendung unter einem abdeckenden Verband (Okklusionsverband) erfolgt.
Dazu gehören:
  • reaktive Unterfunktion der Nebennierenrinde, die normalerweise körpereigenes Kortison herstellt
  • Anzeichen eines Cushing-Syndroms (Vollmondgesicht, Stammfettsucht mit „Stiernacken“, Muskelschwäche, Osteoporose, arterielle Hypertonie, Stoffwechsellage wie bei einem Diabetes mellitus)
Nach Therapieunterbrechung bilden sich diese Symptome im Allgemeinen schnell und vollständig zurück. In seltenen Fällen springt die Nebennierenrinde nach dem Absetzen nicht gleich wieder an, so dass eine Überbrückung durch die Gabe von Kortikoidtabletten notwendig ist.

Anwendung bei Kindern

Aufgrund der vermehrten Aufnahme über die noch dünnere Haut muss hier besonders auf eine Unterfunktion der Nebennierenrinde geachtet werden, die bei Kindern zur Beeinträchtigung des Längenwachstums und der Gewichtsentwicklung führen kann.
Außerdem kann hier ein Erhöhung des Hirndrucks mit vorgewölbter Fontanelle und Kopfschmerzen auftreten.
Deswegen wird empfohlen, Kinder nur kurz (maximal 7 Tage) und mit der geringst möglichsten Dosierung zu behandeln und besonders auf mögliche Nebenwirkungen im Gesamtorganismus (so genannte systemische Nebenwirkungen) zu achten.

Mit welchen anderen Medikamenten oder Wirkstoffen gibt es Wechselwirkungen?

  • Die gleichzeitige Anwendung von Salben und Cremes ist zu vermeiden.
  • Seifenwaschungen sollte man bei der akuten Behandlung möglichst einschränken, um den Therapieerfolg nicht zu gefährden.

Was sollte man sonst noch wissen?

Volon® Schüttelmix ist aufgrund der austrocknenden Wirkung nur für die Behandlung der seltenen Psoriasis pustulosa zu empfehlen. Für die Behandlung anderer Psoriasisformen stehen andere Kortisonzubereitungen für die äußerliche Anwendung zur Verfügung.
Lagerung: Vor Licht und Frost geschützt aufbewahren
Maria Weiß, Ärztin
Verwendete Literatur:
– Fachinformation Volon® Schüttelmix

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