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Warum manche Ärzte einem tief in die Augen schauen

Jenaer Rheumatologen schauten Patienten jetzt ganz tief in die Augen. Konkret ging es ihnen um die Netzhaut. Dort sitzen kleinste Gefäße. Die verändern sich oft bei chronisch entzündlichen Gelenkkrankheiten – nicht nur in den Augen. Diese Gefäßveränderungen erhöhen das Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Die Forscher Dr. Thomas Neumann und Dr. Alexander Sämann von der Uni-Klinik Jena dachten sich: Wenn man die Gefäßveränderung zeitig finden könnte, könnte der Betroffene auch mit Medikamenten behandelt werden, die die Entzündung abfangen. Das tun beispielsweise so genannte TNF-alpha-Blocker. Setzt man die Medikamente etwa gegen eine Psoriasis arthritis ein, kann das Herz-Kreislauf-Risiko sinken.

Diese auch als Biologika bezeichneten Wirkstoffe sind Antikörper, die den entzündungsfördernden Botenstoff Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNFα) im Gewebe oder Blut abfangen und neutralisieren. „Die Behandlung der Gelenkentzündung senkt auch das Herz-Kreislauf-Risiko wieder“, so Dr. Alexander Sämann. „Wir wollen herausfinden, warum das so ist; ob sich die Biologika auch günstig auf die Gefäßfunktion auswirken.“

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Dazu nutzten die Internisten ein von Jenaer Augenmedizinern entwickeltes Verfahren zur Analyse der Retinagefäße, mit dem sich sehr genau und unkompliziert Schäden an den Blutgefäßen erkennen lassen. Für Patienten mit entzündlich-rheumatischen Krankheiten wollten die Mediziner so den Grad der Gefäßveränderung vor und nach der Behandlung mit Biologika ermitteln.

Weitere Daten lieferten Untersuchungen von Biomarkern der Gefäßfunktion aus dem Blut und der Verlauf des Entzündungsprozesses in den Gelenken.

„Wir können diese drei entzündlich-rheumatischen Krankheiten nicht heilen, aber durch konsequente, in der Regel lebenslange Therapie, lassen sich Entzündungsschübe frühzeitig abfangen, mildern oder sogar ganz vermeiden“, erklärt Dr. Thomas Neumann.

Dr. Thomas Neumann und Dr. Alexander Sämann erhielten für ihre Arbeit beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie im Jahr 2010 einen Förderpreis - von der Firma Pfizer, die ein Medikament zu besagter TNFα-Blockade in ihrem Programm hat.

cl

Quelle: idw-online, 22.09.2010


Bildquellen:

Getty Images / Unsplash+

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