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  • Claudia Liebram
    Claudia Liebram

    Welche Themen für Psoriasis-Forscher am wichtigsten sind

    Dass in Sachen Psoriasis noch viel geforscht werden muss, wird spätestens jeder Betroffene am eigenen Leib spüren: Die Ursache der Erkrankung – was genau das Immunsystem dazu bringt, außer Rand und Band zu geraten – ist zum Beispiel bis heute nicht geklärt. Also werden die Symptome behandelt – heutzutage schon sehr gezielt mit Medikamenten, die tief im Immunsystem des menschlichen Körpers ansetzen.

    Forscher aus aller Welt haben nun überlegt, wo sie den größten Bedarf an Forschung sehen, welches Thema ihrer Meinung nach am drängendsten ist. Dazu hat das International Psoriasis Council (kurz: IPC) die Wissenschaftler immer wieder anonym zu virtuellen Diskussions- und Abstimmungsrunden eingeladen. Am Ende stand eine Liste fest, über die dann noch einmal abgestimmt werden musste.

    Für die wichtigsten Psoriasis-Experten der Welt sind dies die Top 5 der drängendsten Fragen:

    • Kann eine frühe, aggressive Therapie das Fortschreiten der Erkrankung beeinflussen?
    • Wo gibt es welche Biomarker, die mit der Psoriasis einhergehen?
    • Wie sieht eine "Landkarte" aus, mit der die Gene gefunden werden können, die mit der Psoriasis verbunden sind?
    • Wie können Psoriasis-Register (wie das deutsche PsoBest) umgesetzt werden? Wie sieht es mit der Machbarkeit aus? Welche klinischen Ziele werden erwartet? Welche Ergebnisse gibt's?
    • Wie wirksam und sicher sind innerliche Medikamente gegen Psoriasis bei Kindern?

    Die Liste der wichtigsten Schwerpunkte für die künftige Erforschung der Autoimmunerkrankung ist 21 Plätze lang. Auf den letzten 3 Plätzen der "Forschungs-Liste" finden sich:

    • die Verwendung von Biosimilars im Bereich der Psoriasis – also von "Nachbauten" der so genannten Biologics, deren Patente in nächster Zeit ablaufen
    • eine bessere Definition der wichtigsten Botenstoffe und ihre Signalwege bei der Entstehung der Psoriasis
    • eine bessere Definition der Wirkung einer frühen Therapie und Kontrolle der Psoriasis, um langfristig psychologische Folgeerscheinungen zu vermeiden

    Die komplette Liste stellt das IPC auf seiner Internetseite bereit. Die Forscher veröffentlichten ihre Erkenntnisse im British Medical Journal.

    Das International Psoriasis Council gibt es seit dem Jahr 2004. Es arbeitet weltweit und soll eine unabhängige Non-Profit-Organisation sein, die sich den Neuerungen rund um die Psoriasis widmet – von Forschung über Weiterbildung bis zur Patientenversorgung. Um die Arbeit zu finanzieren, gibt es unter anderem Firmenmitgliedschaften von großen Pharma-Herstellern wie AbbVie, Pfizer, Novartis, Celgene oder Leo. Einzelne Projekte werden von den Firmen zusätzlich bezahlt.


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    • Redaktion
      By Redaktion
      Schuppen ablösen
      Starke Schuppen müssen abgelöst werden, sonst wirken die Präparate nicht. Sie können sich Salben anfertigen lassen oder als Fertigpräparate kaufen mit Harnstoff (10%) oder Milchsäure (5% in Vaseline) oder Polyäthylenglykol. Der Salbe kann auch 3% Polidocanol beigemengt werden. Damit dringt der Wirkstoff besser in die Haut. Sind die Schuppen hartnäckig, hilft es, die Salbe über Nacht unter Plastikfolie einwirken zu lassen. Harnstoff hilft am besten. Er sollte aber nicht im 1. Lebensjahr gegeben und aufgetragen werden, weil er in der entzündeten Haut brennt und vom Kleinkind sehr intensiv aufgenommen wird. Schuppen können auch "abgebadet" werden, wenn Sie Zusätze ins Wasser tun: Bäckerhefe (Bikarbonat), Schmierseife, 3 % Milchsäure , Gerbsäure-Zusätze oder medizinisches Öl. 
      Salizylsäure (3-5 %) sollten Sie bis zum 12. Lebensjahr nur kurzzeitig und sparsam verwenden. Sie wird bei Kindern für kleinere Flächen und dem Kopf angewendet. Je kleiner das Kind ist, desto stärker würden wir von Salizylsäure abraten. Sie ist nicht völlig unschädlich und riecht sehr intensiv. Es gibt Kinder, die reagieren allergisch auf Salicylate. Salicylsäure kann zu trockener Haut und unerwünschter Schuppung führen. Psorimed-Lösung ist erst für Kinder ab 12 Jahren zugelassen. 
      Zum Ablösen von Kopfschuppen hat sich als besonders effektiv und schonend das Präparat babybene bewährt.
      Nach dem Abschuppen muss die Haut "rückgefettet" und ihre Feuchtigkeit erhöht werden. (Broschüren mit Hautpflege-Tipps)
      Kratzt sich Ihr Kind, weil der Juckreiz so stark ist, müssen Sie auch dagegen etwas tun. Die Psoriasis verschlimmert sich nämlich, wenn die Haut zu sehr mechanisch gereizt wird (Köbner-Effekt). Es gibt noch kein ideales Mittel gegen Juckreiz. Man muss geduldig viel ausprobieren bis hin zu Medikamenten, um mit diesem quälerischen Phänomen fertig zu werden.
      Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
      Die Wirkstoffe beeinflussen ihre körperliche Entwicklung und den Wachstumsprozess ihrer Knochen. Es reicht nicht aus, nur die Dosis zu verringern. Nicht alle Wirkstoffe und Therapien sind für Kinder geeignet. Selbst, wenn sie geeignet wären, beantragen Pharmahersteller selten eine Zulassung ihrer Präparate auch für Kleinkinder. Es gibt zu wenig Betroffene und Studien sind teuer. So gibt es für Kleinkinder kaum zugelassene Fertig-Arzneimittel. Der Arzt darf offiziell nur verschreiben, was ausdrücklich für Kinder zugelassen ist. Trotzdem ist es manchmal nötig, ein Kind mit Wirkstoffen zu behandeln, die offiziell nur für Erwachsene erlaubt sind (Off-Label). Bevor Sie dem zustimmen, sollten Sie sich ausführlich über die Risiken informieren.
      Versuchen Sie Ihr Kind stets so natürlich und so mild wie möglich behandeln zu lassen. Das ist in der Schulmedizin nicht so einfach. Fragen Sie bei jeder Anwendung den Arzt nach Alternativen.
      Bedenken Sie, dass ein Kind eine 2,4 Mal größere Hautfläche im Verhältnis zum Körpervolumen hat, als ein Erwachsener. Außerdem ist die Kinderhaut erheblich dünner. Ein aufgetragener Wirkstoff wird daher schneller und in höher Dosierung vom Körper aufgenommen als bei einem Erwachsene. Aus diesem Grunde kommt es immer wieder zu Vergiftungen, vor allem im Zusammenhang mit Salben, die Hexachlorophen (gegen Akne), Salicylate (gegen Warzen und Schuppenflechte) oder Borsäure (zur Desinfektion) enthalten. Kinder brauchen deutlich kleinere Creme- und Salben-Portionen als Erwachsene für gleichgroße Stellen.
      Fragen Sie Ihren Arzt immer genau, welchen Wirkstoff er Ihrem Kind verschreibt. Der Name eines Präparats sagt oft gar nichts.
      Äußerliche Mittel und Medikamente bei Kindern
      Harnstoff (Urea)
      Seit Januar 2004 erstatten die Krankenkassen für Psoriatiker keine Harnstoff-Präparate. Eine leichte Psoriasis bei einem Kind kann gut damit behandelt werden. Präparate mit 3 bis 5 Prozent Harnstoff sind ebenfalls gut zur Vorsorge oder zur Nachbehandlung nach einem starken Wirkstoff wie Kortison. Harnstoff sollte aber nicht im 1. Lebensjahr aufgetragen werden, weil er in der entzündeten Haut brennt und vom Kleinkind sehr intensiv aufgenommen wird.
      Präparate wie Tannolact oder Tannosynth enthalten nicht nur Harnstoff, sondern vor allem künstliche Gerbstoffe gegen Entzündungen und Juckreiz.
      Mahonia aquifolium (Mahonie)
      Mahonia aquifolium ist in der Creme Rubisan enthalten. Die Substanz findet sich zwar auch im Pflegemittel Belixos, doch das enthält zu wenig des Wirkstoffs, als dass es zur Behandlung geeignet wäre.
      Mahonia-Cremes sind rezeptfrei und für Kinder und Säuglinge (nach dem 1. Lebensjahr) zugelassen. Mahonia zählt zu den mildesten Wirkstoffen. Bei wenigen, nicht besonders ausgeprägten Psoriasis-Stellen würden wir Eltern immer empfehlen, es erst mit Mahonia Aquifolium zu probieren.
      Dithranol
      Es gibt unter den Ärzten gegensätzliche Auffassungen darüber, ob Dithranol bei Kindern überhaupt verwendet werden soll und in welcher Konzentration. Professor Meffert bevorzugt für Kinder die Niedrigdosis-Kurzkontakt-Therapie mit 0,05 bis 0,1 % Dithranol. Höhere Konzentrationen sind selten erforderlich und erfordern von Eltern und Kind ein erhebliches Maß an Disziplin. Weil Dithranol in Konzentrationen von mehr 0,05 % auch als Fertigpräparat so ziemlich alles verfärbt, womit es in Berührung kommt, ist es eher im Klinikbetrieb einsetzbar als zu Hause.
      Teer
      Teerhaltige Produkte sind für Kinder nicht geeignet. Generell kann mit Teer nur eine schwach ausgebildete Schuppenflechte behandelt werden. Steinkohle-Teer wird verdächtigt, krebserregend zu wirken. Bei Erwachsenen besteht das Risiko, wenn sie damit dauerhaft Körperregionen behandeln, die den Wirkstoff vermehrt aufnehmen. Bei Kindern aber nimmt die gesamte Haut Wirkstoffe intensiver auf. Die Hersteller haben erklärt, dass diese Ersatzstoffe Ichthyol oder Leukichthol (sulfoniertes Schieferöl) "bei Kindern bedenkenlos angewandt werden" dürfen. Alle diese Produkte riechen sehr intensiv. Abends dürfen sie nicht ins Gesicht oder auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Sie sind nicht geeignet bei der pustulösen Psoriasis und nicht bei intensiver Sonnenbestrahlung.
      Kortison in Cremes, Salben usw.
      Kortisonhaltige Cremes oder Salben bieten verzweifelten Eltern und Kindern oft die erste wirkliche Linderung. Der Wirkstoff ist umstritten. Vielen ist nicht klar, dass die meisten kritisierten Nebenwirkungen nur dann auftreten, wenn man Kortison schluckt, d.h. innerlich einnimmt. Wer kortisonhaltige Präparate äußerlichen auf die Haut aufträgt, hat deutlich geringere Nebenwirkungen. Die Kortison-Präparate der "4. Generation" werden noch in der Haut abgebaut. Das heißt, es treten kaum noch Nebenwirkungen auf. Außerdem entwickeln sich die typischen Kortison-Effekte, wie "Pergament-Haut" wieder zurück, wenn es abgesetzt wird. Trotzdem sollten Sie es bei Ihrem Kind höchstens zwei bis drei Wochen verwenden, wenn Sie es täglich auftragen. Dann müssen Sie das Präparat ?ausschleichen?, das heißt die Dosis muss wöchentlich halbiert werden. Auf keinen Fall darf die Behandlung abrupt beendet werden, weil sonst die Psoriasis verstärkt ausbricht ("Rebound").
      Es wäre unvernünftig, in schweren Fällen für das eigene Kind äußerlich aufzutragendes Kortison grundsätzlich abzulehnen. Selbstverständlich sollte man bei Kindern nur die schwach wirksamen Kortisonpräparate verwenden. Fragen Sie Ihren Arzt, zu welcher Wirkstoffklasse das Medikament gehört, das er Ihrem Kind verschreiben will. Es sollte zu Klasse I oder II gehören. Aber es gibt Ärzte die empfehlen den Eltern ein anderes Vorgehen: äußerliches Kortison kurzzeitig in höherer Wirkstoffstärke auftragen, anstatt über längere Zeit in niedriger.
      Wenn die Schuppenflechte abheilt, sollte Ihr Kind zu einem weniger starken Wirkstoff wechseln, bzw. zu einer Behandlung ohne Kortison, z.B. einer Salbe mit Harnstoff. Salben oder Cremes mit Kortison müssen bei Kindern äußerst sparsam aufgetragen werden!
      Kortison darf nicht bei großflächigem Befall angewendet werden. Windeln können die Wirkung verstärken 
      Vitamin D3
      Vitamin-D3-Analogika greifen in den Kalziumstoffwechsel ein und sollten deshalb nicht vor dem 6. Lebensjahr angewendet werden. Sie wurden in der Vergangenheit aber durchaus schon Säuglingen und Kleinkindern verschrieben. Maximal 30 % der Oberfläche darf behandelt werden.
      Für Kinder ab 6 Jahren ist nur Daivonex geeignet. Curatoderm Salbe und Curatoderm Emulsion sind für Kinder ab 12 Jahre. Die Curatoderm Emulsion ist ideal, weil sie die Haut gleichzeitig glättet. Sie ist aber das schwächste der Vitamin-D3-Präparate. Daivobet, also der Mix von Vitamin D3 und Kortison, darf erst ab 18 Jahren verschrieben werden.
      Grundsätzlich braucht diese Wirkstoffgruppe drei Wochen, bis ein Erfolg zu erkennen ist. Wer in die Sonne gehen oder sich mit künstlichem UV-Licht bestrahlen lassen will, sollte das Vitamin-D3-Präparat erst danach auftragen.
      Retinoide (Tazaroten)
      Zorac sollte bei Kinder und Jugendlichen nicht angewendet werden. 
      Pimecrolimus und Tacrolimus
      Douglan, Elidel und Protopic sind kortisonfreie Hautcremes. Sie sind für Kleinkinder ab zwei Jahren zugelassen. Pimecrolimus wird sogar bei Säuglingen angewendet. Die Medikamente dürfen offiziell nur bei Neurodermitis verschrieben werden. Sie wirken aber erfahrungsgemäß bei Schuppenflechte genauso gut oder sogar besser, wie kortisonhaltige Cremes. Kann der Hautarzt glaubhaft machen, dass ein Kind zugleich Neurodermitis und Psoriasis hat, darf er die Medikamente verschreiben. Ansonsten geht es nur auf Privatrezept oder mit vorheriger Ausnahmegenehmigung der Krankenkasse. 
      Die Wirkstoffe Tacrolimus und Pimecrolimus sind seit Mitte 2005 in Verruf geraten. Die Zulassungsbehörden der USA und der EU raten seit 2006 zur größten Vorsicht. Krebs erregende Krankheiten seien nicht auszuschließen. Die Hersteller und die deutschen Dermatologen-Verbände dagegen verweisen darauf, dass schon sehr viel Patienten damit behandelt worden seien, ohne dass Krebs aufgetreten sei. Sie halten diese Warnung für völlig übertrieben.
      Generell sind Pimecrolimus und Tacrolimus in der Neurodermitis-Therapie "Mittel der zweiten Wahl". Sie sollen erst dann eingesetzt werden, wenn andere Mittel nicht vertragen werden oder überhaupt nicht anschlagen. 
      Innerliche Medikamente für Kinder
      In sehr schweren Fällen verschreiben Ärzte Kindern auch Methotrexat (MTX). Es gibt jedoch keine Studien darüber. Andere Mediziner halten MTX schon für Erwachsene für zu stark. Ob man es Kindern, die Psoriasis arthrits haben, über längere Zeit anwenden sollte, ist unter den Ärzten strittig.
      Das gleiche gilt für Sandimmun. Das ist auch für Erwachsene ein starkes Medikament. Aber es ist für Kinder zugelassen, wenn sie unter einer sehr schweren Psoriasis leiden (pustulöse oder erythrodermische Form) und andere Medikamente nicht angeschlagen haben. Übermäßige Sonnenbestrahlung ist zu vermeiden. Die Liste der Nebenwirkungen und Gegenanzeigen ist sehr lang. Eltern, deren Kind Sandimmun nehmen soll, sollten sich vorher sehr genau über die Folgen informieren.
      Was ist schlimmer: das verzweifelte, leidende Kind oder mögliche (nicht sichere) Folgen? Eine schwere Entscheidung!
      In den letzten Jahren wurden einige Biologika auch für die Behandlung der Schuppenflechte bei Kindern zugelassen. Darüber sollten Sie mit dem Hautarzt sprechen.
      Wirkstoff Handelsnamen ab... Einschränkung Adalimumab Amgevita, Hulio, Humira, Idacio, Imraldi 4 Jahre Voraussetzung: unzureichendes Ansprechen auf eine äußerliche Therapie oder Lichttherapie Etanercept Benepali, Enbrel 6 Jahre Voraussetzung: unzureichendes Ansprechen auf andere innerliche Therapie oder Lichttherapie (oder Unverträglichkeit) Secukinumab Cosentyx 6 Jahre Voraussetzung: "Kinder, die für eine systemische Therapie in Frage kommen" Ustekinumab Stelara 6 Jahre Voraussetzung: unzureichendes Ansprechen auf andere innerliche Therapie oder Lichttherapie (oder Unverträglichkeit) UV-Bestrahlung bei Kindern
      Bestrahlung mit ultra-violettem Licht sollte bei Kindern erst dann erwogen werden, wenn andere Therapien nicht anhaltend geholfen haben. Die natürliche Sonne ist immer noch die bessere Wahl, obgleich auch hier Vorsicht geboten ist: So wird dringend vor jedem noch so kleinen Sonnenbrand bei den Kindern (bis 12 Jahre) gewarnt. Wer im Kindesalter immer wieder Sonnenbrände hatte, erkrankt im Alter leicht an Hautkrebs und dessen Haut altert vorzeitig.
      Künstliches UV-Licht (Schmalspektrum UVB 311 nm) sollte grundsätzlich nicht vor dem 12. Lebensjahr verordnet und auch danach sehr zurückhaltend genutzt werden. Es gibt Schulmediziner, die bei einer "refraktären Psoriasis" auch jüngere Kinder bestrahlen lassen. Das ist eine Form, die sich anders nicht behandeln lässt. Grundsätzlich würde man bei Kindern unter 12 Jahren auch keine Balneo-Fototherapie verschreiben. Hierbei wird vor der UV-Bestrahlung ein Salzbad genommen. Solarien haben überwiegend UVA-Licht. Der therapeutische Nutzen ist nicht sehr groß bei Psoriasis.
      PUVA-Bestrahlung kommt für Kinder nicht in Frage, wegen des Wirkstoff Psoralen. Auch Bade-PUVA ist nichts für den Nachwuchs. Creme-PUVA ist bei Kindern nur bei schweren Verlaufsformen, z.B. an den Händen und den Füßen, akzeptabel.
      Kinder mit Psoriasis sollen viel ins Freie in die Sonne. Licht fördert die Vitamin-D-Produktion, frische Luft stärkt das Immunsystem und härtet die Haut ab. Bitte beachten Sie dabei alle Vorsichtsmaßnahmen. Die Sonneneinstrahlung wird auch in unseren Breitengraden immer aggressiver. Die starke Mittagssonne ist auf jeden Fall zu meiden. Die Augen müssen durch eine Sonnenbrille geschützt werden. Die soll wirklich vor UV-Strahlen schützen. Also kein Kinderspielzeug aus gefärbten Plastikgläsern kaufen! Die Schultern sind durch T-Shirts aus Naturfasern zu schützen. Die Haut von Kleinkindern muss mit sehr hohen Lichtschutzfaktoren für Hauttyp I geschützt werden. Sonnenschutzmittel für empfindliche Kinderhaut sollte möglichst hautschonend sein. Sonnencremes schützen nur für eine bestimmte Zeit. Da nützt es nichts, die Creme mehrmals aufzutragen. Wenn die erlaubte Bestrahlungszeit erreicht ist, sollten Eltern ihre Kleinkinder für diesen Tag konsequent in den Schatten verbannen.
      Behandlung der Psoriasis an Händen und Füßen bei Kindern
      Die Behandlung der Psoriasis an den Hand- und Fußflächen ist nicht einfach – weder bei Kindern, noch bei Erwachsenen. Es gibt leider noch keine erfolgsversprechende Therapie, die sich durchgesetzt hat. Zwei Therapieformen lohnen sich auszuprobieren, weil sie sehr auch sehr gut für Kinder geeignet und ohne Risiko sind:
      Die Interferenzstrom-Therapie ist speziell für Hände und Füße entwickelt und erfolgreich getestet worden. Wir haben uns sehr ausführlich damit beschäftigt und glauben, dass das es einen Versuch Wert sein müsste.
      Die DermoDyne-Lichtimpfung war eine Bestrahlungsform, die ohne das gefährliche UV-Licht arbeitete. Ein Arzt aus Berlin hat uns berichtet, dass er mit diesem Verfahren erfolgreich Psoriasis an Händen und Füßen behandelt hat. Nach dem Tod ihres Erfinders ruht derzeit allerdings jede Beschäftigung mit diesem Verfahren.
      Beide Therapien werden nicht von den Kassen bezahlt.
      Geduld bei der Behandlung
      Ihr Kind wird vermutlich sehr lange, vielleicht das ganze Leben, Wirkstoffe und Therapien gegen Psoriasis anwenden. Deshalb sollten Sie möglichst vorsichtig mit allem umgehen, weil sich die Nebenwirkungen im Laufe der Zeit ansammeln.
      Rechnen Sie damit, dass ein Wirkstoff oder eine Therapie irgendwann nicht mehr so gut hilft. Sie müssen die Mittel wechseln, wenn sich die Psoriasis daran gewöhnt hat.
      Dann werden Sie Phasen haben, da wollen Sie nichts mehr von der Schulmedizin wissen. Sie werden natürliche, alternative oder sogar exotische Behandlungen ausprobieren. Bitte geben Sie nicht zu viel Geld dafür aus. Alles, was nach sechs Wochen nicht anschlägt, sollten Sie wieder absetzen. Auch pflanzliche Präparate können unerwünschte Effekte entfalten, wenn sie nicht richtig angewendet werden oder wenn Sie im Internet bei unseriösen Händlern kaufen.
      Sie sollten alternative Mittel oder Therapien als Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung anwenden. Es gibt kein Wundermittel gegen Psoriasis! Sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt, bevor Sie auf völlig andere Medizinrichtungen ausweichen.
      Sie dürfen auch die Ärzte unseres Expertenrats fragen. Scheuen Sie sich nicht, sie anzusprechen, denn sie haben viel Erfahrung mit psoriatischen Kindern.
    • Claudia
      By Claudia
      Professor Ulrike Blume-Petavi vom Klinischen Forschungszentrum für Haar- und Hautforschung der Charité erklärt, wie die Schuppenflechte beim  Nachwuchs behandelt wird.
      Veranstalter ist das Psoriasis Forum Berlin e.V.
      Zoom-Konferenz: https://us02web.zoom.us/j/83877766158?pwd=WVBqdDZhSmtmMFJnT01ZRTgzYjBDQT09
      Meeting-ID: 838 7776 6158
      Kenncode: 165183
       
    • Claudia
      By Claudia
      Das aha! Allergiezentrum Schweiz organisiert zwei Ferienaufenthalte: ein Kinderlager für 8- bis 12-Jährige und ein Jugendcamp für 13- bis 16-Jährige. Vielleicht kennt ja jemand jemanden, für die oder den das was wäre.
    • Enno
      By Enno
      Hallo in die Runde!
      Ich habe mich hier ein wenig umgesehen und wollte in aller Kürze unsere Thematik einbringen - bitte dabei um einen fruchtbaren Diskurs unter Interessierten. Eure Erfahrungsberichte schätze ich sehr. 
      Unser Jüngster wird zwei Jahre und hat in den vergangenen Monaten hat sich Schuppenflechte an Händen, Füßen und Schienbeinen gezeigt. Wir waren auch schon beim KA, der meinte einen Badezusatz mit Ringelblume geben und verschrieb eine in der Apotheke angefertigte Creme. Dabei beobachten wir zusätzlich, ob es eine allergische Reaktion auf Lebensmittel sein kann, auch unter Absprache, also mit einer bestimmten Abfolge. Bisher war es so, dass wenn er aufgewühlt ist, zeigt sich die Psoriasis mehr, als wenn er einen ruhigen Tag hatte. Ich tippe auf psychosomatisch, ist aber bei einem Toddler schwer zu sagen wie ich finde. 
      Habe eben von dem Mittel Meteoreisen Globuli velati hier im Forum gelesen. Passt das zu diesem Hautbild eurer Ansicht nach? Eine homöopathische Alternative oder zusätzliche Anwendung würden wir jedenfalls begrüßen. 
      Freue mich über eure Antworten! 🙂
       
    • Redaktion
      By Redaktion
      Seit Anfang 2007 müssen neu zugelassene Medikamente für Erwachsene grundsätzlich in Phase II-Studien danach überprüft werden, wie sie bei Kindern und Jugendlichen wirken. "Grundsätzlich" bedeutet, diese Verpflichtung besteht immer dann, wenn das neue Medikament auch bei Kindern oder jungen Menschen eingesetzt werden könnte. Das muss der Hersteller mit dem Pädiatrie-Ausschuss der europäischen Zulassungsbehörde EMA abklären.
      Die Kinder-Arzneimittel-Verordnung des Europäischen Parlaments löst eine umstrittene Praxis ab: Wirkstoffe, die eigentlich nur für Erwachsene entwickelt worden sind, wurden in der Vergangenheit auch bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt. Ärzte haben auf eigene Verantwortung ein Mittel verschrieben, das nicht für diese Altersgruppe zugelassen war (Off-Label-Use). Es gab aber schon immer auch Präparate, die für Erwachsene und gleichzeitig für Kinder und Jugendliche zugelassen waren.
      Arzneimittel für Kinder bisher unzureichend erforscht
      Die Verpflichtung gilt nur für Medikamente, sie seit 2007 n e u auf den Markt gekommen sind. Freiwillig darf natürlich jeder Hersteller auch für eingeführte Präparate eine neue Zulassung für Kinder beantragen. So wurde zum Beispiel Enbrel nachträglich für Kinder zugelassen, ein Biologikum gegen Psoriasis und Psoriasis Arthritis.
      Diese Verpflichtung bedeutet aber noch lange nicht das Ende eines therapeutischen Blindflugs. Denn nach wie vor werden Kinder mit Medikamenten behandelt, die v o r 2007 auf den Markt gekommen sind. Von den meisten weiß niemand, wie die Wirkstoffe genau bei Kindern und Jugendlichen wirken und ob sie völlig unbedenklich sind. Es gibt keine Dosisempfehlungen und keine Warnungen vor möglichen Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.
      Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
      Die kindliche Haut nimmt Wirkstoffe stärker auf, als die Haut von Erwachsenen. Deshalb müssen bei Hautkrankheiten weniger Salben und Cremes aufgetragen werden. Auch die Wirkstoffe selbst werden im Körper anders verarbeitet. Zum einen sind bei Säuglingen Leber und Niere noch nicht voll entwickelt, so dass Wirkstoffe langsamer abgebaut werden können. Zum anderen scheiden Kinder zwischen dem 2. und dem 9. Lebensjahr Arzneistoffe schneller aus. Kinder haben einen anderen Stoffwechsel und sind unterschiedlich mit Enzymen ausgestattet, als Erwachsene. Die Enzyme sind dafür verantwortlich, wie Wirkstoffe im Körper aufgenommen und abgebaut werden. Bei Kleinkindern ist die Körper-Oberfläche im Verhältnis zu ihrem Gewicht größer, als bei älteren.
      Gewöhnlich rechnet der Arzt die Menge eines Wirkstoffs vom Erwachsen auf die Größe und das Gewicht des Kindes einfach nur herunter. Das ist aber viel zu ungenau bzw. kann sogar falsch sein. Im Extremfall kann, "was Erwachsenen hilft, Babys schwer schädigen oder gar töten", behauptet in der Serie Patient Kind der Wochenzeitschrift DIE ZEIT der Autor Martin Lindner.
      In einem Pressetext für Fachkreise verweist der Pharmakonzern Novartis darauf, dass es "schwerwiegende Nebenwirkungen nach Anwendung von Salizylsäure oder alkoholhaltigen Desinfektiva" bei Kleinkindern gegeben hat. ("Der Gesundheit verpflichtet", Medizin 08. Januar 2007). Es wird empfohlen, äußerlich wirkende Medikamente (Cremes, Lotionen, Salben, Tinkturen) bei Kindern erst eine Stunde nach dem Baden aufzutragen. Gleich nach dem Bad würden Wirkstoffe verstärkt von der Haut aufgenommen werden, weil die Gefäße erweitert und der Feuchtigkeitsgehalt der Haut erhöht sei. Generell rät man davon ab, "Kombinationspräparate" bei Kindern anzuwenden, weil auch die anders durch die Haut aufgenommen werden. Beim Kortison werden lediglich Präparate der Klasse I und II im Kindesalter empfohlen. Wie stark die Salizylsäure einwirkt, hänge von der Salben-Grundlage ab.
      Tipps zum Weiterlesen
      Leider nur für Fachkreise ist die Website ZAK. In dieser Datenbank finden sich alle, für Kinder zugelassene Arzneimittel mit ihren Fachinformationen, unterschieden nach Krankheitsbild, Wirkstoff, Altersgruppe usw. Ebenfalls nur für Fachkreise zugänglich ist das "Kinderformularium". Ees enthält unabhängige evidenzbasierte Informationen zur Anwendung von Arzneimitteln bei Kindern und Jugendlichen. 

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