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    So erklären Sie Schuppenflechte Ihrem Kind

    Unsere Krankheit heißt auf Deutsch "Schuppenflechte", weil sich auf den entzündeten Stellen Schuppen bilden. Ärzte sagen "Psoriasis" dazu. Das kommt von dem griechischen Wort "Psora", der Juckreiz. Ich kratze mich oft, vor allem nachts. Psoriasis konnte ich früher nicht aussprechen. Aber du musst das können, wenn du im Ausland Ferien machst und jemanden erklären soll, was du hast. Die Betonung liegt auf dem "i": Psoriiiiiiiiiiasis. Versuche es mal, laut auszusprechen. Die Großen werden staunen, wenn du es kannst!

    Die meisten Menschen haben die Psoriasis auf der Haut. Bei manchen ist sie in den Fingernägeln oder den Fußnägeln. Die müssen dann immer ihre Nägel kurz schneiden. Einige bekommen sie in den Gelenken. Das ist so ähnlich wie Rheuma und kann ziemlich weh tun.

    Du hast nichts falsch gemacht! Schuppenflechte erbt man von seinen Eltern oder Großeltern. Kennst du das auch? Onkel oder Tante sehen dich an und sagen plötzlich: "Ganz die Mutter" oder "Genau wie der Vater". Meist meinen sie damit, dass man so a u s s i e h t wie die Eltern. Manchmal heißt es auch: "Die Stimme, wie der Herr Papa" oder "Sie ist genauso vorlaut wie die Mama". So erbt man nicht nur die Nase oder das Temperament, sondern leider auch die Krankheiten seiner Familie.

    Ärgerlich, dass es überhaupt Krankheiten gibt. Aber wenn ich mich in der Klasse umschaue, bin ich nicht die einzige mit Schönheitsfehlern. Da ist Benny mit seiner Neurodermitis. Der sieht oft schlimmer aus, als ich und kratzt sich furchtbar. Melanie darf keine Orangen essen und keine Milch trinken. Sie hat eine Allergie. Dirk bekommt im Frühling immer Heuschnupfen, wenn die Bäume blühen. Er niest ständig und muss sich immer die Nase putzen. Janine darf nicht beim Sport mitmachen, weil sie so schlecht Luft bekommt. Wegen ihres Asthmas. Lustig sieht André aus. Der muss ein Jahr lang eine Zahnspange tragen. Beim Sport legt er die in eine bunte Plastikbox. Sandra, Ole und Nick tragen eine Brille. Sonst würden sie überhaupt nicht lesen können, was die Lehrerin an die Tafel schreibt. Jan kann überhaupt nicht ruhig sitzen. Kerstin träumt immer vor sich hin. Eigentlich hat fast jeder von ihnen einen Schönheitsfehler.

    Postbote

    Alle Menschen stecken von oben bis unten in einer Haut, wie die Wurst in der Pelle. Das ist aber nicht immer die gleiche Haut. Stell dir vor, du würdest heute noch in der selben Hülle stecken wie als Baby! Geht doch gar nicht, weil der ganze Körper wächst. Die Beine werden länger, der Po wird dicker und der Kopf wird größer. Die Haut kann sich nicht ausdehnen wie ein Gummiband. Sie passt sich langsam dem veränderten Körper an, indem sie immer wieder neue Hautzellen bildet. Da gibt es klitzekleine Boten, die einmal im Monat den Befehl überbringen: "Neue Haut bilden".

    Bei Menschen wie du und ich haben manche der Boten nicht aufgepasst. Sie rennen ständig los. Sie überbringen den Auftrag neue Haut zu bilden, obgleich es noch gar nicht nötig ist. Viel zu viele Hautzellen schubsen sich gegenseitig nach oben, wie Zuschauer am Ende eines Fußballspiels. Sie landen schließlich als Schuppen auf der Oberfläche unserer Haut. Regelmäßig werden diese Boten durch neue ersetzt. Wenn du Glück hast, sind die klüger und überbringen keine falschen Befehle. Dann hast du einige Monate Ruhe vor der Schuppenflechte. Aber Dummheit ist schwer auszurotten. Irgendwann tauchen diese Pso-Boten wieder auf und überbringen ihre falsche Botschaften.

    Wir könnten ohne diese Familie der Boten nicht leben. Alle Körperfunktionen werden durch Befehle gelenkt. Wie in jeder normalen Familie gibt es aber leider einige, die aus der Reihe tanzen. Die wirst du aber nicht mehr los. In einer richtigen Familie hat man seine Angehörigen auch ein Leben lang. Deinen Bruder, deine Tante oder deine Kusine wirst du immer haben, egal wie nervig sie sind. Du kannst dich nur bemühen, sie möglichst lange ruhig zu halten oder sie dazu zu bringen, sich "normal" zu verhalten. Genauso ist das mit den Pso-Boten.


    Bildquellen

    • Postbote: Bild mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Post, Pressefotos 99
    • Kinder: Sunny studio / Fotolia

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    • Claudia
      By Claudia
      Professor Ulrike Blume-Petavi vom Klinischen Forschungszentrum für Haar- und Hautforschung der Charité erklärt, wie die Schuppenflechte beim  Nachwuchs behandelt wird.
      Veranstalter ist das Psoriasis Forum Berlin e.V.
      Zoom-Konferenz: https://us02web.zoom.us/j/83877766158?pwd=WVBqdDZhSmtmMFJnT01ZRTgzYjBDQT09
      Meeting-ID: 838 7776 6158
      Kenncode: 165183
       
    • Claudia
      By Claudia
      Das aha! Allergiezentrum Schweiz organisiert zwei Ferienaufenthalte: ein Kinderlager für 8- bis 12-Jährige und ein Jugendcamp für 13- bis 16-Jährige. Vielleicht kennt ja jemand jemanden, für die oder den das was wäre.
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      By Enno
      Hallo in die Runde!
      Ich habe mich hier ein wenig umgesehen und wollte in aller Kürze unsere Thematik einbringen - bitte dabei um einen fruchtbaren Diskurs unter Interessierten. Eure Erfahrungsberichte schätze ich sehr. 
      Unser Jüngster wird zwei Jahre und hat in den vergangenen Monaten hat sich Schuppenflechte an Händen, Füßen und Schienbeinen gezeigt. Wir waren auch schon beim KA, der meinte einen Badezusatz mit Ringelblume geben und verschrieb eine in der Apotheke angefertigte Creme. Dabei beobachten wir zusätzlich, ob es eine allergische Reaktion auf Lebensmittel sein kann, auch unter Absprache, also mit einer bestimmten Abfolge. Bisher war es so, dass wenn er aufgewühlt ist, zeigt sich die Psoriasis mehr, als wenn er einen ruhigen Tag hatte. Ich tippe auf psychosomatisch, ist aber bei einem Toddler schwer zu sagen wie ich finde. 
      Habe eben von dem Mittel Meteoreisen Globuli velati hier im Forum gelesen. Passt das zu diesem Hautbild eurer Ansicht nach? Eine homöopathische Alternative oder zusätzliche Anwendung würden wir jedenfalls begrüßen. 
      Freue mich über eure Antworten! 🙂
       
    • Redaktion
      By Redaktion
      Seit Anfang 2007 müssen neu zugelassene Medikamente für Erwachsene grundsätzlich in Phase II-Studien danach überprüft werden, wie sie bei Kindern und Jugendlichen wirken. "Grundsätzlich" bedeutet, diese Verpflichtung besteht immer dann, wenn das neue Medikament auch bei Kindern oder jungen Menschen eingesetzt werden könnte. Das muss der Hersteller mit dem Pädiatrie-Ausschuss der europäischen Zulassungsbehörde EMA abklären.
      Die Kinder-Arzneimittel-Verordnung des Europäischen Parlaments löst eine umstrittene Praxis ab: Wirkstoffe, die eigentlich nur für Erwachsene entwickelt worden sind, wurden in der Vergangenheit auch bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt. Ärzte haben auf eigene Verantwortung ein Mittel verschrieben, das nicht für diese Altersgruppe zugelassen war (Off-Label-Use). Es gab aber schon immer auch Präparate, die für Erwachsene und gleichzeitig für Kinder und Jugendliche zugelassen waren.
      Arzneimittel für Kinder bisher unzureichend erforscht
      Die Verpflichtung gilt nur für Medikamente, sie seit 2007 n e u auf den Markt gekommen sind. Freiwillig darf natürlich jeder Hersteller auch für eingeführte Präparate eine neue Zulassung für Kinder beantragen. So wurde zum Beispiel Enbrel nachträglich für Kinder zugelassen, ein Biologikum gegen Psoriasis und Psoriasis Arthritis.
      Diese Verpflichtung bedeutet aber noch lange nicht das Ende eines therapeutischen Blindflugs. Denn nach wie vor werden Kinder mit Medikamenten behandelt, die v o r 2007 auf den Markt gekommen sind. Von den meisten weiß niemand, wie die Wirkstoffe genau bei Kindern und Jugendlichen wirken und ob sie völlig unbedenklich sind. Es gibt keine Dosisempfehlungen und keine Warnungen vor möglichen Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.
      Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
      Die kindliche Haut nimmt Wirkstoffe stärker auf, als die Haut von Erwachsenen. Deshalb müssen bei Hautkrankheiten weniger Salben und Cremes aufgetragen werden. Auch die Wirkstoffe selbst werden im Körper anders verarbeitet. Zum einen sind bei Säuglingen Leber und Niere noch nicht voll entwickelt, so dass Wirkstoffe langsamer abgebaut werden können. Zum anderen scheiden Kinder zwischen dem 2. und dem 9. Lebensjahr Arzneistoffe schneller aus. Kinder haben einen anderen Stoffwechsel und sind unterschiedlich mit Enzymen ausgestattet, als Erwachsene. Die Enzyme sind dafür verantwortlich, wie Wirkstoffe im Körper aufgenommen und abgebaut werden. Bei Kleinkindern ist die Körper-Oberfläche im Verhältnis zu ihrem Gewicht größer, als bei älteren.
      Gewöhnlich rechnet der Arzt die Menge eines Wirkstoffs vom Erwachsen auf die Größe und das Gewicht des Kindes einfach nur herunter. Das ist aber viel zu ungenau bzw. kann sogar falsch sein. Im Extremfall kann, "was Erwachsenen hilft, Babys schwer schädigen oder gar töten", behauptet in der Serie Patient Kind der Wochenzeitschrift DIE ZEIT der Autor Martin Lindner.
      In einem Pressetext für Fachkreise verweist der Pharmakonzern Novartis darauf, dass es "schwerwiegende Nebenwirkungen nach Anwendung von Salizylsäure oder alkoholhaltigen Desinfektiva" bei Kleinkindern gegeben hat. ("Der Gesundheit verpflichtet", Medizin 08. Januar 2007). Es wird empfohlen, äußerlich wirkende Medikamente (Cremes, Lotionen, Salben, Tinkturen) bei Kindern erst eine Stunde nach dem Baden aufzutragen. Gleich nach dem Bad würden Wirkstoffe verstärkt von der Haut aufgenommen werden, weil die Gefäße erweitert und der Feuchtigkeitsgehalt der Haut erhöht sei. Generell rät man davon ab, "Kombinationspräparate" bei Kindern anzuwenden, weil auch die anders durch die Haut aufgenommen werden. Beim Kortison werden lediglich Präparate der Klasse I und II im Kindesalter empfohlen. Wie stark die Salizylsäure einwirkt, hänge von der Salben-Grundlage ab.
      Tipps zum Weiterlesen
      Leider nur für Fachkreise ist die Website ZAK. In dieser Datenbank finden sich alle, für Kinder zugelassene Arzneimittel mit ihren Fachinformationen, unterschieden nach Krankheitsbild, Wirkstoff, Altersgruppe usw. Ebenfalls nur für Fachkreise zugänglich ist das "Kinderformularium". Ees enthält unabhängige evidenzbasierte Informationen zur Anwendung von Arzneimitteln bei Kindern und Jugendlichen. 
    • Claudia Liebram
      By Claudia Liebram
      Barbie-Puppen sind stets Schönheiten mit illustren Freizeitbeschäftigungen und Berufen. Pferde bändigen, Krankenwagen fahren, Richterin sein – Barbie kann einfach alles. Ach ja, und Astrophysikerin, das ist auch drin. Was Barbie aber den echten Menschen bislang voraus hatte: Sie hatte nie eine Hautkrankheit. Rote, schuppige Stellen? Wund gescheuerte Kniekehlen? Nein, so weit ging es dann doch nicht mit der Annäherung ans reale Leben.
      Jetzt aber gibt es eine Barbie-Puppe mit einem Haut-Makel – nämlich mit Vitiligo. Spätestens seit dem offensiven Auftreten des Models Winnie Harlow mit Vitiligo ist die Erkrankung in der Öffentlichkeit angekommen, und so auch bei Spielzeughersteller Mattel.
      Der schreibt über seine gefleckte Barbie:
      https://www.instagram.com/p/B73vV3zBzQm/ Weitere neue Barbies haben dann auch andere Malaisen: Einer fehlen die Haare, eine andere hat eine Prothese (natürlich aus Gold). Ach ja, und Ken gibt's jetzt auch mit roten Haaren.
      Auch wenn das alles jetzt spöttisch klingt: Warum soll nicht auch mit Puppen gezeigt werden, dass Menschen mit Hautkrankheiten zum Alltag dazugehören?

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