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Sotyktu jetzt auch in der EU für Psoriasis arthritis zugelassen

Die Europäische Kommission hat den Wirkstoff Deucravacitinib – bekannt unter dem Handelsnamen Sotyktu – offiziell für die Behandlung der aktiven Psoriasis arthritis (PsA) zugelassen. Sotyktu ist damit der erste TYK2-Inhibitor, der in der Europäischen Union für diese Erkrankung zugelassen ist.

Was ist Sotyktu?

Sotyktu ist eine Tablette, die man einmal täglich einnimmt. Das klingt erstmal unspektakulär, ist aber durchaus bemerkenswert. Denn viele Biologika, die bisher bei Psoriasis arthritis eingesetzt werden, werden gespritzt oder als Infusion verabreicht.

Der Wirkstoff greift gezielt in die Signalkette ein, die Entzündungen im Körper antreibt. Konkret blockiert er ein Enzym namens Tyrosinkinase 2 (TYK2).

Tyrosinkinase 2 (TYK2)...

...ist ein Enzym. Es spielt eine zentrale Rolle dabei, wie bestimmte Botenstoffe des Immunsystems ihre entzündungsfördernden Signale weiterleiten. Deucravacitinib bremst diesen Prozess, ohne dabei andere verwandte Enzyme wie JAK1, JAK2 oder JAK3 zu beeinflussen. Das ist wichtig, weil eine gezieltere Wirkung in der Regel weniger Nebenwirkungen bedeutet.

Für wen ist die Zulassung gedacht?

Die EU-Zulassung gilt für Erwachsene mit aktiver Psoriasis arthritis, bei denen eine vorherige Behandlung mit sogenannten krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) nicht ausreichend gewirkt hat oder nicht vertragen wurde. Sotyktu kann dabei allein eingenommen werden oder in Kombination mit Methotrexat – einem klassischen Mittel gegen Rheuma und Psoriasis arthritis.

Was sagen die Studiendaten?

Die EU-Zulassung basiert auf den Ergebnissen zweier großer klinischer Studien: POETYK PsA-1 und POETYK PsA-2. An diesen Phase-3-Studien nahmen insgesamt mehr als 1.200 Erwachsene mit aktiver Psoriasis arthritis teil.

In beiden Studien zeigte Sotyktu eine deutliche Verbesserung der Krankheitsaktivität. Das Hauptziel beider Studien war das Erreichen einer sogenannten ACR20-Antwort nach 16 Wochen – das heißt: eine Verbesserung von mindestens 20 Prozent bei verschiedenen Messwerten der Gelenkbeschwerden. Dieses Ziel erreichte Sotyktu in beiden Studien.

Zusätzlich zeigte sich in einem weiteren wichtigen Messwert – der sogenannten Minimalen Krankheitsaktivität – ebenfalls eine positive Wirkung. Patienten, die Sotyktu einnahmen, berichteten außerdem von einer besseren Lebensqualität. Gemessen wurde das mit dem SF-36-Fragebogen, einem anerkannten Instrument zur Einschätzung der gesundheitlichen Lebensqualität. Diese Verbesserungen blieben bis Woche 52 stabil.

Und die Nebenwirkungen?

Kein Medikament ist ohne Nebenwirkungen – und das gilt auch für Sotyktu. Die häufigsten Nebenwirkungen, die in den Studien auftraten, waren

  • Infektionen der oberen Atemwege

  • erhöhte Kreatinphosphokinase-Werte im Blut

  • Herpes-simplex-Infektionen

  • Mundgeschwüre

  • akneähnliche Hautausschläge

  • Haarbalgentzündungen.

Das Sicherheitsprofil bei Psoriasis arthritis war dabei ähnlich wie das, was man schon aus den Studien zur Schuppenflechte kannte. Das ist ein positives Zeichen, weil Sotyktu für die Behandlung von Plaque-Psoriasis bereits seit 2023 in der EU zugelassen ist und seitdem bei vielen Patienten eingesetzt wird.

Wie bei allen immunmodulierenden Medikamenten sollte man vor der Behandlung auf Tuberkulose getestet werden. Außerdem weist der Hersteller auf besondere Vorsicht bei Infektionen, bestimmten Herz-Kreislauf-Ereignissen sowie tiefen Venenthrombosen hin. Für Menschen mit Laktoseintoleranz ist außerdem wichtig: Das Medikament enthält Laktose.

Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz

Deucravacitinib: Was ist das und wie wird es angewendet?

`Themenseite: Artikel, Forumsbeiträge und mehr über Sotyktu

Forum: Austausch über das Leben mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis


Hersteller oder Anbieter:
Über die Autorin

Claudia Liebram ist Journalistin in Berlin. Ihre Psoriasis begann, als sie drei Jahre alt war. Sie absolvierte den Masterstudiengang "Consumer Health Care" an der Berliner Charité.

Mehr über und von Claudia Liebram


Bildquellen:

Hal Gatewood / Unsplash

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