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    Auf in die Vergangenheit!

    "Jeder Erkrankung hat ihre Ursache in der Vergangenheit", meint Andreas. "Hier sollte versucht werden, die wirkliche Ursachen der Psoriasis zu entdecken." Der Erfahrungsbericht eines Betroffenen.

    Ich hatte gute zwei Jahre eine Psoriasis auf der Kopfhaut und im Gesicht. Auf den Gesicht waren es zunächst nur schuppige Bereiche bei den Augenbrauen, schließlich eine gerötete schuppige Stelle auf der Wange, die sich oft verschlimmerte und großflächiger wurde und auch auf der Stirn und Kopfhaut traten die gleichen Hautbeschwerden auf. An manchen Tagen besserte es sich wie von Geisterhand - an manchen Tagen wurde es so schlimm dass ich mich kaum raustraute. Obwohl die Symptome noch einigermaßen zu kaschieren waren, war es dennoch sehr belastend, insbesondere wenn auch noch die Kopfhaut rote Stellen zeigte, da ich oft sehr kurze Haare trug.

    Ich will hier aus eigener Erfahrung zeigen, was es meiner Meinung nach mit der Psoriasis auf sich hat. Ich beziehe mich hier logischerweise nur auf die Psoriasis im Gesicht und auf der Kopfhaut, obwohl ich glaube, dass das Prinzip, was ich im folgenden schildern werde, mehr oder weniger auf jede Form der Psoriasis zutrifft.

    Lange Zeit dokterte ich damit rum, wusste zunächst auch gar nicht, was es war, sah auch keinen Zusammenhang zwischen meinen Leben und der Erkrankung. Auch Salben und Cremes halfen nicht wirklich, vielleicht wurde das Symptom vorübergehend unterdrückt, aber es kam nicht zu einer Heilung. Insofern konnte die Ursache nicht rein organischer, materieller Natur sein, denn dann hätte man auch mit rein materiellen Mitteln, also z.B. herkömmlichen Medikamenten oder Ernährungsumstellung etc. das Ganze vollständig heilen können - ohne das es wieder aufgetreten wäre.

    Im Laufe der Zeit und durch aufmerksames Hinschauen konnte ich mir schließlich selbst Antworten geben. Ich werde hier teilweise etwas mit Symbolen und Metaphern arbeiten, die verständlicher machen sollen, was die Symptome der Psoriasis einen sagen wollen und wie dies in Verbindung zum Gemütszustand des Erkrankten stehen kann.

    Durch die Anwendung dieser Erkenntnisse, gelangt es zu einer erheblichen Verbesserung der Beschwerden. Ja, innerhalb der letzten Tage ist es beinahe schon alles weggegangen.

    Jeder Erkrankung hat ihre Ursache in der Vergangenheit. Hier sollte versucht werden, die wirkliche Ursachen der Psoriasis zu entdecken.

    Unmittelbar hintereinander wurden vermehrt schlechte Erfahrungen und Enttäuschungen erlebt. Es müssen nicht zwangsläufig "schlechte" Erfahrungen gewesen sein, was zählt ist, dass man nur das Schlechte an diesen Erfahrungen zu sehen vermochte und sie deshalb auch nur als unangenehm, ja schmerzhaft "empfinden" konnte. Es ist also nicht unbedingt die Vergangenheit an sich, sondern die "eigene" Interpretation von dieser!

    Die Suche nach anhaltender Liebe und Glück in der Außenwelt misslang, obwohl man sich Mühe gegeben hat alles richtig zu machen. (Mit Glück ist alles gemeint, was zu guten Gefühlen führen kann, berufliche Erfolge, Anerkennungen, körperliche Nähe, Besitztum etc.) Man hat dafür vielleicht auch soviel investiert, es anderen immerzu recht machen zu wollen und sich selbst dafür zu vergessen, wohl weil man von anderen gemocht werden wollte, um damit auch sich selbst annehmen zu können. Gelang dies nicht, fiel man in die eigene Ungeliebtheit, in das eigene mangelnde Selbstwehrgefühl zurück. Immer ist man deshalb bedürftig nach der Anerkennung der anderen Menschen, nach dem Erreichen der eigenen Ziele, um somit überhaupt mal auch sich selbst "wirklich" mögen zu können.

    Man ist also nur auf bestimmte Resultate fixiert, ergeben sich diese nicht, ist man enttäuscht. Man ist dann nicht einverstanden, mit dem was ist. Dass erzeugt unvermeidlich schlechte Gefühle. Durch diese schlechten Gefühle, wie Wut, Trauer, Gekränkt-Sein, unternimmt man Schritte, von denen man erhofft, durch sie etwas ändern zu können. So macht man anderen zunächst innerlich und dann auch ganz konkret Vorwürfe, beschimpft sie, heult ihnen was vor, versucht zu manipulieren, oder wird vielleicht sogar gewalttätig.

    Stellt sich dann immer noch nicht das gewünschte Ergebnis ein, fühlt man sich zu Recht enttäuscht.

    Irgendwann beginnt man aus diesen stark negativen Erfahrungen der Ablehnung oder Enttäuschung, die unmittelbar hintereinander auftraten, sich zunächst nur innerlich von anderen abzugrenzen. Man ist nicht mehr so sehr "dabei", und auch nicht so sehr interessiert daran wie früher, mit anderen was zu machen. Man bevorzugt insgeheim das Alleinsein, nagt noch an den alten Kränkungen und verdrängt den Wunsch nach Nähe, den dieser Wunsch wurde in der Vergangenheit zu oft nicht erfüllt. Dennoch versucht man noch so zu tun, als wäre alles ok. wenn man dann bemerkt, dass nicht alles ok ist, hat man Angst davor, nicht mehr so zu funktionieren, wie es die anderen von einen erwarten. Man versucht sich also dennoch notgedrungen mit der Außenwelt zu vereinbaren um sich nicht erneut Ablehnung einzuhandeln und sieht dabei gar nicht den Schmerz, der noch in einen nagt, die Angst vor zukünftigen Enttäuschungen und das daraus resultierende pessimistische Denken, die Tatsache, dass man den Wunsch nach Nähe verleugnet, um sich vor Verletzungen zu schützen. Wenn man sich dies alles aber nicht eingestehen will und munter so tut als wäre alles ok verletzt jede neue Enttäuschung, die oft noch mit den Augen der Vergangenheit interpretiert wird, umso mehr - und irgendwann kommt die Schuppenflechte auf die Haut.

    Auf einmal beginnt man sich immer mehr abzukapseln, da man sich für die Hautveränderungen schämt. Man kümmert sich immer weniger um zukünftige berufliche Perspektiven, um seine Freunde, eine neue Beziehung. Man hat Angst vor dem Leben, vor der Zukunft und kann keine Verantwortung mehr übernehmen. Dadurch dass man die Anforderungen der Außenwelt nicht mehr erfüllt, erntet man letztendlich nur noch Vorwürfe.

    Die Freunde schreien, man würde sich nicht genug um sie kümmern, das Umfeld kritisiert einen für den verantwortungslosen Lebenswandel. Aber dies ist "spiegelbildlich" zu verstehen, denn man selbst hat auch das Gefühl in sich, andere waren und sind nicht genug für einen da, würden verantwortungslos handeln. Der Mangel an Zuwendung, den man den Mitmenschen auf einmal entgegenbringt ist also nur der Mangel, den man selbst bei sich empfindet. Durch die Kritik, die einen dafür entgegengebracht wird und die schnell kränken kann, gerät der Psoriasis -Erkrankte nur noch mehr in die Abwehrhaltung und zieht sich noch mehr zurück. Wieder muss er enttäuscht feststellen, dass man ihn nicht so annimmt, wie er ist. Und auch er selbst kann sich noch schlechter als zuvor annehmen, da er sieht, dass er den scheinbaren Druck von außen, ja scheinbar alltäglichen Anforderungen etc. nicht standhalten kann und beginnt sich als Versager zu fühlen.

    Nun kann er das Symptom als Entschuldigung nehmen, er könne ja auch nichts vernünftig machen, mit diesen Ausschlag könne man sich ja kaum nach draußen trauen. Nun hat der Erkrankte durch diesen Vorwand erreicht, dass er seine Ruhe haben "darf" und durch die Abkapselung jeder zukünftigen Enttäuschung entgehen kann. Und durch die Psoriasis hat er damit dann auch die offizielle Erlaubnis sich so verhalten zu dürfen und der Gang zum Arzt und Apotheker gibt ihm dabei Recht. Kranksein ist immer eine gute Entschuldigung! Gleichzeitig, will er aber natürlich wieder gut aussehen. Und so ist zunächst oft nur Eitelkeit die Triebfeder, die dazu führt, das Symptom loswerden zu wollen und sich überhaupt mal damit zu beschäftigen. Gerade die Eitelkeit ist die Schwachstelle beim oft so perfektionistischen und selbstkritischen Psoriasis -Erkrankten.

    Schließlich ekeln sich die anderen Menschen ja auch vor diesen Anblick, also warum sollten man das anderen und nicht zuletzt sich selbst antun, sich als "hässlich" und "nicht liebenswert" in den Augen anderer empfinden zu müssen?

    Hier kommt wieder die eigene Ungeliebtheit und die Angst vor neuen Verletzungen zum Vorschein, die den Psoriasis-Erkrankten es auch vor dem Auftreten der Symptome schwer gemacht hat, sich zu akzeptieren und diesmal ist auch der Ausschlag die gute Ausrede: "Wie soll ich mich denn selbst mögen können mit dieser hässlichen Schuppenflechte?"

    Die Tatsache dass er sich "vorher" auch nicht wirklich mochte, ist ihm nicht bewusst. Dadurch erst begann ja seine zwanghafte Odyssee Glück und die Liebe bei anderen Menschen zu suchen, die aber auch oft selbst danach bedürftig waren und deswegen nichts geben konnten oder nur unter "strengen" Bedingungen. Das Symptom macht also ehrlich, es zeigt den Psoriasis-Erkrankten, was vorher schon latent in ihm war, was er aber nicht sehen wollte oder konnte: Dass er Angst vor den Kontakt mit anderen hat, dass er sich hässlich fühlt, sich nicht annehmen kann, dass er lieber allein wäre, dass er gekränkt und leicht zu verletzen ist, dass die vergangenen Enttäuschungen ihn zum menschenscheuen Pessimisten gemacht haben, dass er Angst vor der ungewissen Zukunft hat. Das sein offenes und starkes Gehabe nur ein Selbstbetrug sind, denn seine Abwehrhaltung spiegelt sich als Schuppenpanzer auf der Haut und verrät ihm und anderen "symbolisch", wie es wirklich um seine Kontaktfreudigkeit bestellt ist. Darunter findet er die wunden Stellen (=das unreife Verhalten und die Verletzungen in ihm), die "Verletzungen", die der Schuppenpanzer nun verbergen soll und die (Angst vor zukünftigen) Verletzungen, die entstehen, wenn er die Schuppen (=die Abgrenzung) mühsam und vielleicht selbst erfüllt von Ekel (es ist also Überwindung erforderlich!) entfernt. Die Hautzellen werden so schnell gebildet, als gelte es "eine Wunde zu schließen", das "Abwehrsystem" des Körpers arbeitet teilweise, als wenn Krankheitserreger ("Störenfriede") "abzuwehren" wären, hingegen funktioniert außen rum in den "benachbarten", beschwerdefreien Hautpartien noch alles normal. Der Patient sieht die Rötung, die sich unter der Haut verbirgt. Er bzw. die Haut als "Kontaktorgan" zur Außenwelt, hat sich an etwas "entzündet", an den Fehlern der anderen Menschen "aufgerieben" (Reibung führt zur Hitze...- zum "erhitzen Gemüt") und gleichzeitig ist da der "verdrängte" (unter die Haut gedrängte!) Wunsch nach Nähe, der durch die Abwehrhaltung (=die Schuppen) verleugnet wird, denn die Schuppen versuchen diese geröteten "aufflammenden" Stellen zu verbergen, zu "verdrängen". Man denke daran, dass die Farbe rot, seit jeher für die Liebe und Leidenschaft steht, aber auch für den Tod und den Egoismus! Diese Abwehrhaltung nach außen hin, dieser unterschwellige Groll und Hass und dieses Verletztheit, ist nichts weiter als verschmähte, unerwiderte Liebe und das verdrängte und daher auch unerfüllte Bedürfnis nach Nähe.

    Die Isolation, die Einpanzerung, hat also ihren Preis: Der Psoriasis -Erkrankte muss nämlich seinen Wunsch nach Nähe, der ja irgendwie dennoch besteht, verdrängen. Vielleicht lenkt er sich mit allerhand Sachen ab, um für sich die Illusion zu erzeugen, alles wäre ok: Womöglich surft er im Internet - anstatt auszugehen, führt Brieffreundschaften, Telefonate, geht wegen der Hautbeschwerden nur noch abends raus, kümmert sich vermehrt um anderer Leute oder gesellschaftlicher Angelegenheiten, versucht anderweitig durch Leistung zu glänzen und dadurch Bestätigung und Liebe zu bekommen, versucht also etwas zu bewirken und hat dadurch für sich selbst und anderer das Trugbild, dass er ja noch einigermaßen normal leben würde und ja durchaus noch offen sei, - nach all dem was war!

    Von jeder Annäherung anderer Menschen in sein Leben fühlt er sich bedrängt. Insgeheim wünscht er sich Nähe, aber die Angst vor neuen Enttäuschungen ist so stark, dass sie unangenehme Gefühle erzeugt, immer, wenn andere in sein Leben treten wollen oder es seine Toleranzgrenzen überschreitet. Dadurch dass er sich Unwohl im Beisein anderer fühlt, projiziert er dieses Gefühl auf die anderen und sieht in ihnen die Ursache. Er sucht "dort" unbewusst nach Fehlern, um eine Berechtigung zu haben, sich von diesen Leuten und Situationen abgrenzen zu können. Aufeinmal sind die Freunde dann nicht mehr gut genug und die ganze Welt müsste verändert werden. Ja, deren Kritik und Verhalten wäre ja schuld daran, wenn die Psoriasis schlimmer wird - man ist nun mal verletzlich! Man will miteinmal die perfekten Freunde, den perfekten Job, doch bei den Versuch alles zu verändern um Vollkommenheit zu erreichen, was ja mit Kritik an anderen und eventueller weiterer Abgrenzung verbunden ist, erlangt man nicht gerade Sympathiepunkte... Druck erzeugt Gegendruck und dies alles kränkt den Psoriasis -Erkrankten wieder und der Ausschlag wird schlimmer, ja schon die bloße Befürchtung erneuter Enttäuschungen lässt den Ausschlag entstehen.

    Für ihn die Bestätigung, dass die anderen Schuld sind und er Schlussstriche setzen muss, er sich mal richtig ausruhen sollte und sich die perfekten Freuende, Beziehung und berufliche Perspektive suchen sollte. Doch dann ist da ja wieder dieser Ausschlag, der es ja erschwert, eben an diese Dinge zu kommen!

    Er ist wiedermal nicht einverstanden mit dem was ist. Durch diesen Widerstand gerät er in den Egotrip, sich nicht nur zu isolieren, sondern fortan auch nur noch an sich denken zu müssen, um seine Krankheit zu überwinden. Er zerbricht sich schließlich den Kopf und jeder Lösungsansatz, durch das Verändern "äußerer Umstände" und anderer Menschen eine Beschwerdefreiheit zu erlangen misslingen auf Dauer. Ja, oft wird alles so schlimm, dass jede Medizin versagt. Dadurch zwingt ihn die Schuppenflechte zu akzeptieren was ist! Er muss zumindest sie akzeptieren, sonst verbreitet sie sich mehr und mehr. Und tatsächlich, an den seltenen Tagen wo er mit sich und allen im reinen ist, wo die Hautbeschwerden abgeklungen sind, wo seinen perfektionistischen Ansprüche und seine und sein Wollen befriedigt sind, dann kann er sich wieder etwas öffnen und Besserung tritt ein.

    Auch die Schuppenflechte selbst wird als Ursache gesehen für befürchtete zukünftige Enttäuschungen, - "wie soll mich einer mit diesen Ausschlag lieben könne?!", fragt sich der Erkranke und versucht ihn, wieder getrieben aus dem Gefühl des "Geliebt-Werden-Wollens" zu bekämpfen. Der schizophrene Wunsch nach Nähe und die Angst davor reichen sich die Hand. Es gelingt anscheinend nicht, sich wirklich zu öffnen, obwohl man die Notwendigkeit vom Verstand her eingesehen hat, - aber wirkliche Einsicht geschieht eben nur im Herzen.

    Der Psoriasis -Erkrankte ist zu überempfindlich geworden, er vergisst, dass er durch diese Überempfindlichkeit, anderen Macht über sich gibt. Er "agiert" nicht mehr, - sondern er "re-agiert" nur noch und verliert allmählich die Kontrolle über sein Leben aus den Augen. Bei jeder Sache, wo er sich gekränkt fühlt oder etwas Negatives vermutet, zieht er sich zurück. Somit ist er ein hilfloses Opfer seiner eigenen subjektiven Werturteile, dass vergessen hat, dass es selbst der wirkliche Täter und Auslöser ist, - denn man selbstist es, der sich gekärnkt fühlen kann, - niemand sonst zwingt einen dazu.

    Sein Selbstbild, seine eigenen moralischen Verhaltenskodexe, sieht der Erkrankte durch die Psoriasis in Gefahr, aufeinmal ist er nicht mehr der offene, aktive Mensch und nur noch ein schlechtes Gewissen bringt ihn notgedrungen dazu, das zu tun, was er früher noch wie selbstverständlich getan hätte: Kontakte pflegen und sein Leben leben!

    Lässt der Psoriasis -Patient seinen Rückzug zu, gesteht er sich ein, wie unbehaglich ihm die anderen sind, wie groß die Angst vor Kritik, Ablehnung, Misslingen und Enttäuschung ist, wie sehr er noch an der Vergangenheit hängt in der er sich "verlaufen" hat und immer wieder die damaligen Dramen abspult, wie sehr er alles mit den Augen der Vergangen-heit sieht und sich im Perfektionismus verrannt hat, dann erst besteht Chance auf Heilung.

    Heilung beginnt damit, dass Symptom und das was es einen sagen will anzuerkennen, zu in-tegrieren und nicht es zu bekämpfen. Denn das Symptom ist lediglich die Warnlampe, die signalisiert, das etwas im Bewusstsein nicht stimmt. Es ist das, was im Bewusstsein nicht gesehen oder verdrängt wurde und was sich dann symbolisch im Körper wiederspiegelt.

    "In" sich selbst muss also gesucht werden! Dadurch dass der Erkrankte den Rückzug erst mal zulässt, kann er durch die Isolation den verstärkten Kontakt zu sich selbst finden. Er ist gezwungen, sich mit sich selbst zu beschäftigen, - denn raustrauen tut er sich wegen der Psoriasis ja eh nicht wirklich! Er kann dadurch lernen, wieder für sich da zu sein, und sich selbst annehmen und kennenlernen zu können. Denn auch seine Haut muss er pflegen, um die Symptome der Psoriasis verschwinden zu lassen oder einzudämmen vulgo muss er auch seine Seele einer "klärenden" Reinigung unterziehen!

    Er kann versuchen, zu erkennen, wie sehr er sich zum Opfer gemacht hat, dadurch, dass die Worte und Meinungen anderer so viel Macht über ihn hatten. Er kann erkennen, dass er die anderen hat bestimmen lassen "wer" er ist und dass er keine "eigene" (positive) Meinung zu sich hatte. Indem er dieses Opferdasein ablegt und die Akzeptanz zu sich (wieder)findet, werden Kritik und Kränkungen anderer und die Welt an sich ihn auch nicht mehr weiter "jucken und kratzen" können. Er kann seine Vergangenheit neu interpretieren und vielleicht auch die gute Seite in den Enttäuschungen erkennen lernen. Dadurch ,dass er wieder selbstständig werden will, kann er seine Abwehhaltung allmählich abbauen und wieder zulassen, "was ist". Er kann erkennen, wie sehr ihn sein Egoismus zu allen Enttäuschungen geführt hat, den er wollte immer bestimmte Resultate erzielen und hat sein Glück davon abhängig gemacht, also "musste" er logischerweise enttäuscht sein, wenn seine Ziele nicht erreicht wurden.

    Sein eigenes egoistisches Wollen, was ja nichts anderes ist, als ein "nicht einverstanden sein, mit dem was in seinen Leben war und ist", ist also die Grundursache für alle Enttäuschungen. Er wird dann irgendwann aus eigener Einsicht sein Verhalten ändern und wieder (aus sich) rausgehen, wieder offen und verletzlich werden und dadurch erkennen, dass ihn keine Verletzung je wird umbringen können und dass er es selbst in der Hand hat, was ihn verletzen kann. - Dass die Schlange, vor der er sich im Dunklen fürchtete nur ein harmloses Seil war! Durch Leiden wird er also lernen, dass er nicht leiden muss und je unreifer er ist um das zu begreifen, desto mehr wird er leiden.

    Enttäuschungen sind immer eine Frage der eigenen Wertmaßstäbe und Interpretation. Manche Leute fühlen sich verletzt von Dingen, die gar nicht verletzend gemeint waren. Manche haben ein dickes Fell und andere eine "dünne Haut" (durch die man übrigens leicht jede Rötung sieht...). Was uns früher gekränkt hätte, kann uns heute vielleicht nur ein Lächeln abgewinnen - und umgekehrt. Wenn man wirklich weiß, wer man ist, wird man sich nicht mehr groß beeinflussen lassen von den Werturteilen anderer. Wenn man sich nicht so sehr an das "Erreichen" bestimmter Ziele klammert und alles so nimmt wie es kommt, dann wird man ganz bestimmte die gesündere Art zu leben gefunden haben.

    Die Psoriasis beinhaltet also das Tor zur Erlösung vom Leiden, - genauso wie die Möglichkeit, alles schlimmer zu machen und in einen Teufelskreis zu gelangen in den einen leicht schwindelig werden kann, so dass man die Zusammenhänge nicht mehr klar erkennen kann. Spätestens wenn der Erkrankte sich unter anderem durch den Ausschlag und mit der Angst vor damit verbundener Ablehnung, in eine so extreme Isolation getrieben hat, dass er vollständig isoliert ist, wird er den Wahnsinn "von sich aus" einsehen und wieder offen werden. Die anfängliche Überwindung, die das erfordert, wird bald mit einer Besserung und dann auch mit einen Verschwinden der Symptome belohnt, wenn seine Entscheidung, "wieder offen zu sein", wirklich von Herzen und nicht aus egoistischen Motiven heraus kommt.

    Schlussfolgernd möchte ich die Behauptung aufstellen, dass nahezu alle Krankheiten aus Psychosen (Verhaltenstörungen) des Menschen herrühren, die wiederum daraus resultieren, dass er sich mit den jeweils gegeben Umständen und Situationen über eine bestimmte Zeit (oder mit großer Intensität) hinweg, nicht vereinbaren konnte und deswegen ins contra ging.


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    • Mann mit Kompass: alphaspirit - Fotolia.com

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    Recommended Comments

    Hallo Andreas, dieser Text ist genial und fasst das Wesentliche der Psoriasis zusammen. Ich finde mich hier wieder, es ist wirklich das "sich nicht annehmen" und die damit verbundene Angst im Kontaktbereich, die Angst vor Ablehnung und Verletzung. Gibt es eine Möglichkeit, dich kennenzulernen?

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    Sehr großen Respekt Andreas,

    das trifft auf mich jedenfalls absolut zu. Ich habe mich im letzten Jahr (seitdem die Psoriasis ausgebrochen ist)immer mehr zurückgezogen, und überzogener Perfektionismus und Eitelkeit seh ich nun als Auslöser, es ist wie ein Licht das mir aufgeht. Zu hoch waren die eigenen Ansprüche, es ist wie ein logischer Vorgang...man ist mit sich selbst unzufrieden, obwohl dieses Denken völlig unberechtigt ist und dann brichtt die Psoriasis aus...quasi als "Denkzettel" für falsches Denken...

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    Guest DeutscherMitMigrationshintergrund

    Posted

    ich bin einfach nur begeistert gerade in diesem augenblick. ich lese das was sie da schreiben und vor meinem auge spielen sich die vergangen zeiten ab.zum glück ist es bei mir im anfangsstadium. wenn es denn wirklich auch Psoriasis ist.aber ich hatte auch vor einigen monaten die gürtelrose bekommen und da wird es auch aus diesem großem sumpf aus gründen enstanden sein.. ich drücke mich tatsächlich davor ins reine zukommen mit mir selbst in dem ich mir übermächtige ziele setze zB,nur eine sache von vielen die auf mich zutreffen was sie beschrieben haben.und wenns nicht klappt,nun ja deshalb schreib ich wahrscheinlich gerade auch hier ein kommentar. es ist bestimmt kein zufall das ich hier auf die seite stoße.. eine sache ist die uns alle vereint, eine positive und für alle die das lesen werden. die kunst auch zwischen den zeilen zu lesen und zu verstehen,, sonst glaube ich wäre so ein toller ansatz,für viele der start für eine eventuell positivere zeit, nicht entstanden... in diesem sinne, vielen dank!

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    Ich hänge fest in diesem Trott aus selbstmitleid und nichtmal dieser text kann mich da raus holen ist bei mir alles zu spät ? ich kann einfach nicht glücklich sein solange ich diese eklige schuppenflechte habe übrigens schon seit 6 jahren ! :(

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    Riesengroßen Dank fürs "Augenöffnen"! Ihr Text ist ein Meilenstein für Selbsterkenntnis und dadurch Veränderung!Jeder Psychologe kann sich an diesem Text ein Beispiel nehmen - meine Beiden haben jedenfalls kläglich versagt, wenn ich das hier lese...!! werde mich danach richten und hoffe, die Psoriasis so in den Griff zu bekommen!

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    Einfach nur DANKE

    Bin ganz neu hier in diesem Forum und auch erst seit 2 Monaten betroffen von dieser

    Form der "Selbstzerfleischung"

    Vielleicht kann die Hilfe wirklich nur in einem selber liegen

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      Larissa kann ohne Medikamente weder Haushalt und Familie versorgen noch zur Arbeit gehen. Von der Krankenkasse fühlt sie sich im Stich gelassen. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.
      Seit mehr als 20 Jahren leide ich an Gelenkschmerzen, v.a. in der linken Schulter, die regelmäßig auf meine angeblich degenerierte Wirbelsäule und die durch meinen Beruf - ich bin Krankenschwester - entstehenden Belastungen zurückgeführt wurden. 'Therapie' hieß also: "Schlucken Sie mal dieses oder jenes Schmerzmittel", "Gehen sie zur Krankengymnastik", Überlegen Sie sich, ob sie nicht besser den Beruf wechseln".
      Ziemlich unbefriedigend, fand ich. Aber was sollte ich machen?
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      Bis 1992 änderte sich an diesem Bild trotz ständiger Salbentherapie nichts, dann erschienen als Folge einer Antibiotika-Therapie plötzlich kleine Bläschen in meinen Handinnenflächen und unter den Fußsohlen.
      Die Diagnose hieß: Allergie. Die Therapie bestand aus weiteren Salben, inzwischen kortisonhaltig, brachte aber auch kaum Linderung. Ungefähr ein Dutzend Hautärzte habe seitdem ,verschlissen' und ebensoviele unterschiedliche Diagnosen gehört, die letzte – nach PE 1996 – war 'Neurodermitis'.
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      Dank Kortison – diesmal nicht nur in der Salbe – sind die Hauterscheinungen zurückgegangen, zur Zeit sind wie immer die Fußsohlen betroffen, dazu gibt es einige Herde an den Unterschenkeln und -armen, in den Handinnenflächen sowie einen am Rücken.
      Schlimm ist nur, dass die Schmerzen in den Gelenken kaum zurückgehen. Ohne Medikamente bin ich nicht in der Lage, meinen 5-Personen-Haushalt zu versorgen, an 'zur Arbeit gehen' ist überhaupt nicht zu denken. Außerdem habe ich durch die Kortisoneinnahme leider ziemlich viel an Gewicht zugelegt, das ich gern wieder loswürde, schaffe es aber allein nicht.
      Aus diesen Gründen rät mir mein Hausarzt zu einer erneuten Kur, diesmal stationär, und wenn möglich wieder in Horumersiel (oder einem anderen Ort, an dem es diese Schlickpackungen gibt).
      Leider spielt meine Krankenkasse da überhaupt nicht mit. Alle haben zwar Verständnis für meine Situation, aber eine Kur wird bisher nicht genehmigt. Eher würde man mir auf unbestimmte Zeit eine Haushaltshilfe genehmigen, ich könne ja auch einen vorläufigen Rentenantrag stellen – und den Entzug, wenn ich irgendwann dann doch mal medikamentenabhängig geworden bin, zahlt man sicher auch... Ich bin sauer!
      Heute morgen hat man mir – nach langen Kampf – zumindest einen Kurantrag für die BfA mitgegeben. Ich habe ihn auch ausgefüllt und werde ihn abschicken, obwohl ich genau weiß, daß der Rentenversicherungsträger bei Psoriasis nicht zuständig ist (wovon meine Krankenkasse angeblich ebensowenig weiß wie von der Möglichkeit, bei dieser Erkrankung auf die 4-jährige Sperrfrist zu verzichten!)
      Ich bin mal gespannt, wie das weitergeht. Zermürben lasse ich mich durch diese Hinhalte-Taktik nicht so schnell.
      Mit freundlichen Grüßen
      Larissa (39)
    • Redaktion
      By Redaktion
      Claudia möchte sich mit der Schuppenflechte abfinden und einfache Methoden ausprobieren. Sie sagt aber selbst: Sie hofft auf etwas, das dauerhaft hilft. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.
      Mein Name ist Claudia, bin 25 Jahre alt und leide seit 1 1/2 Jahren unter PSO.
      Ausgelöst wurde es mit der Schwangerschaft mit meinem zweiten Sohn im Sommer 2003. Anfangs dachte ich, das wäre eine Sonnenallergie. Ich bekam kleine weiße Pusteln auf den Handinnenflächen und auf den Fußsohlen ganz schwach.
      Dann kam der Herbst und Winter und es war plötzlich verschwunden. Als mein Sohn im Frühjahr geboren wurde, bekam ich schlagartig neue Schübe, die im Sommer noch schlimmer wurden und es sich auch mittlerweile auf der ganzen Hand ausbreitete. Aber es waren nur die Pusteln, die beim Aufplatzen bluteten. Im Spätsommer fing die Haut an einzureißen und ich bin vor zwei Monaten dann zum Arzt gegangen. Die Diagnose traf mich sehr hart. Ich wusste auch bis zu diesem Zeitpunkt nicht, dass es unheilbar ist und niemand weiß, woher sie kommt und was man dagegen tun kann.
      Meine Ärztin hat mir Psorcutan Beta verschrieben, was auch für ein paar Wochen Heilung schaffte. Es kamen aber wieder neue heftige Schübe, da ich die Salbe absetzte. Sie hat mir dann für drei Tage Dermatop verschrieben. Aber bis heute habe ich keine Besserung. Vor einer Woche sah es richtig gut aus. Dann bekam ich aber meine Periode, und zeitgleich noch einen entzündenden Zahnhals.
      Bis jetzt habe ich noch keine Erfahrung mit meiner Krankenkasse gemacht. Aber bei mir ist es auch nicht so schlimm wie bei anderen. Ich habe ja noch Glück gehabt. Obwohl es sehr schmerzhaft ist, es mir beim Bezahlen im Supermarkt oder ein einfaches Händeschutteln unangenehm ist, und ich auch keine Lust mehr habe mit Handschuhen ins Bett zu gehen. Ich vermute mal, es liegt an den Hormonen und dass ich sehr viel Stress habe.
      Auch was die Ernährung betrifft, kann ich nichts zu beitragen. Habe kein Übergewicht, esse nicht viel, keine Süßigkeiten, keinen Kaffee, kaum Fett (Fleisch). Mein einziges Laster ist das Rauchen, was ich aber jetzt auch einstellen werde. Habe ich ja in den Schwangerschaften und Stillzeiten auch geschafft.
      Ich werde versuchen, mich damit abzufinden und einfache Methoden ausprobieren, wie zum Beispiel zum Besprechen gehen.
      Ich wünschen allen, dass sie mit ihrer Krankheit leben lernen und dass es für uns alle bald etwas wirklich erfolgversprechendes gibt, das uns heilt. Auf Dauer.
      Einen lieben Gruß
      Claudia aus Lübeck
    • Redaktion
      By Redaktion
      Claudia hat jüngst gute Erfahrungen mit eiweißreicher Ernährung gemacht. Nun beobachtet sie sich und ihre Haut - und muss sich neuen Herausforderungen stellen. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.
      Hallo,
      meine Name ist Claudia. Ich bin 35 Jahre alt und leide seit vier bis fünf Jahren an der Psoriasis pustulosa - beschränkt auf die Handflächen und die Fußsohlen.
      Nach dem ersten Schreck und der Aussage einer Hautärztin, was das ist, das diese Pusteln vor allem an den Händen verursacht, bekam ich eine Kortison-Salbe. Da zu diesem Zeitpunkt ein sehr kleines Kind hatte, das ich mit "Kortison-Fingern" nicht anfassen wollte, setzte ich die Salbe schnell wieder ab.
      Zunächst schien es, als gäbe es einen Zusammenhang mit den Jahreszeiten oder mit Stress-Situationen.
      Den letzten Herbst/Winter (2004/05) über ging es mir psychisch nicht besonders gut, aber die Psoriasis zeigte sich davon unbeeindruckt und blieb verschwunden. Es wurde langsam Frühling, der Stress liess nach. Eben wollte ich aufatmen, da tauchten die ersten Pusteln an Händen und Füssen wieder auf. Beim Hausarzt liess ich die Blutwerte untersuchen, das Ergebnis war erfreulich: alles OK.
      Ich nahm mir die Symptome von verschiedenen Mangelkrankheiten vor. Vitamin-Tabletten brachten keine Besserung - erstmal nicht. Schließlich stieß ich auf die Symptome von Eiweißmangel und beschäftigte mich mit den Aufgaben der essentiellen Aminosäuren im Körper im Detail. U.a. ist Eiweiß der Trägerstoff für das körpereigene Cortisol.
      Seit zwei Wochen achte ich auf eiweißreiche Ernährung, insbesondere Erdnüsse, Thunfisch, mageres Fleisch, Milchprodukte. Ich habe das Glück, keine Nahrungsmittelallergie zu haben.
      Die meisten Pusteln sind inzwischen abgeheilt, alle sind ausgetrocknet und es ist der erste Morgen gewesen, an dem ich aufstand und keine weitere neue Pustel erschienen war.
      Dieser Erfolg hat sich nach der Ernährungsumstellung so schnell gezeigt, dass es mich wirklich staunen lässt. Und das, obwohl die nächste Krise bereits im vollen Gang ist. Ich werde mich einer Biopsie unterziehen müssen, weil eine Hautveränderung an anderer Stelle dazu Anlass gibt. 4 Ärzte meinen, das wäre gutartig, aber um ganz sicher zu sein und mich vollends zu beruhigen, lasse ich die Biopsie machen.
      Sollte die Psoriasis trotz eiweißreicher Ernährung wiederkommen, wenn diese Krise gemeistert ist, werde ich mir irgendeine Herausforderung suchen müssen - denn dann ist sie ein Symptom von Langeweile.
      Viele Grüße
      Claudia
      Tipps zum Weiterlesen
      https://www.psoriasis-netz.de/ernaehrung/schuppenflechte-und-ernaehrung.html
    • Redaktion
      By Redaktion
      Viele Leute mit Psoriasis palmoplantaris arbeiten mit ihren Händen oder müssen für lange Zeitabschnitte auf ihren Füßen stehen. "Ich hatte einen Patienten mit Psoriasis palmoplantaris, der Koch war", berichtet der Arzt Abby Van Voorhees. "Ich empfahl ihm, während des Kochens Handschuhe zu tragen. Das konnte er aber nicht, weil ihm mit Plastikhandschuhen die Sicherheit fehlte."
      Es kann schwierig sein, einerseits die Anweisungen des Arztes und andererseits die Aufgaben des Berufs zu erfüllen. Mitglieder der US-amerikanischen Selbsthilfevereinigung National Psoriasis Foundation haben diese Herausforderung in vielen unterschiedlichen Weisen erfahren.
      Richard Hester, Produktionsarbeiter, Bangor (Pennsylvania)
      In seinem Job muss Richard Hester den ganzen Tag auf den Füßen sein. Er "steht es einfach durch". Er zeigte einem Vorgesetzten seinen Fuß mit einer pustelartigen Psoriasis. Sein Arbeitgeber erkannte an, dass Richard Hester immer Sandalen tragen muss, weil die Luft seine Stellen bessern läßt.
      Marie Sweeney, Krankenschwester, Oceanside (New York)
      Als Krankenschwester sorgte sich Sweeney darum, dass ihre Patienten Angst vor Berührung haben könnten. "Meine Hände schälten sich ständig, und sie bluteten. Ich wurde sehr gehemmt." Sie würde an den Händen Verbände tragen und die Patientenakten dort ausfüllen, wo die Leute sie nicht sehen könnten. Schließlich klärte sie ihren Chef auf, der ihr emotionale Unterstützung anbot. Sie bekam auch eine bessere Behandlung, die die Stellen an ihren Händen besserte.
      Trudy Sperry, Näherin, Pictou, Neuschottlands, Kanada
      Sperrys Hände sind ihr Lebensunterhalt. Lange Zeit hatte sie an den Händen eine Plaque-Psoriasis. Sie trugt Baumwollhandschuhe mit abgeschnittenen Fingern, die ihr erlaubten, ihre Arbeit zu erledigen, ohne daß sich die Hände schälen und bluten. Vor kurzem entwickelte sie eine pustulöse Psoriasis. Jetzt benutzt sie Verbände, um die Blasen zu bedecken.
      P.J. Leary, Unternehmensleiter, Raleigh, N.C.
      Nach einigen Jahren ohne Befall kehrte die schwere Psoriasis palmoplantaris vor kurzem zur Mutter und Unternehmensleiterin zurück. Alltäliche Dinge wie das Hochheben der Flasche Milch für ihren Sohn - bereiten ihr Schmerzen.
      "Es tut mir beim Laufen weh. Meine Füße schwellen an. Die Flecken breiten sich explosionsartig aus. Jeder Schritt schmerzt." P.J. Leary trägt Baumwollhandschuhe, um die Hände zu schützen. Doch sie fürchtet sich vor dem Händeschütteln im Job. Während sie darauf wartet, dass die Behandlung mit einem Biologikum anschlägt, fragte sie ihren Arzt nach einer Kortisonsalbe, um das Reisen durchzustehen.
      Quelle: Psoriasis Advance 1/2006 (Mitgliederzeitschrift der National Psoriasis Foundation)
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      Angelina lebt seit 20 Jahren mit Psoriasis pustulosa. Sie hinterfragte, was bei ihr eine solche Autoimunerkrankung ausgelöst haben könnte, warum sich ihr Körper gegen sich wendete. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.
      Seit gut zwanzig Jahren lebe ich mit Psoriasis pustulosa. Angefangen an den Fusssohlen und nach wenigen Jahren auch an den Handinnenflächen. Anfänglich glaubte ich an Heilung mit Salben, Bäder, Diäten, eben allem, was man so auf alternativem und medizinischem Weg angeboten bekam. Homöopathische Mittel verhalfen mir zu einen Stillstand von ca drei Monaten, genauso Kortisonpräparate. Alles andere, auch Totes Meer, waren Scheinheilungen.
      So hinterfragte ich mich, was bei mir eine solche Autoimunerkrankung ausgelöst haben könnte, warum sich mein Körper gegen mich wendet. Zu Beginn dieser Krankheit war ich einem unglaublichen physischen und psychischen Stress unterworfen, der mir tatsächlich "unter die Haut" ging. Die folgenden Psoriasisschübe (zwei bis drei im Monat) hatten immer ähnlichen Charakter. Ich reagierte auf Verletzungen physischer und psychischer Art. Der Beweis dazu lieferte mir dann eine Operation am linken Ellenbogen. Nur zwei Stunden danach war meine linke Hand mit Pusteln übersäht, während die rechte Hand erst nach ein paar Tagen reagierte.
      Auf die gleiche Weise reagierte ich auf grenzüberschreitende, psychische Verletzungen und und Psychostress in Bezug der Partnerschaft. Vor einem Jahr kam eine nachgewiesene Psoriasis arthritis dazu. Jetzt wusste ich, dass ich mich abzugrenzen habe und habe mich vor sechs Monaten von meinem Mann getrennt. Seither - und das ist für mich fast unvorstellbar - habe ich nur noch einmal einen Schub erlebt. Die Arthritis und ihre Schmerzen werden mich zwar weiterhin begleiten. Aber das werde ich hoffentlich auch noch irgendwie in den Griff bekommen.
      Ich denke, es ist doch wirklich eine Überlegung wert, warum der Körper sich gegen sich selber richtet. Was für (vorallem seelische)Verletzungen man einfach so hinnimmt, bis der Körper sich mit einer Autoimunerkrankung wehrt, weil man sich selber nicht (mehr) wehren kann.
      Angelina

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