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🔭 Rundschau: Die wirklich interessanten Beiträge im Netz – 7/2026

Wir lesen, gucken und hören viel, damit Ihr es nicht müsst. Hier sind unsere Tipps von Artikeln und einem Video, die sich wirklich lohnen. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und manchmal auch Unterhaltung!


🧴 Was Psychologie-Experten bei Hauterkrankungen tun können – und warum Medikamente allein nicht immer reichen

Ein SPIEGEL-Artikel erklärt, wie eng Haut und Psyche zusammenhängen, beschreibt die Haut als „neuroendokrines Organ“ und zeigt, dass Stress über Nerven, Botenstoffe und Immunsystem direkt Entzündungen auf der Haut verstärken kann – etwa bei Neurodermitis und Schuppenflechte. Er schildert Kliniken und dermatologische Praxen, in denen Haut und Seele gemeinsam behandelt werden: mit modernen Medikamenten und parallel eingesetzter Psychotherapie, Entspannungsverfahren und Stressbewältigung, um Rückfälle zu verhindern und das seelische Wohlbefinden zu stabilisieren.

Außerdem werden im Artikel neue Forschungsergebnisse zur sogenannten Haut-Hirn-Achse vorgestellt: Entzündungsbotenstoffe (Zytokine) aus der Haut können offenbar Depressionen und Ängste mitverursachen, während Medikamente, die diese blockieren, sowohl Haut-Symptome als auch psychische Beschwerden verbessern; langfristig könnten sogar „Neurokosmetika“ entwickelt werden, die über die Haut das Befinden positiv beeinflussen.

Für Psoriasis-Patienten ist am Artikel interessant, dass ihre Erkrankung klar als entzündliche Systemerkrankung mit psychischer Dimension beschrieben wird, dass Stress wissenschaftlich gut belegt als Trigger gilt, und dass kombinierte Behandlungsansätze – Hauttherapie plus Psychotherapie und Stressmanagement – ihre Chancen auf weniger Schübe, bessere Lebensqualität und weniger Depressionen deutlich erhöhen können.

Der Artikel erschien im Spiegel-Heft 27/2026 und als Spiegel+-Artikel.

🚨 Falsche Ärzte im Netz? Zwei (der guten) Medfluencer im Gespräch

Diese Folge der Reihe "AmPuls" von YouTube-Arzt DoktorWeigl widmet sich kritisch dem Phänomen der sogenannten "Medfluencer" und "falschen Ärzte" im Internet. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Qualifikationen hinter den im Netz verbreiteten medizinischen Ratschlägen und Empfehlungen stecken und wie Nutzer unseriöse von seriösen Quellen unterscheiden können. Es beleuchtet die oft versteckten Mechanismen und potenziellen Gefahren hinter scheinbar kompetenten Online-Gesundheitsratschlägen.

Tobias Weigl unterhält sich im Video mit dem Medfluencer Jasper Iske. Der arbeitet in einer Klinik in Berlin und nimmt gern Kollegen und Möchtegern-Kollegen unter die Lupe – und dabei kein Blatt vor den Mund. Das wirkt manchmal emotional überzogen, ist aber von einer Wut auf Heilsversprechen getrieben.

Wir Menschen mit Psoriasis oder Psoriasis arthritis sind oft auf der Suche nach Informationen, neuen Behandlungswegen oder alternativen Ansätzen sind. Das Internet bietet hier eine Fülle an Inhalten, die nicht immer von qualifiziertem Personal stammen. Das Video kann helfen, ein Bewusstsein für die Unterscheidung zwischen seriösen medizinischen Informationen und potenziell irreführenden oder sogar schädlichen Empfehlungen zu entwickeln. Das Video gibt's bei YouTube.

🧐 Lernen im Luxushotel – extravagant oder angemessen?

Der Beitrag von der kleinen, aber feinen Zeitschrift "Gute Pillen – Schlechte Pillen" beleuchtet kritisch das Thema Luxusfortbildungen für Ärztinnen und Ärzte. Hinterfragt wird, inwieweit solche Veranstaltungen als Mittel zur Beeinflussung der Pharmaindustrie dienen können, selbst wenn eigene Regeln dabei ignoriert werden.

Der Beitrag kann Aufschluss über mögliche Einflüsse auf die Therapieentscheidungen ihrer Behandelnden geben. Ein Verständnis dieser Mechanismen kann dabei helfen, die Empfehlungen von Ärzten besser einzuordnen, fundiertere Fragen zu stellen und somit ein höheres Maß an Transparenz und Vertrauen in ihren individuellen Behandlungsplan zu gewinnen. Den Artikel findet Ihr bei "GPSP".

💊 Bei neueren Biologika lässt sich vielleicht die Dosis reduzieren

Fürs nächste Gespräch mit dem Arzt: Das Deutsche Ärzteblatt berichtet über eine interessante Erkenntnis bezüglich der Behandlung von Psoriasis mit neueren Biologika: Es scheint möglich zu sein, die Dosis dieser Medikamente zu reduzieren, ohne dass dies zu einem Wirkungsverlust führt.

Das könnte Nebenwirkungen minimieren und möglicherweise die Langzeittherapie optimiert. Es lohnt sich, diese Möglichkeit mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.

Mit neueren Biologika sind Interleukin-17- und -23-Hemmer gemeint. Die Original-Studie ist hier, der Artikel beim Ärzteblatt hier.


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Über die Autorin

Claudia Liebram ist Journalistin in Berlin. Ihre Psoriasis begann, als sie drei Jahre alt war. Sie absolvierte den Masterstudiengang "Consumer Health Care" an der Berliner Charité.

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