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Nina: Eine Mini-Serie zeigt das Leben mit Psoriasis

Eine Mini-Serie soll zeigen, wie sehr die Psoriasis das Wohlbefinden beeinflussen kann, dass es Hoffnung gibt – und überhaupt, dass es Wichtigeres im Leben gibt.

Die Story

Nina ist Modedesignerin, etwas geheimnisvoll und ziemlich introvertiert. Von der ersten Minute an merkt der Zuschauer: Da ist ein dunkles Geheimnis. Etwas quält sie.

Bei einem Fotoshooting lernt Nina das Männer-Model Marco kennen. Er ist selbstbewusst und optimistisch – also ganz das Gegenteil. Wie das so ist: Die beiden kommen sich näher und eines Tages lüftet er ihr Geheimnis, das der Zuschauer vorher auch in Dusch-Szenen gut sehen kann. Nina hat starke Psoriasis zum Beispiel am Rücken, im Nacken und im Haaransatz.

Nina kämpft gegen den Druck ihrer Umgebung, ihre Schuppenflechte, ihre depressiven Momente und die Anziehung zu Marco. Doch dann gibt es da noch eine Hautärztin und vor allem ihren Vater. Der hat selbst Psoriasis, vermag seiner Tochter aber zumindest emotional kaum zu helfen – zu sehr verschließt sie sich.

Alle zusammen schaffen es am Ende, dass Nina wieder Lebensfreude entwickelt. Nach einer Modenschau wendet sie sich unter anderem an Betroffene: "Und den Personen, die an Psoriasis leiden, denen möchte ich mit auf den Weg geben: Ja, es gibt Hoffnung, lasst Euch helfen, hört nicht auf zu kämpfen um ein erfülltes Leben zu haben."

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Die Schauspieler

Nina wird von Alba Ribas gespielt. Sie ist unter anderem aus der Netflix-Serie Cable Girls bekannt. Ihren Vater verkörpert Lluís Marco (Hospital Central). Raùl de la Cruz spielt Marco. Judit Farrés ist die mutmachende Hautärztin.

Hintergrund

Die Serie wurde von der spanischen Pharmafirma Almirall in Auftrag gegeben. Deren Interesse am Thema ist nicht schwer zu erraten. Das Unternehmen hat sich Unterstützung geholt: von der IFPA (einem Dachverband von Psoriasis-Organisationen), der spanischen Patientenorganisation Acción Psoriasis und von Dr. Eva Vilarrasa, Dermatologin am Hospital de la Santa Creu i Sant Pau.

Almirall will die Lebensqualität von Menschen mit Schuppenflechte nicht nur mit seinen Medikamenten verbessern, sondern auch, indem das Bewusstsein für die Auswirkungen der Krankheit auf ihr Wohlbefinden geschärft wird.

Unsere Meinung

In der Serie wird die Psoriasis schonungslos gezeigt. Die quälenden Momente, die viele Betroffene kennen, sind nicht übertrieben dargestellt. Natürlich macht der Fokus darauf die Serie zu keiner heiteren Unterhaltung, aber so hochwertig und mit so viel Aufwand wurde das Leben mit Psoriasis nicht oft in Filmen behandelt. Ein wenig merkt man der Serie ihre Heimat an: Stellenweise fühlt man sich an spanische Telenovelas mit den dazugehörigen kleinen und großen Dramen erinnert.

Besagte Dusch-Szenen sind gut gemacht. Die Psoriasis-Stellen sind etwas sehr rot geraten, aber noch realistisch.

Schade, dass die Serie nur als Dreiteiler zu sehen ist – zumindest die deutsche Fassung. Die insgesamt etwa 45 Minuten kann man sich schon mal nehmen.

Und nun: Film ab

Hier ist die Mini-Serie in einer YouTube-Playlist:

Und nein, Marco (links) sieht nicht die ganze Zeit aus wie Mephisto. 😉

Sollte die Playlist nicht funktionieren, sind das die Direktlinks: Teil 1 | Teil 2 | Teil 3


Über die Autorin

Claudia Liebram ist Journalistin in Berlin. Ihre Psoriasis begann, als sie drei Jahre alt war. Sie absolvierte den Masterstudiengang "Consumer Health Care" an der Berliner Charité.

Mehr über und von Claudia Liebram


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Empfohlene Kommentare

Burg

Burg

Benutzer

Gedanken zum Film und Gedanken zu den Anfängen meiner Pso-Geschichte.

Zur 1. Episode:

Die roten Pso-Stellen werden von der beruflich erfolgreichen Nina anfangs wirklich überbewertet (das war bei mir damals genau so). Im Film sind sie deshalb röter und schuppiger dargestellt, als eine gut mit geeigneten Bädern und Cremes gepflegte Pso-Haut. Sicherlich ist es schwierig die zeitaufwendige Pso-Pflege in den Alltag zu integrieren und das auch noch jahrelang (jahrzehntelang) durchzuhalten.

In einem Pso-Schub oder bei zu wenig Pflege kann eine Pso auch schnell genau so aussehen, wie im Film.

Die schöne helle Haut aber, um die Pso-Stellen herum, zählt bei Nina nicht (darauf hatte ich anfangs auch nicht geachtet und auch nicht wertgeschätzt).

Philosophische Frage:

Haben wir ein Anrecht auf eine makellose Haut?

Zur 2. Episode:

Die Haut-Ärztin rät Nina zur Therapie, doch Nina kann sich noch nicht dazu entscheiden. Erst muss sie den übergroßen Schmerz über ihre entzündete Haut und auch noch die fehlende Mutter erleben, um sich selbst Hilfsbedürftigkeit einzugestehen.

(Mein Arzt hatte mir damals zur psychologischen Unterstützung meiner Pso-Bewältigung, eine Lehrerstelle an einer Kosmetikschule vermittelt. - Heute stelle ich mir das Bild so vor: Ich, in der schlimmsten Phase meiner Pso, stehe vor einer Klasse angehender Kosmetikerinnen... quasi "in der Höhle des Löwen"...

Leider konnte ich dort nur wenige Monate unterrichten, da ich schon längst mit fast beiden Beinen im lange überfälligen Krankenhaus war. Von Experten wurde mir dann dort geholfen... ich wurde gerettet.)

Zur 3. Episode:

Eine sehr gute Entscheidung von Nina ist, mit der Ärztin zusammen zu arbeiten, den Urlaub am Meer zu machen und mal richtig zu entspannen. In der Zeit durchläuft Nina einen Reifungsprozess, sie kann sich wieder auf das "Schöne" - auch für sich selbst - konzentrieren. Ihre Entzündungen beginnen abzuheilen. - Zurück im Job genießt Nina ihre neue helle Haut.

(Meine Pso wollte nicht ganz und auch nicht dauerhaft bei mir weggehen, deshalb wurde mir klar, mit ausgedehnter Pso nützte mir die schönste Mannequin-Figur nichts - also hatte ich ab da lieber auf mein berufliches "Können" gesetzt, was mich dann sehr stolz gemacht hatte - trotz Pso erfolgreich zu sein.) 

Philosophische Frage:

Muss ein makelloses Aussehen um jeden Preis sein?

Sind wir auch mit Pso schön, zumindest interessant?

LG Burg

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