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Vom Wunder zum Albtraum: Die Wahrheit hinter einer "Wundercreme"

Bei Instagram teilte eine junge Frau aus Kuala Lumpur jetzt ihre leidvolle Erfahrung mit einer vermeintlichen Heilcreme. Warum? "Lernt bitte aus meinem Fehler."

Wie viele Hautkranke war Rocyie Wong auf der Suche nach einer Creme, die endlich ihre Psoriasis lindern sollte. Die junge Frau aus Kuala Lumpur folgte der Empfehlung eines Familienmitglieds: Es gäbe da eine Wundercreme. „Tief im Inneren wusste ich, dass es wahrscheinlich nicht viel helfen würde“, schrieb sie kürzlich in einem Instagram-Post, „aber ich stimmte zu, es zu versuchen, weil es mir schwer fiel, Nein zu sagen.“ Das hat Rocyie bitter bereut.

Nach nur drei bis fünf Anwendungen schien ihre Haut tatsächlich besser zu werden Das machte sie skeptisch: Sollte es so wirklich so schnell gehen? "Ein Teil von mir wollte glauben, dass es so ein gutes Produkt gibt", sagt sie. Also verwendete sie die Creme weiterhin zweimal täglich.

Besserung mit der Wundercreme

Rocyie überprüfte immer wieder die Inhaltsstoffe und schrieb den Verkäufer an. Der versicherte ihr, dass die Creme nur aus Kräutern bestehen würde und frei von Kortison wäre. Also benutzte sie die Creme weiter.

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Doch nach zwei Wochen traten plötzlich schmerzhafte kleine Punkte auf ihrem Körper auf. "Ich wusste, dass sie abnormal waren, weil es schmerzhaft war", erinnert sich Wong. Der Verkäufer riet ihr, mehr Creme aufzutragen und versicherte ihr, dass alles in Ordnung sein würde. Doch als sich ihr Hautzustand weiter verschlechterte, hörte sie auf, die Creme zu verwenden und suchte Hilfe bei einem Ayurveda-Arzt – setzte sie doch auch sonst auf eine ganzheitliche Behandlung.

Die Situation eskalierte, als sie eine Rückerstattung forderte und dabei erfuhr, dass das Produkt auch an Kinder verkauft wurde. Nachdem sie den Verkäufer gewarnt hatte, er solle den Verkauf besser einstellen, wurde sie aus der Gruppenchat entfernt.

Die folgenden Wochen waren für Rocyie eine Qual. Duschen war unerträglich schmerzhaft. Schlaf war unmöglich. Ich brauchte Hilfe bei meinen täglichen Aufgaben", teilt Wong ihre Leidensgeschichte. "Ich weinte jeden Tag, wenn ich meine Haut ansah und fragte mich, wie lange es dauern würde, bis ich mich erholen würde."

Ein Ausflug ans Meer brachte schließlich Linderung; Sonne und Meerwasser halfen, die Entzündungen zu reduzieren, und im Kreis ihrer Freundinnen fand sie den Mut, sich so zu zeigen, wie sie war.

Sechs Monate lang beobachtete Wong, dass ihre Haut immer noch mit der Entwöhnung vom Kortison beschäftigt war. Meerwasser brachte ihr weiterhin Erleichterung.

Langsame Besserung

Rückblickend vermutet sie, dass sie eine Art Entzugssyndrom vom Kortison durchgemacht haben könnte. Wong war wütend – und enttäuscht über sich selbst, weil sie ihrer Intuition nicht gefolgt war und nicht Nein gesagt hatte. Selbstkritisch sagt sie nach der Odyssee auch: „Ich von Anfang an Nein sagen können“.

Bis sie mit der Situation Frieden schließen konnte, dauerte es eine Weile. So ganz vorbei ist es für Rocyie offenbar nicht: „Bis heute schäme ich mich, darüber zu sprechen“, schreibt sie auf Instagram.

Ihre Mahnung: „Ich weiß, dass die Creme immer noch da draußen ist. Lernt bitte aus meinem Fehler und teilt ihn mit jemandem, der das vielleicht wissen sollte.“

Cremes wie diese gibt es bei Amazon oder Ebay zu Tausenden – auf Chinesisch beschriftet, angepriesen mit mehr oder weniger holprigen deutschen Werbetexten. Wer eine Wundercreme wie die von Rocyie anwenden will, kann sie sich vom Hautarzt oder Hausarzt verschreiben lassen: Die Mediziner haben dann auch Erfahrung mit den Wirkstoffen, mit Nebenwirkungen oder Alternativen.


Über die Autorin

Claudia Liebram ist Journalistin in Berlin. Ihre Psoriasis begann, als sie drei Jahre alt war. Sie absolvierte den Masterstudiengang "Consumer Health Care" an der Berliner Charité.

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Bildquellen

Rocyie Wong / Instagram

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