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  • Claudia Liebram
    Claudia Liebram

    Stabiler Blutzucker, weniger Psoriasis? Tester für Ernährungskonzept gesucht

    Es gibt viele Ernährungsempfehlungen für Menschen mit Schuppenflechte. Doch keine davon ist bisher allgemein gültig. Viele schaffen es nicht, ihre Essgewohnheiten aus eigener Kraft umzustellen und das durchzuhalten. Jetzt gibt es ein Angebot, mit dem ausprobiert werden soll, ob auch eine relativ gemäßigte Umstellung erfolgreich auf die Schuppenflechte wirken könnte.

    Für eine Anwendungserprobung werden Betroffene gesucht, die bereit sind, ihre Ernährung so umzustellen, dass ihr Blutzucker stabil bleibt. Die Teilnehmer erhalten auf sie persönlich zugeschnittenen Ernährungsempfehlungen. Das ist nötig, weil der Stoffwechsel bei jedem Menschen etwas unterschiedlich ist: Das gleiche Lebensmittel führt zu verschiedenen Blutzuckerwerten. Bei diesem Konzept wird der bisherige Speiseplan nicht völlig umgekrempelt.

    Fast alles läuft virtuell ab: Teilnehmer sollen zwei Wochen lang ihre Ernährung protokollieren, ihren Blutzucker messen und ihre Psoriasis begutachten lassen. Lediglich das Darmmikrobiom kann nur anhand einer tatsächlichen Stuhlprobe bestimmt werden. Das Projekt wird von Hautärzten des Online-Diagnose-Portals dermanostic und den Machern von MillionFriends betreut. Es ist für die Teilnehmer kostenlos. Hier kann man sich anmelden.

    Im Interview erklären die beteiligten Ärzte, warum sie dem Zusammenhang zwischen Psoriasis und Ernährung auf den Grund gehen wollen. Außerdem erklären sie Einzelheiten der Anwendungserprobung. Dr. Alice Martin ist Hautärztin in Weiterbildung am Helios Universitätsklinikum Wuppertal und Mitgründerin von dermanostic. Dr. Torsten Schröder ist Internist und Ernährungsmediziner. Er gründete das Ernährungsprogramm MillionFriends mit, das auf eine niedrig-glykämische Ernährung setzt und die Zusammensetzung des Mikrobioms im Darm einbezieht.

    Viele Patienten hören vom Hautarzt, dass sie mit der Ernährung ihre Schuppenflechte nur wenig oder gar nicht beeinflussen können. Ist das wirklich so schwer?
    Dr. Alice MartinDr. Alice Martin: Die Psoriasis ist multifaktoriell bedingt, das bedeutet, dass auch die Ernährung eine Rolle spielt. Aber auch andere Faktoren sind entscheidend, wie z.B. der körperliche als auch der seelische Stress, bestehende Erkrankungen und bestimmte Medikamenteneinnahmen. Die Ernährungsumstellung ist in der Regel deutlich mühseliger und schwieriger zu realisieren, und daher werden schnell umsetzbare Faktoren (Medikamentenumstellung und Stressreduktion) häufig vorgezogen. Die Ernährung geht mit einer starken Gewohnheit des Patienten einher und es sollte nicht nur eine richtige Aufklärung, sondern auch eine ärztliche Betreuung erfolgen. Am besten eignet sich dazu eine Ernährungsberatung mit einem Ernährungsmediziner, der sich vollkommen auf die persönlichen Begebenheiten fokussiert. Erst dann ist eine Beeinflussung der Psoriasis durch die Ernährung langanhaltend und erfolgsversprechend.

    Warum reagieren viele Hautärzte dann so, sagen wir, zurückhaltend, wenn es um Ernährung geht?
    Martin: Der Berufsalltag des Arztes ist häufig sehr eng getaktet und die zeitlichen Ressourcen sehr knapp. Gerade bei der Ernährungsumstellung sollte man sich jedoch ausreichend Zeit nehmen und das ist dementsprechend schwierig. Dem entgegen steht, dass nicht nur der Patient sondern auch der Arzt einen langen Atem benötigt, denn häufig sind die ersten Erfolge einer Ernährungsumstellung erst nach mehreren Monaten zu sehen. Hinzu kommt, dass Dermatologen keine Ernährungsmediziner sind und somit weniger vertraut mit dem Thema. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, dass eine Überweisung zu einem Ernährungsmediziner erfolgt und der Patient zumindest aktiv nach seiner Ernährung befragt wird.

    Lernen Dermatologen im Studium etwas über den Zusammenhang von Ernährung und Psoriasis?
    Martin: Die Zusammenhänge werden im Studium besprochen, allerdings wie in den meisten Studiengängen nicht vertieft. Es geht vielmehr um allgemeine Hinweise und nicht um Ernährungskonzepte, die auf die Erkrankung zugeschnitten sind. Spätestens in der Weiterbildungszeit als Arzt in der Dermatologie werden Studien besprochen, die deutlich zeigen, dass die Ernährung eine wichtige Stellschraube bei der Psoriasis sein kann.

    Wo setzen Sie an?
    Dr. Torsten SchröderDr. Torsten Schröder: Gemeinsam mit dermanostic setzen wir auf ein lückenloses Online-Verfahren, das Hautbefunde, Blutzuckermessungen und Anamnesedaten miteinander verknüpft. So werden die Patient*innen von der Untersuchung über die Diagnose und Therapie bis zur Weiterbetreuung kontaktlos begleitet. Dabei ermittelt die Perfood-Technologie über eine Blutzuckermessung personalisierte Ernährungsempfehlungen, die geeignet sind, die Symptome der Erkrankung zu reduzieren bzw. ihre Entwicklung abzuschwächen oder zu verhindern. Der zentrale Ansatz ist also die Einhaltung einer Ernährung, die den Blutzuckerspiegel stabil hält. Dabei besteht die Herausforderung einer Ernährung mit stabilem Blutzucker darin, dass die gleichen Lebensmittel unterschiedliche Blutzuckerschwankungen bei verschiedenen Personen auslösen (Quellen am Ende des Artikels: 1 und 2). Eine einheitliche Ernährungsempfehlung, die für jede Person gilt, ist deswegen nicht möglich.

    Ihr Programm zielt auf einen stabilen Blutzucker-Spiegel ab. Wo ist da der Zusammenhang zur Schuppenflechte?
    Schröder: Psoriasis ist nicht nur eine Erkrankung der Haut, sondern eine entzündliche Systemerkrankung, die mit einer Vielzahl an begleitenden Stoffwechselerkrankungen einhergehen kann: Psoriasis-Patient*innen haben unter anderem ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Adipositas, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen. Insulinresistenz und erhöhte Blutzuckerwerte sind Treiber einer sogenannten metabolischen Entzündung.
    Eine personalisierte niedrig-glykämische Ernährungsweise kann den Grad einer metabolischen Entzündung senken und positiv auf Psoriasis einwirken. Zudem konnte in Studien gezeigt werden, dass blutzuckersenkende Diabetes-Medikamente in der Psoriasis-Behandlung wirksam sind (Quelle 3) und das Risiko für die genannten Begleiterkrankungen mindern (Quelle 4).  Eine blutzuckerstabilisierende Ernährungsweise kann zusätzlich unterstützen, das Körpergewicht zu reduzieren. Durch die Reduktion des viszeralen Fettgewebes, das sogenannte Bauchfett, werden systemische Entzündungsprozesse ebenfalls reduziert. In Studien konnte bereits gezeigt werden, dass die Reduktion von Übergewicht das Hautbild von Psoriasis-Patient*innen verbessert (Quellen 5 bis 7).

    Welche Studien stützen Ihre These?
    Schröder: Bisher gibt es keine Ernährungsempfehlungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Psoriasis-Patient*innen abgestimmt sind. Unbestritten ist jedoch, dass Schuppenflechte eine multifaktorielle Erkrankung ist und auch der Lebensstil und insbesondere die Ernährungsgewohnheiten Einfluss auf die Erkrankung haben. Generell wird den Betroffenen eine ausgewogene und entzündungshemmende Ernährung empfohlen. Studien konnten die positive Wirkung einer mediterranen Diät (Quellen 8 und 9) sowie einer ketogenen Diät (Quelle 10) auf die Schwere der Psoriasis bestätigen. Beide Ernährungsweisen beinhalten einen niedrig-glykämischen Ansatz. Low-Carb-Diäten sind allerdings mit starken Einschränkungen für die Patient*innen verbunden und nur schwer im Alltag umzusetzen. Häufig können sie daher nicht langfristig eingehalten werden. Hier setzen wir mit unserem Ansatz einer personalisierten, niedrig-glykämischen Ernährung an. Dabei reichen schon kleine Anpassungen der gewohnten Ernährung aus, um große Effekte zu erzielen.

    Nutzt Ihr Angebot normalgewichtigen Menschen mit Schuppenflechte also nichts?
    Schröder: Gewichtsabnahme gehört zu den positiven Effekten einer blutzucker-stabilisierenden Ernährung. Ausschlaggebend für Psoriasis-Patient*innen ist jedoch, dass durch die personalisierte Ernährung Stoffwechselprozesse verhindert werden, die Psoriasis begünstigen. Deshalb spielt das Körpergewicht der Patient*innen für diese digitale Therapie keine Rolle.

    Wie läuft die Anwendungserprobung ab?
    Schröder: Eine der Besonderheiten in der Anwendungserprobung ist, dass sie Dank der Kooperation mit dermanostic kontaktlos und vollständig digital abläuft, was die Teilnahme sehr unkompliziert macht. Alle Teilnehmenden nutzen zunächst das von Perfood entwickelte MillionFriends Programm zur Ermittlung einer personalisierten, blutzucker-stabilisierenden Ernährung. Dabei entdecken die Psoriasis-Patient*innen ihre Blutzuckerreaktionen auf ihre alltäglichen Mahlzeiten und erfahren, welche Lebensmittel gut für ihren Stoffwechsel sind und auf welche sie lieber verzichten sollten. Dabei ermitteln sie zusätzlich ihren so genannten Ernährungstypen und finden heraus, ob ihr Stoffwechsel besser auf Fette oder Proteine reagiert. Nach dieser zweiwöchigen Testphase erhalten die Patient*innen eine Analyse ihrer Ernährung von unseren Ernährungsexpert*innen. Diese Analyse ist der Ausgangspunkt für die Ernährungsumstellung, die auf dem gewohnten Speiseplan beruht. Das Ziel ist es, bereits mit kleinen, aber ganz gezielten Anpassungen der Ernährung den Blutzucker stabil zu halten und die Schuppenflechte zu verbessern. Zu Beginn der Anwendungserprobung sowie drei Monate nach der Ernährungsumstellung und optional nach sechs Monaten wird das Hautbild von den Hautärzt*innen von dermanostic bewertet. Alle Personen mit Schuppenflechte können sich auf unserer Webseite über die Anwendungserprobung zu informieren und einen Fragebogen zur Überprüfung ihrer Eignung für die Anwendungserprobung auszufüllen.

    Stuhlprobe und Blutzuckermessung von und mit MillionFriends
    Für die Anwendungserprobung wird eine Stuhlprobe eingeschickt (linkes Foto). Zwei Wochen lang
    wird mit einem Sensor am Oberarm der Blutzucker gemessen und mit den Mahlzeiten abgeglichen.

    Warum ist das eine Anwendungserprobung und keine richtige Studie?
    Schröder: Bestehende wissenschaftliche Studien liefern Hinweise, dass eine personalisierte, blutzucker-stabilisierende Ernährungsweise der Schlüssel für eine innovative digitale Psoriasis-Therapie sein kann. In der systematischen Anwendungserprobung wollen wir überprüfen, wie stark sich die Anpassung der Ernährung gemäß den individuellen Empfehlungen auf die Schuppenflechte auswirkt. Zudem möchten wir die Bedürfnisse der Psoriasis-Patient*innen aber auch ihrer behandelnden Ärzte besser kennenlernen. Dafür nutzen wir das etablierte und als Medizinprodukt zertifizierte MillionFriends Programm.

    Warum ist Juckreiz in Ihrer Anwendungserprobung gar kein Ein- oder Ausschlusskriterium? Gerade der tritt doch oft nach dem Genuss von Lebensmitteln auf.
    Schröder: Bei der Anwendungserprobung können Patient*innen mit einer diagnostizierten Schuppenflechte teilnehmen. Schuppenflechte ist eine heterogene Erkrankung mit vielen Gesichtern. Sie kann sich bei Betroffenen in unterschiedlichen Formen, aber auch mit unterschiedlichen Symptomen zeigen. Juckreiz ist beispielsweise ein verbreitetes und bekanntes Symptom. Dennoch sind nicht alle Psoriasis-Patient*innen davon betroffen. Auch der wahrgenommene Leidensdruck kann sich von Patient*in zu Patient*in unterscheiden. Umso wichtiger ist es, Psoriasis-Patient*innen individuelle Therapieoptionen anbieten zu können.

    Warum widmen Sie sich jetzt der Schuppenflechte? Es gibt doch so viele Erkrankungen, die sich mit der Ernährung beeinflussen lassen. Läge zum Beispiel Neurodermitis da nicht näher?
    Schröder: In der Tat gibt es viele Zusammenhänge zwischen Hauterkrankungen und Ernährung. Bei Psoriasis bauen wir auf ein wissenschaftliches Fundament, das den Zusammenhang zwischen personalisierter Ernährung und Psoriasis nahelegt. Wie sich diese Ernährungsweise auf Hauterkrankungen wie z. B. Neurodermitis auswirkt, ist eine spannende Frage, die wir für künftige Projekte im Hinterkopf haben.

    Wie lange braucht eine Ernährungsumstellung, um Wirkung zu zeigen?
    Martin: Eine Ernährungsumstellung als Therapiesäule, wie in diesem Fall der Psoriasis, ist ein langfristig andauernder Prozess. Hier können sich erste Veränderungen auch erst nach einigen Monaten bemerkbar machen. Wichtig ist, dass eine Umstellung konsequent beibehalten wird, um Erfolge zu erzielen. Wie stark und nach welchem Zeitraum sich eine Ernährungsumstellung auf den Körper auswirkt, ist individuell zu betrachten. Hier gibt es keine pauschal zu bestimmenden Zeiträume.

    Was lässt sich heute im Mikrobiom des Darms erkennen und was (noch) nicht?
    Martin: Im Darm lässt sich grundsätzlich die Zusammensetzung der verschiedenen Bakterien erkennen. Das ist das sogenannte Mikrobiom. Bakterien sind notwendig und positiv für den Darm. Wenn die bakterielle Flora aus dem Gleichgewicht gerät, dann können sich potenziell schädigende Bakterien ausbreiten und die gute Flora verdrängen. Dabei verstoffwechseln die Bakterien die zugeführten Nahrungsmittel. Einige Nahrungsmittel sollten in Maßen zugeführt werden, ansonsten kann ein Ungleichgewicht mit entsprechenden Magen-Darm-Beschwerden und einem ineffizienten Stoffwechsel entstehen. Man kann somit aus dem Mikrobiom indirekte Rückschlüsse ziehen, ob es sich um einen gut funktionierenden Magen-Darm-Trakt handelt oder ob eine Schädigung vorliegt. Andersherum lässt sich die Art der Schädigung nicht zwingend durch das Mikrobiom herausfinden, denn auch Medikamente oder bereits bestehende Erkrankungen können das Mikrobiom im Darm aus dem Gleichgewicht bringen.

    💡 Lesetipp: Lässt sich die Psoriasis mikrobiotisch behandeln?

    Wenn ich wegen meiner Schuppenflechte eine seriöse Ernährungsumstellung machen will – wo finde ich eine Beratung, die vielleicht sogar von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen wird? Wie läuft das dann im Idealfall ab?
    Martin: Wenn eine Psoriasis vorliegt, so sollte ein Ernährungsmediziner für die Ernährungsberatung hinzugezogen werden. Die „Ernährungsmedizin“ ist eine Zusatzqualifikation, die nach der neuen Gesetzeslage nur von Fachärzten erworben werden kann. Früher konnten auch Ärzte ohne Facharzt diese Zusatzqualifikation machen und sich als „Ernährungsmediziner“ betiteln. Somit kann auch ein Dermatologe mit der entsprechenden Zusatzqualifikation die Ernährungsberatung durchführen, andernfalls kann der Patient nach einer Überweisung fragen. Wenn ein Facharzt die Notwendigkeit für eine medizinische Ernährungsberatung feststellt, dann werden die Kosten in der Regel von der Krankenkasse nach einer kurzen Rücksprache übernommen.

    Was wäre Ihr erster Tipp, wenn jemand ausprobieren will, ob seine Schuppenflechte mit Ernährung beeinflusst werden kann?
    Martin: Bevor der Patient eine professionelle Ernährungsberatung hinzuzieht, empfehlen wir hier gerne eine Art Ernährungstagebuch. Dort tragen Betroffene selbst ein, ob, und wenn ja, wie, sich bestimmte konsumierte Lebensmittel auf den Hautzustand auswirken. So kann über einen Zeitraum von einigen Wochen – bei Bedarf auch länger – selbst getestet werden, ob die Ernährung individuell Auswirkungen auf den Patienten und dessen Krankheitsverlauf zeigt. Auch sieht der Patient, welche Ernährungsgewohnheiten er pflegt. Einige Patienten ernähren sich z.B. zu kohlenhydrat- oder fettreich.

    Welche Lebensmittel sind nach Ihrer Erfahrung bei Psoriasis top, welche flop?
    Martin: Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt es leider nicht. Generell kann man sagen, dass sich bei vielen Patienten eine gesunde und ausgewogene Ernährung positiv auf das Krankheitsbild auswirkt. Ebenfalls können entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren einen positiven Effekt ausüben. Wovon abgesehen werden sollte, ist ein hoher Konsum von rohem Fleisch, Innereien oder anderen sehr fettreichen Lebensmitteln. Allerdings kann man diese Empfehlungen leider nicht pauschalisieren. Die Reaktionen der Haut auf Lebensmittel sind sehr individuell und können nicht „über einen Kamm geschert“ werden. Genau aus diesem Grund haben wir uns mit Perfood zusammengeschlossen, um den Patienten einen personalisierten Ernährungsplan zur Verbesserung des Krankheitsbildes zur Verfügung stellen zu können.

    💡 Lesetipp: Was die "Ernährungs-Docs" bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis raten

    Abseits der Anwendungserprobung mit perfood: Nach wieviel Wochen sollte man eine Ernährungsumstellung dann doch aufgeben, wenn sich nichts verändert hat?
    Martin: Da die Ernährungshinweise auch allgemein sehr wertvoll sind und auch unabhängig von der Erkrankung einen Mehrwert bieten, empfehlen wir grundsätzlich diese auch ohne erste Erfolge beizubehalten.  Wenn sich die Psoriasis nicht verbessert hat, muss nach anderen Ursachen gesucht werden, wie z.B. andere bestehende Erkrankungen oder auch Medikamente.

    Ihr tägliches Geschäft sind Diagnosen, die Sie aufgrund von eingesandten Fotos stellen. Wie könnte Psoriasis-Patienten langfristig digital geholfen werden? Viele Menschen mit Schuppenflechte brauchen nach der Diagnose ja einen dauerhaften Kontakt zum Hautarzt, Wiederholer-Rezepte und Laboruntersuchungen.
    Martin: Auch digital besteht für Patienten die Möglichkeit, dauerhaft mit dem behandelnden Arzt in Kontakt zu bleiben. So können zudem die benötigten Rezepte zur Verfügung gestellt werden. Wenn eine Laboruntersuchung notwendig ist, wird diese nach wie vor bei einem niedergelassenen Dermatologen durchgeführt. Dabei wird der Patient von einer Krankenschwester darin unterstützt, einen entsprechenden Termin zu erhalten.

    Ist die Psoriasis heutzutage schon gut auf Fotos zu diagnostizieren?
    Martin: Ja. Die charakteristischen sogenannten „Plaques“ der Psoriasis sind per Blickdiagnose, also auch per Foto, sehr gut zu erkennen. Um dies zu gewährleisten, geben wir unseren Patienten in der App genaue Anweisungen, wie die Fotos aufgenommen werden sollen, um hochwertige Bilder zu erhalten. Dazu sind Handykameras ab 2015 vollkommen ausreichend, sie bieten unseren Ärzten eine angemessene Qualität der Fotos, um das Krankheitsbild eindeutig diagnostizieren zu können.

    Ihr Angebot ist eine Selbstzahler-Leistung. Sehen Sie, dass das jemals anders wird?
    Martin: Das ist richtig, aktuell handelt es sich bei dem Behandlungsangebot von dermanostic um eine Selbstzahler-Leistung. Die Behandlungskosten von 25 Euro werden bislang von den privaten Krankenkassen getragen. Allerdings sind wir im Gespräch mit gesetzlichen Krankenkassen, da es natürlich unser Ziel ist, all unseren Patienten eine kostenfreie Behandlung bieten zu können. Wir erwarten dazu Vertragsabschlüsse im Laufe dieses Jahres.

    👉 Informationen zur Anwendungserprobung und Teilnahme

    Quellen:

    1. Predicting Personal Metabolic Responses to Food Using Multi-omics Machine Learning in over 1000 Twins and Singletons from the UK and US: The PREDICT I Study (OR31-01-19), Berry et al, 2019
    2. Personalized Nutrition by Prediction of Glycemic Responses, Zeevi et al., 2015
    3. Glycemic Control in the Treatment of Psoriasis, Ip und Kirchhof, 2017
    4. Psoriasis and the Risk of Diabetes Mellitus, Armstrong et al 2013
    5. Psoriasis and Obesity, Jensen et al., 2016
    6. Obesity in psoriasis: the metabolic, clinical and therapeutic implications. Report of an interdisciplinary conference and review, Sterry et al., 2007
    7. Diet and psoriasis: experimental data and clinical evidence, Wolters, 2005
    8. Nutrition: a key environmental dietary factor in clinical severity and cardio-metabolic risk in psoriatic male patients evaluated by 7-day food-frequency questionnaire, Barrea et al., 2015
    9. Mediterranean diet and Psoriatic Arthritis activity: a multicenter cross-sectional study, Caso et al., 2020
    10. Aggressive weight-loss program with a ketogenic induction phase for the treatment of chronic plaque psoriasis: A proof-of-concept, single-arm, open-label clinical trial, Castaldo et al., 2020

    Bildquellen

    Spencer Davis / Unsplash

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    Recommended Comments

    Im obigen Artikel sagt Frau Dr. Martin:

    "Ist die Psoriasis heutzutage schon gut auf Fotos zu diagnostizieren?
    Martin: Ja. Die charakteristischen sogenannten „Plaques“ der Psoriasis sind per Blickdiagnose, also auch per Foto, sehr gut zu erkennen. Um dies zu gewährleisten, geben wir unseren Patienten in der App genaue Anweisungen, wie die Fotos aufgenommen werden sollen, um hochwertige Bilder zu erhalten. Dazu sind Handykameras ab 2015 vollkommen ausreichend, sie bieten unseren Ärzten eine angemessene Qualität der Fotos, um das Krankheitsbild eindeutig diagnostizieren zu können."

    Da frage ich mich, warum Dermatologinnen selbst bei direkter in Augenscheinnahme von Hautveränderungen mit Verdacht auf Psoriasis und bei griffbereitem Dermatoskop, oftmals eine Biopsie mit mikroskopischer Untersuchung zur Diagnosestellung Psoriasis brauchen.

    Wem sollte man nun vertrauen?

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