Wir lesen, gucken und hören viel, damit Ihr es nicht mĂŒsst. Hier sind unsere Tipps von Artikeln und einem Video, die sich wirklich lohnen. Viel SpaĂ bei Erkenntnisgewinn und manchmal auch Unterhaltung!
đ§Ž Was Psychologie-Experten bei Hauterkrankungen tun können â und warum Medikamente allein nicht immer reichen
Ein SPIEGEL-Artikel erklĂ€rt, wie eng Haut und Psyche zusammenhĂ€ngen, beschreibt die Haut als âneuroendokrines Organâ und zeigt, dass Stress ĂŒber Nerven, Botenstoffe und Immunsystem direkt EntzĂŒndungen auf der Haut verstĂ€rken kann â etwa bei Neurodermitis und Schuppenflechte. Er schildert Kliniken und dermatologische Praxen, in denen Haut und Seele gemeinsam behandelt werden: mit modernen Medikamenten und parallel eingesetzter Psychotherapie, Entspannungsverfahren und StressbewĂ€ltigung, um RĂŒckfĂ€lle zu verhindern und das seelische Wohlbefinden zu stabilisieren.
AuĂerdem werden im Artikel neue Forschungsergebnisse zur sogenannten Haut-Hirn-Achse vorgestellt: EntzĂŒndungsbotenstoffe (Zytokine) aus der Haut können offenbar Depressionen und Ăngste mitverursachen, wĂ€hrend Medikamente, die diese blockieren, sowohl Haut-Symptome als auch psychische Beschwerden verbessern; langfristig könnten sogar âNeurokosmetikaâ entwickelt werden, die ĂŒber die Haut das Befinden positiv beeinflussen.
FĂŒr Psoriasis-Patienten ist am Artikel interessant, dass ihre Erkrankung klar als entzĂŒndliche Systemerkrankung mit psychischer Dimension beschrieben wird, dass Stress wissenschaftlich gut belegt als Trigger gilt, und dass kombinierte BehandlungsansĂ€tze â Hauttherapie plus Psychotherapie und Stressmanagement â ihre Chancen auf weniger SchĂŒbe, bessere LebensqualitĂ€t und weniger Depressionen deutlich erhöhen können.
Der Artikel erschien im Spiegel-Heft 27/2026 und als Spiegel+-Artikel.
đš Falsche Ărzte im Netz? Zwei (der guten) Medfluencer im GesprĂ€ch
Diese Folge der Reihe "AmPuls" von YouTube-Arzt DoktorWeigl widmet sich kritisch dem PhĂ€nomen der sogenannten "Medfluencer" und "falschen Ărzte" im Internet. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Qualifikationen hinter den im Netz verbreiteten medizinischen RatschlĂ€gen und Empfehlungen stecken und wie Nutzer unseriöse von seriösen Quellen unterscheiden können. Es beleuchtet die oft versteckten Mechanismen und potenziellen Gefahren hinter scheinbar kompetenten Online-GesundheitsratschlĂ€gen.
Tobias Weigl unterhĂ€lt sich im Video mit dem Medfluencer Jasper Iske. Der arbeitet in einer Klinik in Berlin und nimmt gern Kollegen und Möchtegern-Kollegen unter die Lupe â und dabei kein Blatt vor den Mund. Das wirkt manchmal emotional ĂŒberzogen, ist aber von einer Wut auf Heilsversprechen getrieben.
Wir Menschen mit Psoriasis oder Psoriasis arthritis sind oft auf der Suche nach Informationen, neuen Behandlungswegen oder alternativen AnsĂ€tzen sind. Das Internet bietet hier eine FĂŒlle an Inhalten, die nicht immer von qualifiziertem Personal stammen. Das Video kann helfen, ein Bewusstsein fĂŒr die Unterscheidung zwischen seriösen medizinischen Informationen und potenziell irrefĂŒhrenden oder sogar schĂ€dlichen Empfehlungen zu entwickeln. Das Video gibt's bei YouTube.
đ§ Lernen im Luxushotel â extravagant oder angemessen?
Der Beitrag von der kleinen, aber feinen Zeitschrift "Gute Pillen â Schlechte Pillen" beleuchtet kritisch das Thema Luxusfortbildungen fĂŒr Ărztinnen und Ărzte. Hinterfragt wird, inwieweit solche Veranstaltungen als Mittel zur Beeinflussung der Pharmaindustrie dienen können, selbst wenn eigene Regeln dabei ignoriert werden.
Der Beitrag kann Aufschluss ĂŒber mögliche EinflĂŒsse auf die Therapieentscheidungen ihrer Behandelnden geben. Ein VerstĂ€ndnis dieser Mechanismen kann dabei helfen, die Empfehlungen von Ărzten besser einzuordnen, fundiertere Fragen zu stellen und somit ein höheres MaĂ an Transparenz und Vertrauen in ihren individuellen Behandlungsplan zu gewinnen. Den Artikel findet Ihr bei "GPSP".
đ Bei neueren Biologika lĂ€sst sich vielleicht die Dosis reduzieren
FĂŒrs nĂ€chste GesprĂ€ch mit dem Arzt: Das Deutsche Ărzteblatt berichtet ĂŒber eine interessante Erkenntnis bezĂŒglich der Behandlung von Psoriasis mit neueren Biologika: Es scheint möglich zu sein, die Dosis dieser Medikamente zu reduzieren, ohne dass dies zu einem Wirkungsverlust fĂŒhrt.
Das könnte Nebenwirkungen minimieren und möglicherweise die Langzeittherapie optimiert. Es lohnt sich, diese Möglichkeit mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.
Mit neueren Biologika sind Interleukin-17- und -23-Hemmer gemeint. Die Original-Studie ist hier, der Artikel beim Ărzteblatt hier.
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Claudia Liebram ist Journalistin in Berlin. Ihre Psoriasis begann, als sie drei Jahre alt war. Sie absolvierte den Masterstudiengang "Consumer Health Care" an der Berliner Charité.
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