Für Menschen mit mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte (Plaque-Psoriasis) gibt es eine neue Entwicklung: Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat am 18. März 2026 das Medikament Icotyde (Wirkstoff: Icotrokinra) zugelassen.
Mit Icotyde steht in den USA nun eine Therapie zur Verfügung, die den Entzündungsbotenstoff IL-23 blockiert, aber nicht gespritzt werden muss. Es handelt sich um eine Tablette, die einmal täglich eingenommen wird. Die US-Zulassung gilt für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren (ab 40 kg Körpergewicht), für die eine innerliche Behandlung oder Lichttherapie in Frage kommt.
Wie funktioniert die neue Tablette?
Bei Psoriasis heizt der körpereigene Botenstoff Interleukin-23 (IL-23) die Entzündung der Haut an. Bisherige zielgerichtete Medikamente (Biologika), die dieses Signal unterbrechen, sind große Eiweißmoleküle. Sie müssen gespritzt werden, da die Magensäure sie sonst zerstören würde. Icotrokinra ist hingegen ein sehr kleines Eiweiß (Peptid), das die Magenpassage übersteht. Im Blutkreislauf blockiert es gezielt die Andockstellen für IL-23 auf den Immunzellen. Dadurch kann die Entzündungskette unterbrochen werden und die Haut sich beruhigen.
Die Einnahme im Alltag
Die Anwendung ist so vorgesehen:
- Einmal täglich morgens: Direkt nach dem Aufwachen auf nüchternen Magen.
- Mit Wasser: Eine Tablette mit einem Glas Wasser schlucken (oder bei Bedarf in Wasser auflösen).
- 30 Minuten warten: Erst danach darf gefrühstückt werden.
Sicherheit und Nebenwirkungen
In den bisherigen Studien mit 2500 Patientinnen und Patienten traten als häufigste Nebenwirkungen Kopfschmerzen, Übelkeit, Husten, Pilzinfektionen und Müdigkeit auf.
Weil Icotyde das Immunsystem dämpft, ist das Risiko für Infektionen leicht erhöht. Vor einer Behandlung wird ärztlich geprüft, ob versteckte Infektionen (wie Tuberkulose) oder Nierenprobleme vorliegen.
Eine Impfung mit Lebendimpfstoffen sollte während der Therapie vermieden werden. Zur Einnahme in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es noch keine abschließenden Daten.
Wann kommt Icotrokinra nach Deutschland?
Der Zulassungsantrag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) läuft seit September 2025. Da das Prüfverfahren und die anschließende deutsche Preisverhandlung Zeit in Anspruch nehmen, ist mit einer regulären Verfügbarkeit auf Rezept in deutschen Hautarztpraxen voraussichtlich ab Ende 2026 zu rechnen.

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