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  • Claudia Liebram
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    Claudia Liebram

    Wer in der Jugend fit ist, bekommt später seltener Schuppenflechte

    Schwedische Forscher haben nachverfolgt, was aus jungen Männern Jahre nach der Einberufung zur Armee geworden ist – zumindest gesundheitlich. Ihr Ergebnis: Die fitteren bekamen später nicht so oft eine Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis wie die "unfitten". Dass die mangelnde Fitness aber der Grund ist – darauf wollen sich die Wissenschaftler nicht festlegen.

    In einer Studie haben Wissenschaftler der Universität Göteborg in Schweden einen Zusammenhang zwischen geringerer körperlicher Fitness bei jungen Erwachsenen und einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Psoriasis nachgewiesen. Bei den männlichen Rekruten der Wehrpflicht, die als am wenigsten fit eingestuft wurden, war das Risiko, später an Psoriasis zu erkranken, um 35 Prozent höher als bei den fittesten.

    Die Studie stützt sich auf Daten von mehr als 1,2 Millionen Männern. Die waren zwischen den Jahren 1968 und 2005 mit 18 Jahren in die schwedischen Streitkräfte eingezogen wurden. Davor unterzogen sich all diese jungen Männer dem gleichen Fitnesstest auf einem Heimtrainer.

    Die Forscher teilten die Männer bzw. ihre Daten in drei Gruppen ein – je nachdem wie fit die Männer waren. Danach führten sie die Daten mit anderen Registern zusammen. Sie nutzten dafür das schwedische Nationale Patientenregister, in dem im Laufe des Lebens die Diagnosecodes eingetragen werden, also auch die für Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Männer, die schon vor der Einberufung eine dieser Erkrankungen hatten, waren von der Studie ausgeschlossen. In die Berechnung der Forscher flossen auch andere Risikofaktoren wie der Body-Mass-Index (BMI) ein.

    Später im Leben, zwischen dem 37. und 51. Lebensjahr, entwickelten etwas mehr als 23.000 der Wehrpflichtigen eine Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis. Beim genauen Hinsehen trat zutage: Von den ehemaligen Rekruten mit niedriger Fitness entwickelten 2,5 Prozent eine oder beide dieser Krankheiten. In der Gruppe mit hoher Fitness war das nur bei 1,7 Prozent der Fall.

    Zusammenhang beweist keine Ursache

    "Wir zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen geringer Fitness und einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Psoriasis und Psoriasis-Arthritis gibt", erklärt die Erstautorin der Studie, Marta Laskowski, Doktorandin am Sahlgrenska University Hospital. "Aber wir zeigen keinen kausalen Zusammenhang. Wir können also nicht sagen, dass diese Erkrankungen durch Sport hätten verhindert werden können"

    "Unsere Studie bestätigt, dass es sinnvoll ist, die Fitness der Menschen schon früh zu überprüfen, um diejenigen mit einem höheren Risiko für negative gesundheitliche Folgen im späteren Leben zu identifizieren", so Laskowski.

    Allerdings: Was die Männer in der Zeit zwischen ihrer Einberufung und dem Ausbruch der Krankheit so in Sachen Fitness unternommen haben, konnten die Forscher nicht verfolgen. "Außerdem fehlen uns Daten zum Rauchen", bedauert Laskowski. "Das ist ein bekannter Risikofaktor für Psoriasis."

    Wer die Ergebnisse nachlesen will: Die Studie erschien im Fachjournal "PLOS ONE".


    Themen: Sport

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    Outlook Photography and Studio / Unsplash

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    Bei den männlichen Rekruten der Wehrpflicht, die als am wenigsten fit eingestuft wurden, war das Risiko, später an Psoriasis zu erkranken, um 35 Prozent höher als bei den fittesten.

    Die Studie stützt sich auf Daten von mehr als 1,2 Millionen Männern. Die waren zwischen den Jahren 1968 und 2005 mit 18 Jahren in die schwedischen Streitkräfte eingezogen wurden. Davor unterzogen sich all diese jungen Männer dem gleichen Fitnesstest auf einem Heimtrainer.

    Wenn der Sport wirklich geschützt hätte, wäre eine Pso bei mir gar nicht möglich gewesen. Oder hilft der nur bei wehrflichigen Männern?* 

    Seit dem 9. Lebensjahr Sport, Turnen, Schwimmen, Schlittschuhlaufen, Radfahren, Ski, Tanzen, bei 165cm Größe und 48kg Gewicht. 

    Aber wenn die Krankheitslast hoch ist, kann man auch als sportliche Dünne einen extremst schweren Pso-Schub bekommen. Die Krankenhausärztin wollte in der Zeit durch Abtasten des Bauches den Zustand meiner inneren Organe erkunden - sie hatte damit kein Glück - die Bauchdecke (Muskeln) war zu fest - und sie fühlte - Nichts. 

    Den Sport hatte ich nie aufgegeben, wenigstens Gymnastik oder Turnen oder Schwimmen ua. Nach jeweils dem ersten Jahr der Mutterzeit, hatte ich wieder begonnen und interessanterweise hatten meine Muskeln eine "Erinnerung" an die frühere Bewegung und konnten von mir wieder gezielt angesteuert werden. 

    Meine Lütten hatte ich, als sie jeweils 1J alt waren schon mit auf´s Eis genommen, mit 2J bekamen sie dort Gleitschuhe und sobald ihre kleinen Füße Gr23 erreicht hatten, die kleinsten geschnürten Schlittschuhe und einen Eis-Zwerg. - Ich liebte diese Sportart. Bei Frost warme Hände und Füße zu bekommen, nur so konnte ich als Sonnenanbeterin auch den Winter überstehen. Leider kann ich heute nicht mehr zum Schlittschuhlaufen, meine marode Wirbelsäule lässt das nicht mehr zu und ich hoffe auf ein nächstes Leben, um mal wieder auf´s Eis zu kommen. Zuletzt war ich noch mit 68J auf den Kufen und traf dort einen 82-Jährigen, der dort heimlich seinem Hobby frönte. 

    * Sind sportliche Männer/Frauen öfter im Freien und der Pso-"Schutz" besteht aus Licht, Luft und Bewegung, wie ich es bei mir nach den ersten Pso-Jahren erfahren hatte? Bei mir reichte es nur zur Pso-Reduktion; das war ja auch schon mal was. LG Burg 

    bearbeitet von Burg
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    https://www.spektrum-dermatologie.de/haut-am-limit-2025/john-haut-hautbarriere-und-extrem-sport-eine-hassliebeSport, Hautbarriere und Klimawandel: Wie Bewegung schützt und wo Risiken bestehen... 

    AU=Christian Kretschmer, Gelbe Liste, 14.1.2026 

    https://www.gelbe-liste.de/dermatologie/haut-am-limit-sport-hautbarriere-klimawandel-bewegung-schuetzt-risiken 

    Zitat

    - Welche Rolle spielt Sport bei Psoriasis und atopischer Dermatitis?

    Aktuelle Daten zeigen, dass sportlich aktive junge Menschen seltener Psoriasis entwickeln als inaktive Vergleichsgruppen. Adipositas – ein zentraler Risikofaktor und häufiger Komorbiditäts-Treiber – wird durch Bewegung reduziert, ebenso wie inflammasome-getriggerte Entzündungsmechanismen. Auch starke Gewichtsreduktion – etwa durch bariatrische Eingriffe oder GLP-1-Rezeptoragonisten – zeigt positive Effekte.

    Für Patient*innen mit atopischer Dermatitis bleibt Sport grundsätzlich empfohlen, erfordert jedoch eine sorgfältige Barrierepflege, um Irritationen durch Schwitzen und Reibung zu vermeiden

    - Wie entstehen sportbedingte Mikroläsionen – und warum fördern sie Infektionen? 

    - Warum ist Hautpflege für Sportler*innen ein zentraler Therapiebaustein? 

    - Welche klimabedingten Risiken betreffen sportlich aktive Menschen? 

    Zitat

    Fazit

    Sport bietet klare dermatologische Vorteile, birgt jedoch auch Risiken durch Mikrotraumen, Infektionen und UV-Belastung. Im Kontext des Klimawandels gewinnen Prävention, Barrierepflege und Lichtschutz weiter an Bedeutung. John zeigt auf, wie sportliche Aktivität, Hautgesundheit und Umweltfaktoren miteinander verflochten sind und welche Maßnahmen eine sichere und hautfreundliche Sportausübung ermöglichen. 

    Quelle: John, S. M. (2025, 25. Oktober). „Haut, Hautbarriere und (Extrem-)Sport: eine Hassliebe?“, Vortrag beim Spektrum Dermatologie „Haut am Limit“-Kongress, Online/Präsenz. 

    Haut, Hautbarriere und (Extrem-)Sport: eine Hassliebe? 

    Vortrag von Prof. Dr. med. Swen Malte John 

    https://www.spektrum-dermatologie.de/haut-am-limit-2025/john-haut-hautbarriere-und-extrem-sport-eine-hassliebe 

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    Herr Prof. Dr. med. Swen Malte John spricht auch die vor- und nachbereitende Hautpflege bei Sporttreibenden an. 

    Eigene Erfahrung: 

    Möglichst einen Tag vorm Sport, auch Schwimmen entschuppe ich im Natronbad (3 Esslöffel) auf 80L. Die schwache Lauge, pH9, kurz abduschen, evtl. UVB-Bestrahlung und mit einer gut verträglichen kosmetischen Pflegecreme einreiben und Übernacht einwirken lassen, am Morgen evtl. noch mal übercremen

    Danach ist meine Haut schuppenfrei, man sieht nur leicht gefärbte Flecken und sie ist dann elastisch genug, damit sie beim Sport nicht schmerzen oder gar einreißen kann. 

    Nach dem Sport ist kurzes Duschen und mit einer geeigneten Körpermilch eincremen sehr angenehm. 

    So konnte ich bis jetzt Sportarten wie Schwimmen, Turnen, Pilates, Gymnastik, Wandern, Radfahren, Rudern, Ski und Schlittschuhlaufen ausüben. - Nur im akuten großen Pso-Schub legte ich üblicherweise eine Sportpause ein, war aber auch da mal mit meinem Kind zum Skilaufen, weil ich es ihm versprochen hatte; sehr gewöhnungsbedürftig im Hotel die abgerieselten Schuppen vorm Bett zu sehen, aber das Skilaufen war problemlos möglich. Das Hotelpersonal hatte Verständnis. 

    Zum Schwimmen ging ich im akuten Schub nie, da ich dann Angst vor einer Infektion hatte. Aber wandern war mir gut möglich. - Im akuten Schub war bei mir durch abbaden keine schuppenfreie Haut zu erreichen, die Entzündungen waren dann dunkelrot bis schwarzrot und ich war fast den ganzen Tag mit nachcremen beschäftigt. Berufstätig konnte ich im Schub auch sein, aber nicht Sport treibend. LG Burg 

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