Die Rheuma-Liga Rheinland-Pfalz lädt zu einer Online-Veranstaltung über "Rheuma bei Kindern" ein. Die Veranstaltungen finden online über Microsoft Teams statt, so dass Betroffene aus ganz Deutschland teilnehmen können.
Referen ist Dr. Boris Hügle, Chefarzt der Kinder- und Jugendrheumatologie im Rheumazentrum Rheinland-Pfalz.
Anmeldungen gehen an: info@rheuma-liga-rlp.de
Die Veranstaltung ist kostenlos.
06.05.2026 14:00
Ich litt über 35 Jahre an Schuppenflechte. Geerbt vom Vater. Die Flechte brach bei mir als junges Mädchen bereits aus. Hände, Finger, Ellenbogen, Arme, Knie, Kopf, Gesicht und in den Gehörgängen. In den Gehörgängen war es am Schlimmsten, weil es zu Hörverlust und Schwindel führte. Neben Haus- und Hautärzten saß ich dann auch oft beim Ohrenarzt. Die üblichen Medikamenten wie Teersalbe, verschiedenen Salben und Cremes, Kortison, "Taucheröl" für die Ohren, legte man mir die drei S ans Herz und geholfen hat letztendlich nichts. Mal war die Haut etwas besser, dann wieder schlechter. Beschwerdefreie Phasen hatte ich nie. Als junges Mädchen habe ich oft im Hochsommer langärmelige Kleidung getragen, feste Schuhe und lange Hosen - das Schamgefühl war einfach zu hoch. Im Laufe der Jahrzehnte wurde mir das irgendwie alles zu doof und wollte mich von dieser Krankheit nicht mehr beeinträchtigen lassen. Geholfen hat ja nicht wirklich was. Ich wollte frei sein, nicht immer darüber nachdenken, was kann ich anziehen, sieht man da oder dort die Flechte zu dolle? Kann ich schwimmen gehen oder ist der neue Schub zu heftig. Ich wollte auch unbeschwert leben und irgendwann konnte ich meine Krankheit vollständig akzeptieren. Welches wiederum dazu betrug loslassen zu können bis komplettes Vergessen und nicht mehr an die Flechte zu denken. Sie gehörte eben fest zu mir. Shit happens. Ich schwor den Medikamenten ab, aß was ich sollte, ich hielt mich nur noch an die drei S, badete in Speisesalz, mal in Milch und Honig und cremte mich nur noch mit Pflegecremes aus dem Handel ein. Ohne, dass ich es bemerkte und darauf achtete, war die Flechte komplett verschwunden. Mein Mann machte mich darauf aufmerksam, dass ich gar keine Schuppen mehr hätte. Ich habe es selbst nicht gemerkt, da ich das wohl so angenommen und akzeptiert hatte, dass es komplett aus meinem Kopf war. Das ist nun 15 Jahre her und ich bin seitdem komplett beschwerdefrei.
Das ist meine Geschichte. Jetzt zu meinem Anliegen: Bei meinen damaligen unzähligen Arztbesuchen, sagte mir ein Dermatologe, dass Menschen mit dem "Gendefekt" Schuppenflechte seltener an Krebs erkranken. "Wie jetzt, heißt das, ich bekomme niemals Krebs", fragte ich den Arzt naiv. Das könne er mir natürlich nicht garantieren, aber es ist erwiesen, dass die Menschen, die diesen Gendefekt haben seltener an Krebs erkranken. Man wisse zwar nicht warum, aber das wäre erforscht.
Seitdem recherchiere ich immer wieder, ob es neue Erkenntnisse diesbezüglich gibt. Leider findet man fast nur das Gegenteil, nämlich dass sich das Krebsrisiko erhöhen würde. Zu meiner Zeit hieß es "Hautkrankheit, Gendefekt, aber nichts weiter zu befürchten - weitermachen". Würde ich heute erst mit der Diagnose konfrontiert werden und müsste mich mit der Krankheit auseinandersetzen, würde ich unwahrscheinlich Angst bekommen und würde denken, ich wäre schwerstkrank. Es gab damals darauf auch keinen Behinderungsgrad. Dieses Krankheitsbild hat sich so gedreht, was ich auch nicht mit "die Forschung geht ja weiter" abtun kann. Ich weiß ja, was der Arzt zu mir gesagt hat und das war ja nun kein Wald- und Wiesenarzt. Leider kann ich ihn nicht mehr aufsuchen, weil er verstorben ist. Daher meine Frage, ob jemand von euch auch schon mal was von dieser These gehört hat.
LG
Silja